Ausgabe 
11.4.1938
 
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Oie Reichsh auptsta-i am Tage -er

bad), Aussig und Prag eintrafen und sofort nach der Ankunft auf dem Dresdener Hauptbahn­hof ihrer Wahlpflicht genügten. Dann marschierten die 4500 unter dem Jubel der Bevölkerung, die die

Berlin, 10. April. (DNB.) Mit fröhlichen Liedern und klingender Marschmusik begann die Reichs- Hauptstadt den Abstimmungstag. Nach einer winterlichen Nacht, die noch einmal Berlin in ein weißes Kleid gehüllt hatte, brach der Sonntag mit einem stahlblauen Frühlingshimmel an, von dem die Sonnenstrahlen das prächtig ausgeschmückte Ber­lin in ein leuchtendes Hell tauchen. Durch das große Wecken, das alle Gliederungen der Partei mit ihren Kapellen durchführten, wurde der Wahltag schon in der Frühe zu einem wahren Feiertag. HI. und BDM., das Jungvolk und die Jungmädels mit ihren hell anklingenden Liedern, Sprechchören, Laut­sprecheranlagen, Motorradkolonnen und Autokara­wanen gaben^am Wahlmorgen der Reichshauptstadt ihr besonderes Gepräge.

Pünktlich um 8 Uhr setzte schon in den zahlreichen Bezirken eine Völkerwanderung zu den fast 3000 Wahllokalen ein, die über das ganze Stadtgebiet planmäßig verteilt sind, um die Wege zur Wahl recht kurz zu halten. Viele waren von dem Ehrgeiz beseelt, die erste Stimme in ihrem Wahllokal ab­

zugeben, so daß bei Wahlbeginn vielfach Menschen­schlangen bis auf die Straße standen.

Obwohl der Andrang in der ersten Stunde ziem­lich groß war, ging die Wahl dank der vorzüglichen Organisation viel schneller vonstatten, als man zunächst befürchtete. In aufopfernder Weise setzten sich wieder die Männer des NSKK. ein und ständen mit ihren Wagen zur Verfügung, wenn es galt, körperlich Behinderte zu ihrem Wahllokal zu bringen. In den Rathäusern der Berliner Stadt­bezirke saßen die Kommandostäbe, die für den Ein­satz des Roten Kreuzes, der Technischen Nothilfe und der Bereitschaften der Hitler-Jugend verantwortlich zeichneten. Ein Anruf genügte, und binnen kürzester Frist standen selbst Krankenwagen zur Verfügung. Außerordentlich reger Betrieb herrschte im Abstim­mungslokal der Oesterreicher, imRathausNeu- kölln, wo altbewährte Kämpfer unseres öster­reichischen Bruderlandes, die ihren Einsatz für Reich und Führer bereits mit Gefängnisstrafen besiegelt hatten, ihrer Stimmpflicht nachkamen.

' Der Führer stimmt ab.

Jubelnder Empfang auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin.

vz.

Der Führer stimmte am Sonntagmittag um 13.30 Uhr unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Wien auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin erb. Obwohl es den Berlinern nicht bekannt war, daß der Führer heute in die Reichshauptstadt zurückkehren werde, verriet ihnen die Anwesenheit von Kameramännern und Bildberichterstattern am Anhalter Bahnhof offenbar doch, daß sich in diesem Wahllokal etwas Großes ereignen müßte. In kurzer Zeit waren denn auch die Bahnhofshalle und der Wartesaal von begeisterten Menschen dicht besetzt. Und als der Sonderzug um 13.25 Uhr eintraf, schlug dem Führer eine Welle herzlichen Jubels entgegen.

3m Wartesaal 2. Klasse, in dem das Sfimm- lokal eingerichtet war, nahm Adolf Hitler unter brausenden Heilrufen den Wahlschein und den Umschlag in Empfang und begab sich in die Wahlkabine. Während des Wahlaktes selbst herrschte tiefes Schweigen, das wieder von brausenden Heilrufen abgelöst wurde, als der Führer vortrat, im grellen Licht der Jupiter­lampe den Umschlag in die Urne warf und den vom Oberbürgermeister der Hauptstadt der Be­wegung ausgestellten Stimmschein abgab. Ein Hitler-Junge steckte voller Stolz dem Führer die Wahlplakette an, während eine junge Frau ihm einen Blumenstrauß überreichte. Unter dem Sprechchor der begeisterten Wenge,Wir danken unserem Führer?-, verlieh Adolf Hitler das Wahllokal, und jubelnde Heilrufe be­gleiteten ihn hinaus auf den Vorplatz.

