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sches Recht hat sich mit dem Entwurf eines Gesetzes über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk befaßt. Der Ausschuß sieht in der Einbeziehung der selbständigen Handwerker und ihrer Familien in die A n g e st e l l t e n Versicherung eine glückliche Lösuna, zumal durch entsprechende Vorschriften sichergestellt ist, daß diejenigen, die bisher schon eine anderweitige Versorgung gewählt haben, nicht unnötig belastet werden. Der Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums ist ein geeignetes Vorbild für weitere von der Rentenversicherung heute noch nicht erfaßte Berufsgruppen, um auch, ihnen die bisher fehlende Sicherung im Alter zu geben.
Gutes Auslandsgeschäft in Leipzig.
Leipzig, 10. März. (DNB.) Auch am fünften Tag war der Besuch der Messe sehr stark. Die bisherigen Abschlüsse mit dem Inlande und dem Auslande sind umfangreich. So wurden von Frankreich, England und Italien Werkzeugmaschinen und Werkstattbedarf bestellt. In der Schweißtechnik gefielen Neuerungen, die von England, Belgien, Polen, Frankreich und Südosteuropa gekauft wurden. Rund zwei Drittel aller Aufträge in Textilmaschinen stammen aus dem Auslande. Lebhafte Nachfrage bestand auch bei Maschinen für Zellwollbearbeitung. Die meisten Aussteller haben mehr verkauft als auf der Frühjahrsmesse 193 7. In Nähmaschinen z. B. gaben Südosteuropa, England, Frankreich, Holland und Uebersee bedeutende Aufträge. Gutes Auslandgeschäft hatten ferner Nahrungs- und Gennß- mittelmaschinen, desgleichen Büromaschinen. Auf der Messe für Photo, Optik und Kino kamen große Abschlüsse zustande. Die französischen Warenhäuser kauften billige Artikel, während England bessere Preislagen in Photoapparaten bevorzugte. In der Elektrotechnik hielt sich das In- und Auslandgeschäft die Waage. Auf der Baumesse dominierte der Binnenmarkt als Käufer. Auch die kunstgewerblichen Hersteller von Textilien konnten ihre Messeumsätze vergrößern, woran auch das Ausland stark beteiligt war. Bestellungen erteilten Schweden, Belgien, Italien, die Schweiz, die Tschechoslowakei und Oesterreich.
Auf der Allgemeinen Mustermesse wurde am Donnerstag die Textil- und Bekleidungsmesse geschlossen, nachdem sie einen vollen Erfolg gebracht hatte. Es hat sich einwandfrei ergeben, daß die deutsche Textilwirtschaft nicht mehr von ausländischen Rohstoffen abhängt und daß die deutsche Geschäftswelt nicht mehr auf die jüdischen Lieferanten angewiesen ist. Die Sport- ortikel -Messe wurde am Donnerstag geschlossen. Die Hersteller von Sportwaffen sind für Monate hinaus durch Messeaufträge beschäftigt. Der offizielle Schlußtag der Mustermesse ist Freitag, die Technische und die Baumesse dauern noch bis Montag.
Or. Ley auf einer Kundgebung der Banken und Versicherungen.
Berlin, 10.März. (DNB.) Aus Anlaß einer Arbeitstagung der Fachabteilung Banken und Versicherungen der Gauwaltung Berlin in der Deutschen Arbeitsfront fand im Sportpalast eine Kundgebung der Gefolgschaftsmitglieder der Banken und Versicherungsbetriebe statt. Dr. Ley betonte, daß die Betriebe heute eine geschlossene Einheit geworden seien und eine Gemeinschaft bildeten. Betriebsführer und Gefolgschaft hätten gelernt, zusammenzuarbeiten. Dr. Ley erttärte: „Wir werden nicht ruhen, bis der letze Jude aus den deutschen Banken verschwunden ist!" Heute werde kein Mensch mehr die Frage aufwerfen, ob Banken notwendig seien. Es sei ganz klar, daß es diese Institute geben müsse. Auch die Notwendigkeit der Versicherungen sei unbedingt zu bejahen. Dem Volk müsse eine gerechte und aus re ichende Altersversorgung gegeben
Brahms und Jaeger.
