Ausgabe 
12.1.1938
 
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188. Jahrgang

Mittwoch, 12. Januar 1938

Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Vansittart.

Von unserem Hel.« Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

London, Januar 1938.

Die Ernennung Sir Robert Gilbert Vansit- farts zumDiplomatischen Hauptberater" der Re­gierung hat in der politischen Welt Englands großes Aufsehen und eine Fülle von Gerüchten ausgelöst. Nicht nur, daß ein neues Amt geschaffen wurde und der Premier Neville Chamberlain anscheinend neues Leben in die etwas rostige 'Maschinerie der Downing Street bringen wollte, gab Veranlassung, sondern die Tatsache, daß ein erfahrener und alter Beamter des Auswärtigen Amtes plötzlich in das volle Licht der Oeffentlichkeit gestellt worden ist.

Der Unter^taatssekretär des Auswärtigen Amtes als solcher amtete Vansittart seit 1929 ist nach englischer Gepflogenheit der ruhende P o l in der Flucht der Erscheinungen der Außen­minister. Er ist verantwortlich für den technischen Betrieb, der sich, wie die Briten selbst zugeben, in veralteten Formen bewegt, aber er ist auch der" eigentliche Spiritus rector aller diplomatischen Ge­schehnisse, die oft nur die nach außen hin deckende Unterschrift des jeweiligen Außenministers tragen, und zudem hat er in Krisenzeiten ein ebenso ent­scheidendes, wenn auch der Oeffentlichkeit unbekann­tes Wort wie auch einen sehr bestimmenden Einfluß auf die große Presse, wie einst im deutschen Aus­wärtigen Amt Herr von Holstein, diegraue Emi­nenz", seine Fäden spann und, wie wir jetzt wis­sen, nicht zum Vorteil des Reiches, nur zweimal Kaiser Wilhelm II. sah, aber wegen seiner Akten- und Personenkenntnis trotz seiner Menschenfeind­lichkeit unentbehrlich war, so hat Vansittart auch alle Fäden der britischen Weltpolitik in dex Hand gehabt, alle Wendungen mitgemacht, alle entscheidenden Ver­träge und die Zeitungspolemik gegen angeblich geg­nerische Mächte zum wesentlichen.Teile inauguriert. Die deutsche Oeffentlichkeit kannte Herrn von Hol­stein nicht, die englische bisher kaum Vansittart und seine Machtfülle. Jetzt tritt er ins Rampenlicht und wird damit auch der Kritik der Oeffentlichkett preis- gegeben.

Vansittart gilt als francophil, als Vertreter der Politik, die unter Eöen die Fäden zwischen Pans und London fast zu einem Bündnis knüpfte, und auf den ersten Blick mag das richtige erscheinen. Im Ge­gensatz zu Holstein ist nämlich Vansittart, der im Alter von 56 Jahren steht, sehr weltgewandt. Er hat, seit er im Jahre 1903 als Attache der Botschaft in Paris zugeteilt worden war, eine Vorliebe für alles Französische bekundet und nach der Gewohnheit der französischen Politiker sich auch literarisch versucht, Romane und Gedichte englisch oder französisch ge­schrieben, die nicht schlechter sind als hie schockweisen ähnlichen Erzeugnisse der Franzosen und ein Lust­spiel in französischer Sprache, das die Pariser höf­lich aufnahmen und etwa den literarischen Wert des Schleiers des Glücks" hatte, in dem der Tiger Georges Clemenceau einst von der Pariser Bühne herab über die Nichtswürdigkeit der Menschen la­mentierte. Da übrigens in zunehmendem Maße ehe­malige britische Staatsmänner wie Lord d'Abernon, Lloyd George, Winston Churchill, Harold Nicolson, Duff Cooper, Hoare u. a. sich literarisch betätigen und sich befehden und auch darin den französischen Gebrauch in England eingeführt haben, bleibt bei Vansittarts literarischem Federspiel nur die pikante Note eines Lyrikers als neu zu verzeichnen. Immer­hin muß dieses Spiel mit dem französischen Ball doch nicht feine englische Patrioteneigenschast berührt haben, denn,so weit man übersehen kann, ift er in illen entscheidenden Handlungen stets zwar Ver­fechter einer sehr intensiven Freundschaft mit Frank­reich, aber nichtsdestoweniger ein Befürworter einer selb ft ändigenPolitik gewesen, und wenn auch Vansittart alles andere als prodeutsch ist, so ist er doch klug genug, um Deutschland nicht als quantite negligeable zu behandeln. Uni) schon das könnte als ziemlich gutes Vorzeichen gelten, daß irgendwann doch eine Entspannung eintntt, bte jeder Brite wünscht und in den Neujahrsbetrachtungen der Blätter als vordringlich behandelt worden ist. Austen Chamberlain sagte von sich, er liebe Frankreich wie eine Frau. Vansittart könnte von sich sagen, wie eine Pariser Freundin. Und das sagt genug...

