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Donnerstag, 11-August 1938

ttr.186 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

(Roma-M.)

Gießener Modellschnitzer bei der Arbeit

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kannte können.

26-

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Die Frobenius- Expedition nach Australien, tiie von Dr. Petri geleitet wird und der Dr. L 0 m- m e I, Douglas Fox, Agnes Schultz und (Berta Kleist angehören, ist, wie aus den letzten Berichten

Unwetter an der südlichen Bergstraße.

Lpd. D a r m st a d t, 10. Aug. An der südlichen Bergstraße von Weinheim ab bis in die Viern­heimer Gegend gingen schwere Unwetter nieder. Die Gewitter brachten derartige Regengüsse nut sich, daß es am Abhang der Berge nicht ohne Hochwas- er abging. In der Gegend von Schriesheim war es wohl am schlimmsten. Der Kanzelbach führte so

Wilhelm Lange, ers: Emst Bluv wd für die Silber i.V.: Ernst Blui» Thyriot; für du nzeigenleiter: jjtns für den Inhalt de /II. 38:9034. idruckerei R.Law, :sbezugspreis W. bühr, mit der K ifspreis 10 Pf. uri ierten 5 Pf. me?

1. September 1$

Die Kunst und das Kunsthandwerk hat auch in unserer Stadt und weit darüber hinaus Ruf und gutes Ansehen. Manches künstlerische Werk, m Gießener Ateliers und in stiller Arbeit heran­gewachsen, wurde verwirklicht und dient der Heimat im engeren und weiteren Umkreis in vielerlei Form zum Schmuck. ....

Heute früh nahmen wir Gelegenheit, einmal m der Werkstatt des Gießener Modellschnitzers und Holzbildhauers Kirchner Umschau zu halten. Wir sahen. ihm über die Schulter und entdeckten auf seinem Arbeitstisch eine Fülle von Modellen, Häuschen, Türmchen usw., so daß man fast ein ganzes Städtchen daraus ..hätte zusammenstellen

ein.

Oer Tanz der Blackfellows gefilmt.

Der Leiter der (Expedition Dr. Petri, Douglas Fox und Dr. L 0 m m e l haben sich in die Aufgabe geteilt, Leben und Kult der Blackfellows zu erfor- chen. Das ist nur so möglich, daß sie einen Stamm ober eine Sippe im Busch erwischen und dann mit ihnen kampen und mit ihnen leben. Das ist sehr chwierig, da die Eingeborenen alle sehr scheu sind und sich sofort zurückziehen, wenn Weiße kommen, da sie in jedem Weißen einen Policeman fürchten. Da nahezu jeder von ihnen einmal einen Diebstahl begangen hat, haben sie alle ein schlechtes Gewissen. Dr. Lornmelist auf der Station geblieben, um die Eingeborenen, die zur Station kommen, wo sie sich mit Tabak und Decken versorgen, ausfragen zu kön­nen. Fox und Petri haben sich in den Busch be­geben und konnten dort die Beobachtung machen, daß die Eingeborenen jeden Abend den gleichen Tanz, den Corroboree tanzen. Meist tanzen 8 bis 10 Tänzer, die festlich geschmückt sind mit einer kegel­förmigen Mütze aus Papierrinde, bekrönt mit einem Busch aus Kakadufedern. Der Körper ist mit weißer, roter oder gelber Farbe bemalt. Der Tanz wird mit Gesang und Musikinstrumenten Rullanulla und Woomera begleitet. Oft werden im Tanz Tiere dar­gestellt, insbesondere Kraniche und Krokodile, die ein Feuer umtanzen. Die deutschen Forscher bezeichnen die Realistik, mit der die Tänzer die Bewegungen der Tiere nachahmen, als höchst erstaunlich, wie über­haupt Rhythmus und Disziplin des Corroboree eine große Ueberraschung für sie gewesen sind. Es ist den Forschern gelungen, einen Corroboree zu filmen und die Begleitmusik wie auch den Gesang auf Wachs- platten aufzunehmen. Schon dieser erste Bericht über die vorläufigen Ergebnisse läßt auf eine reiche wissen­schaftliche Ausbeute der deutschen Forschungsarbeit in Australien hoffen. Mr.

irischer, reiner Atem

gründliche, schonende Reinigung, verhindert den Ansatz von Zahnstein.

