Ausgabe 
10.6.1938
 
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Wie sieht es in derWirtschaffaus?

Auf der Arbeitstagung des Fachamtes Textil der Deutschen Arbeitsfront und der Wirtfchaftsgruppe Textilindustrie wurde eine Bilanz gezogen, die sich sehen lassen kann. Die Referate stimmen darüber überein, daß die Textilindustrie über den chwierigsten Punkt, nämlich der Rohstoffver - orgung, hinweggekommen sei. Durch den Bier- ahresplan sei es bereits jetzt gelungen, nicht nur die Versorgung mit Rohstoffen sicherzustellen, sondern darüber hinaus trotz der ansteigenden Produktion, Rohstoffe für andere Aufgaben freizumachen. Schon Ende dieses Jahres wurden 200 000 Kilogramm Kunstseide monatlich für die Reifenoerarbeitung zur Verfügung gestellt, die Eigenerzeugung von Spinn­stoffen machte weitere Fortschritte und besonders von der, jetzt auf dem Markte neu erscheinenden Hanfflocke" verspricht man sich große Erfolge und damit die Ausfüllung einer erheblichen Lücke in der Rohstoffwirtschaft. Die Hanfflocke ist qualitativ hervorragend, sie wird in diesem Jahre in einer Menge von 2,5# im nächsten Jahre von mehr als 5 Millionen Kilogramm produziert werden. Eine interessante Illustration zu diesen Ausführungen bilden die Abschlüsse zweier deutscher Zellwolle- unternehmungen, der Süddeutschen in Kehl- heim und der Schlesischen in Hirschberg. Diese bei­den Fabriken zahlen schon jetzt Dividenden die eine 3, die andere 5 v. H., haben hohe Abschreibun­gen herausgewirtschaftet und daneben die bisher aufgelaufenen Verluste mit einem Schlage aus ihren Bilanzen herausbringen können. Besonders deutlich wird die rasche Erstarkung der Zellwollefabriken, wenn man sich an Hand des größten deutschen Baumwollkonzerns, der Christ ian- Dierig-AG., ein Bild vom Wandel in der Fi­nanzierung der Zellwollindustrie macht. Aus dem Geschäftsbericht ergibt sich, daß das Unternehmen auch diesmal verstanden hat, sich den veränderten Verhältnissen seines Industriezweiges auf das beste anzupassen. Die Entwicklung auf dem Weltmarkt beispielsweise war 1937 durch stärkste Preisschwan­kungen der Baumwolle gekennzeichnet, die in der zweiten Jahreshälfte ihren niedrigsten Preisstand seit 100 Jahren erlebte! Man entsinnt sich, daß der Aufbau der Zellwollefabriken durch die Textilindu­strie selber finanziert worden war, die die Aktien­kapitalien einzahlte, zum anderen aber auch durch gut verbürgte Bankkredite. Die Schlesische Zellwolle beispielsweise hatte bei fünf Millionen Aktienkapital von den Banken sechs Millionen Kredite erhalten. Run erfährt man aus dem Dierig-Bericht, daß unter Führung dieses Unternehmens ein Konsor­tium gebildet ist, das der Zellwolle als Darlehen einen Betrag zur Deckung der Bankschul­den zur Verfügung stellt. Das ist also in anderer Art eineReprivatisierung", und überdies für die Zellwylle und ihre finanzielle Tragfähigkeit ein er- neuter Beweis.

Ein lehrreiches Beispiel dafür, zu welchen unge­wöhnlichen Ziffernverhältnissen der hohe Beschäfti- aungsstand der verarbeitenden Industrien geführt hat, liefert der neueste Bericht der sog.Deschimag", die Deutsche Schiffs- und Maschinen­bau - A G. in B r e men , die im vorigen Jahr re­privatisiert wurde. Ihr Geschäftsumfang im Schiffs­und Maschinenbau ist derart gewachsen, daß einer- seits Bilanzziffern ausgewiesen werden, die in einem ungewöhnlichen Verhältnis zu den eigenen Mitteln der Firma stehen, zum mindesten ungewöhnlich im Verhältnis zum eigenen Kapital, das freilich seiner­seits gemessen am Geschäftsempfang sehr schmal ist. Die Deschimag arbeitet mit 6 Millionen Aktienkapital aber mit 170 Millionen Bilanzsumme, das Unter­nehmen hat an die 40 Millionen Mark in Löhnen, Gehältern, Sozialaufwendungen usw. geleistet und etwa 4% Millionen Steuern gezahlt und das alles bei 6 Millionen Aktienkapital.

