Einzelbild herunterladen

sinnvoll mit tiefer symbolischer Bedeutsamkeit in da-

L- , , < v ......... TYva 1H rVlr

M en^mLn mit einbezogen Die Melodik, unb. Me M nüt f^r

WZm einfack und dock ausdrucksstark; stellen- lnnerllchter Snteniua ersume.. ; d '

Geistliche Konzerte

Der wuchtige l

* wachsen ließ" bett trefflichen Aussicht

Lebenswillen.

totei

Vornan vo

Welche unvergänglichen Kräfte HaydnsJahres­zeiten" innewohnen, das ließ die Festaufführung die­ses Werkes in der Volkshalle am Sonntagvormittag aufs deutlichste wieder in Erscheinung treten. Für ein volkstümliches Oratorienkonzert konnte wohl kaum ein anderes Werk in Frage kommen, als die­ser im Musikalischen erlebte Naturmythos, der den Menschen in engste Verbundenheit mit dem Natur- geschchen stellt, und das in einer Weise, die dem Dolksempfinden in seiner sinnigen Naturausfassung engstens vertraut ist. Und ein anderer Musiker als gerade Joseph Haydn hätte kaum je diesen herz­lichen, schlicht-naiven und doch so gründlich ins Menschenwesen eindringenden Ton getroffen. Und das schenkte er der Nachwelt in einem Alter, wo

Rundung und im Ausgleich des Klanges abrang und die deklamatorischen Akzente mit stärkster, ver-

"ßangfam, langst uJQ9en- und ich b anf»n .

MonzerlSie Jahreszeiten"

Zehen zu halten, während die rotftackigen Spaß­macher mit den vorüberschießenden Bäumen nach rückwärts um die Wette laufen und greinend jedes­mal verlieren. Das nächste Floß ist das Eiland der hochrassischen, gelehrigen Schimmel. Orangefarbenes Straußengefieder über den Stirnen, durchmessen sie den Kreis ihrer Manege, wie die unmerklich wip­pende Peitsche ihres zylindergeschmückten, schweigen­den Meisters es ihnen befiehlt. Aber ach, schon vor­bei, nun fließt die Käfigstadt der wilden Tiere heran. Herrlich wirft der Elefant seinen Rüssel, herr­licher gleist das gebänderte Fell der Tiger, und wie ein Stern unter weißem Nachthimmel glüht das Auge des Leoparden. Das nächste Floß gehört den Akrobaten; emporgebäumt, fliegend, jäh stürzend schreiben die schlanken, weißen Leiber die fließenden Runen ihrer schweren Kunst in die Luft, mit sorgen­vollem Blick von dem winzigen Knaben verfolgt, der dann, zum Ende, auf der Spitze der lebendigen Pyramide seiner Brüder eine gleißende Fahne schwingt. Feuerspeier, Schwertschlucker, dunkelhäu­tige Gaukler des Ostens, schlitzäugige Schlangen­menschen und liebenswürdige, lächelnde Taschenspie­ler sind es, die dieses Schauspiel überbieten. Mit schrillem Schrei beginnen sie ihre Tricks, die das Grauen vor dem Wunderbaren und Unbegreiflichen erregen. Aber ehe du zu raten vermagst, wohin so­eben aus den Zauberhänden des Inders das schwarzgefiederte Huhn entschwand, siehst du etwas Neues: ein Floß naht sich nun, auf dem nichts als ein kleines, für Menschen kaum betretbares Häus­chen steht. Den Zwergen wurde es als Wohnstatt erbaut, mit einem Kamin, aus dem es lustig raucht, einem Gärtchen vor der Tür und einem buntqestri- chenem Turm, von dessen Plattform ein kleiner, alter Mann mit schrumpligem Gesicht über die vor­bei gl eilenden Felder schaut ...

Ich sah sie ziehen, die Flöße, die Isar hinab, dann die Donau hinunter, an Passau vorüber, nach Wien und weiter nach Budapest, das mir für einen Zirkus wie diesen, der zu Wasser reiste, der pas­sendste Bestimmungsort zu sein schien. Was mußten die Kinder in den Dörfern und Städten sagen, wenn der farbentrotzende, flirrende Zug sich nahte, die Musik von den Talwänden zurückgeworfen wurde und die Schellen der weißen Pferde noch lange hin­ter dem schon längst entschwundenen Augenschmaus herklingelten?

