Ausgabe 
12.6.1938
 
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europäischen Boot stutzt das Krokodil und flüchtet. Es muß auch einen sehr fein unterscheidenden Ge­ruchssinn haben, denn selbst wenn sich ein weißer Jäger im Kanu hinter die rudernden Eingeborenen kauert, wird es mißtrauisch. Herr Ripper fuhr ein­mal in einem kleinen Faltboot mit Außenbordmotor auf den See, um nach Krokodilen zu suchen, die er vor einigen Tagen geschossen hatte, ohne sie bergen zu können. Er fand auch ein in die Höhe gekomme­nes Tier, dessen Haut ihm noch brauchbar schien, und befestigte es an seinem Boot. Ein aufkommen­der Sturm warf das Boot um, der schwere Motor zog es unter Wasser, und der Jäger konnte sich nur retten, indem er sich rittlings auf das tote Krokodil setzte und sich so mit den Händen zwei Stunden lang ans Land paddelte, immer in Gefahr, von anderen Krokodilen angegriffen zu werden.

Das Gewehr für die Krokodiljagd hat 9,3 Milli­meter Kaliber, die äußerste sichere Schußweite sind dreißig, höchstens vierzig Meter. Unglaublich ist die Lebenszähigkeit der Krokodile. Ein Tier mit her­ausgeschossenem Gehirn, ja selbst mit völlig zer­schmettertem Kopf ist noch nach Stunden imstande sich fortzubewegen. Auf diese Weise können auf der Jagd Tiere noch verloren gehen, die man als ver­meintlich sicher erledigte Beute am Ufer liegen ließ,

Am 12. Juni geben wir unseren im Weltkrieg gefallenen U-Bootskameraden zu ehrendem Geden­ken dem schönen U-Boots-Ehrenmal auf der Adolf- Hitler-Schanze in Möltenort bei Kiel die Weihe. Hierbei gehen die Gedanken aller alten U-Boots- fahxer zurück, in die Zeit des Entstehens und der Entwicklung unserer U-Boote in der Vorkriegszeit und ihrer unvergeßlichen Taten auf allen Meeren während des Weltkrieges.

Als letzte der großen Flottenmächte gingen wir erst verhältnismäßig spät an den Bau von U-Booten heran. Kurz nach der Jahrhundextwende wurde von deutschen Fachkreisen die Inangriffnahme von U-Bootsbauten gefordert. Der Staatssekretär des Reichs-Marine-Amtes, Großadmiral von Tir- pitz, stellte aber als Vorbedingung die Konstruk­tion eines nicht an die engere Heimatküste gebunde­nen Hochsee-U-Bootes. Gleichzeitig wollte er die Frontbereitschaft eines betriebssicheren Schweröl­motors abwarten. Die in anderen Marinen ver­wandten, mit Leichtöl betriebenen U-Boot-Motoren boten große Gefahrenquellen. Explosionen der bis­her auf U-Booten gebräuchlichen Treibstoffe, wie Gasolin, Benzol oder Benzin, hatten zu zahlreichen, schweren Unfällen, oft mit starken Personalver­lusten, geführt.

Selbstverständlich wurde in unserem Reichs- Marine-Amt die Entwicklung der U-Boote fremder. Mächte ständig verfolgt.

Als die Konstruktion eines Tauchbootes, bei dem der Betriebsstoff außerhalb des Jnpenkörpers ge­lagert werden konnte, vorlag, und ungefähr zur gleichen Zeit von der Maschinenfabrik Gebr. Kör­ting AG., Hannover, ein brauchbarer, mit Petro­leum gespeister Schwerölmotor konstruiert war, er­folgte im Februar 1905 der Bauauftrag für unser erstes deutsches U-BootU 1" an die Germania- Werfk zu Kiel.

Es bleibt das Verdienst dieser Werft, durch Vor­versuche auf eigene Rechnung den schnellen Bau eines ersten, fahrbereiten und betriebssicheren U-Bootes ermöglicht zu haben.

Am 14. Dezember 1906 wurde ,,U 1" in Dien st gestellt. Es folgten in den nächsten Jahren ein­gehende Erprobungen, mit allen Vorsichtsmaßregeln. Starke Hebeschiffe des Norddeutschen Bergungs- Vereins lagen bei Tauchübungen stets klar, bis ein besonderes U-Boots-HebefchifsS. M. S. V u l k a n", das auf den Howaldt-Werken in Kiel gebaut wurde, für U-Boots-Hebezwecke in Dienst kam.