$ro/?e Tube 40 T/., kleine Tube 25 T/.

starke Wassermassen mit sich, daß er über seine User trat und manche Straßenzüge unter Wasser setzte. Von der Talsperre ab strömte das Wasser fußhoch ins Dorf und setzte auch viele Keller unter Wasser.

In Leutershausen schlug der Blitz in ein Haus, in dem gerade eine Hochzeitsgesellschaft beisammen mar. Der Blitz fuhr in den Kamin und riß Den Kamin im großen Zimmer auseinander. Der Schreck der Hochzeitsgäste war nicht gering. Als der Kamin auseinanderflog, gab es überall rußge­schwärzte Gesichter, und auch das weiße Hochzeits- kleid verlor viel von seinem Glanz.

Verschlimmerung in seinem Befinden ein, die am Dienstag früh zum Tode führte.

*

Aus Anlaß des Todes von Professor Leo Fro- b en ius hat Reichsminister Dr. Frick dem For­schungsinstitut in Frankfurt a. M. sein herzlichstes Beileid ausgesprochen.

hervorgeht, über Batavia, Broome in Walcott-Jnlett angekommen und hat in Munja einen Camp ein­gerichtet. Munja wird für die nächste Zeit der Stütz­punkt für die Frankfurter Forscher sein. Die austra­lischen Regierungsbeamten in Munja haben die deutschen Forscher in jeder Weise unterstützt und ihnen die Arbeit erleichtert. Durch deren Hilfe er­hielten sie auch zwei eingeborene Boys, von denen einer sogar englisch sprechen kann. Von Munja aus haben die Forscher ihre ersten Expeditionen in die Eingeborenenreservate unternommen und dabei, wie die jetzt nach Frankfurt gelangten Berichte besagen, nicht nur die Zeugen längst vergangener kultischen Bräuche, sondern auch neue bisher unbe = riesengroße Felsdi 1 der finden

Oie Regenschlange von Ungarrinyinland.

Nene Jelsbilderfnnde der Irobenius-Expedition in Australien.

Bl hoiS I'h das Idjct,

Obst und Gemüse.

Unter den Wörtern, die der Norddeutsche als österreichisch empfindet, sind nur wenige, die dem Französischen stammen. Näher lagen na - gemäß Entlehnungen aus den Sprachen, Deren biete nachbarlich an Oesterreich grenzen, aus Italienischen, dem Tschechisch-Slavischen und Ungarischen. f

Die norddeutsche Hausfrau, die in Wien StaIe - und Johannisbeeren, Blumenkohl und Meerrett<ch einkaufen will, wird sich daran gewöhnen muyen, Agrasl und Ribisl, Karfiol und Kren SU verlangen. Soböhmisch" wie diesert klingen, sind sie jedoch nicht. Ribisl, die Johann beere, und Agrasl, Stachelbeere, lassen stch von Den

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scartoccio" lautet und Tüte bedeutet, zugrunde. Trafik stammt von dem italienischenTrafico" ab.

Von der Speisenkarte.