In Oesterreich sind im Vorjahre 64 000 Hektar m i t Mais bestellt worden, im übrigen Deutschland waren es 1933 nur 2500 Hektar, aber die Einführung eines kurzlebigen akklimatisierten Saatgutes hat be­reits im übrigen Jahre zur Bestellung von 50 000 Hektar mit Mais aeführt. Der Mais, sonst eine Kör­nerfrucht, die nur His zur Grenze des Weinbaues ge­deiht, ist durch diese Akklimatisierung auch in Nord­deutschland ertragreich geworden. Sein Anbau soll in diesem Jahre so gefördert werden, daß im Altreich mit einer Ernte von ungefähr 100 000 Hektar, die Körnermais tragen, gerechnet werden kann. Der Hektarertrag des Mais liegt bei 33 Doppelzentner in Deutschland, er ist also doppelt so hoch wie der von Ackerbohnen oder Winterroggen. Zudem hat der An­bau von Mais den Vorteil, daß er betriebswirtschaft­lich die Arbeit verteilen hilft, denn seine Aussaat wird erst spät vorgenommen, und die Entkörnung ist eine Arbeit, die sich auf den ganzen Winter vertei­len läßt.

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Die polnische Wirtschaftslage hat eine Abschwächung erfahren. Nach dem Institut für Kon­junktur- und Preisforschung war der Inder der In­dustrieproduktion, der 1928 100 war, im März 1938 gleich 95,1, im April nur 92,4, und zwar erstreckt sich der Rückgang, auf alle Gebiete, auf Eisen, Zink, Aolz, sowie auf die Textilindustrie, dagegen mar die Lage besser im Kohlenbergbau und in der Mineral­industrie. Auch die Ausfuhr in diesen Sparten ging Zurück. Man berät in Polen über Vorschläge, dieser Entwicklung Einhalt zu tun, die allerdings noch keine feste Gestalt gewonnen haben, zumal sie von zu vielen, u. a. auch innerpolitischen Voraussetzun­gen abhängig sind. Man erstrebt eine Verringerung der Selbstkosten, um im Auslande wettbewerbs­fähiger zu sein, will ferner die Preise für Textil­waren sowie zur Entlastung der Landwirtschaft die Preise der Mineraldünger senken, aber vielfach wer­den hierdurch die Steueraufkommen berührt, die zu­rückgehen, wenn kein entsprechender Mehrverbrauch gesichert ist.

Auf den Weltroh st offmärkten trat beson­ders auf den Getreidemärkten ein Umschwung ein. Die Preise stiegen an, da die l_18^-Weizenanbau- fläche in den nächsten Jahren um ein Drittel weniger betragen wird, als in diesem Jahr. Immerhin ist diese Steigerung wohl rein spekulativer Natur. Auch auf dem Metallmarkt herrschte eine stetigere Haltung, bcßjeßen war die Haltung der Textilmärkte unein­heitlich. Auch für Kolonialwaren wurden festere Preise bewilligt, dagegen zogen auf dem Del« und Fettmarkt Leinsaat und Kopra nur wenig an, wäh­rend der Buttermarkt weiter unter Baisse stand und die Kopenhagener Notierungen sich weiter abschwäch­ten.

Das Kulturlager der HZ.

Weimar, 9. Juni. (DNB.) Der erste Tag im Arbeitslager des Kultur- und Rundfunkamtes der Reichsjug'endführung in Weimar brachte erstrangige

Heuer Höhenrekord desGroßen Mauer".

M't 10000 Kilogramm Nutzlast in 7242 Meter Höhe.

