Ausgabe 
11.10.1938
 
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reiche andere Gemeinden des Kreises Wetterau gleiche Aufgaben zu lösen.

Mitglied der NSV. zu sein bzw. zu werden.

muß man als eine ebenso selbstverständliche Pflicht aller deutschen Volksgenossen bezeichnen. Die Min­destbeiträge für diese Mitgliedschaft sind außeror­dentlich niedrig bemessen, aber bei diesen Mindest­sätzen sollte es eigentlich kein Volksgenosse bewen­den lassen. Wer im Besitze seines gesicherten Ar­beitsplatzes und seines geregelten Verdienstes ist, der sollte auch hinsichtlich des Mitgliedsbeitrages für die NSV. darauf bedacht sein, daß er fernen Beitrag entsprechend seiner wirtschaftlichen 2 e i st u n g s k r a f t bemißt in dem Bewußtsein, daß es immer noch eine große Menge von Volks­genossen gibt Ostmark, Sudetenland!, denen es wirtschaftlich noch sehr schlecht geht und die dringend der Hilfeleistung bedürfen.

Das Arbeitsfeld der Kreisamtsleitung der NSV.

hät sich fett 1. September durch den Zutritt der Ortsgruppen Laubach, Ruppertsburg und Freienseen erweitert.

Nunmehr betreut die Gießeuer kreisamts- teitung der NSv. ein Gebiet, das rund 200 000

Einwohner umfaßt.

Etwa 14 v. H. davon sind bisher als Mitglieder bei der NSV. eingeschrieben. Das ist ein verhält­nismäßig niedriger Hundertsatz, wenn man bedenkt, daß ein anderer Kreis in unserem Gaugebiet, in öem noch viel mehr wirtschaftliche Notstände als in unserem Kreise vorhanden sind, rund 18 v. H. der Kreisbevölkerung als Mitglieder der NSV. zählt. Nehmen wir uns an diesem Kreise ein Beispiel, soweit die Mitgliedschaft bei der NSV. noch nicht erworben ist. Die Erfüllung dieser Auf­gabe muß auch eines der nächsten Ziele in unserem Kreise sein!

Wichtig für Brieftaubenhatter.

Das Brieftaubengeseh vom 1. Oktober 1938.

Mit dem gestrigen Tage, 10. Oktober 1938, ist das von der Reichsregierung beschlossene und am 1. Ok­tober d. 3. verkündete Brieftaubengesetz in Kraft getreten.

In Zukunft benötigt derjenige, der Brieftauben halten oder einen Handel mit Brieftauben betreiben will, eine besondere Erlaubnis, die nur zuoerlässi- Sen Personen erteilt werden darf. Jeder Brieftau- erchalter muß weiterhin einer Fachorganisation für das Brieftaubenwesen angehören. Die Auffichts- dehörde wird noch bestimmen, welche Organisation ols Fachorganisation anzusehen ist.

Nach §2 des Gesetzes kann das Halten und Auf­lassen von Tauben jeglicher Art in bestimmten Ge­bieten verboten werden. Jede im Inland gehaltene Brieftaube muß mit einem geschlossenen, nicht dehn­baren Fußring versehen sein, der die Taube und ihre Herkunft kenntlich macht. Weiterhin dürfen Brieftauben nicht gemeinsam mit anderen Tauben» arten in gleichen Schlägen gehalten werden "^(e in § 4 des Drieftaubengesetzes bestimmt wird jeder Brieftaubenhalter verpflichtet, eine Besll Nach­weisung der von ihm gehauenen Brieftauben zu führen und auf dem Laufenden zu halten. Jeder Brieftaubenhalter hat außerdem der zuständigen Ortspolizeibehörde die Bestandsnachweisung auf An­fordern vorzulegen, Auskunft zu erteilen und seine Brieftauben sowie Einrichtungen zur Brieftauben­haltung jederzeit zur Besichtigung bereitzu^ellen. Lieber den Ankauf und die Veräußerung von Vrief- irauben ist Buch zu führen, von wem man die Brief- Lauben erworben und an wen man sie weiter- oe^äufoert hat. (§5-)i

