Ausgabe 
12.6.1938
 
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Erziehung zur Lebensfreude der schönste Ausdruck eines wahren Sozialismus. Nr. Ley eröffnet die 4 Reichslagung der NGG.Kraft durch Freude" in Hamburg.

Hamburg, 10. Juni. (DNB.) Die 4. Reichs­tagung -er NSG.Kraft durch Freude" wurde :n der Musikhalle eröffnet. An der Stirnseite des gro­ßen Festsaales grüßt das Sonnenrad, das KdF.- Symbol, grüßen die Fahnen der Länder der Welt. Prächtiger Blumen- und Girlandenschmuck umsäu­men die Ränge. Das NS.-Reichssymphonieorcheiter unter der Leitung seines Dirigenten Professor Adam leitete die Tagung mit der Ouvertüre zu Webers Euryanthe ein. Reichsamtsleiter Dr. L a f f e r e n tz gab einen Rechenschaftsbericht über die großartigen Leistungen des deutschen Kraft-durch-Freude-Wer- kes im abgelaufenen Jahre. In diesem Jahre seien deutsche Arbeiter zum ersten Male in das befreun­dete Italien gefahren. Durch Zusammenfassung aller Kräfte sei eine erhöhte Produktivität erreicht wor­den, was das weitere Anwachsen der Besucher- zifsern aller Veranstaltungen beweise. Die Arbeit habe sich mit besonderer Zielsetzung auf das breite Land verlagert, da die Volksgenossen m den Städten schon zum größten Teil erfaßt werden konnten. Dr. Lafferentz wies auch auf das Volks­bildungswerk und seinen erstaunlichen Auf­schwung hin. Die Förderung des Betriebs­sportes habe sich voll ausgewirkt. 1000 neue Sportübungsstätten in den Betrieben seien bereits fertiggestellt. Weitere tausend seien in Angriff ge­nommen und geplant. Für den deutschen Unterneh­mer sei es heute selbstverständlich, an der Aus- gestaltung feines Betriebes mitzuarbeiten und für schöne und zweckmäßige Arbeitsplätze zu sorgen. Die Mitarbeit an der Verwirklichung des deutschen Volkswagens Hobe sich die Deutsche Arbeits­front besonders angelegen sein lassen. N e u e Schiffsbauten für KdF.-Fahrten sowie die Ausdehnung der KdF.-Reisen auf Griechenland und Jugoslawien, seien geplant. Der Bau des KdF.- Bades auf Rügen werde schnellstens gefördert. Neue KdF.-Erholungsstätten in den Küstengebieten und im Gebirge würden folgen.

Reichsorcranisaüonsleiter Dr. Ley

hieß dann die Teilnehmer der Reichstagung herzlich willkommen und betonte die große Freude über das wachsende Verständnis, das die KdF.-Arbeit Deutsch­lands im Auslande finde.Sozialismus ist der Er­folg und der Ausdruck der Erziehung des Men­schen!" Man könne noch so schöne Anordnungen und Gesetze erlassen, wenn es nicht gelinge, alle in der Wirtschaft Tätigen, Arbeiter und Unternehmer, Angestellte und Meister zu anständigen Menschen zu erziehen, dann habe alles an­dere keinen Sinn. (Lebhafte Zustimmung.) Die Deutsche Arbeitsfront habe daher ihre Erziehungs­arbeit unmittelbar an die Front verlegt, in die Betriebe, in die Fabriken, in die Werkstätten. Bei dieser gewaltigen Erziehungsarbeit kenne man auch nicht Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern richte den Blick nur darauf, daß jeder es gut mit seinem^Volk meint und ordentlich und anständig ist. Erziehung zur Gemeinschaft, zur Detriebsgemcin- schaft, Gefolgschaftstreue und Führerverantwortung,

das seien die Parolen, unter denen die Arbeit der Deutschen Arbeitsfront vorangehe. Nicht minder wichtig sei die Erziehung der Schaffen­den zur Lebensfreude, d^e der schönste Ausdruck eines wahren Sozialismus sei.

