führt zu werden, würde eine Neuordnung der internationalen Pressebeziehungen nach den Vorschlägen Dr. Dietrichs am allermeisten begrüßen. Denn er ist selber das häufigste Objekt der ausländischen Lügen- und Kriegshetze. H. Evers.
Zweiter „Wanderbund"-prozeß vor dem KattowitzerAppellationsgericht. Schwere Strafen gegen jugendliche Deutsche wegen „Geheimbündelei" bestätigt.
Kattowitz, 7. März. (DNB.) Nachdem, wie schon berichtet, erst vor wenigen Tagen das Katto- witzer Appellationsgericht in der Berufungsverhandlung in dem Kattowitzer Wanderbund-Prozeß das Urteil der ersten Instanz gegen 34 angeklagte jugendliche Deutsche bestätigte, ging vor dem gleichen Gericht nun der zweite Teil dieses Prozesses zu Ende. Die Staatsanwaltschaft Tarnowitz dehnte nach Abschluß des ersten Wanderbund-Prozesses im November 1936, in dem 41 jugendliche Deutsche wegen angeblicher Geheimbündelei auf der Anklagebank saßen, das Verfahren auf w e i t e r e 2 6 Per- fönen durchweg im jugendlichen Alter aus, die gleichfalls den inzwischen aufgelösten deutschen Jugendvereinen „Oberschlesischer Wanderbund Kattowitz" und „Tarnowitzer Wanderbund" angehörten. Auch in diesem Fcllle erblickte der Anklagevertreter das Dorliegen der „Geheimbündelei" darin, daß diese beiden Vereine untereinander geheime organisatorische Verbindungen und Untergliederungen aufrecht erhalten hätten. Außerdem sei in den Vereinen „politische Erziehungsarbeit im geheimen geleistet worden.
Von den 26 Angeklagten wurden im ersten Prozeß sechs zu je einem Jahr Gefängnis und acht zu Gefängnisstrafen von zwei bis zu sechs Monaten verurteilt. Bei elf Angeklagten unter 17 Jahren wurde die Unterbringung in einer Er- ziehungsanstalt angeordnet. Nur in einem Fall kam das Gericht zu einem Freispruch. Neun minderjährigen Jungen und Mädchen wurde eine Bewährungsfrist von drei bzw. vier Jahren zuerkannt. Das A p p e l l a t i o n s g e r i ch t, das sich auf Grund des Einspruchs der Verteidigung und der Anklagebehörde mit der Angelegenheit erneut zu befassen hatte, bestätigte auch hier die Urteile der ersten Instanz in vollem Umfange. In der Urteilsbegründung wurde erklärt, daß die Schuld der Angeklagten außer Frage stehe und jeder einzelne entsprechend seiner gesetzwidrigen Betätigung in den oben genannten Jugendvereinen bestraft werden müsse.
Erleichterte Bereitstellung von Land für Kleingärten und Kleinsiedlungen.
Berlin, 8. März. (DNB.) Bisher konnte Land zur Errichtung von Kleingärten nur für Erwerbslose enteignet werden. Die Beschaffung von Kleingartenland ist nun allgemein erleichtert worden, damit der sich immer stärker bemerkbar machende Mangel an neuem Kleingartenland behoben und Ersatzland für die Kleingartenanlagen beschafft werden kann, deren Räumung sich infolge dringender Bauaufgaben nicht vermeiden läßt. Weiter fft bestimmt, daß auch bereits klein- gärtnerisch genutztes Land, das die Eigentümer anderen Zwecken zuführen wollen, gegen angemessene Entschädigung enteignet werden kann, um es dauernder kleingärtne- rischer Nutzung zu erhalten. Die Finanzierung der Landbeschaffung wird dadurch erleichtert, daß die Enteignungsentschädigung in wiederkehrenden Leistungen gewährt, also allmählich aetilgt werden kann, wenn hierdurch die Lage der Entschädigungsberechtigten nicht unbillig erschwert wird. Der Reichsarbeitsminister kann mit Zustimmung des Reichsministers der Finanzen die Reichsbürgschaft für die Zahlung der wiederkehrenden Leistungen übernehmen.
Großzügige Meliorationen in Nord-Hannover.
