Horst zu eurem Dienst, zu eurer Arbeitsstätte, zu eurer Freude und zur Ehre unseres geliebten Vaterlondes zu gestalten.
Diesen denkwürdigen Tag möchte ich aber nicht vorübergehen lassen, ohne des Mannes zu gedenken, dem wir alle unsere Arbeit verdanken, unseres Führers Adolf Hitler, denn das eine ist sicher, ohne Adolf Hitler stände heute keiner an dieser Stelle. In diesem Gedenken begrüße ich Sie vor den Toren des schönen Horstes und übergebe Ihnen,
allen viele treue Herzen entgegenschlagen möchten. Der Abend beweise schon, daß es den Fliegern nicht nur gegeben sei, einen tadellosen Parademarsch zu zeigen, sondern auch Volksgemeinschaft zu pflegen. Mit dem Hinweis auf die unverbrüchliche Zusammengehörigkeit in unserer großen Volksgemeinschaft schloß der Oberbürgermeister seine sehr beifällig aufgenommene Ansprache.
Im Anschluß daran zeigte sich Georg Heß mit den Kirch-Gönser Mädchen in der Hüttenberger
Tracht auf der Bühne. Unser Heimatdichter brachte den Fliegern zunächst ein gereimtes Grußwort und forderte zum Schluß zum Tanze auf, der mit einer „Damenwahl" begann. Sodann sah man die Offiziere der Flieger mit den Hüttenbergerinnen sich unter allgemeinem Beifall im Walzertakt drehen. Bald herrschte an allen Tischen angeregte Unter- Haltung, und wie im Fluge vergingen die Stunden des Abends, der einen glücklichen Abschluß des für unsere Stadt so bedeutsamen Tages darstellte.
He ute Oiensteinschränkungen beim Postamt.
Am 9. April, dem Tag des Großdeutschen Reiches, treten folgende Diensteinschränkungen beim Post- amt Gießen ein:
1. Sämtliche Schalterstellen, mit Ausnahme der Briefausgabe beim Postamt, Bahnhofstraße 91, schließen um 17 Uhr.
2. Die dritte Ortsbriefzustellung fällt aus.
Heil Hitler!
für die ganze Wohnung
Thomas
Ortsgruppenleiter.
auf- von
Die Hörer dankten mit herzlichem und seht verdientem Beifall. Hans Thyriot.
klafum - räume
sind staubarme Räume
sehr verehrter Herr Kommandeur, nun den Schlüs
sel zum Fliegerhorst Gießen mit dem Ruf:
Es lebe die Kampfgruppe 11/254 und die mit ihr verbundene Stadt Gießen!
Es lebe die deutsche Luftwaffe!
Es lebe Deutschland!
Es lebe der Führer!
Rach der Entgegennahme des Schlüssels hielt der Kommandeur
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. Erich Obst, Ordinarius für Geo- graphie an der Technischen Hochschule Hannover, wurde in gleicher Eigenschaft cm die Universität Breslau berufen.
eine ungemein preußische Erscheinung, ein Offizier mit ausgeprägten, festgefügten Begriffen und Vorstellungen, ein Mann des Willens, dessen glühendes Herz nur in wenigen Augenblicken leidenschaftlicher Beredsamkeit sich verrät, ein einsamer Mensch ohne träumerische Illusionen, der nur durch die Große seines Charakters und die Unbeirrbarfeit seines Handelns ein Schicksal zu zwingen vermag, das be- reite hoffnungslos gegen ihn entschieden zu haben scheint.
Als wichtigster Gegenspieler: der von Herrn v. Gschmeidler gegebene König; hier bestach zunächst die äußere Erscheinung, bie den bekannten Zügen Friedrich Wilhelms III. ausgezeichnet angenäherte Maske. Dem entsprach vollkommen das Seelenbild des schwächeren, aber hart und ehrlich um die Entscheidung ringenden Monarchen, in dem eine nicht minder strenge Auffassung des preußi- schen Evangeliums lebendig ist, — daneben aber freilich auch das absolutistische Prinzip des 18. Jahrhunderts, in dem er erzogen und groß geworden ist: ein sehr nüchtern denkender, aber auch sehr mißtrauischer und manchen Einflüssen preisgegebener Mensch, den sein Gewissen in schwere Hemmungen verstrickt.