Unter Hervorhebung des Prinzips der Lei­stung betonte der Reichsorganifationsleiter. daß Wirtschaft und Sozialismus keinerlei Gegensätze feien.Wer die Gemeinschaft will, muh wirtschaften können, und wer wirtschaften will, muß der Gemein­schaft dienen?" (Stärkster Beifall.) Es sei auch kein finanzielles Problem, den Menschen Ar­beit zu geben, sondern allein eine Jrage der Energie und des Willens.Das neue Deutsch­land ist nicht durch Danken und Bankiers ge­baut worden, sondern allein durch Adolf Hit­ler und seinen Glauben an das deutsche Volk!" (Stürmische Zustimmungskundgebungen.)

Dem Ziele der L e i st u n g s st e i g e r u n g diene vor allem auch der Gedanke des Wettkampfes. Drei Millionen Schaffender hätten am letzten Reichs­berufswettkampf teilgenommen. So trage im Reiche Adolf Hitlers der letzte Volksgenosse den Marschall st ab im Tornister. Auch der Leistungswettkampf der Betriebe diene dem gleichen Ziele der erhöhten wirtschaftlichen und sozialen Lei­stung. Im letzten Jahre seien es hier 200 000 teil­nehmende Betriebe gewesen, deren Zahl ebenfalls von Jahr zu Jahr steigen werde.

Zu den ausländischen Gästen gewandt, sprach der Reichsorganisationsleiter von der unbändigen L e - bensbejahung des deutschen Volkes und dem starken Friedenswillen des Führers.Mir glauben daran", so betonte er unter stürmischer Zu­stimmung, ,/daß die Franzosen und Deutschen nicht als Feinde geboren sind, sondern daß beide Länder Zusammenarbeit en müßten, wie überhaupt die Völker Europas zusammengehörten!"

Unter stärkster Zustimmung stellte Dr. Ley dann fest, daß im übrigen Deutschland gar keine Zeit habe, Krieg zu führen. Er erinnerte oabei an die Bauten, die allein von der DAF. in Angriff genommen worden seien, so an die in Bau befind­lichen drei Ordensburgen, bei denen je 1200 Ar­beiter beschäftigt seien, an das im Werden be­griffene KdF.-Bad Rügen, wo 4000 Arbeiter Be­schäftigung gefunden hätten, weiter ein großes Er­holungsheim am Rhein, an die sieben Adolf-Hitler- Schulen u. a. Ferner erwähnte er daß der Bau eines Seemannsheimes in Hamburg geplant fei. Dr. Ley dankte allen für die Unterstützung, die sie der KdF.-Reichstagung haben zuteil werden lasten, und ließ durch die ausländischen Gäste den Staats­oberhäuptern der hier vertretenen Nationen die Grüße der KdF.-Reichstagung übermitteln. Die Ausführungen des Reichsorganisationsleiters lösten lange Zustimmungskundgebungen der großen Ver­sammlung aus. Mit der Führerehrung ließ Dr. Ley die große Eröffnungskundgebung ausklingen.

Arbeit und Kunst.

Die Kunstausstellung

auf der 4. KdF.-Reichstagung.