Diepholz, 8. März. (DNB.) Der Oberpräsident der Provinz Hannover, Stabschef Lutze, unternimmt eine Besichtigungsfahrt durch den Norden der Provinz. In Diepholz besichtigte der Oberpräsident die Vorarbeiten zu dem Projekt der Duemmer-Hunte-Regulierung. Immer wiederkehrende Ueberschwemmungen machten hier bisher jeden Fortschritt der Landbevölkerung zunichte. Von dem von Ueberschwemmungen geschützten Ackerland können 51 000 Zentner Roggen geerntet werden. Die jährlichen Mehrerträge des geschützten Grünlandes werden über 51 Millionen Liter Milch oder 3,8 Millionen Pfund Butter betragen. Wenn man die Mehrerträge auf die gewonnene Gesamtfläche umrechne, würden damit 21 000 Hektar Neuland geschaffen werden. Ein Gebiet im Gesamtumfange von 47 000 Hektar, also größer als die Pontinischen Sümpfe, soll jetzt in Kulturland umgewandelt werden. Die Kosten für die Wasserregulierung betragen rund neun Millionen Mark, die zu 90 v. H. vom Reiche übernommen werden. Weiterhin sind noch 30 Millionen erforderlich, um die Flächen, die durch die dauernden Ueberschwemmungen völlig versauert sind, in wertvolles Pflanzenfuttergelände zu verwandeln.
Arbeitstagung der deutschen Anwaltschast/
Berlin, 7. März. (DNB.) Die Arbeitstagung der Reichsgruppe Rechtsanwälte des Nationalsozia- liftischen Rechtswahrerbundes hat folgende Ergebnisse gehabt: Der Ausbau des Gesetzes zur Verhütung von Mißbräuchen auf dem Gebiete der Rechtsberatung wird lebhaft begrüßt. Ferner mühten weitere Bereinigungen des Einziehungswesens erstrebt werden. Einer unangemessenen Ausbreitung der Schiedsgerichtsbarkeit sei entgegenzutreten. Das Verhältnis des Syn- dikus-Anwalts mit der Beschränkung der Prozeßvertretung zum freien Anwalt sei weiter zu sichern. Beste Erfahrungen sind mit den Fortbiloungskur- sen des Arbeitswertes des NSRB. gemacht worden. Aus den Erfahrungen mit dem amtlichen Probe- und Anwärterdienst wurden Vorschläge über eine zweckmäßige Auswahl der für den Beruf Geeigneten mitgeteilt und eine Angleichung der Assessoren des anwaltlichen Probe- und Anwärterdienstes und der Notariatsassessoren angeregt. Nach den An- ordnunaen des Reichsministers Dr. Frank, sind die Mitglieder der Reichsgruppe Rechtsanwälte die alleinigen Träger der NS.-Rechtsbetreu- u n g. Diese erstreckt sich bisher in der Regel nur auf die Rechtsberatung. Die Reichsgruppe erklärt sich zur Ausgestaltung dahin oereit, daß die Anwälte in Armensachen vor den Amts- gerichten kostenlos die Prozeßvertretung übernehmen, soweit das Armenrecht nur für die Gerichtskosten bewilligt wird.
Herbert Hoover in Berlin.
Oer Führer empfängt den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten. — Schacht begrüßt Hoover als Vorkämpfer internationaler Zusammenarbeit.
Berlin, 8. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing den auf seiner Europareise in Berlin eingetroffenen ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Dr. Herbert Hoover, der von dem amerikanischen Botschafter in Berlin, Mr. Wilson, begleitet wurde.
Die Vereinigung Carl Schurz veranstaltete zu Ehren des früheren Präsidenten einen Empfang, an dem zahlreiche Vertreter von Partei und Staat teilnahmen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hob hervor, daß Präsident Hoover schon frühzeitig den geistigen Kontakt mit Deutschland gefunden habe. Er gedachte hierbei insbesondere der Zusammenarbeit bei der Sicherstellung der Ernährung der belgischen Bevölkerung während des Weltkrieges. Präsident Hoover habe ferner nach dem Waffenstillstand die Leitung der Hilfsorganisation übernommen, die sich der vorn Hunger bedrohten Kinder in Ost- und Mitteleuropa annahm. Aus demselben Verantwortungsgefühl heraus habe sich Hoover als Präsident der Vereinigten Staaten im Jahre 1931 während der allgemeinen Wirtschaftskrise entschlos
sen, entscheidende Schritte zu unternehmen, um endlich die Weltwirtschaft von den Folgen des Krieges zu befreien und den Weg zu einer internationalen Verständigung zu bahnen. Das „Hoover-Moratorium" führte zu dem Lausanner Abkommen von 1932 und damit zum Ende derReparationen.