Zum IV. Orchesterkonzert
des Gießener Konzertvereins.
Genau so, wie Brahms vor der Veröffentlichung seines ersten Streichquartettes schon rund zwanzig frühere Arbeiten vernichtet hatte, weil sie seiner scharfen Selbstkritik nicht standzuhalten vermochten, wie seine erste Sonate für Violine und Klavier eigentlich schon seine vierte war, so ringt Brahms auch lange Zeit mit der Symphonie. „Ich werde nie eine Symphonie komponieren! Du hast keinen Begriff davon, wie unsereinem zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesen (Beethoven) hinter sich marschieren fühlt!"
Um so größer war sein Bemühen, alle Möglichkeiten des musikalischen Ausdrucks sich gefügig zu machen; ebenso groß aber auch seine Ehrlichkeit, daß er erst von dem Zeitpunkt an zur Symphonie als Kündungsmittel greift, nachdem er durch die Reichhaltigkeit, Fülle und Tiefgängiakeit der inneren Erfahrungen Eigenes, Persönlilyes, Ursprüngliches zu geben vermochte; denn Brahms war in seinen Aeußerungen, wie kaum ein anderer, echt, wahr und sich selbst getreu.
Diese Auseinandersetzung mit der Symphonie war für ihn um so schwerer, als gerade im Zeitalter der Romantik der Charakter der Symphonie sich gewandelt hatte. In seiner schweren niederdeutschen Art verfuhr er mit größter Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit, bis er die endgültige Form gewonnen, sich erarbeitet hatte. So verführerisch für ihn die klanglichen Entwicklungen, die die Orchestersprache genommen hatte, sein mochten, ihm galt die innere geistige Struktur des Ganzen doch mehr, weil sie nach seiner Anschauung das eigentliche Werden des Werkes bestimmte.
Der erste Satz der c-moll-Symphonie lag schon im Jahre 1862 in seinen Grundzügen vor. Das bestätigte ein Brief von Klara Schumann, in dem sie die ersten Takte des Allegras in Noten widergibt. Aber erst das Jahr 1876 ließ dieses Werk in der jetzigen Gestalt werden. Die Einleitung der Symphonie (un poco sostenuto) ist von inne- rem Gären durchdrunaen. Zwei energiegeladene Themen stehen sich in hoher Spannung gegenüber, die durch das Pochen des Orgelpunktes des Kontra- fagotts, des Kontrabasses und der Pauke verstärkt wird. Im leidenschaftlichen Aufwallen und' Ab- sinken werden die Gedanken des folgenden Allegras wach, in dessen kampferfüllte Sphäre ein elementarer Aufschrei der Holzbläser hineinführt. Bewunderungswürdig leitet Brahms zum zweiten Thema hin, dessen sehnsuchtsvoller Wchmut die Oboe Ausdruck gibt. Ein neues Aufbäumen der Kampfes- k Iräfte, das in unisono-Schlägen gipfelt, führt zur Uvurchsührung, die in ihrer Art der Gedankenaus- lAchketzuvg VrutzmsWi Gskwst türM Zwri
Merkwürdige Volksabstimmung in Oesterreich
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nahonen rmddurch die Ausnützung der orchestralen (marcatissim'o) einsetzen. Ein zweites Thema wird Wochen tlanghcfrn MvSchretteir. Andr«Ms zeheo edr-tulm dm HohMsen» dmgefßto knur fa DoöeolöÄ
Abstimmungszettel in einem Briefumschla abgibt, fest, daß ermitNein gestimmt hat.
Weg, den mal und
em Erleben.
)r. Hermann Hering.
