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der sich aus einem Rechtsanwalt, einem Gendarmerie­oberst sowie einigen anderen im aktiven Sportleben wenig bekannten Männern zusammensetzt. Das Ver­bot des internationalen Skispringens in der steie­rischen Stadt M u r a u wurde auf Intervention der örtlichen Behörden, die auf die großen Unkosten für die Vorbereitung der Veranstaltung hinwiesen und für einen reibungslosen Verlauf garantierten, wie­der zurückgenommen.

Oer umworbene Schützling.

Es gehört zu den Traditionen der britischen Außenpolitik, andere Völker für sich kämpfen zu lassen, während man selbst als Spiritus rector hinter dem Schußfeld bleibt. Aber im Weltkrieg hat diese Methode zum erstenmal seit langen Zeiten nicht mehr ausgereicht, um den Lauf der Welt nach britischen Interessen zu bestimmen. England mußte selbst Blut und Kapital auf den Schlachtfeldern Frankreichs opfern, um den Krieg zu gewinnen. Die schmerzliche Erfahrung, die man damals in London gewann, kommt jedoch erst heute zur vollen Auswirkung. Die vielfachen Kriegsvorbereitungen bestätigen es. Man baut nicht nur eine riesige Schattenindustrie zur Erzeugung von Rüstungs­material auf, man sorgt sich nicht nur um die Nahrungsmittelversorgung für den Ernstfall, son­dern es werden auch immer mehr Stimmen hör­bar, welc^ die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht sowie durchgreifende Maßnahmen zur Stärkung der Volksgesundheit und Volkskraft ver­langen Forderungen, die sich recht selftam aus­nehmen in einem Staat, der sich auf seine demo­kratischenFreiheiten" noch immer soviel zugute hält.

Dennoch wäre es ein Irrtum, anzunehmen, daß England eine grundsätzliche Schwenkung seiner Po­litik vorgenommen habe. Zwar ist man gewillt und bereit, sich mehr als bisher auf die eigenen Kräfte zu verlassen, aber daneben wird die alte militärische Bündnispolitik, welche die Welt im britischen Gleichgewicht erhalten soll, mit unverminderter und heute noch verstärkter Aktivi­tät fortgeführt. Die Formen, durch die man andere Völker an das Empire zu fesseln versucht, sind viel­leicht etwas lockerer geworden, um die Empfindlich­keit des modernen Nationalismus zu schonen, aber es ist dank der Geschmeidigkeit der britischen Diplo­matie doch sehr fraglich, ob diese Fesseln weniger haltbar sind. Irak, Aegypten und Irland find drei sprechende Beispiele für die neue Tendenz der auswärtigen Politik Englands. Alle drei Län­der sind im wesentlichen aus eigener Kraft nach dem Weltkriege dem Namen und dem Wesen nach souveräne Staaten geworden. In allen drei Ländern aber hat Großbritannien es trotzdem ver­standen, sein strategisches Interesse zu sichern. Wer da etwa glauben wollte, daß bei einem plötzlich ausbrechenden Konflikt diese Staa­ten sich auf die Seite der Gegner Englands schla­gen würden, der gibt sich einer schweren Täuschung hin. Denn die Rolle des umworbenen Schützlings hat nicht nur Nachteile prestige­mäßiger Art, sondern bietet auch viele Vorteile von recht handgreiflicher Natur.