Vulkan" brauchte vor dem Krieg nur einmal

Frühling am Rhein.

Bon Heinz Gteguweit.

Wer reisen will, muß schauen und atmen, muß mit seinen fünf Sinnen schmecken und die Vorzüge deutscher Heimat erkennen können. Eins sei vor­weggenommen: Wer Wert darauf legt, ein denk­fähiger Mensch ^u sein, wer sich den Grad einer Persönlichkeit verdienen will, muß fremde Länder, fremde Naturen und Kulturen beobachten, doch die­ses Fremde entbehrt für den Deutschen solange der Innern Berechtigung, als er die tausend Wunder sei­ner eignen Heimat noch nicht genossen hat. Weiß Gott, das ewige Blühen der Riviera wird ein* filbig für unser Gefühl, wir wollen den Wandel der Dinge, wollen Blühen und Verblühen, wollen Frühling und Winter in gesetzmäßiger Kurve. Und gerade der Frühling gibt rheinischen Bergen, Tälern und Forsten die Eigenart einer seltenen Wonne.

Wie hier die Kurparks der Bäder Aachen, Godes­berg, Neuenahr, Bertrich, Kreuznach und Münster am Stein um nur einige zu nennen langsam Öen Heckenscheren und Bastfaden entwachsen, um Krokusblüten, Magnolien, Fliederdolden und Ka­stanienkerzen anzu^ünden, wie in den Wiesen- schlachten im Bergischen Land, der Eifel, am Sie­bengebirge, im Westerwald oder Hunsrück, im Tal von Rhein und Ahr, Mosel, Saar und Nahe die Veilchen, Huflattiche, Schlüsselkräuter und Maß- Ilebchen aus feucht durchflossenem Humus wuchern, das alles wird einzig und beispiellos durch die Lichtverhältnisse des deutschen Westens, der alles freundlich, versöhnlich und ausgeglichen in taufend Farbtönen klingen läßt.

Farbe ist am Rhein ein landschaftliches Gesetz, freilich anders als im Orient, wir find herber, lach- llcher, geklärter, man lernt dies an Mensch, Ding und Natur; Farbe schenkt dem Flachen, nur Pap­peln, Sumpfwiesen, Dotterblumen und zähe Milch­nebel haltenden Niederrhein seine Nachdenklichkeit, Farbe spaltet den Rheinstrom selber in hundert Launen, denn zwischen fd)ieferfteinigen Weinbergen lauert er schwarz, am Abend strudelt er bronzen durchs Binger Loch, an der Erpeler Ley wird er gelb wie Lehm und Schwefel, um bläulich grün die Lahn zu empfangen, um braun die Lavaschichten bei Rolandseck zu durchfließen, um endlich zur Nacht der silberne Gefährte des Mondes zu sein.

Oft stehen die Berge wie Mauern glatt über bem Fluß, oft steigen sie langsam gestuft aus der Flut hinauf; und wo sie am schroffsten ihre Kanzeln tragen, da knien Burgen lauf ihrem Scheitel, un-

ohne sie festzubinden. Die Muskelkraft eines Kro­kodils ist so groß, daß es mit einem Schlag feines Kopfes ein Kanu zertrümmern und stählerne Angel­haken, stärker als Haifischangeln, die sich in feinem Schlund festgesetzt haben, gerade zu biegen vermag. Ist das Tier erbeutet, so wird das Bauchfell her- ausgeschnitten, aufgewickelt und mit viel Salz kon­serviert. Die Kadaver werden von Geiern, Scha­kalen und anderen Krokodilen gefreffen. Auch an- aeschossene Krokodile fallen ihren Genossen zum Opfer.

