Ausgabe 
11.3.1938
 
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sches Recht hat sich mit dem Entwurf eines Ge­setzes über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk befaßt. Der Ausschuß sieht in der Einbeziehung der selbständigen Handwerker und ihrer Familien in die A n g e st e l l t e n Ver­sicherung eine glückliche Lösuna, zumal durch ent­sprechende Vorschriften sichergestellt ist, daß diejeni­gen, die bisher schon eine anderweitige Versor­gung gewählt haben, nicht unnötig belastet werden. Der Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums ist ein geeignetes Vorbild für weitere von der Ren­tenversicherung heute noch nicht erfaßte Berufs­gruppen, um auch, ihnen die bisher fehlende Siche­rung im Alter zu geben.

Gutes Auslandsgeschäft in Leipzig.

Leipzig, 10. März. (DNB.) Auch am fünften Tag war der Besuch der Messe sehr stark. Die bis­herigen Abschlüsse mit dem Inlande und dem Auslande sind umfangreich. So wurden von Frankreich, England und Italien Werkzeugmaschi­nen und Werkstattbedarf bestellt. In der Schweiß­technik gefielen Neuerungen, die von England, Bel­gien, Polen, Frankreich und Südosteuropa gekauft wurden. Rund zwei Drittel aller Aufträge in Textil­maschinen stammen aus dem Auslande. Lebhafte Nachfrage bestand auch bei Maschinen für Zell­wollbearbeitung. Die meisten Aussteller haben mehr verkauft als auf der Früh­jahrsmesse 193 7. In Nähmaschinen z. B. gaben Südosteuropa, England, Frankreich, Holland und Uebersee bedeutende Aufträge. Gutes Aus­landgeschäft hatten ferner Nahrungs- und Gennß- mittelmaschinen, desgleichen Büromaschinen. Auf der Messe für Photo, Optik und Kino kamen große Abschlüsse zustande. Die französischen Warenhäuser kauften billige Artikel, während England bessere Preislagen in Photoapparaten bevorzugte. In der Elektrotechnik hielt sich das In- und Auslandgeschäft die Waage. Auf der Baumesse dominierte der Bin­nenmarkt als Käufer. Auch die kunstgewerblichen Hersteller von Textilien konnten ihre Messeumsätze vergrößern, woran auch das Ausland stark beteiligt war. Bestellungen erteilten Schweden, Belgien, Ita­lien, die Schweiz, die Tschechoslowakei und Oester­reich.

Auf der Allgemeinen Mustermesse wurde am Donnerstag die Textil- und Bekleidungs­messe geschlossen, nachdem sie einen vollen Erfolg gebracht hatte. Es hat sich einwandfrei er­geben, daß die deutsche Textilwirtschaft nicht mehr von ausländischen Rohstoffen abhängt und daß die deutsche Geschäftswelt nicht mehr auf die jüdi­schen Lieferanten angewiesen ist. Die Sport- ortikel -Messe wurde am Donnerstag geschlos­sen. Die Hersteller von Sportwaffen sind für Mo­nate hinaus durch Messeaufträge beschäftigt. Der offizielle Schlußtag der Mustermesse ist Freitag, die Technische und die Baumesse dauern noch bis Mon­tag.

Or. Ley auf einer Kundgebung der Banken und Versicherungen.

Berlin, 10.März. (DNB.) Aus Anlaß einer Arbeitstagung der Fachabteilung Banken und Ver­sicherungen der Gauwaltung Berlin in der Deut­schen Arbeitsfront fand im Sportpalast eine Kund­gebung der Gefolgschaftsmitglieder der Banken und Versicherungsbetriebe statt. Dr. Ley betonte, daß die Betriebe heute eine geschlossene Einheit geworden seien und eine Gemeinschaft bildeten. Betriebsführer und Gefolgschaft hätten gelernt, zusammenzuarbeiten. Dr. Ley erttärte: Wir werden nicht ruhen, bis der letze Jude aus den deutschen Banken verschwun­den ist!" Heute werde kein Mensch mehr die Frage aufwerfen, ob Banken notwendig seien. Es sei ganz klar, daß es diese Institute geben müsse. Auch die Notwendigkeit der Versicherungen sei unbedingt zu bejahen. Dem Volk müsse eine gerechte und aus re ichende Altersversorgung gegeben

Brahms und Jaeger.

