Ausgabe 
12.4.1938
 
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besitzt er doch keine doktrinäre Engherzigkeit. Er, der ein Freund Fredsric M i st r a l s, des großen Sängers seiner prooenzalischen Heimat war, galt auch seinem eigenen Volke, und besonders den un­gezählten-Millionen des französischen Mittelstandes, als der starke Mann der Zukunft, auf den sich jenseits aller Parteilehren viele Hoffnungen konzen­trierten. Freilich hat Daladier trotz seiner reichen politischen Erfahrungen, die er als Präsident der radikalsozialistiichen Partei, als mehrfacher Kriegs­minister und Ministerpräsident sowie im parlamen­tarischen Spiel sammeln konnte, nicht sfhr glücklich operiert. Behindert durch die Eifersüchteleien und Ränke des Parteienwesens, ist er eigentlich nie recht zum Zuge gekommen. Und gerade als seine größte Chance herannahte damals, als 1934 das Kabinett Chaütemps infolge der Stavisky-Affäre gestürzt und er als unbeteiligter Mann vom Staats­präsidenten mit der Bildung der neuen Regierung beauftragt wurde gerade damals mußte er dem Druck der Straße schon nach einmonatiger Amts­tätigkeit weichen.

Man könnte in diesen Vorgängen ein böjes Omen erblicken, denn damals wie heute ist es seine Aufgabe, die Karre aus dem Dreck zu ziehen, wäh­rend die marxistisch verhetzten Matzen der Pariser Arbeiterschaft abseits stehen. Wahrlich, Daladier ist um das Erbe, das er von seinem sozialdemokratischen Vorgänger übernommen hat, nicht zu beneiden. Zerrüttete Finanzen, wachsende Staatsschulden, schleichende Inflation, gewaltige Streiks in den Metall- und Rüstungsfabriken, außenpolitische Ziel­losigkeit, Eingeborenenaufstände in Nordafrika dies und vieles andere mehr kennzeichnet die Situ­ation, die das neue Kabinett überwinden soll. Noch kann kein Mensch voraussagen, ob Daladier die Vollmachten zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur ungestörten Regierungsarbeit erhält, die der Senat dem Ministerpräsidenten Blum verweigert hat. Die Linkspresse jedenfalls verheißt nichts Gutes. So bleibt innenpolitisch wie außenpolitisch die Zu­kunft ungewiß. Die Parole für den ausländischen Beobachter heißt also: Abwarten! H. Ev.

Verschärfung der (Streitlage in Paris.

Kommunistische Hetze macht Daladier Schwierigkeiten.

Paris, 12. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Aus­dehnung des Streiks in der französischen Metall­industrie gibt den Pariser Blättern Anlaß, sich be­sorgt mit der innerpolitischen Lage zu befassen. Sogar in den Linksblättern, wie z. B. imL'Oeuvre" wird sestgestellt, daß die Streikbewegung einen äußer st ernsten Charakter angenommen habe. Die Schätzung der Blätter über den Umfang des Streiks gehen auseinander. Ein Teil spricht von 130 000 Streikenden, andere wieJour" und R6publique" nennen bereits die Zahl 150 000. Die Fabriken befürchten, daß die Ausstandsbewegung sich noch weiter ausdehnen und auch auf andere Berufszweige übergreifen werde, so insbesondere auf die Pariser Derkehrsgesell- sch ast.

DieAction Fran?aise" spricht von einer Her­ausforderung der Volksfront und fragt, ob Daladier diese Provokation annehmen werde. Als Antwort auf die Bildung des Kabinetts,das weder den kriegslustigen Juden Blum, noch den Karneval-Robespierre Paul-Boncour umfaßt", hätten schreibt das Blatt die Kommuni - ft e n die Ausdehnung des Streiks erzwungen. Jbre Erpressung sei kaum noch verhüllt: entweder Lohn­erhöhungen oder Intervention in Spanien und in der Tschechoslowakei. Die Agenten Stalins hofften, indem sie die Streikenden weiterhin aufhetzten, auf diese Weise Frankreich in den Krieg zu trei­ben, wobei sie aber in den großen Industrie­zentren starke Blocks postieren wollten, um dann hinter dem Rücken der Frontkämpfer eine R e - volte zu machen. DasPetit Journal" nimmt an, daß die Dritte Internationale aus Furcht, von den Anarchisten und extremistischen Elementen der Vierten Jnternattonale noch übertroffen zu werden, die allgemeine Ausbreitung der Streikbewegung be­treibe. Man habe es auf die Lähmung der Landesverteidigung abgesehen und wolle das Land aushungern und verelenden lassen.