Jedermann ist verpflichtet, fremde, chm zugeflo­gene, von chm aus entschuldbarem Versehen getö­tete oder verletzte, sowie fnt oder verletzt aufgefun- äene Brieftauben begliche- äerkunft nebst Briefring, Meldehülsen und dergleichen, sowie lose aufgefun- kdene Brieftaubenfußringe, Meldehülsen usw. unver­züglich unter Angabe des Sachverhaltes bei der nächsten Ortsvolizeibehörde abzuliefern. Dasselbe gilt auch für Brieftaubenhalter: nur haben diese zu­geflogene Brieftauben mit einem Fußring der deut­schen Fachorganisation für das Brieftaubenwesen unmittelbar an diese Organisation zu melden. Aus­

ländische Brieftauben sind durch die Ortspolizei­behörde unverzüglich der Heeresbrieftaubenanstalt zu übersenden.

Wie § 7 aus führt, ist die Einfuhr von Brieftau­ben grundsätzlich verboten. Das Auflassen von im Ausland beheimateten Brieftauben ist nur mit Er­laubnis des Reichsministers des Innern im Ein­vernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht statthaft. Durch das vorliegende Gesetz werden die Landesgesetze, die das Recht, Tauben zu halten oder frei umherfliegen zu lassen, einschränkten oder die Aneignung oder die Tötung der im Freien ange- trof jenen Tauben gestatteten, im Hinblick auf Brief­tauben außer Kraft gefetzt.

Nach § 9 des Gesetzes genießen Brieftauben von nun an einen noch weiter gehend en Schutz insofern, als derjenige, der fremde Brieftauben vorsätzlich oder fahrlässig tötet ober verletzt, mit Gefängnis bis zu zwei Jahren oder mit Hast oder mit Geldstrafe, soweit die Tat nicht nach anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist, bestraft wird. Auch der Versuch solcher Handlungen ist strafbar. Ebenso wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Vor­schriften dieses Gesetzes zuwiderhandelt.

Die Bestimmungen dieses Gesetzes über Brief­tauben gelten auch für die Haltung aller solcher Tauben, die ebenfalls zur Nachrichtenübermittlung verwendet werden können. Die hierzu gehörigen Taubenarten werden noch festgestellt werden.

Die Bestimmungen der §§ 1, 4 und 5 sowie die Verbote nach § 2 gelten nicht für die Brieftauben­schläge der Wehrmacht, der ff und der SA. der NSDAP., jedoch müssen diese Sehläge der Orts­polizeibehörde des Aufstellungsortes gemeldet wer­den.

Der Reichsminister des Innern wird die zur Durchführung und Ergänzung dieses Gesetzes er­forderlichen Rechts- und Derwaltungsvorschrksten noch erlassen.

Es wird jedem Brieftaubenhalter dringend emp­fohlen, sich Kenntnis coii dem genauen und voll­ständigen Gefetzestert zu verschaffen und die noch ergehenden Durchführungsbestimmungen zu beach­ten, da er sonst Gefahr laufen kann, sich strafbar zu machen.

Zeitfragen auf der Orthopäden-Tagung.

Gin Rückblick auf die Hauptthemen.

Das HauptthemaOrthopädie und fchaf- kfendes Volk" auf der Gießener Tagung der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft zeigte eindring­lich und überzeugend die innige Verquickung des ' ^orthopädischen Fachgebietes mit der arbeitenden Be- I coölkerung. Es liegen heute Methoden vor, mit denen man einen großen Teil der körperlichen Leistungen Liberprüfen kann. Und diese lassen wiederum eine Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit des einzelnen Arbeiters zu. Daß die geistige und charak­terliche Beschaffenheit des Arbeiters für feine Lei- i sstungsfähigkeit mit zur Beurteilung herangezogen werden muß, erklärt sich von selbst. Der Facharzt kl für Orthopädie hat neben der theoretisch-wissen haft- ichen Ausbildung eine technisch-praktische Vevan- ; Tagung mitzubringen. Deshalb steht er an berufener stelle, einmal die Beziehung mit vielen Deruftarten ;ur Befruchtung seines eigenen Aufgabenaebietes aufzunehmen und zu pflegen, das andere Mal die Arbeitsschäden am Haltungs- und Bewegungsappa- « rat des menschlichen Körpers aufzudecken und. sie zu verhüten und zu beseitigen. Die Folgerung hier­aus ist die, den in die Lehre kommenden noch wachsenden Menschen entsprechend seiner Konsti- i hition und Leistungskraft zu bewerten und zu be­raten und keine Kosten dafür zu scheuen. Derbesse- rungsvorschläae für den Arbeitsplatz und die Ar­beitsort durchzufetzen.