So ist das nicht gewesen? Gewiß, ich kann mir oorstellen, wie es war, aber was wäre die Welt,

ist schlicht, einfach und doch ausdrucksstark; stellen­weise fast volksliedhaft anmutend, dann aber wre- der zu äußerstem deklamatorischem Akzent fähig, wie in demRuf der Fackelträger" und besonders in demRuf des Führers", die dem Unisono neue Werte abqeroinnen. Eingang und Schlußchoral stno ganz auf den hymnischen Ton der in breiter Weihe getragenen Linie ausgestimmt. In demGelöbnis (Ernst Moritz Arndt) werden die Knaben zu Dor- sprechern des Schwures, und die Männerstimmen bekräftigen in schematischer Bewegung; die letzte Strophe aber gibt den Knaben den choralhaflen cantus firmus zu der Durchführung der Männer­stimmen. DieTotenklage" eint verhaltene Männer­stimmen mit dumpfen Bläserklängen: erschütternd m ihrem Erheben und Abklingen, ihren Kontrasten und dem sich im Nichts verlierenden Schluß. DemAus­bruch der Jugend" wurden die Knabenstimmen in ihrer Frflche zu entschiedenen, hoffnungsbestatigen- den Trägem.Das neue Lied" läßt zu den Knaben­stimmen die der Männer einigend hinzutreten und im Aufsteigen sich zur Sondeichöhe des Ausdrucks verstärken. DieSonnenwende" erlebt der Kom­ponist in ihrer geheimnisvollen und doch gegen­wartsnahen Symbolik.

Professor Dr. Temesvary wurde hier den zweitausend Sängern zu einem Führer, der sie zu einem festgefügten organischen Ganzen zusam- menschweißte und die letzten Möglichkeiten in der

Copyright by Pro, Wri ato|efcijng.

S d« dll in deine taemgerannt bist ", N immer M 6»lf( unm

behM rc öu. mir gibt da

8-<tK i

SX Kraft das scheinbar Unmöglich- M, überzeugenden Tatsache werden: der Knabenchor wurde, ohne die natürlich gesetzten grenzen der Stimmen zu überschreiten, gegenüber der mehrfachen Zahl kräftiger Männerstimmen und einem vollbesetz ten Blasorchester zu emem gleichwertigen ui^ gleich­berechtigten Klangtrager. Damit erhob sich die Aus führung zu einem machtvollen Bekenntnis, bas jeoen de? vielen Tausende der Besucher starkstens ergriff, mitriß und erhob. Dr- He^ing'

Singen auf Straßen und plähen

Der Sonntagoormittag wurde an sahlreichen Stel­len der (Stabt von vielen Gesangoeremen mit einem öffentlichen Singen eingeleitet Die große FMe dieser öffentlichen Konzerte macht es eider unmöglich über jede einzelne dieser Darbietungen besonders'zu berichten. Zusammenfassend kann man die Feststellung machen, daß die Sanger mit ihren Chormeistern nicht nur den unmittelbar benachbarten Anwohnern, sondern auch den trotz der frühen M aenftunben bereits erschienenen Besuchern aus oen umliegenden Straßen und den Pasianten ^ne schon- Morgenfreude bereiteten. Diese Gabe der Sanger rourb9e allenthalben mit verdienter Dankbarkeit auf- genommen, zumal hier das schone, 23olFslieb überall die beherrschende Stellung mnehatte.

reitet hätte?

Da steht noch ein Vers:

Sechs Doppelliter, hör ich jagen. Die füllen einen Flößermagen."

Nun, es gibt verschiedene Mägen und oerscksiedenes Vier; was dem einen der dunkle Trank ist, find dem anderen die schäumenden Träume ...

3uli - Heuet.

