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Nachdruck verboten!
N e u y o r k, Dezember 1937.
Aus aller Welt.
Allgemeine Teilnahme dem Flugzeugunglück in Argenkinlen.
Kleine politische Nachrichten.
An Stelle des zum Jahresende wegen Erreichung der Altersgrenze zurückgetretenen Direktors des Weltpostvereins Nerim wählte der Bundesrat Reinhold Furrer, bisher Direktor des Zentralamtes für die internationale Eisenbahnbeförderung und früher eidgenössischer Oberpostdirektor. An seine Stelle wird wahrscheinlich der Direktionspräsident der Schweizerischen Bundesbahnen. Dr. Schrafl, treten.
Der ungarische Reichsverweser begibt sich auf Einladung des Präsidenten der polnischen Republik zu Anfang Februar nach P o l e n. Er wird in Krakau empfangen, von wo sich die beiden Staatsoberhäupter zur Jagd in das Bialowitzer Gebiet begeben.
Der englische Verkehrsminister Dr. Leslie B u r g i n ift auf der Rückreise von Davos mit seiner Gattin in München eingetroffen. Er besichtigt auf Einladung des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen die Autobahn München — Salzburg und den Abschnitt Siegsdorf—Berchtesgaden der Deutschen Alpenstraße und fährt dann in Begleitung von Dr. Todt ihi Sonderzug nach Nürnberg, um die Autobahn Nürnberg—Halle zu bereisen.
anwolt sich auf den Rechtsstandpunkt stellte, daß die Eltern nicht willkürlich die Staatsangehörigkeit ihres minderjährigen Kindes ändern könnten, daß Fräulein Elg noch immer amerikanische Bürgerin sei und daß ihr diese amerikanische Staatsangehörigkeit nicht ohne weiteres abgesprochen werden könne. Er stellte daher den Antrag, das Staatsdepartement anzuweisen, dem Fräulein Elg einen amerikanischen Reisepaß auszustellen. Das Bundesbezirksgericht hat sich dieser Auffassung angeschlossen.
Entscheidung amerikanischenStaatsschutz beanspruchen könnten. Das Staatsdepartement betont, daß die Entscheidung zu unendlichen internationalen Verwicklungen fuhren könnte in Fällen, in denen in Amerika geborene junge Männer ihr amerikanisches Bürgerrecht geltend machen würden, um sich gegen die Einziehung zum Militär d i e n st in den Staaten, in denen sie nun dauernd ihren Wohnsitz haben, zu schützen.
Am 8. März 1921 erfolgte eine Ausdehnung fremden Besatzung bis zu den Eingangspforten niederrheinischen westfälischen Industriegebietes Düsseldorf und Duisburg.
Der entscheidende Stoß aber erfolgte 1923 nun 15 Jahren. Am 9. Januar 1923 stellte
Zwischen Vertretern der deutschen und der italienischen Regierung wurde vereinbart, daß Deutschland eine größere Anzahl italienischer land- wirtschaftlicherArbeiter und Wanderarbeiter verwenden wird. Auch die Fragen der Sozialversicherung und der Ueberweisung von Lohnersparnissen sind geklärt worden.
Damit ist allerdings diese interessante Staatsangehörigkeitsfrage noch nicht erledigt, denn - das
„Im Namen von Oranten mach auf das Tor!" so lautet die Inschrift auf dieser originellen Festpostkarte, die anläßlich des bevorstehenden freudigen Ereignisses im holländischen Königshaus in Holland verbreitet wird. — (Asfo^iated-Preß-M.) Kunst und Wissenschaft.
Erna Sack von ihrer Konzertreise nach Amerika zurückgekehrt.
Die Kammersängerin Erna Sack von der Dresdener Staatsoper ist von ihrer Konzertreise durch die Vereinigten Staaten nach Deutschland zurück- gekehrt. Sie traf an Bord des Lloyd-Schnelldampfers „Bremen" in Bremerhaven ein. Die Künstlerin äußerte sich sehr befriedigt über ihre Aufnahme in den Vereinigten Staaten, wo sie 20 Konzerte in verschiedenen großen Städten gegeben hat, die alle ein volles Haus brachten. Auch der amerikanische Rundfunk hat an den Weihnachtsfeiertagen Darbietungen der „deutschen Nachtigall" auf alle Sender Übertragen.
Frobenius-Expedition nach Australien.