Wenn der Norddeutsche auch das WortJaus e" nicht gebraucht, so kennt er doch seine Bedeutung: es bezeichnet den Nachmittagskaffee. Der Oester- reicher hat von ihm sogar ein Zeitwortjausnen gebildet, wofür man in Ausseekasfeedeln" sagt. Der Oesterreicher spricht gelegentlich auch von dem Vormittagsfrühstück als derZehnerjause . Das Wort geht auf das Slowenischejuzina zurück, das Mittagessen" undVesper" bedeutet. Die Ent­lehnung muß schon in sehr früher Zeit erfolgt sein, da bereits ein deutsch-italienisches Vokabular von 1477Jause" undjausnen" kennt. Völlig unbe­kannt im Norddeutschen sind die WörterSchi- n a k l" für Kahn,Powidl" für Pflaume und Scherzi für das Brotende, das auch Kanten, Knust oder Ranft genannt wird. Während Scherz! auf das Italienischeszorza" Rinde) zuruck- zuführen ist, leiten sich die beiden anderen aus dem Magyarischencsonak" und dem Tschechischen povidlo" her. Ein P o w i d l s ch m a rrn oder Powidldatschkerln ist eine mit Pflaumen gefüllte Mehlspeise, Palatschinken em dünner, zusammengerollter und mit Marmelade gefüllter Eierkuchen. Dieses Wort hat nichts mitSchinken au tun. Es kommt aus dem Rumänischen, wo plazinta (aus lateinischplacenta)Mehlspeisen bedeutet.' Aus dem Rumänischen übernahm das Un­garische das Wärt und verwandelte es, weil bei ihm im Anlaut nur einfache Konsonanz möglich ist, inpalacsinta", woraus das OesterreichischePalat­schinken" wurde.

Zeitschriften.

Mythische Steingräber.

Auf ihrem ersten Expeditionsgang fanden die For­scher seltsame Steinkreise, die, wie dann später in Erfahrung gebracht werden konnte, in der mythi­schen Heroenzeit (Alduringazeit) für die Toten er­richtet wurden. Die heutigen Einwohner des Landes haben keinerlei Beziehung xnehr zu diesen Stein- treifen, die Noäla genannt werden. Die Ungarrinyin, die heute das Land bewohnen, haben den mythischen Glauben erhalten, daß diese Steinkreise von Ungut), der Regenschlange, gemacht worden sind. Die Steinhaufen werden Dzindzird genannt, bas bedeutet Niesen. In mythischer Zeit soll Ungut) die Steine dorthin geniest haben. Ungub erschien gewöhnlich nur am Ende einer Trockenzeit, und wenn die Regen- I schlänge erschienen war, begannen die Quellen wie­der zu fließen, es regnete, und die Fische vermehrten sich. Jeder Mensch, der an diesem Steinhaufen vorbei- fommt, muß einen kleinen Zweig darauf werfen, um nicht zu niesen, was in Australien nicht nur eine böse Vorbedeutung hat, sondern auch als Beginn der für Schwarze gefährlichen Erkältungskrankheiten ge­fürchtet ist.

Oie gemalte Regengöttin.

Eines der letzten Hefte der ZeitschriftDie Buchbesprechung" (Eine monatliche Umschau. Herausgegeben vom Buchdienst Leipzig - Berlin. Zweiter Jahrgang. Verlag Poeschel & Trepte, Leipzig) ist dem ThemaDeutsches Schrifttum vor fremden Lesern" gewidmet. Dr. Heinz Riecke weist im Leitaufsatz auf die literarische wie allgemein- politische Bedeutung dieses Themas hin. Man liest da beispielsweise die eingehende Betrachtung eines Dänen über die Literatur des Dritten Reiches und die gründliche Auseinandersetzung eines Italieners mit der Persönlichkeit und dem Werk E. G. Kolben- heyers. Außerdem findet man eine ganze Reihe ausländischer Besprechungen über deutsche Bucher Der Gegenwart, etwa über Ina Seidel und Wilhelm Schäfer, Carossa und Waggerl, (Briefe und Blunck,

