Begleitung waren bei dem Empfang zugegen: bet' Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei, Dr. Meißner, der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei, Dr. Lammers, der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, von Mackensen, der Staatssekretär und Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt, Gauleiter Bohle, der Ministerialdirektor in der Präsidialkanzlei, Dr. D o e h l e, der persönliche Adjutant des Führers und Reichskanzlers, SA.-Obergruppenfüyrer Brückner, der Adjutant der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler, Oberst d. G. Hohbach, und Reichspräsidialrat K i e w i tz.
Als Doyen des Diplomatischen Korps richtete der Apostolische Nuntius
Monsignore Cesare Orsenigo,
Erzbischof von Ptolemais, an den Reichskanzler eine Ansprache in französischer Sprache. Er sagte u. a.: Exzellenz! Auch in Zeiten stolzester Freude an einem wahrhaft eindrucksvollen materiellen Fortschritt muß die Welt von Tag zu Tag immer klarer erkennen, daß es ohne Frieden kein menschliches Glück gibt, und selbst durch den steigenden Lärm der Rüstungen hindurch ruft die Menschheit unablässig vertrauensvoll nach Friede n. In Uebereinstimmung mit diesem Sehnen der Welt geben auch wir unseren Wünschen dahin Ausdruck, daß das neue Jahr der Menschheit wirklich eine Befriedung der Gei st er bringen möge, die der Ausdruck der inneren Gewißheit ist, daß der Friede, und zwar ein fest gefügter, vollständiger Friede, ein Friede zwischen den Völkern und innerhalb eines jeden Volkes der Welt endgültig wiedergegeben werde. Mögen alle Völker sich endlich in Gerechtigkeit, Ordnung und Nächstenliebe brüderlich vereinen, und mögen sie es im Interesse des allgemeinen Gedeihens durch immer lebhaftere Wechselbeziehungen recht bald zu einer aktipen Zusammen- ar^beit bringen. Möge der Allmächtige unsere Wünsche erhören, in denen eine gemeinsame Hoffnung zum Ausdruck kommt, und möge er in diesem neuen Jahr geben, daß alle Staatsoberhäupter in
Als erste Gratulanten erschienen beim Führer der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg mit den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Rae- der und Generaloberst Hermann Göring. Nach dem Empfang schritten der Generalfeldmarschall und die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile die Front der im Hof aufgestellten Ehrenkompanie ab. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Die Budapester Konferenz.
Uebereinstimmung zwischen den Mächten der römischen Protokolle.
weitem Maße zu dieser Verwirklichung des Weltfriedens beitragen können. Herr Reichskanzler! Mit diesen Wünschen bitten wir Sre, auch die aufrichtigen und wärmsten Wünsche entgegennehmen zu wollen, die wir für das persönliche Glück Eurer Exzellenz zum Aüsdruck bringen. '
Der Reichskanzler
erwiderte darauf mit folgender Rede:
Herr Nuntius! Euerer Exzellenz und dem Diplomatischen Korps, für das Sie sprechen, sage ich meinen besten Dank für die Wünsche, die Sie zugleich im Namen der von ihnen vertretenen Staatsoberhäupter dem deutschen Volke und mir selbst zum Ausdruck brachten Der Frieden, den Sie, Herr Nuntius, an der Schwelle des neuen Jahres den einzelnen Völkern im Innern wie der Welt als Ganzem, wünschen, ist auch dasZiel meiner und der Reichsregierung Arbeit. Deutschland strebt — wie Sie sich, meine Herren, wohl alle aus eigener Anschauung überzeugt haben werden — mit seinen ganzen Kräften danach, unter Ausgleich all der die innere Einheit der Völker bedrohenden scheinbaren sozialen und gesellschaftlichen Interessengegensätze dem deutschen Volke das Glück einer brüderlich verbundenen Gemeinschaft zu geben, die wirtschaftlich Schwächeren durch freudig dargebrachte Hilfe zu stärken und allen gesunden und guten Regungen zur Hebung der materiellen sowie der seelischen Wohlfahrt des Gesamtoolkes zu fördern.
