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In Baltimore gibt es im Muserrm für Naturgeschichte eine Abteilung, die hervorragend präparierte Exemplare jener 104 Hundesorten enthält, die heute von den amerikanischen Hundeklubs anerkannt werden. Darüber hinaus hat man sich bemüht, auch alle besonders interessanten und berühmten Hunde-Exemplare zu Ausstellungszwecken für das Museum zu gewinnen. Da gibt es „internationale Champions" aus der Gruppe der Schäferhunde. Da sehen wir auch Toga, ein Mitglied jener bekannten Hundeschlitten-Expedition, die im Jahre 1925 das Diphterie-Serum während einer gefährlichen Epidemie nach Nome in Alaska brachte. Um die Ausstellung vollkommen zu machen, beschaffte man in jüngster Zeit besonders schöne Exemplare von Schakalen, Dingos, Hyänen, Wölfen, Coyoten und wilden afrikanischen Hunden.
Verblüffende Luftkur.
(—) London.
Die englische Sängerin Miß Gybson erlebte vor kurzem eine unangenehme Ueberraschung. Sie wachte morgens auf und war vollkommen heiser. Sie hatte einfach gar keine Stimme mehr. Der Arzt riet ihr dringend, schleunigst in die Berge zu fahren. Die reine Höhenluft werde ihr schnell die Stimme wiedergeben. Aber nun hatte Miß Gybson einen Kontrakt mit einem Theater in Newcastle. Auf dem Wege nach Newcastle aber gibt es keine Berge. Was blieb ihr also übrig? Sie nahm den Wagen und fuhr zum nächsten Flugplatz. Dort charterte sie eine Maschine und stieg mit dieser sehr schnell in beträchtliche Höhen empor. Schon als sie über den Wolken war, vermochte Miß Gybson eine Arie zu schmettern. Als sie wieder auf dem Flugplatz landete, war sie absolut in Form und erntete in Newcastle dank ihrer Schnellkur im Flugzeug reiche Lorbeeren.
Das Naturkind.
(th) Toronto.
Eines Abends tauchte in Toronto ein junger stattlicher Mann auf, der nur in Felle gekeidet war und sich als vollendetes Naturkind gebärdete. Er behauptete, von einem alten Indianer in den Wäldern aufgezogen worden zu sein, niemals mit der Kultur in Berührung gekommen zu sein und zum ersten Male Weiße zu sehen. Da er in den indianischen Künsten Bescheid wußte, so glaubte man ihm und veranstaltete Geldsammlungen für ihn. Als er jedoch kurz darauf mit einem Journalisten warme Würstchen essen ging und wußte, daß dies ..Hot dogs“ waren, kam man dahinter, daß die Geschichte von dem Naturkind der Einfall eines Arbeitslosen gewesen mar, um auf bequeme Art zu Geld zu kommen.
Klageschrift als Bilderrätsel.
C. K. Prag.
Bei dem Bezirksgericht von Berehooo im östlichsten Teil der Tschechoslowakei traf dieser Tage ein merkwürdiger Brief ein. Er enthielt nicht einen einzigen Buchstaben,, dafür aber 260 kleine Zeichnungen, die zum Test wie Karikaturen aussahen. Die Richter, denen das Blatt vorgelegt wurde, standen ratlos vor der seltsamen Botschaft, bis einer von ihnen, der seine Musestunden gern mit dem Lösen von Bilderrätseln ausfüllt, zu bemerken glaubte, daß die Reihe von Zeichnungen und Karikaturen augenscheinlich etwas Bestimmtes ausdrücken wollte. Schließlich gelang es, das Bilderrätsel zu lösen, das eine ganz bestimmte Klage vorbrachte. Der Brief war vön einem Tischler namens Nicolaus Baran- csis abgesandt, der zwar nicht schreiben gelernt hatte, aber doch recht gut zeichnen konnte. Er sah sich vor die Notwendigkeit gestellt, einen Kunden zu verklagen, den er nicht zur Zahlung seiner Rechnung bewegen konnte, und so verfiel er auf den Gedanken, alles, was er gegen diesen vorzubringen hatte, in Bildern auszudrücken. Das Gericht wollte nicht weniger originell sein als dieser Tischler und
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B. Edinburgh.
