Ausgabe 
12.1.1938
 
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Begleitung waren bei dem Empfang zugegen: bet' Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei, Dr. Meißner, der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei, Dr. Lammers, der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, von Mackensen, der Staatssekretär und Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt, Gauleiter Bohle, der Ministerialdirektor in der Präsidialkanzlei, Dr. D o e h l e, der persönliche Adjutant des Führers und Reichskanzlers, SA.-Obergruppenfüyrer Brück­ner, der Adjutant der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler, Oberst d. G. Hohbach, und Reichspräsidialrat K i e w i tz.

Als Doyen des Diplomatischen Korps richtete der Apostolische Nuntius

Monsignore Cesare Orsenigo,

Erzbischof von Ptolemais, an den Reichskanzler eine Ansprache in französischer Sprache. Er sagte u. a.: Exzellenz! Auch in Zeiten stolzester Freude an einem wahrhaft eindrucksvollen materiellen Fort­schritt muß die Welt von Tag zu Tag immer klarer erkennen, daß es ohne Frieden kein menschliches Glück gibt, und selbst durch den steigenden Lärm der Rüstungen hindurch ruft die Menschheit unablässig vertrauensvoll nach Frie­de n. In Uebereinstimmung mit diesem Sehnen der Welt geben auch wir unseren Wünschen dahin Aus­druck, daß das neue Jahr der Menschheit wirk­lich eine Befriedung der Gei st er brin­gen möge, die der Ausdruck der inneren Gewißheit ist, daß der Friede, und zwar ein fest gefüg­ter, vollständiger Friede, ein Friede zwischen den Völkern und innerhalb eines jeden Volkes der Welt endgültig wiedergegeben werde. Mögen alle Völker sich endlich in Gerechtigkeit, Ordnung und Nächstenliebe brüderlich vereinen, und mögen sie es im Interesse des allgemeinen Gedei­hens durch immer lebhaftere Wechselbeziehungen recht bald zu einer aktipen Zusammen- ar^beit bringen. Möge der Allmächtige unsere Wünsche erhören, in denen eine gemeinsame Hoff­nung zum Ausdruck kommt, und möge er in diesem neuen Jahr geben, daß alle Staatsoberhäupter in

Als erste Gratulanten erschienen beim Führer der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg mit den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Rae- der und Generaloberst Hermann Göring. Nach dem Empfang schritten der Generalfeld­marschall und die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile die Front der im Hof aufgestellten Ehrenkompanie ab. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Die Budapester Konferenz.

Uebereinstimmung zwischen den Mächten der römischen Protokolle.

weitem Maße zu dieser Verwirklichung des Welt­friedens beitragen können. Herr Reichskanzler! Mit diesen Wünschen bitten wir Sre, auch die auf­richtigen und wärmsten Wünsche entgegennehmen zu wollen, die wir für das persönliche Glück Eurer Exzellenz zum Aüsdruck bringen. '

Der Reichskanzler

erwiderte darauf mit folgender Rede:

Herr Nuntius! Euerer Exzellenz und dem Diplo­matischen Korps, für das Sie sprechen, sage ich meinen besten Dank für die Wünsche, die Sie zu­gleich im Namen der von ihnen vertretenen Staats­oberhäupter dem deutschen Volke und mir selbst zum Ausdruck brachten Der Frieden, den Sie, Herr Nuntius, an der Schwelle des neuen Jahres den einzelnen Völkern im Innern wie der Welt als Ganzem, wünschen, ist auch dasZiel meiner und der Reichsregierung Arbeit. Deutschland strebt wie Sie sich, meine Herren, wohl alle aus eigener Anschauung überzeugt haben werden mit seinen ganzen Kräften danach, unter Ausgleich all der die innere Einheit der Völker be­drohenden scheinbaren sozialen und gesellschaftlichen Interessengegensätze dem deutschen Volke das Glück einer brüderlich verbundenen Gemeinschaft zu geben, die wirtschaftlich Schwächeren durch freudig dargebrachte Hilfe zu stärken und allen gesunden und guten Regungen zur Hebung der materiellen sowie der seelischen Wohlfahrt des Gesamtoolkes zu fördern.