DasOeuvre" befürchtet schon Dienstag die Aus­rufung eines allgemeinen Streiks in der gesamten französischen Metallindustrie. Bemerkenswert ist die Feststellung des sonst eifrig für die Streikhetzer agi­tierenden Volksfront-Organs, daß man dann den Beteuerungen der Gewerkschaftsleitung, sie sei dafür nicht verantwortlich, keinen Glauben mehr schenken könne. Sie habe zumindest eine Mitschuld daran, wenn Frankreich sich gegenseitig zerfleische.

Moskau sehtpragunierOruck.

Kommunisten suchen Ausgleich mit Henlein zu torpedieren.

Warschau, 12. April. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Telegraphenagentur weist in einer Mel­dung aus Prag auf die Haltung der Kom­munisten in der Tschechoslowakei hin. Falls die Prager Regierung bereit wäre, den For­derungen der S u'd e t e n d e u t s ch e n Partei zu entsprechen, wollten die tschechischen Kommunisten zu revolu Nonären Methoden über­gehen. Das jedenfalls fei der Beschluß auf einer Versammlung kommunistischer Abgeordneter und Senatoren, der sich g e g en jeglichen Versuch einer Verständigung mit Henlein aus­spreche. Man habe in dieser Versammlung beschlos­sen, zu Gewaltmethoden überzugehen und es auf eine Kraftprobe ankommen zu lassen, falls Zugeständnisse an Henlein in Form der Zu­billigung einer deutschen Verwaltung in den von den Deutschen bewohnten Gebieten erfolgen sollten. Die polnische Telegraphenagentur macht auf die heuchlerische Vorspiegelung der Entschließung auf­merksam, daß die Kommunisten bereit seien,mit vorbeugenden Mitteln jeder Art von A n s ch l ä g e n auf die Demokratie entgegenzutreten".

Der nationalspanische Vormarsch

Salamanca, 12. April. (DNB.) Die national- spanischen Truppen haben am Montag ihren Vor- marsch in den Provinzen Castellon und Tar­ragona südlich des Ebro erfolgreich fortge­setzt. Sie eroberten mehrere bolschewistische Stel- lunaen zwischen Tortosa und Vinaroz, 45 Kilometer von der Küste entfernt. Beide Städte liegen bereits unter dem Feuer der nationalen Ge­schütze. In der Provinz Castellon wurden hef­tige bolschewistische Gegenangriffe im Ab­schnitt des Dallibona-Gebirges abgewiesen. Die Angreifer verloren zahlreiche Tote und Gefangene sowie wichtige Höhen nördlich non Cinctorres, an

Das endgültige Ergebnis der Abstimmung.

Zn Prozenten.

Wahlkreis

Wahl­beteiligung v. H.

Zahl der Ja- Stimmen v. H.

Zahl der Nein- Stimmen v.H.

1 Ostpreußen.....

99,84

99,63

0,37

2 Berlin-West ....

99,01

99,18

0,82

3 Potsdam II ....

99,10

99,31

0,69

4 Potsdam I .....

99,69

99,14

0,85

5 Frankfurt a. d. O.

99,70

99,52

0,48

6 Pommern......

99,73

99,31

0,69

7 Breslau........

99,70

99,10

0,91

8 Liegnitz........

99*80

98,82

1,18

9 Oppeln........

99,31

98,98

1,02

10 Magdeburg.....

99*77

98,97

1,01

11 Merseburg .....

99,83

99,01

1,00

12 Thüringen .....

99,95

99,20

0,81

13 Schlesw.-Holst.H.

99,25

98,52

1,48

14 Weser-Ems.....

99,30

97,86

2,15

15 Osthannover ....

99,17

98,55

1,45

16 Südhannover-

Braunschweig...

99,19

99,48

0,52

17 Westfalen-Nord .

99,55

98,49

1,47

18 Westfalen-Süd..

99,31

99,11

0,89

19 Hessen-Nassau...

99,32

99,07

0,93

20 Köln-Aachen....

99,93

99,80

0,20

21 Koblenz-Trier...

99,98

99,55

0,45

22 Düsseldorf-Ost ..

99,71

99,71

0,29

23 Düsseldors-West .

99,78

99,63

0,37

24 Oberbayern-

Schwaben......