Präsident Hoover dankte für den herzlichen Empfang, den ihm die Vereinigung Carl Schurz bereitet habe. Ausgehend von seinem Interesse für die technischen Errungenschaften habe er schon ftüh- zeitig eine große Bewunderung für die führende Rolle erhalten, die die deutsche technische Wissenschaft seit 500 Jahren innehabe. Es habe seiner Auffassung von der Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit entsprochen, wenn er sich mit allen seinen Kräften für die Wiederherstellung der durch den Krieg unterbrochenen internationalen Beziehungen eingesetzt habe. Gerade die Arbeit, Die die Vereinigung Carl Schurz leiste, sei von besonderer Bedeutung für die freundschaftlichen Beziehungen der Völker untereinander.
Die italienische Flottenparade vor dem Führer.
Vorführungen von mehr als 200 Schiffseinheiten im Golf von Neapel.
Der Führer wird die Parade zusammen mit dem Duce an Bord des Admiralschiffes „Conte di Cavour" abnehmen, das unser Bild zeigt. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Rom, 8. Marz. (DNB.) lieber die große Flottenparade zu Ehren des Führers im Golf von Neapel wurden interessante Einzelheiten veröffentlicht. An der Parade nehmen über 200 Schiffseinheiten teil, darunter die zwei umgebauten 25 000-Tonnen-Linienschiffe „C a v o u r"
und „Cesare" sowie 90 U-Boote. Der Führer wird zusammen mit dem Duce an Bord des Admiralsschiffes „Cavour" die Parade abnehmen. Der erste Teil der Parade spielt sich im Hafen von Neapel ab, wo das gesamte erste Geschwader in geschlossener Formation den Führer erwartet. Nach den vorgeschriebenen Ehrenbezeugungen wird das
Der Golf von Neapel. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Geschwader geschlossen den Hafen verlassen. Der zweite Teil zerfällt in eine Reihe von Kampfhandlungen, die unter Teilnahme der gesamten U-Boot-Flottille des zweiten Geschwaders unter weitgehender Einnebelung ihrer Formationen und unter starkem Einsatz von Bombengeschwadern bis auf die Höhe der Insel Ischia durchgeführt werden. So werden U-Boot- und Torpedo angriffe auf die beiden Linienschiffe „Cavour" und „Cesare^ stattfinden. In einer weiteren Phase werden Scharfschießübungen auf das funkentelegraphisch gelenkte Zielschiff „San Marco" ausbeführt. Später wird auf der Höhe der Insel Ischia ein Durchbruchsmanöver einer Torpedobootsflottille durchgeführt, anschließend werden die Linienschiffe von Flug- geschwadern mit Bomben- und Lufttorpedos aus geringster Höhe angegriffen werden.
Ein gewaltiges Schauspiel wird die Schlußphase bilden, während der sich sämtliche Einheiten der beiden Geschwader fächerartig vom Fuße des Vesuvs bis hinüber nach dem Posilippo verteilen und in vollem Flaggenschmuck auf einer Front von über 10 Kilometer Anker leaen. An dieser Front werden alsdann die geschlossenen IttBoots- Formationen vorbeifahren, während gleichzeitig die Schnellboote mit größter Geschwindigkeit im ganzen Hafen ausschwärmen und die Flugzeuge noch einmal über dem Golf erscheinen. Abends werden die Kriegsschiffe festlich illuminiert werden und den ganzen Golf mit dem Spiel ihrer gewaltigen Scheinwerfer beleben.
Krisenstimmung in Paris.
Chautemps will ein finanzielles Ermächtigungsgesetz fordern.
