Ausgabe 
10.6.1938
 
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Nr. 133 Erstes Blatt

188. Zahrgang

Freitag, 10. Zuni 1938

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Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Oie Ltnierfiützung -er Spanien-Bolschewisten hält an

Aufschlußreiche Klarstellungen der italienischen presse.

Der Sfadtpsarrer von Aosenberg

In der Pfarrkirche von St. Onürej, in der von Deutschen gegründeten Stadt Rosenberg, die die Slowaken Ruzomberok nennen, verklingt leise die Orgel. Kurz darauf durchschreitet den Seiten­gang eine hohe Greisengestalt. Schneeweißes Haar üller einer mächtigen Stirn, eine scharfe, leicht ge­bogene Nase, ein eingezogener energischer Mund, strahlend blaue Augen. Das ist der Stadtpfarrer von Rosenberg^ Pater Andreas Hlinka, päpstlicher Protonotar und Monsignore. Es dauert lange, bis er die kurze Strecke zu seiner Wohnung zurücklegt. Das liegt freilich nicht an seinen 73 Jahren. Von denen merkt man nichts. Straff und rüstig schreitet er dahin. Aber die Slowaken, das Volk der Kleinbauern und Hirten, drängen sich um den allverehrten Führer, küssen ihm die Hände nach dortiger Sitte und haben unzählige persönliche An­liegen an ihn. Niemand wird abgewiesen. Und zu­weilen greift die Hand des rüstigen Greises unter die Soutane, entnimmt dem Portemonnaie ein Geldstück und drückt es in die verarbeitete Hand einer armen Frau.

Der Führer der Slowaken, der jetzt in Preßburg den Pittsburger Vertrag in feierlicher Form zurHeiligen Schrift der Slowaken" erklärt und der tschechischen Regierung erneut bedingungs­losen Kampf um die Autonomie angekündich hat, ist selbst Bauernsohn. Seit mehr als 20 Jahren steht er an der Spitze des Befreiungskampfes der Slowaken, nahm alle Verfolgungen auf sich, saß in Szegedin drei Jahre lang zusammen mit dem berüchtigten Massenmörder und Tschekisten, dem 'Juden Bela Kun zusammen in einer Zelle, war gar ein halbes Jahr Insasse des Gefängnisses der­selben Stadt, deren Pfarrer er heute noch ist, wurde 1919 bei den Friedensoerhandlungen in Paris als Führer der slowakischen Delegation auf direktes Betreiben Dr. Beneschs ausgewiesen und gibt seit­dem keine Ruhe mehr.

Freilich hat er den Tschechen das Leben nicht immer so schwer gemacht wie heute. 1919/20 stellte er seine Partei als Hilfstruppe für die Tschechen­regierung zur Verfügung, führte sie dann in die schärfste Opposition und tritt 1927 wieder in die Regierungskoalition ein:Wir gehen in die Regie­rung, um den Pittsburger Vertrag im ganzen und in seinen einzelnen Teilen zu ver­teidigen". Erst im Oktober 1929, nach dem tschechi­schen Prozeß gegen seinen engsten Mitarbeiter, Professor T u k a , zerschneidet Hlinka endgültig das Tischtuch zwischen Slowaken und Tschechen. Seit­dem bekommt Prag alle Register der von Hlinka geführten slowakischen Opposition zu spüren, vom Pianissimo bis zum Fortissimo. Der sehr lebhafte, impulsive Mann, dessen Aktionen oft von Einfällen des Augenblicks bestimmt sind, bringt es gelegent­lich fertig, das höchst feierliche Programm einer tschechischen Werbeveranstaltung in Preßburg, der slowakischen Hauptstadt, durch sein bloßes Erscheinen über den Haufen zu werfen und zum peinlichen Verdruß der Prager Hradschin-Leute unter dem Jubel seiner Slowake^ ganz unprogrammäßig das Wort zu ergreifen und die ganze Angelegenheit in eine slowakische Kundgebung zu verwandeln.

