Ausgabe 
12.9.1938
 
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Rahmen des Vierjahresplanes gesammelt und auf­gekauft habe. Und wenn ich überall, meine Volks­genossen, gegen das Hamstern oorgegangen bin, hier habe ich s e l b st gehamstert, davon könnt ihr fest überzeugt sein. (Große Heiterkeit und Beifall.) Wenn schon die gewaltige Ernte dieses Jahres uns einen Vorrat von über zwei Jahren geliefert hat, so haben die Vieh kaufe, die wir bereits getätigt haben, uns einen Vorrat gebracht, der uns auf viele Jahre, fast möchte ich sagen auf unabsehbare Zeit, genügt, um zusätzlich alles tun zu können. Das heißt, wenn wir jetzt eine schlechte Ernte bekommen und im zweiten Jahre und auch im dritten Winter, s o reichen die Vorräte aus, um den Ausfall sicherzustellen durch die Vorräte, die wir bereits haben. (Großer Beifall.) Ich hoffe aber vom All-

Die Volksemährung stehl allem voran.

Ich werde jetzt auch die Lagerräume re­quirieren müssen, die in privater Hand sind, und ich werde auch gezwungen sein, Turnsäle zu füllen, es wird dann im Freien geturnt. Ich werde auch T a n z s ä l e füllen, dann könnt ihr im Freien tanzen, meine lieben KdF.-Fahrer! Der Tanz macht auch im Freien Spaß. Aber das ist alles nicht entscheidend.

3m übrigen, meine lieben Volksgenossen, habe ich Ihnen nun aber insofern auch Günstiges zu vermelden, als ich jetzt daran gehen kann, eine gewisse Zahl von Verordnungen wieder a u f z u h e b e n. die ich seinerzeit einführte, um zunächst einmal diesen gewaltigen Vorrat zu sammeln. Aus der Aufhebung dieser Verfügun­gen, aus der Lagerung des Getreides an allen Orten, wie gesagt, sogar in Turnsälen ufw., mögt ihr erkennen, daß das die beste Illustra­tion ist für das, was ich gesagt habe:

1. Ab 1.Oktober wird bei den Brötchen wieder die Beimischung von TNais w e g s a l l e n, und ihr alle werdet wieder die schönen weihen Brötchen bekommen wie früher. (Beifall.) Letz­teres habe ich besonders verfügt im Hinblick auf unsere ostmärkischen Leckermäuler. (Lachen und Beifall.)

2. Der Frlschbrotverkauf wird wieder gestattet.

3. Die höhe der Ausmahlung beim Roggenbrot wird herabgesetzt, und ihr wer­det wieder unser altes gutes Brot essen. Dadurch werden

4. wleder mehr Futtermittel als Kleie an die Landwirtschaft abgeführt.

5. Trotz sämtlicher Qualitätsverbesserung des Brotes darf das Brot in keiner Weife auch nur im geringsten verteuert werden. Und

6. wenn ich eben den Ostmärkern ein Bonbon geben konnte, so will ich das auch mit meinen bayerischen Landsleuten tun. Die Viererzeugung wird auch erheblich gesteigert werden. (Großer Beifall.)

Ich glaube, meine lieben Volksgenossen, mehr könnt ihr jetzt nicht von mir verlangen. (Beifall.) Aber wir haben unser Augenmerk nicht nur auf Brot und Brotgetreide gerichtet, sondern gleich­zeitig auch auf Fleisch und Fett. Auch zu die­sen Vorräten, die Parteigenosse Darr6 angesammelt hat, treten weitere Vorräte, die im Ressort des Vierjahresplanes gekauft und gelagert würben. Wenn gestern davon gesprochen wurde, daß wir Fettvorräte für siebeneinhalb Mo­nate haben, dann möchte ich euch darüber auf-

Sie inimflrielle Produktion auf höchsten Touren.

