ttr.Q Zweiter Matt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiaer für Gberbeffen)
Mittwoch,!? Januar 1938
Lunge deutsche Nation.
11 Preisträger unserer Weihnachtspreisaufgabe „Neun Bilder und eine kleine Geschichte" erzählen...
Von 1 bis 9!
Zu Fuß, zu Pferd und mit der Bahn kann man von Gießen an der Lahn, auch mit dem Auto, wenn's gefällt fortreisen in die weite Welt.
Das Mädel mit dem Kaffeetopf sehnt sich nach einem Puppenkopf, mit Kleidchen, feinem Schürzchen an, da hält es seine Freude trän.
Wie heimisch, festlich, traut und mild schaut aus das dritte Rätselbild, ein Weihnachtsbild, so treu und wahr grab wie zu Haus in jedem Iaht. Paar Skier wünscht ich mir schon lange, zu Lernen wär es mir nicht bange, natürlich dann auch tüchtig Schnee bis an die Knie hin müßt' er geh!
An dem Klavier das Mägdelein das lernt ein Lied fürs Christkindlein, bis daß die Lichter brennen, will es das Liedchen kpnnen.
Das Bübchen mit dem Teddybär will noch nicht schlafen ein; drum fragt es an der Zimmertür sein liebes Mütterlein.
Einmal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag, träumt das kleine Mädchen in seinem Kinderbettchen.
So schwierig scheint mir nicht der Fall
x beim Bübchen mit dem Gäulchen; so viel ich seh', heult er noch nicht, verzieht nur ein bißchen das Mäulchen. Immer soll man richtig gehn und nach links und rechts hin sehn. Doch auf allerkürztem Weg über Straß und über Steg.
Kurt Häuser, Gießen, 13 Jahre alt.
Md ist Welynochten!
Bald ist wieder Weihnachten. Wir Kinder können es kaum mehr erwarten. Lange Wunschzettel mit großen und kleinen Wünschen sind an das Christkind abgeschickt worden. Da ist die kleine Hannelotte. Sie hätte gerne ein Paar Schneeschuhe. Oft hat sie sich zwei Bretter an die Füße gebunden und es so versucht. Aber nun will sie ein Paar Richtige haben. Denn „Früh übt sich, wer ein Meister werden will." Mein Bruder Werner hat noch vom .vorigen Jahr viele Soldaten. Dieses Jahr wünscht er sich noch eine Eisenbahn, und dann geht's los „zu Fuß, zu Pferd, mit der Bahn" Ännemariechen hat sich im Schaufenster schon immer die schönen Spielsachen betrachtet. Sogar beim Milchtrinken schaut sie sehnsüchtig über den Tassenrand und denkt: „Ob mir das Christkind das Püppchen bringt?" Nachbars Peter war nicht immer ganz brav. Nun fitzt er nachdenklich am Boden und überlegt einen „Schwierigen Fall". Friedel hat schon ihren Schlafanzug an und will sich ins Bett legen. Auf der Treppe kommt ihr Plätzchengeruch entgegen, und leise schlüpft sie noch einmal zur Mütter hinein und fragt: „Darf ich noch aufblei- ben?" Die Gescheüke für die Eltern sind schon ausgesucht. An einem Nachmittag werden die Sparbüchsen geleert, und dann geht's in die Stadt. Beim Ueberichreiten der Straße geht die älteste voran und ruft: ^Auspuffen, hat Mutti gesagt!" Die größeren Geschwister machen schöne Handarbeiten und fragen die kleineren: „Wißt ihr noch wie oor'ges Iaht, es am Heil'gen Abend war?" Gertrud ubt immer am Klavier 'und sagt freudestrahlend zur Mutter: „Am Heiligen Abend kann ich's." Endlich ist es oweit, und wir können singen: „Einmal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag."
Gertrud Conrad, Lang-Göns, 11 Jahre alt.
Der WeWachMaum.
