solle man mit den Deutschen verhandeln und ernstlich versuchen, zu einem Abkommen zu gelangen. Das sei nicht nur eine Pflicht, das sei auch klug. Man solle endlich Schluß machen mit dieser einzigen Frage, die England' und das deutsche Volk trenne und dabei besonders in Rechnung ziehen, daß die Deutschen ihre Forderung in absolut rechtwäßiger Weise vorgebracht hätten. Regierungsumbildung müngarn
B u d a p e st, 9. März. (DRV.) In der am Mittwochnachmittag abgehaltenen Ministerratssitzung vertrat Ministerpräsident D a r a n y i die Auffassung, die Regierung möge noch vor der Unterbreitung der Gesetzesentwürfe über die Durchführung des neuert Aufbauprogrammes von einer Milliärde Pengö dem Reichsoerweser ihre Demission anbieten. Da sich der Ministerrat einstimmig dieser Auffassung anschloß, begab sich Ministerpräsident Daranyi sofort zum Reichsverweser, der den Rücktritt des Kabinetts annahm und den Ministerpräsidenten Daranyi zum Ministerpräsidenten des neuen Kabinetts ernannte. In dem umgebildeten Kabinett haben Außenminister von Kanya, Honoedmini- ster Röder, Innenminister S z e l l, Unterrichtsminister Homan und Jndustrieminister Borne- m i s z a ihre Portefeuilles behalten. Neu eingetreten in die Regierung sind als Ackerbauminister der bisherige Staatssekretär im Ackerbauministerium Dr. F. Marschall; als Justizminister der bisherige Staatssekretär im Justizministerium M i - kecz; als Finanzminister der bisherige Präsident des Bodenkreditinstttutes Abgeordneter Remenyi- Schneller und als Minister dhne Portefeuille der Präsident der Nationalbank Jmredy. Zum Staatssekretär im Ackerbauministerium ist Abgeordneter Graf Michael Teleki und zum Staatssekretär im Justizministerium der Abgeordnete Martin Lanyi ernannt worden. Die Betreuung des Präsidenten der Nationaldank Jmredy als Minister ohne Portefeuille erfolgte zum Zweck einer einheitlichen Leitung der Wirtschaftspolitik des Landes.
Die Deutschen in polen fordern Recht auf Arbeit.
Die Entlassungen dauern auch nach der Miuderheitenerklärung fort.
W a r s ch a u, 9. März. (DNB.) Die Arbeitslosigkeit unter den Deutschen in Polen behandelte der deutsche Senator Wiesner im Senat. Er wies darauf hin, daß während der 15 Jahre, in denen Schlesien unter dem Schutz der Genfer Konvention gestanden habe, die deutschen Arbeiter und Angestellten systematisch entlassen worden seien und daß dieser Prozeß auch nachAblauf derKonvention andauere. Leider habe- an dieser Tatsache auch die Min° derheitenerklärung vom 5. November nichts geändert. Obwohl im Jahre 1937 die Zahl der beschäftigten Bergarbeiter in Ostoberschlesien von 44 500 auf 53 600 und die in der Eisen- und Hüttenindustrie von 23 400 auf 26 600 gesti e° gen sei, also Tausende von Arbeitern neu einge(teilt worden seien, hcche man gleichzeitig Hunderte von deutschen Arbeitern entlassen.
Diese Entlassungen dauerten auch nach den TNinderheitenerklärungen an, obwohl darin ausdrücklich betont werde, daß jeder das Recht auf feinen Arbeitsplatz besitze und daß niemandem aus seinem Bekenntnis zu seinem Deutschtum ein Schaden erwachsen dürfe. Bei den entlassenen Deutschen handele es sich nicht nur um bewährte Facharbeiter, sondern auch in vielen Fällen um Familienväter von sechs, sieben, acht, ja sogar zehn Kindern. Daß einzig und allein ihr Bekenntnis zum Deutschtum Grund für die Entlassung sei, gehe aus der Tatsache hervor, daß einzelne von ihnen durch Mittelsmänner aufgefordert worden seien, ihre Kinder aus der deutschen Schule zu nehmen,andernfalls sieihre Arbeit verlieren wurden. Wo man dieser Aufforderung nicht Folge geleistet habe, sei nach kurzer Zeit die Entlassung erfolgt.
