die Sängerschar durch Vorträge von Gesangschören ihre inaktiven Mitglieder noch einige Zeit beisammen.
wg. Großen-Buseck, 10. Jan. Gestern vormittag riß in der Zeilstraße ein Draht des elektrischen Ortsnetzes ab, der als Seitenanschluß quer über die Straße ging. Glücklicherweise lag die Bruchstelle am Hauptstrang, so daß der Draht ohne Gefahr entfernt werden konnte. — Im Schulhaus auf dem Tal wurden während der Ferien erhebliche Erneuerungsarbeiten oorgenommen. Zwei Schulsäle und das Treppenhaus wurden überholt. In einem weiteren Awl wurde eine zweckmäßige Verdunkelungsvorrichtung geschaffen, die die Vorführung von Filmen ermöglicht.
00 Kesselbach, 11. Jan. Am morgigen Mittwoch, 12. Januar, kann die Witwe Frau Wilhelmine Becker, geb. Wißner, in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag feiern. Der Hochbetagten blieb in ihrem Leben mancherlei Kummer nicht erspart. Schon nach dreijährigem Ehestand verlor sie ihren Mann. Ihr Sohn verstarb auch in der Blüte der Jahre. Die Jubilarin nimmt an den Ereignissen unserer Zeit noch regen Anteil. Wir beglückwünschen!
§ Lumda, 10. Jan. Der Reichsluftschutzbund führt in unserem Dorfe eine längere Schulung durch. Der Lehrgang beginnt heute abend und dauert etwa fünf Wochen. An ihm nehmen die Luftschutzwarte und die Frauen der Häusergemeinschaften teil. Zweck dieser Schulung ist- eingehende Unterweisung in allen vorkommenden S e löst sch utz- maßnahmen. — Im vergangenen Jahre wurden in unserem Dorfe 10 Kinder geboren, 5 Knaben und 5 Mädchen. 3 Ehen wurden geschlossen. Kein Todesfall.
)) Lumda, 10.Jan. Am Samstagabend hielt unsere Kriegerkameraüschaft ihren Hauptjahresappell ab. Dazu waren die Kameraden mit ihren Familienangehörigen erschienen. Mit dem Lied: „Ich hab' mich ergeben" wurde der Appell eröffnet. Kameradschaftsführer Heinrich Fabel erstattete den Jahresbericht, der von der regen Tätigkeit der Kameradschaft Zeugnis gab. Der Kassenwart las den Kassenbericht vor; dieser schloß mit einem ansehnlichen Betrag ab. Anschließend hielt unser Lehrer, Kamerad Keller, einen fesselnden Vortrag. Er sprach über die Spionageabwehr während des Krieges hinter der Westfront und schilderte einige verwegene Taten des deutschen Geheimdienstes. Bei dem Wettkamofschießen des Reicbs- kriegerbundes stand unsere Kameradschaft, was Die Beteiligung anbelangt, mit 100 v. H. wieder an erster Stelle. Sieben Kameraden konnte die bronzene Ehrennadel überreicht wevden. Es wuvde beschlossen, auch in diesem Jahre wieder einen Familiennusflug nach einer historischen Stätte zu unternehmen. Der Kameradschaftsführer dankte allen denen, die im vergangenen Jahre ihm treu zur Seite standen (auch dem Kameraden Keller für seine wertvollen Vorträge). In seinem Schlußwort forderte er die Kameraden auf, auch im neuen Jahre in Treue, Einmütigkeit uni) Gottoertrauen zusammenzustehen und alle Kraft einzUsetzen für Führer, Volk und Vaterland. Der Appell klang aus in dem Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Vaterland und in dem Gesang der Rationallieder. Nach dem offiziellen Teil wurde eine Kaffeepause eingelegt. Anschließend verlebten die Kameraden noch einige frohe Stunden mit ihren Angehörigen.
