Ausgabe 
12.6.1938
 
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gesunde finanzielle Lage zu schaffen. Durch neue zusätzliche Ausgaben würde die Regierung von Entwertung zu Entwertung getrieben, das würde die Katastrophe bedeuten.

Es ist noch nicht ersichtlich, wie die Kammer ihren Wunsch, den Wählern durch Durchführung der neuen Sozialreformen zu gefallen, mit der Not­wendigkeit, das Haushaltsgleichgewicht aufrecht zu erhalten, vereinbaren will.

Das Verbrechen von Ibiza.

Vor Jahresfrist erfolgte der feige lieber» fall rotspanischer Bombenflieger auf das vor Ibiza vor Anker gegangene Panzerschiff Deutschland". Dreißig wackere Angehörige der Besatzung haben durch die Sprengstücke der bolsche­wistischen Bomben ihr Leben verloren. Eine Be- schießung des rotspanischen Hafens Almeria war die Antwort des Reiches auf diesen unerhörten Uebergriff, dem alsbald andere folgten, ohne daß sich England und Frankreich als Partner im Seekontroll­ausschuh veranlaßt fühlten, mit uns Front gegen

das verbrecherische Verhalten der Roten in Spanien zu machen. Wir haben damals erfahren, wie die in­ternationale Solidarität aussieht, wenn es gilt, von ihr Gebrauch zu machen. Deutschland wurde durch das absichtliche Versagen der anderen Mächte um eine Erfahrung reicher, die uns künftig von jeder Versuchung fernhalten wird, auf Solidaritätsphrasen hereinzufallen. Das Versagen Englands und Frank­reichs nach dem Massenmord von Ibiza hat natürlich wie eine Ermunterung auf die Roten gewirkt, die in verstärktem Maße ihre Uebergriffe fortsetzten und erst kürzlich französisches Gebiet mit Bomben kräftig belegten. Nationalspanien hat des Tages gedacht, an dem deutsche Matrosen in Erfüllung einer Pflicht, die sich aus internationalen Verabredungen ergab, ihr Leben ließen. Wir danken dem befreundeten Na­tionalspanien für diese Ehrung der Toten, die in dem Gedenken liegt wie auch wir nie vergessen wer­den, wieviel Ströme spanischen Blutes vergossen worden sind, um eine bolschewistische Umgehungs- offensive gegen den europäischen Kontinent zu ver­hindern. D. S.

Oie spanische Frage.

Oie Sicherung der Nichteinmischungspolitik.

London, 14. Juni. (Europapreß.) Die Anbe­raumung einer Sondersitzung des englischen Kabi­netts für Montag zur Erörterung ber/ durch die Luftangriffe auf englische Schiffe in den spanischen Gewässern notwenoig geworbenen Maßnahmen wird von ber Morgenpresse bestätigt. Ein Bericht derTimes" verstärkt den Eindruck, daß welche Maßnahmen die Regierung auch immer beschließen wird diese von dem Wunsche geleitet sein wer­den, unter keinen Umstärrden die Nichteinmischungs­politik zu gefährden.Times^ betont, die ganze Frage sei äußerst schwierig. Die Regierung würde sich aber nicht abhalten lassen, dielegitim e" englische Schiffahrt zu schützen.

Meldungen, nach denen die französische Regierung sich bereiterklärt haben soll, in der Frage der Kon­trolle an der Pyrenäengrenze Zuge­ständnisse zu machen, werden von demDaily Tele­graph" bestätigt. Danach will Frankreich nunmehr die Schließung der Grenze nicht mehr von dem Eintreffen der Ausschüsse in Burgos und Barcelona abhängig machen, sondern die Grenze in dem Augenblick schließen, in dem die fünf im Nichtein­mischungsausschuß vertretenen Mächte sich auf den englischen Plan zur Lösung der Freiwilligenfrage geeinigt haben. Die Zustimmung Sow- jetrußlands erachte Frankreich schon deshalb für nötig, weil beide kriegführenden Parteien in Spanien die Erlaubnis zur Entsendung der Freiwilligen-Ausschüsse geben müßten. Die Zustim­mung Barcelonas sei aber, solange Sowjetrußland gegen den Plan sei, sehr unwahrscheinlich. Frank­reich sei daher im Augenblick bemüht, Moskau für das von ihm vorgeschlagene Kompromiß zu ge­winnen.

Italien befriedigt.