Innsbruck, 10. März. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hielt am Mittwochabend bei einem Amtswalterappell eine Rede, in der er für den nächsten Sonntag, den 13. März, eine Volksbefragung ankündigte. Aehnlich wie vor dem Bundestag, legte Dr. Schuschnigg dar, wie nach seiner Ansicht der soziale, christliche und nationale Gedanke in Oesterreich zu verwirklichen und aus der
Hatte die Variation in der klassischen Symphonie zur Bereicherung der Ausdrucksmöglichkeiten einzelner Sätze beigetragen, so gebührt Johannes Brahms das Verdienst, die Orchester-Variation als selbständiges Werk für unsere deutsche Musik- literatur eingeführt zu haben, in seinen Variationen über eine Thema von Haydn. Max Reger bildet die Orchester-Variation im neuzeitlichen Sinne weiter, vornehmlich in den „Hiller"-Variationen und in den Variationen über ein Thema von Mozart. Gleichzeitig weitet er den Grundcharakter der Variation dadurch, daß er das thematische Material in seine Einzelzüge auflöst und so freie Formgebilde erstehen läßt durch neue Kombi
werden. Der, der für Deutschland arbeite und dem Volk damit Werte gebe, müsse vor aller Not geschützt werden.
Der Leiter des Fachamtes Banken und Versicherungen, L e n c e r , umriß die in der nächsten Zeit von' der Fachabteilung zu lösenden Aufgaben und gab der Erwartung Ausdruck, daß es das Bestreben aller Arbeitskameraden wie auch der Betriebsführer fein müsse, den Aufbau der Unternehmungen nach den Richtlinien einer gesunden Sozialordnung durchzuführen.
Tagung der Generalstaatsanwälie.
Berlin, 10. März. (DNB.) Am 7 und 8. März fand im Reichssustizmin/sterium unter Leitung des Reichsjustizministers Dr. G ü r t n e r eine Tagung aller Generalstaatsanwälte statt, an der auch die Oberreichsanwälte beim Reichsgericht und beim Volksgerichtshof teilnahmen. Vorträge hielten
Im Beiprogramm gibt es u. a. die Bavaria- Wochenschau und dtmm VMmnn zur JWebet
Diesen Variationen gibt Reger Abschluß und Krönung in einer Fuge, die trippelnd, tänzelnd in den Streichern beginnt, die Bläser allmählich in sich aufsaugt, bis die Hörner mit eherner Kraft
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Pianostellen werden hier zu Momenten innerer Schau; nach der zweiten bricht die Energiegewalt um so stärker mit drohenden elementaren Steigerungen hervor. Nach der Reprise mündet der Satz mit weichen Klängen in aufgelichtetem Dur.
Scheint auch der langsame Mittelsatz (andante sostenuto) mit seinem Eingangsthema Frieden zu künden, so gemahnt doch seine chromatische Weiterführung an die Schicksalsgebundenheit des ersten Satzes. Einem mit ergebener Zuversicht erfülltem Oboengesang schließt sich ein fontraftierenber Mittel- satz an. Bei seiner Wiederkehr zum Schluß des Andante hin wird das Oboenthema klanglich verklärt durch das mitgehende Horn, denen sich wie ein lichter Sonnenstrahl die Solovioline gegenüber» stellt. An Stelle des zu erwartenden Scherzos gibt Brahms ein un poco allegretto e grazioso, einen Satz voll ermunternder, aber durch die Erinnerung an das vorausgegangene Schicksalserleben gedämpfter Auflichtung.