Sofort nach dem Führer gab Reichsminister Dr. Goebbels auf einem Stimmschein der Reichs- Hauptstadt seine Stimme ab. Ihm folgten Reichs- führer ff Himmler, Reichsleiter Rosenberg, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsminister Dr. Lammers, Obergruppenführer Brückner und Gruppenführer Schaub, die mit dem Führer aus Wien nach Berlin zurückgekehrt waren Auf dem Bahnsteig war Frau Goebbels mit ihren Kin­dern anwesend, die den Führer durch einen Strauß frischer Frühlingsblumen erfreuten. Eine halbe Stunde vor Ankunft des Führers in Berlin war auch der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, aus Wien kommend

in Berlin eingetroffen und hatte sich sofort in das Wahllokal des Anhalter Bahnhofs begeben. Stür­mische Heilrufe empfingen ihn, als er mit einem Stimmschein, der in München ausgestellt worden war, seiner Wahlpflicht genügte.

MrendeMlwer aus Partei und Staat genügen ihrer Wahlpflicht

Wie bet früheren Wahlen bildeten die Wahl-' lokale im Regierungsviertel Anziehungs­punkte für die Berliner und viele Volksgenossen aus dem Reich und dem Ausland, die nach Berlin gekommen waren, um bei dieser Gelegenheit die Getreuen des Führers aus nächster Nähe sehen zu können. Sie kamen diesmal nur zum Teil auf ihre Rechnung, denn die meisten Minister wählten i n anderen Gegenden a u f Stimmschein. In der Jägerstraße im Stadtzentrum erschienen kurz nach 10 Uhr Reichsminister Frick und Frau und gaben dort ihre Stimme ab; außerdem wähl­ten hier Reichsaußenminister von Ribbentrop, Staatsminister Meißner und Frau und Bot­schafter von P a p e n. In derAlten Feuerwache" in der Mauerstraße kam außer Generalfeldmarfchall Göring auch Korpsführer Hühnlein seiner Wahlpflicht nach. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wurde herzlich begrüßt, als er im Rathaus Grüne­wald zur Wahlurne schritt. Stabschef Lutze wählte gegen 10 Uhr in Dahlem, Reichswirtschaftsminister Funk suchte in Zehlendorf das Wahllokal auf, wahrend Reichspostminister O h n e f o r g e sich in seinem Wahllokal in der Nähe des Bahnhofs Heer­straße zum Führer bekannte. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller ging gleichfalls in Zehlendorf zur Urne, während Reichsminister Kerrl in Spandau wählte. Reichsminister Graf Schwe- r in-Krosigk wählte in seinem zuständigen Be­zirk' in der Thielallee, und Reichserziehungsminister R u st genügte in Dahlem seiner Wahlpflicht. Der Polizeipräsident von Berlin, Graf Helldorf, ebenso wie der Reichsarbeitsführer Hier! und der Leiter der Auslandsorganisation Staatssekretär Bohle wählten in Wien, während Reichs­jugendführer Baldur von Schirach in Mün­chen zur Wahl ging. Auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht wählte, da er sich auf einer Dienst­reise befindet, außerhalb Berlins.

Die Wallfahrt -er Ausländsdeutschen.

Neber alle Ärenzen strömten sie zur Wahlurne.

