chert worden ist. Wenn wir dieses gewaltige Ge- chehen ln seiner ganzen großen Wirklichkeit erfassen, dann haben wir doch nicht nur das Recht, wlr faben gerabe3u die Pflicht, oertrauens- oollen Blickes in die Zukunft zu sehen, denn ein Volk, das unter solcher Führung steht und so etwas geleistet hat, das hat nicht etwa fünf Jahre hindurch Gewaltiges geleistet, um nun in den weiteren fünf Jahren gar nichts mehr zu leisten. Ich darf Sie alle bitten, wohin auch immer Sie kommen, meine schaffenden Freunde, euch ihr Amtswalter der Arbeitsfront, ihr müßt schon als Nationalsozialisten Träger sein dieses großen Vertrauens in die Zukunft, Träger fein mit der Blickrichtung nach vorn, Träger einer blinden Gefolgschaft für den Führer, wohin auch immer er uns führen mag.
Es gibt auch unter uns Haghafte. Ich muß feststellen, mir scheint, wer besonders viel denkt besonders viel liest, sich besonders gescheit dünkt' der ist auch am zaghaftesten. Vielleicht deshalb, 'weil er zu viel Möglichkeiten überlegt und durchklügelt Der einfache Mann vertraut auf den Führer, und das ist richtig. (Stürmische Kundgebungen.)
Ich werde keinen Augenblick verneinen, daß schwere Wolken am Firmament aufgezogen sind. Eine gewaltige politische Spannung durch, pulst Europa und die Welt. Ein kleiner Teil der europäischen Menschen schikaniert heute andere, ihm anvertraute Minderheiten, und ist damit zu einem Unruheherd in ganz Europa geworden. (Pfuirufe.) Leider sieht man nun nicht wieder den Unruheherd selbst, . sondern man sucht überall wieder an der Peripherie herum, versucht dort die Spannung zu erkennen, statt auf den Ausgang der Spannungen zu kommen. Wir wissen, was dort vor sich geht. Wir wissen, daß es unerträglich ist, wie dieser kleine volkssplitter do unten — kein Mensch weih, woher sie gekommen find — ein Kulturvolk dauernd u n - »erdrückt und belästigt. (Dauernd wachsende gewaltige Zustimmung.) Wir wissen aber, dah es ja nicht diese lächerlichen Knirpse sind. Dahinter steht Moskau, dahinter steht die ewige jüdisch-bolschewistische Zerrfrahe. Don dort her wird gehetzt und geschürt. Von dort
Tn nuF/. es da unten Mord und nX* L? L? 9s 6,bt Wenn es sich dort beruhigt Hot, Üh/r Fuders los. Uns Ermahnungen
hakelt ZU geben, ist verhältnismäßig 3U 'Hein, erhebt hegen Deutschland und Italien sind 9eroo?.nt würde uns direkt etwas ab- feiM etnumaI mehr da wäre. (Heiter
bl*r ,n völlig gelassener Nuh e und .harren der Dinge, wie sie auch kom- men mögen. Wir haben getan, Volksgenossen, was wir turt konnten, um Deutschlands Ehre und Deutsch
lands Sicherheit zu garantieren. Wir haben versucht, außenpolitisch wieder Freunde zu finden, dort, wo eine gleiche Auffassung der Ideale uns verband. Wir haben sie gefunden, und trotz aller Versuche, uns zu trennen, trotz allen, die dies nicht wahr haben wollen: Die Achse und die Freundschaft Italien-Deutschland steht fester denn je zuvor. (Stürmische Kundgebungen.) Beide Völker bilden heute in Europa zusammen mit I a p a n im Fernen Osten überhaupt das einzige und große Bollwerk gegen die Weltpest des Bolschewismus und damit gegen die Weltauflösung.