Zum IV. Orchesterkonzert

des Gießener Konzertvereins.

Genau so, wie Brahms vor der Veröffent­lichung seines ersten Streichquartettes schon rund zwanzig frühere Arbeiten vernichtet hatte, weil sie seiner scharfen Selbstkritik nicht standzuhalten ver­mochten, wie seine erste Sonate für Violine und Klavier eigentlich schon seine vierte war, so ringt Brahms auch lange Zeit mit der Symphonie.Ich werde nie eine Symphonie komponieren! Du hast keinen Begriff davon, wie unsereinem zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesen (Beethoven) hinter sich marschieren fühlt!"

Um so größer war sein Bemühen, alle Möglich­keiten des musikalischen Ausdrucks sich gefügig zu machen; ebenso groß aber auch seine Ehrlichkeit, daß er erst von dem Zeitpunkt an zur Sym­phonie als Kündungsmittel greift, nachdem er durch die Reichhaltigkeit, Fülle und Tiefgängiakeit der inneren Erfahrungen Eigenes, Persönlilyes, Ur­sprüngliches zu geben vermochte; denn Brahms war in seinen Aeußerungen, wie kaum ein anderer, echt, wahr und sich selbst getreu.

Diese Auseinandersetzung mit der Symphonie war für ihn um so schwerer, als gerade im Zeit­alter der Romantik der Charakter der Symphonie sich gewandelt hatte. In seiner schweren nieder­deutschen Art verfuhr er mit größter Gewissenhaf­tigkeit und Gründlichkeit, bis er die endgültige Form gewonnen, sich erarbeitet hatte. So verfüh­rerisch für ihn die klanglichen Entwicklungen, die die Orchestersprache genommen hatte, sein mochten, ihm galt die innere geistige Struktur des Ganzen doch mehr, weil sie nach seiner Anschauung das eigentliche Werden des Werkes bestimmte.

Der erste Satz der c-moll-Symphonie lag schon im Jahre 1862 in seinen Grundzügen vor. Das bestätigte ein Brief von Klara Schumann, in dem sie die ersten Takte des Allegras in Noten widergibt. Aber erst das Jahr 1876 ließ dieses Werk in der jetzigen Gestalt werden. Die Einleitung der Symphonie (un poco sostenuto) ist von inne- rem Gären durchdrunaen. Zwei energiegeladene Themen stehen sich in hoher Spannung gegenüber, die durch das Pochen des Orgelpunktes des Kontra- fagotts, des Kontrabasses und der Pauke verstärkt wird. Im leidenschaftlichen Aufwallen und' Ab- sinken werden die Gedanken des folgenden Alle­gras wach, in dessen kampferfüllte Sphäre ein ele­mentarer Aufschrei der Holzbläser hineinführt. Be­wunderungswürdig leitet Brahms zum zweiten Thema hin, dessen sehnsuchtsvoller Wchmut die Oboe Ausdruck gibt. Ein neues Aufbäumen der Kampfes- k Iräfte, das in unisono-Schlägen gipfelt, führt zur Uvurchsührung, die in ihrer Art der Gedankenaus- lAchketzuvg VrutzmsWi Gskwst türM Zwri

Merkwürdige Volksabstimmung in Oesterreich

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nahonen rmddurch die Ausnützung der orchestralen (marcatissim'o) einsetzen. Ein zweites Thema wird Wochen tlanghcfrn MvSchretteir. Andr«Ms zeheo edr-tulm dm HohMsen» dmgefßto knur fa DoöeolöÄ

Abstimmungszettel in einem Briefumschla abgibt, fest, daß ermitNein gestimmt hat.

Weg, den mal und

em Erleben.

)r. Hermann Hering.