Das jüngste Beispiel für die britische Methode, nicht nur einzelne Seefestungen, Handelsnieder­lassungen und Meerengen, sondern auch ganze Län­der als Stützpunkte eines erdumspannenden Reichs­verteidigungssystems zu gewinnen, ist Portugal. Noch in diesem Monat wird sich eine britische Müi- tärmission, die aus Vertretern aller drei Wehr­machtsteile zusammengesetzt ist, nach Lissabon be­geben, um dort die Nötigen Vereinbarungen mit der portugiesischen Regierung zu treffen. Worauf es den Engländern dabei vor allem ankommt, das hat kürz­lich dieTimes" in einem sehr offenherzigen Ar­tikel ausführlich bargelegt. Um den Portugiesen die Suppe recht schmackhaft zu machen, malte das Blatt zunächt die strategische Position des Bundesgenossen in den schwärzesten Farben. Portugal besitze eine Europa zugewandte Landgrenze von nahezu 1000 Kilometern, die jedem feindlichen Angriff von Spa­nien her offen liege. Portugal sei außerdem von Bombenfliegern in einem Tagesflug aus Paris, Sardinien oder Stuttgart zu erreichen, während an­derseits Southampton nur 6 und Gibraltar knapp 3 Flugstunden von Lissabon entfernt sei. Deshalb werde, so schreibt dieTimes" wörtlich, Portugal zweifellos erwarten, daß die englische See­macht seine Küsten und Seeverbindungen beschützt und daß es ihm Truppen und Flugzeuge schickt, um ihm bei der Verteidigung seiner Landesgrenze zu helfen. Die sich jedem denkenden Menschen auf- brängenben Fragen, ob denn Portugal über­haupt den Angriff irgendeiner Macht mit Ausnahme Sowjetspaniens und der Komintern zu befürchten habe und ob nicht vielmehr die Nähe der britischen Flugplätze in Lissabon als bedrohlich empfunden werde, diese Fragen läßt der Leit­artikler derTimes" natürlich unbeantwortet. Um so deutlicher unterstreicht er die Notwendigkeit des britischen Einflusses in Portugal und seinen Kolo­nien:Die Lage Großbritanniens erfordert, daß die Häfen unb Küsten Portugals und seiner Inseln sich in den Händen einer befreundeten Macht befinden."

Wir wollen uns nicht ausmalen, welches Ent­rüstungsgeschrei sich in London erheben würde, wenn etwa Deutschland in ähnlicher Weise die Kontrolle über die dänischen Küsten und Meerengen oder über den gesamten Donauraum forderte, son­dern wir wollen nur festhalten, daß Großbritan­nien dieses Recht ohne jede moralische Hemmung gegenüber anderen Ländern beansprucht und durchsetzt. Denn daß in den nächsten Jahren neue englische Verteidigungsanlagen auf den portugiesi­schen Inseln entstehen werden, darüber kann es keinen Zweifel geben. Anderseits wäre es jedoch falsch, deshalb die portugiesische Macht über die Achsel anzusehen. Denn wenn auch Portugal, das Englands ältester Alliierter ist, während langer Jahrhunderte unter britischem Einfluß stand und 1916 zur Kriegserklärung an die Mittelmächte ge­zwungen wurde, so hat es doch nach dem Weltkriege unter der Führung seines Ministerpräsidenten S a - lazar wieder eine so starke Stellung im interna­tionalen Kräftespiel bezogen, daß Großbritannien es nicht wagen darf, über das Schicksal dieses Lan­des einfach zu bestimmen. Am klarsten zeigte sich dies in der freundschaftlichen Haltung, welche die Regierung von Lissabon gegenüber General Franco einnahm, was zunächst durchaus nicht im Sinne Lon­dons lag. Auch die Tatsache, daß gelegentlich des britischen Flottenbesuchs Anfang Februar gleich, zeitig deutsche und italienische Marineabordnungen mit ostentativer Herzlichkeit begrüßt wurden, be­tonte offenbar den Willen der portugiesischen Re­gierung, auch weiterhin eine völlig selbständige Außenpolitik zu treiben. H. Evers.

Was geschah mit Budenko?

Mskau, Bord und Lüge.

In B u k a r e st ist der sowjetrussische Geschäfts- träger Budenko verschwunden, nachdem er ich in einem Kraftwagen der Sowjetbotschaft bis zu seiner Wohnung hatte fahren lassen. Budenko hatte sich vor seinem Verschwinden dahin ausge­lassen, ihm werde zum Vorwurf gemacht, er habe gegen d i e Richtung Stalin konspiriert und er fühle sich bedroht. Was macht das Blatt der oppositionellen - Labour Pakty, derDaily Herald" daraus? Es behauptet, Budenko fei von rumä­nischen Faschisten entführt worden. Das Londoner Marxistenorgan möchte damit verwischen, daß Stalin und seine Mordkompanien mehr als einen Sowjetdiplomaten auf ihrem Gewissen haben. Das wird auch im Bukarester Fall Wahrheit fein, wenn nicht Budenko, der allerlei galante Affären hatte, von einem empörten Ehemann auf GPU.- Manier erledigt wurde oder bereits in Moskau im Lubjanka-Gefangnis auf die Aburteilung durch Stalins Schergen harrt.