7 2 v. H. der Mitglieder der Gewerkschaft deutscher Arbeiter, die 12 000 Mitglieder habe, seien heute arbeitslos, und in anderen deutschen Organisationen reiche der Hundertsatz sogar an 80 heran. In den Jahren 1934 bis 1937 seien insgesamt 1248 Mitglieder der Gewerkschaft deutscher Angestellten entlassen worden.
Völlig trostlos sei es um die schulentlassene deutsche Jugend bestellt, die keine Lehrstellen bekommen könne, einfach weil sie eine deutsche Schule besucht hätte. Heute gebe es etwa 14 000 bis 16 000 deutsche Jungen und Mädel hn Alter von 16 bis 18 Jahren, die feit ihrem Austritt aus der Schule keine systematische Arbeitsschulung erfahren haben. Man müsse sich der Gefahren, die sich aus Diesem Zustand ergäben, bewußt sein. Die deutsche Volksgruppe sei nicht gewillt, ruhig zuzusehen, wie ihre deutsche ' Jugend verkomme und verhungere und einer trostlosen Zukunft entgegengehe, sondern sie verlange von allen Stellen des Staates, daß nicht leere Versprechungen mehr gegeben würden, sondern daß g e - Holsen werde. Die Deutschen wollten kein Privileg und keine Sonderstellung, sondern nur das gleiche Recht auf Arbeit und Brot wie alle anderen Bewohner des Staates.
Das Grenzzonengeseh.
Mit dem die Lebensgrundlage des Deutschtums in Polen bedrohenden Grenzzonengesetzes beschäftigte sich der deutsche Senator Wiesner, Das Grenzzonengesetz fordert die Genehmigung des zuständigen Wojewoden beim Abschluß von Kauf-, Ueberlassungs- und Erbverträgen und enthält weiter Bestimmungen über die Ausweisung einzelner Personen aus dem Grenzgebiet. Aus der bisherigen Handhabung des Gesetzes, so führte Senator Wiesner u. a. aus, müsse die deutsche Bevölkerung den Schluß ziehen, daß nach Ansicht der maßgebenden Stellen des Staates ihr bloßes Vorhandensein in der Grenzzone die Sicherheit des Staates bedrohe. Namens der deutschen Bevölkerung, die seit Bestehen des polnischen Staates in mustergültiger Treue ihre Pflichten dem Staate gegenüber erfüllt habe und ein Element der Ruhe und Ordnung sei, legte Senator Wiesner gegen die Unterstellung der Staatsgefährlichkeit entschieden Protest ein und Norberte d i e Aufhebung der drückenden Bestimmungen des Grenzzonengesetzes. Gleichzelttg
nannten bisherigen Kgl. rumänischen Gesandten in Berlin Comnen zur Verabschiedung. Für den Staatssekretär Comnen veranstalteten der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und Frau von Mackensen ein Abschiedsessen, an dem auch der Präsident des Geheimen Kabinettsrates und Freifrau o. Neurath sowie der Kgl. rumänische Geschäftsträger und Frau Brabetzianu teil» nahmen.
Staatssekretär i. R. Wirklicher Geheimer Rat Dr. M ü g e l begeht seinen 80. Geburtstag. Aus diesem
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wies er auf die vom Kommunismus drohenden Gefahren hin, zu deren Abwehr alle moralischen und aufbauenden Kräfte des Staates stärker als bisher mobilisiert werden müßten. Senator H asb ach zeigte an Hand einer Reihe von Beispielen, wie wenig in die unteren Behörden der Geist der Minderheitenerklärung vom 5. November v. I. bisher eingedrungen ift Er wies auf die Pressezensur hin, die besonders streng der deutschen Presse in Ostoberschlesien gegenüber sei. Auf der anderen Seite sei eine schwer verständliche Hetze bestimmter polnischer Organe gegen die deutsche Volksgruppe festzustellen.
Oie polnisch-italienischen Besprechungen.