3n der gleichen Gesinnung, die unsere innere Handlungsweise bestimmt, wollen wir auch unsere Beziehungen zum Ausland regeln. Wir glauben, daß die Aufgaben, die die Vorsehung dem Zusammenleben der Völker untereinander auf der Erde gestellt hat, im selben Geiste gelöst werden müssen; wir sind deshalb gewillt, mit allen Rationen und allen Staaten, die diese Auffassung ebenfalls teilen, ehrl.ich und vertrauensvoll zu- sammenzuarbeilen und dieses Bestreben auch praktisch zu betätigen. Es wird deshalb" das deutsche Volk eine wahrhaft aufbauende Friedens arbeit im Dienste des allgemeinen Fortschritts jenem völkerzerstörenden Kampfe aus ganzem Herzen vorziehen.
Möge diese Sehnsucht zu einer wirklich gegenseitigen Rücksichtnahme führen und damit zu einem tatsächlichen Frieden des Rechts und des Vertrauens. Und mögen diese Wünsche im Jahre 1938 vor allem nicht nur die Völker erfüllen, sondern ihren lebendigen Ausdruck finden in den Handlungen und Taten der Regierungen. Die deutsche Volks- und Staatsführung sieht vertrauensvoll einer solchen aufrichtigen Völkerverständigung entgegen.
In diesem Sinne entbiete ich Ihnen, Herr Nuntius, sowie Ihnen, meine Herren, den von Ihnen vertretenen Staatsoberhäuptern, Regierungen und Völkern meinen und des deutschen Volkes herzlichsten Neujahrswunsch
Nach seiner Ansprache begrüßten der Führer und Reichskanzler und nach ihm der Reichsnünister des Auswärtigen, die Minister und Staatssekretäre den Doyen und die nach ihrer Rangfolge stehenden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger einzeln mit Händedruch und nahmen ihre persönlichen Glückwünsche entgegen, woran sich kurze Unterhaltungen schlossen. Hierauf verabschiedete sich der Führer von dem Diplomatischen Korps und verließ mit seiner Begleitung den Saal. Nach Abschluß des Staatsaktes trat der Führer und Reichskanzler a u f einen Balkon des „Hauses des Reichspräsidenten", um die aus Anlaß dieser Empfänge zahlreich in der Wilhelmstraße versammelte Menge zu begrüßen, die sein Erscheinen mit freudigen Heilrufen beantwortete
In der Zwischenzeit war die Ehrenkompanie um ter_ Führung ihres Kompaniechefs, Hauptmann Hobel, aus dem Ehrenhof des ' „Hauses des Reichspräsidenten" abgßrückt und hatte mit Fahne in der Wilhelmstraße gegenüber dem,,Hause des Reichskanzlers" Aufstellung genommen. Hier schritt der Führer in Begleitung des Kommandanten von Berlin, Generalmajor Seifert, und des Kommandeurs des Wachregiments, Oberst von Alten," unter den Klängen der Nationalhymnen die Front der Ehrenkompanie ab und nahm anschließend den Vorbeimarsch dieser Kompanie ab. Das militärische Schauspiel hatte auf dem Wilhelms- platz zahlreiche Zuschauer versammelt, die dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auch hier begeisterte Kundgebungen bereiteten.
Budapest, 12. Jan. (DNB.) Auf einem anläßlich der Konferenz der römischen Protokollstaaten zu Ehren der ausländischen Gäste gegebenen Diner führte der ungarische Außenminister von Kanya aus, daß die Konferenz, durchdrungen von den Ideen der Versöhnlichkeit und Billigkeit, sich i n völliger Uebereinstimmung in sämtlichen grundlegenden Fragen befinde. Infolge der vorangegangenen Konferenzen hätten Ungarn und Oesterreich das italienisch- äthiopische Kaiserreich, Italien und Oesterreich den in der Frage der Rüstungsgleich- h e i t eingenommenen Standpunkt der ungarischen Regierung als rechtmäßig und gerecht anerkannt, einen Standpunkt, der seither von niemanden hätte angefochten werden können. Der ^genfeitige Handelsverkehr der Mitglieder- taaten habe einen Aufschwung genommen, der zur wirtschaftlichen Entwicklung anderer Staaten Mitteleuropas in großem Maße beigetragen habe.