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Nachdem die deutsche Luftfahrt erst in den Pfingsttagen mit ihren beiden Rekordflügen dem Geschwindigkeitsrekord des He in k e l - Flugzeuges unter Führung von Ge­neralmajor Übet und dem Höhenrekord des Jun­ker s f l u g z e u g e s mit der Besatzung KIn­der rn a n n , Wendel, Hotopf die Welt überrascht hat, konnte sie am Mittwoch bereits einen weiteren Erfolg verbuchen. Das gleiche Flug­zeug, das vergangene Woche mit 5000 Kilogramm Nutzlast eine Rekordhöhe von 9312 Meter erreichen konnte, ein oiermotpriges Junkersflugzeug vom TypDer Große Dessauer", stellte am Mitt­woch mit 10000 Kilogramm Nutzlast einen neuen Höhenrekord von 7242 Meter auf. Auch dieser Rekord befand sich bisher in ausländischem Besitz.

Am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr war das mit vier Daimler-Benz-Motoren ausgerüstete Junkers- Flugzeug mit der Besatzung Flugzeugkapitän Kindermann und Diplomingenieur Hotopf vom Werkplatz der Junkerswerke in Dessau zu einem Rekordflug gestartet. Die nach den bestehen­den internationalen Vorschriften oorgenommene Auswertung der Barographen, die gestern nach­mittag abgeschlossen wurde, ergab eine Höhe von 7242 Meter, welche die Maschine mit einer plom­bierten Nutzlast von 10 000 Kilogramm erflogen hatte. Auch dieser Rekordflug stand unter der amt­lichen Kontrolle von Luftfahrzeugen und wurde durch den Aeroklub von Deutschland und der FAJ. zur offiziellen Anerkennung angemeldet. Flugzeug­motoren und nicht zuletzt die Besatzungen haben durch diesen Rekordflug erneut die Leistungsfähig­keit der deutschen Luftfahrt unter Beweis gestellt.

Unser Bild zeigt oben das FlugzeugDer große Dessauer", unten die Besatzung des Rekordflug­zeugs Kindermann, Wendel und Hotopf. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Wie fliegtman Seschwindigkeitsrekord?

Rekordleistungen aller Art bedürfen, wenn sie international anerkannt werden sollen, selbstver­ständlich genaue ft er Kontrolle. Das ift auch mit gewohnter Sorgfalt bei dem neuen Schnelligkeitsrekord geschehen, den Generalmajor Übet am Pfingstsonntag von dem Flugplatz der Heinkel-Werke bei Rostock aus mit einem Jagd­einsitzer aufgestellt hat. Es wird eine genau a b - gemessene Strecke abgeflogen, die in diesem Fall 50 Kilometer beträgt und einmal h i n und einmal her zurückzulegen ist. Die Wendemarke wird durch Rauchbomben für den Flieger kenntlich gemacht. Beobachtet und kontrolliert wird der Flug von amtlichen fachmännischen Zeugen und Meßtrupps. Generalmajor Udet hat sich nach seiner Rückkehr auf den Flugplatz dahin ausgesprochen, daß er wahrscheinlich eine noch höhere G e - schwindigkeit herausgeholt hätte, wenn er die 100 Kilometer in einer Graden hätte flie­gen können. Es ist klar, daß das Wenden an der Marke einen Zeitverlust mit sich bringt, da ja ein Halbkreis geflogen werden muß. Der Rekordflug erfolgte in etwa 4000 Meter Höhe, was naturge­mäß beste Sicht für die amtlichen Zeugen und die Meßtrupps voraussetzt. Es ist angesichts der enor­men Geschwindigkeit der neuen Heinkel-Maschine begreiflich, wenn der ganze Rekordflug noch nicht einmal volle fünf Minuten beanspruchte.