Für die heftig und leidenschaftlich aufbegehrende, ihrem heißen Herzen unbedenklich folgende Jugend sprachen vor allen andern Herr Weiland (Dohna) und Herr Schorn als der Studiosus Schröter. Die beiden einzigen Frauengestalten in diesem heroisch intonierten preußischen Mönner- stück: Else Monnard, voll Wärme und hingebender Herzlichkeit, als Scharnhorsts Freundin Riekcken; Helga Retschy, als die junge Tochter des Generals, eine schmale, mädchenhaft herbe Erscheinung. Daneben seien Herrn Kühnes nobel vergeistigter Hardenberg, Herr Greif als unheilvoll beschwörender Kalckreuth, die Herren D o l ck (in der leise komischen Charge des traurigen Konjunkturritters Bagrow), Geiger, Dittmar und Himberg hervorgehoben. — >
Oberstleutnant Laüner
eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Mit
^USSBODENBELägH Hip
richtiger und dankbarer Freude nehme ich Ihnen, Herr Bauleiter E i ch h o l z, den Schlüssel
Letzte Winke zum Wahltag.
Allen Volksgenossen in Gießen zur Beachtung dringend empfohlen!
Wahlschleypdienst in Gießen.
Diejenigen Volksgenossen, die zu ihrem Wahllokal nicht gehen können und deshalb gefahren werden wollen, sehen sich am Wahltag rechtzeitig telephonisch mit der für sie zuständigen Ortsgruppe in Verbindung. Diese wird dann für die Beförderung zum Wahllokal sorgen. Die Gießener Ortsgruppen sind unter folgenden Fernsprechnummern zu erreichen:
Giehen-Witke: 3454
Gießen-Ost: 3330
Gießen-Nord 3514
Gießen-Süd: 3716.
Kreisleitung Wetterau der K5D2Tp.
Standkonzerte am heutigen Samstag.
In Abänderung der bereits veröffentlichten Anordnung spielen die Musikkapellen heute an nachstehenden Plätzen:
1. Die Kreiskapelle von 15 bis 16 Uhr am Kreuz- plah und von 17 bis 18 Uhr am Selterstor.
2. Die Skandarlenkapelle 116 von 16 bis 17 Uhr am Selterstor und von 17 bis 18 Uhr am Kreuzplah.
3. Das Musikkorps des Jnf.-Rgts. 116 von 16 bis 16.45 Uhr am Kreuzplah.
Kreisleitung Wetterau der NSDAP.
Die Rundfunkübertragungen am „TagdesGroßdeutschenReicheS"
DRB. Für den heutigen „Tag des Großdeutschen Reiches" sind folgende Reichssendungen des Deutschen Rundfunks vorgesehen:
10.30 Uhr: Eintreffen der Treuestaffeln des RSKK. aus dem Reich am Westbahnhof in Wien.
11.00 Uhr: Eintreffen des Sonderzuges des Füh» rers am Westbahnhof. Abschreiten der Ehrenkompanie durch den Führer. _
11.57 Uhr: Reichsminister Dr. Goebbels verkündet vom Balkon des Wiener Rathauses den „Tag des Großdeutschen Reiches".
12.02 Uhr: Der Führer nimmt vor dem Rathaus die Treuebotschaften des RSKK. aus 31 Gauen des Deutschen Reiches entgegen.
19.45 Uhr: Bericht von der Fahrt des Führers durch die Straßen Wiens zur Nordwestbahnhalle.
20.00 Uhr: Gauleiter Bürckel begrüßt den Führer. Der Führer spricht.
Richt zu spat hmgehen.
