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Nr. 213 Erstes Blatt

188. Zahrgang

Montag, 12. September M8

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Generalappell der Kampfformationen.

Adolf Hitler spricht zu den Kämpfern der nationalsozialistischen Bewegung.

3n Erwartung des Führers.

Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Mehr als 120 000 Männer der Kampsformationen traten am Sonntag im Luitpoldhain zu dem großen Appell vor dem Führer an.

Der diesjährige Ehrentag der Kampfformationen erhält seine besondere Bedeutung dadurch, daß nun auch die Kämpfer der Ostmark vertreten sind und ihre Standarten und Fahnen vom Führer geweiht werden. Sonnenübergossen liegt das gewaltige Rechteck des Luitpoldhaines. Auf der Ehrentribüne erwarten das Führerkorps der Bewegung, die ausländischen Abordnungen und die Ehrengäste des Führers die Ankunft Adolf Hitlers.

Auf dem Felde aber stehen zu beiden Seiten der Straße des Führers" dem 20 Meter breiten Gra­nitplattenweg, der die Führertribüne mit dem Ge­fallenendenkmal verbindet, in 28 tiefen Säulen die SA.-, ff=, NSKK- und NSFK.-Männer. An der Spitze jeder Marschsäule stehen die Spielmanns­und Musikzüge. In das Braun der Uniformen der SA. bringen die farbigen Mützenbänder der ver­schiedenen Gruppen eine bunte Note. An die SA. schließen sich auf beiden Seiten des Feldes die NSKK.-Männer mit ihren Sturzhelmen, die Män­ner des NSFK. in ihrem graublauen Tuch und auf den beiden Außenflügeln das schwarze Korps der ff an. Zwischen den Marschsäulen haben in den freigelassenen Gassen Tausende von Sturmfahnen Aufstellung genommen. Vor der gesamten Front stehen in einer Reihe die Standarten und vor diesen die Obergruppenführer und Gruppenführer in zwei Gliedern.

Ganz in Grün gebettet liegt gegenüber der Haupt­tribüne am Ende derStraße des Führers" das Ehrenmal der Gefallenen. In der Säu­lenhalle hängen schlichte Lorbeerkränze. Zu beiden Seiten des Vorhofes brennen auf halbhohen Pylo­nen die Opferschalen. Zn der Mitte dieses Vorhofes ruht der mit der Hakenkreuzschleife geschmückte Kranz des Führers. Hinter diesem steht die B l u t f a h n e und der Musikzug der Leibstandarte.

Der Führer

ehrt die Toten der Bewegung.

Wenige Minuten, vor dem Beginn des Appells .ertönt das Kommando'Stillgestanden!". Die Stan­darten und Fahnen fliegen hoch. Fanfaren schmet­tern, und tosender Jubel überflutet das Feld, als der Führer, begleitet von Rudolf Heß, auf der Führerkanzel sichtbar wird. Nachdem A^olf Hitler SA.-Obergruppenführer Hermann G ö n g be­grüßt hat, tritt er an die Brüstung der weit vor­gebauten Führerkanzel und grüßt seine Sturm­abteilungen:Heil, meine Männer!", undHeil, mein Führer;" braust es wie ein Orkan als Ant­wort. Unter gedämpftem Trommelwirbel ziehen jetzt die Standarten durch dieStraße des Führers" zur Gedenkhalle, und zugleich marschieren die Fahnen auf der breiten Asphaltstraße zur Rech­ten und Linken der Gedenkhalle aus. Unter atem­loser Stille schreitet der Führer, gefolgt von Stabs­chef Lutze und Reichsführer ff Himmler, an feinen Sturmmännern vorbei über die steinerne Straße zum Ehrenmal. Die Sturmmänner haben die Häupter entblößt, die Standarten, Feldzeichen und Fahnen senken sich. Gedämpft und feierlich klingt das Lied vom guten Kameraden auf. Langsam schreitet der Führer die Stufen zum Ehrenmal empor, tritt allein vor die Gedenkstätten und hebt den Arm.