Rom, 10. März. (DNB.) lieber die polnisch- italienischen Besprechungen in Rom ist folgende amtliche Mitteilung ausgegeben worden: „Bei den wiederholten herAichen Unterredungen, die der Duce und Außenminister Graf Ciano in diesen Tagen mit dem polnischen Außenminister yberst Beck gehabt haben, sind die verschiedenen Probleme der allgemeinen Politik und jene Probleme, die die beiden Länder im besonderen angehen, freundschaftlich durchgesprochen worden. Mit beiderseitiger Genugtuung ist dabei die volle Uebereinstim- mung der Ansicht en der beiden Regierungen festgestellt worden. Es wurde vereinbart, daß der Aust a.u sch von Informationen und Ansichten auf dem normalen diplomatischen Wege fortgesetzt werden soll. Auch wurde der Vorsatz bekräftigt, das Werk aufrichtiger und herzlicher Zusammenarbeit zwischen Italien und Polen auf dem Boden der gemeinsamen Interessen und des gemeinsamen Willens für Ordnung und Frieden sowohl auf dem politischem wie auf dem wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet fortzufetzen und zu entwickeln."
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer und Reichskanzler empfing den zum Staatssekretär des Außenministeriums er-
Anlaß überbrachte ihm Reichsjustizminister Dr. Gürtner ein Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers und sprach dem Jubilar die Glückwünsche der Reich sjuftizverwaltung aus.
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König Georg VI. hat der Ernennung von Viscount H a i l sh a m zum Präsidenten des Geheimen Staatsrates als Nachfolger von Lord Halifax zugestimmt. Lord Hailfham war bisher Großkanzler. Zu feinem Nachfolger wurde Lord Maugham ernannt. An Stelle von Lord Halifax wird Lord Stanhope Führer des Oberhauses.
Oer so. Todestag des Alten Kaisers.
Ein Kranz des Führers im Eharlottenburger Mausoleum.
Berlin, 9. März. (DNB.) Aus Anlaß des 50. Todestages Kaiser Wilhelms I., des Begründers des Zweiten Reiches, wurden im Charlottenburger Mausoleum, der letzten Ruhestätte Kaiser Wilhelms, zahlreiche Kränze niedergelegt. Die junge deutsche Wehrmacht gedachte des alten Kaisers in besonders würdevollem Rahmen. Um die Mittagsstunde marschierte eine Ehrenkompanie des Wachregiments mit Musik- und Spielmannszug auf. Am Eingang zur Gruft hielten Offiziere die Ehrenwache. Kurz nach 12 Uhr erschien Generaloberst von Brauchitsch in Begleitung
von General der Artillerie Beck, General Fromm und General von Witzleben mit einem großen prachtvollen Kranz des Führers. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden begab sich Generaloberst von Brauchitsch mit seiner Begleitung zur Gruft und legte, dort in stillem Gedenken den Kranz des Führers nieder, der auf feiner Schleife die Worte: „Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht" trägt. Unser Bild zeigt Generaloberst von Brauchitsch beim Abschreiten der Ehrenkompanie vor dem Mausoleum. — (Scherl-M.)
Gedenkstätten des Eisernen Kreuzes.
Zur 125. Wiederkehr des Strftungstages am 10. März.
Von Krederik Losephi, Neustrelitz.
Am 10. März jährt sich zum 125. Male der Stiftungstag des Eisernen Kreuzes, der volkstümlichsten deutschen Kriegsauszeichnung. In Breslau, wo Preußens Erhebung 1813 mit der Bildung der freiwilligen Jägerkorps, der Stiftung des Eisernen Kreuzes und dem Erlaß des Aufrufs „An mein Volk" ihren Ausgang nahm, finden vom 10. bis 13. März Erinnerungsfeiern statt, die ihren Höhepunkt in einem Staatsakt in der Jahrhunderthalle finden.