Die Abstirnmungs- und Wahheit am Sonntag beginnt um 8 Uhr und endet pünktlich um 17 Uhr, also 5 Uhr nachmittags. Da diesmal angesichts der doppelten Bedeutung des Tages der Andrang zu den Wahl- bzw. Abstimmungslokalen noch stärker sein wird als bei den Märzwahlen von 1936, empfiehlt es sich, schon die frühen Vormittagsstunden zur Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflicht zu benutzen. Dann hat man den ganzen übrigen Teil des Sonntags bis zum späten Nachmittag reichlich Zeit, sich seinen Angelegenheiten zu
mit Napoleon zu sprengen. Friedrich Wilhelm, in schwerem Gewissenskonflikt, glaubt sich an den Bündnisvertrag mit Frankreich gebunden, von seinen Generalen verlassen und verraten. Das Volk wiederum, hier in Bürgern und Studenten verkörpert, glaubt sich von Scharnhorst getäuscht und preisgegeben, der die geplante Rebellion gegen den unbegreiflich zaudernden König nicht mitmachen kann und will.
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So gerät Scharnhorst, noch ehe der entscheidende Kampf gegen den gemeinsamen Gegner draußen begonnen yat, zwischen zwei Fronten im Innern und rückt damit (wir deuteten es schon in der ersten Besprechung des Schauspiels an) in die Nähe des Kleistischen Kurfürsten: wie dieser wird der General zum Verkünder des altpreußischen Staatsgedankens, der auf Gehorsam und Pflichterfüllung gegründet ist; Scharnhorst weiß, daß niemand — weder er selber noch das Volk — von dem auf den König geschworenen Eide entbunden werden kann.
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Weil Scharnhorst dergestalt dem Volke, dem Staate und dem König die Treue hält, die Verantwortung für sein Handeln aber, wie Yorck bei Tauroggen, allein auf sich nimmt, „bewahrt er Preußen vor dem Schicksal Frankreichs" (im Jahre 1789) und zwingt er den König, das Gebot der Stunde und des Handelns zu erkennen. Friedrich Wilhelm begreift, daß dieser General, in dem er einen Rebellen witterte, nicht nur den Dolkswillen, sondern auch das alte Evangelium des Staates und des Königtums in Preußen verteidigt, und diese Erkenntnis stellt ihn an die Seite Scharnhorsts und des Volkes.
In letzter Stunde hat sich die bedrohlich zerrissene Front im Innern geschlossen; jetzt ift der Weg frei, und niemand kann die Erhebung aufhalten; Scharnhorst fordert die totale Wehrhaft- machung der Nation; der König, aus schwerem Ge- wissenszwang aufatmenö befreit, löst das unnatürliche Bündnis mit Frankreich und tritt an die Seite Rußlands. Die Zeit ist reif geworden für den be- rühmten „Ausruf an mein Volk", ©neifenau 'st schon auf dem Wege von England nach Preußen zurück; wer aber im Ueberschwang nationaler Leidenschaft das eiserne preußische Staatsgesetz der Pflichterfüllung und des unbedingten Gehorsams glaubte verleugnen zu können, der wird sich jetzt, im Kampf um die Freiheit, auf den gefährlichsten Posten zu bewähren haben.