Bildern verblaßt und abgebröckelt, so daß die über­einandergemalten Schichten deutlich zu erkennen sind. Die zunehmende Europäisierung der Ein­geborenen dürste die Ursache fein, daß der Glaube an Ungut) so weit erschüttert ist und den Wünschen des Gottes nicht mehr nachkommt. Sowohl Ungub wie Wondjina sind Heroen der Urzeit. Bisher war keine Kunde von ihnen nach Europa gedrungen. Das bedeutungsvollere Wesen scheint nach den bis­herigen Feststellungen der deutschen Forscher Ungut) zu sein. Ungut) erscheint als mythische Regenschlange und bewirkt als solche Vermehrung, Fruchtbarkeit und Gedeihen. Außerdem erschuf aber auch Ungut) Sonne, Mond und Sterne, die Erde, das Wasser, Tiere, Pflanzen, den Menschen und seine Kultur­güter. Ungub hat also auch die Eigenschaften eines Weltschöpfers. Wondjina ist eine Regen schaf­fende Macht und wird stets in Verbindung mit Un­gut) genannt. Die beiden Malerinnen, die die Expe­dition begleiten, werden, soweit es möglich ist, die Felsbilder in natürlicher Größe abmalen. Mittler­weile sind die beiden Malerinnen bereits über Modur in den Busch gebracht worden, sie sind an den Fels­bilderstellen eifrig bei der Arbeit. Es wird ein wert-; voller Zuwachs der Reichsbildergalerie

Hochschulnachrichten.

Die Technische Hochschule Darmstadt hat rat Dr.-Jng. e. h. Friedrich Bohny zu Lindau in Baden in Würdigung feiner Verdienste um die Hochschule und seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Stahlbaues die Würde eines Ehrensenators verliehen.

Professor Dr. jur. et phil., Dr. rer. pol. h. c. August Sartorius Freiherr von Walters- Hausen, der bedeutende Volkswirtschaftler und frühere Ordinarius der Universität Straßburg, ist in Gaubing bei München im Alter von 86 Jah­ren g e ft o r b e n. Professor von Woltershausen, ein gebürtiger Göttinger, habilitierte sich 1880 als Dozent für Nationalökonomie und Finanzwirtschaft in Göttingen, wirkte als Ordinarius in Zürich, bis er als Nachfolger Brentanos nach Straßburg berufen wurde. Durch zahlreiche Veröffentlichungen über Alters- und Jnoalidenoersorgung, deutsche Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaft und Technik u. a. hat er sich einen angesehenen Namen erworben.

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Der Kaufmann, dessen Geschäft offiziell^mischt- warenhandlung" heißt, bei dem man Eßwaren, aber auch Petroleum, Holz, Kohlen, Zündhölzer, Vantoffeln, Besen und andere Dinge emkauft, wirb in ber Umgangssprache (B r e i s I e r genannt. Früher lautete bieses Wort(Breusler , es gehört au Greussel", ber Verkleinerungsform vongrausz , mittelhochdeutschgrusz" = fiorn, -mWor. das wir heute noch, etwa m der VerbindungGrus­kohle" kennen und das mitGries verwandt ift. (Breusler war ursprünglich die Bezeichnung für den

Kornhändler. Rätselhaft muten Spagat für Bindfaden, Stranizl für Tute und Trafik für den Tabakladen an. Die Bezeichnung lur 0,2 Schnur, mit der Pakete zugebunden werden, wechselt in Deutschland sehr stark. Der Ostdeutsche nennt sie Bindfaden und versteht denWAdeutschen mcht der von derKordel" (von französischcorckelle ) spricht. =\n Süddeutschland und einigen mitteldeutschen Gegenden heißt sieSchnur", der Berliner sagt Strippe". Das Wort, von dem stch Spagat her- leitet kennt aber auch der Norddeutsche recht gut.

ist das italienischeSpaghetto". Stramzl, Star- nhl ober Skarnizl ist in seiner H.^unst nicht end- .H.. fInr Vermutlich liegt em italienisches Wort «1« JcUtocdo-, das im Srieftinifdjen

Wörterbuch smOesterreichsahrer

Don Professor Or. Erich Ienisch.

Der Fiaker.

