Ob ereilsf eld, 8. August 1938.
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kommen!
ganz großen, ilich träumtest
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damit du es weißt. Meine Erfindung hat die gebührende Anerkennung gefunden."
las ihn noch einmal, schüttelte verständnislos den Kopf, begann aber doch zu ahnen, daß da irgendein schändliches Spiel im Gange war.
War das nicht eine Verschwörung? Herrn Rade- gast wollte man ihr also abspenstig machen? Und Peter Stoll sollte versuchen, sie zu gewinnen, well es — weil es für alle von Vorteil sei?
Es war nicht anders, als wankte plötzlich der Boden unter ihren Füßen. Konnte man sich so in einem Menschen täuschen? So unglaublich es schien, aber — war dieser Brief nicht der offensichtliche
mal angekauft wurde. Was würdest du sogen, He- liuschka, wenn ich jetzt in diesem Augenblick, einen niedlichen kleinen Scheck mit einer schönen, runden, fünfstelligen Zahl aus meiner schäbigen alten Brief-
beiden Frankfurter Sonderzuge verlassen den Gau schon am 5. September. Außer den Teilnehmern des Kreises Groß-Frankfurt fahren mit diesen Zügen der Gaustab, die Mitglieder des NSDStB. und die Teilnehmer der Kreise Offenbach und Hanau.
Die restlichen Züge fahren am 7. September nach Nürnberg. Zn dem Zug, der in Gießen ab'geht, mhren die Teilnehmer aus den Kreisen Alsfeld-
„Wenn das unsere Eltern noch hätten erleben dürfen!" Er strich ihr das Haar aus dem Gesicht. „Sag mir einen Wunsch, Heli, einen ganz großen, irgendeinen Wunsch, von dem du heimlich träumtest und der dir bis heute unerfüllbar blieb. Ich kann nicht anders, ich muß dir eine ganz große Freude
Nach einer längeren Pause fand nun am Montag auf den Wiesen vor der Gail'schen Fabrik eine Truppenvereidigung des E.-Bataillons statt. Die Ehrenformation präsentierte, als Hauptmann Schnede! dem in der Abwesenheit von Oberstleutnant Meuther mit der Führung des Bataillons beauftragten Hauptmann Kampmann die Aufstellung meldete. Nachdem der stellvertretende Bataillönskommandeur die Fronten abgeschritten hatte und nachdem der evangelische Standortpfarrer Ausfeld und für den katholischen Teil der Truppe Standortpfarrer Kaplan Haenlein, die Mannschaften auf die Feierlichkeit dieser Stunde vorbereitet hatten, richtete Hauptmann Kamp- mann eine kurze Ansprache an die Kameraden. Er wies aus die Bedeutung dieser Stunde im Leben eines jeden Soldaten hin, der durch den Fahneneid in die Kameradschaft der deutschen Wehrmacht ausgenommen werde, die den Schild für und über Deutschland halte. Er erinnerte an die Augusttage vor 24 Jahren, als sich gleichfalls eine Front von
Unter Eid und Waffe!
Dereidigungsfeier beim L-Bataillon Gießen.
taschen nähme?"
„Herrgott, du, ich würde vor Begeisterung einen Purzelbaum schlagen."
„Tue es!" sagte Peter würdevoll und rückte allen Ernstes den Rauchtisch beiseite."
„Du hast wirklich —?"
„Ich habe!" Er griff mit einer unvergleichlich beiläufigen Bewegung in die Brusttasche und zauberte das angekündigte Papier auf den Tisch. „Nun?" lächelte er, indem er sich bedachtsam und erwartungsvoll über das Kinn strich.
Da riß nun Heli freilich gewaltig die Augen auf. „Dunnerkiel, zehntausend Mark!" Geradezu andächtig flüsterte sie cs.
„Wo bleibt der angekündigte Purzelbaum?"
Sie lächelte, schob dell Rock bis übers Knie hinauf, bückte sich — und schon war es geschehen, einmal, zweimal, dreimal. Nun saß sie neben dem Schreibtisch auf dem Boden, die Haare hingen ihr verwegen ins Gesicht. „Du könntest meinem Beispiel folgen!" lachte sie. „So ein Purzelbaum ist ein prachtvolles Mittel, das Herz zu erleichtern."