Die Hauptentscheidung des Werkproblems legt Brahms in das Finale. Eine Adagio-Einleitung fpiegelt das Suchen nach dem Ausweg aus den Hemmnissen schwerer Schicksalsverkettung wider; zwar meldet sich schon das Kopfthema des späteren Allegro, aber noch ist es durch quälende Chromatik verschleiert. Drängende Pizzikato-Episoden der Streicher gehen einem Aufwallen hellster Empörung voraus; Halzbläserfiguren über Streichertremolos wurden zu verzweiflungsvollen Schreien. Ein hämmernder Paukenwirbel, klanglich entschwindend, weist den Weg aufwärts zur Erlösung. In dem piü andante wird das Horn zum Künder des Friedensgedankens, dessen Auswirkung die Posaunen betonen; dann aber bricht das Allegro mit vollerwachter Energie durch mit seinem Dur-Thema von gemeißelter und doch lebenskräftiger Einfachheit. Erstarkende Siegesstimmung wird zur wach- senden Siegesgewißheit. Der im Andante noch mehr ahnungsvolle Friedensgesang des Hornes wird zum Siegeshymnus, und in der Coda künden die Posaunen machtvoll den Triumph.
Staatssekretär Dr. Freißler, Ministerialdirektor Dr. Kröhne und Sachbearbeiter des Ministeriums über den staatsanwaltschaftlichen Nachwuchs sowie über Ausgaben und Arbeitsweise der Staatsanwälte. Staatssekretär Dr. Schlegelberger sprach über die Mitwirkung der Staatsanwaltschaft in Angelegenheiten des Aktien- und Familienrechts. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, Dr. Syrup, über die vermehrte Heranziehung von Strafgefangenen für Anstalts- und Außenaroeiten. Hieran schloffen sich Vorträge von Staatssekretär Dr. Freißler, Ministerialdirigent Marx und Referenten des Ministeriums über Arbeitsgebiete und Arbeitsleistung im Strafvollzug unter Berücksichtigung des Dierjahresplanes. Ferner sprachen die Ministerialdirektoren Dr. Kröhne und Schäfer über Beschleunigung der Ermittlungen, Zusammenarbeit mit der Polizei, sowie Sicherungsverwahrung.
Seyß-Inquart folgende gleichlautende Telegramme gesandt worden: „Der Volkspolitische Referent der Vaterländischen Front Steiermarks protestiert gegen die nach der Mai-Verfassung verfassungswidrige Volksabstimmung, verweist auf Artikel 65 und 172 der Mai-Verfassung, kündigt die dies- bezüglichen Schritte an und verlangt vom Bundes- Präsidenten Wahrung der Verfassung." — Wie verlautet, wird auch der Volkspolitische Referent für Ober-Oe st erreich im gleichen Sinne bei den genannten Stellen Protest gegen die Volksabstimmung einlegen.
Höchste Spannung in Wien.
Gummiknüppel gegen Demonstranten. — Kommunistischer Terror unter „vaterländischer" Tarnung.
Wien, 10. März. (DNB.) In den späten Abendstunden ist die Erregung der Bevölkerung fast bis zur höchsten Spannung gestiegen. Die Polizei hat ihr Aufgebot gegenüber dem Vortage verstärkt, um einigermaßen die Ordnung aufrechtzuerhalten. Vor allem hat man berittene Mannschaften ringe*
zelne Beispiele des vorliegenden Werkes, wie er sich bei seinem Nachschaffen sckarfer geistiger Jucht unterwirft tm en asten Anschluß an die Arbeitsgrundsätze der großen Meister des Barockzeitalters. Er läßt sich bei seinem Schaffen von einer unermeßlichen Phantasie leiten; ab^r er verliert sich nicht ins Uferlose, sondern zügelt sie mit geistiger Straffheit.
Max Reger geht in seinem Opus 132 von dem anmutig graziösen empfindsamen Thema aus Mozarts Klavier-Sonate in A-dur aus; Mozart hatte hier dieses Thema im Geiste seiner Zeit variiert. (Edwin Fischer brachte sie übrigens hier in Gießen im vorigen Jahr als Zugabe zu Gehör.) Bei Reger erleben wir nun das llchema hn Blickpunkt des an einer Zeitenwende stehenden Musikers im Diel fettigen Reflex feiner starken Persönlichkeit.