99,91

99,38

0,63

25 Niederbayern ...

99,77

98*23

1*77

26 Franken .......

99,88

99,32

0,69

27 Pfalz-Saar.....

99,98

99*91

0,09

28 Dresden-Bautzen

99,50

98,11

1,89

29 Leipzig ........

98,75

96,95

3,05

30 Chemnitz-Zwickau

98*99

98*11

1*89

31 Württemberg ...

99,94

99,39

0,61

32 Baden.........

99,80

98,38

1,62

33 Hessen-Darmstadt

99,14

98*80

1,20

34 Hamburg2)......

98,14

98,16

1,84

35 Mecklenburg ....

99,75

99,02

0,98

Land Oesterreich:

Wien.............

99,59

0,41

Niederösterreich ....

99,85

0,15

Oberösterreich......

99,89

0,11

Kärnten ..........

-

99,83

0,17

Steiermark........

99*87

0,13

Salzburg..........

99*70

0*30

Tirol.............

-

99,43

0,57

Vorarlberg........

98*63

1*37

Burgenland.......

99*96

0*04

*) Ohne Altona und Wandsbek. 2) Jetziges Stadtgebiet.

Vocksabstimmung in Oesterreich

Berlin, 11. April. (DJIB.) Das Ergebnis der Bolksabstimmung in Oesterreich ergibt nachstehende Zahlen:

Stimmberechtigte 4 474 138

Abgegebene Stimmen 4 460 778 (99,7 v. H.) Ja-Slimmen 4 443 208 (99,73 v. h.)

Nein-Stimmen 11807

Ungültig 5 763.

Volksabstimmung im allen Reichsgebiet.

Berlin, 11. April. (DNB.) Das Ergebnis der Volksabstimmung in den 35 Wahlkreisen des alten Reichsgebiets zusammen mit den insgesamt 56 005 abgegebenen Stimmen reichsdeulscher Stimmberech­tigter in Oesterreich ergibt folgende Zahlen:

Stimmberechtigte 45 073 303

Abgegebene Stimmen 44 872 702 (99,56 v. h.) Ja-Stimmen 44 362 667 (99,02 v. h.)

Nein-Stimmen 440 429

Ungültig 69 606.

Die Wahi zum Großdeutschen Reichstag.

Berlin, 11. April. (DNB.) Das amtliche Ge­samtergebnis der Wahl zum Grohdentschen Reichstag ergibt folgende Zahlen:

Stimmberechtigte 49 493 028

Abgegebene Stimmen 49 279 104 (99,57 v. h.)

Für die Liste des Führers 48 751 587 (99,08 v. H.)

Gegen d. Liste d. Führers 452 170

Ungültig 75 347.

Die Zahl der Abgeordnetensitze im Grohdentschen Reichstag beträgt jetzt insgesamt 813 statt bisher 741.

Die Sprache der Zahlen.

Don unserer Berliner Schriftleftunq.

Bei der Wahl zum Großdeutschen Reichstage haben 48 751 587 Wähler für die Liste des Führers Adolf Hitler gestimmt. Diese Zahl wird sich noch durch die ausstehenden Ergebnisse der Seemanns­und Bordwahlen erhöhen. Der Großdeutsche Reichs- taa wird voraussichtlich insgesamt 813 Abgeordnete zählen. Von diesen 48,75 Millionen Stimmen sind 43,6 Millionen aus dem alten Reichsgebiet enthal­

ten, 4,27 Millionen brachte das Land Oesterreich. Außerdem stimmten 55 000 Reichsdeutsche in Oester­reich ab, ebenso 118 000 Oesterreicher im bisherigen Reichsgebiet.

Die Wahlbeteiligung betrug im bisherigen Reichsgebiet 99,56 v. H., in Österreich 99,70 v. H. Dieses Ergebnis ist so triumphal, daß es alle bis­herigen Ergebnisse in Schatten stellt. Es beweist, mit welcher inneren Freudigkeit die Wähler dem Rufe des Führers gefolgt sind. Die Frage mancher Besserwisser im In- und Auslande, weshalb über­haupt eine Wahl erfolge, ist damit von der Wähler­schaft selbst mit aller Klarheit beantwortet. Aller­dings ist damit auch der deutschfeindlichen Agitation der Vorwand aus der Hand geschlagen, das Volk im Reich und in Oesterreich stehe nicht in voller Ge­schlossenheit hinter dem Führer.