Der Führer bei der Weihe der Fahnen der Polizei. (Scherl-Bilderdienst, Berlin.)

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Nachdem das Lied vom guten Kameraden ver­klungen ist, schreitet der Führer zurück zur Ehren­tribüne. Ihm folgt die Blutfahne, getragen von ff= Standartenführer Grimminger, die hinter dem Füh­rer auf der Kanzel Aufstellung nimmt. Der Spiel­manns- und Musikzug der SA.-StandarteFeld- herrnhalle" führt die Standarten und Feldzeichen in 24er-Reihen über die granitene Straße zur Haupttribüne. Gleichzeitig sammeln sich die Tausende von Sturmfahnen zu einem breiten Strom, der sich über die drei Terrassen vor der Tribüne ergießt. Darunter zum ersten Male auch die Fahnen der sieben Gaue der deutschen Ostmark. In die Straße des Führers marschieren nun die Reichsoerfügungs- truppe, ff-Totenkopfoerbände und ff-Führerfchulen in Stahlhelm und weißem Lederzeug ein. Der Auf­marsch ist beendet.

Der Führer spricht.

Der Blick des Führers geht über die prachtvoll ausgerichteten Reihen seiner Kämpfer. Dann nimmt er das Wort:

Männer der nationalsozialistischen Kampfbewegung!

Zuerst grüße ich unter euch jene Kameraden, die seil Jahren in Treue und Ergebenheit zu unserer Bewegung gestanden haben, ohne daß sie dieser ihrer inneren Herzensgesinnung äußeren Ausdruck unter uns verleihen konnten. In diesem Jahre hat es die Vorsehung endlich ermöglicht, den Traum zahlloser Generationen zu verwirklichen. Auch in diesem Teile unseres Volkes ist die nationalsoziali­stische Bewegung Vollzieherin des Schicksals gewor­

Die Kundgebung der Kampfformationen im Luitpoldhain. (Scherl-Bilderdienst-M^

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den. Ich grüße die SA.-Männer, die ff-Männev aus der neu zum Reich gestoßenen alten Ost­mark! (Minutenlange stürmische Heilruse.) Wir alle ermessen es, wie groß die Opfer waren, die sie bringen mußten, um ihrem Ideal treu bleiben zu können. Wir ermessen aber auch den Stolz und die Freude, die sie jetzt erfüllen müssen angesichts dieser gewaltigsten sichtbaren Demonstration der Einigung des deutschen Volkes. Denn was jetzt hier steht, ist des deutschen Volkes beste politische Kampftruppe, die es je gehabt hat! (Jubelnde Begeisterung.)

Die Zeit ist heute fo, daß es notwendig ist, sich dessen zu erinnern, daß der Nationalsozialismus nicht durch ein vages hoffen, sondern durch ein starkes Kämpfen zur Macht gekom­men ist. Und daß er entschlossen ist, seine Stel­lung und die Stellung des Reiches, die er ge­schaffen hat, u nxf e r allen Umständen z u wahren! (Stürmische Heilrufe.)

An eurer Spitze sind heute die alten Standarten getragen worden, jene alten Standarten, die vor nunmehr 15 Jahren am ersten Reichsparteitage der SA. Übergeben worden sind. Seitdem sind ihnen Hunderte und Hunderte nachgefolgt. Ihr Geist und der Geist ihrer Träger ist der gleiche geblieben: Sie sind uns Symbol für die Herrlichkeit, für die Macht und Stärke des nationalsozialistischen Glau­bens und des von ihm eroberten Reiches! Ihr emp­fangt heute neue Standarten und sie werden sich äußerlich genau Einfügen in das Bild der alten. Ich erwarte aber auch, daß ihre Träger der gleiche Geist beseelt, von dem die Träger der früher verliehenen erfüllt waren und sind.