Der Vatikan hat den streitbaren Pater, Führer eines durchweg katholischen Volkes, zum päpstlichen Protonotar ernannt; aber die Kurie läßt den MoOÜgnor- auch ebenso bereitwillig fallen, wenn sie sich beispielsweise Anno 35 mit Prag in aller Form wieder verträgt. Das bekümmert den Stadt­pfarrer von Rosenberg nicht allzu sehr. Alle Run­zeln des hageren Gr'eisenantlitzes schmunzeln ver­gnügt mit, wenn er etwa einem Besucher auf eine entsprechende Frage hin antwortet:Sehen Sie, das ist so: Kürzlich habe ich meinem Diözesanbischof bei seinem Besuch gesagt, hier in Rosenberg bin ich der Papst. Der'Herr Bischof hat nichts dazu geäußert, er hat nur gelächelt und mir im übrigen meine Anliegen erfüllt." Die Zeiten sind vorbei, in denen Andreas Hlinka noch halb vorsichtig, halb resigniert sich auf die Formulierung beschränkte: Prag hat das Geld und die Macht, aber wir sind im Recht". Er gibt heute nichts mehr auf Prager Reklametricks, weder auf den tschechischen Aufruf vom 10. Dezember 1918 mit der Ueberschrift:An das geliebte slowakische Volk?" noch auf den offi­ziellen Emvfangsrummel, mit dem Prag die An­kunft des Pittsburger Originals umkleidete. Seine heutige Richtschnur ist sein Wort vom 12. April dieses Jahres:Unsere Geduld ist zu Ende".

In Prag wußte man das längst, bevor dieses Wort fiel. Denn die Herren auf dem Hradschin haben dem Gegner aus dem Osten, der gerade wegen seiner Elastizität und politischen Anpassungs­fähigkeit gefährlich ist, seit 1929 schon so manches liebe Mal bald diesen, bald jenen Ministersessel an­geboten und haben der slowakischen Volkspartei verlockende Anaebote gemacht, um ihr endlich den Mund zu stopfen. Aber wenn man, wie Hlinka selbst sagt, 20 Jahre politischen Kampfes um das Recht durchaestanden hat, wenn man ferner bie robuste Täulchungsvolitik der Tschechen gegenüber Sudetendeutschen, Polen, Magyaren ebenso lange Zeit aus nächster Nähe miterlebt hat, und wenn schließlich die ganze Brüchigkeit dieses Mosaik­staates sich in dem offenen Kampf seiner einen Hälfte gegen die andere Hälfte offenbart, dann fällt man auf Prager Versprechungen nicht mehr hin­ein. Denn genau wie gegenüber den Sudetendeut­schen ist die Geschichte der tschechischen Verspre­chungen an die Slowaken vom 30. Mai 1918, dem Unterzeichnungsdatum des Pittsburger Vertrages, bis heute eine Geschichte fortgesetzt Enttäuschun­gen. Diese Geschichte wird für die Tschechen nicht etwa oünftiger dadurch, daß die N"men und das politische Ansehen ihrer prominc..testen Leute von

Rom, 9. Juni. (Europapreß.) Der von national­spanischen Flugzeugen durch Bombenabwürfe ver­ursachte und seit zwei Tagen andauernde Brand eines riesigen Treib st offlagers in Barce­lona gibt demGiornale d'Jtalia" Veranlassung zu der Festellung, damit sei der Welt ein neuer Be­weis für die Notwendigkeit der Zerstörung d e r K r i e g s m i 11 e l, die die spanischen Bolsche­wisten mit Hilfe des Auslands in sog.offenen Städten" anfjäufen, durch die nationalspa- nifchen Flugzeuge gegeben worden. Vom 2. bis zum 29. April seien 7819 Tonnen Kriegsmaterial über bie französische Grenze nach Katalonien gegangen. Außerbem hätten die Sowjetspanier in der Zeit vom 8. bis 29. April 1277 Tonnen Mu­nition und Sprengstoffe aus Frankreich erhalten. Die Zahl der Flugzeuge, bie Frankreich an Sowjet­spanien geliefert habe, betrage allein für bie Zeit vom 4. April bis zum 10. Mai 330 mit 150 auf französischen Fliegerschulen ausgebildeten Flugzeug­führern. Ferner hätten die spanischen Bolschewisten aus Frankreich vom 1. bis 19. April 3700 Millionen Liter Treibstoff bezogen. ,