Denn in politicis ist er lediglich Brite. Er war Privatsekretär Lord C u r z o n s und hatte wohl hervorragenden Anteil an dessen Politik gegen Poin- care während des Ruhrabenteuers, dann rettete er Macdonald, als dieser mit Hoover m dem Hüttengespräch am Potomac" den amerikanischen Interessen soweit entgegenkam, daß in London un­ter Snowdens Führung geradezu eine Revolution des Rumpfkabinetts einsetzte. Eine Denkschrift Van­sittarts der Macdonald nach den USA begleitet hatte, rückte alles zurecht. Wahrend her St re, a. Konferenz wiederholte sich das Spiel, und als Sir John Simon als Außenminister wegen des Macdoncstdschen Weißbuches gegen Deutschland im März 1935 ins Gedränge geriet, nahm Vansittart die Schuld auf sich. Er war wohl der Autor der Sätze, die die wirkliche Lage des europäischen Fest­landes und vor allem Deutschlands so gründlich ver­kannten, und Sir John Simon wußte als verant­wortlicher Außenminister ebensowenig etroas von dem Inhalt des Weißbuches als von dem Aufsatz Macdonalds, der wegen seiner Maßlosigkeit Aus­sehen erregt und dem Foreign Office, wie es nach­her hieß, vor der Veröffentlichung vorgelegen hatte, d. h. von Vansittart zensiert worden war.

Aber daneben stehen wieder, wie so oft bet engli­schen Diplomaten, bei Vansittart Taten, die auf eme E n t f p a n n u n g sich zu richten scheinen. Es ist be­kannt, daß das d e u t s ch - e n g l i s ch e Flotten-

Die Aeujahrsempsänge beim Führer und Reichskanzler.

OeuischlandzurZusammenarbeitim Dienst einesFriedens des Hechts und desVerirauensbereii

Die Neujahrswünsche, die zwischen dem Führer und dem Diplomatischen Korps ausgetauscht wur­den, lassen auch diesmal wieder erkennen, wie weit die Menschheit von einem wahren Völkerfrieden entfernt ift. Auch m ruhigeren Zeiten und gefestig­ten Verhältnissen würde man bei gleichem Anlaß vom Frieden sprechen, dann aber doch mit der Be­tonung, daß er erhalten bleiben möge. Heute da­gegen ist er, wie es scheint, mehr noch ein Zu- kunftsziel, das anzustreben ist. Der Weg dorthin ist weit und mit Hindernissen reich ausgestattet. Die­ser Tatbestand klingt auch durch die Neujahrsan­sprachen hindurch. Doch lassen sich die Hindernisse beseitigen^ wenn man allseitig nur den guten Willen hat. Dieser Wille läßt sich am ehesten bei der Ordnung der inneren Verhältnisse eines jeden Landes prüfen und in die Tat umsetzen. Völker, die in gutem Sinne mit ihren sozialen und gesellschaft­lichen Gegensätzen fertig werden, schaffen sich selbst die Voraussetzung für die Erfüllung der jetzt in Berlin gewechselten Friedenswünsche.

Die Rede des Päpstlichen Nuntius als des Doyens des Diplomatischen Korps spielt hierauf an, wenn sie den Wunsch ausspricht, daß der Friede nicht nur zwischen den Völkern, . sondern auch innerhalb eines jeden Volkes" eintre­ten möge. Die Anspielung auf die mancherlei kriege­rischen Zwistigkeiten in der Welt einerseits und auf das tragische Schicksal Spaniens mit seinen Aus­strahlungenauf die europäische Politik andererseits, ist deutlich genug. Demgegenüber kann die Erwide­rung unseres Staatsoberhauptes mit vollem Recht und mit begründetem Stolz darauf Hinweisen, daß die Mitglieder der 51 in Berlin beglaubigten Staatsoertretungen sich ja aus eigener Anschauung am besten davon überzeugen konnten und können, wie sichtbar im neuen Deutschlanddas Glück einer brüderlich verbundenen Gemeinschaft" zutage tritt. Der eine oder andere Diplomat mag bei diesen Worten voll begreiflichen Neides auf die­ses neue Deutschland geblickt und dabei der Lage in seinem eigenen Lande gedacht haben.