Ungefähr zwischen der Sonnenwende und dem Tage der Sieden Brüder, dem zehnten Juli, ent­wickelt das Wetter seine den Hochsommer und Spät­sommer bestimmende Gestalt:Wie's Wetter an Jo­hanni war, bleibt's wohl vierzig Tage gar, oder: Wo ann Säbensleeper de Wind herweiht, dar kummt he säben Wäken her. Trotz des längeren und steileren Tagbogens strahlt die Sonne der Landschaft nicht mehr Wärme zu als im Mai, denn die Luft ist trüber, meiftenorts ist der Juli der regenreichste aller Monde. Klimatisch sei, meint der Forscher France, der Juli der beste deutsche, über­haupt der schönste mitteleuropäische Monat, dazu der schönste Blütenmond, da er den Mai durch die Größe, Schönheit und Feurigkeit der Blumen über» treffe. War der Juni der Mond der Heumahd und der blühenden Gräser, beginnt heuets die Ernte des Korns. Während Sommerkorn und Hafer blühen, die Sommergerste noch seegrün ist, der Ha­fer blau, wird die Wintergerste gemäht, alsdann der Wmterroggen. Rach den Johannisbeeren reifen die Himbeeren und Stachelbeeren heran, die ersten jungen Bohnen und Kartoffeln kommen aus Gar­ten und Feld, der Holunder verschneit seine Sterne. Das Heidekraut tut eine allererste rosige Blüte auf, indes schon der Wegrand mit den blauen Rädlein der trauernd nach dem verschollenen Geliebten auslu­genden Wegwarte geschmückt ist, in manchen der weißen Teller steht seltsamerweise eine purpurne Blüte, von der niemand weiß, wie sie dorthin kommt und was sie bedeutet. Wer zur Abendzeit durch di- Felder und Gärten streicht, wird sehen wie das Geißblatt die Nachtschwärmerblüten öffnet und das Schauspiel der zart lichtfarbenen, zart duf­tenden Nachtkerze erleben: wie an der Spitze der schmalen Kelchblätter ein leuchtendes Gelb erscheint, wie die Kelchblätter sich krümmen am Grund, sich "acker und stärker krümmen, die Zipfel zurückschla­gen und sie an den Stiel der Blüte schmiegen der,

Zn der Stadtkirche.

a) FrauenchorLiederzweig" Neu-Isenburg, Chor­leiter; Heinrich Höhn er.

b) Doppelquartett Friedberg - Fauerbach, Chor­leiter F. Funk.

Eine Stunde religiöser Vertiefung schenkten uns beide ausführenden Vereine, in der man die Fröm­migkeit eines deutschen Romantikers zu uns fpre» dien hieß: Fr. Schubert. Der Frauenchor stellte sich dabei als ein wohlgerundeter Klangkörper von vor­züglicher Stimmkultur vor, und die fromme Hin­gabe und der heilige Jubel regten die Zuhörer in­nerlich mächtig an, was besonders vom 23. Psalm galt. Nicht weniger als die ausgesprochen geist­lichen Lieder sprach auch dieVaterländische Kan­tate" von K. Kraft zu uns, die mit ihrer packen­den Schluß-Apotheose eine große erhebende Kunst­entfaltung ermöglichte. Die Frauenchöre wurden von einem leider nicht genannten Organisten be­gleitet, der sich ausgezeichnet in Stil und Stim­mung einzufühlen verstand.

Einen ebmfolch ungetrübten Kunstgenuß und von ebenfalls religiöser Erhebung bedeuteten die Dar­bietungen des Männerquartetts. SchubertsSalve Regina" vermochte trotz des lateinischen Wortlauts, der übrigens mit vorbildlicher Artikulation gespro­chen wurde, uns? innerlich zu sammeln. Und daß man auch einmal seineDeutsche Messe" ungekürzt zu hören bekam, verbuchen wir als besonderes Verdienst dieses Vereins. Sämtliche Stücke sprachen in ihrer Art uns an, aber dasHeilig" haben wir in solcher Vollendung nur selten gehört.

Die leider nur kleine Zuhörergemeinde lauschte teilnehmend sämtlichen Darbietungen, und man

die meisten aus der Reihe der Schaffenden schon ab- treten; hier aber schwingt eben darum reifstes Men­schentum in verklärender Besinnlichkeit mit.