Besonders eindrucksvoll gestaltete sich in Br es» l a u der iWahlakt von 250 auslandsÜeut- fdjen Volksgenossen aus den Bezirken von Warschau und Lodz, die schon am Samstag in Breslau eingetroffen waren. Am Sonntagfrüh gegen 9 Uhr marschierten sie unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Rathaus, um in dem historischen Remter dem Führer ihr Ja zu geben. Am Sonn- tagoormittag trafen in Beuthen in Sonder- Eber Eisenbahn und der Straßenbahn die mdsdeutschen a u s O st o b e r s ch l e s i e n und die Deutsch-Oesterreicher aus dem Bielitz- Teschner Bezirk ein. Auf'den Gesichtern die­ser Volksgenossen, von denen viele zum erstenmal den Boden des Reiches betraten, prägte sich die Freude aus, das Bekenntnis zum Führer ablegen zu dürfen. Diele Sieche, die die weite Reife nicht gescheut hatten, wurden vom NSKK. in liebevolle Obhut genommen. Die übrigen marschierten unter Marschklängen zum Konzerthaus, wo sie von der NSV. bewirtet und von der Auslandsorganisation willkommen geheißen wurden. Kurze Zeit Mer

trafen 160 Ausländsdeutsche und Deutsch-Oester- reicher mit einem fahrplanmäßigen Zuge aus Krakau uckd Lemberg in Beuthen ein. In Ratidor trafen vier Sonderzüge aus Oder- berg, Troppau, Mähris ch-O st rau und von den Beskiden und ferner ein Sonderwagen aus Kafchau ein, die über 3000 deutsche und österreichische Volksgenossen zur Wahl ins Reich brachten. Auch der Grenzort Annaberg sah Ausländsdeutsche in großer Zahl das Bekenntnis, zu Großdeutschland ablegen. Aus dem Altvater­gebiet trafen an Stelle der zunächst angemeldeten 400 Ausländsdeutschen und Deutsch-Oesterreicher nicht weniger als 750 in Leobschütz mit einem -vonderzug ein, um ihrem Stimm recht nachzu- kommen.

»

Die Reichsdeutschen und die ehemaligen Oester- reicher in Danzig stimmten auf dem Motor­schiffPreußen" ab. Fünfmal mußte das ^ckiff in See gehen, um alle Wahlberechtigten auf« nehmen zu können.

Tausende von Volksgenossen ausdem Memel­gebiet, aus Lettland, Litauen und Pommerellen haben in ostpreußischen Grenz­städten abaeftimmt. Lange Nachtstunden sind diese Volksgenossen mit Sonderzügen unterwegs ge­wesen. lieber 200 Volksgenossen aus Pommerellen, die in den Orten um Marienwerder abstimmten, kamen mit Kähnen über die Weichsel gefahren. Mit einem Sonderzug aus Riga fuhren Samstag über 1200 Volksgenossen über acht Stunden lang durch Lettland und Litauen nach Tilsit, unter ihnen die teilweise weit über 80 Jahre alten Frauen und Männer aus dem Altersheim in Riga. Es ist schon ganz dunkel, als der lange Zug über die Memel- brütfe rollt. Alles steht an den Fenstern, unzählige Augen starren brennend seit Jahren zum erstenmal wieder hinaus in deutsches Land. Als der Zug in den Tilsiter Bahnhof einrollt, klingen gerade aus dem Lautsprecher die feierlichen Klänge des Nieder­ländischen Dankgebets. Bereits in den ersten Vor­mittagsstunden haben alle ihrer Abstimmungspflicht genügt. In der gleichen festlichen Stimmung fuhren die Reichsdeutschen Großlitauens in Gemeinschafts­fahrt nach Eydtkuhnen, wo ihnen ein herzlicher Empfang bereitet wurde.

In Graz trafen fünf Sonderzüge mit über 2500 auslandsdeutschen Volksgenossen aus Jugosla­wien ein, um ihre Stimme abzugeben. Die Be­völkerung bereitete ihnen einen jubelnden Empfang. Auf ihrem Zug durch die Stadt zur Wahlurne wur­den sie von einer dichten spalierbildenden Menschen­menge begrüßt. Dom Schloßberg und dem Rathaus grüßten weithin sichtbar die glänzend weißen Buch­stabenA.O.", das Zeichen der Auslandsorgani­sation.

Dresden stand im Zeichen der Ausländsdeut­schen, die in zahlreichen Sonderzügen aus Boden-

Straßen dicht besetzt hielt,' durch die Stadt zum Zwinger, wo Reichsstatthalter Mutschmann sprach.