Das Hauvtthema'O rthopädie und Frauen­heilkunde" wurde in der Berichterstattung be­ll retts gebührend beachtet. Es sei nochmals darauf j hinaewiefen, daß die Frau sich allen ertremen kör­perlichen Hebungen zu enthalten hat, um ihrer 1 Hauptaufgabe als Frau und Mutter zu genügen. Die Gefahren durch übertriebene Leibesübungen «ährend der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt wurden klar von Professor von Jasch^e her- Dusgestellt. Wie sehr besondere Arten von Leibes- ibungen, mäßig betrieben, den weiblichen Organis­mus fördern können, bewiesen die Erfahrungen im Schi«, Schwimm-, Reit- und Rasensport.

Das nächste große Hanvllhema ,.V e r e r b u n g s- : ragen" hat eine sehr starke Resonnanz gefunden, io daß an dieser Stelle besonders auf das Positive »er Dererbungsforschung nochmals ein gegangen wer­den muß. Wie alle Fachgebiete der Medizin, so hat »uch die Orthopädie sich mit den Vererbungsfraaen rundlich zu befassen. Die heutigen Erkenntnisse über »as Erbgeschehen bei einem orthopädischen Leiden stehen bereits auf sicherer Basis. Aus ihr baut sich f »ie deutsche rassenhygienische Gesetzgebung auf, die nch auch gegen schwere erbliche orthopädische Krank- leiten richtet. Die erbbiologische Wissenschaft hat ur Erforschung der Verhältnisse beim Menschen be­sondere Methoden entwickeln müssen, da hier das in Dflanzen- und Tierwelt zur Erkennung der Erb- esetze übliche Experiment nicht möglich ist. Die Dlethoben, die beim Menschen entwickelt wurden Dwillingsforschung, Sippenforschung, erbbiologische Bestandsaufnahme sind imstande, sichere Ergeb­nisse über die Erbverhältnisse für normale und krankhafte Eigenschaften zu erzielen. Allerdings mu|* an sie unbedingt sachverständig, richtig und vollstän­dig in Anwendung gebracht werden, da sie sonst zu Fehlschlüssen führen können. Nur durch intensive Weiterarbeit in dem immer wieder von den ^Fach­leuten der menschlichen Erblehre dargeleg'en Sinne bimen die bisherigen Erkenntnisse ergänzt und

Dertieft und weiterhin zum Nutzen der Erbgesund- heit unseres Volkes eingesetzt werden.

Wie vordringlich dieses Arbeitsgebiet innerhalb der Orthopädie ist, geht aus der Tatsache hervor, daß bei der Gießener Tagung ein besonderer Aus­schuß begründet wurde, der sich nur mit Erbsragen befaßt. Der derVererbung" eingeräumte Teil der Sitzung ließ deutlich die große Bedeutung erkennen, die gerade diesen Fragen beigemessen werden muß. Es war sehr zu begrüßen, daß neben den Orthopä­den die Erbforscher selbst zu Worte kamen. Dadurch kommt die notwendige Zusammenarbeit beider Fachgebiete klar zum Ausdruck. Wurden in kritischer Weise Grenzen und Möglichkeiten der menschlichen Erbforschung erörtert, so war darin doch gleich­zeitig der Hinweis für die notwendigen Arbeits­methoden enthalten. So wies auch Professor von Derschuer auf das bisher tatsächlich Erreichte bin, bas uns heute in den Stand setzt, orthopädische Erbleiden mit Sicherheit zu beurteilen. .Einzelne der Dorgetragenen praktischen neueren Forschungs­ergebnisse berechtigen zu dem Schluß, daß der bis- jetzt eingeschlagene Weg der Maßnahme zur Bekämp­fung der Erbkrankheiten auch in der Orthopädie in vollem Umfang durch die praktischen Erkenntnisse weiterhin seine Bestätigung finbet.