mächtigen, daß dieses Jahr der ausgezeichneten Ernte das erste der sieben fetten Jahre sein wird. (Große Heiterkeit.) Allerdings hat uns diese Ansammlung von Vorräten auch vor neue Schwie­rigkeiten gestellt, aber, wie gesagt, die Schwierig­keiten werden wir zeitlebens nicht mehr los werden. Immer, wenn wieder etwas Schönes erreicht ist, kommt dadurch auch wieder eine neue Schwierigkeit. Diese Schwierigkeiten entstehen einmal für mich und einmal für euch. Für mich insofern, als ich es schwer habe, die gewaltigen Mengen unterzubringen. Ihr wißt, wir haben schon unsere Kornkammern bis unters Dach gefüllt. Wir werden aber noch weiter Kornkammern bauen, in denen dieses wunderbare Gold, das wir hier in Gestalt des Brotgetreides besitzen, sicher gelagert wird.

klären, was das heißt. Das bedeutet nicht, daß wir lediglich einen Vorrat haben, der nur noch für siebeneinhalb Monate reicht, sondern das bedeutet, daß zu der eigentlichen Fettmenge, die im Reich erzeugt wird, zusätzlich durch Käufe üsw. Vorräte hinzukommen, die siebeneinhalb Monate reichen würden, wenn heute plötzlich überall die ganze Fetterzeugung e i n g e st e l l t werden würde, ü. h. wenn es im ganzen Reich keine Milch, keine Schweine ufw. mehr gäbe. Das heißt also, diese Reserve von siebeneinhalb Monaten, die als Vor­rat daliegt, gestattet zusätzlich zu dem auch bei schlechten Zeiten anfallenden Fett eine Zeit der Manipulation von Jahren. Das ist das Ent­scheidende. Das wollte ich euch nur sagen, damit hier keine falsche Auffassung entstehen kann. (Bei­fall.)

Nun die Kartoffeln! Wir haben im letzten Jahre eine Rekordernte an Kartoffeln gehabt, und die diesjährige Ernte wird der letzten nicht nach­stehen. Wir haben sogar vom letzten Jahre noch Vorräte und werden nun wieder neue Vorräte be­kommen, die uns in der Lagerung erhebliche Schwie­rigkeiten bereiten werden. Kartoffeln wachsen bei uns sehr gut. Die Dümmsten haben die besten, weil sie die größten haben. (Schallende Heiterkeit.) Aber das kommt ja der Allgemeinheit zugute. Man muß auch immer gerecht sein. (Beifall.) Nun zum Zucker! Auch Zucker, meine Volksgenossen, haben wir in solcher Menge, daß wir bereits exportieren könnten. Wir haben außerdem Konserven aller Art gelagert, besonders Fischkon- fernen. Wir haben eine große Fischflotte aufge­baut. Unsere Fischflotte ist zum ersten Male hoch droben fischen gegangen. Wir sind nicht mehr das kleine Volk, das hintendran sitzt. Wir haben in die­sem Jahre zum ersten Male unsere Walfang- flotte ausgeschickt, und sie ist mit gewaltigen Ergebnissen zurückgekommen.

So ist alles geschehen, was geschehen konnte, und ich kann Sie versichern, die Lagerräume, die wir heute haben, sindproppevoll". Das deutsche Volk braucht nichts zu befürchten. Aber trotzdem ermahne ich euch zu dem, was der Führer sagte: Weiter sparsam sein. Ich habe die Vorräte nicht angesammett, damit sie vergeutet werden, sondern damit sie in Zei­ten der Rot dem deutschen Volk sein tägliches Brot sichern. (Beifall.) Diese günstige Schau sott die Landarbeiter nicht etwa dazu verleiten, zu glauben, sie könnten jetzt vom Lande weg­gehen in die Fabrik, weil sie dort angeblich etwas mehr Lohn bekommen. Rein, jetzt erst recht auf dem Lande geblieben und gearbeitet! Line Ernte muß besser werden als die andere, dann sind wir unüberwindbar und unbesiegbar geworden. (Beifall.)

als vor fünf Jahren und viel besser als in der Zeit des schmachvollen Systems.