od Bettenhausen, 9. Jan. Unser Dorf feierte gestern das 25jährige Dienstjubi- l ä u m des früheren Polizeidieners und jetzigen Ratsdieners Wilhelm Fritz, der im Alter von
70 Jahren steht. Der Gesangverein brachte ihm zunächst ein Ständchen vor seinem Hause. In einer Gedenkfeier im Saale von Heinrich Konrad Köhler hob Bürgermeister Lindner die Verdienste des Jubilars um die Gemeinde hervor und übergab namens der Gemeinderäte ein Geldgeschenk und einen Sessel. Für die Partei sprach Ortsgruppenleiter Balser. Der aus unserem Dorfe stammende Bürgermeister Schäfer von Muschenheim erzählte in launiger Weise humoristische Vorkommnisse aus der Dienstzeit Dtzs Gefeierten.
Kreis Alsfeld.
A Alsfeld, 10. Jan. Im Rahmen des Win- terprogramms der Kulturgemeinfchaft der NSG. „Kraft durch Freude" fand am vergangenen Samstag das zweite Gastspiel des Stadttheaters Gießen mit der Straußschen Operette „Eine Nacht in Venedig" vor einem bis auf den letzten Platz besetzten Hause statt. Auch diese Vorstellung war wieder ein voller Erfolg für die Gießener Künstler. Die ausgezeichneten Darbietungen begeisterten das dankbare Publikum zu stürmischem Beifall. Als drittes Gastspiel des Gießener Stadttheaters ist im Monat Februar Puccinis Oper „La Boheme" vorgesehen. Infolge des ständig steigenden Interesses an diesen Gastspielen wird für die Spielzeit des nächsten Winters die Einrichtung von zwei Platzmietegruppen für Alsfeld ins Auge gefaßt.
Kirche und Schule.
00 Klein-Linden, 10. Jan. Aus dem Leben unserer Kirchengemeinde im Jahr 1937 ist folgendes zu berichten (die in Klammer angeführten Zahlen find die Ergebnisse des Jahres 1936): Es wurden 8 (16) Kinder getauft, ferner in den Kliniken und Krankenhäusern von Gießen 22 (28), im ganzen also 30 (44). Kirchlich eingesegnet wurden 17 (19) Paare, beerdigt wurden 25 (13) Personen. Die Zahl der Konfirmanden betrug 39 (36), und zwar 17 Knaben und 22 Mädchen. Die Gottesdienste besuchten insgesamt 6644 (6481) Männer, 9822 (8666) Frauen und 2176 (2292) Kinder, das sind wöchentlich im Durchschnitt 127 (124) Männer, 189 (166) Frauen und 42 (44) Kinder. Am Kindergottesdienst nahmen während des ganzen Jahres 6479 (5828) Kinder teil, das find in Der Woche 124 Kinder. Die Teilnehmerzahl an der Christenlehre beläuft sich auf 646 (597) Jugendliche. Zum Heiligen Abendmahl gingen 700 (740) Männer und 991 (972) Frauen.
Rundfunkprogramm
rniklwoch. 12. Januar.
6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.05: Wetter- und Schneeberichte. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 10: ' Schulfunk. Ein Volk — eine Sprache. Hörbilder um Martin Luthers Werk der neuhochdeutschen Sprachschöpfung. 10.30: Werkskonzert. 11.40: Deutsche Scholle. Bauern erzählen. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten, anschließend aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 14.10: Von Lehär bis Grothe. Meister der neuen Operette. 15: Volk und Wirtschaft. Die verbotene Mietskeigerung. 15.15: Deutschland hilft sich selbst. Wunder des Holzes. 15.35: Vom Briefmarkensammeln... 15.45: Aus Kunst und Kultur. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 20: Festkonzert zum Jahrestag der Saarabstimmung. 21: Stunde der jungen Nation. Schicksalstage an der Saar. Hörbild. 21.30: Festkonzert (gortfj. 22: Nachrichten.
Die neue Straßenverkehrs-Ordnung.
Unser Verkehrsfachmann hat das Wort.
' Polizei für die neue Straßenverkehrs-Ordnung , gerüstet. — Einheitliche Unterweisung aller
Polizei-Offiziere und -Beamten.