Gießen hatte dieJahreszeiten" im letzten Kon- zertwinter schon einmal erleben können. Diesmal aber war ein fremder Chor (Chorgrupve Schmitt, Leitung: Franz Schmitt, Langen) Träger der Aufführung. Ein starker, mit durchweg vorzüglichem Material besetzter stimmlicher Klangkörper war dem Dirigenten ein gefügiges Werkzeug zur deutlichen Durchsetzung seines musikalischen Wollens. Franz Schmitt ist ein Musiker, der in seiner Durch- lebung der Partitur aus vollem Erfühlen heraus schöpft, der nicht an dem äußeren Klangbild stehen bleibt, sondern auf die inneren Triebkräfte vorstößt

I loiunien °

S bösmt- ' kch ^1! Äe Aiw

I h«longe »5 Wr A Ä ** W QOe H) JaN>en. !?;

Ä'*> Ms

spürte deutlich die innere Versenkung in den ebenso tiefen wie schönen Kunstgenuß. Fr. Beltz.

3n der Zvhanneskirche.

Die Chordarbietungen des verhältnismäßig gut besuchten Konzerts wurden bestritten vom Frauen- chor Friedberg, ausgezeichnet geschult und frisch ad- gerundet im Klang, unter Leitung von Kreischor- feiter Haustein, und von dem Cvang. Kirchen- und Volksgesangverein Worms-Hochheim, einem klangvollen, tonrein singenden Mannerchor unter dem jungen MM Fischer. Letzterer sang den bekannten 100. Psalm von Bernhard Klein, eine Hymne" von Ferdinand Thieriot und den leider den Stil der Männerchorballade auf geistliche Musik übertragenden, in der Kirche deplaciert wirkenden ChorLuther" von Ferdinand Thieriot, bei dem zuletzt der Lutherchoral ntit Orgel erklingt; hier in­tonierte der Chor stets höher als die Orgel.

Der Frauenchor hatte sich meist Werke liedhaften Charakters erwählt: Joh. Seb BachDir, dir Höch­ster, will ich singen", Martin GrabertO Menschen­geschlecht", ein würdiges Werk kirchlicher Kunst, All mein Gedanken, die ich hab", eine geistliche Fassung des betonten Liebesliedes aus dem Loch- Heimer Liederbuch im Satz von Walter Hensel, Ein Trostsprüchlein" von Jos. Greith, und schließ­lich den schwierigen dreistimmigen SatzDenn das Gesetz des Geistes" aus der Bachschen Motette Jesu meine Freude" und die ChorfughettaGott sei gelobt" von Ludwig E. Gebhardi.

Der Orgelvortrag die dorische Toccata ohne die Fuge von Joh. Seb. Bach und die Begleitung des letzten Chores wurden auf der schönklingenden Orgel meisterhaft ausgeführt durch Gregor Lehr (Won^). Dr. Friedrich Noack.

Sans t Äir'

|*ÄUunl) 6

KVten 3eik' fea?« ;sr,.eu* fas ss» i setzen wird.

den Zeiten- in ba die Sehnsucht c , haben die D der Dl,nchien dch Lied in das W halt des deutschen Reich. In der Z dann zersetzende ' ifatt auf bas über bas Nationale w inhaltliche Bersch, Bismarck bezeichn wichtigen Bundes« spart habe.

So hat das heu Führer erstand, m tiefsten deutschen l im deutschen Lied der neuen Zeit. Reich. Auf dem j schlug für das beut gebürt durch bie l llnb jreubig tlingt e Ein Volk, ein Reich t Hn diesem Sinne des Führers und b Ates. Straft und schäft, in ihr liegt schen Volkes. Dies tragen, ift Vusgal löbnis: treu der uns selbst! Vege Führer über den

Kleiner Augenschmaus.

Don Andreas Zeitler.

