Dienstag, 8. November 1YZ8
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 262 Zweites Blatt
| Fahnen heraus zum y.Aovember
Originelle Gasthausschilder
die
SA.-Slandarte 116.
r.k.
Wirksam
2
Stamm 1/116.
herrlich erfrischend, verhindert den Ansatz des gefürchteten Zahnsteins.
Stoße Tube 40 *BL, klein« Tube 25
Ein zweites und in gleicher Weise originelles Schild grüßt den Gast am Hause „Laubacher Wald". In hübscher Anordnung zeigt sich dieses Aushängeschild, das eigentlich nur ein Laternenträger ist. Auch hier ist eine Fülle ansprechender Motive vereinigt. Der Jäger mit dem kecken Hütchen, der die in ihren Formen reizvolle Laterne hält, die Eichenäste mit ihren Blättern, der Kuckuck, die Flinte des Jägers und das Waldhorn, das alles vereinigt ich hier in schöner und sinnvoller Weise.
Die beiden Aushängeschilder sind aus der Werkstatt des Schmiedemeisters Kopp in Laubach hervorgegangen. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Durchwandelte sacht
In der Nacht, in der Nacht, Das Tor mit dem gotischen Bogen."
Dornoliren.
Tageskalender für Dienstag.
gischen Klinik verstarb. Die polizeilichen Ermittlungen über die Schuldfrage sind im Gange.
BOM -Mävel kommen zur Zugendgruppe der NG.-Frauenschoff.
gfs. Am Sonntagvormittag wurden die aus dem BDM. ausscheidenden Mädchen in die Jugendgruppe der NS.-Frauenschaft übernommen. Die Feier fand in dem mit Blumen und Fahnen ge- chmückten Saal des Hotel Schütz statt.
Dem Ernst des bedeutungsvollen Schrittes, den diese jungen Mädchen nun unternahmen, entsprach die Gestaltung der Feier. Sie wurde eröffnet durch eine Triosonate voy Corelli für Klavier und zwei Violinen. Nach einem gemeinsamen und einem Lied der Jugendgruppe verabschiedete die stellvertretende BDM.-Führerin ihre Mädels. Sie berichtete, kurz über die Arbeit der Abteilung „Glaube und Schönheit" und erklärte, daß dort jedes Mädchen die seiner Befähigung entsprechende Beschäftigung gefunden habe.
Dann begrüßte die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Wrede die übernommenen Mädchen als Kameradinnen. Sie erklärte, daß im BDM. Dolks-
und Kulturgeschichte des Ostens an der Universitär Marburg, Dr. phil. Johannes Nobel, ist ' inm Ebrenmitalied der International Academv ot
Unter den mancherlei Sehenswürdigkeiten des Städtchens L a u b a ch und der Umgebung befinden sich auch kleinere, aber nicht weniger interessante Dinge, die einige Aufmerksamkeit verdienen. Neben dem schönen Brunnen in La u b ach, neben alten Fachwerkbauten findet man an einem der schönsten und ältesten Fachwerkhäuser, am Haus „Zur Eule", ein Gasthausschild, das durch feine schone und originelle Gestaltung auffällt. Es handelt sich um das Aushängeschild der Gastwirtschaft und Bäckerei „Zur Eule", das in feiner Anordnung alles enthält, was es für das Haus auszudrücken gilt. So findet man in diesem Aushängeschild nicht nur die
Hochschulnachnchien.
Der ordentliche Professor für Indische Philologie
Große Feierstunde der NSDAP.
Am Mittwoch, 9. November 1938, gedenkt Grohdeutschland der Gefallenen des Jahres 1923.
InGietzen veranstaltet die NSDAP, an diesem Tag eine Jeierstunde für die Toten der Bewegung um 20.30 Uhr in der Volkshalle. Es spricht:
der Kreisleiier.
Die Bevölkerung Gießens und die Volksgenossen aus Wieseck und Klein-Linden find hierzu herzlich eingeladen.
Eintritt frei! Saalöffnung 19.30 Uhr.
Kreisleitung Wetterau der NSDAP.
am Kugelberg an. Die Ehrengefolgschaft stellt die Gefolgschaft 11/116. Anzug: Winteruniform ohne Mantel.