Inge lag nach dem Weihnachtsabend in ihrem Bettchen und konnte nicht schlafen. Sie dachte an die vielen schönen Sachen, die sie bekommen hatte, da saß der Teddy unter dem Weihnachtsbaum urfb die neue Puppe unb bas schöne Bilderbuch lagen daneben. ,,, r ar . . ,
Plötzlich war sie doch emgeschlasen. Aus einmal befand sie sich in einem dichten Wald. Im Schnee zeigten sich große Futzstapfen, da mußte em M-chch gegangen fein. Inge suhlte sich sehr müde und setzte sich aus einen Baumstumpf. Doch plötzlich vernahm sie fernes klingen, und ein zartes Stsmmchen fang ein Weihnachtslied. Immer näher kam das lieblia)e Geräusch Auf einmal stand das Christkind vor ihr. Freundlich sprach es: „Habe keine Angst und geh mit mir, ich werde dir etwas zeigen! Es führte Inge nun in eine dunkle Höhle. Als das Christkind aber eintrat, glänzte alles wie Gold. Plötzlich wurde es in der Höhle lebendig. Aus allen Ecken, und Winkeln krochen kleine Männlein hervor, die nahmen Inge mit in einen anderen Raum. Dort saß der Teddy und die neue Puppe Trude. H^cher^u wollte Inge auf sie zulaufen, da hörte sie die Stimme der Mutter: „Jngelein, steh auf, es ist heute noch Feiertag!" .. , .,
Da erwachte Inge und sprang vergnügt aus ihrem Bettchen. Schnell nahm sie ihren Teddy m den Arm, der neben ihrem Bett gewacht hatte, und lies in ihrem Schlafanzug in das Weihnachtszimmer, wo sie alle anderen-Gaben fröhlich begrüßte.
Brigitte Stoltenberg, Gießen, 9 Jahre alt.
Einmal werden wir noch waw...
Inge legt sich recht froh und aufgeregt ins Bett. Ist doch, wenn sie wieder wach wird, Weihnachts- tgg. Am Abend kommt dann das Christkind. Sie ist heute recht artig gewesen, denn Mutti hat gesagt: „Inge, wenn du nicht artig bist, bringt das Christkind nicht die Puppe, sondern nur Nutze unb Schmiße." Inge hatte heute Abend noch einmal so schnell ihre Suppe gegessen als sonst. Nun liegt sie erwartungsvoll im Bett. Was wird wohl das Christkind alles bringen, denkt sie. Aber bald ist
sie eingeschlafen und träumt die tollsten Sachen. Sie I sieht den Weihnachtsbaum mit all seinem Lichterglanz. Sie und die Mutter fingen: „Stille Nacht, heilige Nacht" — und ihr kleiner Bruder quakt oft dazwischen. Da klopft es leise an die Tür. Der Vater ruft: „Herein", und das Christkind tritt ein. Ganz weiß ist es gekleidet. Als sie das Lied beendet, haben, fragt das Christkind mit feiner Stimme, ob Inge auch recht artig gewesen sei, und wer da vorhin geschrien habe. Die Mutter sagt: „Inge ist recht brao gewesen, nur ihr kleiner Bruder habe mitsingen wollen, er hätte es aber noch nicht gekonnt." Da muß das Christkind lachen. Nun teilt es die Geschenke aus. Inge erhält die gewünschte Mamapuppe mit langen Zöpfen, ein kleines Bäbi, Zuckerplätzchen und Nüsse, ihr kleiner Bruder ein Schaukelpferd. Da wird sie plötzlich wach. Ihr kleiner Bruder hatte geschrien. Die Mutter kommt nun auch ins Zimmer und Inge erzählt ihr ihren Traum. Dann legt sie sich ruhig hin und als die Mutter das Licht ausgeschaltet hat, schläft sie weiter.
Gretel Ranft, Beuern, 10 Jahre alt.
Merkwürdiger Traum.