Ich möchte jetzt auf die V e l k s e r n ä h r u n g etwas eingehen, und zwar deshalb, weil gerade hier die größten Lügen und Verleumdungen des Aus­landes immer wieder einsetzen. Hier herrscht aber auch die allergrößte Unkenntnis. Ich will nun heute hierüber einen offenen Ueberblick geben. Jrn Aus­land sagt man, die Ernährung sei der schwächste Punkt des Reiches. Man denkt daran, erinnert sich zurück an die Jahre der Blockade. Man erinnert sich zurück an die verhungerten Menschen, man erin­nert sich zurück, wie man damals mit dieser feigen Abschneidung nicht nur den deutschen Mann, son­dern auch die deutsche Frau und das deutsche Kind getroffen hat. Man weiß, daß das einmal tat­sächlich der schwächste Punkt des Rei­ches gewesen ist. Die Erinnerung an diese Blockade, an die Folgen einer solchen Blockade, die tauchen jetzt wieder da und dort in den Zeitungen auf, wenn man dem deutschen Volke wieder einmal eine Lek­tion geben oder eine Drohung aussprechen will. Im­mer wieder taucht dann der Hinweis auf: Das deut­sche Volk soll sich stets erinnern, daß es nicht selb­ständig in der Ernährung ist, denn wir sind die großen Mächte und haben die anderen Mächte noch dazu, dem deutschen Volk die Zufuhren abzuschnei­den und andere Geschichten mehr.

Ich kann den Herren nur eines versichern: Nicht nur sie erinnern sich der Blockade, auch wir erin­nern uns der Blockade. Und wenn wir uns nicht erinnert hätten, Jo danke ich nun ausnahms­weise in diesem Falle den Herrschaften, daß sie mich durch ihre heutigen Hinweise immer wieder aufs neue mit der Nase darauf stießen, was notwendig ist. Gerade jetzt in der allgemeinen politischen Span­nung hört man immer wieder von der Ernährungs­schwäche des Reiches reden.

Ich versichere euch, meine schaffenden Volks­genossen, als ich vom Führer damals berufen wurde, zuerst für die Rohstoffe und Devisen und dann für den Vierjahresplan, da allerdings war mir auch klar, das Erste und Wichtigste ist: Die Ernährung des deutschen Volkes muß jo ficherge stellt - werden, daß kommen mag/was will, und wenn dies Deutsche Reich von lauter Feinden umspannt wäre zu essen muß es haben, und wenn ein Krieg dreißig Jahre dauert! Darauf waren von der ersten Stunde alle meine Bemühungen abgestellt, und ich hatte es leicht, denn bereits unser Partei­genosse Darrs hat seit der ersten Stunde seines Amtsantrittes die gleichen Ideen und die gleichen Gedanken gehabt und infolgedessen auch die gleiche Arbeit getan. So trafen mir uns im gemeinsamen Handeln. Und heute kann ich nur davon sprechen, und ich bin besonders glücklich das müßt Ihr verstehen, daß ich es ausgerechnet in einem Augenblick tun kann, wo sich der Himmel wieder einmal zuzieht und verdüstert. Der Führer hat in seiner Proklamation und der Parteigenosse Darrs hat gestern in seinen Zahlen schon ausführlich dar­auf hingewiesen.

Ich will euch heute eine ganz offene R e - ch e n s ch a f t geben, nicht das möchte ich beto­nen zu einer falschen Beunruhigung, denn dazu ist kein Anlaß. Ihr wißt außerdem eines von mir, daß ich, was ich euch versprochen habe, auch immer halte.

Ich sage auch hartes. Unangenehmes und Schweres, wenn es sein muß. Denn ich habe mich im Weltkriege zum Schluß davon über­zeugen können, wie furchtbar es ist, wenn eine Führung das Volk im unklaren und ungewissen läßt und dann über Rächt das Volk aus Höhen in Tiefen gestürzt wird. Ich bin überzeugt, das deutsche Volk hätte damals nicht so versagt, hätte den Hetzern nicht das Ohr so geliehen, wenn die Führung sich von vornherein an bie Stärke desVolkes gewandt und das Volk über die Schwere der Zeit aufgeklärt und an den Zusammenhalt appelliert hätte, statt es einzulullen und dann in die Tiefe zu stürzen. Dann wäre es anders gekommen, nie­mals, meine Volksgenossen, sollt Ihr belogen, niemals getäuscht, niemals dort beruhigt wer­den, wo Beruhigung nicht am Platze ist. Das deutsche Volk ist stark und verlangt, daß es sei­nen Anteil auch am Schweren hak. Gewiß, wir Führer wollen alles tun. Unsere ganze Arbeit gilt nur eurem Wohl, eurem Glück. Aber wenn es Zeiten gibt, die zu schwer sind, dann muß das Volk auch das Seinige auf die Schulter nehmen. Auge in Auge mit jeder Schwierigkeit, Auge in Auge mit jeder Gefahr, Auge in Auge mit dem Schwersten wird man seiner Herr werden. Wan muß es nur wissen, damit man es anpacken kann.