Das Grauen, das über Sowjetrußland liegt, die Hinrichtungen der vertrautesten Mitarbeiter Sta­lins, die massenhaftenLiquidierungen" haben das Sowjetparadi^s zu einer wahren Mörderhöhle ge­macht, und es ist psychologisch verständlich, daß Die Bolschewisten versuchen, auch im Auslande bolsche­wistische Methoden anzuwenden. In der ftanzosi- chen und englischen Presse hat man zwar auch be­klagt, daß die Menschen so tief sinken konnten, aber man hat nichts getan, um den Mördern das Hand­werk zu legen. Ueberaö verspürt man die im Dunkel wirkende Tätigkeit der GPU., was in Sowjetruß­land alltäglich geworden ist, der kaltblütige Mord ist auch das Zeichen der Bolfchewistentätigkeit im nichtrussischen Auslande. Irn befreundeten Frank­reich sind die weißrussischen Generale K u t i e - poff und Miller am hellichten Tage von den GPU.-Agenten entführt worden, man hat niemals wieder etwas von ihnen gehört. Ein GPU.-Agent, Ignaz Reiß, der zu viel wußte, wurde in ber Sckweiz durch GPU.-Leute ermordet, es ist er­wiesen, daß eine GPU.-Agentin und Mittäterin, Lydia Grosow ski, die wegen dringenden Ver­dachtes von der französischen Staatsanwaltschaft verhaftet worden war, durch eine Kaution der Sowjetbotschaft in Paris frei kam und hinter den exterritorialen Pforten dieser Botschaft ver- chwand. Der Skandal in Paris ist um so großer, als die Zeitungen ganz unverhüllt behaupten, mar- -istische französische Minister und Polizisten hätten )er Sowjetbotschaft diesen Liebesdienst erwiesen.

Das Schicksal des Personals der Parfier Sowjet­vertretung ist überhaupt recht bemerkenswert. Der Stellvertreter des verstorbenen Gesandten Krasin, Schljapnikow, wurde verbannt, der Gesandte R a s k o w s k i verhaftet, vielleicht erschossen, der Gesandte Davtian verhaftet, der Pressechef Na- ch a t a r j verbannt, der Gesandte D o w j a l e w - s k i verstarb, unbekannt an welcher Krankheit, die übrigen Mitglieder der diplomatischen Vertretung wurden verhaftet, und es Dürfte keiner von ihnen mehr am Leben fein. Von der Schuldenkommission der Pariser Sowjetvertretung wurde S o k o l n i Poff verhaftet und verurteilt, Preobraschen- s k i verhaftet und verurteilt. Reinhold erschossen, N a w a s ch i n ermordet. Alle vier sind also tot. Die Handelsvertretung der Pariser Sawjetbotschaft wurde ebenfalls vorn Stalinismus betroffen. Mdi - oani wurde erschossen, Pjatakow erschossen, zwei Mitglieder verschollen, zwei weitere wurden verbannt und zehn verhaftet. Die ganze Pariser Handelsvertretung ist nun restlosgesäubert".