Peterchen hatte vom Christkind eine elektrische Eisenbahn, eine Menge Soldaten zu Fuß und zu Pferd und endlich einen Hampelmann bekommen. Er war schon lange mit den Sachen am spielen. Aber auch das Spielen macht müde, und so ging Peterchen nach einiger Zeit ins Bett. Er schlief bald ein und hatte einen merkwürdigen Traum. Was dies für ein Traum war, will ich jetzt erzählen:
Peterchen wurde auf ein Geräusch aus dem Nebenzimmer aufmerksam. Er schlich sich in den Flur unb von bort in die andere Stube. Aber da bekam er einen Schreck, denn die Eisenbahn fuhr im Kreise, und die Soldaten machten gerade einen Vorbeimarsch. Da kam der Hauptmann der Soldaten auf ihn zu und lud ihn zum Vorbeimarsch ein. Peterchen wurde auf einmal ganz klein, der Hauptmann kam ihm nun fast wie ein Riese vor. Aber der Hauptmann sagte: „Nun vorwärts, siehe einmal dort!" und er zeigte auf einen Reitertrupp. Die Reiter sprengten im Galopp auf die Schienen zu und sprangen darüber. Peterchen war ganz begeistert und wollte es nachmachen. Aber, oh weh, er stolperte unb fiel gerade auf die Schiene, als
die Eisenbahn angebraust kam. Peterchen wurde es ganz heiß, er schrie laut um Hilfe unb — erwachte. Ganz bunkel war es im Zimmer. Vom Kirchturm schlug es ein Uhr. Da schlief Peterchen roieber ein.
'K. H. Riexinger, Gießen, 12 Jahre alt.
Md 1,4,1 und 9
Was ist bas unter’m Weihnachtsbaum gar für ein buntes Treiben?
Der große Tisch hat kaum ben Raum für Schienen unb für Scheiben. Da sieht man Burg unb Eisenbahn, dort zieht das Fußvolk Mann für Mann. Doch auch die Pferde fehlen nicht auf diesem großen Weihnachtstisch.
Drum paßt zu diesem Bild, wohlan: „Zu Fuß, zu Pferd und mit der Bahn".
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Die neuen Skier machen heut der kleinen Liese! große Freud; denn überall liegt hoher Schnee, Da tut das Fallen nicht so weh. Und freudig übt sie nun das Laufen: „Umsonst soll Mutti mir nichts kaufen". Wird's auch kein Torlaus, kein Slalom, wenn ich nur immer vorwärts komm.
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Hier liegt in tiefem, sanftem Schlummer Klein-Annelies ohn' jeden Kummer, sie träumt von all den schönen Dingen, die ihr das Christkindlein soll bringen. Deshalb sie heut gut schlafen mag, denn morgen da ist Weihnachtstag.
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KinÄer finden es oft kleinlich, wenn die Mutter mit Bedacht spricht zu ihnen ganz eindringlich: Auf der Straße gebet acht!" Doch gar bald sind sie bekehret, wenn sie auf der Straße gehen, Mutter hat sie recht belehret, jetzt erst sie den Sinn verstehen, und so gehen sie hier im Schritte, Rose, Liese und Sieglinde, mit der kleinsten in der Mitte fliehn sie der Gefahr geschwinde.
Heinz Lich, Gießen, IIV2 Jahre alt.
Das Ergebnis und die preisiräger.
Liebe Vuben und MHU!
Es war wieder mal ein großer, luftiger Stoß von Briefen zusammengekommen, welche die Lösungen unserer Weihnachtspreisaufgabe „Neun Bilder und ein^ kleine Geschichte" enthielten: als wir sie alle gelesen, geprüft, numeriert und sortiert hatten, fein säuberlich in Häufchen geschichtet — Stadt und Land, Mädel und Buben, falsche und richtige, Preis und kein Preis —, da fanden wir, indem wir das Ganze überschauten, daß euch die Beschäftigung mit den neun Bildern augenscheinlich nicht weniger Spaß gemacht hat als uns selber. Die Zahl der Einsendungen war größer als im vorigen Jahre — also gibt es diesmal auch mehr Preise —, und die Zahl derer, welche die neun Unterschriften nicht an den richtigen Platz gebracht hatten, war verschwindend gering; fast alle hatten es getroffen, und fast allen war auch eine kleine Geschichte oder ein Ge- dichtchen dazu eingefallen. Eine Anzahl davon findet ihr hier auf dieser Seite als Kostproben; leider reicht der Platz bei weitem nicht aus, sie alle abzudrucken. Am meisten Mühe scheint euch das kleine Mädchen auf Bild 2 gemacht zu haben, das so nach-, denklich über den Rand seiner Milchtasse guckt und an das Püppchen denkt, das das Christkind ihm bringen soll. Aber bej Bub mit den Soldaten und der Eisenbahn, das kleine Mädel am Klavier, bai auf Skiern, das mit dem Teddy unb das im Bettchen haben die Phantasie unserer Einsender, wie mir lesen konnten, ebenfalls ausgiebig beschäftigt und 'angeregt. Die hübschen Preise, die wir nun verteilen, sollen die wohlverdiente Anerkennung für die aufgewandte Mühe, für Kopfzerbrechen in den Weihnachtsferien, allerlei Einfälle und fleißiges Briefschreiben sein. Wer* aber keinen Preis bekommen hat, der soll sich's nicht verdrießen lassen und es das nächste Mal aufs neue probieren: auf Wiederhören Weihnachten 1938!