Von der Universität Gießen.
Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Der ordentliche Professor für physiologische Chemie an der Universität Gießen, Dr. Robert Feul - gen, ist von der Kaiser!. Leopold. Carolin. Deutschen Akademie der Naturforscher in Halle in Anerkennung seiner hervorragenden Forschungen auf dem Gebiete der Nucleinsäure und verwandter Verbindungen und insbesondere auch der Phosphatide zu ihrem Mitglied ernannt worden._________________
Die Bevölkerung Gießens und darüber hinaus des gesamten Kreises Wetterau wird gebeten, an- läßlich des 9. Novembers 13 o U m a ff zu flaggen.
Backhaus, Kreisleiter.
Aufruf!
An alle EA.-Lportabzeichenträgcr.
Gemäß Verfügung des Stabschefs SA. Luhe haben sämtliche SA.-Sportabzeichenlräger an den örtlichen Veranstaltungen des 9.11.1936 teilzunehmen. Die Teilnahme zählt als 3. Wiederholungsübung für das Jahr 1938. 3m einzelnen wird hierzu folgendes angeordnet:
Sämtliche SA.-Sportabzeichenlräger des Standortes Gießen, die nicht der SA., NSKK.» NSFK.. H3. und Polizei angehören, treten am 9. 11. 1938 um 19.20 Ahr auf dem Hofe der Standarte 116, Senckenbergftraße, an. Zur Kontrolle ist das Lei- ftungsbuch und Vefihzeugnis mitzubringen. Das große SA.-Sportabzeichen ist zu dieser Veranstaltung anzulegen.
Die SA.-Sportabzeichenlräger außerhalb des Slandorles Gießen haben an den örtlichen Veranstaltungen, d. h. bei den für sie zuständigen Stürmen teilzunehmen.
Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz hatte viele Abenteuer hinter sich, als er im Sommer 1883 in einer Bucht Südwestafrikas vor Anker aina. Das väterliche Tabakgroßhandelshaus war schon dem Zwanzigjährigen zu .eng gewesen. Abenteuerlust trieb ihn nach Mexiko. Er wurde Cowboy und betätigte sich als Pferde- und Maul- tierzüchter. Schließlich kehrte er zwar ohne Geld, dafür aber mit vielen Erfahrungen nach Bremen zurück. 1881 starb der Vater und Adolf übernahm die Leitung des Geschäfts. Als einer der ersten gründete er in Südwestafrika eine Far- torei. Dann drohte das Tabakmonopol, und Lu-- deritz ließ in der Bucht von Angra Pequena Landaufkäufe vornehmen. Aber die ausländische Konkurrenz machte ihm viel zu schaffen. Er forderte von der Regierung Schutz für die deutschen Handeksgebiete in Uebersee. Bismarck empfing ihn in der Wilhelmstraße, und am 24. April 1884 sandte dann der Reichskanzler an den deutschen Konsul in Kapstadt das historische Telegramm. „Nach Mitteilungen des Herrn Lüderitz zweifeln die Kolonialbehörden, ob seine Erwerbungen nördlich vom Oranjefluß auf deutschen Schutz Anspruch haben. Sie wollen amtlich erklären, daß er und seine Niederlassungen unter dem Schutz des Reiches stehen. Bismarck." . „
Mit diesem Telegramm begann die osfizieue deutsche Kolonialpolitik, die bis dahm in den privaten Erwerbungen hanseatischer Handelshäuser ihre Vorläufer hatte. _ ,
Es war also anfangs der achtziger Jahre, ms Lüderitz mit feiner Brigg „Tilly in der Bucht von Lagos landete. Damals kreuzten bemerkenswert viele Schiffe im Südatlantik. Es waren solide Schiffe in gefechtsmäßigem Zustand. Und wenn es nötig fein füllte, dann würden diefe Kanonen auch losgehen. Die Welt erlebte den beispiellosen
Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Ein Sommernachtstraum". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Schatten über St. Pauli". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schuberts Unvollendete Symphonie".
Zum letztenmal „Ein Sommernachtstraum".
Heute abend findet die letzte Aufführung des großen Eröffnungserfolges dieser Spielzeit „Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare statt. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Musik Leitung: Heinz Markwckrdt. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 6. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr.