Nicht der historische Tatbestand also ist in Menzels Schauspiel itnfc für feine Bewertung das
zu unserem Fliegerhorst in Empfang. Zu unserer Freude ist nun der lang erwartete Tag gekommen, an dem wir unser endgültiges Heim beziehen können. Ich kenne viele Fliegerhorste in Deutschland, und daher kann ich wohl sagen, daß der F1 i e - gerhorst Gießen einer der schönsten i st. Daß dies so ist, verdanken wir zum großen Teile Ihnen, Herr Bauleiter E i ch h o 1 z, und allen ihren Mitarbeitern. Mit welcher Liebe und Sachkenntnis hier gearbeitet worden ist, können alle die besonders ermessen, die Gelegenheit hatten, Einzelheiten dieses Baues mit Ihnen und mit Ihren Mitarbeitern an Ort uni) Stelle au besprechen. Was Sie, Herr Bauleiter Eichholz, und Ihke Mitarbeiter hier geleistet haben, das werden wir Flieger nicht vergessen, stellt doch diese Anlage ein Werk dar, das uns stets erinnern wird an Ihr Können, Ihren Fleiß und Ihren Schaffensdrang und an die tatfrohe Mithilfe aller Ihrer Arbeitskameraden. Mit Stolz und Freude ziehen wir nun in den neuen Horst ein. Unseren herzlichen Dank für dieses schöne Heim aber bringen wir zum Ausdruck mit dem Rufe: Herr Bauleiter E i ch h o l z und alle seine Mitarbeiter Hurra! Dankbar stimmten die Soldaten in den Ruf ein.
Der Einzug in den Horst.
Nach der Deffnung der Haupttores durch den Kommandeur und nach der feierlichen Ablösung der bisheriaen -Wache durch die Wache der Fliegertruppe folgte die feierliche Flaggenparade, bei der auf das Kommando des Kommandeurs „Heißt Flagge!" unter den Klängen des Präsentiermarsches die Flagge hochgezogen wurde.
Dann folgte, mit der Fahne an der Spitze, der Einmarsch der Einheiten der Fliegertruppe in ihr neues Heim.
Volksgemeinschastsabend.
Der festliche Tag fand seinen schönen Ausklang mit einem Dolksgemeinschaftsabenb in der Volks- Halle. Der Abend wurde zu einem Volksfest im wahren Sinne des Wortes.
General F e l m y nahm ebenso daran teil, wie der Kreisleiter mit seinem Stabe, wie viele Offiziere mit ihren Angehörigen, die Soldaten der Fliegertruppe, Angestellte und Arbeiter, die am Bau des Fliegerhorstes beschäftigt waren, und darüber hinaus viele Volksgenossen. Die Volkshalle war denn auch gut besetzt. Zwei Musikkapellen — die Musikkorps der Flieger und unserer 116er — lösten sich mit ausgezeichneten musikalischen Darbietungen ab und spielten bann ununterbrochen zum Tanze auf, so daß die Bühne der Volkshalle überhaupt nicht leer wurde.
Oberbürgermeister Ritter hielt eine furse Ansprache, in der er die Flieger npch einmal herzlich willkommen hieß und dann davon sprach, wie ein frischer Wind allenthalben in unserem Vaterland wehe, seitdem es in Deutschland wieder eine stolze Wehrmacht gebe. Gießen könne auf den heutigen Tag besonders stolz sein. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß unsere Stadt den Fliegern eine lebendige und schöne Heimat werden möge,/und
Wesentliche: dafür waren von jeher und sind noch heute die Geschichtsbücher zuständig. Es kommt auch nicht auf die letzte, mit Waffengewalt erzwungene Entscheidung über Preußens Behauptung oder Untergang an — sondern auf die Entscheidung vor der Entscheidung, auf die Klärung der inneren Fronten, aus eine Auseinandersetzung, die nicht mit dem Degen, sondern nur mit Charakterstärke und menschlicher Reife zu führen ist — ohne Blütner- gießen und ganz im Innern. Und Scharnhorst, wie auch der König, bewährt sich als Held (nicht im kriegerischen, sondern im dramatischen Sinne), indem er den einzig möglichen Ausgleich findet, der Freiheit und Notwendigkeit, persönliches und über« persönliches Gesetz miteinander in Einklang bringt.
Man wird bemerkt haben, daß dieses Schauspiel zu den nicht übermäßig zahlreichen zeitgenössischen Dramen zu rechnen ist, welche nicht nur bildhafte Szenen und natürliche Spannung aufweisen, sondern eine von Grund aus dramatische Fabel besitzen, um ein echtes Problem kreisen, es zu stellen und zu lösen wissen, und mit Charakteren und deren Entwicklung rechnen. Das ist viel und das ist mit hoher Anerkennung festzustellen. Daß das Stück, wie seinerzeit bereits gesagt wurde, seinem innersten Wesen nach auf einer Freilichtbühne nichts zu suchen hat, dürfte ebenfalls klar geworden sein.