3n der gleichen Gesinnung, die unsere innere Handlungsweise bestimmt, wollen wir auch unsere Beziehungen zum Ausland regeln. Wir glauben, daß die Aufgaben, die die Vorsehung dem Zusammenleben der Völker un­tereinander auf der Erde gestellt hat, im sel­ben Geiste gelöst werden müssen; wir sind deshalb gewillt, mit allen Rationen und allen Staaten, die diese Auffassung ebenfalls teilen, ehrl.ich und vertrauensvoll zu- sammenzuarbeilen und dieses Bestre­ben auch praktisch zu betätigen. Es wird des­halb" das deutsche Volk eine wahrhaft auf­bauende Friedens arbeit im Dienste des allgemeinen Fortschritts jenem völker­zerstörenden Kampfe aus ganzem Herzen vor­ziehen.

Möge diese Sehnsucht zu einer wirklich gegenseitigen Rücksichtnahme führen und damit zu einem tatsächlichen Frieden des Rechts und des Vertrauens. Und mögen diese Wünsche im Jahre 1938 vor allem nicht nur die Völ­ker erfüllen, sondern ihren lebendigen Aus­druck finden in den Handlungen und Taten der Regierungen. Die deutsche Volks- und Staatsführung sieht vertrauensvoll einer solchen aufrichtigen Völkerverständigung entgegen.

In diesem Sinne entbiete ich Ihnen, Herr Nun­tius, sowie Ihnen, meine Herren, den von Ihnen vertretenen Staatsoberhäuptern, Regierungen und Völkern meinen und des deutschen Volkes herz­lichsten Neujahrswunsch

Nach seiner Ansprache begrüßten der Führer und Reichskanzler und nach ihm der Reichsnünister des Auswärtigen, die Minister und Staatssekretäre den Doyen und die nach ihrer Rangfolge stehenden Bot­schafter, Gesandten und Geschäftsträger einzeln mit Händedruch und nahmen ihre persönlichen Glück­wünsche entgegen, woran sich kurze Unterhaltungen schlossen. Hierauf verabschiedete sich der Führer von dem Diplomatischen Korps und verließ mit seiner Begleitung den Saal. Nach Abschluß des Staats­aktes trat der Führer und Reichskanzler a u f einen Balkon desHauses des Reichspräsi­denten", um die aus Anlaß dieser Empfänge zahl­reich in der Wilhelmstraße versammelte Menge zu begrüßen, die sein Erscheinen mit freudigen Heil­rufen beantwortete

In der Zwischenzeit war die Ehrenkompanie um ter_ Führung ihres Kompaniechefs, Hauptmann Hobel, aus dem Ehrenhof des 'Hauses des Reichspräsidenten" abgßrückt und hatte mit Fahne in der Wilhelmstraße gegenüber dem,,Hause des Reichskanzlers" Aufstellung genommen. Hier schritt der Führer in Begleitung des Komman­danten von Berlin, Generalmajor Seifert, und des Kommandeurs des Wachregiments, Oberst von Alten," unter den Klängen der Nationalhymnen die Front der Ehrenkompanie ab und nahm an­schließend den Vorbeimarsch dieser Kompanie ab. Das militärische Schauspiel hatte auf dem Wilhelms- platz zahlreiche Zuschauer versammelt, die dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auch hier begeisterte Kundgebungen bereiteten.

Budapest, 12. Jan. (DNB.) Auf einem an­läßlich der Konferenz der römischen Protokollstaaten zu Ehren der ausländischen Gäste gegebenen Diner führte der ungarische Außenminister von Kanya aus, daß die Konferenz, durchdrungen von den Ideen der Versöhnlichkeit und Billigkeit, sich i n völliger Uebereinstimmung in sämt­lichen grundlegenden Fragen befinde. Infolge der vorangegangenen Konferenzen hätten Ungarn und Oesterreich das italienisch- äthiopische Kaiserreich, Italien und Oester­reich den in der Frage der Rüstungsgleich- h e i t eingenommenen Standpunkt der ungarischen Regierung als rechtmäßig und gerecht aner­kannt, einen Standpunkt, der seither von nie­manden hätte angefochten werden können. Der ^genfeitige Handelsverkehr der Mitglieder- taaten habe einen Aufschwung genommen, der zur wirtschaftlichen Entwicklung anderer Staaten Mittel­europas in großem Maße beigetragen habe.