Schon die eigenartige Instrumentation des Themas läßt erahnen, wie weit er hinter das im Notenbilde Festgehaltene zu schauen vermag. Die erste Variation, die den Grundgedanken zunächst von der Oboe und Klarinette, dann von den Streichern vortragen läßt, zeigt uns in dem reichen Ornament der begleitenden Figuren und den auf- blühenden Nebenstimmen das Thema im Lichte feinster und doch stets durchsichtiger Inftrumenta- ttonskunst. — Mit her zweiten Variation verläßt Reger das klare, leuchtende A-dur und bringt das Thema in F-dur in melodischer Gegenbewegung (die steigenden Schritte des Originals werden in fallende verkehrt und umgekehrt). Es ist so, als wenn wir hier das Ganze in feinem Spiegel sähen. — Die dritte Abfolge löst das Thema von seiner rhythmischen Bindung, d. h. in ganz gleichmäßigen Nestenwerten wird die Melodie in die Molltonart übertragen. Die sich dazu entwickelnden, zuckenden Begleitmotive werden der Ausgangspunkt für die vierte Variation. — Die fünfte Veränderung (quasi presto) nimmt die Chromatik zum Schaffensmoment, von eigenem Reiz ist hier das Abklingen im Schluß. — Aehnlich wie in der dritten Variation wird das Thema in gleichen Notenwerten der Grundbildungsstoff für ein „quasi adagietto“ (6. Variation). — Die siebente Variation stellt das Thema im Lichte der Bläser in den Vordergrund (Hörner); außerordentlich ergiebig ist sie in der Gewinnung fein geführter Nebenstimmen. — In der achten Abwandlung dehnt sich der «/s-Takt zum 6/4=Iuft; Einzelmotive des Themas in charakteristischer Umbildung werden das Material, und mit weltabgewandter Jnnenschau erschließt sich dieses Molto sostenuto als ein tief innerliches Seelengemälde.
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Keine Teilnahme an der Abstimmung. Eine Erklärung des Büros von Sehtz-Jnguart.
London, 10. März. (DNB.) Reuter berichtet aus Wien: Im Büro Dr. Hugo Jurys, des Vertreters Dr. Seyß-Jnquarts, machte ein Sprecher folgende autorisierte Erklärung: Wir weifen unsere Anhänger an, sich bei der Volksabstimmung am Sonntag der Stimme zu enthalten. Wir sind grundsätzlich entschlossen, uns an das Abkommen vom 11. Juli 1936 und vom 12. Februar 1938 zu halten. Mr sind aber nicht bereit, unseren Entschluß in dieser Form kundzutun. Darüber hinaus kann die Art und Weise, in der die Volksabstimmung herbeigeführt worden ist, nur mit einem Ausdruck charakterisiert werden, den ich vorziehe, nicht zu gebrauchen. Sie wurde beschlossen ohne Beratung mit dem Kabinett und hinter seinem Rücken. Die gesamte Art und Weise, in der die Abstimmung durchgeführt werden soll, macht es für ein Individuum möglich, mehrere Male abzustimmen, und gibt den Beamten der Vaterländischen Front uneingeschränkte Konttolle der Wahl, so daß die Türen für jede Art von Mißbrauch geöffnet sind.
Protefftelegramm
an Miklas und Seyß-Inquart.
Wien, 10. März. (DNB.) Aus Graz sind an Bundespräsident Miklas sowie an Minister Dr.
setzt, die die nationalsozialistischen Demonstrationszüge schrittweise verdrängen und ihnen den Zugang in die innere Stadt versperren. Teilweise gehen die Wachbeamten auch wieder mit dem Gummiknüppe l vor, der in letzter Zeit als Zeichen der innerpolitischen Normalisierung nicht mehr getragen wurde. <Em bedenkliches Zeichen rft die Tatsache, daß der kommunistische Mob unter der Tarnung vaterländischer Gesinnung die Ring-Sttaße zu beherrschen versucht. Rot-Front-Rufe wechseln dabei mit Heil-Oesterreich-Rufen ab.