Um so glücklicher bin ich nun natürlich, euch heute wirklich Günstiges melden zu können. In der Proklamation des Führers wurde ja darauf schon hingewiesen. Sinn und Zweck des Vierjahresplanes liegt ja letzten Endes allein darin, alle Vorkehrungen zu treffen, um die Sicherheit des Reiches auf das Aeußerste zu steigern, die das Reich unabhängig machen in allem, denn nur wer unabhängig ist, braucht auch niemals seine Ehre preiszugeben. Wir Deutschen wissen: Es gibt nichts Fürchterlicheres sur em Volk, als seine Ehre preiszugeben. Unsere Ehre werden wir nie, nie mehr preisgeben Unb damit sie gesichert ist, haben wir diese ganzen arbeiten vollzogen und werden sie auch weiter voll­ziehen. Es soll nicht mehr möglich fein, zuerst das "C .a^ubungern, dann durch Lügen aufzuhetzen und schließlich zum Zusammenbruch zu bringen D - e Zelten sind oorbei, die Tatsachen haben uns eine zu furchtbare Belehrung gegeben

Meine lieben Volksgenossen! Neben der guten Ernte und allem war ich fortgesetzt bemüht, Vor­räte anzusammeln, Vorräte auf allen Ge­boten, wo wir sie notwendig hatten. Darüber hin­aus wurde die Produktion aller wichtigen Dinge bis zur äußersten Kraft gesteigert. Rohstoffe wurden selbst erzeugt oder ersetzt, vor allem aber die Er­fahrung über alles gesichert. Verordnungen und Maßnahmen, die ich getroffen habe, sind Ihnen be­kannt, vor allem auf dem Ernährungsgebiet, die zu­nächst vielleicht dem Bauern schwer fielen,' daß er z. B. sein Brotgetreide nicht mehr an das Vieh ver­füttern durfte, sondern daß dieses Getreide als höch­stes Gut der Nation sichergestellt werden mußte. Ich habe euch auch einige -Schwierigkeiten auferlegen müssen, und ihr habt schlechteres Brot bekommen Aber seht ihr, heute haben wir nun dafür diesen Vorrat. Die Ernte ist gut. Der liebe Gott ist uns hier zu Hilfe gekommen. Und jetzt steht es so, daß zu den Zahlen, die euch gestern genannt wur­den, und die im Ressort des Parteigenossen Darrs liegen, noch die Vorräte hinzutreten, die ich im

Hand in Hand mit der Vorratsbewirtschaftung auf dem Gebiete der Ernährung ging selbstver­ständlich eine solche auf dem Gebiete der indu­striellen Wirtschaft. Auch hier sind Vorräte gesammelt worden, in erster Linie natürlich in den Dingen, die wir tatsächlich durch nichts ersetzen konnten und die uns im Falle einer Blockade un­angenehm geworden wären. Mit diesen Dingen haben wir uns reichlich eingedeckt. Darüber hinaus haben wir aber vor allen Dingen auch Vor­räte auf all den Gebieten angeschafft, die kriegs­wichtig sind. Aber weit über die Vorratsbewirt­schaftung und über die Vorratslagerung hinaus sind wir daran gegangen, eine ungeheure Pro­duktion anlaufen zu lassen. Diele neue Produk­tionsstätten, hunderte, ja tausende von Fabriken sind im Zeichen des Vierjahresplanes neu entstan­den, in denen Eisen und unedle Metalle, Kupfer, Gummi, Treibstoff, Bekleidung usw. gelagert sind. Wir haben heute keine leeren Fässer mehr, die wir mit Benzin oder Benzol füllen könnten, weil alles gefüllt ist. Wir haben unsere Produktion und den Ausbau der Produktionswerk­stätten gewaltig erhöht und Vorräte an­gesammelt, die uns auf lange Zeit sicherstellen. Hier läuft nun sichtbar der Vierjahresplan an. Erst jroei Jahre sind vergangen, Fabrik um Fabrik gebaut, die ersten Fabriken stehen schon auf höchster Produktion, und so wie Schiff auf Schiff vom Stapel läuft, wie Fabrik nach Fabrik weiter anläuft, so wird sich auch die Produktion steigern. Deutschland wird nicht mit jedem Jahr schwächer, sondern Deutschland wird mit jedem Jahr stärker. Sein Potential wächst, sei es im Frieden, sei es im Kriege. Das wird niemand verhindern können, diese Versicherung gebe ich euch.