Innsbruck, 10. März. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hielt am Mittwochabend bei einem Amtswalterappell eine Rede, in der er für den nächsten Sonntag, den 13. März, eine Volks­befragung ankündigte. Aehnlich wie vor dem Bundestag, legte Dr. Schuschnigg dar, wie nach sei­ner Ansicht der soziale, christliche und nationale Ge­danke in Oesterreich zu verwirklichen und aus der

Hatte die Variation in der klassischen Symphonie zur Bereicherung der Ausdrucksmöglichkeiten ein­zelner Sätze beigetragen, so gebührt Johannes Brahms das Verdienst, die Orchester-Variation als selbständiges Werk für unsere deutsche Musik- literatur eingeführt zu haben, in seinen Variationen über eine Thema von Haydn. Max Reger bildet die Orchester-Variation im neuzeitlichen Sinne weiter, vornehmlich in denHiller"-Variationen und in den Variationen über ein Thema von Mozart. Gleichzeitig weitet er den Grund­charakter der Variation dadurch, daß er das thema­tische Material in seine Einzelzüge auflöst und so freie Formgebilde erstehen läßt durch neue Kombi­

werden. Der, der für Deutschland arbeite und dem Volk damit Werte gebe, müsse vor aller Not ge­schützt werden.

Der Leiter des Fachamtes Banken und Versiche­rungen, L e n c e r , umriß die in der nächsten Zeit von' der Fachabteilung zu lösenden Aufgaben und gab der Erwartung Ausdruck, daß es das Bestre­ben aller Arbeitskameraden wie auch der Betriebs­führer fein müsse, den Aufbau der Unternehmun­gen nach den Richtlinien einer gesunden Sozialord­nung durchzuführen.

Tagung der Generalstaatsanwälie.

Berlin, 10. März. (DNB.) Am 7 und 8. März fand im Reichssustizmin/sterium unter Leitung des Reichsjustizministers Dr. G ü r t n e r eine Tagung aller Generalstaatsanwälte statt, an der auch die Oberreichsanwälte beim Reichsgericht und beim Volksgerichtshof teilnahmen. Vorträge hielten

Im Beiprogramm gibt es u. a. die Bavaria- Wochenschau und dtmm VMmnn zur JWebet

Diesen Variationen gibt Reger Abschluß und Krönung in einer Fuge, die trippelnd, tänzelnd in den Streichern beginnt, die Bläser allmählich in sich aufsaugt, bis die Hörner mit eherner Kraft

!

Pianostellen werden hier zu Momenten innerer Schau; nach der zweiten bricht die Energiegewalt um so stärker mit drohenden elementaren Steige­rungen hervor. Nach der Reprise mündet der Satz mit weichen Klängen in aufgelichtetem Dur.

Scheint auch der langsame Mittelsatz (andante sostenuto) mit seinem Eingangsthema Frieden zu künden, so gemahnt doch seine chromatische Weiter­führung an die Schicksalsgebundenheit des ersten Satzes. Einem mit ergebener Zuversicht erfülltem Oboengesang schließt sich ein fontraftierenber Mittel- satz an. Bei seiner Wiederkehr zum Schluß des Andante hin wird das Oboenthema klanglich ver­klärt durch das mitgehende Horn, denen sich wie ein lichter Sonnenstrahl die Solovioline gegenüber» stellt. An Stelle des zu erwartenden Scherzos gibt Brahms ein un poco allegretto e grazioso, einen Satz voll ermunternder, aber durch die Erinnerung an das vorausgegangene Schicksalserleben gedämpf­ter Auflichtung.