Wenn wir bisher bei der Besprechung der am 1. Januar 1938 in Kraft getretenen Straßenverkehrs- Ordnung nur die Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer eingehend behandelt haben, so wollen wir die Artikelserie über die Pflichten aller Volksgenossen auf der Straße nicht abschließen, ohne auch die Polizei zu Erwähnen, die über die strikte Durchführung zu wachen hat. Der Chef der Ordnungspolizei, General der Polizei Daluege, hat als zentrale Schulungsstätte für die Derkehrspolizeibeamten aus ganz Deutschland die Technische Polizeischule in Berlin geschaffen, die den diensttuenden und allen künftigen Verkehrspolizeibeamten in halbjährlichen Kursen eine gewissenhafte und alles umfassende Schulung in Derkehrsfragen angedeihen läßt. Mit dem Nachfolgenden zeigen wir den Lesern, daß sich die Exekutive gewissenhaft auf die neuen Vorschriften vorbereitet hat und daß der einzelne Beamte mit dem notwendigen Wissen ausgerüstet wurde, um schnell und sicher eingreifen zu können, um Derkehrsüder- tretungen sofort zu erkennen und zu ahnden. Unser Verkehrsfachmann hatte Gelegenheit, sich darüber eingehend mit dem Kommandeur der Technischen Polizeischule in Berlin Major Kasten zu unterhalten.
Als im Jahre 1933 durch den Führer Dje Parole zur Motorisierung Deutschlands ausgegeben wurde, faf) die Polizei die schweren Aufgaben voraus, die 'if)r durch einen immer stärker anwachsenden Verkehr entstehen würden. Deshalb wurden erst einmal alle im Verkehrsdienst tätigen Beamten für ihren verantwortungsvollen Dienst besonders geschult. Vor etwa 3 Jahren wurde dann versuchsweise die aus dem bewährten Feldjäger-Korps sich entwickelnde motorisierte Gendarmerie auf Den Landstraßen eingesetzt, die sich in kurzer Zeit so gut einarbeitete, daß man sie sehr schnell zu einer ständigen Einrichtung ausbaute. Für die Schulung dieser Männer, die auf Den Landstraßen bald beliebter Freund zahlreicher Verkehrsteilnehmer, aber auch gefürchteter Feind rücksichtsloser Fahrer geworden waren, wurde in Suhl Die motorisierte Gendarmerieschule eingerichtet, die diesen Männern in mehrmonatigen Kursen durch erfahrene Fachlehrer alles Notwendige auf kraftfahrtechnischem und' verkehrsrechtlichem Gebiet vermitteln ließ. Diese Beamten kennen nicht nur genau die Verkehrsregeln, sondern sind ebensogut bewandert im technischen Aufbau eines Wagens, vor allem in Denjenigen Teilen, Die befonDeren polizeilichen Konstruktionsvorschriften unterworfen sind.
Dem Grundgedanken Der Polizei, der die Sicherheit über alles stellt, ist auch Die Einrichtung Des VerkehrsunfallkommanDos in allen größeren StäDten nicht fremd. Diese Kommandos greifen zwar erst nach Den Unfällen ein, aber Durch genaueste Feststellungen helfen sie mit Der Erforschung Der Unfallursachen unD SchulDmomente und ihre Registrierung in genau geführten Statistiken, neue Wege in der Unfallbekämpfung zu beschreiten. Diese Beamten, Die Tag und Nacht mit ihren Spezialfahrzeugen bereit» stehen und SonDerkenntnisse in Der Ursachenfeststellung sowie in Der Herstellung von Skizzen und Pho
tos besitzen, tragen also inDirekt ebenfalls für Die Herabdrückung der Unfälle bei.
Fahrzeugabnahmebeamle werden ebenfalls geschult.