Einen wahrscheinlich unbestrittenen Rekord hat ein junges schottisches Paar aufgestellt, das sich auf einem Tanzvergnügen in einem Dorf in der Nähe von Elgin in der Grafschaft Morayshire zum ersten Male traf. Vor zwei Minuten Hatte es sich kennengelernt, als der junge Mann um die Hand des jungen Mädchens anhielt, und zwei Stunden später waren sie Mann und Frau, nach schottischem Gesetz in dem Häuschen des Nachtwächters verheiratet. Er ist ein 22jähriger Londoner, Reisender eines Glasgower Geschäftshauses, sie ein zwanzigjähriges Mädchen aus Elgin. „Ich sah Margaret und war sofort von ihr angezogen", erzählte der junge Ehemann. „Ich tanzte mit ihr einmal, und dann faßte ich den schnellsten und entscheidendsten Entschluß meines Lettens, indem ich sie fragte, ob sie mich heiraten wollte. Sie sagte Ja, und wir entschlossen uns, die Hochzeit sofort zu feiern. Zuerst dachten wir daran, im Auto nach Gretna Green zu fahren, aber das war uns zu weit. Dann wollten wir unsere Hochzeit auf der See feiern und fuhren schnell mit dem Auto nach Buckie an der Küste. Als wir dort ankamen, war aber stürmisches Wetter, und die See ging hoch, so daß meine Braut erklärte, daß sie ihr zu rauh wäre, und sie es nicht wagte, in einem Ruderboot hinauszufahren." So wurde die einfache Zeremonie an Land gefeiert.
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Frauen mit Giraffenhäljen.
C. K. Bombay. j In einem bergigen Hochlands im Herzen von . Hinterindien liegen die Schan-Staaten, die von - Nachkommen der Ureinwohner des Landes bewohnt ( werden, und im südlichen Teil leben die Padaungs, ; deren Frauen einen ganz außergewöhnlichen An- - blick bieten. Sie sind als die „Frauen mit dem , Giraffen-Hals" bekannt. Um den Hals und um , die Beine tragen sie schwere massive Messing- : spiralen, und je länger dadurch der Hals gestreckt wird, desto schöner erscheint die Frau, desto mehr Heiratsaussichten hat das junge Mädchen. Wie dieser merkwürdige Schmuck zustandekommt, wird in „Reclams Universum" erzählt. Es ist eine Qual, ihn zu tragen, die aber auch von den Frauen dieses Landes als ein Opfer für die Schönheit hingenommen wird. Schon Kindern werden diese Spiralen angelegt, um den Hals frühzeitig zu strecken; und ist das Mädchen dann erwachsen, so werden die endgültigen Ringe angelegt, die nie mehr abgenommen werden! Die Halsmuskeln verlieren vollständig ihren Zweck, der Kopf sitzt auf dem schweren Zylinder aus Messingspiralen auf und rann nur ganz wenig gedreht werden. Das Ganze sieht einem teuflischen Marterwerkzeug sehr ähnlich.
Missionare, die in letzter Zeit in das Gebiet der Padaungs eindrangen und sogar einige Bekehrungen des Stammes von feiner primitiven „Nat"- Religion, die nur Geister verehrt und fürchtet, zum Christentum durchsetzen konnten, waren noch nicht imstande, die Padaungfrauen von der Sinnlosigkeit, aber auch Gefährlichkeit ihres Schmuckes zu überzeugen. Der einzige Erfolg war bis jetzt der, daß sich besonders fortschrittliche Frauen zwischen Hals und Metall ein Stück Tuch klemmten, um das Wundscheuern zu verhindern. Es ist wahrscheinlich, daß dieser merkwürdige Auswuchs einer „Mode" nicht mehr allzu lange bestehen wird; denn das abgeschlossene Leben des Stammes, zu dem zu gelangen nur Ueberwindung außerordentlicher Schwierigkeiten möglich ist, hat eine Inzucht zur Folge gehabt, durch die die Lebenskraft des Volkes verbraucht zu sein scheint. Selten werden die Padaungs älter als vierzig Jahre; heute leben nur noch einige Hundert, und man muß mit dem völligen Aus- sterben des Stammes rechnen.