Die Hauptentscheidung des Werkproblems legt Brahms in das Finale. Eine Adagio-Einleitung fpiegelt das Suchen nach dem Ausweg aus den Hemmnissen schwerer Schicksalsverkettung wider; zwar meldet sich schon das Kopfthema des späteren Allegro, aber noch ist es durch quälende Chromatik verschleiert. Drängende Pizzikato-Episoden der Streicher gehen einem Aufwallen hellster Em­pörung voraus; Halzbläserfiguren über Streicher­tremolos wurden zu verzweiflungsvollen Schreien. Ein hämmernder Paukenwirbel, klanglich entschwin­dend, weist den Weg aufwärts zur Erlösung. In dem piü andante wird das Horn zum Künder des Friedensgedankens, dessen Auswirkung die Po­saunen betonen; dann aber bricht das Allegro mit vollerwachter Energie durch mit seinem Dur-Thema von gemeißelter und doch lebenskräftiger Einfach­heit. Erstarkende Siegesstimmung wird zur wach- senden Siegesgewißheit. Der im Andante noch mehr ahnungsvolle Friedensgesang des Hornes wird zum Siegeshymnus, und in der Coda künden die Po­saunen machtvoll den Triumph.

Staatssekretär Dr. Freißler, Ministerialdirektor Dr. Kröhne und Sachbearbeiter des Ministeriums über den staatsanwaltschaftlichen Nachwuchs sowie über Ausgaben und Arbeitsweise der Staatsanwälte. Staatssekretär Dr. Schlegelberger sprach über die Mitwirkung der Staatsanwaltschaft in Angelegen­heiten des Aktien- und Familienrechts. Der Präsi­dent der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, Dr. Syrup, über die vermehrte Heranziehung von Strafgefangenen für Anstalts- und Außenaroeiten. Hieran schloffen sich Vorträge von Staatssekretär Dr. Freißler, Ministerialdirigent Marx und Refe­renten des Ministeriums über Arbeitsgebiete und Arbeitsleistung im Strafvollzug unter Berücksichti­gung des Dierjahresplanes. Ferner sprachen die Ministerialdirektoren Dr. Kröhne und Schäfer über Beschleunigung der Ermittlungen, Zusammenarbeit mit der Polizei, sowie Sicherungsverwahrung.

Seyß-Inquart folgende gleichlautende Telegramme gesandt worden:Der Volkspolitische Re­ferent der Vaterländischen Front Steiermarks protestiert gegen die nach der Mai-Verfassung verfassungswidrige Volksabstimmung, verweist auf Artikel 65 und 172 der Mai-Verfassung, kündigt die dies- bezüglichen Schritte an und verlangt vom Bundes- Präsidenten Wahrung der Verfassung." Wie ver­lautet, wird auch der Volkspolitische Referent für Ober-Oe st erreich im gleichen Sinne bei den genannten Stellen Protest gegen die Volksabstim­mung einlegen.

Höchste Spannung in Wien.

Gummiknüppel gegen Demonstranten. Kommunistischer Terror untervaterländischer" Tarnung.

Wien, 10. März. (DNB.) In den späten Abendstunden ist die Erregung der Bevölkerung fast bis zur höchsten Spannung gestiegen. Die Polizei hat ihr Aufgebot gegenüber dem Vortage verstärkt, um einigermaßen die Ordnung aufrechtzuerhalten. Vor allem hat man berittene Mannschaften ringe*

zelne Beispiele des vorliegenden Werkes, wie er sich bei seinem Nachschaffen sckarfer geistiger Jucht unterwirft tm en asten Anschluß an die Arbeits­grundsätze der großen Meister des Barockzeitalters. Er läßt sich bei seinem Schaffen von einer uner­meßlichen Phantasie leiten; ab^r er verliert sich nicht ins Uferlose, sondern zügelt sie mit geistiger Straffheit.

Max Reger geht in seinem Opus 132 von dem anmutig graziösen empfindsamen Thema aus Mozarts Klavier-Sonate in A-dur aus; Mozart hatte hier dieses Thema im Geiste seiner Zeit variiert. (Edwin Fischer brachte sie übrigens hier in Gießen im vorigen Jahr als Zugabe zu Gehör.) Bei Reger erleben wir nun das llchema hn Blick­punkt des an einer Zeitenwende stehenden Musikers im Diel fettigen Reflex feiner starken Persönlichkeit.