Die neun LösiMen.
Bild 1: Zu Fuß, zu Pferd, mit der Bahn.
Bild 2: Ob mir das Christkind das Püppchen bringt?
Bild 3: Wißt ihr noch, wie voriges Jahr es am Heil'gen Abend war?
Bild 4: Früh übt sich .. ■
Bild 5: Am Heiligen Abend kann ich's.
Bild 6: Darf ich noch aufbleiben?
Bild 7: Einmal werden wir noch wach, heissa, bann ist Weihnachtstag.
Bild 8: Ein schwieriger Fall.
Bild 9: Aufpassen, fjat Mutti gesagt.
Die io Preisträger.
1. Hilde Ranft, Gießen, Am Wingert 2: „Ola Langerud in der Stadt".
2. Karl Brück, Alb ach, Licher Straße 6: „He- rold-Knabenbuch".
3. Lorchen und Heini Nicolaus, Steinbach, Adolf-Hitler-Straße 51: „Durch die weite Welt".
4. Kurt Häuser, Gießen, Am Riegelpfad 96: „Auf guter Fahrt".
5. Margret Mattern, Gießen, Wartweg 48: „Herthas seltsame Reise".
6. Walter Müller, Usenborn (Ortenberg): „Sajo und ihre Biber".
7. Karola Nordmann, Lollar, Adolf-Hitler- Straße 125: „Mutter Natur erzählt".
8. Friedrich Otto G r a 0 e l i u s , Gießen, Moltke- straße 28: „Heimat Ostafrika".
9. Margrit Heller, Gießen, Schiffenberger Weg 41: „Sabines Geheimnis".
10. Kurt Becker, Saasen, Bahnwärterhaus 14: „Ein Junge geht zur Kriegsmarine".
11. Otto Horn, Rödgen, Rosenstraße 5: „Jungen werden Flieger".
12^Gisela L ü d e k i n g , Gießen, Seltersweg 5: „Die Langerudkinder wachsen heran".
13. Franz Rathenow, Klein-Linden, Frankfurter Straße 79: „Wir jagen deutsche U-Boote".
14. Reinhold Mohn, Grüningen, Langgasse 8: „Ein Buch von der neuen Kriegsmarine".
15. Jngeborg Lutz, Gießen, Wernerwall 47: „Deutsches Wandern".
16. Heinz Schubecker, Krofdorf, Gießener Straße 314: „Bastelbuch".
17. Hannelore Teipel, Dillingen, Saar, Kaiser-Friedrich-Straße 42: „Kalender Kultur und Natur".
18. Rudolf Schäfer, Wieseck, Philosophenstr. 4: „Der kleine Jorgatz".
19. K. H. Riexinger, Gießen, Bleichstraße 33: „Ludwig-Richter-Kalender".
20. Helmut Schmitt, Steinbach, Höllenweg 4: „U-Boote am Feiyd".
21. Heinrich Fink, Garbenteich, Gießener Straße 27: „Fahnenschwanz".
22. Lotti Germer, Heuchelheim, Gießener Straße 35: „Bund der Fünf".
23. > Heini Schwalb, Alten-Buseck, Grvßen-Bu- secker Straße 35: „Ein Seekadett fährt um die Welt".