In Anwesenheit der ausländischen Ehrengäste so­wie von Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht fand die Eröffnung der K u n st ° a u s st e l l u n g in der Kunsthalle statt. Reichsamts­leiter Klemme wies darauf hin, daß die Förde­rung aller Künste durch den Führer in das gesamte deutsche Kunstleben eine neue Periode der Entwick­lung hineingetragen habe. Der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" sei die Aufgabe zugefallen, die Beziehungen zwischen Künstler und Volk enger zu gestalten. Das Bestreben die­ser Ausstellung sei es nun, Malerei, Plastik und Graphik dem Volke nahe zu bringen. Reichsorgani­sationsleiter Dr. Ley wies darauf hin, daß ent­gegen der früheren Auffassung Arbeit und Kunst nicht zwei grundverschiedene Dinge seien. Arbeit und Kunst seien die Faktoren der Rasse und des Blutes, und die alte Auffassung, der Arbeiter verstehe nichts' von der Kunst, sei völlig irrig. Auch der Künstter sei an sein Volk gebun­den. Man mußte zu der Erkenntnis kommen, daß Kunst keinen Luxus bedeute und daß man den Ar­beiter dadurch, .daß man ihn zum Schönen führt, yicht verwöhne, fonbern im Gegenteil durch den Kunstgenuß neue Kraft zum Schaffen gab. Dr. Ley sprach abschließend die Hoffnung aus, daß die anwesenden ausländischen Gäste begreifen lernen möchten, wie das Deutschland Adolf Hitlers bemüht sei, den schöpferischen Geist unserer deut­schen Rasse und unseres Blutes immer mehr zur Geltung zu bringen. In diesem Sinne eröffnete der Reichsorganisationsleiter die Ausstellung unter dem MottoEs gibt im Deutschland Adolf Hitlers nichts, was zu schön wäre, um es dem deutschen Arbeiter und damit dem deutschen Volke nicht zu geben!"

Die KdF.-Leistungsschau in Hamburg.

Freitag nachmittag eröffnete Reichsorganisations- leiter Dr. Ley in den Ausstellungshallen des Ham­burger Zoo dieLeistungsfchauKraftdurch Freude". Dr. Ley sprach von der Größe des KdF-' Werkes, das sichtbar vor aller Welt beweise, wie in Deutschland der Sozialismus aufgefaßt werde. Wenn jeder Volksgenosse an den Gütern des Lebens teil- nehme, werde der Wunsch des Führers erfüllt, daß dem deutschen Menschen vor allem dem deutschen Arbeiter die Minderwertigkeitsgefühle genommen werden und der deutsche Mensch hinaufgeführt werde. An dem Beispiel des KdF.-Wagens und der KdF.- Fabrik, deren Modelle in Hamburg zu zeigen der Führer erlaubt habe, machte Dr. Ley den großen Wandel der sozialen Auffassung in Deutschland sicht­bar. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß er nach Athen nun in Deutschland die Beweise der Leistun­gen von KdF. zeigen könne und erklärte die Aus­stellung für eröffnet.

tärflieger, kann man sich in Prag noch immer nicht zu dem Entschluß ausraffen, die Mobilmachung schleunigst rückgängig zu machen und damit die erste und wichtigste Voraussetzung für eine beruhigte Atmosphäre zu schaffen, in der einzig und allein die auch von Prag gewünschten Verhandlungen mit der Sudetendeutschen Partei möglich sind und Aus­sicht auf Erfolg haben. Im Gegenteil, die Ankün­digung der Einführung der dreijährigen Dienstzeit, von der man noch nicht weiß, ob sie bereits beschlossene Sache ist, oder erst einen Versuchsballon der tschechischen Militärkreise dar­stellt, deutet in jedem Fall darauf hin, daß in Prag Strömungen Einfluß zu gewinnen suchen, die es anscheinend auf eine weitere Zuspitzung der Lage mit allen ihren Konsequenzen abgesehen haben. Bei der engen Verbindung, die die maßgebenden tsche­chischen Militärkreise, die durchweg der berüch­tigten, während des Krieges in Rußland für den Kampf gegen die Mittelmächte aufgestellten tsche­chischen Legion entstammen, zu ihrem sowjetrussi­schen Verbündeten haben, braucht man nicht wei­ter zu fragen, wer hier am Hebel sitzt.