Die Ansprache des Führers und Reichskanzlers spinnt aber jenen Gedanken weiter, indem sie ihn auf das außenpolitische Gebiet ausdehnt. Nur ein in gemeinsamer Frieoensarbeit und in Gemein­schaftssinn geschultes Volk ist wirklich in der Lage, tatkräftig an der Befriedung der Welt mitzuwirken. Man braucht gar nicht einmal an die drei großen deutschen Friedensentwürfe zu denken, um ein überaus eindrucksvolles Bild von der friedvollen Grundtendenz der deutschen Außenpolitik zu erhal­ten. Und es mag gerade in diesem Augenblick man­nigfachster Spannungen in der ganzen Welt als be­sonders eindringlicher Appell erscheinen, wenn Deutschland durch seinen Führer noch einmal seine Bereitwilligkeit zu ehrlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit allen Nationen bekundet, die die. deutsche Auffassung von wahrer Friedensarbeit teilen. An diesen Gedanken schließt die Ansprache des Führers einen Satz, der gerade im Hinblick auf die konflikterfüllte Lage in der Welt draußen einen wesentlichen, ja sogar vielleicht entscheidenden Un­terschied in der Auffassung des Verhältnisses von Volk zu Volk auf außenpolitischem Gebiet für Deutschland kennzeichnet: daß das deutsche Volk nämlich eine wahrhaft aufbauende Frie­densarbeit im Dienste des allgemeinen Fort­schrittesjedem völkerzerstörenden Kampfe" vorzieht. Freilich muß es sich, wie der vorletzte Absatz der Führeransprache besagt um einen Friedend e s Rechtes und des Ver­trauens" handeln, eines Rechtes, das an Stelle des von Deutschland vielfach schon beseitigten Un­rechtes von Versailles tritt, und eines Vertrauens, das im politischen Verhandlungspartner nicht von vornherein einen Gegner oder gar einen Angreifer sieht. D. S.

Die ersten Empfange.

Die Glückwünsche der Wehrmacht für ihren Obersten Befehlshaber.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Die Wilhelrnstraße stand im Zeichen der traditionellen Neujahrs- ernpfänge beim Führer und Reichs­kanzler Bereits gegen 9 Uhr fanden sich vor demHause des Reichspräsidenten" viele Tausende von Schaulustigen ein. Die Ausdauer der Menge wurde belohnt, als von denLinden" her mit klin­gendem Spiel die Ehrenkompanie anmar-- schierte, die in diesem Jahr hauptsächlich von Süd­deutschen, Badenern und Württembergern, gestellt

wird. Kurz vor 11 Uhr fuhr der Führer und Reichskanzler, umjubelt von der Menge, vom Haus des Reichskanzlers" nach demHaus des Reichspräsidenten". Die Ehrenkompanie begrüßte ihn mit präsentiertem Gewehr, während das Musik­korps den Präsentiermarsch spielte. Gleich darauf begannen die Empfänge.

Nachdem die Glückwünsche der Partei bereits bei früherer Gelegenheit von dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, überbracht worden waren, empfing der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht um M Uhr als erste Gratulanten den Reichskriegsmini st er und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmar- schalk von Blomberg", den Oberbefehlshaber des Heeres. Generaloberst Freiherrn von Fritsch, den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, und den Ober­befehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst G ö - ring, als Vertreter der Wehrmacht, um von ihnen die Glückwünsche des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe zum neuen Jahr entgegenzunehmen und diese Glückwünsche zu erwidern.

Kurze Zeit später empfing der Führer, wie all­jährlich, eine Abordnung derSalzwirker-Brüder­schaft in Thale zu Halle , der Halloren, die in ihrer alten Tracht erschien und dem Reichsober­haupt, wie von altersher üblich, Salz, Schlackwurst und ein Glückwunschgedicht, denn sogenannten Neu- jahrscarmen, darbrachte. Alsdann übermittelte na­mens der Bevölkerung der Reichshauptstadt der Oberbürgermeister und Stadtpräsident von Berlin, Dr. Lippert, Glückwünsche, die der Führer mit seinen besten Wünschen für das Gedeihen der Stadt herzlich erwiderte. Hiernach empfing der. Führer und Reichskanzler zur Entgegennahme der Glück­wünsche der deutschen Polizei den Reichsführer und Chef der deutschen Polizei, Himmler, mit feisten Hauptamtschefs ^-Obergruppenführer H e- meyer, Obergruppenführer General der Polizei, D a I u e ge, Gruppenführer Heydrich und Grup­penführer Wolff.