Es hat mir nie ein besonderes Vergnügen bereitet, im Kaffeehaus zu sitzen. Als aber dieser Tage schwarze Wolken das Isartal belagerten, bas kleine Haus in den Uferwiesen, wo ich wohne, ein dichtes Reaennetz übergeworfen bekam und der sonst heiter herschimmernde Kalvarienberg hinter Nebelflocken verschwand, da hatte die zweifelhafte Verführerin, die Wehmut, leichtes Spiel mit mir. So saß ich denn nach langem, nassem Weg auch wieder einmal an einem trotz Eisenfuß und Marmorplatte schmäch­tig wirkenden Tischchen, bekämpfte die unsommer­liche Kühle mit einem heißen Tee und hoffte auf eine Ueberraschung.

Ich brauchte nicht lange zu warten. Eine Zeitung, die auf dem Tisch lag, ein ländliches Blatt, gab meinen hungrigen Augen, was mir bas Gewölk ver­wehrte. Es war kein Bilb, was ich fanb, fonbern nur ein Satz in einem Artikel über bie Geschichte ber Jsarflößerei. Aber ein Satz von ber Art, bie so reich ift, daß sich Dutzenbe von Silbern von ihr entzau­bern lassen, wenn man nur ein wenig des Sehens freudig ist. Einmal, so las ich ba, hatte ein Floß- Herr namens Gabriel Mürköck was für ein Name! aus dem Dorfe Anger, das meinem Häus­chen gegenüber auf bem anberen Ufer liegt eine ganz ungewöhnliche Sache ins Werk gesetzt. Nichts geringeres als einen Zirkus hatte er auf Flößen von München nach Bubapeft gebracht! Muß man ba nicht sagen: bas waren Zeiten!? Ja, mir scheint, es sind sehr lang versunkene Zeiten gewesen, die Zeiten Elchendorffs ober Stifters, denn nicht wie etwas Wirkliches, nein, wie ein herrliches Gefickt eines dieser beiden Augenfrohen, wie ein bunter Traum ober eine Luftfahrerbetrachtung Jean Pauls mutet bieses. phantastische Unternehmen an. Ein Zirkus auf Flößen! Ober irre ich? War bie flittrige Last, bie auf den schlanken Stämmen ruhte, nichts als ein Berg planenüberberftgr Packen? Gleichviel! Schenk bir diesen Traum, folge bem heiteren Nar­renspiel, das ein trüber, kühler Gebirgsnachmittaq in ein muffiges Sommerfrischlerkaffee gaukelt, halte den schillernden Gedankenschmetterling!

Sieh, schon gleitet es herbei, das erste in der Kette der Flöße. Zelte trägt es, gelbe, leuchtende, und kleine Mastbäume hat man in feiner Mitte er­richtet, von denen die Wimpel flattern. Es ist die Insel der Tänzerinnen und Clows geworden- im blauen Gazeröckchen steht bas kleinste' der Mädchen

und von diesem Hintergrund heraus äußerst lebens- nnH aeftaltet Er vermag eben o tn weitfassendem Atem bas was wir als basErhabene" im Musi kg. lischen bezeichnen können, unmittelbar tn feiner Größe unb erschütternden Wucht ursprünglich nahe­treten zu lassen, wie er gerabe im liebevollen Nach- aehen alle die intimen Züge ferner bildnerischer Zeichnung in der Partitur bis zum Einzelnsten ver- folgt und greifbare Plastik annehmen laßt. Aber er verliert sich dabei nicht, sondern ber große Rah­men des Werkes bleibt ihm babei stets der Leitge- danke. Franz Schmitt ist kein Motoriker, ber den Verlauf der musikalischen Linie an sich nur erleben liege, sondern es schwingt in ihm ein groß Teil Romantikertum mit,- das die Musik aus den ihr eigenen Kräften heraus erweckt unb sie allein durch ihre innere Gesetzlichkeit bestimmen läßt. Da steht nicht nur ein wollenber Musiker auf dem Podium, da lebt ein Mensch ganz aus der Musik heraus.