In Warschau wurde der Botschafter Dawijan von der GPU. verhaftet und verschwand in der be­rüchtigten Lubjanka. In Oslo wurde der Sowjet­gesandte Jakubowitz nach Moskau zurückgerufen. Als er sich weigerte, diesem Befehl nachzukommen, wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt, man warf seine Söhne ins Gefängnis, drohte sie zu er­

schießen und zwang so den Vater, zurückzukehren und sich dem Henker zu überantworten. In Stock­holm weigert sich die Sowjetgefandte Kolontai, nach Moskau zurückzukehren, da sie weiß, was ihr dort blühen würde. Der Geschäftsträger der Sow- jetunion in Athen, Barmin, folgte ebenfalls nicht dem moskowitiscken Befehl, sondern flüchtete nach Paris, ebenso rote das Mitglied der Pariser Sow- jetbotschaft Bessekowski über die Mauer der Bot­schaft floh, worauf beide Protesteim Namen, der Menschlichkeit" gegen den Mörder Stalin und die GPU. erhoben.Meine Vorgesetzten und Kollegen",

schrie Barmin,alles alte Bolschewisten, verschwin­den und werden hingerichtet, darunter Krestinski, Karachan, Aresew, der Botschafter in Ankara, und Jureniew, der Botschafter in Berlin." Und weiter schildert er das Dilemma, in dem sich die roten Diplomaten befinden: entweder in Moskau abge­schlachtet zu werden oder den Kugeln der Geheim­agenten Moskaus im Auslande Aum Opfer zu fallen. Kein Sowjetdiplomat ist mehr feines Lebens sicher. Aber ein englisches Blatt wagt zu behaupten, nicht Stalin, sondern der Faschismus fei der Mörder!

Der in Bukarest verschwundene SowielWomat von der GN. entführt?

Ein geheimnisvolles Sowjetschiff im Hafen von Eonstanza.

Bukarest, 9. Febr. (DNB.) Die Presse besckäf- tigt sich in / größter Aufmachung mit dem Fall Budenko. Warum, so fragt man, hat die Sow- jetgesand-schaft erst den ganzen Montag ver­streichen lassen, ehe sie Anzeige erstattete? Selbst bei einemDiplomaten", dessen lockerer Le­benswandel und dessen Vorliebe für alkoholische Ausschreitungen allgemein bekannt waren, sollte feine Unauffindbarkeit doch 'Grund genug zur Be­sorgnis fein. Ein weiterer Umstand ist die Exter­ritorialität der sowjetrussischen Ge- fandtschaft, auf die die rumänischen Behörden daher ihre Untersuchung nickt ausdehnen können.. Die rumänische Polizei verfolgt die Spuren einiger verdächtiger Gestklten, die vor einigen Tagen Die sowjetrussische Grenze überschritten haben und in denen GPU. -Agenten ver­mutet werden.

Cuvantul" weist auf den merkwürdigen Umstand hin, daß genau wie beim Verschwinden der russi­schen Generale Miller und Kutjepow aus Paris auch jetzt wieder ein Sowjetschiff im näch­sten Hafen gelegen hat. Auch in dem Fall Agabekow vor sechs Jahren hat ein Sowjetschiff in Konstanza gelegen. Agabekow war ein GPU.- Agent, Der in Bukarest seine Zuflucht suchte. Eine Armee von Spitzeln heftete sich an seine Sohlen. Agabekow' wurde nach Konstanza gelockt, betäubt und auf Den SowjetdampferPhilomela" gebracht, Der unter Dampf im Hasen lag. Die rumänischen Behörden konnten im letzten Augenblick eingreifen, um Agabekow vom sicheren Tode zu retten.

Diesmal war es Der DampferKatämaj a", der in der vorigen Woche Kohlen ausgeladen hat und angeblich vor Dem Verschwinden Buden kos ab­gefahren ist. Das Blatt stellt die Frage:Hat er nicht e r ft Budenko übernommen und ist Dann abgefahren, worauf Die sowjetrussische Gesandt­schaft das rumänische Außenministerium benachrich­tigte?" Budenko ist erst vor sieben Wochen nach Bukarest gekommen. Als Der abberufene Gesandte Ostrowski am Freitag vergangene Woche abreiste, übernahm er die Geschäfte der Gesandtschaft. Von sowjetrussrscher Seite wird behauptet, er sei 1935 in den auswärtigen Dienst eingetreten. Vorher habe er die Abteilung für Klassische Literatur im Staats­verlag geleitet. Von unterrichteter Seite wird be­hauptet, daß Budenko nur Der angenom­mene Name war und daß der Mann Jude sei. Cuvantul" schreibt:Das eigentümliche bolsche­wistische Verfahren, das feit so langer Zeit alle Län­der Europas stört und beleidigt, hatte sich noch nicht auf Rumänien erstreckt. Jetzt aber erfährt auch Ru­mänien die Aufmerksamkeit des finsteren internatio­nalen Räubertums, mit dem Moskau seine unsau­beren Angelegenheiten ordnet." *