In den Südstaaten der nordamerikanischen Union gibt es Krokodilfarmen, wo die Tiere ihrer Häute wegen gezüchtet werden. Da das Krokodil lang­sam wächst im Jahr etwa 30 Zentimeter, so liefern die Farmen nur junge Exemplare. Herr Ripper zeigte uns bei seinem Haus in Muansa ein Becken mit einer Masse von Jungkrokodilen. Er denkt auch an Züchtung. Krokodilleder-Fabrikate sind ein hochwertiger'deutscher Exportartikel. Der deutsche Jäger, der hier in Afrika die Gefahren auf sich nimmt, die mit der Beschaffung des Roh­materials verbunden sind, darf sich sagen, daß er an seinem Teil etwas Posittves für unsere Volks­wirtschaft leistet.

bei bem einzigen U-Boots--Unfall, der in unserer Marine bis zu Kriegsausbruch zu beklagen war, einzugreifen.

Am 17. Januar 1911 verunglückte11 3" in der Heikendorfer Bucht im Kieler Hafen durch Voll­laufen des Achterschiffes bei einem Flutmanöver. Mit von unseremU 1" herbeigerusener Hilfe ge­lang die Rettung von 28 Mann aus dem Torpedo­bugraum durch ein Torpedorohr, dessen Mündung über Wasser gehoben werden konnte.

Bei der späteren Hebung des ganzen U-Bootes durchVulkan" wurden die Turminsassen, Kapitän­leutnant Ludwig Fischer, Leutnant z. S. Kalbe und U-Obermatrose R i e p e r leider nur noch als Leichen geborgen. Sie blieben die ein­zigen Todesopfer, die unsere U-Bootswaffe bis Kriegsbeginn zu beklagen hatte.

Nur wenige hundert Meter von dieser Unfall­stelle erhebt sich jetzt unser U-Boots-Ehren- m a l. Der Toten vonU 3", wie auch der im No­vember 1936 in der Lübecker Bucht auf dem neuen U 18" gebliebenen Kameraden gedenken wir in diesen Tagen mit.

Unsere Dorkriegs-U-Boote wurden sämtlich auf derGermania"-Werft zu Kiel oder der Kaiserlichen Werft in Danzig gebaut. Bis11 18" waren sie mit Körting - Petroleum - Motoren ausgerüstet. Alle 11= Boote vonU 19" ab konnten bereits mit leistungs­fähigeren Diesel-Motoren versehen werden.

U 1" hatte bald nach seiner Indienststellung auf 'einer Fahrt von der Nordsee um ©tagen herum nach Kiel seine Fahrbereitschaft und Seeausdauer auf das beste bewiesen.

Bis zum Jahre 1909; wurden die Tauchübungen unserer ersten vier fertigen U-Boote11 1" bis 11 4" im Stillen abgehalten. Angriffs- und Tor­pedoschießübungen erfolgten nur gegen besondere Versuchsschiffe.

Im Herbst 1909 wurdenU V bis11 4" zum erstenmal zu einem in der Ostsee abgehaltenen Kai- sermanöoer herangezogen. Sie fanden bei diesen Manöoern aber leider keine Angriffsgelegenheit.

Nachdem ich im Jahre 1909 als Wachoffizier auf 11 1" kommandiert worden war, übernahm ich An­fang 1910 das Kommando dieses Bootes..

Oberleutnant z. S. Otto W e d d i g e n stand mir damals als Wachoffizier zur Seite, bevor er das Kommando eines eigenen U-Bootes erhielt.

Bei der Abkommandierung eines Matrosen schrieb Weddigen einmal in dessen Führungsbuch in großer Schrift nur die markanten Worte:Der beste Mann qn Bord". Seit dieser Zeit führte Wed­

digen in unserer U-Flottille den SpitznamenDer beste Mann an Bord", dem er sobald nach Kriegs­ausbruch in hervorragendster Weise alle Ehre machen sollte.

Zu ersten Torpedoschießübungen gegen einen Ge­schwader-Verband wurden im Frühjahr 1910 die damals nur fahrbereiten beiden BooteU 1" unter meinem Kommando und11 3" unter Kapitänleut­nant Ludwig Fis ch er herangezogen. Wir sammel­ten bei Angriffen gegen das in den Rügenschen Ge­wässern übende Lehrgeschwader unter Konteradmi­ral v o n L a n s wertvolle Erfahrungen. Auch Groß­admiral von T i r p i tz wohnte einem Teil dieser Hebungen bei.