Der italienische Minister des Aeußeren Graf Ciano erklärte, die römischen Protokolle, diese tändige und sichere Grundlage der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen der drei Länder, seien nicht als ein geschlossenes System geschaffen worden mit dem Ziel, unsere drei Staaten zu blockieren und die Interessen anderer Mächte aus dem Donautal auszuschließen ober zurückzudrängen. Die glückliche Form der Zusammenarbeit und die tiefe Emp- änglichkeit für die Wirklichkeit hätten die harmonische Entwicklung der römischen Protokolle mit der Achse Rom — Berlin, ferner das herzliche Einvernehmen zwischen Italien und Jugv- l a w i e n ebenso wie zwischen Oesterreich, Ungarn und Deutschland ermöglicht. — Der österreichische Staatssekretär Dr. Guido Schmidt betonte, er sei überzeugt, daß diese Konferenz in wirk- amer Weise die Freundschaftsbande noch enger und
unsere Zusammenarbeit noch intensivex gestalten werde.
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„G iornale d ' Italia" schreibt, die Budapester Zusammenkunft diene vor allem einer grundsätzlichen Klärung gegenüber vier Hauptproblemen. Und zwar handele es sich um die spanische Frage, das- Antikominternabkommen, Italiens Austritt aus der Genfer Liga sowie um die Achse Rom—Berlin. Diese vier Fragen bildeten die Grundlage einer neuen, entschlossenen europäischen Politik, der gegenüber jedes Land seine Einstellung klar bekunden müsse. Das Blatt wendet sich dann gegen die Gerüchte, daß Italien in Budapest von Oesterreich und Ungarn eine — bereits längst vollzogene — Anerkennung des italienischen Imperiums oder deren formalen Beitritt zum Antikominternabkommen fordern würde. Hinsichtlich der Genfer Liga genüge es vollkommen, gegenüber einigen Punkten des Genfer Paktes, die durch den endgültigen Austritt so zahlreicher Mächte noch zweideutiger geworden seien, klar Stellung zu nehmen. Die Klärung-der .Haltung der einzelnen Staaten gegenüber Genf, bei der allgemein die Tendenz vorhanden sei, blindlings eingegangene Verpflichtungen und gefährliche Risiken zu widerrufen, mache in Europa immer größere Fortschritte. Man brauche nur an.die Haltung Belgiens und Polens, der skandinavischen Staaten und vor allem der Schweiz zu denken. Alles dies bilde eine. Bestätigung der Einstellung der A ch s e Rom- Berlin und bekräftige Europa gegenüber die unerschütterliche Zusammenarbeit der Mächte, die sie.geschaffen haben. Diese Tatsachen, die man auch in Budapest empfinde, würden zu einer neuen Klärung beitragen, bei der auch die Solidarität der drei Unter Zeichner st aaten der römischen- Protokolle zum Ausdruck kommen werde.
Llm Frankreichs sozialen Frieden.
Die Aktion des Ministerpräsident Chautemps.