Bei Den Kontrollen Der motorisierten Gendarmerie wurden auf Der Straße vielfach Fahrzeuge angetroffen, Die mit ihrem Aufbau unD ihren Einrichtungen Durchaus nicht Den polizeilichen Vorschriften gerecht mürben, obwohl sie nachweislich erst kurz vorher polizeilich zugelassen roorDen waren. Der Che Der OrDnungspolizei, General Daluege, packte hier Das liebel gleich bei Der Wurzel an und befahl. Daß auch Die Beamten, Die bei Den Zulasfungsstellen Der ßanDratsämter ober Der Polizeipräsidien mit Der Zulassung von Kraftfahrzeugen beauftragt sind, vor Der Uebernahrne Dieser Posten erst eine Dreimonatige kraftfahrtechnische unD verkehrsrechtliche AusbilDung auf Der Technischen Polizeischule in Berlin mit Erfolg hinter sich gebracht haben müssen. Fortan hat man also Die Gewähr, Daß alle neu zugelassenen Fahrzeuge, auch Die gebrauchten, roieDer in Betrieb gesetzten, vorschriftsmäßig gebaut und ausgerüstet finD, Denn Den Beamten sinD alle Kniffe bekannt, niit Denen man Die Vorschriften zu umgehen ober zu täuschen versucht.
Polizeibeamte als Fahrkünstler. — Solomaschinen schneller und wendiger als der schwerste Wagen.
Mit Der Errichtung Der motorisierten Gendarmerie und Der Beschulung der Zulassungsbeamten war man schon einen großen Schritt weitergekommen, aber bamit war Das Verkehrsproblem in den größeren Städten noch nicht gelöst. Deshalb wurden vor etwa zwei Jahren auch in Großstädten motorisierte Bereitschaften Der Schutzvolizn zu sog. Verkehrsüberwachungsstreifen zusammengestellt, die Dann ebenfalls zu ständigen Einrichtungen wurden und auf mehr als 50 deutsche Städte ausgedehnt wurden. Für diese Verkehrsbereitschaften in der Polizei wurden selbstverständlich, wie es erst kürzlich General Daluege in einem Vortrag betonte, nur Mäner verwendet, Die schon allein fahrtechnisch weit über Dem Durchschnitt stehen. Hier konnte Die Polizei auf Die wertvolle Vorarbeit Des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps zurückgreifen, wenn die erfahrenen Straßendienstbeamten und Polizeikraftfahrer mit langer Praxis nicht ausreichten. Als Spezialbeamte auf schnellsten Solomaschinen werden auf persönliche Anweisung von General Daluege nur junge, aber erstklassige Motorradfahrer Des NSKK. genommen, bei Denen Die fahrtechnische Sicherheit von vornherein -gegeben ist. Diese Männer erhalten Die notwendige polizeiliche Ausbildung und auf der technischen Polizeischule in Berlin noch eine zusätzliche Ausbildung im Kraftradfahren bei stärkstem Stadtverkehr; sie find also nicht mir Fahrkünstler, Die ihr Rad auch bei Höchstgeschwindigkeiten meisterhaft durch den dichtesten Verkehr .steuern können, sondern auch so wendig, daß von ihnen selbst Der schnellste Wagen eingeholt und gestellt werden kann, wenn der. Fahrer sich verkehrswidrig benommen hat. In Berlin werden demnächst 150 Polizeimänner auf Solomaschinen Den Verkehr zusätzlich überwachen und sie werden überall da auftauchen, wo Schwierigkeiten im Verkehr entstehen
ober wo Der Verkehr durch schlechte Fahrdisziplin ich nicht reibungslos abwickeln kann.
kein polizeioffizier ohne Führerschein. — Einheitliche Auslegung Der Verordnung.
Den Verkehrsoffizieren aller größeren Städte wurden bereits im Oktober von den Verkehrsreferenten des Reichsführers und Chef der deutschen Polizei sowie Des Verkehrsministeriums eingehende Vorträge gehalten, um auf diese Weise in ganz Deutschland Die Anwendung Der Verkehrsvorschriften nach einheitlichen Richtlinien sicherzustellen. SelbstverstänDlich werden auch die Polizeioffiziers- Anwärter auf die Verkehrsvorschriften eingehend geschult, und heute wird keiner Offizier, wenn er nicht vorher den Führerschein erlangt hat. Auch Die älteren Offiziere haben Den Führerschein erwerben müssen.