erklären. Wir freuen uns, erklärte Staatsekretär Reiner, daß unser Gau heute an der Spitze des EHW. steht; wir werden diese Position auch weiter sichern. Im Gau Hessen-Nassau liegen heute 4500 Schweine in Mast gegen 650 im vergangenen Jahre. Wir haben heute 52 eigene Mästereien auf­zuweisen, am Ende des Jahres werden es 60 sein. 18 000 Quadratmeter Bodenfläche sind mit Mäste­reien bebaut, pro Tag werden 60 000 Kilogramm Abfälle verfüttert, die eine zusätzliche Erzeugung von 2500 Kilogramm Fleisch pro Tag ergeben. Bei restloser Erfassung aller Küchenabfälle im ganzen Gau dürfe mit einer zusätzlichen Mast von 25 000 Schweinen gerechnet werden. Die gesammelten Ab­fälle würden einer Anbaufläche von 2399 Hektar entsprechen, also dem Grund und Boden von 320 Erbhöfen von je 30 Morgen Größe. In seinen wei­teren Ausführungen behandelte Staatssekretär Rei­ner die Befruchtung anderer Wirtschaftszweige durch das EHW. durch Stallbauten, Schaffung von Ge­räten, Futterbereitungsanlagen, Sammeleimern usw. Der Gau Hessen-Nassau werde bei dem heute Erreichten nicht stehenbleiben. Das Ziel sei die rest­lose Verwertung aller Abfälle.

Hauptabteilungsleiter Werdelmann eröffnete dann die internen Beratungen, die durch Lichtbilder er­gänzt und mit einem Gedankenaustausch über die Erfahrungen in den einzelnen deutschen (Bauen fort­gesetzt werden. Der Freitag ist der Besichtigung zahl­reicher Mästereien in unserem (Bau gewidmet.

Die S.ReichSiaglmg des Ernährungshilssiverks

Das EHW. im Gau Hessen-Nassau vorbildlich für das ganze Reich.

Lpd. Darmstadt, 9. Juni. In diesen Tagen haben sich in Darmstadt die Amtsleiter des Er­nährungshilfswerk aus allen deutschen (Bauen zu ihrer 5. Reichstagung versammelt, um Erfahrungen auszutauschen und Richtlinien ent­gegenzunehmen für die bevorstehende Arbeit, der totalen Erfassung der Küchenabfälle und Verwer­tung bei der zusätzlichen Schweinemast, zur Errin­gung der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes. Abteilungsleiter Werdelmann (Berlin) hieß die nahezu 100 Amtsleiter aus ganz Deutschland herz­lich willkommen. Für den am Erscheinen verhinder­ten Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, durch dessen Initiative im Gau Hessen-Nassau das EHW. in vorbildlicher Weise zunächst begonnen und als Musterorganisation anerkannt wurde, über­brachte Staatssekretär Reiner die Grüße und Wünsche. Gerade für einen Grenzgau wie Hessen- Nassau besitze das EHW. doppelte Bedeutung, zu­mal die besondere wirtschaftliche Struktur unseres Gaues den Klein- und Mittelbesitz der Landwirt­schaft in der Mehrzahl sehe, anderseits aber auch die Schäden der Kriegs-, Besatzung-- und Nach­kriegszeit noch nicht überall vollständig ausgeheilt werden konnten. 1936 wurde in Darmstadt mit dem Ernährungshilfswerk begonnen. Es wurden Stal­lungen errichtet oder umgebaut und die inzwischen gesammelten Erfahrungen konnten schnell bei der Ausdehnung des EHW. verwertet werden. Die erste große Mastanlage entstand in Darmstadt, Reichs­amtsleiter Hilgenfeld konnte sie als Musterbetrieb

Konzerte und ein kulturpolitisches Referat des Reichsintendanten des deutschen Rundfunks. Auf Frau Prof. E11y Ney, die am Vormittag vor ber begeisterten Jugend Beethoven und Mozart spielte und dazu auch sprach, folgten am Abend die Dichter F. Helke, der aus seinerPreußischen Rebellion" vortrug, und Hans Baumann. Ein Kammerkonzert Professor Hermann D i e r e r s mit seinem collegium musicum vereinigte die Sager« besatzung zu einer stimmungsvollen Feierstunde. Im Mittelpunkt des Tages stand eine Aussprache über Stand und Ziel der deutschen Rundfunk­arbeit. Reichsintendant Dr. Glasmeyer gab eine Uebersicht über die Grundlagen feiner Arbeit. Aus Kreis der jungen Kulturschaffenden kam dazu em Fülle von Fragen und Anregungen. Das Pro­blem Rundfunk und Landflucht, die Forderung guter Unterhaltungsmusik feien als Beispiele ge­nannt.