Ein Stückchen europäischer Kulturgeschichte haftet an diesem Wort. Im Jahre 1650 erhielt in Pans Nicolaus Savage das Privileg, Kutschen z vermieten. Sie waren im Gasthaus zum heiligen Siacrius, d-m Hotel St. Fiacre 3u hoben und heißen i-hon in der ersten Hülst- des all­

gemeinfiacres". Ein Lex, °n schreibt. ..Fiacres sind die gemeinen Kutschen, so man stets m P auf den Gossen fertig findet , und aus der be­rühmten französischen Enzyklopädie von Diderot und bAlembert erfahren mir, daß diesefiacres schäbig Wagen gewesen sein müssen, denn dort heißt. es, sie feien io schlecht unterhalten, daß man 1-der schlechten Equipage den Nomen ,.5ia£er ^geben labSm Saufe bet 18. Iohrhunderts breitet sich der Mietwagen unter dem Namen -8iater 1 Deutschland aus. Damals hatte mcht nur Wien, sondern auch Berlin seine Smterl «icolm, Seilmg Freund, berichtet 1786 in seiner "Beschreibung Ber lins":Die öfi-nttichen Mietskutfchen oder Fiaker sind mit Nummern bezeichnet und stehen aus dem Schloßplatz, der Stechbahn, vom stützen Morgen bis spät auf den Abend." Erst nach den Freiheits kriegen tritt der NameDrosch - e °n d'e Stelle des Fiakers. Er bezeichnet einen leichten und Ibilligen Mietwagen, der in Rußland üblich war und auch unter feinem russischen tarnendroschki (tfun werk) in Deutschland eingefuhrt wurde. 1*22 dieser Tausch bereits vollzogen, denn am 16. Ium 1822 heißt es in einem Brief:Hier g eich am Xore stehen Droschken. So heißen unsere hiesigen Frater.

Ein zweiter ausgedehnter Expeditionsgang führte die Forscher bis tief in den australischen Busch. An einer kaum zugänglichen Stelle fanden die Forscher einen 25 Fuß hohen Felsen, der mit Felsmalereien bedeckt war. In der Nähe des Felsens befand sich ein großes Wasserloch. Die Ma­lereien in roter, gelber, weißer und schwarzer Farbe beschäftigten sich ausnahmslos mit Wondjina, der Regen schaffenden Macht, der Regengöttin. Da­neben finden sich auf den Felsbildern Kängu­ruhs, die, wie auch die Köpfe und Ornamente, sehr naturalistisch gezeichnet sind. Die menschlichen Figu­ren sind sehr primitiv. Sie wurden den Forschern als Darstellungen von verstorbenen Menschen geschildert. Die Malerei und das Wasserloch wird von den Em- geborenen wieder in engste Verbindung mit Unguo gebracht. Ungub, bie R e g e n s ch l a n g e , soll in ber Urzeit aus bem Wasserloch gekommen sein unb erstmalig die Regengöttin an die Felswand gemalt hoben Der Doctormän (Medizinmann), der als ein­ziger Ungub sehen kann, muß seit jener Zeit die Malereien erneuern. Denn auch heute noch kommt so glauben die Eingeborenen Ungub aus bem Wasserloch, unb bann wachsen in ihm Littedie klares Wo ser bebeuten. Wenn bann ber Doctormän Wondjina malt, fällt Regen. Die Frauen dürfen die Bilder sehen, dürfen aber bei ihrer feierlichen Aus­malung nicht zugegen sein. , .,. .

Die Felsbilder haben, wie Dr. Petri berichtete, zum Teil eine solche Größe, wie man sie bisher noch nicht kannte. In jüngster Zeit scheinen die Eingebo­renen es mit bem Nachmalen ber Bilber mcht mehr allzu genau zu nehmen. Die Farben sinb bei vielen

können. Dem Gießener Modellschnitzer ist namttch ein ehrenvoller Auftrag übertragen worden. Viel­leicht soll einmal nach diesem Modell ein Städtchen gestaltet werden. Die Modelle sind ganz mmu- tiös und in Einzelheiten genau nach Plänen tm Maßstab 1 :100 hergestellt und gehen nun ihrer Vollendung entgegen. Das ganze ist in seiner Aus­führung ein Meisterwerk der Handwerkskunst, die an beste Traditionen vergangener Zeiten anknup.t. Nach einiger Zeit, wenn das Modell zusammen­gestellt und in bunten Farben vervollständigt ift, werden wir uns wieder einmal umsehen ...