Diese Zeichen werden einmal ehrwürdige Symbole sein, Zeichen der Erinnerung an Deutschlands tiefes Unglück, an Deutschlands kühnstes hoffen, an Deutschlands innerpolilisch schwerste Kämpfe. Und an Deutschlands glorreichste Wiederauferstehung! Sie fallen Symbol sein eines unvergäng­lichen und ewigen Reiches, des unver­gänglichen und ewigen deutschen Volkes! ((Eine

Woge des Jubels und Begeisterung.)

Die Aufgaben, die in 15 Jahren feit dem Jahrs 1923 den Männern der Kampfbewegung der Par­tei gestellt worden find, die sind geblieben ja sie haben sich erweitert. Damals mußte das neue Ideal in Deutschland verkündet und durchgesetzt werden, heute muß dieses Ideal gehalten und ver­tieft werden! Schule des Geistes, Schule des Willens, aber auch Schule des Körpers soll die na» tlonalsozialistische Bewegung sein! Und so stehen dieses Mal unter euch aud) d i e Sieger un f e- rerSportkämpfe. Ich grüße sie besonders und erwarte, daß sich im Laufe der Jahre diese Sport» kämpfe zu einem gewaltigen Ereignis entwickeln' werden, das feine letzte Krönung finden wird an bem Tage, an dem hier rechts von der neuen Kon­greßhalle das Riefen st adion des deutschen Volkes entstehen wird. (Brausende Heilrufe.) In diesen beiden Bauten, von denen Sie den einen be­reits sich langsam emporheben sehen, wird die Syn­these der nationalsozialistischen Erziehung ihren klaren Ausdruck finden:

Stärkster Geist des Glaubens und des Willens, der Zuversicht und der Be­harrlichkeit, über allem die verantwor­tungsfreudige Tatkraft, verbunden mit starkem Körper, gesund und schön so wol­len wir unser Volk uns für die Zukunft gestal­ten. So wollen wir es erziehen und nie diese Aufgabe aus den Augen verlieren! Wir wollen genau fo unbändig an ihre Verwirklichung glau­ben, wie wir einst vor 15 Jahren daran ge­glaubt haben, daß aus den vier Standarten ein­mal ganz Deutschland werden wird! (Minuten­lange nicht endenwollende Heilrufe der hundert­taufende.) Dieses Deutschland steht nun vor uns! Und wir haben das Glück, in ihm zu leben. An­deren Deutschen ist dieses Glück zur Zeit noch verwehrt. Unsere herzen aber fliegen zu ihnen hin so wie wir wissen, daß ihre herzen in dieser Stunde mitten unter uns sind! (Bei die­sen Worten des Führers geht ein gewaltiger Sturm der Begeisterung durch die hundert­tausende, die minutenlang dem Führer zujubeln.) Und wir alle hegen nur ein Gefühl der Verpflichtung: Es ist tausendfach und millionenfach ausgesprochen worden und läßt sich immer wieder zufammenfassen in einem einzigen Wort, in einem einzigen Bekenntnis:

Deutschland Sieg-heil!

Als der Führer geendet hat, geht es wie ein Sturm über das weite Feld. Aus dem gewaltigen Heer , wogen immer neue Heil-Rufe zum Führer heran. Dann fingen die Hunderttausende das Deutschlandlied.

Die Weihe der Standarten.

Der Führer wendet sich mit dem Stabschef, dem Reichsführer ff und den Korpsführern des NSKK. und NSFK. den Standarten, Feldzeichen und Sturmfahnen zu, die jetzt durch die Berührung mit der Blutfahne ihre Weihe durch den Führer erhalten. Es find 42 SA.-Standarten, darunter 12 Standarten der deutschen Ostmark, und unter ihnen auch die Jäger- standarte 3, die den Namen des Künders der natio­nalsozialistischen Revolution, Dietrich Eckart, trägt. Unter den 14 ff-Standarten, befindet sich eine Wiener Standarte, die den Namen Der Führer" verliehen erhält. Ferner sind zur Weihe 21 NSKK.-Standarten und 16 Feld-