Rom, 10. Juni. (Europapreß.) Die italienische Presse stellt mit Genugtuung fest, daß in England die ruhige Ueberlegung wieder die Oberhand ge­wonnen habe. Man habe eingesehen, daß die eng­lischen Schiffe sich auf eigene Gefahr in die sowjetspanischen Häfen begäben, daß also gegen die berechttgten Kriegsmaßnahmen des Generals Franco nichts zu machen" sei. Dies habe auch auf die an dem antifaschistischen Hetzfeldzug beteiligte Presse mäßigend eingewirkt. Insbesondere sei auch der Plan, eine Art Nyon-Konferenz einzuberu­

fen, um über die Einführung einer Luftkonttolle in Spanien zu beraten, wegen seiner Aussichtslosigkeit fallen gelassen worden. Die englische Regie­rung habe sich, um nicht die ganze Nichtein- mischungspolittk in Frage zu stellen, entschlossen, vorläufig abzuwarten. DieTribuna" schreibt: Nach zwei Jahren wisse ein Teil von Europa im­mer noch nicht, daß Italien unter keinen Umständen die Festsetzung des Bolschewismus im Mittelmeer dulden werde, und daß daher das einzige Mittel, die Ausbreitung des Brandes auf andere Nationen zu verhindern, die sei, den Sieg des Gene­rals Franco zu beschleunigen, und daß dieser Sieg nur vollständig und absolut sein könne und müsse.

Nationalspanische Truppen nahmen Lucina de Cid.

Salamanca, 11. Juni. (Europapreß.) Das nationalspanische Hauptquartier meßet: An der Castellonfront wurden Malet a im Süden von Albocacer sowie einige Dörfer im Süden von Useras genommen. Die Stadt Lucina de C i d wurde auch vom Süden her vollkommen durch die nationalspanischen Truppen eingeschlossen. Das Bergmassiv von Pena Golosa wurde gesäubert und dabei eine große Anzahl Gefangener gemacht. An der katalanischen Front wurden im Kampf­abschnitt von Tremp die Dörfer O r t o n e d a und im Tal des Cinquetaflusses Plan, San Juan de Plan, Giftan und Oeresa von den nationalspanischen Truppen erobert. An der Cordoba-Front wurden feindliche Gegenangriffe im Abschnitt von P e n a - r o y a zurückgeschlagen und dem Feind besonders in der Sierra del Peru schwere Verluste beigebracht. Die nationalspanischen Flugabwehrbatterien schossen vier feindliche Flugzeuge db.

Nach den Meldungen ber französischen Kriegs­berichterstatter von ber katalanischen Front hat bie I. Navarra-Division des Generals Dallino am Frei­tag bei Sonnenuntergang die kleine 5000 Einwohner zählende Stabt Lucina de Cid eingenommen. Der Einnahme war ein erbitterter Kampf vorausgegangen. Der starke Widerstand des Feindes, ber sich auch auf einigen mit Maschinengewehren bespickten Höhen in der Nähe der Stadt befestigt

und verschanzt hatte, wurde schließlich durch einen Handstreich karlisttscher Freiwilliger gebrochen. Im Südwesten von Lucina de Cid griff am Frei­tagabend eine Legionärs-Kolonne das Dorf Castello de Villamelata an. Im Osten von Lucina haben Truppen des Generals Aranda das Dorf C a st u r erreicht, vier Kilometer südlich von Useras. Diese Truppen marschieren weiter das Tal des Vinda hinab, das unmittelbar in die Küftenebene von Castellon be la Plana einmündet. An ber Pyrenäenfront sind bie Kämpfe um bie sogenannte Fronteinbuchtung von Bielsa in eine entfcheibenbe Entwicklung getreten. Die navarresi- schen Brigaden sind in dem Tal des Cinqueta, einem Nebenfluß des Cinquaflufses, bis zu dem Dorf San Juan de Plan vorgedrungen. Unter heftigen Kämpfen wurden bie Dörfer Plan und Cistan sowie die starken sowjetspanischen Ver­teidigungsstellungen bei Puyarruego und Cereda durch bie nationalspanischen Truppen eingenommen. Der Vormarsch ber navarresifchen Brigaden betrug am Freitag etwa 10 Kilometer.

Konservativer Wahlsieg in Etafford.

London, 10. Juni. (Europapteß.) Die burch bas Ausscheiden bes ehemaligen Kolonialministers Ormsby Gore aus bem Unterhaus notwendig gewordene Nachwahl im Wahlkreis Staf- forb endete mit einem Sieg des konservativen Kanbidaten, der 16 754 Stimmen auf sich vereinigte, während der Kandidat der Arbeiterpartei 12 346 Stimmen erhielt. 1935 hatte Ormsby Gore 16175 und der Arbeiterparteiler 12 514 Stimmen erhal­ten. Die Wahlbeteiligung betrug 78 v. H. und war damit für englische Verhältnisse ungewöhnlich hoch. Der Ausgang der Wahl gilt um so mehr als ein Vertrauensvotum für Chamberlain, als die Außenpolitik in dem Wahlfeldzug eine erheb­liche Rolle gespielt und die Arbeiterpartei keine Möglichkeit ungenutzt gelassen hatte, um die außen­politische Entwicklung gegen die Regieruna ausm- spielen. DieTimes" schreibt:Die Wählerschaft hat sich geweigert, die zielbewußte, aber geduldige Suche Chamberlains nach einem Ausgleich als ein Zei­chen der Schwäche zu betrachten. Sie neigt eher zu der Auffassung, daß die Opposition sich unnötiger­weise in Provokationen ergeht. Falls diese Provo­kationen nicht aufhören, dürfte es bald noch mehr Staffords geben."