So hat man in Prag zwar das dumpfe Gefühl, daß etwas geschehen müsse, aber es gibt offenbar noch immer Leute in sehr maßgebenden Stellen, die meinen, daß es noch einmal genügen werde, nur so zu tun, als ob man der Entwicklung Rech­nung tragen wolle, in Wahrheit aber könne alles beim alten bleiben. Noch im Frühjahr hatte Mi­nisterpräsident Hodza erklärt:Mit Recht be­haupten wir, daß wir in der Tschechoslowakei das vollkommenste System der Minderheitenrechte ge­schaffen haben. Daß wir noch kein kodifiziertes System geschaffen haben, dient zum Vorwand, im Auslande den Eindruck zu erweden, als ob unsere Minderheiten in der Republik nicht frei atmen könnten. Es ist eine Sache der Zweckmäßigkeit, un­ser Minderheitenwerk auch in formaler Hinsicht zu gestalten. Die Regierung verhandelt über einen Minderheiten st atus der Republik." Dieser famose Plan, mit einer gesetzlichen Festlegung des bestehenden Unrechts die Welt zu täuschen und die Volksgruppen um ihren Rechtsanspruch auf Gleich­berechtigung und Selbstverwaltung zu betrügen, wurde von einem Sturm der Entrüstung hinweg­gefegt. Man sah sich in Prag genötigt, das Wort vom Minderheitenrecht durch ein Nationali- tätenrecht zu ersetzen, hodza erklärte nun, die Verfassung böte die Möglichkeit, sämtliche Nationa- litätenfragen mittels lokaler Selbstverwaltung weit­gehend zu regeln. Aber wie sich die Tschechen das Nationalitätenstatut denken, von dem sie eine so große Meinung haben, darüber haben sie noch nichts verlauten lassen. Es ist ja selbstverständlich und wird auch allmählich sogar in Prag begriffen, daß ein im einzelnen festgelegtes Statut nur das Er­gebnis von Verhandlungen mit den Nationalitäten selbst sein kann, aber über die Grundzüge müßte man sich doch wenigstens im Schoß der Prager Re­gierung klar geworden fein. Es scheint indessen, daß die Tschechen es darauf angelegt haben, sich die Sondervorrechte, die sie sich alsStaatsvolk" an- gemaßt haben, Stück für Stück erst abtrotzen Iqssen wollen. Das Karlsbader Programm Konrad Hen­leins hat der sudetendeutsche Abgeordnete Kundt er­neut als die Grundlage jeder Neuordnung, wie sie von den Sudetendeutschen erstrebt wird, bezeichnet. Es ist also nicht zu ersehen, warum die tschechische Regie­rung nicht mit ihren eigenen Vorschlägen heraus­guckt, wenn man nicht annehmen will, sie möchte die ganzen Verhandlungen über ein Nationalitäten­statut auf die lange Bank schieben in der vagen Hoffnung, durch irgendwelche Manöver schließlich noch ganz um einen Entschluß herumzukommen. Aber in Prag wird man sich ebenso vergeblich wie einstmals in Genf, Paris und London gegen das Gebot der Vernunft und den Gang der natürlichen Entwicklung stemmen. Die Grundsätze der Rechts­gleichheit und Selbstbestimmung werden auch in der Tschechoslowakei verwirklicht werden müssen, mag man heute vielleicht noch in Prag glauben, mit einer Scheinlösung sich drücken zu können, die Er­kenntnis ist da, daß nur auf gleichem Recht für alle Volksgruppen der Republik das Staatsgebilde der Tschechoslowakei seine Lebensberechtigung zu grün­den vermag. Dr. Fr. W. Lange.

Göring dankt.

Unzählige Glückwünsche zur Geburt der lleinen Edda.

Berlin, 10. Juni. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring und seine Gattin haben dem Deutschen Nachrichtenbüro folgende Danksagung zur Veröffentlichung übergeben:Anläßlich der Geburt unseres Töchterchens Edda ist uns aus dem In- und Auslande eine solche Fülle von Glückwünschen, Blumen und Geschenken zugegangen, daß es uns leider nicht möglich ist, allen Gratulanten persön­lich zu antworten, hocherfreut über diese vielen Be­weise enger Verbundenheit und Anhänglichkeit sprechen wir daher auf diesem Wege allen, die un­ser so freundlich gedacht haben, unseren herzlichsten und wärmsten Dank aus."