Der italienische Minister des Aeußeren Graf Ciano erklärte, die römischen Protokolle, diese tändige und sichere Grundlage der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen der drei Länder, seien nicht als ein geschlossenes System geschaffen worden mit dem Ziel, unsere drei Staaten zu blockieren und die Interessen anderer Mächte aus dem Donau­tal auszuschließen ober zurückzudrängen. Die glück­liche Form der Zusammenarbeit und die tiefe Emp- änglichkeit für die Wirklichkeit hätten die harmo­nische Entwicklung der römischen Protokolle mit der Achse Rom Berlin, ferner das herz­liche Einvernehmen zwischen Italien und Jugv- l a w i e n ebenso wie zwischen Oesterreich, Ungarn und Deutschland ermöglicht. Der öster­reichische Staatssekretär Dr. Guido Schmidt be­tonte, er sei überzeugt, daß diese Konferenz in wirk- amer Weise die Freundschaftsbande noch enger und

unsere Zusammenarbeit noch intensivex gestalten werde.

G iornale d ' Italia" schreibt, die Buda­pester Zusammenkunft diene vor allem einer grund­sätzlichen Klärung gegenüber vier Hauptproblemen. Und zwar handele es sich um die spanische Frage, das- Antikominternabkommen, Italiens Austritt aus der Genfer Liga sowie um die Achse RomBerlin. Diese vier Fragen bildeten die Grundlage einer neuen, entschlossenen europäischen Politik, der gegen­über jedes Land seine Einstellung klar bekunden müsse. Das Blatt wendet sich dann gegen die Ge­rüchte, daß Italien in Budapest von Oesterreich und Ungarn eine bereits längst vollzogene Anerkennung des italienischen Im­periums oder deren formalen Beitritt zum Antikominternabkommen fordern würde. Hinsichtlich der Genfer Liga genüge es voll­kommen, gegenüber einigen Punkten des Genfer Paktes, die durch den endgültigen Austritt so zahl­reicher Mächte noch zweideutiger geworden seien, klar Stellung zu nehmen. Die Klärung-der .Haltung der einzelnen Staaten gegenüber Genf, bei der all­gemein die Tendenz vorhanden sei, blindlings ein­gegangene Verpflichtungen und gefährliche Risiken zu widerrufen, mache in Europa immer größere Fortschritte. Man brauche nur an.die Haltung Bel­giens und Polens, der skandinavischen Staaten und vor allem der Schweiz zu denken. Alles dies bilde eine. Bestätigung der Einstellung der A ch s e Rom- Berlin und bekräftige Europa gegenüber die un­erschütterliche Zusammenarbeit der Mächte, die sie.geschaffen haben. Diese Tatsachen, die man auch in Budapest empfinde, würden zu einer neuen Klärung beitragen, bei der auch die Solidari­tät der drei Unter Zeichner st aaten der römischen- Protokolle zum Ausdruck kommen werde.

Llm Frankreichs sozialen Frieden.

Die Aktion des Ministerpräsident Chautemps.