Die Verkehrsbeamten im Straßendienst werden allwöchentlich von Den Verkehrsoffizieren unterrichtet, und Die Reviervorfteher müssen Dafür sorgen, daß ihre Beamten mit Den neuen Vorschriften
vertraut sind. Dadurch ist erreicht worden, Daß jedes. Polizeibeamte, ob im Straßen- oder Revierdienst, über Die neuen Bestimmungen genau so Denkt wie die Männer in Den Ministerien, die sie ausgearbeitet haben. Darüber hinaus erhält jeder Polizeibeamte eine „Dienstanweisung zur Durchführung der Verkehrsvorschriften über den Straßenverkehr , die ihm Die Anwendung der neuen Vorschriften wesentlich erleichtern dürfte.
Die Polizei hat, wie aus dem eben Geschilderten zu ersehen ist, nicht geruht, sie hat die Dinge nicht an sich herankommen lassen, sondern hat rastlos beste Vorarbeit geleistet, um ihren Beamten Das Rüstzeug an die Hand zu geben, schnell, sicher und gericht die jeweilige Derkeyrslage und die lieber» tretungen zu beurteilen. Wenn ein Verkehrspolizeibeamter heute seine Pflicht tut und einareift, Dann mögen alle Verkehrsteilnehmer Die Gewißheit haben, daß Die Männer Der Polizei ein sicheres Urteil ad- geben können, weil ihre Schulung so gewissenhaft durchgeführt wird, daß sie nicht nur gut fahren, sondern vielleicht sogar Fahrlehrer sein könnten.
Wirtschaft.
Rhein-Mainische Börse.
Vlittagsbörse: Spezialwerte fest.
Frankfurt a. M., 10. Jan. Die Börse hatte am Aktienmarkt einen zögernden und ruhigen Wochenbeginn. Die Kauflust Des Publikums ist schwächer geworden, doch handelte es sich bei Den weiteren Anschaffungen um echte Anlagekäufe. Trotz uneinheitlicher Kursgestaltung blieb Die Grund- tenDenz fest, wie auch Erhöhungen von Durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. in der Mehrzahl waren. Weiterhin anregend wirkt das bisher .günftige Zeichnungsergebnis auf die Reichsanleihe. Das Geschäft beschränkte sich in Der Hauptsache auf einige Spezialbewegungen, wobei besonders sogenannte schwere Werte in den Vordergrund traten, offenbar unter dem Eindruck Der schwachen Haltung Der Sperrmark. Sehr fest lagen Siemens mit 210 bis 211 (209), Schuckert mit 178,65 bis 179,75 (177,50), außerdem stiegen Bemberg auf 147 (145), Gebr. Junghans auf 129,50 (127) und Rheinmetall-Borfig auf 148,65 (147,50). Montanwerke lagen zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. höher, schwächer jedoch Rheinstahl mit 149 (150,50), auch Verein. Stahl 0,25 v. H. leichter mit 115,50. IG. Farben setzten 0,25 v. H. niedriger mit 164,50 ein, waren aber später 0,50 v. H. höher gefragt. Im einzelnen notierten Geffürel 0,50 v. H., Adlerwerke Kleyer 0,50 v. H., Daimler nach unverändertem Beginn 0,75 o. H. höher, Dagegen Rütgerswerke 0,65 v. H. und WeDeutsche Kaufhof 0,13 v.H. niedriger.