24. Erika Mosbach, Gießen, Seltersweg 81: „Onkel Antons Kinderkalender".
25. Friedel Arnold, Beuern, Untergaffe 51: „Ein Mann, ein Boot, ein fernes Land".
26. Erich und Ursula Meyer-Paysan, Gießen, Karl-Vogt-Straße 17: „Spemanns Musikkalender".
27. Willi Vink, Lang-Göns, Obergasse 41: „Kcttug".
28. Heinz L i ch, Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 8: „Kosmos-Kalender".
29. Ernst Karl R ö m‘e r , Wiefeck, Philvsvphen- straße 3: „Fahrten der U-Deutschland".
30. Toni Walter, Daubringen, Haidstraße 8: „Deutscher Kalender 1938".
31. Brigitte Stoltenberg, Gießen, Aulweg 30: „Das goldene Geschichtenbuch".
32? Helmut Eis en feiler, Hattenrod, Hinterhof 6: „Schneller Fuß und Pfeilmädchen".
33. Elfriede Kreiling, Heuchelheim, Gießener ,Straße 23: „Struvpi".
34. Ludwig Will, Steinbach, Hindenburgstr. 43: „Sagen vom Rhein".
35. Gertrud und Werner Conrad, Lang-Göns, Neugasse 1: „Kinder, wir spielen".
36. Erika I 0 st, Großen-Buseck, Anger 14: „Schwesterchen".
37. Heini Walther, Gießen, Memeler Straße: „Die fünf Schatzgräber".
38. Gretel Ranft, Beuern, Adolf-Hitler-Straße 12: „Märchenflüge ins Bienenland".
39. Paul Bausch, Langsdorf, Weidegasfe 16: „Bimbo".
40. Ria Fuhr, Gießen, Wolfstraße 16: „Fünf auf einem Ast".
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Die Preise der Gießener Preisträger liegen ab Donnerstag, 13. Januar, täglich von 16 bis 18 Uhr (außer Samstag), auf der Schriftteitu'ng des Gießener Anzeigers, Schulstraße 7/9, zur Abholung bereit. Den auswärtigen Gewiünern werden die Preise in den nächsten Tagen zugestellt werden.
Lieber Weihnachtsonkel!
Am Heiligen Abend kann ich's — auch ich, Mit Blockflöte grüß' ich, Kameradin, erst dich!
„Wißt ihr noch, wie oor’ges Jahr Es am Heil'gen Abend war?" — Da war der Setzer noch diszipliniert. Nicht Kraut und Rüben durcheinandergerührt.
Aufpassen, hat Mutti gesagt... — Und doch» lieber Onkel, ich hab's gewagt!
Früh übt sich ...— weil ich „Deutsch: sehr gut", Im Dersemachen mein fröhliches Blut.
Ob mir das Christkind das Püppchen bringt? — Ach nein! IM. doch um Puppen schon ringt!
Darf ich noch xiufbleiben? — Pfundiger Spaß! Kein IM. fragt noch so etwas!
Zu Fuß, zu Pferd, mit der Bahn — Kommt manche Lösung bei dir an.
Ein schwieriger Fall — doch meiner ist klar: Am 12. marschier' ich in deiner Schar!
„Einmal werden wir noch wach, Heissa, dann ist Weihnachtstag..." — »
Neunzehnmal noch, bis es kracht. Dein Appell viel Glückliche macht.
So hab' ich dir eine Geschichte gebaut. Und alle neun Bilder darin verstaut, Nun stell' ich alles in deinen Schutz Und grüße kameradschaftlich
Jngeborg Lutz, Gießen, 10 Jahre alt
Ein schwieriger Fall.
Am gestrigen Abend war das Christkind bei Willis Eltern gewesen, aber das kleine Willichen lag schon im Bett. Und das Christkind fragte nach allerlei Bösem, und ob es sich gebessert habe. Die Mutter sagte: „Ja." ßer Vater verstummte. „Aber da will ich dem kleinen Willi auch einige schönen Sachen balatfen." Es fyat ein großes und ein kleines Schaukelpferd. Das kleine läuft auf Rädern. Am nächsten Morgen freute sich der Willi so über seine Gaben und nahm das kleine Pferdchen und wollte es seinem Spielgefährten, dem kleinen Frjtzchen, zeigen. Als unser Willi da lief, stolperte er und fiel rücklings gegen eine Mauer. Er war ein kleiner Knirps und konnte nicht eher auf, bis jemand kam und ihn aufhob. Lange, lange blieb er liegen, bis endlich ein Schutzmann kam und den kleinen Willi mit dem Gäulchen nach Haufe zu seiner Mutter brachte.