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Wir haben aber auch alles andere getan, um die Garantie für Ehre und Sicherheit fest zu untermauern: eine eben geschilderte großzügige Vorratswirtschaft, der Aufbau einer großen R o h st o f f i n d u st r i e, die Erschließung aller Bodenschätze sichern Deutschland völlig vor jeder Blockade, fei es mit fogenann- ten friedlichen oder kriegerischen Mitteln. Der Aufbau einer gewaltigen Rüstungsindustrie sichert die Kampfkraft unseres großen Heeres, gespeist aus der Fülle von 75 Millionen, sichert den Aufbau und die Versorgung einer neuen, ständig im Wachsen begriffenen m o - dernsten Flotte, sichert den Aufbau und die Versorgung der Luftflotte, die ich, ohne Aebertreibung und ohne Anmaßung, die technisch modern ste, einsatzbereiteste, z a h l e n m ä h i g st ä r k st e der W e l l nennen darf. (Tosender Beifall.) Die Luftwaffe erfüllt gleich wie Heer und Flotte eine unbändige Kühnheit und eine unerschütterliche Siegeszuversicht. (Erneuter stürmischer Beifall.) Roch nie in seiner Geschichte war Deutschland so stark, so gefestigt, so einig. Eine mit neuesten Erfahrungen und einmaliger gewaltiger Anstrengung gebaute mehrgliedrige Befestigungszone sichert das Reich im westen gegen jeden Angriff, hier kommt keine Macht der Erde mehr durch ins
deutsche Land. (Lang anhaltender stürmischer Beifall.) Eine kampfgewohnte, von höchstem Idealismus erfüllte Partei formt und eint das deutsche Volk in einer wunderbaren, durch keine Lügen und Hetzen zu zerstörende Ge- m e i n s ch a f 1, in welcher Arbeiter und Bauern
das granitene Fundament bilden.
So stehen wir, das Volk Großdeutschlands, fest und geeint. Keine Lüge soll uns verwirren, keine Schmeichelei soll .uns täuschen, keine Drohung uns jemals schwach machen. Ich weiß, daß gerade jetzt immer wieder mit Drohungen gegenüber Deutschland gearbeitet wird. Meine lieben Volksgenossen! Gegen diesen lächerlichen Versuch, uns einzuschüchtern, möchte ich für ganz Deutschland, besonders aber für uns nationalsozialistische Kämpfer, mit den Worten des Kriegsministers Feldmarschall Roon eines versichern: Wir sind allezeit Schießer gewesen, niemals aber Scheißer. (Nicht endenwollender Beifall.)
Wir wollen niemand etwas zuleide tun. Wir wollen aber auch kein Leid an deutschen Brüdern länger dulden. Riemand in der Welt, ich glaube, kein Volk, wünscht heißer den Frieden als wir, weil wir diesen Frieden so lange entbehren muhten. Vergeht nicht, Völker: Versailles hat den Frieden aus der Welt gebracht. Und heute steht ihr kümmerlichen Schöpfer von Versailles vor diesem elenden
Machwerk und wißt nicht mehr wie ein und wie aus. Ls find die Staaten der Ordnung gewesen, die den Frieden wieder in die Welt gebracht haben: Deutschland, Italien. (Wieder lebhafter Beifall.) Diese beiden Völker wollen der Welt einen neuen gerechten Frieden wieder aufbauen. Ietzt muh es sich zeigen, ob in der Welt noch Vernunft oder hah regiert. Wir stehen, bewuht unserer Kraft, bereit, für die Vernunft allzeit einzutreten. Sollte aber der haß über die Völker siegen, dann sind wir entschlossen, mit höchstem Mut und letzter Entschlossenheit dem Befehl unseres Führers zu folgen, wohin er immer uns ruft. (Tosender
Beifall.)