Eben ist das Parlament in Frankreich'wieder zu- ammengetreten. Von den schweren außenpolitischen Sorgen ganz, abgesehen, ist die innenpolitische Lage zerfahren, unübersichtlich und eben darum auch ge- ährlsth. Chautemps hat Zeit gewinnen wollen und Jen- Vorschlag gemacht, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen ein neues Gesetzbuch der Arbeit (Codex der Arbeit ausarbeiten. Und darum tobt nun der Streit. Die Unternehmer haben verlangt, daß einmal alle Arbeiterverbände den Beratungen beiwohnen und nicht allein der allgemeine Gewerkschaftsbund, der unter Leitung des ozialdemokratifchen Gewerkschaftlers I o u h a u x teht, aber nach der Verschmelzung mit den an sich zahlenmäßig schwachen kommunistischen Gewerkschaften infolge der ungleich größeren Zielsicherheit der Kommunisten völlig ins radikale Fahrwasser abglitt. Jouhaux, der ein an sich schwacher Mann ist und eben deshalb zu großen Worten neigt und damit wiederum den Kommunisten in die Hände arbeitet, hat nun gedroht, die Arbeiterklasse zur Aktion aufzurufen, wenn man nicht zu dem Abkommen gelange, das das Land erwarte. Daneben läuft die sogenannte Kapuzenmänner-Affäre — ein charfer Feldzug des sozialdemokratischen * Jnnen- ninifters Dormoy, der eine Art Nothilfe rechtstehender Parteien verdächtigt, in provokatorischer Weise das Attentat auf zwei Häuser der Arbeitgeberverbände im Hochsommer 1937 in Paris organisiert zu haben.
Absagen^
Nur die marxistischen Gewerkschaften waren ausgefordert.
Paris, 12. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Chautemps empfing am Dienstagabend den Vorsitzerden des französischen Arbeitgeberverbandes, Gignvux, dem er zu der für Mittwoch vorgesehenen Sozialpolitischen Aussprache erklärte, daß es unmöglich sei, an der Aussprache auch diejenigen Organisationen zur Teilnahme aufzufordern, die ihm genannt worden seien. Er habe dieser Ansprache den Charakter einer Gegenüberstellung der beiden großen Organisationen, der CGT.-Gewerk- chaft und des Arbeitgeberverbandes, geben wollen, die sich so oft in Widerspruch befänden. Aber die Gegenwart anderer Personen würde den Charakter einer solchen Aussprache völlig verändern. Gignoux antwortete, unter diesen Umständen könne der Arbeitgeberverband an der Mittwoch-Aus- prache im Matignon-Palast nicht teilneh - men. Der Arbeitgeberverband werde aber auch
weiterhin dem Ministerpräsidenten zur Zusammenarbeit zur Verfügung stehen.
Der Spitzenverband her Berufsgewerkschaften hat in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten die Verwunderung und das Bedauern ausgedrückt, daß die Vertreter der Berufsgewerkschaften trotz ihres Gesuchs nicht zu einer Teilnahme an der geplanten Aussprache aufgefordert worden sind, wohl aber die C G T. - Gern e r k s ch a f t, deren Haltung durch eine unzulässige Erpressung der Regierung gegenüber gekennzeichnet sei. Die Mitglieder der Berufsgewerkschaften hätten nicht das geringste Verständnis für das Vorgehen der EGT^-Gewerkschaft, die den Rechten und Pflichten der gesetzgebenden Macht gegenüber eine offene Mißachtung zutage lege und über die verantwortliche Regierung eine tatsächliche Diktatur ausübe.
Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Textilindustrie hat an den Ministerpräsidenten ein Schreiben gerichtet, in dem sie ebenfalls eine Teilnahme an der für Mittwoch angesetzten Aussprache im Matignon-Palast ablehnt, weil neben der marxistischen Organisation C/G. T.-Ge- werkschast keine andere Arbeiterorganisation zur Teilnahme aufgefordert worden ist. In dem Schreiben heißt es, mit den augenblicklich vom Ministerpräsidenten versuchten Methoden werde die Ruhe und Ordnung nicht wiederhergestellt werden können. Ebensowenig werde dieser Versuch gelingen, wenn man die Arbeitgeber ständig zur Annahme von Maßnahmen auffordere, in denen das Recht der Arbeitgeber zur Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften eingeschränkt werde. Ein solcher Versuch würde zu nichts anderem führen als zu einer gesetzlichen So wjetisierung aller Unternehmen. Dieser Weg würde die Abschiebung jeder Verantwortung für die augenblickliche Lage auf die Arbeitgeber bedeuten, während diese Verantwortung allein die Regierung für ihre Unentschlossenheit zu tragen habe. Vor allem müsse die Regierung von allen Franzosen, gleichgültig ob sie Arbeitgeber oder Arbeitnehmer seien, die vollkommene Achtung vor den Gesetzen uerlangen.Hm die auf die Dauer unhaltbare soziale Unruhe einzudämmen, müsse endlich die Arbeitsfreiheit gesichert werden. Eine solche Maßnahme würde ebenso den Wünschen der Arbeitgeber wie denen eines ständig wachsenden Teiles der Belegschaften entsprechen. Die Vereinigung sei zu einer Zusammenarbeit mit der Regierung bereit. Doch könne eine solche erst an dem Tage von Nutzen sein, an dem die öffentliche Ordnung wiederhergestellt sein y>erde.
London zur Neujahrsansprache des Führers.
London, 12. Jan. (DNB Funkspruch.) Die Ansprache des Führers und Reichskanzlers beim Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps findet in der Londoner Presse größte Beachtung. „Times" schreibt, als der Führer Deutschlands Wunsch nach Frieden betonte, habe er den Gefühlen Ausdruck gegeben, die ohne Zweifel alle Kreise Deutschland erfüllen. Die Tradition eines großen Heeres, die Erinnerungen des deutschen Volkes an die schlechten Erfahrungen in der Nachkriegszeit und in allen Jahren der Schwäche, sowie die Lehre, daß Deutschland stark sein müsse, gäben dem Mann auf der Straße ein Gefühl der Sicherheit. — „Daily Telegraph" schreibt, die Absichten des nationalsozialistischen Deutschlands seien von so großem Einfluß auf die internationalen Beziehungen, daß eine autoritative Friedensoersicherung eine äußerst beruhig e-nöe Wirkung haben müsse. Wenn Deutschland nicht den Krieg gegen irgendein Land will, fei alles in Ordnung; denn niemand wünsche gegen Deutschland den Krieg. Eine solche autoritative Versicherung mit besonderem Nachdruck sei vom Führer abgegeben worden. Die Reichsregierung wünsche also "freimütig und vertrauensvoll mit allen Nationen zusammenzuarbeiten, die sich, wie die Reichsregierung selbst, den Frieden der Völker als Ziel ~ gesetzt hätten. Mit wirklicher Befriedigung hätten die Völker gehört, daß die Volks- und Staatsführung einer aufrichtigen Völkerverständigung entgegensetze.
„Daily Mail" schreibt, der Führer habe sich an Empfindungen gewandt, die über a l 1 geteilt würden. Früher habe man sich nie so heiß und so allgemein nach Frieden gesehnt wie heute, trotzdem sei aber die Welt in großen Verwirrungen, von denen viele in Genf ihren Auslauf nahmen. Eines der erfolgreichsten Mittel zum Beginn an der Arbeit des Friedens fei die Besei - tigung der U> s a che n d er Spamnung zwischen, England und Deutschland, Chamberlcsin habe mit dieser Aufgabe begonnen.
Empfang desneuenjapanischenSoWaflers
Weitere Vertiefung der herzlichen Freundschaft.
Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing Dienstagvormittag den neuernannten Kaiserlich-Japanischen Botschafter Shi-, g e n o r.i Togo zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Botschafter Logo überreichte die kaiserlichen Handschreiben über die Abberufung seines Vorgängers, des Grafen Kintomo Musha- k o j i und feine eigene Beglaubigung als Botschafter dem Führer und Reichskanzler mit einer Rede in japanischer Sprache, in der er sagte: Ich war bereits vor nahezu 20 Jahren dienstlich in diesem Lande, dessen Sprache und Kultur ich schon vorher kennen und bewundern gelernt hatte. Um so tiefer bewegt mich das beglückende Gefühl, daß ich dieses Mal dazu ausersehen bin, an der weiteren Verinnerlichung der überaus herzlichen Freundschaft zu arbeiten, wie sie sich zwischen Japan und Deutschland so glücklich gestaltet hat. Eine besondere Freude ist es mir, daß ich jetzt in ein ganz neues Deutschland gekommen bin, welches durch die hochherzige und tatkräftige Initiative Euer Exzellenz ein die ganze Welt überraschendes Wiederaufblühen erlebt. Es steht jetzt geeint und machtvoll da und ist wieder ein geachteter und wichtiger Faktor in der Welt geworden; ein Umschwung, der ohne Beispiel in der Geschichte ist und mich mit größter Hochachtung und Bewunderung erfüllt. Von dem Gefühl beseelt, zum Schutze der Weltkultur berufen zu sein, hat es mit Japan, das von demselben Gefühl durchdrungen ist, das Abkommen gegen d i e fommuni- stische Internationale geschlossen, und es gereicht mir zur freudigen Genugtuung, daß es mir als Direktor der Europa- und Westasienabteilung des Auswärtigen Amtes in Tokio vergönnt wär, bei dem Zustandekommen dieses Abkommens mitzuwirken.
Der Führer und Reichskanzler erwiderte: Daß Sie, Herr Botschafter, es als Ihre persönliche Aufgabe betrachten, die guten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern an. hervorragender Stelle weiter auszubauen und an der weiteren Vertiefung der herzlichen Freundschaft zu arbeiten, wie sie sich zwischen Japan und Deutschland so glücklich gestaltet hat, begrüße ich lebhaft. Die Tatsache, daß Eure Erzellenz in ihrer bisherigen Stellung bei dem Zustandekommen des deutsch-japanischen Abkommens gegen die kommm^stische Internationale mitgewirkt haben, ist mir ‘eine Gewähr dafür, daß Sie von der Bedeutung dieser .Vereinbarung ebenso durchdrungen sind wie ich selbst. Seien Sie überzeugt, Herr Botschafter, daß Sie in Ihrem Bestreben, auf dieser Grundlage an der deutsch-japanischen Freundschaft weiter zu bauen, bei mir stets die vollste Unterstützung finden werden. AmVorabend von Gorinas Geburtstag
Berlin, 11. Jan. (DNB.) Die Ehrenzeichen der Einheiten, die in persönlicher Verbindung zum Generalobersten Göring stehen — das Regiment General Göring und die SA.- Standarte Feldherrnhalle —, haben am Vorabend des Geburtstages des Generalobersten in dessen Arbeitszimmer in feiner Wohnung Aufstellung gefunden, ein Brauch, der auch bei den künftigen Geburtstagen des Generalobersten zur Durchführung kommen wird.
Goldenes Ehrenzeichen für SA.-Oberqruppenfiihrer Züttner.
Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler verlieh dem Chef des Führungshauptamtes der Obersten SA.-Führung Obergruppenführer Jüttner in Anerkennung seiner Verdienste um die Bewegung bei der Vollendung feines 50. Lebensjahres das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, unter gleichzeitiger Widmung feines Bildes. Obergruppenführer Jüttner hat sich nach - einer Berufung in die Oberste SA.°Führung und der Uebernahme des Führungshauptamtes um den Aufbau der SA. besondere Verdienste erworben, die nach außen hin auch in den Auftrag des Führers, die Durchführung der Aufmärsche der Reichsparteitage der NSDAP, zu organisieren und zu leiten, ihren sichtbaren Aus- druck gefunden haben. Der Stabsführer der Obex- ten SA.-Führung, Obergruppenführer Herzog, überreichte ihm im Auftrage des Stabschefs eine künstlerisch in Bernstein ausgelegte Ausgabe von des Führers „Mein Kampfs