Die Qualitäten von Menzels Drama traten in der von Dr. Erich Schumacher geleiteten Aufführung erst ins rechte Licht: es war die reifste und einheitlichste Leistung, die wir hier von ihm gesehen haben. Alle die eben erwähnten Elemente, welche Gesicht und Haltung des Werkes bestimmen, waren in der Inszenierung folgerichtig zusammen- gefaßt und übersichtlich ausgebr/itet Man erlebte die innere Auseinandersetzung, die das Grund- gefüge der drei Akte bildet, in einer so sachlichen wie lebendigen Darstellung, in einer Wiedergabe, die von echtem dramatischen Impuls getragen und anqetrieben war — ohne die ablenkende Wirkung von Aeußerlichkeiten und ohne unangemessenes Pathos. (Ein paar leichte Schwankungen im dialek- tischen Zusammenhalt werden sich unschwer aus- gleichen lassen.) — Vorzügliche Raumgestaltung wiesen die von Herrn Löffler entworfenen Szenenbilder auf, der von Spitzbogen begrenzte Saal des Königs wie das schlichte Biedermeierzimmer des Generals.
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Den Scharnhorst gab Herr Geißler, der seit jenem fanatischen Kleriker in der „Uta von Naumburg" keine so starke und persönlich geschlossene Darstellung geliefert hat. Sein Scharnhorst war
NSDAP., Ortsgruppe Sießeu-Mitte
Das Hoheitsgebiet umfaßt die Abstimmungsbezirke V, VI, XII, XVII, XVIII.
Gesamtleitung: Ortsgruppenleiter Pg. Hans Weber.
Partei-Zentral-Wahlbüro: Geschäftsstelle Seltersweg 38, Telephon 3454. Leitung: Pg. Aug. Wolf, Pg. Georg Schelhom. Press e: Pg. Erich Schulte.
Abstimmungsbezirk V: Am Pfarrgarten, Gabelsbergerstraße, Hammsttaße, Kornblumengasse, Lahnstraße, In Löbershof, Mühlstraße, Kleine Mühlgasse, Neustadt, Sandgasse, Schanzenstraße, Tiefenweg. Parteiamtliches Wahllokal: Büro: Gebrüder Grieb, Neustadt 32, Telephon 4 007. Leiter: Pg. Hans Spnntag, Stellvertreter: Pg. Wilh. Horn jr.
Abstimmungsbezirk VI: An den Bahnhöfen, An der Kläranlage, An der Margarethen- Hütte, Bahnhofstraße, Grabenstraße, Hinter der Westanlage, Horst-Wessel-Wall. Parteiamt- liches Wahllokal: 'Gasthof „Württemberger Hof", Bahnhofstraße 15, Telephon 258 0. Leiter: Pg. Willi Eichenauer, Stellvertreter: Pg. Adolf Philipp. „
Abstimmungsbezirk XII: Bleicbstraße, Gnauthstraße, Goethestraße, Henselstraße, Lessing- straße, Lonystraße. Parteiamtliches Wahllokal: Bäckerei Sommer, Bismarckstraße 26/
III, IV und XVI, die infolge irgendeines Gebrechens nicht zur Wahlurne gehen können und dies den Blockleitern noch nicht gemeldet haben, geben Nachricht an die Geschäftsstelle, Marburger Straße 20, Telephon 3514. Für Abholung mit Auto wird Sorge getragen.
Oesterreichische Stimmberechtigte können nur im Abstimmungsbezirk XVI (Regierungsgebäude, Landgraf-Philipp-Platz 3, Sitzungssaal), der als alleiniger Abstimmungsraum zugelassen ist, abstimmen.
Betr.: Generalappell am 9. April 1938 auf dem Oswaldsgarten.