Am Rentenmarkt hielt Die Nachfrage an. Reichsaltbesitz gewannen 0,13 v. H. auf 130,40 und Kommunal-llmschuldung erhöhten sich bei lebhafteren Umsätzen auf 95,05 bis 95,10 (95). Leicht rückläufig waren Reichsbahn-BA. mit 129,50 (129,90). Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen blieben bei anhaltender Nachfrage unverändert, Liquidationspfandbriefe zogen teilweise 0,13 v. H. an. Von Stadtanleihen befestigten sich 4,50 (ehemals 7 v. H.) Frankfurter auf 99,25 (98,90), 4,50 v. H. Mainzer auf 98,65 (98,50) und 4,50 v. H. Heidelberg auf 98,25 (98,13). Staatspapiere wiesen kaum Abweichungen auf. "
AbenDbörse still.
An der AbenDbörse konnte sich infolge Des kleinen Ordereinganges nur mäßiges Geschäft entfalten. Die Grundtendenz war jedoch weiter freundlich unD Die Kurse lagen ebenfalls meist gut behauptet. Vereinzelte Abweichungen betrugen kaum mehr als 0,25 bis 0,50 v. H. Weiter ^est lagen aber,ScheiDeanstalt mit 255 (253), ferner erhöhten, sich Bank für Brau- industrie auf Den Berliner Stand von 135 (133). Die Mehrzahl Der Notierungen lauteten wohl nominell, auf dieser Basis zeigte sich aber zumeist Nachfrage. Von Montanwerten notierten Buderus mit 126,25, Verein. Stähl mit 115,65, Rheinstahl 0,50
v. H. leichter mit 149, Deutsche Erdöl 145,75. Am Elektromarkt zogen AEG. 0,25 v. H. an auf 123,75, während Betula mit 166, Gesfürel mit 150,50, Licht und Kraft mit 146,50 unverändert lagen und Schuckert 0,25 v. H. abbrocfleten auf 179,50. IG. Farben lagen mit 163,75 behauptet, ebenso u. a. BMW. mit 153, Holzmann mit 157,50, Goldschmidt mit 144,13, VDM. mit 172,50, Bemberg mit 146,50, Adlerwerke mit 113,40. Geringe Abweichungen zeigten noch Rheinmetall mit 148 (148,65), Rütgerswerke mit 153 (153,40), Westdeutsche Kaufhof mit 61,75 (62), andererseits MAN. mit 133,50 (133), Conti-Gummi mit 191,75 (191,25). Großbankaktien 'blieben unverändert. Am Rentenmarkt hatten Korn« munal-Umschulduna einigen Umsatz mit 95,15 und 95,20. Notiert wurden 4,50 v. H. Krupp mit unverändert 100 und Schutzgebiets-Certif. mit unverändert 11,75.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 10. Jan. Die Umsätze am Getreidemarkt waren in Brotgetreide belanglos, Da die Zufuhren meist unmittelbar an Die Mühlen gehen. Weitere Anträge auf Zuweisung von Weizen und Roggen durch die Reichsstelle wurden gestellt. Brauaerste konnte mangels Bezugsscheinen nicht umgesetzt werden. Die Entspannung am Mehlmarkt hält an, da Die Verarbeiter über Vorräte verfügen. Die größeren Mühlen haben Die Bestätigung für die Februar-Lieferung herausgegeben. Rvggenmehl hat sehr kleines Geschäft, man erwartet mit Der wieder beginnenden Schiffahrt Neuzugänge. Die Futtermittelversorgung ist im Rahmen der Zuteilungen befriedigend. Der Bedarf an Rauhfutter muß wie bisher teilweise anderwärts gedeckt werden. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 221, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 193, R 15 196, R 18 200, R 19 202 Großhandelspreise der Mühlen Der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 29,30, W 16 29,40, W 19 29,40, W 20 29,75, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber getr. 14,00 Höchstpreise ab Erzeugerstatton.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 11. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1250 Kälber, 240 Schafe, 3600 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Lämmer und Hämmel 33 bis 46, Schafe 16 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber unD Schweine zu- geteilt, Hämmel unD Schafe langsam.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt oeschlosienen DtvidenDe an. ReichsbankDiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H.
Frankfurt tu M.
Berlin
Schluß- kurs
Schlußk. Abend- börse
Schluß- kurs
Schlußk Mittagbörse
Darum
8.1.
