Ausgabe 
11.4.1938
 
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Volkes aus seiner tiefsten Schmach. Sie wurden so zum Meldegänger des Schöpfers. Sie, mein Führer, sind der Meldegänger des Herrgotts zum deutschen Herzen. (Heil!-Rufe.) Und Sie haben nicht nur vielen das Leben gerettet oder entscheidende Wendungen im Kleinen herbeige- führt; nein, jetzt haben Sie ein ganzes Volk befreit und es dann so herrlich, so groß und so stark gemacht, es zu einer Gemein­schaft geschmiedet, die sich zuerst selbst gehört, keinen Teufel zu fürchten braucht und die des­halb auch der Herrgott mit seiner Gnade segnet. Sie, mein Führer, haben allen Deutschen das Vaterland erobert.

Vor allem aber haben Sie jenen wieder ein Vater- land geschenkt, die keines mehr besaßen und von denen ich in dieser Feierstunde sagen möchte: Mein Führer, diese braven Arbeiter in den armen Stadt­vierteln von Wien und sonst im Lande haben Ihnen heute den treuesten Dank ausgesprochen! Ich möchte im Namen aller Oesterreicher, mein Füh­rer Sie wissen nicht, wie glücklich dieses Volk heute ist, ich möchte Ihnen im Namen aller Oesterreicher aus übervollem Herzen, mein Führer, zurufen: Du bist der deutscheste aller Oesterreicher? Sei Du nun ihr Schirmherr! Denn sie lieben Dich über alles, weil Du ihnen Dein großes Vaterland geschenkt hast!

Der Führer

antwortete mit folgender Ansprache:

Gauleiter Bürckel, Deutsche Oesterreichs! Ich habe von meiner Heimat viel erhofft. Die Er­gebnisse dieser Abstimmung aber übertref­fen nun doch, wie im ganzen übrigen Reich, alte meine Erwartungen. Ich bin so glücklich über die damit endlich erwiesene wahre innere Gesinnung Deutsch­österreichs und über das mir geschenkte Vertrauen. Denn diese nunmehr vom ganzen deutschen 7)plf vollzogene geschichtliche Be­stätig« ng der Vereinigung Oester­reichs mit dem Reiche bedeutet zugleich die höchste Rechtfertigung meines ganzen bisherigen handelns. Für mich ist diese Stunde damit die st o t z e st e meines Lebens. Ich kann nicht anders, als dem ganzen deutschen Volk und vor allem aber meiner eigenen treuen Heimat aus mei­nem tiefsten Herzen danken."

Das Wahlergebnis wurde in Wien durch Laut­sprecher auf den Straßen und Plätzen der Stadt bekanntgegeben und löste beispiellose Ju­de l st ü r m e aus. In Hellen Scharen durchfluteten die Wiener um Mitternacht die Straßen der Innen­stadt. Sie schauten einander triumphierend ins Ge­sicht, als wollten sie sagen: Welch ein herrlicher Sieg! Unser Land ist deutsch, unser Land steht zum Führer! Nun sieht es die Welt! Des Füh­rers Heimat ist des Führers Bollwerk im Südosten des großen Reiches! Besonders das (Ergebnis a u s W i e n s e lb st hat alle Erwartungen übertrof­fen. Den Zeitungshändlern wurden die Extraausga­

ben aus der Hand gerissen. Die Zahl der Nein- Stimmen erweckte kaum mitleidige Heiterkeit. Ein F a ck e l z u g einer Ehrenhundertschaft der Polizei bewegte sich bald vom Konzerthaus, in dem Gau­leiter Bürckel gesprochen hatte, durch die Innenstadt zum Rathaus, dessen prächtiger gotischer Bau in märchenhaftem Lichterglanz erstrahlte. Im Beisein von ckstzähligen Tausenden, die sich dem Zuge der Polizei angeschlossen hatten, nahm der Chef der Ordnungspolizei, General Daluege, an der Seite des Gauleiters Bürckel den Vorbeimarsch der Ehren­formationen ab. Die kurzen Schlußworte, die der Gauleiter hier sprach, lösten unter dem Eindruck des Wahlergebnisses wiederum tosende Begeisterung aus. Gauleiter Bürckel brauchte lange Zeit, um sich, um­drängt von den jubelnden Massen, den Rückweg zum Rathauseingang zu bahnen. Als sich der Gau­leiter schließlich in die Vorhallegeflüchtet" hatte, trommelten die begeiferten Menschen noch gegen die Scheiben, und immer wieder erscholl ihr Ruf: Ein Volk, ein Reich, ein Führer!"