Peter hob die Nase. „Es würde meiner Würde schlecht anstehen, mich vor einem halbwüchsigen Mädchen lächerlich zu machen."
Sie war im Nu auf den Beinen. „Du — das halbwüchsige Mädchen nimmt du zurück — ober —!"
Aber diesmal wurde es nichts aus der Balgerei. Bevor sie anfangen konnte, hatte er sie in die Arme genommen. „Heli — ist es nicht wundervoll?"
„Ja!" sagte sie ernst, und ihr Gesicht war dicht vor dem seinen. „Peter! Daß du es nun wirklich geschafft hast! Ich freue mich so!"
„Peterle!"
„Jawoll!" sagte er und warf sich in die Brust. „Die Erdöl-AG. wird sich auf die Produktion meines synthetischen Petroleums umstellen. Unter ^einer Leitung, wohlgemerkt! Ich bin als Ehefchenuker angestellt worben unb werbe ein Gehalt beziehen, das im Vergleich zu meinen bisherigen Einkünften geradezu fürstlich zu nennen ist!"
„Junge, Junge, wieviel denn?"
„Habe Geduld, mein Lieblina! Ich werde es dir im Lauf der nächsten Tage schonend beizubringen versuchen. Im übrigen ist es noch nicht alles. Ich bin außerdem am Gewinn beteiligt, ganz davon ab-
Jn tiefen Tälern unb in Tropfsteinhöhlen
Die Gießener HI. in der Fränkischen Schweiz.
nichts für ihr armes Köpfchen.
Große Ordnungsliebe schien nicht Herrn Stolls besondere Stärke zu sein. Wie er alles herumliegen läßt! Wenn man neugierig wäre, könnte man in seine ganzen Geheimnisse einbringen.
Nein, gewiß nicht! Gisela Mertens hatte gewiß nicht die Absicht gehabt, ben Brief zu lesen, der da, mit einem Glaswürfel beschwert, auf einem Stoß anderer Papiere in einem flachen Briefkorb lag. Sie wollte sich gerade dem Fenster zuwenden, aber da sprang ihr ein Wort in die Augen, das alle guten Vorsätze über den Haufen warf.
Im ersten Augenblick war sie geneigt, an eine Sinnestäuschung zu glauben, denn was sollte wohl der Name Radegast in einem Brief, der an Heli Stoll gerichtet war?
Sie schaute noch einmal hin, aber das. Wort blieb bestehen, klar und deutlich.
Mit einer hastigen Bewegung griff sie nach dem Brief, den Toni Kindlmann an Heli Stoll ae- schrieben hatte. Sie las ihn von Anfang bis Ende,
So fand Peter, als er nach Hause kam, seine Schwester allein vor.
„Unb ich habe eigens eine Einladung ausgefchla- gen!" rief er in gerechter Enttäuschung. „Die Herren wollten mich zu „Lutter unb Wegener" „mitnehmen, um bas große Ereignis zu, begießen."
Heli sah ihn nachbenklich an. „Ich weiß nicht, was mit bem Mäbel los war. Erft schien sie mir ganz prachtvoll, aber zum Schluß würbe sie immer zugeknöpfter. Uübrigens ist sie bereits verlobt, laß also beine Hoffnungen fahren! Erzähl mir lieber, wie es war! Ein großes Ereignis sollte begossen werden? Das klingt recht vielversprechend!"
Peter hatte Hut unb Mantel wütend in eine Ecke geschleudert. „Was sagst du? Verlobt hat sie sich? Mit diesem Radegast? — Ich dreh dem Gauner den Hals um."
„Kaum der richtige Weg zu Giselas Herzen! — Aber erzähl doch fchon, Peterle! Haben sie dich gleich zum Generaldirektor gemacht? Haben sie dir die Aktienmehrheit angeboten?"
Er mußte wider seinen Willen lachen, und nun drängte es ihn selbst, sie an dem großen Erfolg teilnehmen zu lassen, der ihm widerfahren war.