10.1.
8.1
19.1.
5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927
101,65
101,7
101,6
101,7
4% Deutsche Rcichsanl. von 193-1 iy2% Deutsche Reichsschatzanwei-
99,3
99,3
99,3
99,3
sungen von 1935 . ..........
iy»% Deutsche Reichsschatzanwei-
jungen von 1935, II. Folge ... iy2°'n Deutsche Reichsschatzanwei-
99,6
99,6
99,6
99,6
sungen von 1936, III. Folge ..
99
99
—-
—
5y*% Doung Anleihe von 1930 ..
107
106,65
106,25
106,25
4yt% Hexische Bolksstaat von 1929 4*4% Deutsche Reichspostschatz von
100,15,
100,25
—
100,4
1934 I......................
4y2% Deutsche Reichsbahnschatz
100,5
100,3
100,5
100,5
von 1936 L .................
99,85
99,8
99,8
99,8
Reichsanleihe-AI tbesttz..........
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
130,25
130,2
130,25
130
Auslos.-Rechten..............
4%% Hess. L andesbk. Darmstadl
138,5
138,5
—
137,5
Goldpse. R. 12..............
534% Hess. Landes-Hyp.-Bank
100
100
100
100
ßiqiL Goldpse...............
4y2% Preuß." Landespfdbr.-Anst.
101,75
101,9
—
—
Goldpfe. R. 19..............
100
100
100
100
4*4% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4*4% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................
Deutsche Konim.-Sammel-Anleihe
99,25
99,25
99,25
—
99
99
—
—
Auslos.-Rechte l..............
135,75
135,75
135,5
135,5
4y2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4*4% Franks. Hyp. Gold-Komm.
100
100
100
100
Obl. 2 3.................
5 */a% Franks Hyp. Liauidatton
99,25
99,25
—
—
Goldpse.....................
6*/2% Rheinische Hyp. Liquidation
102
102,13
—
—
Goldpse.....................
102,13
102,25
102
102,25
Steuergutschein-Berrechnungskurs
111,35
111,35
111,5
—
A G. tür Verkehrswesen .... 6ft
134,9
134,75
134,75
135
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
—
——
—
127,5
Hamburg-Am.-rika Paket......0
83
82,5
83,25
83,5
Norddeutscher Lloyd..........0
84,9
85,4
85
85
Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7
129,9
129,5
129,65
129,65
Reichsbank................. 12
210,5
212
210
212
Berliner Hontelsgesellschaft . 6%
——
—
135,25
135,5
Commerz- und Privat-Bauk ... 5
120
120,25
120
120,25
Deutsche Diskonto.......... 5
127,25
127,5
127,25
127,5
Dresdner Bart..............4
114
114
114
114
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß- kurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Mittvg. börse
Saturn
8-1.
10.1.
8-1.
10.1-
Accumulatoren-Fabrik......
. 14
—
—
—
—
Aschaffenburg Zellstoff......
.. 6
144
144
144
144
Bemberg.................
.. 0
145
146,5
145
146,5
Bekula...................
.. 8
166
166
166
165,75
Buderus Eilen.............
.. 6
126
126,25
126,25
126,5
Zement Heidelberg.........
.. 7
169,25
169,25
—
—•
Lemeni Karlstadt..........
.. 6
——
—
—
——
Conti Gummi.............
. 12
191,5
191,75
191,5
191,5
Daimler Motoren..........
6 yt
141,75
143
142,25
142,9
Dessauer Gas.............
.. 4
—
——
120,5
120,9
Deutsche Erdöl............
.. 5
14Q
145,75
145,4
146
Deutsche Gold- und Silber ..
.. 9
260
255
—
—
Deutsche Linoleum.........
. 10
166,5
168
167
168,5
Elektrische Lieferungen......
.. 6
132
132,5
133
132,25
Aektrische Licht und Kraft...
.. 7
146
146,5
146
146,5
I. G. Farben-Jndustrie .....
.. 7
164,75
163,75
164,65
164
Felten & Guilleaume.......