Nachdem das Kulturmorphologische Institut von Geheimrat Professor Dr. F r o b e n i u s in Frankfurt in zwölf Expedittonen Afrika durchforscht hat, unternimmt. Frobenius jetzt Expeditionen in dis übrigen Erdteile, um durch die dort gewonnenen Ergebnisse die Resultate aus Afrika zu bestätigen. Eine Expedition befindet sich noch auf der Insel Cerarn und den Molukken und wird auch erst im April zurückerwartet. Jetzt startet eine Expedition zum ersten Male nach Australien. Ende Januar begibt sich die Expedition von Frankfurt aus nach Westaustralien, um einige unbekannte Starnrnes- gruppen der Australier zu erforschen. Die Expedition, bie aus öret Forschern und zwei Malerinnen besteht, wird sich über Genua nach Sidney begeben, von wo sie weiter nach Port Freernantle gebracht wird. Der eigentliche Ausgangspunkt der Expedition ist bie- Beagle-Bay. Es werden ethnographische wie auch vorgeschichtliche Forschungen betrieben werden. Ein besonderes Ziel der Expedition ist ein Volk in Westaustralien, bei dem vorgeschichtliche Felsbilderkunst sich bis heute lebendig erhalten hat
Alfred huggenberger liest in Berlin.
Der bekannte schweizerische Dichter Alfred Huggenberger, der vor wenigen Wochen seinen 70. Geburtstag begehen konnte, und der jüngst vom badischen Unterichtsministerium mit dem Hebel- preis ausgezeichnet wurde, unternimmt eine Vortragsreise durch Deutschland. Huggenberger, der in Deutschland eine große Lesergemeinde besitzt, kündet in seinen Büchern von der Kraft der Erde und der natürlichen Bindung des Menschen an Heimat und Volk In seinem Werk lebt eine tiefe Religiosität. Im Rahmen eines von der Fichtegesellschaft, Berlin, veranstalteten Abends wird der Dichter aus eigenen Werken lesen. Das Protektorat dieser Veranstaltung hat der Gesandte der Schweiz, Exzellenz D i n i ch e r t übernommen.
nach kurzer Zeit bie Schneedecke um etwa 10 Zentimeter erhöhten In den oberbayerischen Bergen dagegen sind die Schneefälle nur gering gewesen. So hat sich in Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden die Schneehöhe so gut wie nicht geändert, während Kempten, Füssen, Sonthofen und Hindelang je 10 Zentimeter Neuschnee melden. Aus den Allgäuer Bergen wird sogar eine Erhöhung der Schneedecke bis zu 25 Zentimeter berichtet.
Der Sternflug von hoggar.
Die Teilnehmer am Touristik-Wettbewerb des internationalen Sternfluges von Hoggar,^ unter ihnen auch die drei deutschen Messerschmitt- Flugzeuge, sind in Tamanrasset (Hoggar-Gebirge) eingetroffen.
Fünf Todesopfer durch Brände in England.
Bei einem Hausbrand in Nottingham kam eine vierköpfige Familie ums Leben. Der Mann prang aus dem Fenster des ersten Stockwerkes und zog sich schwere Verletzungen zu, an denen er im Krankenhaus starb Seine Frau und die beiden Töchter erlitten tödliche Rauchvergiftungen. — Bei einem Hausbrand in Oxford verbrannte ein > fünfjähriges Mädchen
, Ein Flugzeug macht sich selbständig.
Auf dem Militärflugplatz von Nirnes ereignete sich ein eigenartiger Unfall. Ein Schulflugzeug, das von einem Prüfling verlassen wurde, um mit noch laufendem Motor einem zweiten Flugschüler übergeben zu werden, machte sich in der kurzen Ablösungspause selbständig, brauste unbemannt über das Flugfeld und hob sich in die Lüfte. In etwa 50 Meter Höhe kreiste das Ausreißerflugzeug einige Minuten, bis die Maschine schließlich absackte und auf dem Erdboden zerschellte, ohne sonst Schaden anzurichten.
Die Nähnadel gehört nicht ans kleid!