W M

Nach dem Neujahrsempfang zeigte sich der Führer auf dem Bm lkon des Hauses des Reichspräsi­denten, nm für die. begeisterten Ovationen der Be­völkerung zu danken.

Die Glückwünsche des Diplomatischen Korps.

Der Führer und Reichskanzler bei der Begrüßung der Diplomaten. Von rechts: Der ita­lienische Botschafter Dr. Attolico, der polnische Botschafter Lipski, der türkische Bot­schafter Hamdi A r p a g, der französische Botschafter Fran?ois-Poncet, der apo­stolische Nuntius Monsignore Orsenigo. Hinter dem Führer: Reichsaußenminister Frei« herroonNeurath und'der Chef des Protokolls, Gesandter von Bülow-Schwante.

(Presse-Jllustration-M.)

Gegen 11.30 Uhr begann dann die Anfahrt des Diplomatischen Korps zum feierlichen Neujahrsempfang. Jedesmal beim Eintreffen eines fremden Missionschefs erwies die Ehrenkompanie militärische Ehrenbezeugungen durch Präsentieren des Gewehrs, wobei die Musik bei dem Nuntius- und den "Botschaften den Präsentiermarsch spielte, während für die Gesandten und die Geschäftsträger das Spiel gerührt wurde. Der Staatsakt fand in

der traditionellen Form im Großen Saal des Hauses des Reichspräsiden te n" statt, in dem sich im Beisein des Protokollchefs, Gesandten von Bülow-Schwante. sämtliche 51 in Berlin be­glaubigten ausländischen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger versammelt hatten.

^Der Führer betrat in Gegenwart des Reichs­ministers des Auswärtigen, Freiherrn von ^Neurath, um 12.15 Uhr den Saal. In seiner

ab kommen, das einzige dieser Art und ein we­sentlicher Beitrag zum Weltfrieden, von Vansittart maßgeblich vorbereitet worden ist, und auch die Rede, die der Prince of Wales vor den britischen Front­kämpfern am 11. Juni 1935 hielt und durch ihren Willen zur Versöhnung auffiel, lag Vansittart vor­her zur Begutachtung vor. Ebenso war es bemer­kenswert, daß Vansittart den Außenminister Hoare im August nach Paris begleitete, um mit Laval einen Plan zur Beilegung des Abessittienkrieges auszu­arbeiten. Dieser Hoare-Laval-Plan trug durchaus den Charakter der Realpolitik Vansittarts, aber in England erregte er, vor allem durch Edens Völker­bundsdogma und dessen Wirksamkeit, so starke Ab­lehnung,' daß Hoare darüber seinen Posten verlor und Eden ans Ruder kam, um seine Völkerbunds­

politik gegen Italien mit negativem Erfolg zu ver­suchen. Ueber diese Kluft ist die englische Außenpolitik gegenüber Italien noch nicht hinweggekommen, ob­gleich sich Chamberlain in einem Briefwechsel mit Mussolini für bessere Beziehungen zu Rom aus­sprach. Der Widerstand liegt bei Eden. '

Schließlich besuchte Vansittart während der Olym­pischen Spiele Berlin, und wenn er auch als Privatperson kam, so lernte er bei dieser Gelegen­heit doch den Führer und andere Männer der deut­schen Regierung kennen. Trotzdem wäre es vielleicht voreilig, Vansittart in Gegensatz zu (Eben zu stellen und ihm nachzusagen, daß seine Politik fried- und verständigungsliebender sei Aber Eden hat in der letzten Zeit soviel Niederlagen davongetragen, daß es vielleicht Chamberlain erforderlich, schien, mit

Vansittart einen älteren und erfahreneren Kopf zur Seite zu haben. Er hat offiziell den Außenminister zu unterstützen, aber diese Fjoskel ist doch zu durch­sichtig, denn was sollte Vansittart als Unterstaats­sekretär sonst getan haben? Man gehtlwohl nicht fehl, wenn ihm, dem jetzigenHauptberater", eine R e i s e r o l l e zugedacht ist. Nach Rom, nach Ber­lin? Das wird die Zeit lehren. Auf jeden Fall ist der englische Premier für einige Wochen sein eige­ner Außenminister, denn Eden erholt seine über­anstrengten Nerven an der französischen Riviera und geht von dort aus auf sein eigentliches Parkett nach Genf. Vansittart aber sitzt ebenfalls in Süd- frankreich und wartet auf den Rus des Premier­ministers.