Schon die eigenartige Instrumentation des Themas läßt erahnen, wie weit er hinter das im Notenbilde Festgehaltene zu schauen vermag. Die erste Variation, die den Grundgedanken zunächst von der Oboe und Klarinette, dann von den Streichern vortragen läßt, zeigt uns in dem reichen Ornament der begleitenden Figuren und den auf- blühenden Nebenstimmen das Thema im Lichte feinster und doch stets durchsichtiger Inftrumenta- ttonskunst. Mit her zweiten Variation verläßt Reger das klare, leuchtende A-dur und bringt das Thema in F-dur in melodischer Gegenbewegung (die steigenden Schritte des Originals werden in fallende verkehrt und umgekehrt). Es ist so, als wenn wir hier das Ganze in feinem Spiegel sähen. Die dritte Abfolge löst das Thema von seiner rhythmischen Bindung, d. h. in ganz gleichmäßigen Nestenwerten wird die Melodie in die Molltonart übertragen. Die sich dazu entwickelnden, zuckenden Begleitmotive werden der Ausgangspunkt für die vierte Variation. Die fünfte Veränderung (quasi presto) nimmt die Chromatik zum Schaffens­moment, von eigenem Reiz ist hier das Abklingen im Schluß. Aehnlich wie in der dritten Varia­tion wird das Thema in gleichen Notenwerten der Grundbildungsstoff für einquasi adagietto (6. Variation). Die siebente Variation stellt das Thema im Lichte der Bläser in den Vordergrund (Hörner); außerordentlich ergiebig ist sie in der Ge­winnung fein geführter Nebenstimmen. In der achten Abwandlung dehnt sich der «/s-Takt zum 6/4=Iuft; Einzelmotive des Themas in charakteri­stischer Umbildung werden das Material, und mit weltabgewandter Jnnenschau erschließt sich dieses Molto sostenuto als ein tief innerliches Seelen­gemälde.

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Keine Teilnahme an der Abstimmung. Eine Erklärung des Büros von Sehtz-Jnguart.

London, 10. März. (DNB.) Reuter berichtet aus Wien: Im Büro Dr. Hugo Jurys, des Ver­treters Dr. Seyß-Jnquarts, machte ein Sprecher folgende autorisierte Erklärung: Wir weifen unsere Anhänger an, sich bei der Volksabstimmung am Sonntag der Stimme zu enthalten. Wir sind grundsätzlich entschlossen, uns an das Abkom­men vom 11. Juli 1936 und vom 12. Februar 1938 zu halten. Mr sind aber nicht bereit, unseren Ent­schluß in dieser Form kundzutun. Darüber hinaus kann die Art und Weise, in der die Volks­abstimmung herbeigeführt worden ist, nur mit einem Ausdruck charakterisiert werden, den ich vor­ziehe, nicht zu gebrauchen. Sie wurde beschlossen ohne Beratung mit dem Kabinett und hinter seinem Rücken. Die gesamte Art und Weise, in der die Abstimmung durchgeführt werden soll, macht es für ein Individuum möglich, mehrere Male abzustimmen, und gibt den Be­amten der Vaterländischen Front uneingeschränkte Konttolle der Wahl, so daß die Türen für jede Art von Mißbrauch geöffnet sind.

Protefftelegramm

an Miklas und Seyß-Inquart.

Wien, 10. März. (DNB.) Aus Graz sind an Bundespräsident Miklas sowie an Minister Dr.

setzt, die die nationalsozialistischen Demonstrationszüge schrittweise ver­drängen und ihnen den Zugang in die innere Stadt versperren. Teilweise gehen die Wachbeamten auch wieder mit dem Gummiknüppe l vor, der in letzter Zeit als Zeichen der innerpolitischen Normalisierung nicht mehr getragen wurde. <Em bedenkliches Zeichen rft die Tatsache, daß der kommunistische Mob unter der Tarnung vaterländischer Gesinnung die Ring-Sttaße zu be­herrschen versucht. Rot-Front-Rufe wechseln dabei mit Heil-Oesterreich-Rufen ab.

Kommunistische Demonstrationen für Schuschnigg.