Was für das Leben der Nation notwendig ist, wird bei Tag und bei Nacht aetan und nicht einge­stellt. So ist ein gigantischer Aufbau vor sich gegangen. Ich erinnere nur an die Hermann- Göring-Werke in Salzgitter und in Linz. Das sind die größten W er ke, die es in der gan­zen W e l t gibt. (Beifall.) Es gibt in der ganzen Welt kein Werk, das auch nur annähernd den Um« fang und die Größe dieser Werke besitzt. Ueberall wird der deutsche Boden erschlossen. Wo Eisen, Kupfer, Blei, Zink usw. wenn auch in geringsten Vorkommen vorkommt, ist es aufge­schlossen. Wo Erdöl vorkommt, ist es angebohrt. Ueberall sitzen Pfropfen darauf. Ich brauche nur zu drehen, und schon strömt das kostbare Gut des Erd­öls zur Verwertung heraus. Wir haben nicht ge- schlafen. Das soll die Welt'wissen. Wir haben gearbeitet, wie noch nie in einem Volk' und ZU keiner Zeit gearbeitet worden ist. An Buna, Treibstoffen, Zellulose, Kunstfasern besitzen wir d i e größten und zahlreichsten Fabriken der Welt.

Aber trotzdem, meine Volksgenossen, nochmals die

Mahnung: Sparsam bleiben! Man muß sich überlegen: All das ist ja kostbares Gut, das in unendlichem Fleiß hier geschaffen worden ist, und immer mit dem Blick auf die Sicherheit unserer Nation und unseres Volkes. Deshalb müssen weiter auch die kleinsten und allerkleinsten Abfälle ge­sammelt werden. Derjenige begeht ein Unrecht, der von der Tafal Schokolade das Silberpapier ab­macht und wegwirft. Ich brauche ^nch den alten Korken, und wenn ihr eine Seltersflasche aufmacht, dann vergeßt nicht, den Stöpsel abzugeben. Ich nehmen alles, und ich brauche alles! (Große Heiter­keit und Beifall.) Man hat mich deshalb ausgelacht. Man hat gesagt, das wären kindische Methoden, wenn ich glaube, auf diese Weise die Wirtschaft ein^s Volkes regulieren zu können. Mögen sie weiter lachen, der Erfolg spricht für sich, und er gehört uns! (Beifall.)

Dazu kommt eine gigantischeRüstungs- i n b u ff r i e, die weiter ausgebaut und gestei­gert wurde. Fabriken für Flugzeuge und Wo- toren sind in großer Zahl vorhanden und sichern eine ungeheure Kapazität. Kanonen und Wa- schinengewehre kommen in ausreichendem Wahe zur Auslieferung. Schiffe laufen programmähig von den Werften. Auch hier in der Rüstung ist alles geschehen, was geschehen konnte. Ja, wir haben hierbei noch ein besonderes Glück: wir haben den Start zuerst begonnen und sind deshalb jetzt um ein paar Rasenlängen schon den anderen voraus. (Stürmischer Beifall.)

Ich komme jetzt zu einem Kapitel, das mich ich gestehe es ganz offen am wenigsten inter­essiert. Es ist trotzdem wichtig: Börse und Fi­nanzierung. Die Kursentwicklung an der Börse hat im Auslande auch oft reichlich Gelegenheit ge­geben, den Zusammenbruch der deutschen Finan­zierung zu verkünden und damit den Zusammenbruch für Rüstungen und alles weitere. Dabei war natür­lich wie überall der Wunsch der Vater des Ge­dankens. In einer liberalen Wirtschaft kann nur das Abbröckeln von Kursen gewiß außerordentlich schwer­wiegende Bedeutung haben. Man blicke nur auf die verschiedenen schwarzen Freitage und Donnerstage, die da in Amerika gewesen sind. In der national­sozialistisch gelenkten Wirtschaft bedeutet das aber wirklich nichts. Die Börse hat bei uns näm­lich keine beherrschende Stellung mehr. Das ist vorbei. (Beifall.) Sie hat eine wich­tige Funktion: sie dient dem Umsatz der Wertpapiere und wirkt als Instrument der Kapitallenkung. Der Wert der Effekten aber liegt nicht in den Stücken selbst das ist Papier, etwas härter als anderes, aber sonst auch nur Papier (Heiterkeit), sondern in der Arbeitsleistung, die dahinter steht. Aktien beispielsweise repräsentieren lediglich den Wert der dahinter stehenden Betriebe und Werk­