Sämtliche Politischen Leiter und Blockhelfer treten pünktlich um 18.15 Uhr vor der Geschäftsstelle an. Ich erwarte von allen Partei- und Volksgenossen,
Gießener Giadttheaier.
Gerhard Menzel: „Scharnhorst".
Der Schlesier Gerhard Menzel, geboren 1894 in Waldenburg, entstammt einer Kaufmannsfamilie und begann feine berufliche Laufbahn ganz un- literarisch als Banklehrlina in Breslau; nachdem er als Ulan vier Jahre im Kriege gewesen war, versuchte er es abermals bei der Bank, wurde abgebaut, ging in ein Goldwarengeschäft und hatte, als auch das nicht das Richtige zu fein schien, feine erste aktive Begegnung mit dem Film als Besitzer eines kleinen Kinos, wo er selbst auf dem Harmonium die Begleitung spielte . . . Eine größere Oeffentlichkeit wurde auf Mtznzels Begabung aufmerksam, als er 1928 für sein Kriegsstück „Toboggan" den Kleistpreis erhielt: wir haben damals die Darmstädter Aufführung ausführlich besprochen. Auf „Toboggan" folgten die Dramen „Fernost", „Bork" und „Liebhabertheater", ein Roman „Wieviel Liebe braucht der Mensch?" und ein Roman .Flüchtlinge", aus dem sich später der Film gleichen Namens entwickelte; Menzel hat dann eine Reihe weiterer Drehbücher geschrieben, unter denen „Morgenrot" (mit Forster in der Hauptrolle) einer der erfolgreichsten war. —
Menzels jüngstes Werk, das Schauspiel „Scharnhorst", haben wir im vorigen Sommer auf der Marburger Festspielbühne tennengelernt: ein historisches Drama aus den preußischen Befreiungskriegen. Der General Gerhard David Scharnhorst steht inmitten der Szenenfolge — und zwar in einer ähnlichen Isolierung — wie Gneisenau bei Wolfgang Goetz. Die eigentümliche dramatische Situation bei Menzel ergibt sich aus der doppelten Frontstellung seines Helden. Scharnhorsts eigentlicher Gegenspieler, Napoleon, bleibt unsichtbar: ehe der General den Kampf gegen den Kaiser auf« nehmen kann, ist — das macht den Inhalt der Fabel aus — die Lage in Preußen zu klären; das geschieht so, daß Scharnhorst schließlich mißverstanden gerade zwischen denen steht, die er an seine Seite zu zwingen wünscht, zwischen dem König und dem Volke.
Es geht um bit Ehre, um die Erneuerung und die Freiheit Preußens. Scharnhorst bereitet die be» roaffnete Erhebung der Nation vor, indem er, selber ein Kind des Volkes, dessen Willen dem Könige gegenüber für souverän erklärt. Armee und Volk haben, von Scharnhorst geführt, chre Entschlossen- hett bekundet, das unnatürliche Bündnis Preußens
PEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS soweit sie nicht schon m einer geschlossenen Formatton an dem Appell teilnehmen, daß sie sich um 19.30 Uhr restlos aus dem Oswaldsgarten ein- sinden.
Velr.: Anhören der Wahlergebnisse im Cafe Leib.
Am Wahlsonntag treffen sich ab 20 Uhr sämtliche Partei- und Volksgenossen mit Angehörigen im Cas6 Leib. Die Kreiska pelle ist für diesen Abend verpflichtet. Ich erwarte rege Beteiligung.
widmen, einen Ausflug zu machen ober dergleichen und kann rechtzeitig zu Hause am Lautsprecher die Mitteilungen über die Zählergebnisse abhören.
Es ist ferner angehracht, nicht ausgerechnet in der Mittagsstunde den üm diese Zeit erfahrungsgemäß starken Andrang noch zu vermehren. Es sollte wirklich eine Kleinigkeit sein, die geringe Mühe des Abstimmungsaktes in der günstigsten Tageszeit, also morgens, vorzunehmen.