Durch den Aufruf „An mein Volk", den König Friedrich Wilhelm III. am 17. März 1813 von Breslau aus erließ und durch die gleichzeitige Bildung freiwilliger Jäger-Korps nahm vor 125 Jahren der Kampf gegen Napoleon feinen Anfang. Wie ein Mann eilte Deutschlands Jugend zu den Fahnen. Selbst ergraute Männer folgten dem Ruf des Herr-, fchers, der sich mit dem Zaren Alexander verbündete und nach der bald folgenden Kriegserklärung den französischen Truppen die ersten Niederlagen bereitete. Auch die Zivilbevölkerung begriff die Größe der Ereignisse und wurde von Begeisterung ersaßt. Geld, Juwelen, Metalle und sogar Frauenhaar wurden gestiftet, um mit dem Erlös zur Bildung der jungen Truppeneinheiten beizutragen. Besonders wirkte das Beispiel eines Stettiner Goldschmiedemeisters, der eiserne Trauringe anfertigte und diese gegen goldene eintauschte. Ein Jahrhundert ynd ein Jahr später erlebten wir Aelteren die gleiche Begeisterung: auch 1914 eilte alt und jung freiwillig zu den Waffen, wieder gaben deutsche Frauen und Männer chr Letztes her und wurden Trauringe und goldene Uhrketten gegen schllchte eiserne' Ringe und Ketten eingetauscht, die Sinnsprüche trugen wie „Gold gab ich für Eisen!" oder „Gold gab ich zur Wehr, Eisen nahm ich zur
Ehr'!" -
Dieser 1813 in das Volk getragene Gedanke bestimmte König Friedrich Wilhelm III. dazu, für militärische und zivile Verdienste in dem kommen-
den Kriege eine Auszeichnung zu stiften, welche aus Eisen hergestellt war und die Form des Kreuzes tragen sollte. Zunächst mar es, unter den Rittern des Mittelalters, das christliche Kreuz, welches den fämpfenten Truppen vorangetragen wurde, ynd
dem wir beispielsweise auf den Mänteln und Schild dden der Deutschordensritter und Templer wieder- begegnen. Der Maler und Architekt Karl Friedrich Schinkel gestaltete nach einer Skizze des Königs in Berlin das Kreuz in seiner seither gültigen Förm mit dem schmalen filberneh Rand. Die Königliche Eisengießerei in Gleiwitz war die Stätte, wo die ersten Muster hergestellt wurden, die die Billigung des Königs fanden. Längst wurde diese von Friedrich dem Großen begründete Gießerei zu einem großen modernen Werk, das heute noch im Besitze des Staates ist. Aber die alte Kunstgießerei hat in einigen Werkstätten ihr altes' Aussehen gewahrt.
Am 10. März 1813 erließ König Friedrich III. im Schloß zu Breslau jene denkwürdige Stiftungsurkunde, in der das Eiserne Kreuz in zwei Klassen und einem Großkreuz zur Verleihung für Verdienste im Kriege bestimmt wurde. Während die erste Klasse nicht ohne die zweite vergeben
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Bereits wenige Wochen nach der Stiftung wurde der Orden zum ersten Male verliehen, und zwar dem Major v. Bürcke für seine Tapferkeit in dem Gefecht bei Lüneburg, wo am 2. April 1813 stärkere Einheiten der Franzosen geschlagen wurden. (Scherl-Bilderdiervst-M.)
werden sollte, erhielt das Großkreuz ausschließlich „für eine gewonnene entscheidende Schlacht, nach welcher der Feind seine Position verlassen muß, desgleichen für die Wegnahme einer bedeutenden Festung oder für die anhaltende Verteidigung einer Festung, die nicht in feindliche Hände fällt, der Kommandirende". Wie sparsam gerade mit dem Großkreuz umgegangen wurde, beweist die Zahl der Verleihungen. Im Laufe des Befreiungskrieges wurde es fünfmal vergeben, im deutfch-französischen Krieg siebenmal, und im Weltkrieg trugen es außer dem Kaiser nur Hindenburg, Ludendorff, Mackensen und Leopold do n Bayern.