Aus dem Wilhelmplah.

Zehntausende jubeln dem Schöpfer des Großdeutschen Reiches zu.

Es ist Sonntag, nach 22 Uhr. Aber auf dem weiten, vom klaren Mondlicht überglänzten Wil- Helmplatz stehen die Berliner in dichten Reihen. Immer umfassender werden die Wahlresultate, die in einzelnen Abständen durch die Lautsprecher ver­kündet werden, und immer gewaltiger formt sich daraus das Bekenntnis der Deutschen zu ihrem Führer. Die wenigen Nein-Stimmen verschwinden wie Spreu. Sie werden kaum noch beachtet. Die Berliner wanken und weichen nicht. Alle, die sich hier auf dem Platz vor der Reichskanzlei in jubeln­der und begeisterter Freude zusammengefunden herben, um den Ausklang dieser' großen geschicht­lichen Epoche mitzuerleben, wollen noch einmal chrem Führer, dem Schöpfer des Großdeutschen Reiches, in die Augen sehen dürfen.

Plötzlich befinden sich in den hochgereckten Händen von Hunderten leuchtende Fackeln, Zehn- taufende schwingen unterSieg-Heil!"- Rufen kleine Hakenkreuzfähnchen. Die Rufe der Menge sind nicht umsonst. Der Führer tritt auf den Balkon. Der Jubel kennt keine Grenzen mehr. Hoch recken sich die Fackeln, und das Meer der Fähnchen schwingt über der Riesenmenge. Der Führer hebt die Hand und grüßt freundlich nach allen Seiten.

Es ist Mitternacht. Unbeweglich harrte die Menge aus, als plötzlich im Lautsprecher das vor­läufige Ergebnis der Abstimmung in Oesterreich verkündet wurde. Die Menge lauscht gespannt auf die nüchternen und doch so inhaltlich schweren Zah­len, die das gewaltige Treuebekenntnis der Oester- reicher zu Großdeutschland und seinem Führer aus­sprachen. Ergriffen hörte die Menge die Ansprache von Gauleiter Bürckel aus Wien. Und dann be­herrscht die tiefe, wohlbekannte Stimme des Füh­rers, bei* durch den Lautsprecher aus der Reichs- kanzlei sprach, den Wilhelmsplatz. Totenstille legte sich noch minutenlang über die Tausende, als der Führer geendet hatte. Dann stimmte die Menge die Lieder der Nation an. Dann brausen die Rufe nach dem Führer von neuem über den Platz. Wenige Minuten vor Mitternacht öffnete sich noch

einmal die Türe und wiederum trat der Führer zusammen mit Rudolf Heß und Dr. Goebbels auf den Balkon hinaus und grüßte freudig bewegt feine Berliner, die immer wieder in nicht enden­wollenden Jubel ausbrachen. Nur langsam leerte sich nach diesen unvergeßlichen Stunden der weite Platz.

Großdeutschland flaggt!

Berlin, 10. April. (DRV.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern. Dr. Frick, und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propa­ganda, Dr. Goebbels, geben folgendes bekannt:

Aus Anlaß des überwältigenden Treuebekennt­nisses des geeinten deutschen Volkes zu seinem Führer Adolf Hitler flaggen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die son­stigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die üstentlichen Schulen im Großdeutschen Reiche am 11., 12. und am 13. April Vollmast. Die Bevölkerung wird gebeten, in gleicher Weise zu flaggen."

Eine 103-jcihrige genügt ihrer Wahlpflicht.

Memmingen, 10. April. (DNB.) In Ret­tenbach (Kreis Memmingen) genügte schon in den frühesten Morgenstunden die im 103. Jahre lebende Einwohnerin Viktoria Mayer ihrer Wahl­pflicht. Da die Greisin krank und bettlägerig ist, kam zu ihr die W a h l k o m m i s s i o n.