Bei der letzten Reichstagswahl vom 29. März 1936 entfielen auf die Lifte des Führers 44 468 278 Stimmen. Diesmal war die Zahl der Wahlberechtigten in diesem Gebiete etwas niedriger als 1936. Die Ursache ergibt sich ohne weiteres aus der Bereinigung der Wählerlisten von jüdischen Stimmen, ferner aus der Verlängerung der Wehr­dienstpflicht und aus den zahlenmäßig schwachen Jahrgängen 1916 bis 1918, die erstmals wahlberech­tigt waren. Die Nein-Stimmen betrugen am 10. April im bisherigen Reichsgebiet 440 000 gegen 540 000 am 29. März 1936. Sie sind also weiter zurückgegangen und fallen zahlenmäßig über­haupt nicht mehr ins Gewicht, da sie noch nicht ein­mal 1 v. H. der gültigen Stimmen ausmachen. Oesterreich hat einen noch geringeren Prozent­satz der Unbelehrbaren aufzuweisen, im ganzen Lande waren es noch nicht einmal 12 000. Das war ein glänzender Beweis für die Zustimmung der Bevölkerung und ein Zeugnis dafür, daß die ins­besondere österreichische Arbeiterschaft geschlossen der Parole für das Großdeutsche Reich gefolgt ist. An der Spitze der Ja-Stimmen im alten Reichsgebiet steht der Wahlkreis Pfalz-Saar mit 99,91 v. H., es folgen Köln-Aachen mit 99,80 v. H. und Düffeldorf- Ost mit 99,71 v. H. Es ist gerade, als habe ein edler Wettstreit unter den Wahlkreisen bestanden, die höchste Ziffer der Ja-Stimmen für den Führer her­auszuholen.

Vergessen wir nicht die gewaltige Leistung dieses Wahlkampfes innerhalb der verhältnismäßig kurzen zur Verfügung stehenden Zeit. Die Partei hat in allen ihren Gliederungen eine große Arbeit der Vor­bereitung und des Aufmarsches leisten müssen, ein Wunderwerk der Organisation, das auch vom Aus­lande voll Neid anerkannt wird. Ader auch auf die­sem Gebiete hat d e r F ü h r e r in der ersten Reihe gestanden und mit einer Hingabe, die bewunde- ; rungswürdig ist, der gigantischen Volksbewegung seinen Stempel aufgedrückt.

der nach Morella führenden Bergstraße. Nörd­lich des Ebro stürmten die Navarra-Brigaden zwei feindliche Stellungen und besetzten sechs Ort­schaften. Die marokkanischen Streitkräfte schlugen einen Gegenangriff der Bolschewisten ab, wobei sie dem Gegner schwere Verluste zufügten. Im ver- gangenen Monat sind an der Aragon-Front 54 bolschewistische politische Kommissare zu den Natio­nalspaniern übergelaufen.

5 Fahre preußischer Ministerpräsident

Der Führer

dankt Generalfeldmarschall Göring.

Berlin, 11. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat dem Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring nachstehendes Tele­gramm gesandt:

,Lieber Generalfeldmarschall Göring!

Am heutigen Tage, an dem Sie vor fünf Jahren das A m t des preußischen Ministerpräsidenten übernommen haben, gedenke ich in herzlicher Dankbarkeit Jhrer treuen Mitarbeit am Aufbau Deutsch­lands. Das Sie in diesen fünf Jahren für die Erstarkung Deutschlands geleistet haben, gehört der Geschichte an. Daß Jhre treue Hilfe mir noch lange Jahre zur Seite siehe, ist mein aufrichtiger Wunsch!

Jn alter Freundschaft

Jhr (gez.) Adolf Hitler."

Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Reichsmkttister, Reichsleiter und Vertreter der Wehr­macht, ferner der Stabschef der SA., der Reichsführer hh. die Korpsführer des NSKK.. und NSFÄ., die Staatssekretäre und Oberpräsidenten haben Her­mann Göring zu der fünfjährigen erfolgreichen Auf­bauarbeit ihre Glückwünsche übermittelt. Ebenso gingen zahlreiche Telegramme und Blumenspenden aus allen Teilen der Bevölkerung in den Dienst­räumen des Generalfeldmarschalls ein. Für das Preußische Staatsministerium und die preußische Beamtenschaft richtete Staatsminister P o p i tz ein Telegramm an Ministerpräsident Gö­ring, in dem es heißt:Am heutigen Tage, der dem Ereignis der Volksabstimmung für Großdeutsch­land folgt, sind es fünf Jahre, seitdem Sie als Mi­nisterpräsident an die Spitze des Preußischen Staats- Ministeriums traten. A l s dien st ältester Staatsmini st er beglückwünsche ich Sie zu Ihrem Werk, das Preußen seine Ehre wiedergab und seine geschichtliche Mission voll­endete, und danke Ihnen dafür, daß wir Mit­glieder des Preußischen Staatsministeriums, die in Preußen tätigen Staatssekretäre und preußischen Beamten Ihre Mitarbeiter sein durften. Wir alle sind stolz darauf, daß der Führer und Reichs­kanzler dem Preußischen Ministerpräsidenten wich­tigste und verantwortungsvollste Aufgaben bei der Aufrichtung eines starken blühenden Großdeutschland auferlegt hat."

Dankgottesdienst und Glockengeläut der evangelischen Kirchen.

Berlin, 11. April. (DNB.) Der Leiter der deutschen evangelischen Kirchenkanzlei und Präsident des Oberkirchenrates, Dr. Werner, fordert die deutschen evangelischen Landeskirchen auf, aus Anlaß d e s überwältigenden Abstim­mungsergebnisses in allen deutschen evan­gelischen Kirchen am Montag, dem 11. April, von

20 bis 20.15 Uhr d i e Glocken läuten und am Dienstag, dem 12. April, feierliche Dank- gottesdienste abhalten zu lassen. Für die Evangelische Kirche der Altpreußischen Union ist be­reits eine entsprechende Anweisung ergangen.

Osterstieden bis 25. Aprit.

Ein Aufruf von Gauleiter Bürckel.

Wien, 11. April. (DNB.) Gauleiter Bürckel hat folgenden Aufruf erlassen:

Es ist der Wille des Führers, daß auf die Wochen der angespannten Ausrichtung der Kräfte auf die Volksabstimmung nunmehr einige Tage derRuhe folgen, damit sich alle politischen Kräfte für das nunmehr beginnende große Aufbauwerk innerlich sammeln können. Jcb ordne daher einen Osterfrieden bis 25. April an und be­stimme insbesondere:

1. Die Tätigkeit der NSDAP., ihrer Gliede­rungen und angeschlossenen Verbände ruht wäh­rend dieser Zeit.

2. Meine Stillhalteoerfügungen hin- sichtlich der Verbände und Organisationen werden in vollem Maße aufrechterhalten.

3. Jn Staat, Gemeinden und Wirtschaft sind personelle Aenderungen während dieser Zeit grundsätzlich zu vermeiden. Soweit solche unaufschiebbar sind, können sie nur auf dem gesetz­lich vorgeschrieoenen oder von mir angeordneten Wege vorgenommen werden. Ich verweise hierbei insbesondere auf die ausschließliche Zuständigkeit der beim Reichsstatthalter eingesetzten Beauftragten für personelle Aenderungen in Staat und Wirt­schaft. Diese Beauftragten treffen ihre Anordnungen im Einvernehmen mit mir. Soweit seit dem 10. d. M. auf unoorschriftsmäßigem Wege personelle Aenderungen vorgenommen wor­den sind, werden sie hiermit außer Kraft ge­setzt. Die noch notwendigen personellen Umstellungen werden nach Ablauf der Ruhefrist aus­schließlich von den vom Führer bestimmten Stellen in geregelter Ordnung durchgeführt. Die Gauwahlleiter sind mir persönlich für die Durch­führung vorstehender Anordnungen verantwortlich."

Ein Tagesbefehl an das NSKK.