Dem Siegeslauf ber Hormone folgte ber der V i - tarn ine. Nach ber heutigen Erkenntnis ber Wirk­samkeit ber Vitamine und ihrer Darreichungsform wird man bei aller Hochachtung und Bedeutung bei deren kritikloser Anwendung zunächst noch kurz­treten müssen. .In der Vorsorge und Verhütung von Krankheiten, die auf Vitaminmangel beruhen, spie­len diese hochwirksamen Stoffe eine enorme Rolle. Jedoch in der Behandlung ber schon burch Vitamin­mangel auf getreten en Erkrankungen hat man mit zunehmendem Alter eine geringere Wirksamkeit ber Vitamine auf die Heilungsbeschleunigung festa"stellt. Eine Ausnahme svielen heute die sehr wirksamen Vitamine C und D. Das Vitamin C ist in ber Dell­kartoffel unb in ber Zitrone in reichlichem Maße vorhanden und ist für die körperliche und seelische Leistungsfähigkeit von hervorragender Bedeutung. Es spielt eine ausschlaggebende Rolle für den see­lischen und körperlichen Zustand des Menschen und ist für viele Krankheitsgebiete, besonders in ber Orthovädip. ein nicht mehr zu missender Heilfaktor. Aus die Wichtigkeit des antirachitischen Vitamins D braucht nicht mehr besonders eingeganaen zu wer­den. Die Folgerung aus diesem .fiauottbema ist die. bie W der Draris bernährten Vitamine C und D in uneingeschränktem Maße weiter zu verabreichen und die Wirksamkeit der Vitamine A und B I für das zunehmende Wachstumsalter weiter zu kontrol­lieren und nachzuprüfen.

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Lpd. Fran kfurt a. M., 10. Oft. Am 18. August wurde eine allein in ihrer Wohnung in der Lortzing- straße anwesende Frau von einem jungen Mann Überfällen, gefesselt und gefnebelt und ein Betrag von 30 Mark geraubt. Der Polizei gelang es nun, den Täter und seinen Komplizen, ber vor dem Haus gemart°t hatte, zu oerha ft en. Es handelt sich um zw'i 24jä'hriae Burschen aus Frank­furt, die em umfassendes Geständnis abgelegt haben.

Aus der engeren Heimat.

pflege des Heimatgedankens.

Lpd. Büdingen, 10. Oft. Die Stadt Büdin­gen. die wegen ihrer allen schönen Bauwerke be­kannt ist, hat in Verbindung mit dem Geschichts- unb Verkehrsverein eine bemerkenswerte Neuerung eingeführt. An den Stellen, wo wichtige Bauwerke der alten Befestigungsanlagen in früherer Zell nie­dergelegt wurden, sind jetzt Bildtafeln mit der Rekonstruktion der Tore, Wälle usw. ausgehängt worden. So erfährt das Bild der Stadt eine Ergänzung dessen, was Unverstand und Pietätlosigkeit in der vergangenen Zeit dem Ab­bruch preisgab, uns heute aber wertvoll ist.

Schadenfeuer in Ermenrod.

* Ermenrod (Kreis Alsfeld), 10. Oft In der Hofreite des Schmiedes Setzer brach am Sonn­tag zwischen 16 unb 17 Uhr Feuer aus. Nach­barn beobachteten im oberen Teil ber Scheune Feuerschein unb Rauch unb alarmierten sofort bie Feuerwehr bes Ortes unb bie Wehr von Groß- Felda, bie mit ihrer Klein-Motorspritze anrückte. Trotz energischer Arbeit ber Feuerwehren konnte es nicht verhindert werden, daß Scheune, Stallungen und ein Teil des Wohn­hauses von den Flammen zer st ört wur­den, da das Feuer in den Stroh, und Heuoorräten in der Scheune reichlich Nahrung fand. Glücklicher­weise ist die Körnerfrucht gerettet. Da starker Wind herrschte und ein Uebergreifen bes Feuers auf andere Gebäude befürchtet werden mußte, hatte man auch bie Alsfelder Motorspritze alarmiert, die aber auf halbem Wege zurückbeordert werben formte, weil die Gefahr inzwischen beseitigt war.