Oie Anteilnahme des Führers an dem Unfall in pillau.

Berlin, 9. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem Ober­befehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, zu dem schweren Verlust, der die Kriegsmarine durch den Unglücksfall in Pillau betroffen hat, seine wärmste Anteilnahme ausgesprochen und gebeten, den Hinterbliebenen der Verunglückten seine Anteilnahme und den Ver- letzten seine besonderen Wünsche für baldige Gene­sung zu übermitteln. Den Hinterbliebenen sind von der vom Führer ins Leben gerufenen Stiflung Opfer der Arbeit" von den Oberkomman­dos der Wehrmacht und der Kriegsmarine sofort Spenden zur Linderung der er st en Not zur Verfügung gestellt worden.

Litauen zu normalen Beziehungen zu polen bereit.

K o w n o , 9. April. (DNB.) Am Samstag gab der neue litauische Ministerpräsident im Sejm seine Regierungserklärung ab. Die Ausnahme diplomatischer' Beziehungen mit Polen habe die Grundelemente der litauischen Außenpolitich nicht geändert. Litauen sei bereit, mit Polen die glei­chen normalen Beziehungen zu pflegen wie mit den anderen Nachbarstaaten. Litauen werde nach wie vor seine internationalen Verpflichtungen einhalten und der Genfer Ligatrotz ihrer augen­

blicklichen Schwäche* treu blefben. Die Anfrage der drei memelländischen Abgeordne» t e n über die Aufhebung des Grenzzustandes wurde nicht beantwortet, obwohl die durch die Geschäfts­ordnung des Sejm vorgeschriebene yrift am Sams­tag ablief. Die Anfrage wird erst am kommenden Mittwoch beantwortet werden.

Helene Länge.

Gedenkworte der Reichsfrauenführerin.

Berlin, 8. April. (DNB.) Die Reichsfrauen­führerin Scholtz-Klink widmet Helene Lange zur 90. Wiederkehr ihres Geburtstages in der NSK. die folgenden Gedenkworte:Der 9. April dieses Jahres ist der Tag der 90. Wiederkehr des Geburts­tages von Helene Lange. Die nationalsoziali­stischen Frauen, Mitschaffende am Aufbau eines neuen Deutschland der nationalen Größe und der sozialen Gerechtigkeit, gedenken ihrer in Dankbar­keit als einer großen Vorkämpferin f ü r d i e Entfaltung und den Einsatz frau­licher Kräfte innerhalb der Gesamtausgabe der Nation. Immer hat sie diese Entfaltung fraulicher Kräfte, ausgehend von der Frauenbildung, varan­getragen im klaren Bewußtsein der wesensgemä­ßen Bestimmung der Frau im Volk. Deshalb ist ihr Lebenswerk van völkischer Bedeutung. Sie hat es als Frau und Deutsche aus einem na­tionalen Gewissen geschaffen, demDeutschland über alles, über Partei und Klasse" stand. Im Bewußtsein der Frauen, die heute denAnspruch der Nation auf die unmittelbare Mitarbeit der Frau" erfüllen, steht Helene Lange als ein Vor­bild fraulichen Wirkens und deut­schen Wesen s."

Wetterbericht

Während in Süddeutschland im Bereich der Kalt- luft von Sonntag zu Montag kräftige Strahlungs­fröste auftraten, so daß die Temperaturen vielfach unter 5 Grad absanken, hat in Norddeutschland die Zufuhr etwas milderer Luftmassen eingesetzt, so daß nach der Küste zu Temperaturen in der vergangenen Nacht roeitjiber + 5 Grad lagen. Unter dem Ein­fluß des im Norden liegenden Hochdruckgebietes bleibt das Wetter bei langsam ansteigenden Tem­peraturen noch weiterhin störungsfrei.

Aussichten für Dienstag: Heiter bis wolkig, meist trocken, langsam wieder etwas wärmer, nachts noch Frostgefahr. Winde um Nord.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III./38: 10 355. , Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

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