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Diese Danksagung des Generalfeldmarschalls und seiner Gattin hat das Deutsche Nachrichten­büro zum Anlaß genommen, einen Sonder- berichterstatter nach Kar in hall zu ent­senden, dem Gelegenheit gegeben wurde, die große Zahl von Geschenken zu sehen. Mit herzlichen Grü­ßen, mit Handarbeiten, Blumen und vielen kleinen Angebinden sind alle Volksschichten, alle Berufs­stände und alle deutschen Gaue vertreten. Da stehen mehrere Wiegen, eine die der Reichsstand des »n Handwerks dem Feldmarschall überreicht am Ersten bis zum Letzten handgearbeitet, ein gediegenes Meisterstück handwerklichen Kön­nens unserer Tage. Die Stadt Kassel hat eine ori­ginelle SchwäIm er Arbeit überreicht, mit Bauernftickerei, die das Entzücken jeden Liebhabers für alte Dolksturnskunst hervorruft. Auch Kinder­wagen und Kinderbettchen fehlen nicht. Daneben stehen handwerklich gefertigte Becher, Schalen, Por­zellane und Teller, Spieluhren und allerhand lustiges Kinderspielzeug, reizende Handarbeiten und Kinderwäsche. Die NSKOD. spendete zehn Babyausstattungen, die der Feldmarschall seinerseits zur . Verteilung bringen kann, um jungen Müttern Freude zu bereiten, eine Stiftung des Präsidenten des Reichsoerbandes öffentlich- rechtlicher Versicherung sind fünf beitragsfreie Patenschaft-Versicherungen zu je 500 Mark. Der Führer hat Frau Göring mit einem herzlichen Glückwunschschreiben einen pracht­vollen Rosenstrauß übersandt. Ferner haben füh­rende Persönlichkeiten von Partei, Staat und Wehr­macht und viele Tausende von unbekannten Volks- genossen aus dem Reich ihre Glückwünfche bar» gebracht. Das gesamte Diplomattsche Korps hat gratuliert. Ferner eine große Zahl von ausländi- jchen Persönlichkeiten, darunter der englische Außen.

minister Lord Halifax, ferner Lord London- derry, der wiederholt Gast des Feldmarschalls gewesen ist, König Boris von Bulgarien, Prinzregent Paul von Jugoslawien, der jugo­slawische Ministerpräsident Stojadinowitsch, der ungarische Reichsoerweser von h o r t y und Ministerpräsident Jmredy sowie der polnische Außenminister Beck, aus dem befreundeten Ita­lien telegraphierte der König und Kaiser. Das Telegramm des Duce lautet:Für das Tele­gramm, das mir die Geburt von Edda anzeigt, danke ich Ihnen. Ich sende meine besten Glück­wünsche Ihnen und Frau Emmy und sehr viele Wünsche der Kleinen."

preiöverteilungaufderInlernationalen Handwerksausstellung.

Berlin, 10. Juni. (DNB.) Das Internationale Preisgericht der Internationalen Handwerksaus­stellung ist sich nach mehrtägiger Arbeit über die Preisverteilung einig geworden. Es standen 61 große Staats- und Ehrenpreise und 600 Ausstcl- lungsmedaillen zur Verfügung. Von den Großen Preisen entfielen auf Belgien zwei, Bolivien einer, Bulgarien zwei, Danzig einer, Dänemark zwei, Deutschland neun, England einer, Estland zwei, Finnland zwei, Frankreick) zwei, Griechenland zwei, Italien vier, Japan zwei, Jugoslawien zwei, Letland zwei, Litauen zwei, Luxemburg einer, Nor­