Auch der Schmuggel vonFreiwilli­gen" gehe ungestört fort. So seien zwischen dem 9. und 29. April 298 Techniker, neben Fran­zosen meift Sowjetrussen und Tsche­chen, über die französische Grenze nach Katalonien gegangen. In der letzten Zeit habe der Menschen­schmuggel noch angenommen. So sieht, schreibt das Blatt zum Schluß, die Nichteinmischungspolitik Frankreichs in einem Augenblick aus, in dem Ita­lien auf Grund der Verpflichtungen, die es England gegenüber eingegangen ist, feine Politik der Ent­haltung von jeder Einmischung auf das genaueste verfolgt.

Der von der englischen Presse lancierte Gedanke, Vergeltungsmaßnahmen irgendwelcher Art gegen General Franco zu ergreifen ober über Spanien einen u s t - S t r e i s e nd i e n st" einzurichten, ber einen Ueberwachungsdienst ähnlich ber durch bas Abkommen von Nyon eingeführten Kontrolle ber Seeküste auszuüben hätte, wird von den römi­schen Blättern als ein neuer Versuch des englisch- französischen Antifaschismus gewertet, ben Frieben in Europa zu bedrohen. Es handle sich darum, schreiben die Blätter, durch einenFeldzug künst­licher Aufregung" undunsinnige Pläne" das eng­lisch-italienische Abkommen zu zerstören. Jede eng­lische Vergeltungsmaßnahme gegen General Franco wäre eine direkte Einmischung in ben Bürgerkrieg zugunsten der spanischen Bolschewisten. Man hält cs jedoch nicht für ausgeschlossen, baß bie britische Regierung unter bem Druck ber von ben Anti­faschisten aufgeputschten öffentlichen Meinung unb ber Kritiken, die auch in konservativen Reihen gegen bie angeblich passive Politik Chamberlains erhoben werben, bemnächst in anderen europäischen Städjen Vorschläge machen wird.

Soivjetspanische Flugzeuge.

Paris, 9. Juni. (Europapreß.) Die Nachmittags­blätter veröffentlichen eine Meldung aus Perpignan, derzufolge nach Berichten aus Andorra nunmehr einwandfrei feststeht, daß die Flugzeuge, die am vergangenen Montag die südfranzösische Grenze überflogen haben und die in Form und Aussehen die-gleichen waren, die am Tage vorher auf fran­zösisches Gebiet Bomben abwarfen, sowjet- spanischer Nationalität gewesen sind. Die Flugzeuge hätten bas Gebiet ber Republik Anborra überflogen unb seien bann in Richtung auf die

Masaryk bis zu Hobza, ber selbst Slowake ist, mit ihr verbunden sind, sondern sehr viel schlimmer. Das weiß der Pfarrer von Rosenberg natürlich auch, und er ist entschlossen, es zu nutzen.

Die dritte Wahletappe.

Prag, 9. Juni. (DNB.) Für bie dritte Wahl­etappe in der Tschechoslowakei am 1 2. I u n i wur­den die Gemeindewahlen in insgesamt 8170 Ge­meinden ausgeschrieben. Von diesen Gemeinden haben weit über 1800 eine deutsche Mehrheit. In mehr als 4000 Gemeinden ist eine E i n h e it s l i st e eingebracht worden; es werden demnach in rund 4000 Gemeinden Wahlen stattfin­den. Im deutschen Gebiet wählt eine Reihe größerer Städte, so Reichenberg, Teplitz, Trautenau und Leitmeritz. Von den gemischtspra­chigen Städten wählen u. a. Preßburg unb Jglau.