Paris, 9. März. (DNB.) Ministerpräsident C haut em ps soll im Kabinettsrat, bevpr er ein Ermächtigungsgesetz in finanziellen und sozialen Fragen anregte, erklärt haben, er sei bereit, zurückzutreten und die. Regierung einem Kabinett zu überlassen, das aus angesehenen politischen Persönlichkeiten, wie z. B. ehemaligen Ministerpräsidenten, gebildet werde. Der Kabinettsrat fei aber auf diesen Vorschlag nicht eingegangen. Er habe es für besser erachtet, durch eine Kammerdebatte d a s Parlament zu veranlassen, zu den von der Regierung vorzuschlagenden Maßnahmen selbst Stellung zu nehmen. Sollte ich im Verlauf der Verhandlungen mit den Partei- ührern Herausstellen, daß nicht nur die Kommuni- ten, sondern auch die Sozialdemokraten dem Ministerpräsidenten Chautemps das Ermächtigungsgesetz nicht bewilligen wollen, Dann würde Chautemps die Feststellung treffen, daß feine Regierungsmehrheit zerbrochen ist und unverzüglich den Rücktritt des Gesamtkabinetts erklären, ohne die Kammeraussprache abzuwarten.
Die „Epoque" erklärt, die plötzliche Verschärfung der innerpolitischen Lage werde in der Öffentlichkeit einiges Erstaunen Hervorrufen, doch habe man eine solche Entwicklung erwarten können. Chautemps mache heute das alciche wie die meisten seiner Vorgänger in den letzten Jahren: er verlange Sondervollmachten. Der finanzielle Mißstand, die Frankkrise und die Unmöglichkeit, eine Anleihe der nationalen Verteidigung ohne vorherige Bereinigung der Lage aufzunehmen trieben Chautemps zu dieser Forderung. Mit dem heutigen Tage werde ein Kampf von unvorhergesehener Tragweite rund um das Kabinett Chautemps einsetzen.
De la Roque schreibt, die Volksfront habe nunmehr bewiesen, daß sie nichts Dauerhaftes schaffen könne. Der Senat müsse jetzt die Initiative zu einem Waffenstillstand ergreifen. Der „M a t i n" aber glaubt, Kammer und Senat würden heute ober morgen doch das Ermächtigungsgesetz annehmen, ohne daß das Land aus dem augenblicklichen Chaos nicht herauszubringen ff. Ein radikalsoziales Blatt schreibt, in dem bisherigen Zustand der Ungewißheit und der Unruhe könne man nicht weiter leben. Ein Ermächti
gungsgesetz ist in französischen parlamentarischen Kreisen nicht beliebt. Zwar sind die Radikal s o z i a l e n bereit, dem Volksfrontkabinett, das unter der Führung eines der Ihren steht, alles zu bewilligen, was es nur fordern möchte, jedoch haben die Sozialdemokraten trotz ihrer Zugehörigkeit zur Volksfrontmehrheit keine große Lust, gerade einem Volksfrontkabinett, das nicht unter ihrer, sondern unter radikalsozialer Führung steht, durch Bewilligung eines Ermächtigungsgesetzes große Handlungsfreiheit zu geben. Die Die Regierung ja auch auf Dem Gebiet Der Arbeitsgesetzgebung benutzen könnte. Andererseits sind die Oppositionsparteien Der Mitte unD Der Rechten, Die Der Regierung | ür Lan - DesverteiDigungszwecke zwar gern Vollmachten erteilen wiirDen, zu einer Unterstützung Des Ermächtigungsgesetzes keineswegs fest entschlossen, Denn sie haben ohne Ausweitung Der Regierungsmehrheit nach rechts, nicht Die geringste Möglichkeit, zu überwachen, was Die Regierung mit ihren Befugnissen anfangen wird. So stehen Die Vorverhandlungen für Das Ermächtigungsgesetz weitgehenD unter Dem Zeichen einer Vertrauenskrise.
Protest gegend ie doktrinäre Außenpolitik der Labour Party.