Er packte sie an beiden Ohren unb zauste sie. „Erstens, meine Teuere, wirst du dir in Zukunft einen respektvolleren Ton angewöhnen müssen. Ich 1 bin nicht mehr dein kleiner unmündiger Bruder,
sehen hatten. , „ , ,
Wir haben heute in Oberailsfeld einen Ruhetag eingelegt. Am Abend soll ein Dorfgemeinschafts- abend steigen. Dazu werden schnell noch ein paar Lieder aufgewärmt und Spiele gelernt. Es wird auf jeden Fall ein Abend, der sich sehen lassen kann. Die Vorbereitungen lassen schon erkennen, daß es „ganz knorke" wird. Die Stimmung der Fahrten- gruppe kann nicht besser sein.
Die Mütter können beruhigt sein, es ist alles ae- funb und munter, Heimweh hat bis jetzt keiner br
durch die starke Reibung an den Luftmassen gleichsam entzündet werden. Dabei' verpuffe-n sie vollständig. _
Daß sich der Volksglaube mit den fallenden Sternen eingehend beschäftigt, ist keineswegs verwunderlich. Nach einer kleinrufsischen Sage sind die Sternschnuppen Teufel, die den guten Engeln, die als richtige Sterne leuchten, gleichen möchten. Weit verbreitet ist auch die Auffassung, die die Esthen aussprechen, wenn sie beim Fallen einer Sternschnuppe erklären: „Einer ist wieder gestorben, sein Stern fiel vom Himmel." Bei uns hat aber außerdem die Ansicht allgemeine ©ültigfeit, daß man sich beim Fallen einer Sternschnuppe vor allen Dingen etwas wünschen soll. Der Wunsch wirb angeblich in Erfüllung gehen. Unb deshalb flüstern sich namentlich die Liebenden ihre Wünsche zu, wenn sie an diesen schönen Sommerabenden unter dem sternbesäten Himmel spazieren gehen und dabei das Wunder der fallenden Sterne sehen. Andere aber klopfen schnell an ihre Geldtasche, namentlich wenn sie leer ist, und hoffen dann ... Sch.
Bornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Signale nach London".
Es kostete sie nach Helis Rückkehr eine große Ueberwindung, die Unbefangene-zu spielen, und sie verabschiedete sich unter irgendeinem Vorwand früher, als sie ursprünglich geplant hatte.
22.
icrn, Wetterau und Wetzlar. Der von Limburg kommende Zug befördert die Teilnehmer aus den Kreisen Biedenkopf-Dillenburg, Limburg-Unterlahn, Maintaunus-Obertaunus, Oberlahn-Ufingen, Ober, westerwald, Untertaunus, Untermefterwalb. Der Zug ab Darmstadt führt die Parteigenossen aus Den Kreisen Bergstraße, Darmstadt, Groß-Gerau, Oben- malb unb Worms nach Nürnberg. Der von Mainz abgehende Zug befördert die Teilnehmer aus den Kreisen Alzey-Oppenheim, Bingen, Mainz, Rhein- gau - St. Goarshausen, Wiesbaden, Untertaunus.
Musik- und Spielmannszüge werden von den Kreisen Groß - Frankfurt, Hanau, Wetterau unb
Zwei hinter Gisela.
Vornan von Hans Hirthammer.
Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werbau/Sa.
20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
„N—nein!" wich Heli verlegen aus. „Darauf ist mein Bruder bei seinen Forschungen gestoßen. Es muß sich überhaupt erst zeigen, ob es wirklich stimmt. — Aber nun muß ich Sie ein Weilchen allein lassen. Ich habe vorhin zu meinem Schrecken festgestellt, daß ich vergaß, Butter zu besorgen. Sie bleiben doch zum Abendbrot, nicht wahr?
„Wenn es Ihnen recht ist, — gern!"
Heli verließ das Zimmer, unb nach ein paar Minuten vernahm Gisela, wie braußen bie Flurtür sich öffnete und schloß.
Sie blätterte noch eine Zeitlang in bem Buch, dann floppte sie es zu unb stanb auf.
Der Inhalt des Bücherschrankes enttäuschte sie. Lauter wissenschaftliche Sachen, damit hätte sie wenig anfangen können!