Kommunistische Demonstrationen für Schuschnigg.
Wien, 10. März. (DNB.) Wie aus Graz gemeldet wird, fuhr am Donnerstagmittag ein Vaterländisch - Front - Lastkraftwagen, rings behängt mit roten Plakaten und besetzt mit Kommunisten, über den Ring und durch die innere Stadt. Die Autoinsassen zeigten den kommunistischen Gruß und schrien: „Hoch Moskau! Hoch Moska u!" Dazwischen hörte man auch Hochrufe auf Schuschnigg und Oesterreich. Die Straßenpassanten riefen den Kommunisten zu: „Nieder mit Moskau!^ Zu ernsten
Geschichte zu entwickeln sei. Er erklärte, nun müsse Ruhe sein, „fein einziger dürfe ein Quentchen Schuld daran tragen, wenn der schwere wir gehen müssen im Interesse der Heides Friedens nicht zum Erfolg führt".
Lichtspielhaus: »Zwischen den Eltern.-
Hier ist ein Film — Idee und Drehbuch von Eva Leidmann —. der abseits vom üblichen Klischee und bloßer Unterhaltung beherzt und gescheit den immer wieder geforderten Griff ins Leben tut. Was es mit dem berühmten siebenten Jahr in der Ehe auf sich hat, muß jeder mit sich selber abmachen; daß es Probleme und Konflikte, wie sie hier geschildert werden, gibt und immer wieder geben wird, steht außer Zweifel. Der Film ist bestimmt kein Lehr- oder Tendenzfilm, er gibt auch feine Patentlösung, aber er regt zum Nachdenken an und ist mit psychologischem Verständnis und an- ständiger Gesinnung gemacht; darin liegt, wie uns scheint, neben dem künstlerischen Eindruck ein unaufdringlich erzieherischer Wert. Erzählt wird die Geschichte einer glücklichen Ehe, die durch das unvermutete Wiederauftauchen einer Studienfreundin des Mannes empfindlich getrübt wird und zu zerbrechen droht. Zwischen den Eltern steht aber oas Kind, und das Kind führt am Ende auch die Ellern wieder zusammen. Das klingt ganz einfach, aber das Buch und die feinfühlige Spielführung (Hans Hinrich) haben der Fabel eine starke innere und äußere Spannung mitzuteilen verstanden; man spürt die verbindenden und entscheidenden Kräfte und Beziehungen zwischen den Hauptbeteiligten, ihre Fehler und ihre seelischen Reserven, die das Verhältnis zuletzt doch wieder in die alte, natur« hche Gleichgewichtslage zurückführen. Auch der Lebenskreis, in dem diese Ehegeschichte sich abspielt, ist klar erfaßt und trägt auf eine einleuchtende Wei e Zur Verschärfung wie zur späteren Lösung des Konfliktes bei. Jutta Freybe gibt die junge Frau, 'hre überzeugende Leistung in dem Film „Liebe kann lugen auf einer reiferen Entwicklungsstufe wie- verholend; Gustl H u b e r, mit sicherer Witterung für einen gewissen weiblichen Typus, als Gegen- [pielerin. Zwischen beiden Frauen Willy Fritsch, der hier, der lächelnden Oberflächlichkeit vieler Lust- 'plele entruckt, em psychologisch klares und sympathisches Mannerbild gibt Zwischen den Eltern: hCr^!^ne Scter«? a n n, em Filnckübchen mik durchdringender Berliner Krähstimme; mchr int S?intergrunh: Kayßlers prachtvoller Charakter- kops, Brausewetter und L e i b e 11. — (Ufa.)