L o n D o n, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Nachdem bereits vor acht Tagen Lord Arnold, Mitglied Des Oberhauses Der Labourparty, aus Der Partei ausgetreten war, hat nun auch Lord Sunderson die marxistische Partei verlassen Als Begründung führte er an, er fei mit der Außenpolitik Der Labourparty nicht einverstanden. Denn sie stelle eine Kriegsvorbereitung im Namen Der kollektiven Sicherheit bar und sei somit eine B e - Drohung des Weltfriedens. Lord Sünder- fon, der in der englischen Marxisten-Partei eine führende Rolle gespielt hat, war bereits 1936 wegen des Sanktionskrieges gegen Italien, den er verurteilte, aus dem Vollzugsausschuß der Partei aus- geschieden.
Sie Aeichsbank berichtet...
Im Verwaltungsbericht Der Reichsbank für das Jahr 1937 sind wieder zahlreiche volkswirtschaftlich bedeutsame Feststellungen getroffen. Die B a n - kenstutzungspolitik, die im Sommer 1931 in der großen Zahlungskrise zur Vechütung größeren Uebels eingeleitet werden mußte, ist im Jahre 1937 in aller Horm abgeschlossen worden. Der Verwaltungsbericht Der Reichsbank fagt hierüber, Daß größere Beträge von Aktien einiger Großbanken, Die Das Reich sechs Jahre lang in Besitz gehabt hatte, in PrivathanD übergefuhrt wurden Nach Der im nationalsozialistischen Deutschland Durchgeführten Bankenpolitik bestehen gegen Die Preisgabe solcher Reichsbeteiligungen an privaten Großbanken keine BeDenken mehr.
Im Kapitel über Finanzierungen steht der Satz an Der Spitze, daß Der Geldmarkt und die Kreditpolitik der Reichsbank auch im Jahre 1937 ihr Gepräge im wesentlichen durch Art und Umfang Der kurzfristigen V o r f i n a n zi er u n g d e r großen Reichsvorhaben erhielten. Wenn es auch im Jahre 1937 gelungen ist, einen größeren Teil der kurzfristigen Schulden in langfristige umzuwandeln, als Dies tn früheren Jahren möglich war, so konnte doch diese Umwandlung mit den großen Aufwendungen nicht Schritt halten, die das Reich im Interesse Der Landesverteidigung und des inneren Aufbaues machen mußte. Der Gesamtbettag an f e ft verzinslichen langfristigen Reichsan- lei h e n, die feit 1934 begeben worden find, hat sich im Jahre 1937 auf mehr als 8V2 Milliarden Mark erhöht. Bemerkenswert gering war die Vermehrung des Banknotenumlaufs, nämlich um nur 11 v. H. auf nahezu 5,5 Milliarden Mark. Es bedarf keines Beweises, daß die Steigerung der deutschen Erzeugungskraft und auch die Erzeugung selber im Jahre 1937 erheblich mehr gestiegen sind als um 11 v. H.
In der allgemeinwirtfchastlichen Einleitung deS Reichsbankgeschäftsberichtes wird die Tatsache ert wähnt, daß die Erzeugung und die Umsätze deÄ Jahres 1937 Ü6 er Denen der Konjunktiirjahrs 1928/29 lagen. Es wird hinzugefügt, daß die meisten Wirtschaftszweige bei der vollen Ausnutzung ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sind, daß alsü nicht nur von der personellen, sondern auch von Der materiellen Seite her eine Art Sättigungs- und Beharrungszustand erreicht ist. Der Bericht der Reichsbank folgert aus diesem Sachverhalt, daß auch für die Möglichkeiten des Kreditaufwgndes eine veränderte Lage geschaffen sei. Nachdem jahrelang die Entwicklung von Der Geldseite her vorwärts getrieben worden war, wird Die Weiterentwicklung künftig entscheidend von Der Güterseite her getragen werden. Die Zeit, in der die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten die wichtigste Rolle spielte, ist vorüber und wird auch sobald nicht wiederkehren, da in den nächsten zehn Jahren Die neu ins berufsfähige Alter eintretenDen oberen Volksschulklassen entsprechend dem Rückgang der Geburtenzahlen von 1924 bis 1933 eine rückgängige Tendenz haben werden. >