!lm die dreijährige Dienstpflicht.

P r a g , 9. Juni. (DNB.) Eine Reihe Prager Mor­genblätter vom Donnerstag meldet übereinstimmend, daß die in den Abendblättern vom 8. Juni verbreitete Nachricht über die Einführung der dreijährigen Dienstzeit von ben Prager zustänbigen Stellen als verfrüht bezeichnet werben müsse. Die Ange­legenheit sei bei weitem noch nicht spruchreif. Das linksgerichteteA Zet" meint, baß bie bisherigen Melbungen ungenau feien; im Grunbe fei es aber entziehen, baß bie aktive Dienstzeit ver­längert wirb. Die bazu notroenbige Novelle bes Wehrgesetzes solle schon einer ber nächsten Sitzungen bes Parlaments vorgelegt werben.

nationalspanischen Stellungen hin längs ber Grenze weitergeflogen. Dann hätten sie nach Erreichen ber nationalen Stellungen einige Bomben abgeworfen unb hieraus seien sie erneut ber Grenze entlang­geflogen unb nach Sowjetspanien zurückgekehrt. Matin" bemerkt, bie Zeit unb die Zahl der Flug­zeuge berechtigten zu der Annahme, daß es sich um die gleichen Flugzeuge handele, die französische Ge­

biete von Puigcerda aus überflogen hatten. Fast sämtliche Blätter, mit Ausnahme natürlich der sowjetfreundlichen, drucken in großer Aufmachung auf der ersten Seite eine kurze Erklärung Dala- d i e r s in der Kammer ab, wonach bas Wetter nicht bie Feststellung ber Nationalität ber neun Flugzeuge, bie französisches Gebiet bombarbierten, gestattet hätte.

Aus Profitgier in Gefahr begeben.

Nur die rechtmäßige britische Schiffahrt verdient Schuh.

Londoner preffesiimmen.

ßonbon, 10. Juni. (Europapreß.) Melbungen über weitere Verwicklungen ber englischen Schiff­fahrt in die Luftangriffe an der spanischen Mittel- rneerküste haben den regierungsfeindlichen Blättern einen willkommenen Anlaß gegeben, den Kamps gegen die englische Regierung zu verstärken. Zum Beweis dafür, daß bisher noch nichts geschehen sei, um das englische Ansehen zu wahren, führt man an, daß seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Spanien auf englischen Schiffen 33 Männer und Frauen getötet und neun Schiffe versenkt worden seien. Hinzu kämen noch die ungeklärten Angriffe von Unterseebooten auf fünf englische Schiffe. Die Re- aierungspreffe dagegen vermeidet Alarmnachrichten. In derTimes", wird darauf hingewiesen, bie meisten ber bombarbierten Schiffe seien an ihrem Mißgeschick selbst schulb. Sie hätten sich aus unverkennbarer Profitgier in Gefahren begeben, aus benen man sie nicht retten könne. Englanb habe wieberholt betont, es wäre jeberzeit bereit, Dampfern, die auf rechtmäßige Art unb Weise bie See befahren, Schutz gegen Angriffe zu gewähren. Handelsdampfer jeboch, bie in Kriegs­gebiete einliefen, müßten dies auf eigene G e - fahr tun. England habe aus dieser Erkenntnis heraus auch den Kapitänen englischer Schiffe ben entschiebenen Rat erteilt, nicht in bie spanischen Hoheitsgewässer einzufahren.