Breslau ist also jene Stätte, die zu der Stiftung des Eisernen Kreuzes besonders enge Verbindungen hat. Hier keimte der Gedanke der Stiftung, hier wurde die Urkunde vom König unterzeichnet. Glei» witz aber, dessen Gießerei damals auch die Munition für das preußische Heer lieferte, ist der Ort, an dem die Eisernen Kreuze entstanden. In Berlin, der Hauptstadt Preußens, wurde am 19. Juli 1870 die Stiftung des Kreuzes von König Wilhelm!. erneuert, als nach der Zusammenkunft in Ems dem Gesandten Benedetti die Pässe zugestellt wurden und die Kriegserklärung erfolgte. Ebenso trägt die Urkunde, mit der Kaiser Wilhelm U. am 5. August 1914 das Kreuz auch für den bevorstehen, den Krieg erneuerte, neben der Unterschrift den Namen der Reichshguptstadt.
Der dritte Ort, welcher zu der bekanntesten preußisch-deutschen Kriegsauszeichnung in engster Beziehung sieht, ist das landschaftlich schöngelegene Schloß Hohenzieritz, 12 Kklomet-r von der mecklenburgischen Landeshauptstadt Neusttelitz entfernt. Hier war am 19. Juli 1810 die Gemahlin König Friedrich Wilhelms III., die Strelitzer Prinzessin und spätere Königin Luise, verstorben. Daß der Herrscher den Orden zu ihrem Andenken stiftete, geht aus verschiedenen Anzeichen einwandfrei hervor. An ihrem 34. Geburtstage, am 10. März 1813 — drei Jahre nach ihrem Tode — wurde die Urkunde der Stiftung in Breslau unterzeichnet. Auf den Tag ein Jahr später — am 10. März 1814 — erhielt der zweite Sohn des Königs' und der Verstorbenen, Prinz Wilhelm, der nachmalige Deutsche Kaiser, das Eiserne Kreuz II. Klasse für fein tapferes Verhalten in dem Gefecht bei Bar für Aube. Und schließlich ließ, wie erst vor kurzem angestellte Nachforschungen einwandfrei ergaben, der König öas erfte Kreuz, das er getragen hatte, in Hohenzieritz einmauern. In dem Sockel eines Denkmals, das oben die Büste der Königin von Professor Albert Wolfs,'einem Schüler von Rauch, trägt, und das in der Stille des Schloßgartens unter einem offenen Tempel errichtet wurde. Auch ein Exemplar des 1814 für Verdienste preußischer Frauen gestifteten L u i f e n o r b e n s , der ebenfalls aus der Gleiwitzer Gießerei hervorging, und eine Urkunde, welche auf diese Tatsache hinweist, sind 1816 in dem Sockel eingeschlossen worden. In dieser Verbindung darf nicht unerwähnt bleiben, daß König Wilhelm 1870 bei Ausbruch des Krieges gegen Frankreich die Stiftung des Ordens am Todestage feiner Mutter erneuerte. Der Bruder der Königin, Prinz Carl von Mecklenburg-Sttelitz, der spätere Kommandeur des Gardekorps in Berlin, ließ schließlich das erste Modell eines Eisernen Kreuzes I. Klasse anfertigen, das zunächst aus kreuz- weis gewebter Bandfchleife bestand. Dieses Modell wurde Muster für die Orden in ihrer heutigen Form.
Noch einige Kuriosa seien in diesem Zusammenhang der Vergessenheit entrissen! So ist wenig be- kannt, daß auch eine Frau das Kreuz für militärische Verdienste erhalten hat: die Kriegsfreiwillige Auguste Friederike K rüger, die 1813 unter dem Namen Lübeck in das 9. Regiment eintrat und sogar zum Unteroffizier befördert wurde. Für das Gefecht bei Laon erhielt sie 1814 die zweite Klasse des EK. am schwarz-weißen Bande. Auf dem stillen Friedhof des kurmärkischen Städtchens Templin findet man ihr Grab.
Für Blücher, der bereits Inhaber aller Kriegsauszeichnungen war, wurde nach der Schlacht voll Belle Alliance ein besonderer Orden angefertigt, Es war ein auf goldenem Stern aufgelegtes Eifer« nes Kreuz, das unter dem Namen „Blücher- ftern" in die Geschichte eingegangen ist. Nur ein« mol wurde es in den 125 Jahren seither wieder? verliehen: im Frühjahr 1918 erhielt es der greitzl Generalseldmarschall von Hindenburg für dH