G e s ch ä f t l i ch hat die Reichsbank nicht weniger günstig abgeschnitten als im Vorjahr. Sie steht zwar unter staatlicher Aufsicht und wird von „Beamten" geleitet, hat aber trotzdem Den Charakter einer pri- vatwirtschaftlichen Aktiengesellschaft. Auf Das Kapital von 150 Millionen Mark werDen wie im Vorjahr 8 v. H. Dividende gezahlt, während das Reich mit 18,1 Millionen Mark, also etwa um die Hälfte mehr, an Den Erträgen Des Unternehmens beteiligt ist. Allerdings kommen Den Anteilseignern Der Reichsbank weitere 2 v. H. zugute, die jedoch zunächst jenem „Anlethestock" überwiesen werden, der aus Übergewinnen wirtschaftlicher Unternehmungen gespeist und mit dem eine kursstützende Nachfrage nach festverzinslichen deutschen Papieren geschaffen wird. Die in Den Jahren 1934, 1935 und 1936 aus Dem Reingewinn Der Reichsbank an Den Anleihestock gezahlten Beträge werden jeDoch gleichzeitig frei und ermöglichen" Die Auszahlung eines Betrages von 11,90 je 100 Mark Reichsbankanteil, und zwar in Form von Steuergutscheinen. Die an den Anleihestock überwiesenen Gewinnteile fließen also nach zweijähriger Betätigung im Anleihestock an Die Anteilseigner zurück.
Es ist selbstverständlich nicht Das geschäftliche Ziel der Reichsbank, ihre Umsätze nach Möglichkeit zu steigern. Sie ist als Trägerin des Reichsbanknotenmonopols ein bevorzugtes, mit staatlichem Sonderauftrag ausgestattetes Institut, dessen Aufgabe es ist, die im Laufe des Geschäftsjahres anfallenden Ausgaben zu lösen. Wenn trotzdem die Gesamtumsätze Der Reichsbank von rund 920 Milliarden Mark im Jahre 1936 auf 1130 Milliarden. Mark ttn Geschäftsjahr 1937 gestiegen sind, so erklärt sich das aus dem Erstarken Der Wirtschaft und Der Dadurch hervorgerufenen verstärkten Kapital- unD Geldbewegung. Bei dem starken Anteil, den Die Leitung Der Reichsbank bei der Abwicklung des deutschen Waren- und Zahlungsverkehrs hat, ist es verständlich, Daß sich Der Bericht auch mit Den Verbesserungen Der verschiedenartigen, zum Teil recht kurzfristigen Abkommen beschäftigt, Die Deutschland mit fremden Ländern abgeschlossen hat. lieber Die Auslandsverschuldung, für Die Reichswirtschaftsminister Funk in seiner Eröffnungsrede auf Der Leipziger Frühjahrsmesse vom letzten Sonntag einen deutschen Schritt zur Konsolidierung und Abtragung anfünDigte, sagt der Reichsbankbericht nur, daß sich Der Zinsen- und TilgungsDienst unter Aufrechterhaltung Der vor Jahren festgelegten Ueber- weffungseinschränkungen vollzog. Die kurzfristigen Auslandsschulden soweit sie durch Stillhalteabköm- kommen gebunden sind, sind im Jahre 1937 unter Die Milliardengrenze gesunken. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat bei verschiedenen Anlässen Die Kurzfristigkeit Der mit Dem Ausland getroffenen Waren- und Zahlungsabkommen als eines Der Hauptübel bezeichnet, die es verhindern, daß die Deutsche Ausfuhr prozentual die gleiche Steigerung erfährt, wie sie etwa Die Ausfuhr Großbritanniens und anderer europäischer Länder erfahren hat. rt.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsminister Dr. Goebbels sprach im Ossi- ziersheim des Wachregiments vor Offizieren
Berlin. Die Rede, in der Dr. Goebbels die politischen Fragen des Tages, die brennenden Probleme der Innen- uni Außen- pnhhf klar unb eindeutig umriß, fand die lebhafte Zustirmnung der Offiziere des Standortes. An- schließend verweilte der Minister noch mehrere Stunden ,n angeregter Aussprache im Kreis- des Offizierskorps. 1
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R-ichsstatthalter Genera, Ritter non Epp ist von Neapel aus zu einem mehrtägigen Aufenthalt in der italienischen Hauptstadt eingekroffen.