Der südafrikanische Schampus.
(rb) Kapstadt.
Seit einiger Zeit wird in Südafrika in größerem Umfang Schaumwein hergestellt. Offenbar hat man tüchtige Fachleute zu Rate gezogen. Die Qualität soll nichts zu wünschen übriglassen. Man hat diesem Sekt auch recht schöne Namen gegeben, aber das Wort Champagner darf nicht darin vorkommen. So liest man denn Bezeichnungen wie „Dry Imperial“, „Dry Dominion“, „Cap Imperial“ usw. Die Bezeichnung Champagner muß peinlich vermieden werden, weil die Regierung der Südafrikanischen Union vor zwei Jahren mit der französischen Regierung ein Abkommen unterzeichnete, wonach südafrikanische Weine mit Champagner-Charakter von einem bestimmten Zeitpunkt ab nicht mehr mit diesem Markenwort ausgezeichnet werden dürfen. So bat denn Südafrika seinen Champagner — nur der Name fehlt ihm.
Mit dem Revolver auf die Leinwand!
B. Washington.
Während der Aufführung eines Wildwestfilmes in einem Kino von Charleston in West-Virginia war die Handlung, die sich zwischen Cowboys und Indianern abspielte, gerade auf ihren Höhepunkt gelangt, als ein von dem wilden Getümmel auf der Leinwand in höchste Aufregung versetzter Zuschauer sich nicht mehr beherrschen konnte, seinen Revolver aus der Tasche riß und ein Schnellfeuer aus die rothäutigen Bösewichter eröffnete. Eine Kugel kam als Querschläger in den Zuschauerraum zurück und verletzte ein vierzehnjähriges Mädchen schwer. Unter dem Publikum entstand eine furchtbare Panik, und in dem Gedränge wurden mehrere Personen schwer verletzt. Man verhaftete den wilden Schützen, der selber ganz entsetzt war, als er sah, welches Unheil er in feiner leidenschaftlichen Erregung angestiftet hatte.
Spitz erbt 30000 Dollars.
B. C h i k a g o.
Spitz, ein kleiner, ganz weißer Eskimohund in Chikggo, steht zwar noch völlig unter dem Eindruck eines unersetzlichen Verlustes,/ den er durch den Tod seiner Herrin, einer Miß Margaret McDermott, erlitten hat, aber seine Zukunft ist gesichert; denn das ganze Vermögen von 30 000 Dollar, das die Verstorbene hinterlassen hat, ist in ihrem Testament ihm vermacht. Er wird auch nicht mehr angefochten werden in diesem Besitz. Natürlich haben einige nahe Verwandte das Testament angegriffen, aber das Zioilgericht von Chikago hat keine Schwierigkeiten darin gesehen, Spitz als den Universalerben des alten Frauleins anzuerkennen, und so mußten die Verwandten traurig abziehen. Spitz hatte einen ausgezeichneten Verteidiger seiner Sache in dem Notar Ö. A. Roß, der das Testament 3u vollstrecken hatte und als einziger Zeuge in dieser Sache vor Gericht vernommen wurde. Er gab eine für Spitz sehr ehrenvolle Erklärung ab: „Meine Klientin hat mir gegenüber oft wiederholt, daß sie in der Welt nur einen einzigen Freund habe, der sie wirklich um ihrer selbst willen liebte und dessen Treue jeder Erprobung standhielte. Dieser einzige Freund war Spitz..." So bleibt also der kleine Eskimohund glücklicher Besitzer der 30 000 Dollar, und er ist keineswegs der einzige Hund in Amerika, der über eine so schöne Rente verfügt.
Glasblumen und Hunde.
Gn. Ne^uyork.
Das Harvard-Peabody-Museum wird im Jahr von rund 250 000 Menschen besucht. Dieses Museum enthält nichts anderes als Glasblumen. Die Blumen wurden seit dem Jahre 1880 in mühsamer Ar-
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