Aus solcher Einstellung wurde er zu einem Chor­erzieher, der die klanglichen Massen ganz den musi­kalischen Richtlinien unterzuordnen vermag. Eine Schönheit des Gesamtklanges, der jeder feinsten dy- namischen Regung nachzugehen vermag und sich selbst m ber höchsten inneren Erschlossenheit des Forte doch immer in edler Modulation beherrscht. So wurden all die chorischen Höhepunkte zu Erleb­nissen stärkster Auswirkung. Die machtvollen Gottes- . anrufe (Ewiger") am Schluß des ersten Teiles und die große Fuge legten sich ebenso bannend über die Hörer, wie der Sonnenhymnus innerlich erhob und jubelte, wie der Jagdchor zum einen unb der Wein­chor zum andern Teile unmittelbaren Impuls aus­lösten. Innerlich ergreifen mußte in seiner schwin­genden Nachdenklichkeit der Schlußchor mit seinen umstrahlenden, machtvollen, letzten Klängen; ein ge­waltiges inneres Wachsen, dem sich keiner zu ent­ziehen vermochte. Im einzelnen rang er dem Chor die letzten Feinheiten des Klanges ab, wie das aus­ladende Krescendo des Soprans auf dem hobenb" | am Schluß des ersten Teiles und die äußerst klare, I ganz aus der Wichtigkeit des Wortsinnes heraus er« I füllte saubere Gliederung der Koloratur. Wie Franz Schmitt die fugierten Chöre allmählich aus dem Piano her sich auf gipfeln ließ mit Einbeziehung aller Einhaltepunkte, bas bestätigte, baß hier ber rechte Mann an rechtem Orte steht.

Wie er bas Chorifche gliederte, so war auch ber Orchesteranteil ganz auf seine innere Behutsamkeit hin ausgestimmt unb gerabe auf bie Wichtigkeit weniger beachteter Nebenstimmen ausgetönt. Hier besonders trat hervor, daß seine Temponahme sich ganz aus den musikalischen Bedingungen heraus entwickelt. In ihrer Gesamtheit gaben die in Gie­ßen genugsam bekannten Kräfte des Staatlichen Nauheimer Kurorchesters Prächtiges, vor allem aber bie Oboe mit ihrer schön gegliederten rnufika- lischen Linie, das Horn mit feinem wohlig-weichen Klange.

Sophie Hopfel, Frankfurt a. M. (Sopran) als l Hanna" war durch bie Leichtigkeit, Weichheit und Innigkeit des Klanges für diese Partie besonders geeignet. Ihre Koloratur ist äußerst ausgeglichen, flötengleich und doch immer schmiegsam, empfin- 1 dungsreich, mit sehr präzisen Trillern, aber auch zu erhebenden Kraftakzenten fähig. In den mehr in bas Volkstümliche weisenden Szenen (Spinner­lied") traf sie in stimmlicher Schlankheit und glitzern­der Pointiertheit bas Milieu.

Anton Knoll, Frankfurt a. M. (Tenor) hatte schon bei ber letzten Aufführung fein Können in pla­stischer Koloratur bewiesen. In seiner inneren Hal­tung, namentlich in der Durchdringung ber Rezita­tion, hat er in der Zwischenzeit sehr gewonnen, unb vermag geschickt seine ergiebigen, sympathischen lyri­schen Mittel voll in den Dienst seiner Aufgabe zu stellen unb sie mit rechtem Gelingen durchzuführen.

Erich Meyer-Stephan, Offenbach (Baß), war zumal in berAckersmann"-Arie nicht nur ein Schön-Sänger mit peinlicher musikalischer Gewissen­haftigkeit, sondern hier schwang in seinem Innern die notwendige Erdgebundenheit mit. Die Jagdarie wurde auch diesmal bildhaft in voller Anschaulich« (fcf)Feit aus bem Situationserlebnis heraus. Von ganz befonberer Einbringlichkeit aber war er als Mahner im Schlußteil des Werkes, nicht zuletzt durch die schöne satte Färbung seines Organes.

Diesen Eindrücken gegenüber waren bie in An­betracht der verschiedentlichen Verpflichtungen ben- noch sehr zahlreich erschienenen Besucher zu stärkster Beifallsfreudigkeit begeistert. Dr. Hering.

Lr&S

Kn f% n b e &L

Ws-

M^herauf!" von Kew* V ff

meinfame Kampf schlug ein unlösliches Band um alle, und täglich wieder beweist sich auch jetzt aujs neue ber nationalsozialistische Geist.