Im Herbst 1910 nahmen wir mit11 ,1" bis 11 4" an der Kaiserparade der Flotte in der Dan­ziger Bucht teil. Wir mußten hinten am Schluß aller Torpedobootsflottillen fahren. Beim Passieren derHohenzollern" liefen die hohen Heckseen der Torpedoboote derartig über unser Oberdeck weg, daß wir kaum noch den Mund über Wasser zum Hurra­rufen frei hatten. Im Herbst 1911 konnten bereits acht U-Boote vor unserem Kaiser und dem Thron­folger von Oesterreich-Ungarn in der Kieler Bucht paradieren.

Im Herbst 1912 wurden mir im Kaisermanöver zum erstenmal in der Nordsee angesetzt. Wegen un­serer damaligen guten Angriffserfolge verlieh der Kaiser allen U-Bootskommandanten durch Flaggen­signal den Roten-Adlerorden 4. Klasse.

Der volle militärische Wert unserer U-Boote wurde von der Flottenleitung aber erst bei den Frühjahrsübungen des Jahres 1914, die unter mög­lichst kriegsmäßigen Bedingungen abgehalten wur­den, erkannt.

Der Flottenchef, Admiral von Jngenohl, schrieb in einer Denkschrift, daß die hierbei erziel­ten Erfolge der U-Boote auf Führer und Komman­danten der Flottewie eine Offenbarung" gewirkt hätten.

Wir U-Bootsfahrer hatten den Wert unserer Waffe natürlich bereits eher erkannt. Keiner von uns konnte aber bei Kriegsbeginn im Jahre 1914 schon daran denken, daß bald die Hauptlast der Seekrieg­führung nur auf unseren U-Booten ruhen sollte!

Bei Kriegsbeginn waren in der Nordsee 15 11= Boote fahrbereit, während in der Ostsee nur vier ältere U-Boote zurückblieben.

In den ersten Mobilmachungstagen übernahm ich das Boot mit der höchsten bisherigen Nummer 11 28". Einige Zwischennummern fehlten jedoch noch. Drei ältere Boote lagen in mehrmonatiger Grundreparatur und wurden erst wieder Ende 1914 fahrbereit.

Nach der Kriegsbewährung des U-Bootes wurde der U-Bootsbau nach Kräften gefördert. Leider gab die Oberste Heeresleitung eine genügende Zahl von Spezialarbeitern aber erst nach dem Beginn des uneingeschränkten U-Bootkrieges im Jahre 1917 aus dem Heeresdienst frei. Diese Arbei­ter gehörten meist technischen Truppen an und konnten dort auch nur schwer entbehrt werden. So kam das große U-Bootsbauprogramm leider zu spät, um sich bis Kriegsende noch auswirken zu können.

Die gewaltigen Kriegsleistungen unserer U-Boote sind bekannt. 185 U-Boote blieben mit wehender Flagge, meist mit der gesamten Besatzung, norm Feind. 14 nicht fahrbereite U-Boote mußten beim Aufgeben der Stützpunkte im Mittelmeer und in Flandern bei Kriegsende gesprengt werden.

Admiral Scheer sagt in seinenErinnerungen": Von allen Waffen zu Wasser und zu Lande kann die U-Bootwaffe den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, dem Vaterland im Weltkrieg die größten Blutopfer gebracht zu haben."

Mit den vorm Feind gebliebenen U-Booten ruhen 5132 brave Kameraden auf dem Grund des Meeres. Ihrer gedenken wir in diesen Tagen in stolzer Trauer!

DochNicht klagen! Wieder wagen!". So gilt heute unser Gruß den Kameraden unserer jungen neuen U-Bootwaffe, die vom gleichen alten U-Boots- geift beseelt sind, der unsere U-Bootsbesatzungen im Weltkrieg beherrschte.