vollzogen haben, angefertigt werden. Vorkehrungen dagegen, daß nicht dieselbe Person an zehn oder fünfzehn verschiedenen Stellen mittels verschiedener Ausweise abstimmt, sind nicht getroffen. Die Abstimmung wird öffentlich durchgeführt, doch ist die Benutzung eines Bries- u Umschlages erlaubt. Der offizielle Abstimmungszettel ist ein Zettel in der Größe von 5X8 Zentimeter, der auf der einen Seite mit dem Worte „3 a" b ed ru ckt ist. Wer mit „Nei n" st i m m e n will, muß sich einen Zettel in genau der gleichen Größe selbst mitbringen und mit dem Wort „Nein" beschreiben
Vielfach soll in den Betrieben selbst abgestimmt werden, z. T. sogar schon am Samstag. Selbstverständlich ist die Abgabe einer Nein- Stimmern Betrieben, wo ja die Wahlkommission, die nach Möglichkeit aus Amtswaltern der Vaterländischen Front bestehen soll, die Abstimmenden persönlich kennt, nahezu ausgeschlossen. Da die Ja-Zettel einer Mitteilung der Vaterländischen Front zufolge, offen abgegeben werden sollen, so steht natürlich von jedem, der seinen
Orchester ausgenommen, und im krönenden Schluß des Ganzen stellen sich beide Themen gegenüber, dazu führen die vier Hörner und zwei Trompeten das Variationsthema in festlichem Klanggepräge vor. Ein Meisterwerk genialster Satzkunft, erfüllt
Mit dem Wunsch auf Einordnung aller Kräfte in der Vaterländischen Front schloß der Bundeskanzler. Er hat in einem Aufruf folgende Parole für d i e Wahl bekannt- gegeben: „Für ein freies und deutsches, unabhängiges und soziales, für ein christliches und einiges Oesterreich."
Die Durchführungsbestimmungen.
Der Frontführer-Stellvertreter, Minister Zer- natto, machte folgende Mitteilungen über die Durchführung der Volksobstimmuna: Abstimmungskommissionen werden für jeden Absttmmungssprengel nach den Weisungen des zuständigen Landeshauptmannes bzw. des Bürgermeisters der Stadt Wien bestellt. Sie bestehen aus dem Vorsitzenden und zwei bis vier Beisitzern, unter denen ein Arbeitnehmer und ein Arbeitgeber vorhanden sein müssen. Die Mitglieder der Abstimmungskommission müssen der Vaterländischen Front an gehören und möglichst Amtswalter fein. In den Abstimmungslokalen dürfen sich außer den genannten Personen keine weiteren Personen aufhalten, damit der Abstim- munasoorgang nicht „gestört" werden kann. In den Lokalen wird der Text der offiziellen Abstimmunas- frage angebracht, ferner muß eine Auskunftsperson vorhanden sein, die über die Berechtigung zur Abstimmung und die Lokalverhältnisse Auskunft erteilt
Beginn und Ende der Abstimmung wird durch den Landeshauptmann festgesetzt. Als Abstimmungsdokumente gelten die Mitgliedskarte der Vaterländischen Front, die Mitgliedskarte des Bauernbundes, das österreichische Gewerbebuch und das Gewerkschaftsbuch oder Erkennungskarten oder Heimatscheine oder Meldezettel, jedenfalls nur Dokumente, die die Identität nachweisen. In dem vorgelegten Dokument wird durch Stempelung ersichtlich gemacht, daß die betreffende Person abgesttmmt hat. Wer der Abstimmungskommission persönlich bekanntist, kann auch ohne Dokument zur Absttmmung zugelassen werden. Die das Abstimmungslokal betretenden Personen haben dem Vorsitzenden der Abstimmungskommission ihr Dokument vorzuweisen,
Wahllisten werden nicht geführt. Dort, wo der Landeshauptmann es anordnet, kann eine Liste derjenigen Personen, die die Absttmmung
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Gegen Zahnstein