*

Die Ausländsdeutschen in Belgien und Hol­land hatten keine Mühe gescheut, um an der Volks­abstimmung teilnehmen zu können. Mit Frauen, Lindern und Greisen waren sie in zwei Sonder­zügen aus Belgien und fünf Sonderzügen aus Hol­land und außerdem in zahllosen Autobussen in die alte Kaiserstadt Aachen gekommen, um ihrer Wahlpflicht zu genügen.

Eine außerordentlich rege Wahlbeteiligung war bei den Ausländsdeutschen des Großherzog­tums Luxemburg festzustellen. Schon in den frühen Morgenstunden entwickelte sich an der Reichs­grenze ein starker Durchgangsverkehr, der zahl­reichen Autobusse mit Stimmberechtigten zu den Wahlämtern der Grenzorte des Landkreises Trier brachte, darunter allein 150 deutsche Kriegs­beschädigte.

*

Eine besondere Note erhielt das Stimmungsbild in Innsbruck durch die Anwesenheit von über 6 0 0 0 Ausländsdeutschen, die in den Vor­mittagsstunden in sieben langen, festlich geschmück­ten Sonderzügen aus Oberitalien und Südtirol gekommen waren. Zwei von diesen Zügen kamen aus Mailand und Bologna, während die übrigen Züge in Bozen zusammengestellt wor­den waren. In Steinach am Brenner wurden die Ausländsdeutschen von Vertretern des Reiches, der Partei und den Auslandsorganisationen herzlich be­grüßt. In Innsbruck wurden die Ausländsdeutschen am Hauptbahnhof von Musikkapellen empfangen. Unter dem Jubel der Bevölkerung marschierten sie dann gemeinsam zu den für sie bestimmten Wahl­lokalen.

Vorläufiges Ergebnis aus den 35 Wahlkreisen.

Wahlkreis

Abgegebene Stimmen

Ja- -

Stimmen

Nein- Stimmen

Gültige Stimmen

1 Ostpreußen.....

1456860

1450365

5325

1455690

2 Berlin-West ....

1528853

1514728

12524

1527252

3 Potsdam II ....

1654952%

1642234

11476

1653710

4 Potsdam I.....

1094630

1082736

9345

1092081

5 Frankfurt a. d. O.

1087557

1080976

5227

1086203

6 Pommern......

1248243

1238458

8565

1247023

7 Breslau........

1234857

1221823

11158

1232981

8 Liegnitz........

815319

803507

9596

813103 ;

9 Oppeln........

857662

846572

8700

855272

10 Magdeburg.....

1191812

1178016

12296

1190312

11 Merseburg .....

1021878

1010824

10174

1020998

12 Thüringen .....

1590137

1575110

12706

1587816

13 Schlesw.-Holstein*)

997671

980995

14759

995754

14 Weser-Ems.....

1090265

1063182

23296

1086478

15 Osthannover ....

686836

674483

9920

684403

16 Südhannover-

Braunschweig...

1445747

1437144

7506

1444650

17 Westfalen-Nord .

1693773

1665076

25444

1690520

18 Westfalen-Süd..

1731748

1713207

15373

1728580

19 Hessen-Nassau ...

1734463

1715129

16158

1731287

20 Köln-Aachen....

1567350

1563708 -

31090

1566898

21 Koblenz-Trier ...

835797

830959

3742

834701

22 Düsseldorf-Ost ..

1535787

1530238

4471

1534709

23 Düsseldorf-West .

1276773

1270977

4689

1275666

24 OberbRyern-

Schwaben......

1870533

1857308

11550

1868858

25 Niederbayern ...

849004

832360

15033

847 393

26 Franken .......

1743055

1729356

11917

1741273

27 Pfalz-Saar.....

1154632

1153 276

1033

1154309

28 Dresden-Bautzen

1346758

1317281

. 25375

1342656

29 Leipzig ........

948121

914541

28759

943300

30 Chemnitz-Zwickau

1298583

1270036

24433

1294469

31 Württemberg ...

1917078

1903238

11770

1915008

32 Vaden.........

1602555

1575323

25972

1601295

33 Hessen-Darmstadt

963197

948890

11513

960403

34 Hamburg2)......

1169119

1045790

21464

1167344

35 Mecklenburg ....

567989

562273

5581

567854

!) Ohne Altona und Wandsbeck. 2) Jetziges Stadtgebiet.