In Grünbach (Rheinprovinz) hatte eine junge Frau beim Nähen eine Nadel mit dem Faden an chr Kleid gesteckt. Bald darauf nahm sie ihr sechs Monate altes Kind auf den Arm. Dabei drang dem Säugling unbemerkt die Nadel in den Leib. Erst später, als die Mutter das Kind ins Bett bringen wollte, entdeckte sie am Unterleib des Säuglings den Zwirnsfaden und sah, daß die Nadel in den Körper gedrungen war. Das Kind mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo die Nadel auf operativem Wege entfernt wurde.
der Trauung wurde im Garten des Schlosses in Athen diese Aufnahme gemacht. Sie das junge Paar mit den Eltern der Braut. Links Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg, rechts Herzogin Viktoria Luise. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
nach den Vereinigten Staaten zurück und ließ sich in Neuyork nieder. 1934 jedoch entschied das Staatsdepartement, daß Fräulein Elg schwedische Staatsangehörige feie Es wurde ihr deshalb ein neuer amerikanischer Reisepaß für eine Europareise verweigert.
Fräulein Elg leitete daraufhin ein Verfahren vor dem Bundesbezirksgericht > ein, in dem ihr Rechts-
Wer ist amerikanischer Bürger?
Von unserem E. M.-Verichterstaiier. z
........ amerikanische Bürgerrechtsfragen tief eingreifende Entscheidung, die auch dem Staatsdepartement große Sorgen verursacht, hat soeben das Bundesbezirksgericht in der Bundeshauptstadt Washington gefällt. Es hat entschieden, daß in Amerika geborene Kinder i h r amerikanisches Bürgerrecht ungeachtet der Staatsangehörigkeit der Eltern niemals ver- liere.n können. Fräulein Marie Elisabeth Elg, die 1907 in den Vereinigten Staaten als Tochter chwedischer Eltern geboren wurde, bie schon ein Jahr vorher das amerikanische Bürgerrecht erworben hatten, siedelte, als sie vier Jahre alt war, mit ihrer Mutter in deren alte Heimat Schweden über. Der Vater folgte 1923 nach. Die Familie erlangte auf Grund der Staatsangehörigkeitsgesetze Schwedens und eines zwischen den Vereinigten Staaten und Schweden zur Regelung der Staatsangehörigkeitsfrage geltenden Vertrags wieder das chwedifche Bürgerrecht. Fräulein Elg kehrte 1929 mit einem Reisepaß^ in dem ihre Staatsangehörigkeit als Amerikanerin angegeben wurde,
DerNanbznq insNuhrgebiei
Am 11. Januar dieses Jahres waren 15 Jahre verflossen, seitdenz die alliierten Truppen auf französische Veranlassung weite deutsche Gebiete über bie sogenannte Rheinlandzone hinaus militärisch besetztem Dieses Vorgehen lebt in ber Geschichte als der sogenannte „Ruhrkampf" fort, wenn bamit auch keineswegs biefer große historische Vorgang umschrieben ist, benn feine Ausstrahlungen unb Auswirkungen erstreckten sich auf alle Rheinlande; darüber hinaus^ war es ein Stoß in das Herz des deutschen Staats- und Wirtschaftslebens. Schon mit dem ersten Einmarsch der alliierten Truppen in die friedlichen Westprovinzen begann dieser Kampf. Es zeigten sich sehr bald die von Paris ausgehenden Absichten, die deutschen Rheinlande vom Mutterlande zu trennen. Die sogenannte „Kulturpropaganda" sollte dazu ebenso bienen wie ber wirtschaftliche Druck. Die Begünstigung ber Sonberbündler unb andere Methoden gehörten zu den Bestandteilen der „aktiven Rheinlandpolitik", wie sie von den Chauvinisten der Siegermächte befürwortet wurde. Die deutsche Staatshoheit war gelähmt durch die „Ordonnanzen" der interalliierten Rheinlandkommission in Koblenz.
deren Fällen derartiger Staatsangehörigkeitsfragen ergeben könnten. Das Staatsdepartement hat deshalb beim Oberbundesgericht in Washington sofort Berufung gegen diese Entscheidung eingelegt und darauf hingewiesen, es dürften heute Hunderte ähnlicher Fälle geben, in denen Leute in k r i e g f ü h - reiben Ländern leben unb auf Grunb dieser
Die Anteilnahme an dem Absturz des argentinischen Heeresflugzeuges ist allgemein. Als einer der ersten drückte der deutsche Geschäftsträger in Buenos Aires das Beileid des Reiches aus. Präsident Justo fuhr in einem Sonderzuge nach Montecaseros (Provinz Corrientes), um der Ueber- führung der Verunglückten nach Buenos Aires beizuwohnen. Unter den Getöteten befindet sich auch der ehemalige argentinische Militärattache in Berlin, Oberst Schweizer, der Chef des Militärkabinetts, ferner der Unterstaatssekretär im Marineministerium, Oreschnik, und der Kommandeur des 1. Fliegerregimentes, Oberstleutnant Bergamin i, der das Flugzeug selbst führte.