Wien, 10. März. (DNB.) Wie aus Graz gemel­det wird, fuhr am Donnerstagmittag ein Va­terländisch - Front - Lastkraftwagen, rings behängt mit roten Plakaten und besetzt mit Kommunisten, über den Ring und durch die innere Stadt. Die Autoinsassen zeigten den kommunistischen Gruß und schrien: Hoch Moskau! Hoch Moska u!" Dazwischen hörte man auch Hochrufe auf Schuschnigg und Oesterreich. Die Straßenpassanten riefen den Kom­munisten zu:Nieder mit Moskau!^ Zu ernsten

Geschichte zu entwickeln sei. Er erklärte, nun müsse Ruhe sein,fein einziger dürfe ein Quentchen Schuld daran tragen, wenn der schwere wir gehen müssen im Interesse der Hei­des Friedens nicht zum Erfolg führt".

Lichtspielhaus: »Zwischen den Eltern.-

Hier ist ein Film Idee und Drehbuch von Eva Leidmann. der abseits vom üblichen Klischee und bloßer Unterhaltung beherzt und ge­scheit den immer wieder geforderten Griff ins Leben tut. Was es mit dem berühmten siebenten Jahr in der Ehe auf sich hat, muß jeder mit sich selber ab­machen; daß es Probleme und Konflikte, wie sie hier geschildert werden, gibt und immer wieder geben wird, steht außer Zweifel. Der Film ist be­stimmt kein Lehr- oder Tendenzfilm, er gibt auch feine Patentlösung, aber er regt zum Nachdenken an und ist mit psychologischem Verständnis und an- ständiger Gesinnung gemacht; darin liegt, wie uns scheint, neben dem künstlerischen Eindruck ein un­aufdringlich erzieherischer Wert. Erzählt wird die Geschichte einer glücklichen Ehe, die durch das un­vermutete Wiederauftauchen einer Studienfreundin des Mannes empfindlich getrübt wird und zu zer­brechen droht. Zwischen den Eltern steht aber oas Kind, und das Kind führt am Ende auch die Ellern wieder zusammen. Das klingt ganz einfach, aber das Buch und die feinfühlige Spielführung (Hans Hinrich) haben der Fabel eine starke innere und äußere Spannung mitzuteilen verstanden; man spürt die verbindenden und entscheidenden Kräfte und Beziehungen zwischen den Hauptbeteiligten, ihre Fehler und ihre seelischen Reserven, die das Verhältnis zuletzt doch wieder in die alte, natur« hche Gleichgewichtslage zurückführen. Auch der Le­benskreis, in dem diese Ehegeschichte sich abspielt, ist klar erfaßt und trägt auf eine einleuchtende Wei e Zur Verschärfung wie zur späteren Lösung des Kon­fliktes bei. Jutta Freybe gibt die junge Frau, 'hre überzeugende Leistung in dem FilmLiebe kann lugen auf einer reiferen Entwicklungsstufe wie- verholend; Gustl H u b e r, mit sicherer Witterung für einen gewissen weiblichen Typus, als Gegen- [pielerin. Zwischen beiden Frauen Willy Fritsch, der hier, der lächelnden Oberflächlichkeit vieler Lust- 'plele entruckt, em psychologisch klares und sym­pathisches Mannerbild gibt Zwischen den Eltern: hCr^!^ne Scter«? a n n, em Filnckübchen mik durchdringender Berliner Krähstimme; mchr int S?intergrunh: Kayßlers prachtvoller Charakter- kops, Brausewetter und L e i b e 11. (Ufa.)

vollzogen haben, angefertigt werden. Vorkehrungen dagegen, daß nicht dieselbe Person an zehn oder fünfzehn verschiedenen Stellen mittels ver­schiedener Ausweise abstimmt, sind nicht getroffen. Die Abstimmung wird öffentlich durchgeführt, doch ist die Benutzung eines Bries- u Umschlages erlaubt. Der offizielle Abstimmungszettel ist ein Zettel in der Größe von 5X8 Zentimeter, der auf der einen Seite mit dem Worte3 a" b ed ru ckt ist. Wer mitNei n" st i m m e n will, muß sich einen Zettel in genau der gleichen Größe selbst mitbringen und mit dem Wort Nein" beschreiben