Uno das mar wohl der Schreibtisch dieses Herrn Peter Stoll? Eigentlich hätte sie ihn ganz gern kennengelernt, diesen jungen Mann, der solch lebhaftes Interesse für sie zeigte.
Sie beuate sich über ein Blatt Papier, bas, mit chemischen Formeln übersät, auf bem Schreib- tisch lag. Hu, so viel Gelehrsamkeit! Das wäre
Aus Oer Stadt Gießen.
Fallende ©ferne.
Jeber Kalenbertag hat gemäß einer alten Ueber- lieferung seinen befonberen Heiligen. So ist der 10. August dem heiligen Laurentius gewidmet. Laureuttus war römischer Diakon, der im Jahre 258 als Märtyrer für feinen Glauben verbrannt wurde. Nach ihm ist eine Erscheinung benannt, die wir gegenwärtig am nächtlichen Himmel in besonderer Schönheit sehen können: den Laurentius- schwarm.
Man hat die Sternschnuppen dieses Schwarmes, der alljährlich periodisch wiederkehrt, die „Tränen des heiligen Laurentius" genannt. Damit ist ihnen eine poetische Bedeutung gegeben, die zugleich erkennen läßt, daß der Vorgang selbst immer schon besondere Aufmerksamkeit gefunden hat. Sternschnuppen fallen zwar während des ganzen Jahres, und wer ein sorgfältiger Himmelsbeobachter ist, kann fast in jeder Abendstunde Sternschnuppen wahr- nehmen. Aber bie Erscheinung ganzer Stern- schnuppenschwärme ist erheblich seltener. Im wesentlichen sind es zwei Schwärme, bie alljährlich auf» treten: um ben 10. August nämlich und um Mitte November, die nach ihren Ausgangspunkten am Himmel als Perfeiden und Leoniden von den Astronomen bezeichnet werben.
Es ist ein eigenartiges unb einbrucksvolles Bild, wenn über ben nächtlichen Himmel bie Sternschnuppen raketengleich hinschießen, plötzlich aufleuchten unb ebenso schnell wieder verglühen. Der Astronom sagt, baß es sich dabei um kleine unb allerkleinste Teile von Weltkörpern, sozusagen um „Weltspäne", hanbelt, die an sich falt unb dunkel sind. Sie glühen nur auf, wenn sie in ben Anziehungsbereich der Erbe gelangen, da sie bann
die in diesen Uniformen steckten, auserlesene Gestalten, lauter Enakssöhne, strotzenb m Kraft unb Gesundheit und auch voller Lebensfreude, heiteren Temperaments und fast immer freundlich im Umgang. Kein Wunder, daß sie vor hundert Jahren zu den volkstümlichsten Gestalten des öffentlichen Lebens gehörten! Die gemütliche Bezeichnung „Schwager , dem Brauch solcher allgemeiner verwandtschaftlicher Anreden aus bem Anfang bes 18. Jahrhunderts entnommen, bürgerte sich bald für sie ein. Sie waren eine stolze unb selbstbewußte Zunft, wohl miffenb, daß überall, wo sie hinkamen, bie Blicke wohlgefällig auf ihnen ruhten, und daß die Leute aus den Türen eilten, wenn sie ihr Horn erschallen ließen.
Schön zu blasen war der höchste Ehrgeiz jedes Postillons, unb mancher unter ihnen brachte es über die üblichen Signale hinaus zu wirklicher Kunstfertigkeit darin, so daß die luftigen ober wehmütigen Weisen weithin hörbar bie Landschaft erfüllten, ja, gradezu mit der Landschaft selbst zu einem harmonischen Eindruck verschmolzen, wie Lenaus Gedicht von der lieblichen Maiennacht es so prächtig schildert. Wie allen Privatfuhrleuten der Gebrauch des Posthorns bei schwerer Strafe verboten war, so wurde anderseits der musikalische Ehrgeiz der Postillone von oben her mit allen Mitteln, auch nut geldlicher Belohnung, gefördert. So befiehlt die preußische Postordnung von 1812 den Postmeistern, darauf zu halten, daß „fleißig und wohl geblafen" wird.