Eben ist das Parlament in Frankreich'wieder zu- ammengetreten. Von den schweren außenpolitischen Sorgen ganz, abgesehen, ist die innenpolitische Lage zerfahren, unübersichtlich und eben darum auch ge- ährlsth. Chautemps hat Zeit gewinnen wollen und Jen- Vorschlag gemacht, daß Arbeitgeber und Arbeit­nehmer zusammen ein neues Gesetzbuch der Arbeit (Codex der Arbeit ausarbeiten. Und darum tobt nun der Streit. Die Unternehmer haben ver­langt, daß einmal alle Arbeiterverbände den Beratungen beiwohnen und nicht allein der all­gemeine Gewerkschaftsbund, der unter Leitung des ozialdemokratifchen Gewerkschaftlers I o u h a u x teht, aber nach der Verschmelzung mit den an sich zahlenmäßig schwachen kommunistischen Gewerkschaf­ten infolge der ungleich größeren Zielsicherheit der Kommunisten völlig ins radikale Fahrwasser abglitt. Jouhaux, der ein an sich schwacher Mann ist und eben deshalb zu großen Worten neigt und damit wiederum den Kommunisten in die Hände arbeitet, hat nun gedroht, die Arbeiterklasse zur Aktion auf­zurufen, wenn man nicht zu dem Abkommen ge­lange, das das Land erwarte. Daneben läuft die so­genannte Kapuzenmänner-Affäre ein charfer Feldzug des sozialdemokratischen * Jnnen- ninifters Dormoy, der eine Art Nothilfe rechts­tehender Parteien verdächtigt, in provokatorischer Weise das Attentat auf zwei Häuser der Arbeit­geberverbände im Hochsommer 1937 in Paris orga­nisiert zu haben.

Absagen^

Nur die marxistischen Gewerkschaften waren ausgefordert.

Paris, 12. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Chautemps empfing am Dienstagabend den Vorsitzerden des französischen Arbeitgeberverban­des, Gignvux, dem er zu der für Mittwoch vor­gesehenen Sozialpolitischen Aussprache erklärte, daß es unmöglich sei, an der Aussprache auch diejeni­gen Organisationen zur Teilnahme aufzufordern, die ihm genannt worden seien. Er habe dieser Ans­prache den Charakter einer Gegenüberstellung der beiden großen Organisationen, der CGT.-Gewerk- chaft und des Arbeitgeberverbandes, geben wol­len, die sich so oft in Widerspruch befänden. Aber die Gegenwart anderer Personen würde den Cha­rakter einer solchen Aussprache völlig verändern. Gignoux antwortete, unter diesen Umständen könne der Arbeitgeberverband an der Mittwoch-Aus- prache im Matignon-Palast nicht teilneh - men. Der Arbeitgeberverband werde aber auch

weiterhin dem Ministerpräsidenten zur Zusammen­arbeit zur Verfügung stehen.

Der Spitzenverband her Berufsgewerk­schaften hat in einem Schreiben an den Mini­sterpräsidenten die Verwunderung und das Bedau­ern ausgedrückt, daß die Vertreter der Berufs­gewerkschaften trotz ihres Gesuchs nicht zu einer Teilnahme an der geplanten Aussprache aufgefor­dert worden sind, wohl aber die C G T. - Ge­rn e r k s ch a f t, deren Haltung durch eine unzuläs­sige Erpressung der Regierung gegenüber gekenn­zeichnet sei. Die Mitglieder der Berufsgewerkschaf­ten hätten nicht das geringste Verständnis für das Vorgehen der EGT^-Gewerkschaft, die den Rechten und Pflichten der gesetzgebenden Macht gegenüber eine offene Mißachtung zutage lege und über die verantwortliche Regierung eine tatsächliche Dikta­tur ausübe.

Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Textilindustrie hat an den Ministerpräsi­denten ein Schreiben gerichtet, in dem sie ebenfalls eine Teilnahme an der für Mittwoch angesetzten Aussprache im Matignon-Palast ablehnt, weil neben der marxistischen Organisation C/G. T.-Ge- werkschast keine andere Arbeiterorga­nisation zur Teilnahme aufgefor­dert worden ist. In dem Schreiben heißt es, mit den augenblicklich vom Ministerpräsidenten versuch­ten Methoden werde die Ruhe und Ordnung nicht wiederhergestellt werden können. Ebensowenig werde dieser Versuch gelingen, wenn man die Ar­beitgeber ständig zur Annahme von Maßnahmen auffordere, in denen das Recht der Arbeitgeber zur Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften ein­geschränkt werde. Ein solcher Versuch würde zu nichts anderem führen als zu einer gesetzlichen So wjetisierung aller Unternehmen. Dieser Weg würde die Abschiebung jeder Verant­wortung für die augenblickliche Lage auf die Ar­beitgeber bedeuten, während diese Verantwortung allein die Regierung für ihre Unent­schlossenheit zu tragen habe. Vor allem müsse die Regierung von allen Franzosen, gleichgültig ob sie Arbeitgeber oder Arbeitnehmer seien, die voll­kommene Achtung vor den Gesetzen uerlangen.Hm die auf die Dauer unhaltbare soziale Unruhe einzudämmen, müsse endlich die Arbeits­freiheit gesichert werden. Eine solche Maß­nahme würde ebenso den Wünschen der Arbeit­geber wie denen eines ständig wachsenden Teiles der Belegschaften entsprechen. Die Vereinigung sei zu einer Zusammenarbeit mit der Regierung bereit. Doch könne eine solche erst an dem Tage von Nutzen sein, an dem die öffentliche Ord­nung wiederhergestellt sein y>erde.

London zur Neujahrsansprache des Führers.

London, 12. Jan. (DNB Funkspruch.) Die An­sprache des Führers und Reichskanzlers beim Neu­jahrsempfang des Diplomatischen Korps findet in der Londoner Presse größte Beachtung.Times" schreibt, als der Führer Deutschlands Wunsch nach Frieden betonte, habe er den Gefühlen Ausdruck gegeben, die ohne Zweifel alle Kreise Deutschland erfüllen. Die Tradition eines großen Heeres, die Erinnerungen des deutschen Volkes an die schlechten Erfahrungen in der Nach­kriegszeit und in allen Jahren der Schwäche, sowie die Lehre, daß Deutschland stark sein müsse, gäben dem Mann auf der Straße ein Gefühl der Sicher­heit.Daily Telegraph" schreibt, die Absichten des nationalsozialistischen Deutschlands seien von so großem Einfluß auf die internationalen Beziehun­gen, daß eine autoritative Friedensoersicherung eine äußerst beruhig e-nöe Wirkung haben müsse. Wenn Deutschland nicht den Krieg gegen irgendein Land will, fei alles in Ordnung; denn niemand wünsche gegen Deutschland den Krieg. Eine solche autoritative Versicherung mit besonderem Nach­druck sei vom Führer abgegeben worden. Die Reichsregierung wünsche also "freimütig und ver­trauensvoll mit allen Nationen zusam­menzuarbeiten, die sich, wie die Reichsregie­rung selbst, den Frieden der Völker als Ziel ~ gesetzt hätten. Mit wirklicher Befriedigung hätten die Völker gehört, daß die Volks- und Staatsfüh­rung einer aufrichtigen Völkerverständigung ent­gegensetze.

Daily Mail" schreibt, der Führer habe sich an Empfindungen gewandt, die über a l 1 geteilt würden. Früher habe man sich nie so heiß und so allgemein nach Frieden gesehnt wie heute, trotzdem sei aber die Welt in großen Verwirrun­gen, von denen viele in Genf ihren Auslauf nahmen. Eines der erfolgreichsten Mittel zum Be­ginn an der Arbeit des Friedens fei die Besei - tigung der U> s a che n d er Spamnung zwischen, England und Deutschland, Chamberlcsin habe mit dieser Aufgabe begonnen.