Vielfach soll in den Betrieben selbst ab­gestimmt werden, z. T. sogar schon am Samstag. Selbstverständlich ist die Abgabe einer Nein- Stimmern Betrieben, wo ja die Wahlkommission, die nach Möglichkeit aus Amtswaltern der Vater­ländischen Front bestehen soll, die Abstimmenden persönlich kennt, nahezu ausgeschlossen. Da die Ja-Zettel einer Mitteilung der Vaterlän­dischen Front zufolge, offen abgegeben wer­den sollen, so steht natürlich von jedem, der seinen

Orchester ausgenommen, und im krönenden Schluß des Ganzen stellen sich beide Themen gegenüber, dazu führen die vier Hörner und zwei Trompeten das Variationsthema in festlichem Klanggepräge vor. Ein Meisterwerk genialster Satzkunft, erfüllt

Mit dem Wunsch auf Einordnung aller Kräfte in der Vaterländischen Front schloß der Bundeskanzler. Er hat in einem Aufruf folgende Parole für d i e Wahl bekannt- gegeben:Für ein freies und deutsches, unabhän­giges und soziales, für ein christliches und einiges Oesterreich."

Die Durchführungsbestimmungen.

Der Frontführer-Stellvertreter, Minister Zer- natto, machte folgende Mitteilungen über die Durchführung der Volksobstimmuna: Ab­stimmungskommissionen werden für jeden Absttmmungssprengel nach den Weisungen des zu­ständigen Landeshauptmannes bzw. des Bürger­meisters der Stadt Wien bestellt. Sie bestehen aus dem Vorsitzenden und zwei bis vier Beisitzern, unter denen ein Arbeitnehmer und ein Arbeitgeber vor­handen sein müssen. Die Mitglieder der Abstim­mungskommission müssen der Vaterländi­schen Front an gehören und möglichst Amts­walter fein. In den Abstimmungslokalen dürfen sich außer den genannten Personen keine weite­ren Personen aufhalten, damit der Abstim- munasoorgang nichtgestört" werden kann. In den Lokalen wird der Text der offiziellen Abstimmunas- frage angebracht, ferner muß eine Auskunftsperson vorhanden sein, die über die Berechtigung zur Ab­stimmung und die Lokalverhältnisse Auskunft erteilt

Beginn und Ende der Abstimmung wird durch den Landeshauptmann festgesetzt. Als Abstim­mungsdokumente gelten die Mitgliedskarte der Vaterländischen Front, die Mitgliedskarte des Bauernbundes, das österreichische Gewerbebuch und das Gewerkschaftsbuch oder Erkennungskarten oder Heimatscheine oder Meldezettel, jedenfalls nur Do­kumente, die die Identität nachweisen. In dem vor­gelegten Dokument wird durch Stempelung ersicht­lich gemacht, daß die betreffende Person abgesttmmt hat. Wer der Abstimmungskommission persön­lich bekanntist, kann auch ohne Dokument zur Absttmmung zugelassen werden. Die das Ab­stimmungslokal betretenden Personen haben dem Vorsitzenden der Abstimmungskommission ihr Doku­ment vorzuweisen,

Wahllisten werden nicht geführt. Dort, wo der Landeshauptmann es anordnet, kann eine Liste derjenigen Personen, die die Absttmmung

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FM Suckskanzler Dr. Sch ti dem 9. Marz, m Mg über seine Regn id, am Donnerstag, Ä die österreichische '^zbestimmunge *13. März, wird -j gehen. Es ist also ;$n vorgesehen, um ei Mg der Bolksbesrag Wenn auch nur i Wtungsarbeiten, die mrhin mehrere Wo rirbtn, nun in Oesten Ämengedrängt wer! n eine ordnungsgem tarnen soll, die der chricht.

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