Probleme der musikalischen Volksbildung.
Beethovens sämtliche Violin-So na - t e n werden diesen Winter im Rahmen der Vorträge gespielt, die Prof. Temesvary unter dem Titel „Probleme der musikalischen Volksbildung" in der Universität hält. Ausführende sind die Herren Konzertmeister Ewald L a s s e n und Kapellmeister Heinz Markwardt. Der erste Vortrag findet Freitag, 11. November, 20.15 Uhr im Großen Hörsaal der Universität statt. Der Eintritt ist frei. Jedermann willkommen!
Hitler-Zugend Dann 416.
Glona-palast:
»Schatten über St. Pauli."
Hamburger Filme scheinen gegenwärtig große Mode zu fein; jedenfalls ist dies — nach „Fracht von Balttmore" und „Ein Mädchen geht an Land" — der dritte innerhalb weniger Wochen. Vielleicht wäre aus fpielplantechnischen Gründen eine Der« teilung auf längere Sicht vorzuziehen gewesen. Der Roman von Harald Baumgarten, der die Vorlage für das Drehbuch von Ernst Hasselba ch und Per Schwenzen lieferte, heißt „Wasserdroschke Junge Liebe"; der Filmtitel gibt dem Streifen einen etwas sensationellen Anstrich, während der Spielleiter Fritz Kirchhoff eher die volksstückmäßigen Züge der Fabel herauszuarbeiten versuchte. Der allmähliche Niedergang und Verfall einer ehemals angesehenen Hamburger Firma, die schlichte Liebesgeschichte zweier jungen Leute, Eifersucht, Entführung und Spritschmuggel bei Nacht und Nebel bilden die nicht ohne Geschick und mit unaufdringlicher Lokalfärbung romanhaft gemischten Hauptbestandteile der Handlung. Marie- luise Claudius in ihrer klarem, herzhaften Offenheit und Harald Paulsen, der halblaut und hinterhältig einen dunklen Ehrenmann stellt, sind die markantesten Gegenspieler. Theodor Loos, Gustav Knuth und Maria Koppenhöfer tun sich neben ihnen im figurenreichen Ensemble hervor. Der Komponist Wolfgang Zeller hat einen hübschen, volkstümlich sangbaren Walzer beigesteuert: „Mit der ,Alten Siebe4 gibt's ein Wieder- sehn!" — (Terra.)
Das Beiprogramm bringt die neue Wochenschau, einen Kriminalsketsch, einen Kulturfilm von den Wanderdünen der Kurischen Nehrung „unb einen Vorspann zum „Tag nach der Scheidung".
Hans Thyriot.
Aus Oer Stadt Gießen.
Zm Dorübergehen.
Ich hörte chn im Vorübergehen verdrossen sagen (unter einem Regenschirm), indes sich eine Begleiterin eng an ihn schmiegte): „Ah, dieses verdammte Regenwetter!" Und ich dachte, was er für ein Narr fei. Ich dachte an die Menschen in den Krankenzimmern, an die Tausende, die es in jeder Minute auf der Erde gibt, die fo froh wären, gesund und stark dahinzugehen, im herben, kräftigen, feuchten Geruch des Regens. Und ich sah nun doppelt ent- 3Ü<öie Lichter. Ihr Widerspiegeln im Nassen. Die jungen Mädchen vor regenbetupften Kinobildern. Die jungen Männer, die mit Hellen Augen ihre Fahrräder über die Straße steuerten, an Autos vorbei, an Straßenbahnen, stoppend an Ecken, wieder anfahrend, das Wasser sprühte ihnen ins Gesicht. Es war eine wunderbare Medizin. Einer lachte, seine Zähne blitzten.
Die Läden. So warm, so bunt, so vielfältig lockend gerade im Regen! Die drolligen, winzigen Schirmchen der Frauen, die zusammengeklappt so klein sind, daß sie in eine Handtasche passen. (Denn die Handtaschen sind heute groß.)