Frau Kudo 1 iew, die Frau des sowjetrussischen Gesandtschaftssekretärs, hat die Bemerkung gemacht, sie habe Budenko am Sonntagabend zu Fuß

weggehen sehen. Später stritt sie jedoch diese Bemerkung ab. Der Chauffeur, der Budenko weggefahren haben will, heißt Iwan Kondra­schow und ist vor anderthalb Jahren aus Moskau nach Bukarest gekommen. Als der Sowjetgesandte O st r o w s k i am Freitag vergangener Woche ab­reiste, hat er ihn auf dem Bahnsteig dreimal um­armt und geküßt, während zwischen Ostrowski und dem Vertreter der Sowjet-Telegraphen-Agentur, Bodrow, eine sichtbare Spannung bestand. Bo­drow ist unter dem Deckmantel des Journalismus GPU.-Spitzel. Er hatte Ostrowski zu beauf­sichtigen. Budenko schließlich kam erst vor kurzem nach Bukarest. Als die Polizei Montag nacht mit ihren Nachforschungen begann, waren alle Papiere, die irgendeinen Aufschluß über seine Person hätten geben können, verschwunden. Sie dürften von Ku- ooliew und Bodrow beseitigt worden sein, bevor sie ihre Anzeige erstatteten. Die rumänischen Grenz­behörden haben Budenko nicht bemerkt. Er kann aber einen falschen Paß benutzt oder den Grenz­übergang an einer nickt beaufsichtigten Stelle, viel­leicht auf Dem Wege über Die Donau nach Bulga­rien, vollzogen haben.

Grenzzwischenfall am peipus-Gee.

Estnische Grenzwächter von Sowjetleuten erschossen.

Reval, 9. Febr. (DNB.) Auf dem Eise be^ Peipus-Sees hat sich ein neuer estnisch-sowjetrussi­scher Grenzzwischenfall ereignet. Der auf estnischer Seite Drei Todesopfer gefordert hat. Zwei estnische Grenzwächter waren mit einem Kutscher zu Der üblichen Patrouille längs Der abgesteckten inneren Grenzlinie ausgefahren, die 500 Meter xDon her eigentlichen Grenze entfernt liegt. Bis zum Abend kehrten sie jedoch von ihrer Fahrt nicht zurück. In der Nacht teilten dann Die sowjetrussischen Grenz­behörden her estnischen Grenzwache mit, daß die Vermißten bei einem Feuergefecht den Tod gefunden hätten. Die Sowjetrussen be­haupteten, daß Die estnischen Grenzwächter sowjet- russisches Gebiet betreten hätten in her Absicht, sow­jetrussische Fischer sestzunehmen.

Sämtliche Blätter weisen die verlogenen sowjet- russischen Behauptungen energisch zurück. Man ver­mutet, Daß Die estnischen Grenzwächter mit Gewalt von sowjetrussischen Grenzwächtern auf sowjet- russisches Gebiet verschleppt wurden, um sich an ihnen für die kürzliche Erschießung von zwei den estnischen Wachposten Widerstand leisten­den sowjetrussischen Grenzwächtern auf estnischem Hoheitsgebiet zu rächen.

DieLandwirWafirustdieZligend

Ein Appell Gauleiter Sprengers.