Daily Expreß sagt: Man dürfe nicht vergessen, daß viele sogenannte britische Schiffe nur dem Namen nach britische Schiffe seien. Diese Schiffe zeigten am Hauptmast bie rote Flagge und seien oft im Besitze von Griechen. Aehnlich sagt Lord Rothermere in der Daily Mail. Selbstverständ­lich erwarte die britische Oeffentlichkeit von der Regierung, daß sie bie echte britische Schiffahrt schütze. Aber eine ganze Anzahl sogenannter eng­lischer Schiffe, bie in letzter Zeit in rotfpanischcn Häfen bombarbiert unb versenkt worben seien, seien auslänbische Schiffe, bie erst in ben letzten zwölf Monaten ins britische Register eingetragen wor­ben seien.

Streikin einer englischen Flugzeugfabrik

L o n b o n, 10. Juni. (Europapreß.) Das eng­lische Luftaufrüstungsprogramm ist burch einen Streik von 700 Arbeitern in ber Austin-Flug- zeugfabrik in Birmingham in Mit­leib en schäft gezogen worben. Die Streikenden ver­langen eine Aenberung der Arbeitsbedingungen. Bei dem bestreikten Werk handelt es sich um eine der sogenanntenS ch a 11 e n f a b r i k e n" ber eng­lischen Flugzeuginbusteie, bas für bie Zeit ber Luft­ausrüstung in Betrieb genommen wurde. In bem

Werk werben runb 4000 Mann beschäftigt, ein be­trächtlicher Anteil der englischen Flugzeugherstellung erfolgt in ihm.

Der Ankauf von 400 amerikanischen MlitärflngzeugeninLondonbeschloffen

London, 10. Juni. (Europapreß.) Der Ankauf von 400 amerikanischen Militärflugzeugen würbe amtlich bestätigt. In einer Veröffentlichung bes Luft­fahrtministeriums heißt es, alle von ber nach ben Vereinigten Staaten unb Kanaba gefanbten Kom­mission gemachten Vorschläge seien geprüft worben. Obgleich viele nicht ben Erwartungen entsprochen hätten, habe man sich entschlossen, 400 Maschinen an­zukaufen. 200 Aufklärungsflugzeuge und 200 Appa­rate zur Ausbildung von Piloten. Mit der Lieferung werde in Kürze gerechnet. Von der englischen Presse wird der Ankauf begrüßt, weil dadurch die Einsatz­fähigkeit der englischen Luftwaffe gestärkt werde, bedauert wird jedoch, daß England und bas zu- ftänbige Ministerium bewiesen hätten, baß sie ohne Hilfe anbererber Slnforberung ber Zeit" nicht ge­wachsen seien. Weiter wirb bedauert, daß die Viel­zahl der in England bereits vorhandenen Flugzeug­typen durch zwei weitere amerikanische vermehrt werde.Daily Expreß" will wissen, England beab­sichtige die Anlegung von Reserve-Erzeugungswerk­stätten in Kanada, Weitstreckenbomber könnten nicht nur jenseits des Atlantischen Ozeans gebaut unbaufgefpeichert", fonbern auch jeberzeit im Ernst­fall nach Englanb geschafft werben. Der Vorteil be­stäube in ber Möglichkeit, Flugzeugreserven außer­halb ber europäischen Gefahrenzone zu bauen.

Die Vereinigten Staaten bauen Niesenflugbovte.

N 6 U y o r k, 9. Juni. (DNB.) Der Leiter ber Aero­nautischen Abteilung im Marineministerium, Konter- abmiral Cook, teilte mit, daß bie amerikanische Marine ben Bau eines Riesenflugbootes von ber Art bes soeben fertiggestellten 41,5 Tonnen schweren At- lantic-Clippers ber Boeingwerke plane. Das Flug­boot soll eine Große von 50 Tonnen erreichen und ohne Z w i s ch e n l a n b u n g die Strecke San Franzisk oH awai unb zurück flie­gen können. Die Kosten werben auf brei Mil­lionen Dollar geschätzt. Das Flugboot werde eine zehn bis vierzehn Mann starke Besatzung haben. Falls sich die Konstruktion als erfolgreich heraus- ftelle, fei von der Marineleitung beabsichtigt, eine Flotte von 15 ober m e h r solcher Flug­boote zu bauen. Der militärische Wert bes. Flug­zeuges werbe von außerorbentlicher Bedeutung sein.