Reinhold Mohn, Grüningen, 12 Jähre alt
Ob mir das Christkind das Püppchen bringt?
„Einmal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag." Das sind die letzten Gedanken der kleinen Inge, dann fallen ihr die Augen zu, und sie ist fest eingeschlafen. Da horch, was ist das? Leises Schellengeläute, das immer näher kommt. Durch einen verschneiten Tannenwald kommt ein prächtiger, mit großen Säcken beladener Schlitten gefahren, den 2 weiße Pferdchen ziehen. Daneben geht der Weihnachtsmann in gelbem Pelzmantel und dicker Mütze, er hat ganz vergnügte Augen und einen langen weißen Bart. Auf der einen Seite des Weges schaut neugierig ein Rehlein zwischen den Tannenbäumen hervor, das ist gar nicht ängstlich. Als der Weihnachtsmann jetzt die kleine Inge sieht, hält er den Schlitten an, macht einen der Säcke auf und nimmt eine wunderschöne Puppe. Lachend zeigt er diese Inge und nickt ihr zu, steckt sie aber schnell wieder in den Sack, wo noch viele Spielsachen sind. Dann ziehen die Pferdchen wieder an und der Schlitten verschwindet hinter den Bäumen. — Nun, du kleiner Langschläfer wirst ja heute gar nicht wach, sagte die Mutter am andern Morgen. Inge setzte sich im Bett auf, schaute verwundert um sich und sagte: „Mutti, ich habe den Weihnachtsmann gesehen, gelt, ich war doch svv brav, ob mir das Christkind das Püppchen bringt?"
Hildegard Ranft, Gießen, 14 Jahre alt.
Auspassen, hat Mutti gesagt.
Wenige Tage vor Weihnachten noch, wie es überall schon nach Lebkuchen und Marzipan Ueberall hört man Stimmen erklingen — sroch. was wird dieses Jahr das Christkind mir bringen? Die größte Vorfreude, die ein Landkind nur hat ist, wenn es mit darf in die Stadt.
Aber in den verkehrsreichen Straßen, heißt es immer aufpaffen, aufpaffen; und kennt man die Verkehrsordnung nicht, dann ist man schnell ein armer Wicht!
Ein Stadtkind ist halt doch nicht zu beneiden, muß sich doch in vielem leiden, denn bei jedem Schritt, den's auf die Straße wagt, heißt es — aufpaffen, hat Mutti gesagt!
Otto Horn, Nödgep, 13 Jahre alt.
Zu Fuß, zu pserd, mit der Lahn.
Heinz wünschte sich schon immer zu Weihnachten Soldaten zu Fuß und zu Pferd. Auch eine Eisenbahn war schon lange seine Sehnsucht. Das Christkind erfüllte ihm am Heiligen Abend seine Wünsche. Nach der Bescherung saß nun Heinz lange bei seinen Sachen. Er baute auf dem Fußboden seine Eisenbahn auf und spielte mit seinen Bleisoldaten. Sein Vater half ihm die Schienen legen, die Tunnels aufbauen und die Signale aufstellen. Was war das für eine Freude für den kleinen Heinz, als die Eisenbahn lief. Die Bleisoldaten standen in Reih' und Glied auf dem Fußboden. Wenn die Eisenbahn abaelaufen war, wurde sie wieder aufgezogen. Die Soldaten wurden mit einer kleinen Kanone umge- schossen. Lagen sie alle am Boden, wurden sie wieder aufgestellt, und das Spiel begann von neuem. Er war so in sein Spiel vertieft, daß er sich nicht ins Bett legen wollte. Er sagte zu seiner Mutter: „Darf ich noch aufbleiben?" In der Nacht träumte der kleine Heinz von feinen Spielsachen.
Kurt Becker, Saasen, 13 Jahre alt.