Am allerwenigsten aber sollte man die Erfüllung seiner Abstirnmungs- und Wahlpflicht auf die Zeit der letzten Stunde, also von 4 bis 5 verschieben. Es darf keinesfalls vorkommen, daß sich noch in der letzten halben Stunde etwa „Schlangen" vor den Wahllokalen bilden, weil man zu bequem gewesen ist, früher hinzugehen. Jeder wartet nachts auf das Ergebnis, verzögert die Zählung nicht!
Ortsgruppe Gießen-Nord.
Zentrale: Geschäftsstelle, Marburger Str. 20, Telephon 3514.
Gesamtleitung : Ortsgruppenleiter Pg. Hermann Thomas. — Stellvertreter: Pg. Willi Wenzel.
Abstimmungsbezirk I: Auf der Bach, Burggraben, Hundsgasse, Kirchenplatz, Kirchstraße, Lindengasse, Lindenplatz, Marktplatz, Marktstraße, Walltorstraße, Wetzsteingasse, Wetzsteinstraße, Zozels- gasse. Abstimmungsraum: Schulhaus Kirchstraße 16, Saal 9, Erdgeschoß. Partei- Wahllokal: Cafä Leib, Malltorsttaße 38, Tele- phon 3792. Leiter: Pg. Karl Schneider.
Abstimmungsbezirk II: Asterweg, Dammstraße, Ederstrahe, Im Gartfeld, Schillerstraße, Schwarzlachwea, Weserstraße, Werrastraße, In der Schwarzlach. Abstimmungsraum: Schiller- schule, Schiller^ttaße 8, Saal 6, Haupteingang links. Parteiwahllokal: Wirtschaft „Nohl", Eder- sttaße 6, Tel. 3737. Leiter: Pa. Fritz Geißler.
Abstimmungsbezirk III: An der Hardt, Bootshausstraße, Gleiberger Weg, Hinter den Schießgärten, Krofdorfer Straße, Leimenkauterweg, Rodheimer Sttaße, Schlachthofstraße, Schottstraße, Schützensttaße, Wernerwall, $u den Mühlen, Grüner Weg, Holzweg, Am ßauferterober. Weg. Abstimmungsraum: Schulhaus Kirchstr. Io, Saal 5, Erbgeschoß. Parteiwahllokal: Wirtschaft „Pulvermühle", Rodheimer Sttaße, Telephon 3027. Leiter: Pg. Peter I ö ck e l.
Abstimmungsbezirk IV: Am Rbdtberg, Am Wingert, Böcklinstraße, Bückingstraße, Cranach- sttaße, Dürerstraße, Feuerbachstraße, Friedhofsallee, Holbeinstraße, Marburger Sttaße, Menzelsttaße, Spitzwegstraße, Steinsttaße, Thomastraße, Wiesecker Weg, Wißmarer Weg. Abstimmungsraum: SchillerschUle, Schillersttaße 8, Turnhalle. Par- teiwahllokal: Wirtschaft „Stadt Marburg", Marburger Sttaße 23, Telephon 3811. Leiter: Pg. Karl H i l l e b r e ch t.
Abstimmungsbezirk XVI: Brandgasse, Brandplatz, Braugasse, Diezstraße, Dreihäusergasse, Erlengasse, Kanzleiberg, Kaplaneigasse, Landgrafen- sttaße, Landgraf-Philipp-Platz, Marktlaubenstraße, Neuen Bäue, Schlohgasse, Schulstraße, Senckenbergstraße, Sonnenstraße, Trillergasse, Wagengasse, Weidengasse. Abstimmungsraum : Regie- rungsgebäude, Landgraf-Philipp-Platz 3, Sitzungssaal. Parteiwahllokal : Gastwirtschaft „Frankfurter Hof", Lindengasse, Telephon 3521. Leiter: Pg. Georg Mohaupt.
Alle Volksgenossen in den Wahlbezirken I, II,