Wir wissen, daß der Führer in all diesen Jahren, da er uns Führer ist, immer unb überall bas Richtige getan hat. Wir wissen aber auch, daß uns nichts so stark macht wie das blinde Vertrauen, zu dem sein gewaltiger Glaube mehr als Berge versetzt hat. Sein gewaltiger Glaube an Deutschland hat unser Volk aus tiefster Nacht und Not, aus Elend, Verzweiflung, Schmach und Schwäche wieder emporgeführt in strahlendes Licht, hat Deutschland zu einer Großmacht erhoben, und in all diesen Jahren hat der Allmächtige ihn und das Volk gesegnet, wieder und immer wieder. Er hat uns im Führer den Retter gesandt. Unbeirrbar ging der Führer seinen Weg, und unbeirrbar folgten wir ihm. Der Weg war steil, doch herrlich sein Ziel: unser Großdeutschland.
In diesen Stunden und Tagen aber, da von außen immer wieder versucht wird, hier und dort Klein- m u t ins deutsche Volk zu bringen, Zweifel an seiner Führung im deutschen Volk zu erwecken, das deutsche Volk zu umschmeicheln und zu bedrohen, kann ich nur das eine zu euch allen und zum ganzen Volke sagen: Deutsches Volk, trage die stählerne Gewißheit in dir: So lange Volk und Führer eins sind, wird Deutschland unüberwindlich sein. Der Herr sandte uns den Führer. Nicht damit wir untergehen, sondern damit Deutschland auferstehe. (Am Schluß seiner Rede wurde der Feldmarschall nach jedem Satz von stürmischen Beifallskundgebungen und Heill-Rufen unterbrochen.)
wird versprochen, was natürlich niemals gehalten wird.
Von dort kommen die Gerüchte, die Lügen, die Verleumdungen, die Helle putscht die ganze Welt auf, und die demokratischen Völker fallen darauf herein. Wie könnte es auch anders sein. Also die Welt hallt mal wider von Krieg und Kriegsgeschrei. Und wenn nun überhaupt die Welt in den Demokratien von Kriegsgeschrei widerhallt, dann haben auch diese Demokratien sofort die Schuldigen gefunden. Dann sind diese Schuldigen ausgerechnet immer die st arken Staaten der Ordnung, Deutschland und Italien. Immer heißt es dann, w i r sind die Unruhestifter. Ausgerechnet zwei Völker, die bereit waren, und es bewiesen haben, daß sie zunächst einmal fähig waren, im Gegensatz zu den anderen, den Frieden in ihrem eigenen Lande wiederherzustellen. (Stürmischer Beifall.)
Beides zudem noch Völker, dis gegenüber dieser verschwommenen anonymen Verantwortung von Parlamenten zwei Männer von Höch st er Verantwortung besitzen. Das ist etwas anderes als ein so anonymer Begriff von Mehrheit und Parlament, der niemals Verantwortung übernehmen kann und übernehmen will. Diese Staaten, die in ihrem Innern Zucht und Ordnung, Frieden und Glück ihren Völkern gebracht haben, haben das nicht getan, um nach außen plötzlich die Kriegsfackel anzuzünden und die Kriegsfurie loszulassen. Es kommt nicht darauf an, wer am meisten vom Frieden schwätzt, sondern wer am meisten für den Frieden tut. Darauf allein kommt es an. Es würde auch England gar nicht schlecht zu Gesicht stehen, daß es, bevor in diesem Lande soviel von Frieden und vom bedrohten Frieden in Europa geschwätzt wird, erst einmal Frieden i seinem alten Juden st aat ba unten machen würde. (Starker Beifall und Heiterkeit.) Aber zunächst lesen
Träger der deutschen Zukunst.
Der Führer beim Appell der HF. im Nürnberger Stadion.
Ehrentag der deutschen Iugend.
Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Schmetternde Fanfarenklänge, Trommelschläge im Marschtakt und frohe Lieder aus Hunderten und Tausenden von jungen Kehlen hallten am frühen Morgen des Samstags durch die Straßen der Stadt der Reichsparteitage. Nürnberg steht im Zeichen der Hitler- Jugend, die in der Hauptkampfbahn des Stadions aufmarschiert ist, um auf diesem mit der Vereidigung der 18jährigen Hitlerjungen, die in die Partei aufgenommen werden, verbundenen Appell vom Führer die Parole für das neue Jahr entgegenzuneh- men. Zum erstenmal sind auch Abordnungen von 9000 Jungen aus den HJ.-Gebieten der Ostmark angetreten. Der BDM. in seinen kleidsamen Uniformen hält die Ränge auf beiden Seiten des gegenüber der Tribüne im Hintergrund befindlichen Treppenbaues besetzt. Im Mittelfeld haben Trommler und Fanfarenbläser des Jungvolks sowie Spielmanns- und Musikzüge der HI. Aufstellung genommen. In Begleitung des Stellvertreters des Führers betritt der Führer die Kampfbahn, während die Führerstandarte neben dem Nednerpodium hochgeht. Reichsjugendführer Baldur von Schirach macht dem Führer Meldung. Mit den Worten: „Heil, meine Jugend!" grüßt Adolf Hitler die Träger der deutschen Zukunft, „Heil, mein Führer!" braust es 50 000fach zurück.
Nach dem Fanfarenruf und nach dem Chor „Wach auf, du deutsches Land", rücken von beiden Seitentoren der Kampfbahn die Fahnen ein, die alle
getragen werden von den Teilnehmern des Adolf- Hitler-Marsches. Während des Einmarsches erklingt das gemeinsam gesungene Lied Heinrich Spittas „Lang war die Nacht und lang war die Not". Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch entbietet dann in einer kurzen Ansprache dem Führer den Gruß der angetretenen Jungen und Mädel und vor allem der Jugend aus der Heimat des Führers.
Der Führer spricht.
Immer wieder braust der gewaltige Orkan der Heilrufe auf, als d e r F ü h r e r an das Mikrophon tritt. Die vor der Tribüne angetretenen Jungen und Mädel der Ostmark rufen im Sprechchor: „Die Ostmark grüßt den Führer!" Im leuchtenden Weiß der von dem BDM. besetzt gehaltenen Ränge zu beiden Seiten des Hintergrundbautzs der Kampfbahn tauchen plötzlich in Braun d i e Buchstaben A und H auf, gebildet von den Mädeln, die ihre braunen Jacken angezogen haben.
„Deutsche Jugend!" so wendet sich der Führer nun an feine Jugend. „Alljährlich begrüße ich in euch hier, die Millionenmassen aller unserer deutschen Jungen und Mädchen im ganzen Reich! Im vergangenen Jahr wies ich darauf hin, wie sehr ihr es als ein großes Glück empfinden müßt, in diese Zeit hineingeboren zu sein. Damals ahnten wir alle noch nicht, was sich ein Jahr später in der deutschen Geschichte Großes ereignet haben wird. Ihr seid nun die Zeugen eines geschichtlichen Vorganges geworden, der sich oft in Jahrhunderten nicht
wiederholt. Ihr seid dabei selb st Kämpfer g e • mefen fürbiefes neue größereDeutsch- land. In euren jungen Herzen habt ihr immer schon getragen, was heute Wirklichkeit geworden ist.
Zum ersten Male sind heute am Reichsparteitag der Nationalsozialisten zu Nürnberg auch Jungen und Mädchen aus der Ostmark des Reiches angetreten, die nunmehr für immer und ewig ein Teil Deutschlands ist und sein wird. Daß dieser große Erfolg errungen werden konnte, das danken wir nicht dem Zufall, nicht einem äußeren Gerede von Einigkeit und Brüderlichkeit, sondern einem inneren Erleben und Nachleben dieser Gebote. Es ist das unvergängliche Verdienst der nationalsozialistischen Bewegung, daß sie in der Zeit der tiefsten Erniedrigung unseres Volkes in keinem Augenblick den Glauben an diese Zukunftsentwicklung verloren hat, daß sie diesen Glauben pflegte und die Deutschen lehrte, diesem Glauben entsprechend zu leben. Was konnte dieses alte Deutschland in seiner inneren Zerrissenheit noch für unsere Zukunft bedeuten?