Aus solcher inneren Verpflichtung und Gesinnung heraus wuchs das Lieb ber Bewegung, ein Aus­strömen und Künben innerer Erfülltheit. Unb wie­derum schweißte bas Lied durch den gemeinsamen Rhythmus bie Kolonne engstens zusammen, riß ben einzelnen aus satter Selbstzufriedenheit heraus, feuerte ihn an unb bewahrte ihn vor bem 3uru«I= fallen. Dieses hörbare Zeugnis ber inneren Hal­tung war nichts Herangeträgenes, Gewolltes, son­dern brach ursprünglich hervor. Ja, eine große Zahl ber Lieber ist aus den Reihen ber Marschierern selbst hervorgegangen als ein Ausbruck des Be­wußtseins ber Gesamtheit. Nicht wie früher konnten sich geschäftstüchtige Konjunkturausnützer mit ihren Machwerken heroorbrängen, sondern das Kampflied der Kolonne ist gemußt mit zwingender Notwendig- feit, darum ernst unb erschüttern!) wahr, ohne Falsch unb standhaft. Und jeder, weil er gleichen Sinnes war, nahm es an als ein Stück feines Selbst.

Kaum je waren Lied unb Marschieren als Ein­klang der Gesinnung so eng verknüpft wie jetzt. Und noch mehr, nie hat unser Volk in feiner Gesamtheit aus einer Gesinnung heraus so viel gesungen, wie jetzt. Keiner steht ba hinter bem anbern zurück; er will es nicht, bie binbenbe Kraft der Gemeinschaft läßt ihn die Hemmungen überwinden; er gewinnt Vertrauen zu seinem sonst zaghaften Können, unb bald ift er davon überzeugt, baß er mithalten kann. Mehr denn je beweist bie marschierenbe singende Kolonne, daß es sogenannteUnmusikalische" kaum in unserem Volke gibt.

Wohl trauern die Aeußerungen aus dem vergan­genen Jahrhundert in Resignation dem Versiegen der schaffenden Dolkspoesie nach; das marschierende Volk im Aufbruch aber hat mit seiner reichen Zahl der Lieder bie X3egenmart von der gegenteiligen Meinung überzeugt. Mit einer fast unerschöpflichen Fruchtbarkeit im Werden neuer Weisen ist eine Blüte des Volksgesanges im weitesten Sinne des Wortes angebrochen. Das Volk als Ganzes ist musikalischer Künder und Träger auf rüttelnden Er­lebens geworden und hat sich in artgemäßer Musik- Übung zusammengefunden.

Aus dem zwingenden Rhythmus des alle bannen­den Marschierens heraus, aus der gleichen Gesin­nung und Bereitschaft zur Tat hält sich das Lied der Bewegung frei von weichlicher Sentimentalität. Es gibt sich hart, männlich, zupackend, kernig; energiegespannt, herb sind die Linien seiner Melo­dien, nicht immer im gewohnten Gleise sich bewe- gend, darum aber gerade kraftvoll in ihrer Be­stimmtheit und Folgerichtigkeit. Aus blutgemäßem Musikempfinden heraus erscheint die zwingende Bezogenheit ber harmonischen Funktionen in der Melodie so fest gefügt, daß ebenso der einstimmige Gesang in seiner inneren Straffheit mit sich fort­reißt, wie bas Lied im festlichen Gewanbe vollstim­miger Begleitung sich mychtooll entfaltet und er­greift.

Da reiht sich der geübte Sänger ein mit feinem Können, er macht sich diese Lieder zu eigen, stellt seine Musikübungen darauf ein und richtet sich aus. So erwächst aus der marschierenden Kolonne ein singendes Volk, das im Lied sich selbst darstellt und gibt.

Dem wurde die vollste Bestätigung zuteil durch die ©aufeierftunbe am Samstagabend in der geradezu Überfällen Volkshalle, wo sich alles in Ein­mütigkeit zusammengefunden hatte. DerKoburger"- Marsch gab ben Auftakt, und ber Einmarsch der ein­zelnen singenden Formationen (SA., PL., DDM., Marine-HI., Arbeitsdienst und Wehrmacht) war ein ständiges Krescendo zum gemeinsamenVolk ans Gewehr" hin.