Amerikanisches Flugbool verschollen.
Der „Samoa-Clipper", ein viermotoriges amerikanisches Flugboot, das mit einer sechsköpfigen Besatzung von den Samoa-Inseln nach Auckland flog, ist verschollen. Das Flugboot teilte in einem Funkspruch mit, daß es wegen eines drohenden Taifuns umkehren müsse. Seither ist kein weiterer Funkspruch mehr gehört worden. Man befürchtet, daß das Flugboot ad gestürzt oder bei einer Notlandung im Stillen Ozean so schwer beschädigt worden ist daß die Funkeinrichtung nicht mehr arbeiten kann. Der „Samoa-Clipper" befand sich au: seinem zweiten Flug über die erst im letzten Monat eröffnete Luftlinie Hawai — Neuseeland. Die USA.= Marinestation auf den Samoa-Inseln unternimmt eine Suchaktion.
Wyker Schiffer im Wattenmeer verschollen.
Zwei Schiffer aus Wyk auf Föhr fanden zwischen den Inseln Föhr und Amrum das Motorboot „Zukunft", das ohne Besatzung und bis oben voll Wa - fer geschlagen war. Das Boot gehörte dem Schiffer Goldbersen, der dieser Tage den Wyker Hafen verlassen hatte. Trotz sofort angestellter Nachforschungen konnte der Schiffer nicht gefunden werden, so daß angenommen werden muß, daß er im Schneetreiben umgekommen ift.
Starker Schneefall im Allgäu.
Nach starkem Föhneinschlag haben im Allgäu wieder sehr starke Schneefalle eingesetzt, die
gestellt werden sollen, die im Laufe der Jahre bald I in diesem, bald in jenem Beruf tätig tparen und | somit — mehr oder minder vollständig — als „angelernte" Arbeiter eingestellt werden können. Angestellte in ähnlicher Lage werden ihre eigenen Bemühungen daraus zu richten haben, daß sie in einem Beruf unterkommen, wo wirklich Arbeitskräfte ihrer Art gesucht werden
„Reparationskommission", auf Verlangen Frankreichs fest, daß Deutschland in *ber Lieferung von — Telegraphenstangen rückständig geblieben fei. Damit hatte Poincar 6 den Vorwand für den Einmarsch in das Ruhrgebiet erhalten. Am 10. Januar teilte die französische und belgische Regierung mit, daß sie „Ingenieure" in das Ruhrgebiet entsenden würden, um die Kohlenlieferungen zu beaufsichtigen. Diese „friedliche" Aufgabe solle durch Truppen „geschützt" werden. Am 11. Januar fand der Einmarsch ins Ruhrgebiet statt. Fünf Divisionen mit 75 Tanks und Hunderten von Fliegern besetzten zunächst Essen und Gelsenkirchen unb bald darauf bas ganze Ruhrgebiet. Gleichzeitig wurde das „altbesetzte" Rheinland mit verstärkten fremden Garnisonen versehen. Das Ziel Poincares und Clemenceaus, das Rheinland dauernd vom Reiche zu lösen, schien nahe. Gleichzeitig am 10. Januar 1923 besetzten litauische Freischärler die deutsche Stadt Memel im Osten.
Die Bevölkerung des Westens antwortete mit dem passiven Widerstand. Die Reichsregierung unter Reichskanzler Cuno berief ihren Pariser Botschafter ab. Alle Lieferungen an die Besatzungsmächte wurden eingestellt, deutsche Beamte weigerten sich, für die fremden Machthaber zu arbeiten, bald lagen die Eisenbahnen still, die Kohlen für die fremden Machthaber wurden nicht befördert. Die Besatzung antwortete mit Willkürakten schlimmster Art. Der Versuch der fremden „Ingenieure", das Ruhrgebiet und seine Hilfsmittel auszubeuten, es durch eine Zollgrenze bis Hamm vom Reiche । abzuschnüren, legte bas Wirtschaftsleben fast völlig i still, schuf Verbitterung und Not und verschärfte die i Inflation der deutschen Währung.