Glaubt jemand, daß dieses vergangene Deutschland das hatte gestalten können, was heute Wirklichkeit ist? Eine neue Bewegung mußte kommen, um unser Volk dafür zu erziehen und einsatzbereit zu machen! Und wenn - der Rationalsozialismus in feinem geschichtlichen Dasein nichts anderes erreicht haben würde als die Tage des 12./13. März 1938, dann hätte er damit allein bereits feine Daseinsbe-
Frau Aja in ihren Briefen.
Zum 13V. Todestage von Goethes Mutter am 13. September.
Täglich erle-b ich Begebenheiten, die kein anderer Mensch beachten würde, aber sie sind meine Welt, mein Genuß und meine Herrlichkeit. Wenn ich in einen Kreis von langwelligen Menschen trete, denen die aufgehende Sonne kein Wunder mehr ist, die sich über alles hinaus glauben, was sie nicht verstehen, so denk ich in meiner Seele: ja, meint ihr nur, ihr hättet die Welt gefressen! Wüßtet ihr, was die Frau Rat heut alles erlebt hat!
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Ohne den felsenfesten Glauben an Gott, an den Gott, der die Haare zählet, dem kein Sperling-fehlet, der nicht schläft noch schlummert, der nicht verreist ist, der den Gedanken kennt, eh er noch da ist, der mich hört, ohne daß ich nötig habe, mich mit Messern und Pfriemen blutig zu ritzen, der mit einem Wort die Liebe ist — ohne Glauben an den wäre so etwas unmö'glich auszuhalten. — (Nach dem Tode der Tochter.)
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Ich kenne so viele Menschen, die gar nicht glücklich sind, die das arme bißchen von Leben sich so blutsauer machen, und an allem diesem Unmut und unmusterhaftem Wesen ist das Schicksal nicht im geringsten Schuld. In der Ungenügsamkeit, da steckt der ganze Fehler ...
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Ordnung unb Rühe sind Hauptzüge meines Charakters — daher tu ich alles gleich frisch von der Hand weg — das Unangenehmste immer zuerst — unb verschlucke den Teufel — nach bem weisen Rat des Gevatter Wieland — ohne ihn erst lange zu begucken. Liegt bann alles wieder in den alten Falten, ist alles Unebene wieder gleich, bann biete ich dem Trotz, der mich im guten Humor übertreffen wollte.
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Zwar habe ich die Gnade von Gott, daß noch keine Menschenseele mißvergnügt von mir weggegangen ist — wes Alters, Standes und Geschlechtes sie auch gewesen ist — ich habe die Menschen sehr lieb, unb bas fühlt alt unb jung. Ich gehe ohne Prätension durch diese Welt und das behagt allen Evens Söhnen und Töchtern — demoralisiere niemand, suche immer die gute Seite aüszuspähen, überlasse die schlimme dem, der den Menschen schuf
und der es am besten versteht, bti scharfen Ecken abzuschleifen.
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Ich habe zur Zeit nicht die geringste Furcht — ebenso wenig denke ich ans Weggehen — ein panischer Schrecken hat sich freilich über ganz Frankfurt verbreitet, und es wäre kein Wunder, wenn man von dem Strudel fortgerissen würde., Furcht steckt an wie der Schnupfen — ich hüte mich daher, soviel ich kann, den Memmen auszuweichen, um mir den Kopf nicht auch verdrehen zu lassen — doch ist das sehr schwer zu vermeiden. — (Beim Dorrücken der Franzosen 1793.)