3XS(5. Aus Anlaß ber Werbung für die Landarbeitslehre, die von ber Hiller-Ju- genb in Zusammenarbeit mit Dem Reichsnährstand burchgefuhrt wirb, erlaßt Gauleiter unb Reichs st atthalter Sprenger folgenben Aufruf:

Der Tag ber Schulentlassung stellt bie Jugend vor bie Berufswahl. Ellern unb Jugendliche, ver­geßt bei euren Ueberlegungen bic Landwirt- schaft nicht. Denkt immer baran, bah wir alle nicht leben können, wenn für unser tägliches Brot nicht gesorgt wirb. Das Bauerntum ist ber Quell ber ewigen Erneuerung ber Ration. Staat unb Partei werben bafür sorgen, baß bieser Le- bensquell nicht versiegt, sonbern weiter gekräftigt wirb. Allen strebsamen Menschen wirb in ber Canb- wirtschaft ein sicheres unb stetiges Aus­kommen gegeben. Der Reichsnährstand sorgt burch bie Bereit st ellung ausgesuchter Lehrstellen für eine gute Ausbildung, als Voraussetzung für ein späteres Vorwärtskommen. Die lanbwirtschaftliche Gefolgschaft wirb vom Reichs- nährstanb burch bie geschaffenen befonberen Ein­richtungen nach jeder Richtung hin betreut Wer sich bie Lanbwirlschafl zum Lebensziel erwählt, wird es nicht zu bereuen haben. Denkt daran und stellt eure Söhne unb Töchter für bie Ausbildung der einzelnen landwirtschaftlichen Berufszweige zur Verfügung.

Schönheitsideal ber deutschen Madel.

Der Reichsjugendführer ruft zur Mitarbeit imVDM.-Werk,MaubeundSchönheit"auf

B e r l i n , 9. Febr. (DNB.) Der Iugendführer des Deutschen Reiches richtet an alle Gymnastik- lehrerinnen folgenden Aufruf zur Mit­arbeit:Ein neues Werk ist im Entstehen. Unsere nationalsozialistische Jugendbewegung will die 17- bis 21jährigen Mädchen in ihrer Gemeinschaft er­fassen, die dem Wesen und den Wünschen der Mädel dieser Altersstufe entspricht. Gnmnastikkurse, Sport und Bewegungsspiele sowie A r beitsgemeinschaften kultureller 21 r t sollen im Rahmen des BDM.-WerkesGlaube und i Schönheit" für alle Angehörigen der neuen Organi­

sation veranstaltet werden. Gymnastiklehre­rinnen, helft dabei mit! Ihr seid dazu be­rufen, gemeinsam mit unseren B D M- Sportwartinnen die weibliche Jugend aus­zubilden und ihrem Schönheitsideal zu dienen. Wir wollen eure Fähigkeiten unb Erfahrungen für die große Erziehungsaufgabe unserer Jugendbewegung einsetzen. Wir setzen eine größere Zahlhaupt- amtlicherKräfte ein und bedürfen einer st a r - kenehrenamtlichenBeteiligung. Es gilt, unserem Glauben und unserem Schönheitsideal zu dienen! Die Jugend hat die ParoleGlaube und Schönheit" auf ihre Fahne geschrieben. Die Ju­gend Adolf Hitlers ruft euch! Meldungen zur Mitarbeit bitte ich an das BDM.-WerkGlaube und Schönheit", Reichsjugendführung, Berlin NW 40, zu richten."

Oie Reich^-Lansivrechersäule.

Berlin, 9. Febr. (DNB.) Der Rundfunk er­faßt Millionen von Volksgenossen. Ader er ist vor­wiegend zur Unterhaltung da und muß von poli­tischen Übertragungen möglichst entlastet werden. Das systematische Erfassen der Volksgenossen wird durch Die Organisation Der Reichs- Laut sPre­ch e r s ä u l e n geschaffen, die von den Rundfunk­stellenleitern der NSDAP, betreut werden wird. Die Neichszentralen in Berlin und München sind mit Den Gauzentralen und diese wieder mit den Kreis­zentralen verbunden. Jeder Kreis hat 100 Reichs- Lautsprechersäulen und einige Nebenanschlüsse. Zur Übertragung gelangen politische Ansprachen Des Führers und seiner Beauftragten.