Unser Bild zeigt den Arodellschnitzer bei seiner Arbeit. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Mechow und Britting, Alverdes und Tügel, Schu­mann und Johst. Das Heft sei der Beachtung der Leser empfohlen, denn es kann uns nicht gleich­gültig, wird hingegen in mehr als einer Hinsicht lehrreich sein, zu wissen, wie sich das geistige Leben des neuen Deutschland jenseits seiner Grenzen spiegelt. '

Das Augustheft von W e ft e r m an n s M o- natsheften erhält sein Gepräge durch einen Beitrag ihres Hauptschriftleiters Otto August Ehlers über das ThemaWandel der Bildniskunst Vom Bürger zum Volksgenossen". Die Ausführungen werden durch Gemälde in vortrefflichen Wieder- gaben erläutert. Von den weiteren, vielfach mit Bildern versehenen Beiträgen nennen wir: Jdeen- kraft und Tatgeist als Wesenszüge des ewigen Deutschen. Gebot der Sachlichkeit oder: Grenzver­letzung der Photographie. Kurzgeschichten der Male­rei, zu Aquarellen von Gerhard Sperling. Die Straße der'Universitäten, eine geopolitische Beob­achtung von Dr. Hermann Dreyhaus. Dichtungen im Spiegel der Literaturgeschichten. Der Fünfkampf. Vormarsch ins ewige Eis. Frauenschicksale um Künstler, Lebensende großer Modelle. Besonders genannt zu werden verdient anläßlich des 40. Todes­tages des eisernen Kanzlers eine Darstellung der Studentenjahre Bismarcks. Hellmuth Langenbucher betrachtet die jüngste sudetendeutsche Dichtung, die uns Reichsdeutschen wirklich etwas zu sagen hat.

Zum Tode von Geheimrat Frobenius.

Die sterblichen Ueberrefte des am Dienstag auf feinem Landsitz in Biganzolo am Lago Maggiore gestorbenen Afrika-Forschers Geheimrat Leo Fro­benius werden nach Frankfurt a. M. übergeführt und hier beigesetzt. Frobenius, der schon einige Zeit herzkrank war, hatte sich in Italien recht gut er­holt. Er plante noch eine Expedition nach dem süd­lichen Libyen, die er selbst mitmachen wollte. In den letzten Tagen noch hatte er mit seinen engsten Mitarbeitern, die bei ihm weilten, diese Pläne be­sprochen. Am Montagabend trat dann plötzlich eine lateinischen Namen der.Pflanzen herleiten, deren spätlateinische Formenribesium" und agresta' lauten. Schon das Mittelhochdeutsche kenntagraz" alsObstbrühe". Das italienische Wort für Johan­nisbeere heißtribes". Aus dem Italienischen ist auch die Bezeichnung Karfiol für Blumenkohl nach Deutschland gelangt. Die Pflanze, die spätestens im 16. Jahrhundert zu uns kam, wurde unter ihrem italienischen Namencaulifiori" bei uns bekannt. Ursprünglich war er sogar in Sachsen, Posen und Schlesien üblich, dann wurde er durch die deutsche ÜbersetzungBlumenkohl" in den nördlichen Ge­genden verdrängt.

Undurchsichttg istKren" für Meerrettich. ein Wort, das in Südostdeutschland allgemein bekannt ist. Es wird auch in übertragenem Sinn gebraucht: man sagt von einem Menschen, er habe viel oder gar keinen Krenn, wenn man meint, er besitze mel oder wenig Charakterschärfe und Schneid. Das Wort ist schon im Mittelhochdeutschen bekannt und wird meist aus dem slawischenkrenu , tschechisch 'ehren", abgeleitet, für das sich jedoch in den sla- ; wischen Sprachen keine etymologische Verwandtschaft nachweisen läßt. Vielleicht haben die Slawen bas ' Wort aus jener unbekannten Sprache entlehnt, aus ber Theophrast und Plinius es anführen.

i Handel und Wandel.

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