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Da werde ich nun Urgroßmutter? Um nun diesem Vorfall noch mehr Rarität zu geben, entschloß ich mich, eine Arbeit vorzunehmen, die — ich wette mein Sjab und Fahrt — seit der Erschaffung der Welt — ein stark Stück! — keine Urgroßmutter verfertigt hat; nämlich die Spitzen an das Kindszeug zu klöppeln, und nicht etwa so lirum larum, nein, sondern ein Brabanter Muster, drei Finger breit und — wohl zu merken! — ohne Brille. Nun denke dir die kürzen Tage — mancherlei Abhaltungen und du, und wer es hört, wird meinen Fleiß bewundern, daß das Wunderwerk fix und fertig und schon spediert fft.
Der Glaube an Gott, der macht mein Herz froh und mein Angesicht fröhlich — ich weiß, daß es mir unb ben Meinen gut geht und bas die Blätter nicht einmal verwelken, geschweige der Stamm!
(Zusammengestellt von Eva Leiser.)
Dos Wunder aus Glas.
Wie die Glühlampe entsteht.
Mit ber zunehmenben Vervollkommnung ber elektrischen Glühlampen ist biefe künstliche Lichtquelle für ben Menschen unentbehrlich geworben. Der heutige Stanb ber Herstellung ermöglicht es, bie Glühlampen je nach ben Erfordernissen auszu- wählen, mag es sich um Wohnräume, Arbeitsplätze, Ausstellungshallen ober Verkehrsstraßen, handeln. Die Zahl ber verschiebenen Lampenarten mit Leistungen zwischen 0,2 Watt bis 50 Kilowatt belauft sich auf über 6000. Als kleinste wird bie medi- zinische Lampe angefertigt, beren Kolbendurchmesser ganze 3 Millimeter beträgt; mit ihr wirb bas Innere bes lebenden Menschen durchforscht. Zu ben größten Lanlpen gehören bie lichtstarken Kino- lampen unb besonders widerstandsfähige Lampen
für bie Beleuchtung großer Plätze. Sowohl bie kleinen als auch bie ganz großen Lampen fmb Meisterwerke ihrer Art, wie überhaupt die gesamte GlühlampenhersLellung ein Gebiet ist, auf dem sich nur erprobte Qualitätsarbeit durchsetzen kann. Nur in wenigen Fällen ergibt sich die Notwendigkeit, sie gleichzeitig mit einer Massenanferti- gung zu verbinden.
In dem bekanntesten deutschen Fabrikationsunternehmen wurde dem Verfasser eine umfassende Besichtigung aller Herstellungsgänae ermöglicht. Es fällt sogleich auf, daß ber Maschine im weitesten Sinne ein wesentlicher Anteil an ber Fertigung von Glühlampen zufällt. Zwei wichtige Gründe waren dafür ausschlaggebend: die Genauigkeit auch in allerkleinsten Dingen, wie sie für menschliche Arbeitskräfte einfach unerreichbar ist, und die Forderung nach größtmöglicher Billigkeit des Enderzeugnisses. Langjähriger Forschung ist es bann gelungen, eine Maschine zu erfinden, die nicht nur diesen Bedingungen gerecht wird, sondern darüber hinaus gesundheitliche Schäden für die menschliche Arbeitskraft verhindert. Diese würden durch die hohen Hitzegrade entstehen, die bei der Bearbeitung ber gläsernen Lampenhülsen unvermeidlich sind. Ein eigener Versuch ergab sogar, daß es für menschliche Kräfte einfach unmöglich ist, sich auch nur kürzere Zeit in der Nähe solcher Hitze aufzuhalten, um dabei noch eine Feinarbeit zu verrichten. Die ständig in Drehung befindliche Maschine durchläuft dagegen ungehindert die Arbeitsvorgänge, bei denen das Glas durch Gasflammen an ben Schmelzstellen so stark erweicht wirb, bis es beliebig geformt unb geschnitten werben kann. Auch bies besorgt die Maschine selbsttätig in den weiteren Arbeitsvorgängen, die sämtlich durch mechanisch ausgelöste Kupplungen in Bewegung geraten. Solchen Maschinen braucht man nur die Teile zur Verfügung zu stellen, aus denen die Glühlampe in ber Hauptsache besteht; davon wirb bas äußere Glasgehäuse ebenfalls durch mechanische Vorrichtungen ber in Drehung befindlichen Maschine zugeführt. Die einzelnen Jnnenteile entnimmt sie sich aus seitlichen Vorratsbehältern selbst. Erstaunlich, wie aus einer großen Zahl von überaus feinen Leuchtbrähtchen genau bie erforberlichen zwei Stück entnommen unb in bas Glasgehäuse eingesetzt werben, unb zwar innerhalb des sehr kurzen Zeitraumes, ben bie Maschine bafür übrig läßt. Da sich alles dreht, muß jeder Vorgang unbedingt zu gleicher-Zeit beendet sein, sonst entstände eine Stockung. Noch erstaunlicher, daß diese Maschine selbständig ihren Stillstand auslöst, sobald an irgendeiner Stelle nicht alles in Ordnung sein sollte.