Wiens stolzester Tag.

Wien, 10. April. (DNB.) In Wien begann grau, trübe und kalt der Tag des Bekenntnisses, aber das Meer von Fahnen und Girlanden gibt ihm fein Gepräge. Marschierende Kolonnen, Musik und Werbewagen rütteln den letzten Säumigen wach. Schon in aller Frühe um 7 Uhr morgens waren die Türen und Tore der über 2000 Wahllokale in Wien geöffnet, und sofort setzte überall eine Völker­wanderung ein. In den ersten Vormittagsstunden hatte schon in zahlreichen Bezirken mehr als die Hälfte, häufig sogar 60 und 70 v. H. der Wahl­berechtigten, ihre Stimme abgegeben. In den Be­zirken, Die ehemals als Hochburgen der Marxisten galten, Ottakring, Floridsdorf, Simmering, über­all das gleiche Bild: Kein Haus ohne Fahnen, fein Fenster ohne Schmuck. Der Wahlhelferdienst, der in allen Bezirken eingesetzt ist, brachte alte Leute und gebrechliche Volksgenossen in die Wahllokale.

Am nordwestlichen Rande der Stadt, in Dornbach, gab Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart feine Stimme ad. Die Wähler bereiteten dem Reichsstatt­halter einen von Herzen kommenden Empfang. Auf der Stubenbastei im 1. Bezirk erfüllte der Wiener Erzbischof, Kardinal Jnnitzer, seine Wahl­pflicht. Mit dem deutschen Gruß trat er ein und gab feine Stimme ab. Dann heftete ihm ein Hitlerjunge die Wahlplakette an die Brust. Mit erhobener Rech­ten verließ der Kardinal wieder das Wahllokal. Gauleiter SB ü r cf e I besuchte am Morgen des Wahl­sonntags die Gräber Holzwebers und P l a n e 11 a s und legte in stillem Gedenfen Lor­beerkränze an den Grabstätten der Gefallenen nie­der. Nach diesem Akt des Dankes, der all den zahl­losen Blutopfern der nationalsozialistischen Bewe­gung galt, besuchte Gauleiter Bürckel verschiedene Wahllokale, um sich von der reibungslosen Abwick­lung des Abstimmungsvorganges zu Überzeugen. Im Wahllokal im alten Rathaus gab Gauleiter Bürckel dann seine Stimme ab, mit großer Herzlich­keit von der Wiener Bevölkerung begrüßt. Ganz Wien ist am Nachmittag auf den Beinen. Erwar­tungsvoll und froh gestimmt zieht die Bevölkerung durch die Straßen. Einer wie der andere trägt mit Stolz die Wahlplakette. Aus allen Bezirken wird eine überaus starke Wahlbeteiligung gemeldet.

So ist es nicht nur in Wien, sondern auch über- all im ganzen Land. In manchen Bezirken kvMte. die Wahlhandlung schou gm Wittag abge­

schlossen werden,' da alle ihre Stimmen abgegeben hatten. Im Salzburger Land herrschte bittere Kälte. Schnee- und Hagelschauer wechselten einander ab. Trotzdem standen die Volksgenossen schon am frühen Morgen vor den Wahllokalen Schlange. In Vorarlberg verkündeten Böllerschüsse den Be­ginn des großen Tages. Musikkapellen zogen durch

Unser Bild links zeigt den Erzbischof von Wien, Kardinal Jnnitzer, beim Verlassen der Wahlzelle.

(Scherl-Bilderdienst-M.) .

die Städte und Dörfer. Auch hier taten Sturmböen und Flockenfall der Begeisterung keinen Abbruch. Feststimmung lag über dem Land. Die Abstimmung war wie eine große Feier des ganzen Volkes. In Graz in der Steiermark war um 10 Uhr kaum mehr ein Volksgenosse anzutreffen, der um diese Zeit nicht schon seiner Wahlpflicht nachgekommen wäre. 3n Samten herrschte allgemein freudigste Erre­gung. Bei herrlichstem Wetter zogen die Truppen schon in den ersten Morgenstunden geschlossen zum Wahllokals um ihrer Stimmxslicht Genüge zu hm