Der Ruhrkampf war reich an dramatischen Er- ■ eignissen. Die Treue d^r Bevölkerung zu ihrem Vaterlande, mochte es noch so schwach und ohnmäch- i tig sein, hat sich in überwältigender Weise bekundet ; 121 Deutsche sind getötet worden, 10 zum ' Tods, *5 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worben, 1500 Jahre Gefängnis würben verhängt, : 145 000 Menschen würben aus ber H e i- mat vertrieben Unvergeßlich ist der Tag im Kruppwerk in Essen, wo 12 Arbeiter unter französischen Kugeln tot zusammenbrachen, heilig ist bem deutschen Volke bas Sterben Leo Schlageters auf ber Golzheimer Heibe bei Düffelborf. Auf zwölf Milliarden Goldmark wird der Schaden berechnet, der dem deutschen Volksvermögen zugefügt wurde Der passive Widerstand verlor indessen auf die Dauer seine Wirkung, weil hinter der kämpfenden Bevölkerung der Westprovinzen fein einheitliches Volk und kein geschlossener nationaler Wille stand
Die englische Regierung hat versucht, den Ruhrkampf durch diplomatische Mittel zu beendigen Lange Zeit war Frankreich nicht bereit, darauf einzugehen, auch als im Sommer 1923 der Kampf von deutscher Seite abgebrochen worden war. Erst im Herbst beschloß die Reparationskommission, die Aufnahme neuer „Verhandlungen" die von Deutschland n em e schwere Opfer forderten. Die Londoner Konferenz im August 1924 brachte die Zusage ber etappenweisen R ä u m u ng ber wiberrechtlich besetzten Gebiete unb die Rückgabe der deutschen Bergwerke und Eisenbahnen. Die Rheinlandfrage selbst blieb noch jahrelang in ber Schwebe. Es sind b i 11 e r ft e Erinnerungen für bas beutsche Volk, bie sich an bie Zeit vor 15 Jahren knüpften. So hell bie Opferbereitschaft ber bebrückten Bevölkerung strahlte, so nieberbrüdenb waren bie Zeichen ber Zerrüttung und Verarmung. Erst die Tat Adolf Hitlers, der. uns die Wehrhoheit im ganzen Reiche wiedergab, konnte uns die Gewähr dafür geben, büß solche Ereignisse für bie Zukunft unmöalich finb. Das Deutsche Reich ist roieber Herr feines Laubes unb feiner Grenzen. B. R-
Die älteren Angestellten.
Die Wiebereinstellung ber zahlreichen älteren und erwerbslosen Angestellten, die während der großen Wirtschaftskrise ihre Stellung verloren hatten, war nach dem 30. Januar 1933 ein schwieriges Kapitel. Schließlich wurde ein gelinder Druck ausgeübt, um dieses dornige Problem zu lösen. Es kann heute mit -tiefer Befriedigung festgestellt werden,daß auch diese Aufgabe in weitern Umfange g e I ö ft worden ist. Von dem ursprünglichen Kreis von 40 000 im buchstäblichen Sinne erwerbslosen Angestellten konnten 37 000 wieder in Arbe.it und Brot gebracht werden. Nun ist es aber nicht so, daß nur noch 3000 erwerbslose Angestellte übrig geblieben wären. Aus dem Urgesunden Triebe heraus, unter allen Umständen durch eigene Arbeit wieder irgendeinen normalen Verdienst, und fei es auch nur einen bescheidenen, zu gewinnen, haben viele dieser Angestellten Notstellungen übernommen.
Sie suchten unterzukommen, wo sich gerade eine Möglichkeit dazu bot Daß bas in manchen Fällen auch mit persönlichen Verzichten und Entsagungen moralischer, also nicht -rein materieller Art verbunden war, läßt sich wohl leicht erraten. Und so kann es nicht- Wunder nehmen, daß jetzt bei den Arbeitsämtern zahlreiche Meldungen einlaufen, in denen die Bitte ausgesprochen wird, den ehemaligen erwerbslosen Angestellten eine Möglichkeit zu eröffnen, ihre Leistungen und Fähigkeiten voll einzusetzen. Diesem Wunsche wird naturgemäß in weitem Umfange entsprochen, wie ja auch auf Grund der Arbeitsbücher und einer besonderen für Mai eivALktzte« Erhebung auch jene Arbeiter fest-