Man könnte sich fragen, ob bei einer derart verfeinerten maschinellen Herstellung die Glühlampen nicht eigentlich billiger fein müßten. Hierbei muß aber berücksichtigt werden, daß eine Unsumme von wissenschaftlicher und praktischer Vorarbeit geleistet werden muß, ehe die Fertigung- auch nur einer neuen Lampentype aufgenommen werden kann. Der Entwurf und die ersten Versuche mit der erwähnten Fabrikationsmaschine haben z. B. Jahre beansprucht, und wieder erst Jahre später gelang schließlich die fehlerfreie neue Herstellungsart. Die Herstellung des in den Lampen angebrachten Wolframdrahtes ist überaus schwierig und kostspielig; er muß auf eine Feinheit gebracht werden, die nur etwa ein Fünftel von blondem Frauenhaar beträgt, bas viel stärker ist als schwarzes Frauenhaar. Hierzu muß ber Draht zum Schluß burch Diamanten gesogen werben. Von dem hohen Diamantenbebarf eines großen Lampenerzeugers kann ber Außen- stehende sich nicht entfernt einen Begriff machen; natürlich erforbert er entsprechen!) hohe Aufwen- bungen, bie alle im Endpreis ber Lampen zum Ausdruck kommen müssen. Hinzu kommen bie Kosten für die ftänbige Prüfung Zehntausenber von Lampen, von benen bei etwaigen Mängeln ganze Serien vernichtet werben müssen, um nicht ben Ruf bes Erzeugnisses zu gefährden. Schließlich kann man bei ber Glühlampe ihren Preis nur danach beurteilen, wie stark bas von ihr gelieferte Licht ist und wieviel Brenn st und en eine Lampe bei gutem Licht überdauert. Die deutsche Wertarbeit auf bem Gebiet ber Glühlampen kann in dieser Hinsicht jeden Vergleich aushalten. Jedem Verbraucher ist es möglich; 'Versuche unter Beobachtung dieser Gesichtspunkte anzustellen; sie werden ihm die Frage nach der Preiswürdigkeit klar beant» warten. NK.
Hochschulnachrichten.
Geh. Reg.-Rat Professor Constantin (Tara- th 6 odory, einer unserer führenden Mathematiker in München, wird 65 Jahre alt. Professor Carathöodory, der in Berlin geboren ist, habilitierte sich 1905 in Göttingen, lehrte dann in Bonn, als Ordinarius an der Technischen Hochschule in Hannover und in Breslau. 1913 kehrte er nach Göttingen zurück und wurde 1918 nach Berlin berufen; er bekleidet seit 1924 einen Lehrstuhl an ber Mün- chner Universität. Von feinen Arbeiten, die namentlich geometrischen Prdblemen, der Mengenlehre, Relativitätstheorie und Thermodynamik gelten haben besonders die Vorlesungen über reelle Funktionen große Verbreitung gefunden.