.. 6
135,75
137,25
136,25
137,25
Gesfürel..................
.. 7
150
150,5
150
150,5
Th. Goldschmidt...........
.. 6
142
144,13
142,9
144,25
Gritzner Maschinen.........
.. O
51
52
51
51,75
Harvener.................
8'4
176,5
175
176,5
175,25
Hoesch Eisen...............
3*4
117,5
118
117,9
117,5
Philipp Holzmann.........
.. 8
158,5
157,5
158
157,5
Ilie Bergbau..............
.. 6
—
—
165,75
169,75
Ilse Genüsse..............
.. 6
—
136
136,5
135,9
Kall Aschersleben..........
.. 4
114
114,25
114
114,13
Klöcknermerke .............
414
121,25
121,65
120,5
121,25
Kolswerke und Chemische Fabrik 7
—
——
160,13
159,9
Lahmeyer................
.. 6
—
—
123
Mainkrast.................
.. 4
96
96
—
——
Mannesmann.............
4 y,
118
118,25
118
118,13
Mansfelder Bergbau.......
.. 7
159,5
159,5
159,75
159,75
Metallgesellschaft...........
.. 6
147
147
146,25
Orenstein & Koppel........
.. 0
—
113
112,5
Rheinische Braunkohle......
. 12
232
——
231,75
232
Rheinische Elektro..........
.. 6
—
129,75
129,75
Nheinstahlwerke............
.. 6
150.5
149
150,5
149,5
Rheinisch-Westfälische Elektro
.. K
132,25
128
132,4
127,75
Rütgerswerke .....t.......
.. 7
154
153
153,9
153,5
Salzdetfurth Kalt..........
.. 6
176
176
176
176
Schuckert L Co.............
.. 7
177,5
179,5
178,5
180
Schultheis Patzcnhofer......
.. 4
100,9
102,13
Siemens & Halske .........
.. 8
—
211
207,75
212
Süddeutsche Zucker.........
. 10
—
217
217,5
217
Bereinigte Stahlwerke......
4*4
115,75
115,65
115,5
115,75
Westdeutsche Kaufhof.......
.. 0
62,13
61,75
62
61,9
Westeregeln Alkali..........
.. 4
113,65
i 14
114
114,5
Zellstoss Waldhof..........
.. 6
155
155,5
155,25
154,25
Olavi Minen..............
0,6
31
31,5
31,13
31,4
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL
-
8 .Januar
10-Januar
•
8 .Januar
10-Jaunar
Anitlnch Roiierung
Amrnche Rotte rung
Amtliche Rvtierung
Alluüche»4lonerung
Geir
Bnei
Geir
Briei
Geld
Briei
Geld
Bries
Buenos Aires.............
0,726
0,730
0,726
0,730
Japan....................
0,723
0,725
0,723
0,725
Brüssel...................
42,11
42,19
42,12
42,20
Jugoslawien ..............
5,694
5,706
5,694
5,706
Rio de Janeiro............
0,133
0,135
0,133
0,135
Oslo.................
62,35
62,47
62,35
62,47
Loten....................
47,00
47,10
47,00
47,10
Wien.....................
48,95
49,05
48,95
49,05
Kopenhagen...............
55,38
55,50
55,38
55,50
Lissabon..................
11,27
11,29
11,27
11,29
Danzig...................
47,00
47,10
47,00
47,10
Stockholm ...............
63,94
64,06
63,94
64,06
London...................
12,405
12,435
12,405
12,435
Schweiz..................
57.44
57,56
57,41
57,53
Helsingfor»................
5,485
5,495
5,485
5,495
Spanien..................
14,49
14,51
14.49
14.51
Baris....................
8,417
8,433
8,412
8,428
Prag.....................
8,706
8,724
8,70!
8,719
Holland ..................
138,13
138,41
138,14
138,42
Budapest.................
Italien ••••••• •••••»•«•,«•
13,09
13,11
13,09
13,11
älcuijod
2,481
2,485
9,480
2,481