Manche Posten waren auf die Leistungen ihrer Postillone besonders stolz, es wurden schwierige Stücke eingeübt, indem sich die Führer des Hauptwagens und der „Beichaisen" zu Duetten, Terzetten unb Quartetten während der Fahrt vereinigten. Da konnten auch bie Großen im Reich der Töne ihr? Helle Freude daran haben, Robert Schumann erzählt feiner Braut von einem Leipziger Postillon, dessen lustige Trompeterstückchen auf ihn gewirkt hätten wie der beste Champagner, und auch Händel, Bach unb Beethoven verbauten bem Posthornklang manche Anregung. Die Fürsten ehrten ihre Postillone, inbem sie sie bei festlichen Gelegenheiten, namentlich bei Hochzeiten in ihrer schmucken Tracht ben Zug eröffnen ließen. Friedrich der Große, ber für die „hanbfesten Kerls" eine besondere Vorliebe hatte, ließ bie Ueberbringer von Siegesdepeschen durch Trupps von 24 bis 48 berittenen Postillonen begleiten, deren Horngefchmetter eine eindrucksvolle Begleitung zu der Verkündung ber Freubenbotschaft bilbete.
Die Fahrtenabteilung des Bannes 116, bie gegenwärtig in ber Fränkischen Schweiz wellt, hat sich nun ausgeteilt in kleinere Gruppen von je 18 bis 20 Hitlerjungen. Der Zug brachte sie, nachdem das Zeltlager bei Bug am See abgerissen wurde, von Bamberg nach Ebermannstadt. Schon während ber Bahnfahrt erschloß sich bem Auge ein herrliches Landschaftsbild. Der sattelförmige Höhenrücken bes „Walberlo", auf .dem schon die Germanen einen Thingplatz errichtet hatten, unb jetzt noch jebes * ' Walpurgis lange Prozessionszuge aus der Imgegenb ihr Ende finden, fand überall
DOM.- u.LM.-ilntergau 116 Gießen
Heute ab 17.30 Uhr wird in der Müllerfchen Bade-anstatt bie Schwimmprüfung für ben Führe- rinnen-Fünfkampf abaenommen. Außerbem kann gleichzeitig ber Reichsschwimmfchein Nr. 1 unb 2 durch 15« bzw. 45-Minuten.Dauerschwimmen erworben werden.
Sonntag, 14. August, von 8 bis 10 Uhr, findet auf bem Universitäts-Sportplatz ber Unter- führerinnen-Dreikampf für bie Gießener M.- unb IM.-Gruppen statt. Die Gruppenführerinnen sorgen bafür, baß alle in Frage kommenden M.- unb IM.- Führerinnen pünktlich mit Sportzeug antreten. Listen mit ben Namen mitbringen. Zu den Wettkämpfen sind wieder Schleuberball, Bandmaß unb Stoppuhr mitzubringen.
Sonntag, 21. August, findet 25-Kilometer- Wanbern für bas BDM.-Leistungsabzeichen statt. Genaue Zeit wird noch einmal bekanntgegeben.
Sechs Sonderzüge zum Reichsparteitag.
NSG. Die Politischen Leiter unb Zuschauer aus dem Gau Hessen-Nassau werben in diesem Jahre I in sechs Sonberzügen nach Nürnberg gebracht. Die
Wiesbaden gestellt.
Orthopäden Tagung in Gießen.
Wie bereits vor kurzem berichtet wurde, findet vom 3. bis 5. Oktober d. I. die 3 3. T a g u n g b e r D e u t» schen Orthopädischen Gesellschaft m Gießen statt. Der inzwischen erschienenen vorläu- figen Tagesordnung ist u. a. folgendes zu entnehmen. Die Eröffnungssitzung findet in der Aula ber Lubwigs-Universität statt, die weiteren Sitzungen sämtlich im Hörsaale der Unioersitäts-Frauen-Klinik. Am ersten Derhandlungstage werden die beiden Hauptthemen „Orthopädie und schaffendes Volk" und .Orthopädische Technik" verhandelt. Der zweite Sitzungstag sieht folgende Hauptthemen vor: „Ortho- pädie und Frauenheilkunde": „Primäre Knochenge- chwülste" und „Dererbungsfragen". Der dritte und letzte Sitzungstag stellt das Hauptthema „Vitamine und Hormone" und brinat außerdem eine Reihe freier Einzelvorträge. Im Rahmen der Tagung find ferner eine Anzahl geselliger Veranstaltungen vor- gesehen. Taaunasleiter ist Professor Dr. Pitzen von der Orthopädischen Klinik in Gießen.