straßen. Auf Grund eigener Anschauung des Be­arbeiters, der fast jeden Kilometer für diesen Zweck selbst befahren hat, erfährt der Leser alles Wissens­werte: die Beschaffenheit und Führung der Stra­ßen (mit lohnenden Umwegen und Abstechern), die Entfernungen zwischen den einzelnen Orten, und vor allem die Sehenswürdigkeiten der Landschaft. Die durchgehende Numerierung der Reichsstraßen ermöglichte es in dem Bande, dieser Anordnung zu folgen, so daß die einfache Uebereinftimmung zwi­schen dem Schild an der Straße und der Nummer auf der Karte und im Text des Buches den Auto­fahrer jede gesuchte Beschreibung sofort und mühe­los finden läßt. Im dritten Hauptabschnitt folgen die Beschreibungen von etwa 200 größeren Stgdten und besuchteren Landschaften, ergänzt durch vorzüg- Uche Stadtpläne. Ein gewaltiger Stoff, zuverlässig bearbeitet, ist in überzeugender Uebersichtlichkeit in einem erstaunlich handlichen Bande vereinigt. Die Bearbeitung des neuen Reichsgebietes Oesterreich ist bereits in die Wege geleitet. Die dem neuesten Stand entsprechende Straßenzustandskarte des DDAC., die auch schon Oesterreich mit umfaßt, ist dem wertvollen Handbuch beigegeben.

Aus aller Wett.

Oer Giftmordprozeß Becker in Lüttich.

Im Giftmordprozeß von Lüttich wurde' das Verhör der Witwe Becker über die einzelnen Mordfälle fortgesetzt. Die Vernehmung wird vor­aussichtlich noch längere Zeit dauern, da von den 16 Morden und Mordversuchen der Anklageschrift bisher erst fünf zur Verhandlung gekommen sind. Die Angeklagte leugnet weiter alle ihr zur Last gelegten Verbrechen, und es ist dem Gericht noch in keinem Falle gelungen, sie des Mordes zu über­führen. Als der Richter die Angeklagte mit Fragen über den Tyd der 54jährigen Julia B o s s y in die Enge trieb, fiel sie in eine- Ohnmacht, so daß die Verhandlung abgebrochen werden mußte. Im

RUHL Sehersweg Nr. 67

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weiteren Verlaufe des Verhörs erklärte der Ver­treter der Anklage, daß die Witwe Becker ihren Opfern, während sie diese pflegte> Gift in die Ge­tränke gemischt habe. Sie behauptet jedoch, daß die fraglichen Personen eines natürlichen Todes ge­storben seien.

Als die Sprache auf den Tod ihres Geliebten Lambert Beyer kommt, wird die Angeklagte be­fragt, wie sie in den Besitz der Edelsteine und Werttitel des Verstorbenen gekommen fei. Die An­geklagte erklärt auch in diesem Fall, daß ihr der Verstorbene diese Wertsachen vor seinem Tode zum Geschenk gemacht habe. Eine Sensatton erlebt der Gerichtssaal, als der Präsident mitteilt, daß die ge­heimnisvolle und unauffindbare Frau Daumens einen Brief an das Gericht geschickt habe, in dem sie erklärt, daß die Aussagen der Witwe Becker über den Kauf des Giftes der Wahrheit entsprächen. Der Vorsitzende läßt jedoch durchblicken, daß er dey Brief für eine Fälschung hält.

Der Kindesmord in Florida aufgeklärt. Geständnis des Täters.

Die Mordtat an dem fünfjährigen Söhnchen des Tankstellenbesitzers Calfh in Princetown (Flo­rida) ist nunmehr völlig aufgeklärt. Der in Haft befindliche 21jährige Franklin MacCall, der be­reits zugegeben hatte, die Erpresserbriefe geschrieben zu haben, hat nunmehr ein volles Geständnis abgelegt. Danach hat er den schlafenden Knaben auf dem Schlafzimmer der elterlichen Wohnung ge­raubt, das Gesicht des Kindes mit Tüchern um­wickelt und ihn dann in feine Wohnung verschleppt. Nach einer Viertelstunde habe er entdeckt, daß der Knabe tot war. Die Leiche habe er im benachbarten Wald ins Dickicht geworfen und dann nach feiner Rückkehr in feine Wohnung den ersten der drei Er- prefferbriefe abgeschickt.

Neun Todesopfer beim Absturz eines amerikanischen Rlililärflugzeugs.

Bei dem Absturz eines Militärflugzeuges bei Delevan im Staate Illinois sind neun Offiziere der amerikanischen Luftstreitkräste ums Leben gekommen. Dies ist das schwerste Flugzeugun­glück, von dem die amerikanische Luftwaffe bisher betroffen wurde. Von Einzelheiten ist bis jetzt nur bekannt, daß das Flugzeug in ein Gewitter gera­ten ist.