Mit eindringlichstem Nachhall gab Friedrich Gröndahl bem Vorspruch stark ausstrahlenbe Akzente. Dann aber wurde Franz Philipps Dolks- fantateHeiliges Vaterland" für Männerchor, Knabenstimmen und großes Blasorchester zum be­stimmenden Symbol Der Veranstaltung.

Aus dem neuen Musikempfinden und Musik­erleben heraus ist hier ein Werk entstanden, bas dem Fühlen des Volkes äußerst nahesteht, im Volks­tum wurzelt und so ein eigenes, markig-kraftvolles Gepräge trägt. Nicht nur, baß die Vereinigung der verschiedenen Klangkörper eine reichhaltige Aus­weitung ber klanglichen Ausbrucksmöglichkeiten unb Sonderfarben gewährleistet, sondern die Mittel sind

genau genommen, eine Röhre mit einem riesigen Griffel ist, wie die hellen Kronblätter sich langsam lösen, sich entfalten und, mit einem Ruck, bie Blüte plötzlich aufspringt und als ein helles Licht über bem grünen Graft steht. Nächsten Tages aber wird sie rötlich welken, eine andre Knospe sich auftun. Der Rothirsch fegt den Bast vom Geweih, der Jä­ger jagt auf ben brunftenben Rehbock. Hamster und Eichhorn beginnen in bie Scheuer zu sammeln. Wenn nicht schon Ende Juni, wird der erste Grashüpfer, bie Hinterbeine als Bogen brauchend, ein schüch­terndes ©eigen beginnen, bald aber wird bie Däm­merung schwirren vom Zftpen ber in Busch und Baum musizierenden Heupferde, während die Got­tesanbeterin das begattende Männchen frißt. Der unter dem Krebs geborene Mensch habe, heißt es, wie der Fischgeborene, eine traumerfüllte Seele, und Rubin, im Juli getragen, mache die Menschen dem Träger wohlgeneigt. Die schöpferische Kraft des Geistes kann sich, scheint es, weder mit der des Frühlings unb Frühsommers noch mit der des Spätsommers und Frühherbstes messen, es wirb aber im Manne ber kräftigste Liebestrieb im Juli gefunden. Wer gern mehr über die Natur im Sommer erfahren mochte, der findet in ber Juli­folge vonWeftermanns Monatsheften" unter der gleichen Ueberschrift einen mit Zeich­nungen versehenen Aufsatz von Herbert Grünhagen, dem unsere heutige Veröffentlichung entnommen ist.

Hochschulnachrichten.

Der orbenttiche Professor der Anatomie an der Universität Königsberg Dr. Walter Berg konnte am 12. Juli auf 60 Lebensjahre zurückblicken. Er hat sich 1908 in Straßburg habilitiert und lehrt seit 1923 in Königsberg.

Der emeritierte ordentliche Professor des Kirchen­rechts an der Universität Berlin Geheimer Justizrat Dr. juris und Dr. phil., Dr. theol. h. c. Ulrich Stutz ist im 71. Lebensjahr einem Herzschlag er­legen. Stutz ist in Zürich geboren, studierte in Ber­lin, habilierte sich 1894 in Basel, wurde dort 1895 außerordentlicher Professor, ging 1896 nach Frei­burg, tarn 1904 nach Bonn und 1917 nach Berlin. Er war Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften, ber Akademien von Göttingen, Mün­chen, Rom und Madrid, Senator der Deutschen Akademie und Mitglied der Akademie für Deutsches Recht. 40 Jahre lang war er Herausgeber der Zeit­schrift für Rechtsgeschichte. Er war mit der Tochter des verstorbenen Philosophen Wilhelm Windelband vermählt.

am gischtumsprühten Bug und versucht sich zierlich wenn wir sie uns nicht zur Hälfte einblldeten? Und in seinem Auf- und Niedertauchen auf den gereckten schließlich: was wäre dieser traurige Nachmittag in ....... " dem zugewölbten Isartal, wenn mir nicht ber kleine Zeitungssatz diesen sonnenhasten Augenschmaus be-