Gietzener 2Bod)enmarftpceüe.
* Gießen, 9. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche,
Die nfl.-Dolhewohlfohrt verschickte bisher teil 2 Millionen Kinder
)ur Erholung und gab ihnen somit frohe fetlentoge. vielem Werk kannst Du bienen durch Deine Mitgliedschaft jur DSU. und durch Spenden von fteiplbheiL
Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C’ 11%, Klasse D 10%, ausländische 12, Enteneier 11% bis 12% Pf., junge Hähne, % kg l,lö bis 1,15 Mk., Suppenhühner —,90 bis 1,05 Mark, Wirsing, grün 10 bis 12 Pf., Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 20. bis 25, gelb 20 bis 25, Erbsen 20 bis 28, Tomaten 20 bis 45, Zwiebeln 10 bis 14, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 50 bis 60, Kartoffeln, neue 6, 5 kg 55 Pf-, 50 kg 4,50 bis 5,50 Mark, Falläpfel, % kg 10 bis 12 Pf., Pfirsiche 50 bis 60, Himbeeren 50 dis 55, Brombeeren 55 bis 60, Blumenkohl, das Stück 10 bis 30, Salat 8 bis 15, Salatgurfen 10 bis 40, Ein» machgurken 2 bis 10, Endivien 5 bis 15, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf
*♦ Ehe- und Mieter-Jubiläum. Am heutigen Dienstag, 9. August, kann bas Ehepaar Wilhelm und Mathilde Koster, geb. Dogeimann, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Seit 25 Jahren wohnt das Ehepaar Koster auch im Haus von Klaus Neurath, Asterweg 26. Herzlichen Glück- wünsch!
** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 29. Juli bis 5. August ein: Gegen Kraftfahrer mit 9 Anzeigen und 5 Verwarnungen und Belehrungen: gegen Radfahrer mit 4 Anzeigen und 5 Verwarnungen und Belehrungen: gegen sonstige Fahrzeugführer mit 11 Anzeigen unb einer Verwarnung und Belehrung.
machen."
Heli guckte angestrengt auf seine Nasenspitze. „Es ist ein recht närrischer Einfall!" sagte sie endlich. „Du wirst lachen, aber ich mochte jetzt mit dir in jenes kleine Cafö am Engelufer gehen, weißt du noch, wo wir vor fünf Jahren den Kampf begonnen haben. Wir hatten gerade soviel Geld, daß wir eine Tasse Kaffee kaufen konnten. Am andern Tag mußten wir hungern — aber unser Mut war grenzenlos!"
„Ja, unser Mut war grenzenlos! — Komm, zieh dich an, Heli, mir fahren hin! Erinnerst du dich, du hättest damals so gerne noch ein Stück Apfelkuchen gegessen, aber dazu reichte es nicht mehr!"
23.
' Gleich bei ber morgenblichen Begrüßung am an« bem Tag mußte Gisela Mertens bie Feststellung machen, baß bie Geschichte mit bem autobesitzenben Herrn unfreundlich ausgenommen worben war.
Fräulein Hinterhuber begnügte sich, einen kurzen, unverständlichen Brummton herauszuquetschen, während Herr Weißfloh mit ber Miene eines schwer gekränkten Mannes, bem aller Glaube an bas Edle abhanden tarn, Giselas Gruß erwiderte.
Gisela verzog die Lippen, lieferte bie Zigarren ab unb setzte sich an ihre Maschine, ohne baß s>e Miene gemacht hätte, bie schulbige Aufklärung' zu geben.
Die Hinterhuber unb Herr Weißfloh htten sich nie sonderlich ins Herz geschlossen, aber nun schienen sie sich in einer Art Notgemeinschaft gefunden zu haben. Das zeigte sich besonders ausfällig,, als Fräulein Hinterhuber das Fenster öffnete, eine Handlung, die sonst regelmäßig Herrn Weihstoys flammenden Widerspruch zur Folge hatte.