Gewaltige Ueberfchwemmungen in Schweden.

Gewaltige Ueberschwernrnungen sind am Zusammenfluß des Uneaelf mit dem, Vindelelf im Westerbotten (Nordschweden) aufgetreten. Das über­schwemmte Gebiet hak eine Breite von sieben Kilo­meter. Zwei Städte, Sorgseli und Stöland, stehen völlig unter Wasser, während vier weitere Städte von den Fluten bedroht sind. Militär und Polizei wurden zum Bau von Deichen aufgeboten. Das Hochwasser droht Schwedens größte Holzvorräte zu vernichten. In der Umgebung von llnea lagern über acht Millionen Baumstämme, die in Gefahr sind, von den Fluten fortgeschwemmt zu werden. Zweitausend Hektar Ackerland sind überschwemmt morden. Der Schaden wird bis jetzt auf fünf Millionen Schweden­kronen (rund 314 Mill. RM.) geschätzt. Es handelt sich um die größte Naturkatastrophe, von der Schwe­den jemals heimgesucht worden ist.

Großfeuer in einer Hanauer Fabrik.

In einer Hanauer Klebstoff-Fabrik brach in einer Lagerhalle Feuer aus. Das dort aufbewahrte leicht brennbare Zellhorn bot dem Feuer reiche Nahrung, fo daß die große Halle schnell völlig ver­nichtet war. Auch die Kannenputzhalle siel dem Brande zum Opfer. Den vereinten Bemühungen der Wehren gelang es, ein liebergreifen des Bran­des auf andere mit brennbaren Materialien gefüllte Gebäude zu verhindern. Zwei Feuerwehrmänner zogen sich leichte Verletzungen zu.

Schreckliches Unglück an einem Bahnübergang.

Auf der Strecke NeutraTopeltschany in der Slowakei fuhr ein Eisenbahnzug auf einen Bauern- wagen auf, der an einem ungeschützten Bahnüber­gang die Strecke überquerte. Jy dem Wagen befand sich der Bürgermeister von Bystritza mit seinen acht Kindern. Der Wagen wurde von der Lokomotive ersaßt und vollständig zertrümmert. Der Bürger- meister, sein 16jähriger Sohn und feine 12jährige Tochter waren auf der Stelle t o t, während hie übrigen Kinder mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurden. Drei von ihnen ringen mit dem Tode, die drei anderen Kinder hofft man am Leben zu erhalten.

Spielleiter Ritter

zum Präsidialrat der Reichsfilmkammer ernannt.

Spielleiter Karl Ritter, der Schöpfer der FilmeVerräter",Patrioten",Unternehmen Michael" undUrlaub auf Ehrenwort" wurde von Reichsminister Dr. Goebbels zum Mitglied des Präsidialrates der Reichsfilmkammer ernannt und gleichzeitig in den Reichskultursenat berufen.

Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen

heimlich und dennocherzählend", meist leerge­brannt von den Fackeln der Eroberer, immer aber von Dohlem behorftet, von Pilzbärten und Efeu­ranken verkleidet. Diese oft kulissenhaft wirkende Romantik haben wir hier in Pacht, keiner ahmt sie nach, dieser Reichtum läßt uns neidlos vor dem Zauber der Riviera, vor der begehrten Sandwoge Aegyptens, wohin es alle nach Sphinxmagie verlan­genden Sonderlinge zieht.

Und dabei ist der Rhein ein billiges Erlebnis; die Gasthöfe kennen keinen Hochmut, die Wanderer mit Rucksack, Kochgeschirr und Stecken finden in jedem Winzerdorf Quartiere; wer unter Sternen nächtigt, mag gleich das Ohr auf den Boden drücken, dort horcht er, nah wie keiner, den Quellen des Landes. Wer den Rhein erleben will, beginne fürs erste bei

Wanderfahrten.

Hungen Hungener Teiche Nonnenroth Laubach Grünberg.