stätten, der dahinter stehenden Menschen, was sie arbeiten und leisten, vom jüngsten Lehrling bis zum Generaldirektor. Diesen Wert repräsentieren sie auf­geschrieben, sonst gar nichts. Bei vollbeschäftigten Werken, hohem Auftragsbestand, glattem Absatz und gesunder Verwaltung kann sich der Wert der Aktien an sich kaum ändern.

Noch schärfer prägt sich das aber alles bei den Reichsanleihen aus. Hinter diesen Reichs­anleihen steht die gewaltige Arbeitsleistung des ganzen deutschen Volkes und dieGarantie des Drit­ten Reiches, und ich glaube, die Herren haben alle schon gefühlt, was die Garantie dieses Dritten Rei­ches bedeutet. (Beifall.) Selbstverständlich können Kursschwankung n auftrten. Wie ich Ihnen schon sagte: Ich bin fein Fachmann auf diesem Ge­biet. Aber wenn gewisse Herren nun anfangen, diese Aktien abzustoßen und so verschiedene Manö­ver zu machen, dann bröckelt einmal künstlich und bann wieder gewollt und dann wieder gemacht und gewünscht etwas davon ab. Das ist aber an sich lediglich ein neckisches Spiel, das diese Her­ren an der Börse unter s i ch treiben, ohne jede Rückwirkung auf das Werk, ohne jede Rückwirkung auf die Arbeiter, die dort beschäftigt sind. Das braucht euch, liebe Volksgenossen, gar nicht zu inter­essieren, was und wie die Aktieninhaber manipu­lieren. Wenn der eine glaubt, er kann den anderen übers Ohr hauen oder Manöver machen ober nicht, das interessiert die deutsche Volks­wirtschaft einen Schmarren. (Heiterkeit und Beifall.) Wenn sich heute jemand mit Effekten voll gehamstert hat und nun Baugeld brauchte, dann stößt er die Aktien ab, so heißt der Fachaus« druck. Wenn er nun viele von denDingern" ab­stößt, dann sagt sich der andere: Au Backe, ist da etwas faul? Der stößt ja soviel ab. Jetzt gebe ich für die Effekten nicht mehr so viel, sondern weni­ger,' und bas sind dann Schwankungen. Was inter­essiert das schon die deutsche Wirtschaft?

Anders allerdings kann es fein, wenn nun wirtschaftlich unnötige Verkäufe erfolgen, besonders von Anleihen, und zwar aus einem ganz anderen Grunde. Solange sie mit ihren Kuxen und Aktien Blindekuh spielen, mag das hingehen. Wenn aber Menschen durch d a s R e i ch große Aufträge bekommen haben und durch das Reich sehr viel verdient haben, was ihnen eigntlich gar nicht in dem Umfange zu gekommen wäre, und ihren Zaster schon irgendwo anlegen, dann ist schon das Mindeste, daß sie dieses durch das Reich verdiente Geld i n Reichsanleihe anlegen sie können sich ja nicht daraufsetzen, und fressen können sie es ja auch nicht. (Heiterkeit.)

Wenn jetzt plötzlich Gerüchte kommen:Es gib Krieg" oderEs gibt keinen Krieg", odr wenn sie vermuten, es wird hier und dort oder da sich etwas ändern, dann gehen solche Leute her und sagen: Ach, faule Sache, das haben wir mit der Kriegsanleihe schon einmal durchererziert und dann heben sie die Reichsanleihe ab. Das bedeutet dann, daß dieser Mann bereit ist, alles Gute vom Reich zu nehmen, aber nicht auch nur einen Funken von Vertrauen für dieses Reich einzusetzen. (Stür- mische Zustimmung.)