Sogar Babett Hinterhuber fiel es auf, daß heute das gewohnte Räuspern ausblieb, mit dem Herr Weißfloh feinen Protest einzuleiten pflegte.
„Zieht es Ihnen auch nicht, Herr Weißfloh. fragte sie scheinheilig, nachdem sie eine Welle vergeblich auf bie vertrauten Anzeichen (eines jn« grimms gewartet hatte.
„Gewiß nicht, Fräulein Hinterhuber, lassen Sie ruhig auf!" Seine Stimme war sanft und frieoucy. „Ein bißchen frische Luft kann nicht schaden. Es ist ein herrlicher Tag heute, finden Sie mcht.
(Fortsetzung folgt!)
Männern unb Jünglingen bildet«, um ben Säbel für das Vaterland zu ziehen unb sich heldenmütig gegen eine Welt von Feinden zu behaupten. Diesem Geist der Hingabe unb bes Opferwillens für etwas Großes, für bas Vaterlanb, für bas Millionen gefallen ober verwunbet wurden, in bie Herzen ber Rekruten zu tragen, bas fei auch bie größte Aufgabe währenb einer kurzen Dienstzeit. Der Hauptmann machte ben jungen Solbateh verständlich, daß es eine Ehre fei, Waffenträger ber Nation zu fein unb er gab bem Wunsch Ausbruck, daß Zeiten der Schmach, wie wir sie in ben Jahren zwischen 1918 unb 1933 erleben mußten, nie mehr wieder- kehren mochten. Dann trat Der Bataillons-Adjutant vor und die Truppen schwuren auf die De$en ihrer Offiziere bem Führer des Deutschen Reiches unb Volkes unb bem Obersten Befehlshaber Treue unb Gehorsam. Der stellvertretende Bataillonskomman- deur, Hauptmann Kampmann, brachte bas „Sieg-Heil" auf ben Führer aus. Mit den Liedern ber Nation klang bie Feierstunbe aus.
Jahr an Walpurgis lange Prozessionszuge aus oer ganzen Umgegend ihr Ende finden, fand überall großes Interesse.
Von Ebermannstadt aus zogen die Fahrtengruppen einzeln ihren Tageszielen entgegen. Die Fränkische Schweiz machte auf alle einen starken Eindruck Tiefe, enge Täler taten sich uns zwischen steil aufstrebenden Bergen auf. Dazwischen liegen, wie von Riefenhand zerstreut, gewaltige Felsblocke, die ber Fränkischen Schweiz ihr charakteristisches Ge- präge geben. Die Fahrtengruppe ber Gefolgschaft 2 marschierte noch bis Streitberg, einem kleinen Ort, der aber von mächtigem Fremdenverkehr erfüllt ist. Ueberhaupt sieht man in ber Fränkischen Schweiz im Sommer fast mehr Fremde als Einheimische. |
Die Dörfer sind ziemlich klein. Ein Dorf, so groß wie die Dörfer ber Wetterau, sieht man hier über- ......m f u .
Haupt nicht Orte mit 50 ober 60 Einwohnern sinb Lauterbach, Büdingen-schotten, Gelnhausen, Schluch. hier keine Seltenheit. — ----------
In Streitberg hatten wir Gelegenheit, bie größte Tropfsteinhöhle Deutschlanbs zu besichtigen. Durch einen 400 Meter langen Gang, m bem bie angenehme Kühle von nur + 12 Grad Celsius herrschte, mußte man gehen, um die phantastischen Stcinge« bilde besichtigen zu können. Märchenhafte Grotten boten sich bem Beschauer bar. Beim Beklopfen ber kerzen- und harfenartigen Gebilde konnte man einen glockenreinen Ton Horen. Eine halbe Stunde brachten wir in der Hohle zu, bis wir alles ge-
Beweis, daß Heli aus ganz bestimmten, zwar undurchschaubaren, aber fehr selbstsüchtigen Gründen ihre Bekanntschaft gesucht hatte. . . . , .
ein Vorwand gewesen war. Helis verlegenes Ausweichen vorhin ließ fast darauf schließen.