Von unserem Ausgangspunkt Hungen wandern wir, zunächst ohne Zeichen, auf guter Lanpstraße nach Nonnenroth. Unterwegs kommen wir än den Hungener Teichen, drei in anmutiger Landschaft eingebetteten Waldweihern vorüber. In Nonnen­roth, wo gute Einkehr ist, treffen wir blaue Ringe, die bis Laubach unser Wegzeichen bilden. Der wei­tere Weg, der abwechselnd durch freie Gegend und Wald führt, bietet stellenweise prächtige Blicke auf die Vogelsberger ,Höhen, den Hoherodskopf und die Herchenhainer' Höhe sowie über die weiten Fluren der Wetterau mit dem Schwelwerk Wöl­fersheim. Nach geraumer Zeit etxeichön wir das freundliche Städtchen Laubach, das uns schon von weitem entgegengrüßt. Hier besichtigen wir Park und Schloß des dortigen Grafen und gehen bann nach angemessener Rast auf wiederum aussichts­reichen Wegen über Lauter nach unserem Endziel, dem hochliegenden Städtchen Grünberg, das wir nach insgesamt fünfstündiger Wanderung erreichen.

hasselborn heiligenwald Altenkirchen Tiergarten Braunfels.

Eine genußreiche Taunuswanderung, die aller­dings sechs Stunden erfordert, ist die folgende: Wir fahren über Wetzlar nach dem durch seine ge­sunde und reizvolle Lage als Sommerfrische be­liebten Hasselborn. Hier folgen wir zunächst roten Strichen, die bald darauf mit schwarzen Granaten (auf den Markierungskarten als Pfeile eingetra-

Mainz oder Bingerbrück und ziehe am Ufer entlang zu Tal bis in die Niederung, bald weiß er, was hier Menschen und Erde zu verschenken haben; wer aber mehr denn zwei Wochen sich gönnen kann, der fasse kräftig den Wanderstab und erschaue das Land seitlich der Ufer .d'es ewigen Stromes, das hinge­breitet ist mit seiner Fülle von Schönheit. Da loh­nen Nahe, Mosel, Saar und Ahr, Sieg, Agger und Wupper, Täler sonder Beispiel; die Ruhr offenbart den Fleiß ihrer Menschen, Eifel und Soonwald, der Hunsrück und das Sauerland bergen Städte non historischem, industriellem und kulturellem Gew'cht. lleberall gibt es heute neben Eisenbahn, Schiff, Kleinbahnen und guten Straßen, Autobuslinien für Ermüdete und Eilige. Das wunderreiche Land am Rhein heißt jeden mit dem Herzen willkommen.

gen) über den Schmittenbom, eine starke, mitten im Wald liegende Quelle, weitergehen. Wir kom­men über Dietenhausen durch den Heiligenwald, hinter dem uns die roten Striche verlassen, und mit den Granaten weitergehend bei dem Gasthaus Ein­haus auf die alte Hessenstraße, die wir bis Möttau begehen. Das Zeichen leitet uns weiter durch Wald und Feld über den Tiergarten nach Braunfels, des­sen prächtiges Schloß schon von weitem sichtbar ist. Nast genügender Rast gehen wir durch bas reizvolle Mühlental zur Bahnstation Braunfels, von wo wir heimfahren.

Üeif elifer*

Baedekers Autoführer für das Deutsche Reich (ohne das Land Oesterreich). Mit 60 Stadtplänen und der Straßenzustandskarte des Deutschen Automobil-Clubs. Offizieller Fi'chrer des DDAC. Preis 8. RM. Karl Baedeker, fieip= Zig. (168.) Das Buch ist der ersteBaedeker", der sich ausschließlich an den Kraftfahrer wendet und ihm das Reich von Tilsit bis Konstanz von Emden bis Salzburg zeigt, wie er es von der Autobahn und der wiederentdeckten Landstraße aus heute er­lebt. Der erste Abschnitt bringt die Beschreibung aller Reichsautobahnen mit genauen Kilometer-An- gaben, würdigt ihre Bauten, kennzeichnet ihre Land­schaft und nennt die schönsten Rastplätze, sowie alle Ein- und Ausfahrten. Im zweiten Hauptabschnitt sind in der gleichen Weise zusammengefaßt sämtliche Reichsstraßen und die übrigen wichtigen Touristen­

Unserer Ll-Bootswaffe znni Gedenken:

Zur Weihe des U-Boots-Ehrenmals in Möltenort beiKiel am 12.3uni 1938.

Don Korvettenkapitäna D.Frhr.vonForstner, s.Zt.Kommandant vonUi",Ü7"unt>ü28".