Arbeitsgemeinschaft zwischen den Landesplanungsgemeinschaften Nbein-Main und Heffen-Naffau.

NSG. Die Landesplanungsgemeinschaft Rhein- Main ist zuständig für den Reichsftatthalterbezirk Hessen, die Landesplanungsgemeinschaft Hessen- Nassau für den Regierungsbezirk Wiesbaden. Im Rhein-Main Gebiet find die Interessen im preußischen Teil des Gaues mit denen im Reichs­statthalterbezirk Hessen auf vielen Gebieten gleich­laufend. Der Leiter der Reichsstelle für Raumord­nung, Reichsminister Kerrl, hat daher am 4. Aug. 1937 die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft ber Lanbesplanungsgemeinschaften Rhein-Main und Hessen-Nassau ungeordnet. Als Vorsitzender der Ar­beitsgemeinschaft wurde Gauleiter und Reichsstatt­halter Sprenger eingesetzt. Die Arbeitsgebiete

zwischen den Landesplanungsgemeinschaften und der Arbeitsgemeinschaft sind im allgemeinen aus­einandergehalten, jedoch ist der Arbeitsgemeinschaft die übergeordnete Planung (Großpla- nung) vorbehalten. Einzelheiten werden im Beneh­men mit den Planungsgemeinschaften geregelt. Die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft werden sich, um ihre Aufgabe lösen zu können, jeweils rechtzeitig mit den zuständigen Stellen der öffentlichen Ver­waltung, ber Wirtschaft usw. ins Benehmen setzen. Wie es seither im Gau Hessen-Nassau üblich war, wird wohl die Wichtigkeit der Arbeit dieser Arbeits­gemeinschaft von allen Stellen erkannt, geroürO'.gt und die Arbeitsgemeinschaft in jeder Weise unter­stützt. Eine geordnete Planung ift die wichtigste Zelle eines organischen Wirtschaftsaufbaues.

Diplomaten beim Führer.

Die neuen Gesandten

von Guatemala und der Schweiz.

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing unter dem üblichen Zeremoniell imHause des Reichspräsidenten" die neuernannten Gesandten von Guatemala und der Schweiz zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungs­schreiben. Der Gesandte von Guatemala, Dr. Man­rique Rios wies auf die kulturellen und wirt­schaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern hin. Der Führer und Reichskanzler gab seiner Ge­nugtuung darüber Ausdruck, daß der neue Ge­sandte diese bestehenden guten Beziehungen fördern wolle und sagte ihm hierbei die Unterstützung des Reiches zu. Der neue schweizerische Gesandte, Dr. Frölich er, wies in seiner Ansprache auf die jahrhundertealte, nie getrübte Freundschaft der beiden sprach- und kulturoerwandten Länder, eben­so auf die allgemein anerkannte Neutralität ber Schweiz hin. Er versprach, diese Freundschaft zu pflegen und das Verständnis dafür auch weiterhin im ganzen Schweizer Volk zu vertiefen. Der Füh­rer und Reichskanzler hob hervor, daß das Deutsche Reich in gleicher Weise wie die Schweiz diesen freundnachbarlichen Beziehungen bas größte Ge- wicht beimißt, und wies auf die hohe Bebeutung hin, die der überlieferten Neutralitätspolitik der Schweiz im Leben der Völker Europas und als wichtiges Element des Weltfriedens zukommt. Nach den Empfängen verbrachte ber Führer mit jebem Gesanbten eine Zeitlang in freundlicher Un­terhaltung und schritt nach der Abfahrt der Diplomaten die im Ehrenhof desHauses des Reichspräsidenten" aufgestellte Ehrenwache ab, wo­bei er von den zahlreichen Zuschauern in der Wil- helmftraße mit stürmischen Heill-Rufen begrüßt wurde.

Schlesiens Ehrenmal.