Oie Mißstände auf Jamaika

London, 11. Juni. (Europapreß.) DieTimes" beschäftigt sich noch einmal mit der Lage auf Ja- meika. Die Entwicklung auf den westindischen In­seln, so schreibt sie, wirkt erschütternd auf die Selbzufriedenheit, mit der die meisten Englän­der bisher ihr Kolonialreich betrachtet haben. Diese Entwicklung hat gezeigt, daß in einem Kolonial­land unter englischer Flagge Zustände herrschen, bie sich sehr erheblich von benen unterscheiden, die dort bestehen sollten. Darüber hinaus aber haben diese Enthüllungen ben Verbacht erweckt, baß a u ch i n nnberen Teilen bes Weltreiches wirt­schaftliche und sozialpolitische Reformen ebenso nötig sinb, wie in Weftinbien. Das Blatt meint, baß ziel- bewußte Arbeit unter Führung weitsichtiger eng­lischer Staatsmänner, oerbunben mit größerer Kapi­talinvestierungen, nötig seien, um das große Erde bes englischen Kolonialreiches zum Besten ber Ein­geborenen anb zum Vorteil ber seine Rohstoffe be­nötigenden Welt zu entwickeln.

Tschengtschau

von den Chinesen geräumt

Hankau, 10. Juni. (Europapreß.) In chinesi­schen Kreisen wird erklärt, daß Tschengtschau am Knotenpunkt der Lunghai-Bahn mit der Pei-

pingHankau-Bahn völlig geräumt und ein Flammenmeer bildet. Die Bevölkerung ist in west­licher Richtung entlang der Lunghai-Bahn auf- die Provinz Scheust zu geflohen, während der größte Teil der chinesischen Truppen sich nach Süden zu­rückgezogen hat. In militärischen Kreisen Hankaus wird zugegeben, daß die Japaner den Ort P a i - scha an ber Lunghai-Bahn, 24 Kilometer östlich von Tschengtschau, erreicht haben. Man erklärt ferner, baß in ber Nähe von Patung auf bem Jangtse 37 japanische Kriegsschiffe ankern, von benen einige in ber Nähe von Anking und Tschitschau chinesische Befestigungen am Flusse beschossen hätten.

Oer Almanach des Frühlingsfestes.

Wie in jedem Jahr, so erhalten auch in diesem die Besucher des Frühlingsfestes der Rhein-Mainischen Presse inBadHom- b u r A einen Almanach, der sich seinen Vorgängern würdig anreiht. Der Almanach des Jahres 1938 hat die Gestalt einer alten Fibel angenommen, auf deren erster Seite dasthierifche Alphabet" prangt, so genannt, weil die Buchstaben jeweils dyrch ab­sonderliche Tierdarstellungen aus dem 17. Jahr­hundert (nach Merian) illustriert worden sind. Dem Alphabet sind sinnige Gedichtlein und allerlei Lese­stücke an gefügt, die zur Unterhaltung und zur Weiterbildung eines geneigten Lesers bienen mögen. Hübsch in Buntpapier gehüllt, von ber Hauserpresse in Frankfurt typographisch und drucktechnisch auf bas Liebevollste ausgeftattet, wirb ber Almanach ber Rhein-Mainischen Presse auch in biesem Jahr ein begehrter (Begenftanb sein, ein bibliophiles Kleinob, ein lustiges Lesebuch und also eine freu üb­liche Erinnerung an einen wohlgelungenen Abend in Bad Hornburg.

Wetterbericht

Das über Westeuropa zum Ausdruck gekommene Hochdruckgebiet hat einen Ausläufer über das Fest­land entwickelt, in dessen Bereich in größeren Teilen Deutschlands sich wieder freundliches, wenn auch nicht unbedingt störungsfreies Wetter durchgesetzt hat. In kleinen Teilgebieten, so auch im Rhein- Main-Gebiet, ist es dagegen am Freitagabend wieder zu ausgedehnten Regenfällen gekommen. Die Gesamtlaae läßt jedoch rasche Besserung und allgemein verhältnismäßig freundlichen Wetterab­lauf erwarten. Das Aufkommen ungestörten Schön­wetters ist jedoch vorerst noch unwahrscheinlich.

Vorhersage für Sonntag: Wolkig bis heiter, aber nicht allgemein niederschlagsfrei. Tages- temperaturen um etwa 20 Grad, veränderliche Winde.

Vorhersage für Montag: Im wesent­lichen freundlich, aber nicht durchaus beständig.

Lufttemperaturen am 10. Juni: mittags 22,5 Grad Celsius, abends 16,2 Grad; am 11. Juni: morgens 11,4 Grad. Maximum 23,7 Grad, Minimum 11,0 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: abends 22,5 Grab: am 11. Juni: morgens 17,8 Grab. Nieberfchläge 2,6 mm. Sonnenscheinbauer 5,3 Stunben.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbruderei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs­preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs­preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber

Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Sonne auf Mazedonien

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