Landkreis Gießen.

8 Alten-Buseck, 10. Oft. Dieser Tage ver­ließ Lehrer Dr. Haas unsere Gemeinde, um in dem benachbarten Beuern seinen Wohnsitz zu neh­men, nachdem chm bereits an Ostern dort eine Schulstelle übertragen worden war. Dr. Haas war 6 Jahre hier tätig und hat sich während dieser Zeit sowohl durch sein offenes, freundliches Wesen, als auch durch seine pädagogischen Eigenschaften Achtung und Beliebthell bei der ganzen Einwoh­nerschaft erworben. Auch für die Sache des Luft­

schutzes hat sich Dr. Haas sehr verdient gemacht unb bas Interesse für diese vaterländische Aufgabe stets zu wecken gewußt. Die Gemeinde wünscht dem scheidenden Lehrer unb seiner Familie, mit der sie stets in echter, aufrichtiger Volksgemeinschaft zu­sammengelebt hat, alles Gute in ihrem neuen Wir­kungskreis.

4= Mainzlar, 10. Oft. Am Samstagnachmittag stieß ein auswärtiger Motorradfahrer in einer Kurve in unserem Orte mit dem Pferdefuhr- werk eines hiesigen Landwirtes zusammen. Der Beiwagen hatte das Pferd getroffen, so daß es stürzte. Das Tier wurde leicht verletzt'. Am Kraft­fahrzeug entstand einiger Sachschaden. Kraftfahrer und Fuhrmann kamen mit dem Schrecken davon.

+ Lang-Göns, 11. Oktober. Der Hessische Landesverein für Innere Mission hielt am Sonntag unb Montag sein diesjähriges Jahres­fest in Lang-Göns ab. Nach Festgottesdienften, in denen Direktor Pfarrer Schneider (Nieder-Ram- ftabt) predigte, fand am Sonntagnachmittag die Fest­versammlung in der Kirche statt. Hierbei sprachen Generalsuperintendent D. Kähler (Bethel) über Viel Not unb allerlei Hilfe". Außerbem gab er einen Bericht über bie Arbeit in Bethel. Am Montag tagte eine Mitgliederversammlung bes Hessischen Landes- vereins für Innere Mission. Daran schloß sich bie öffentliche Jahresversammlung mit einem Vortrag des Generalsuperintendenten D. Kähler über das Thema ,Hat die Innere Mission für ihre Arbeit eine grundlegende Besinnung," an.

* Lich , 11. Oft. Das Fest der Silberhoch­zeit begehen heute die Eheleute Ludw. Wolf III., Bierfuhrmann, unb Frau geb. Menges, Menges- gaffe 43. Wir gratulieren!

Weiterer Rückgang der spinalen Kinderlähmung in Frankfurt.

LPD. Frankfurt a M., 10. Oft. In ber Woche vom 2. bis 8. Oktober finb nur noch neun Erkran­kungen an spinaler Kinderlähmung aufgetreten. Von diesen entfallen auf die einzelnen Altersstufen: 1 bis 6 Jahre 2 Personen, 6 bis 14 Jahre 4 Personen, 15 bis 19 Jahre 1 Person, über 20 Jahre 2 Per­sonen. Von diesen Erkrankten sind zwei gestorben. Die Erkrankungen sind, wie sich daraus ergibt, wei­terhin zurückgegangen.

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Das Äaukachamt Turnen tagte...

In Kastel sand eine Arbeitstagung des Gaufach- amtes Turnen im Gau XII: Hessen statt, an der die Mitarbeiter bes Gaufachwarts und die Kreis- fachwarte teilnahmen. Der Kreis 8: Gießen war wegen Verhinderung des Kreisfachwarts Dau - p e r t (Wieseck) durch Kreisobmann für Männer­turnen Karl Reuter (Gießen) vertteten.