wegen zwei, Polen vier, Rumänien einer, Schwe­den vier, Schweiz zwei, Tschechoslowakei zwei, Un­garn sieben. Bei der Zuerkennung der Ausstellungs­medaillen und Urkunden steht Deutschland entspre­chend seiner starken Gesamtbeteiligung an erster Stelle. Von den deutschen Großen Preisen entfiel der Preis des Führers und Reichs­kanzlers auf Dänemark, der des Generalfeld­marschalls ©Öring auf die Schweiz, der des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley auf Italien, der des Reichswirtschaftsministers Funk auf Japan und der des Oberbürgermeisters der Stadt des Deutschen Handwerks Frankfurt a. M., Dr. Krebs, auf Schweden. Bei der Zuerkennung dieser Preise wurde die Gesamtleistung der einzelnen Länder be­urteilt. Den Preis des Leiters des Deutschen Hand­werks erhält die Staatliche Kunstgewerbeschule Riga, die drei weitere Preise des Deutschen Hand­werks in der DAF. entfielen auf Norwegen, Luxem­burg und Danzig. Zwei Große Preise des Reichs­standes des Deutschen Handwerks fielen an Finnland und an die Tschechoslowakei. Weiter erhielten die Werkstätten der Stadt Halle den Großen Preis des Reichsführers ff Himmler, die Teppich-Knüpferei Tei- nach den Preis des Oberbürgermeisters der Reichs­hauptstadt Berlin für hervorragende Einzelleistungen und der Mechaniker Franz Feher, Ungarn,, ben Preis der Leitung der Internationalen Handwerksaus­stellung.

ihre Aufgaben neu ausrichten. Das Schwer­gewicht der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik liegt heutt in der Erweiterung der nationalen Er­zeugungsgrundlage auf allen Gebieten des natio­nalen Wirtschaftslebens. Gerade dem Genossen­schaftswesen wird es dabei vorbehalten sein, zwei Ausgaben zu meistern: Einmal die Stärkung des Bauerntums als Lebensquell der Na­tion und zum anderen die betriebswirtschaftliche Rationalisierung ihrer Betriebe. Nur eine große Zahl von Bauernhöfen sichert den völkischen Bestand der Nation, nicht die Vielheit landwirtschaftlicher Maschinen auf wenigen Groß­wirtschaften. Und so wird es Aufgabe der Genossen­schaften sein, daß Arbeitsvorgänge, die auf dem Bauernhof auszuführen für den einzelnen, wenn überhaupt, so nur auf unrentable Art möglich sind, auf genossenschaftlichem Wege ermog- licht werden. Ich denke an Tierzuchtgenossenschaften und Landmaschinengenoffenschaften, denen ich im Hinblick auf das Erbhofgesetz eine große Zukunft Voraussage.

Anders gelagert sind die Verhältnisse bei ben Genossenschaften im Gebiet des Warenverkehrs und des Handels. Kein Mensch wird auf den Gedanken kommen, die Warengenossenschaften heute zu zer­schlagen. Jedoch: Bauernpolitik ist Mittel­st a n d s p o l i t i k, d. h. ein Staat, der sich zum Bauerntum bekent, bekennt sich auch zum Mittel­stand. Man kann nicht Bauernpolittk treiben und zugleich die Mittelstandspolittk in anderen Gebieten der Wirtschaft, in diesem Falle also im handel, ver­neinen. Es wäre falsch, für ein weiteres Vordrin­gen der Warengenossenschaften in der handels- sphäre einzutreten. Denn es würde damit die Linie einer nationalsozialistischen Mittelstandspolittk durchbrochen. Ich sage das, um einen unnützen, kräfteraubenden Kampf zwischen Genossenschaften und Landhandel zu vermeiden. Ebenso gelagert sind die Verhältnisse bei den Kreditgenossenschaften, ben Spar- und Darlehenskassen. Mit fortschreitender Durchdringung der gesamten Wirtschaft mit natio­nalsozialistischen Grundsätzen wird auch ihre Auf­gabe einmal erfüllt fein.

Frankreichs Gozialreform.

Daladier warnt vor weiterer Finanz­verschlechterung.