Ganz schlimm sieht aber die charakterliche Seite dieser Herren aus, wenn sie bann noch dazu über­gehen, Noten oder Gebrauchsgegenstände zu ham­stern. Ich werde hier ein außerordentlich wachsames Auge haben, und - Gott sei Dank passen heute in Deutschland so viele Menschen auf, daß unserem heiligen Reich kein Schaden geschieht, so daß man meistens früher ober später doch dahinterkommt. Im übrigen möchte ich den Herren zu bedenken geben, daß ein solches Spiel sehr gefährlich ist. Es ist gefährlich, Noten zu hamstern, denn sollten ein­mal all zu viel Noten gehamstert sein, könnte es sich leicht ereignen, daß über Nacht diese geham­sterten Noten nichts mehr wert sein dürften. (Leb­hafte Zustimmung.)

Es kann sich nun einmal niemand der deutschen Schicksatsgemeinschaft entziehen. Wenn die Herren bereit sind, im Guten davon zu genießen, dann sollen sie auch dann zum Reiche stehen, wenn sie die­ses Reich bedroht glauben. Niemand kann sich seiner Pflicht gegen Volk und Reich entziehen, kein Arbeiter und kein Bauer, kein General­direktor und kein Lehrling, auch nicht der Ak­tionär oder gar der Hamsterer von Bargeld. Riemand soll glauben, er könne sich auf irgend­einem Schleichweg den Pflichten gegenüber den Volksgenossen entziehen und dem gemeinsamen Schicksal ausweichen.

Diese These haben wir ja auch schon exerziert. Wie oft hat man früher gesagt, der Zusammenbruch geht den deutschen Arbeiter nichts an, davon wür­ben nur die Großkopfeten, die Schlotbarone, betrof­fen werben. Wer aber vom Zusammenbruch z u erst betroffen wurde, war tatsächlich der deut­sche Arbeiter. (Stürmische Zustimmung.) Das glaube ich, müßte auch der Dümmste allmählich ein­sehen: Der Volksgemeinschaft und dem Schicksal dieser Volksgemeinschaft sind wir verfallen, im Gu­ten wie im Schlechten. Wir können ihm nicht aus­weichen, und wer anständig ist, will a u ch, n i ch t ausweichen. (Lebhafter Beiiall.) Konzentration aller Kräfte das ist jetzt eine entscheidende Frage unb ein entscheidendes Problem. Ich sagte schon eingangs, daß es nur darauf an kommt, jetzt die notwendige Kraft der Arbeit zu finden, um die Probleme lösen zu können. Wenn ich aber hier und dort nicht eine volle Lösung herbeiführen kann, weil ich nicht für alle Arbeiten und Aufgaben genug Leute habe, muß ich zu einer Konzentration der Kräfte schreiten, muß ich einen Schwerpunkt bilden, wohin ich diese Konzentration lenke. So, meine Volksge- noffen, wie wir jetzt in so wunderbarer und instruk­tiver Weife eine Konzentration durchführen und den Schwerpunkt auf die Westbefestigunaen legten, wo es möglich war, in wenigen Wochen mit Hunderttausenden ein solches Werk erstehet zu lassen, so ist es auch notwendig, daß wir st-ts dort, wo die wichtigste Aufgabe liegt, auch die schwerste Konzentration der Kräfte hinbringen. Das ist kein Schikanieren. Glaubt mir, ich ronrr fel'a, wenn es jedem von euch am besten ginacr Wenn ich aber nun zu fordern gezwungen bin. daß ein Ar­beiter für einige Wochen seine Arbeits-stätt- ver- lasien muß, vielleicht auch seine Familie, um an einem anderen Platze zu verdienen, io weiß ich, daß ich Schweres von ihm fordere. Er ober weih, roarum es geschieht und daß ihm das einmal gelohnt wird und wenn nicht ihm, dann seinen Kindern. Seid aber versichert: wir Führer wollen immer eingedenk sein, daß wir nie etwas ver­langen wollen, was wir selbst nicht auch '-de Stunde .zu geben bereit sind. (Lebhafter BeilalN

Meine liebe Volksgenossen! Schweres und Ge­waltiges liegt hinter uns. Muß nicht jeder ein­zelne, der gerne in diesen so erhebenden Togen an die letzten zehn Jahre zurückdenkt, in die Knie sinken vor Demut über das, was unserem Volk be-