Gausachwart Ries (Kastel) erstattete einen ein­gehenden Bericht über den kürzlich in Berlin statt­gefundenen Lehrgang des Reichsfachamtes Turnen. Im Anschluß daran besprach man die neue Arbeit des Fachamtes Turnen im Gau in den kommenden Monaten. Im Vordergrund steht die Schulungs­und Lehrgangstätigkeit an der Gausportschule in Marburg, die sofort einsetzt. Gauobmann für Man- nerturnen Becker (Kassel), Gaufrauenturnwartin Luise Schwarz (Friedberg), Gauobmann für Sommerspiele Dr. Pfeffer (Gießen) und Gau- presieobmann O ß w a l d (Bad-Nauheim) erläuter­ten bie von ihnen vorgesehenen Lehrgänge, lieber die Jugendarbeit äußerte sich Gebietssachbearbeiter für Turnen (Gaujugendfachwart) Hermer Beck (Kassel) in grundlegenden Ausführungen. Eine engere Zusammenarbeit der Bannfachwärte mll den Vereinen sei anzustreben. Ein Lehrgang für Bannfachwarte wird Mitte November an der Gau­sportschule durchgeführt.

Zu den Lehrgängen an der Gausportschule kommt als erfolgversprechende Maßnahme hinzu ber Ein­satz des DRL.-F-achlehrers Rui sing und der DRL.-Fachlehrerin Ursula Steinhäuser in sämt­lichen Kreisen des Gaues. Kamerad Ruising berich­tete über seine bisherige Tätigkeit und gab auf Grund seiner Erfahrungen wertvolle Anregungen für die nutzbringende Gestaltung dieser Lehrarbeit.

An größeren Veranstaltungen steht bevor ber Mannschafts-Gerätekampf ber (Baue Hessen, Baben unb Westfalen am 23. Oktober in Dortmund, ferner ein Mannschaftskampf ber Kreise 8: Gießen, 9: Limburg und 11: Friedberg, der Anfang Dezember zum Austrag kommt, wahrscheinlich in Bad Ems. Pflicht aller Vereine ist es, sich in der zweiten Winterhälfte an den Verein sriegen-Wettkämpfen zu be­teiligen. Die Richtlinien dafür werden in Kürze be- fannfgeqeben. Wunsch der Gaufachamtsleitung ist es, daß im kommenden Jahre in allen Kreisen

Alterstreffen in Verbindung mit Wettkämp­fen durchgeführt werden. Beschlossen wurde außer­dem ein Gaualterstreffen. Als Austra­gungsort wurde Heuchelheim bestimmt. Es besteht die Möglichkeit, daß 1939 auch ein DRL.- (B a u f e ft in Kastel ftattfinbet. Seit dem 1. Gaufest des DRL. 1935 in Gießen hat eine derartige Ge» meinschastsveranstaltung sämtlicher Fachämter im Gau nicht mehr stattgefunden.

GrsteOiympir -Schulung unsererTurner

Die deutschen ©erätetumer haben in Helsinki fünf goldene, eine silberne und sechs bronzene Me­daillen zu verteidigen. Das ist Grund genug, um mit den Olympia-Vorbereitungen für 1940 so früh wie möglich und gleich mit allem Ernst zu be­ginnen. Fast volle zwei Jahre vor Helsinki findet daher vom 24. bis 28. Oktober in Leipzig die erste Olympia-Schulung unserer Geräteturner statt. Die Leitung des Lehrganges liegt in den Händen des Neichsmännerturnwartes Martin Schneider, der die deutschen Nationalturner von Erfolg zu Er­folg geführt hat und dessen wertvoller Schulungs­arbeit nicht zuletzt die großen Triumphe der deut­schen Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und auch in den Länderkämpfen zu ver­danken sind. Ihm zur Seite stehen in Leipzig Badens (Baumännerturnmart Eugen Kopp, Hee- ressporttehrer Lt. Alfred Schwarzmann und die DRL.-Fachlehrer Walter Steffens und Heinz S a n d r o ck. Schwarzmann und Steffens sind zugleich Mitglieder der neuen Reichs-Kern­mannschaft, der weiterhin folgende Turner an­gehören:

Innozenz Stongl (München), Alfred Müller (Leuna), Kurt Krotzsch (Lützen), Hans Friedrich (München), Reinhard Stulle (Eichen), Georg Sich (Düsseldorf), Karl Stadel (Wünsdorf), Willi Stadel (Konstanz), Kurt Haustein (Leipzig), Matthias Volz (Schwabach), Wilhelm Kippert (Dillingen), Josef Renner (Geislingen), Emil Hlindetzky (Frankfurt am Main), Hans Pludra (Villinqens, Konrad Frey (Bad Kreuznachs, Franz Bayer (Kassel), Fritz Bek- fert (Neustadt. Schwarzwald), Gefr. Wurm. (Mün­ster), Kiefer (Bad Kreuznach).