Paris, 10. Juni. (Europapreß.) Im Finanz­ausschuß der Kammer nahm Ministerpräsident D a - lädier das Wort, um nicht grundsätzlich die ge­forderten Sozialreformen, die 10,6 Mil­liarden Franken erfordern würden, wovon dem Staate rund 8 Milliarden Franken zur Last fielen, abzulehnen, aber auf die Schwierigkeiten d e r Finanzierung hinzuweisen. Er erklärte dabei, daß er unter allen Umständen die franzö­sische Währung aufrechterhalten wolle. Die Lage sei sehr ernst. Wenn Frankreich Europa den Ein­druck vermittele, daß es in finanzieller Hinsicht leichtsinnig handele, dann garantiere er für keine Freundschaft und kein Bündnis mehr. Zwei Be- dingungen seien für die Aufrechterhaltung des Friedens notwendig: 1. müsse Frankreich eine folibe Armee haben; diese Armee habe es; 2. müsse Frankreich g esunde Finanzen haben. Das Parlament müsse der Regierung helfen, eine

Ausgaben der Genossenschaften im Dritten Reich

Aeichsernährungsininister Narre auf der Koblenzer Tagung der Landwirtschafilichen Äenossenschasten.

LPD. Koblenz, 10. Juni. Zu der Reichs- verbandstagung der landwirtschaftlichen Genossen­schaften sind rund 4000 Vertreter der Genossen­schaften aus allen deutschen Gauen sowie Raifi- eisenfreunde aus dem Ausland erschienen Der Ver- bandstag nahm mit einer Tagung der Wirtschafts­gruppe Kreditgenossenschaften seinen Anfang. Ministerpräsident a. D. Granzow be­tonte, daß die Auswirkungen der Krisenjahre 1930/ 1932 heute im Genossenschaftswesen als überwunden gelten dürften. Ministerialdirektor Dr. Ernst, Reichskommissar für das Kreditwesen, teilte mit, daß er einen Antrag, den landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften das Warengeschäft zu verbieten, ab- gelehnt habe. Etwa 80 v. H. der landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften dürften das Warengeschäft betreiben, bas mit den Aufgaben der landwirt- schafttichen Genossenschaften eng verbunden sei.

Auf der haupllagung wandle sich Reichsernah- rungsminisler Reichsbauernführer Darre mit einer umfassenden Rebe an die Teilnehmer.

Der Minister führte dabei aus: Friedrich Wilhelm Raiffeisen war einer der wenigen Männer des letz­ten Jahrhunderts, die erkannt hatten, daß das Land- volk gegen den Einbruch des Liberalismus geschützt werden müsse. Sein ganzes Leben war diesem Kampf gewidmet. Wie eine Fata Morgana stand das Traumbild einer idealen Wirtschaftsblüte vor den damaligen Menscheg und machte sie blind für

die einfachsten Gesetze von Ursache und Wirkung im Wirtschaftsleben. Gemäß dem Beispiel Eng­lands, begann auch Deutschland sein Bauerntum zu vernachlässigen. Man verkannte die große völ- ttsche Bedeutung des Bauernstandes als Lebens­quelle der Nation. Der Liberalismus war so in seine Ideologie verrannt, daß nicht einmal die ein­zige Voraussetzung aller nationalen Selbstbehaup­tung, nämlich die Sicherung der Nahrungs­freiheit der Nation erkannt wurde, so daß erst die Katastrophe des Weltkrieges kommen mußte, um der Vernunft in unserem Wirtschaftsdenken Eingang zu verschaffen. Raiffeisen war gezwungen, den damals allein möglichen Weg der wirtschaft­lichen Selbsthilfe zu gehen. So hat er ver- hindert, daß das deutsche Bauerntum und die deut­sche Landwirtschaft in den Jahrzehnten vor dem Weltkrieg völlig zusammenbrachen. Damit hat er nicht nur die Voraussetzungen geschaffen, welche es dem deutschen Volke ermöglichten, vier Jahre einer Welt von Feinden die Stirn zu bieten, sondern er hat auch damit dem Nationalsoftalismus die Grund­lage einer lebensgesetzlich ausgerichteten Aufbau­arbeit gerettet. Hierin liegt das geschichtliche 23er« dienst Raiffeisens.

Wir können im heutigen Stadium der Aufbau­arbeit die Genossenschaften, die sich in Jahrzehnten bewährt haben, nicht v e r m i's s e n. Allein, wir wünschen, daß die Genossenschaften entsprechend der polttijchey Weisung des Nationalsozialismus auch