Leistung durch Lebensbejahung.

Auftakt zur Hamburger KdF. -Neichstagung. - Neichsarganisatwnsleiter Dr. Ley empfängt die preffe auf demWilhelm Gustlcff".

Hamburg, 9. Juni. (DNB.) Ein Empfang ber Presse burch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley bildete ben Auftakt zu ber Reichstagung der NS.- GemeinfchaftKraft durch Freude". In den schönen Räumen desK d F." - S ch i f f e sWilhelm G u ft I o f f", das in buntem Wimpel- und Flaggen­schmuck an der Ueberseebrücke liegt, versammelte sich eine große Zahl von Pressevertretern, wobei die Zeitungen des Auslandes besonders stark ver­treten waren.

Dr. Ley waydte sich vor allem an die Vertreter des Auslandes. Man erwarte in Deutschland, daß sie ihren Zeitungen und damit ihren Völkern ein wahrheitsgetreues Bild dessen über­mitteln, was ihnen in diesen Tagen in Hamburg gezeigt werde.Kraft durch Freude" ist für uns dersozialistische Begriff der Gemein­schaft geworden, ein Begriff, der nicht allein mit dem Verstand gewogen, sondern von den Millionen­massen unseres Volkes mit dem Herzen ausgenom­men wird.Kraft durch Freude" ist die kürzeste Formel, auf bie die Idee des Nationalsozialismus sich bringen läßt!" Ein gesundes Volk voll Energie und Lebenswillen, voll Freude an der Arbeit und voll Kraft gelte - es zu schaffen und zu erhalten. Diese Kraft erwachse aus der Freude, aus ber Lebensbejahung. Am Anbeginn jeher min- beren Leistung bes einzelnen wie bes Volkes stehe bie Hoffnungslosigkeit, bie Lebcnsverneinung, bie ihren klarsten Ausdruck im Bolschewismus gefunden

habe.Wir wollen Ihnen", so erklärte Dr. Ley, unb bamit ber ganzen Welt zeigen, was wir bis­her bereits mit unserer JbeeKraft durch Freude" geleistet haben. Mit dieser Idee haben mir dieses Schiff der Freude gebaut, bas unseren Schaffenben Kraft unb Erholung bietet. Aus rein wirtschaft­lichen Erwägungen wäre es nie gebaut worben, und so bauen wir mit unserer Idee nicht nur Schiffe, sondern Siedlungen, Seebäder, Ordens­burgen. Ihnen all diese Erfolge zu zeigen, Ihnen auf Grund der tatsächlich vorhandenen Leistung ein Bild von ber Kraft unserer Jbee zu geben, das ist der Sinn der Reichstagungen in Hamburg!"

Die IdeeFreude an ber Arbeit" marschiert, so stellte Dr. Ley abschließenb fest. Der Zustrom ber ausländischen Gäste zur Reichstaqung in Hamburg habe sich verdoppelt. Der Weltkongreß Arbeit und Freude in Rom werde größer und umfassender sein als der Weltkongreß in Hamburg vor zwei Jahren. So gewinne ber Gedanke, daß die Arbeit wirklich eine Freude sein kann unb ist, baß bie Freube bem Menschen Kraft gibt, überall immer mehr Boden, werde immer mehr jener negative bolschewistische Gedanke von der Arbeit als etwas Minderwertigem zurückgedrängt und vernichtet. Der Bolschewismus und feine Schrittmacher Marxismus und Liberalismus müßten weichen, so schloß Dr. Ley unter lebhaftem Beifall, auf daß Europa und bie Welt ganz von dieser Pest befreit werde!