Waldenburg, 10. Juni. (DNB.) Der (Bautag der Bewegung in Schlesien wurde mit der Weihe des Ehrenmales für die 177 000 im Weltkriege ge­fallenen Schlesier, für die 23 schlesischen Blutzeugen der Freiheitsbewegung und für die Opfer der Ar­beit in Schlesien auf dem Postberg bei Wal­denburg eröffnet. Der Vorsitzende des Volksbun­des deutscher Kriegsgräberfürsorge, Dr. Eulen, übergab dem (Bauleiter und Dberpräfibenten von Schlesien, Wagner, bas Ehrenmal. In dem Kreis der Mahnmale, der daheim und jenseits unserer Grenzen Deutschland verkündet, hat dieses Walden­burger Ehrenmal, so sagte er, eine einmalige Be­deutung. Es sind alle der gleichen Ehre wert, die sich für die Gesamtheit ihres Volkes opferten. Was dcr Soldat des Krieges und der Soldat des Führers längst wußten, nun weiß es auch der Soldat der Arbeit, daß der Ewigkeitswert des Opfers für die Allgemeinheit das Höchste ist, was der einzelne geben kann. Dann weihte ber (Bauleiter das Ehrenmal,den Toten zum Gedächt­nis, den Lebenden zur Mahnung und der Jugend zum leuchtenden Vorbild". In Begleitung des Ge­neralleutnants Koch (Oppeln), in Vertretung des Kommandierenden Generals, sämtlicher Führer der Gliederungen der Bewegung und Dr. Eulens legte er im Inneren des Ehrenmals einen Kranz nieder. Eine Eingabe des Bundes der polen

in Deutschland.

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der Bund der Polen in Deutschland hat an den Reichsinnen­minister eine Eingabe gerichtet, in der eine Reihe von Wünschen der polnischen Volksgruppe im Reich vorgetragen wird. Die einzelnen Wünsche des Polenbundes, die sich auf die allgemeine wirtschaftliche und kulturelle Betä­tigung beziehen, werden gegenwärtig von den zuständigen Stellen einer eingehenden Prüfung un­terzogen. Wie die Eingabe selbst feststellt, ist ein Hauptwunsch ber polnischen Polksgruppe, die Er­richtung eines polnischen Realgym­nasiums in Marienwerder, seit einem halben Jahre erfüllt. Die Schule befindet sich in ungestörter Fortentwicklung, was sich auch in einer namhaften Steigerung der Schüler­zahl auswirkt. Hinsichtlich der übrigen Schul­wünsche finben seit längerer Zeit Besprechungen mit bem Bund ber Polen statt. Im übrigen kann schon jetzt bemerkt werben, daß die polnische Volks­gruppe an dem wirtschaftlichen Aufstieg des Deutschen Reiches, der sich vor allem in der Beseitigung der Arbeitslosigkeit äußert, in vol­lem Umfange teilnimmt.

Arbeitsgemeinschaft für Wohnungs­wesen bei der Neichsarbeitskammer.

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Reichsorganisations­leiter Dr. Ley gibt bekannt: Die Bildung einer wirklichen Volks- und Leistungsgemeinschaft ver­langt, daß die Betreuung des deutschen schaf­fenden Menschen nicht nur an der Arbeitsstätte und in der Freizeit, sondern schon am Beginn einer Volks- und Leistungsgemeinschaft einsetzt: b e i seinem Leben in der Wohnung. In­folge dieser hervorragenden politischen Bedeutung der Wohnung kann die Ordnung des Wohnungs­wesens nicht einzelnen Interessengruppen überlassen werden. Ich habe deshalb die Bildung der Ar­beitsgemeinschaft für Wohnungswe­sen bei den Arbeitskammern veranlaßt. Wegen ber Bebeutung, bie ber Lösung ber Wohnungsfrage für die beste Sozial- unb Gemeinschaftsorbnung zu­kommt, habe ich bie Arbeitsgemeinschaft für Woh­nungswesen in ber Reichsarbeitskammer verankert. Das Ziel ist bie Haus- unb Wohnungs­gemeinschaft neben ber Betriebsgemeinschaft als Garant für die Verwirklichung ber Leistungs­und Volksgemeinschaft.

3n einem Kommentar der DAF., Amt Soziale Selbstoerantwortung, wird dazu erläuternd u. a. ausgeführt: Unmöglich kann es ein Nebeneinandey.