Berlin, 11. April. (DNB.) Korpsführer Hühnlein hat nachstehenden Tagesbefehl er­lassen: NSKK..Männer! Nun haben die Herren ge­sprochen, und Glocken und Fahnen künden landauf, landab den einzigartigen Sieg. Nach wochenlangem rastlosem Einsatz soll -für euch jetzt eine Zeit der wohlverdienten Ruhe . folgen, und der allge­meine Dien st des Korps bis zum 2 9. April ruhen. Empfindet das unendliche Glück dieser Tage und genießt es mit freudigem Stolz. Adolf Hitler, unser Führer, Sieg-Heil!

$ür die Kämpfer Oesterreichs.

Wiedergutmachung an den im Kampf für die nationalsozialistische Erhebung Oesterreichs Gemaßregelten.

Berlin, 11.April. (DNB.). Der Führer und Reichskanzler hat angeordnet, daß an den öffent­lichen Bedien st e t e h im Lande O e st er­reich, die wegen ihrer nationalsozialistischen Hal­tung von den früheren Machthabern gemaßre­gelt worden sind, Wiedergutmachung zu leisten ist. Nachdem schon jetzt zahlreiche national­sozialistische Kämpfer, die ihre Stellung im öffent­lichen Dienst verloren hatten, wieder einge­stellt worden sind, schasst d> ' ' laß die Rechts­

grundlage für die Wiederherstellung der zu unrecht entzogenen Rechtsansprüche, Der Erlaß gilt

für alle Beamten, Angestellten und Arbeiter des öffentlichen Dienstes, die im Kampf für die natio­nalsozialistische Erhebung Oesterreichs durch straf­gerichtliches Urteil ihre Ansprache aus dem Dienst­verhältnis verloren, Dienststrafen erlitten haben, durch Verwaltungsverfügunaen entlassen oder sonst gemaßregelt worden sind. Auch den Hinter- b 11 e b e n e rf solcher öffentlichen Bediensteten wird Wiedergutmachung des erlittenen Unrechts geleistet.

Verlängerung der Amtsdauer

der Verlrauensräte.

Berlin, 11. April. (DNB.) Durch Gesetz vom 1.April 1938, Reichsgesetzblatt 1, Seite 358, ist die Amtsdauer der Vertrauensräte erneut bis auf weiteres verlängert worden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat dem SA.-Gruppensührer Pg. Ludwig Siebert anläßlich seines 5. Jahrestages als bayerischer Ministerpräsident in Würdigung seiner Verdienste um die nationalsozialistische (Er­hebung und den nati o n a l s ozialisti scheu Staat das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, verliehen.

Der Reichsarbeitsminister hat dem Direktor des Internationalen Arbeitsamtes in Genf mitgeteilt, daß mit dem Erlöschen der Mitglied­schaft des früheren Bundesstaates Oesterreich im Völkerbund auch die Mitgliedschaft Oesterreichs im Internationalen Arbeitsamt in Genf i h r Ende erreicht habe.

Der Deutsche Turnverband in der Tschechoslowakei, der in Gablonz seinen Sitz hat, wird in feinem Bereich den Pflichtar- beitsdienst für alle Jugend turner ein­führen. Die deutschen Jndustrieverbände haben sich bereiterklärt, die Mitglieder des Turnverbandes für drei Monate freizugeben. Nach dieser Zeit wird der zum Arbeitsdienst Einberufene von feinem ur­sprünglichen Dienstgeber wieder ausgenommen.

Neue Nüstungsforderunqen der amerikanischen Marine.

N e u y o r k, 12. April. (DNB. Funkspruch.)Nel. Pork Times" berichtet aus Washington, das Ma­rineministerium habe eine Erhöhung der bereits vom Unterhaus angenommenen Flottenvorlage um 14 0 Millionen Dollar beantragt. Die Vor­lage werde in ihrer neuen Fassung insgesamt 1,26 Milliarden Dollar vorsehen. Senator Walsh, der Vorsitzende des Marineausschusses, habe bereits 60 Millionen Dollar für den Bau von 11 weiteren Schiffen vorgesehen. Außerdem fordere Marine- minifter Swanson die Genehmigung zum Bau von drei 4 5 000-Tonnen-Schlacht- schiffen an Stelle der von Roosevelt empfohle­nen 35 000-Tonnen-Schiffe, sowie die Vergrößerung der beiden geplanten Flugzeugmutterschiffe von 15 000 auf 20 000 Tonnen. Diese Aenderungen würden insgesamt 80 Millionen Dollar kosten.