Die Säulen werden durch zwei Typen dargestellt. Die große Lautsprecher-Werbesäule, bie im ganzen Reich nur in einer Anzahl van etwa 6000 Stück in Den Großstädten und größeren Kreis­städten aufgestellt werden soll, ist eine architekto­nisch schöne sechseckige Leuchtsäule. Sie wird an Wirtschaftsunternehmen vermietet. Der zweite Typ ist.eine kleinere Säule ohne Werbe­flächen in Form eines Lautsprecherpilzes. Sie findet in kleinen Ortschaften und dort Verwendung, wo in großen Städten Verkehrsrücksichten Die Auf­stellung Der großen Säule verbieten. Beide Säulen tragen oben die Richt- ober Runbftrahler (Groß­lautsprecher) und im Fundament Die elektrischen Apparate. In sechs Jahren wird ganz Deutschland mit Diesem Nachrichteninstrument versehen sein.

Oie Kreispropagandaleiter tagten in Frankfurt.

NSG. ImSteinernen Haus" in Der Gauhaupt- ftaDt versammelten sich am Mittwoch bie Kreispro- paganboleiter des (Baues Hessen-Nassau zu einer be-

deutungsvollen Tagung. Das Referat hielt Gaupro- paganboleiter Stöhr. Irn Mittelpunkt seiner Aus­führungen über aktuelle Aufgaben bes Parteipro­gramms stanben bie Behanblung bes Problems ber Landflucht unb bes ßanbarbeiterman- g e l 5 unb ber Appell, sich für ben Auftrag bes (Bau­leiters, in ber Jubenfrage bie restlose Durch­führung bes Parteiprogramms sicherzustellen, mit allen Kräften einzusetzen.

Die neuen Werkstoffe auf der Internat Automobil-Ausstellung

Auch ein Modell der Fabrik für den Volkswagen wird gezeigt.

Berlin, 9. Febr. (DNB.) Wieweit Die Kraft- fahrtinbustrie sich in die Durchführung des zweiten Vierjahresplanes eingeschaltet hat, zeigt auf der kommenden Internationalen Automo- bilausftellung die vielseitige 'Berftoff- schau, die einen hervorragenden Platz in der neuen Halle an der Masurenallee erhalten hat. Im rechten Flügel ber Masurenhalle werben die neuen Werkstoffe im deutschen Kraftfahrzeug veranschau­licht, während auf den beiden Seitenständen neue Werkstoffe in der Forschung unb Entwicklung ge­zeigt werden. Der Mittelstand ist derart aufgebaut, daß um ein im Schnitt gezeigtes Fahrzeug auf pult- förmigen Tischen die einzelnen Erzeugnisse auf­gelegt sind, und zwar in ber Gegenüberstellung aus ben früher verwendeten und Den heute zum Einbau gelangenden Werkstoffen. 75 verschie­dene Erzeugnisse werden auf diesen Tischen zu sehen sein, Werkstücke, die früher lediglich aus hoch deoisenbelasteten Rohstoffen hergestellt wurden und heute meistens aus beoifenfreiem Material entstehen, z. B. Kurbelgriffe, Zier, unb Adfteckleisten, Dich­tungen, Brems- unb Kuppelungsbelege, Textilien für Ausschlag- unb Bespannungszwecke usw. Die Forschungsinstitute bes Forschungsrates, ber vom Reichsverkehrsministerium betreut wirb, zeigen Ar­beiten aus ihren Gebieten, u. a. auch interessante Prüfgeräte.

Zur rechten Seite ber Masurenhalle wird die .deutsche Autoindustrie eine Auswahl Der Spitzen- ' erzeugnisse auf Dem Gebiete Des Motoren- und Ge­triebebaues zeigen. Beim Eintritt in diesen W?st' flügel sieht ber Beschauer ein großes Modell der Fabrik für den beutschen Volks- wagen, für die noch in diesem Jahr ber Grund­stein gelegt werben soll. Dieses Bauwerk wird sich in seiner Architektur würdig in die Reihe Der be­reits verwirklichten Bauprojekte bes Dritten Reiches einfügen.