Empfang desneuenjapanischenSoWaflers

Weitere Vertiefung der herzlichen Freundschaft.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing Dienstagvormittag den neu­ernannten Kaiserlich-Japanischen Botschafter Shi-, g e n o r.i Togo zur Entgegennahme seines Be­glaubigungsschreibens. Botschafter Logo überreichte die kaiserlichen Handschreiben über die Abberufung seines Vorgängers, des Grafen Kintomo Musha- k o j i und feine eigene Beglaubigung als Botschaf­ter dem Führer und Reichskanzler mit einer Rede in japanischer Sprache, in der er sagte: Ich war bereits vor nahezu 20 Jahren dienstlich in diesem Lande, dessen Sprache und Kultur ich schon vorher kennen und bewundern gelernt hatte. Um so tiefer bewegt mich das beglückende Gefühl, daß ich dieses Mal dazu ausersehen bin, an der weiteren Verinnerlichung der überaus herzlichen Freundschaft zu arbeiten, wie sie sich zwischen Ja­pan und Deutschland so glücklich gestaltet hat. Eine besondere Freude ist es mir, daß ich jetzt in ein ganz neues Deutschland gekommen bin, welches durch die hochherzige und tatkräftige Ini­tiative Euer Exzellenz ein die ganze Welt über­raschendes Wiederaufblühen erlebt. Es steht jetzt geeint und machtvoll da und ist wieder ein ge­achteter und wichtiger Faktor in der Welt gewor­den; ein Umschwung, der ohne Beispiel in der Ge­schichte ist und mich mit größter Hochachtung und Bewunderung erfüllt. Von dem Gefühl beseelt, zum Schutze der Weltkultur berufen zu sein, hat es mit Japan, das von demselben Gefühl durchdrungen ist, das Abkommen gegen d i e fommuni- stische Internationale geschlossen, und es gereicht mir zur freudigen Genugtuung, daß es mir als Direktor der Europa- und Westasienabteilung des Auswärtigen Amtes in Tokio vergönnt wär, bei dem Zustandekommen dieses Abkommens mit­zuwirken.

Der Führer und Reichskanzler erwi­derte: Daß Sie, Herr Botschafter, es als Ihre per­sönliche Aufgabe betrachten, die guten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern an. hervorragen­der Stelle weiter auszubauen und an der weiteren Vertiefung der herzlichen Freundschaft zu arbeiten, wie sie sich zwischen Japan und Deutschland so glücklich gestaltet hat, begrüße ich lebhaft. Die Tat­sache, daß Eure Erzellenz in ihrer bisherigen Stel­lung bei dem Zustandekommen des deutsch-japani­schen Abkommens gegen die kommm^stische Inter­nationale mitgewirkt haben, ist mireine Gewähr dafür, daß Sie von der Bedeutung dieser .Verein­barung ebenso durchdrungen sind wie ich selbst. Seien Sie überzeugt, Herr Botschafter, daß Sie in Ihrem Bestreben, auf dieser Grundlage an der deutsch-japanischen Freundschaft weiter zu bauen, bei mir stets die vollste Unterstützung finden werden. AmVorabend von Gorinas Geburtstag

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Die Ehren­zeichen der Einheiten, die in persönlicher Ver­bindung zum Generalobersten Göring stehen das Regiment General Göring und die SA.- Standarte Feldherrnhalle, haben am Vorabend des Geburtstages des Generalobersten in dessen Arbeitszimmer in feiner Wohnung Aufstellung gefunden, ein Brauch, der auch bei den künftigen Geburtstagen des General­obersten zur Durchführung kommen wird.

Goldenes Ehrenzeichen für SA.-Oberqruppenfiihrer Züttner.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler verlieh dem Chef des Führungs­hauptamtes der Obersten SA.-Führung Obergrup­penführer Jüttner in Anerkennung seiner Ver­dienste um die Bewegung bei der Vollendung feines 50. Lebensjahres das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, unter gleichzeitiger Widmung feines Bildes. Obergruppenführer Jüttner hat sich nach - einer Berufung in die Oberste SA.°Führung und der Uebernahme des Führungshauptamtes um den Aufbau der SA. besondere Verdienste erworben, die nach außen hin auch in den Auftrag des Füh­rers, die Durchführung der Aufmärsche der Reichsparteitage der NSDAP, zu organisieren und zu leiten, ihren sichtbaren Aus- druck gefunden haben. Der Stabsführer der Obex- ten SA.-Führung, Obergruppenführer Herzog, überreichte ihm im Auftrage des Stabschefs eine künstlerisch in Bernstein ausgelegte Ausgabe von des FührersMein Kampfs