Der Lehrgang wird gleichzeitig die deutsche Na­tionalmannschaft für den am 18. Oktober in Hel­sinki stattfindenden Länderkampf gegen" Finnland ermitteln.

ZuBall in ber engeren Heimat.

VfV.-Reichsbahn Liga Bistenberg Liga 1:2 (1:1).

Auf dem Waldsportplatz trafen sich beide Mann­schaften zum angesetzten Verbandsspiel. Hatte man im Gießener Lager gehofft, daß diesmal die beiden Punkte hier blieben, so wurde man enttäuscht. Während die Gäste chre alte Mannschaft zur Stelle hatten, mußten die Grünweißen mit acht Mann Ersatz antreten. Aber trotzdem war dieses Spiel zu gewinnen. Die besten Torgelegenhetten waren vor­handen, aber ber Sturm wertete sie nicht aus. Den Gästen gelang es, gleich nach Beginn bas Spiel leicht überlegen zu gestalten. Aber nach 10 Minuten fanden sich die Gießener. Szponik war es, der dem Gästehüter zu schaffen machte, er hatte aber mit seinem Schuß kein Glückt Dann waren es wieder die Vissenberger, die angriffen. Der Rechtsaußen bekam den Ball zugespielt und gab einen Weitschuß auf das Gießener Tor ab. Gottschalk wollte den Ball halten, lenkte ihn aber selber in das Tor. Kurz vor Halbzeit kamen die Platzbesitzer zum verdien­ten Ausgleich. Der Gästehüter hatte einen Ball ab­geschlagen, brachte ihn aber nicht weit genug fort Der Gießener Mittelläufer Lukaschewski erwischte bas Leder unb sandte unhaltbar ein.

Nach dem Wechsel war die Gießener Elf die ein­wandfrei befere Mannschaft. Sie gestaltete das Spiel überlegen, aber es wollte im Sturm nicht klappen. Angriff auf Angriff trugen die Gießener vor, aber der Sturm schoß nicht. Oefters glaubte man den Ball im Netz, aber der Nürnberger Tor­mann mar nicht zu schlagen. Die'te waren glück­licher. Die Gießener Mannschaft war zu weit aul­

gerückt. Der Linksaußen bekam den Ball, lief nach innen unb schoß das Siegestor. Alle Anstrengun­gen der Gießener, noch zum Ausgleich zu kommen, waren vergebens.

Die zweite Mannschaft schlug ihren Gegner Bissenberg II mit 4:0 Toren. Der Sieg war in dieser Höhe verdient.

Ehringshausen I Watzenborn-Steinberg I 1:4 (0:2).

Sicherer als gedacht, setzte sich die 1. Mannschaft des FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg beim Neuling Ehringshausen durch. Da man immer noch die Hälfte der etatsmäßigen 1. Mannschaft ersetzen mußte, wurde folgende Elf mit diesem Punktespiel betraut: Happel; K. Schmandt, Fett: W. Schmandt, H. Schmandt, E. Burger: Hirz, Bernhardt, Schmidt, O. Haas, K. Buß.

Die Einheimischen begannen mit temperament­vollen Angriffen. Sichtlich wollte Ehringshausen die Teutonen" überrumpeln. Kaum hatte Happel beit Ball wegbefördert, war er schon wieder in seiner näheren Umgebung. Daß die Platzmannschaft dieses Tempo nicht lange durchzuhalten vermochte, war vorauszuschen. Nach kurzer Zeit rollten auch die ersten Angriffe des Teutonensturmes auf des Geg­ners Tor, unb bereits nach einer Viertelstunde führ­ten die Watzenborn-Steinberger burch ben Halb­rechten Bernhardt, der eine Vorlage von rechts ge­schickt verwandelte, 1:0. Schmidt blieb es Vorbehal­ten, in der 28. Minute auf 2:0 zu erhöhen. Kurz vor Halbzeit hatte der Linksaußen der Platzmanw«