Die steinernen Figuren an den Häusermauern, Oie im Regen Leben gewannen. Atmeten sie nicht auf, war das Wasser nicht wie eine freundliche Dusche für sie, die. den Staub wegnahm? Die Anlage, in der es von allen Büschen tropfte und in die der gelbe Schein der Straßenlampen fiel; die Anlagen mit den einsamen Bänken, die nun bald ganz verschwinden; die Anlagen mit den Wegen, auf denen es quietscht, wenn der Fuß eines Nächtlichen auf das nasse Laub tritt.
lieber allem aber immer wieder die Lichter der sechsten Abendstunde, das einzige, große Gefunkel, mit dem sich die Städte an ihren Abenden schmük- ken. Und noch einmal dachte ich, wie man so närrisch sein könne, den guten Regen zu schelten, diesen Regen am Abend, in der Nacht, der leuchtenden Nacht. Und ein Vers fiel mir ein, den ich in diesen Tagen wieder las, Vers des toten Dichters August von Platen:
„Wie rafft ich mich auf in der Nacht, in der Nacht, Und fühlte mich fürder gezogen,
Die Gassen verließ ich, vom Wächter bewacht,
Morgen abend zur Kundgebung der NSDAP. I in der Dolkshalle tritt der gesamte Stamm 1/1161
Nigers hinaufwanderten. Seltsames Gepäck führten sie mit sich: gebündelte Fahnen. Bunte, schöne Flaggen, jeweils in den Farben der betreffenden Nationalität. Schade, sagte sich Adolf Lüderitz, da ist für mich nichts mehr zu machen...
Aber der Bremer Kaufmann war auch nicht ohne Gepäck gekommen. Herrliche Sachen entnahm er feinen Körben: eine alte Garde-Ulanen- Uniform für den Hottentottenhäuptling Josef Fre- berics aus dem Groß-Nama-Land, eine Dragoner-Uniform für den Oberhäuptling Kamaha- rero und für dessen Unterhäuptlinge alte Kürassier-Litewken. Der Höhepunkt aber waren zwölf Schachteln Bleisoldaten! Alle Waffengattungen waren da oertreten. Der Häuptling Josef Frederics traute feinen Augen nicht, als er die Kartons bekam. Da schickte man ihm eine ganze Armee kleiner, weißer Männer aus Blei! Dann zog er seine Gala-Uniform an und ging in die Kirche. Auch die anderen Häuptlinge waren selig. Und der Erfolg für Lüderitz blieb nicht aus: bereits nach einigen Monaten kam zwischen dem Häuptling Josef Frederics, Herr über Groß-Nama- Land, und dem Kaufmann Adolf Lüderitz aus Bremen ein Vertrag zustande. Danach erwarb Lüderitz von dem Häuptling den Hafen Angra Pequena mit dem Hinterlande und etwas später den Küstenstreifen vom Oranjefluß aufwärts bis zum 26. Breitengrad. Das waren 40 000 Quadratkilometer Land. Ein Gebiet wie Hannover, Braunschweig und Bremen zusammen.
Die englischen Herren hatten diesen' Verhandlungen etwas nervös zugesehen. So war es nicht verwunderlich, daß Lüderitz nach einiger Zeit zu General Smyth, dem Gouverneur der Kapkolo- nie, gebeten wurde. Der empfing ihn mit Den Worten: „Sie sind zu spät gekommen, Herr Lude- ritz!" Damit ließ sich der Bremer aber nicht erschrecken. Er kannte diesen Satz vom Niger her zu gut. Aber der Gouverneur fuhr fort: „Das Land, das Sie gekauft haben, ist nämlich schon längst von einem Engländer erworben worden! Mister Spence erwarb es bereits 1864 vom Onkel Frederics! Ich habe Ihnen daher zu eröffnen...
, Lüderitz verließ das Haus des Gouverneurs sehr
ZwölfGchachteln Bleisoldaten erobern ein Reich.
Em Ruhmesblatt für Adolf Lüderitz.
Auf dem Nautilus-Felsen an der Küste von Angra Pequena steht ein einsames Kreuz. Es kündet von den großen Taten und dem tragischen Tode des Begründers von Deutsch-Sudwest. Franz Adolf Lüderitz.*
gemeinschaft und Kameradschaft absolute Selbstverständlichkeit geworden seien. Sie sollten sich weiterhin an das Wort halten, daß die Zukunft in der Hand derjenigen liege, die ftrenger dienen und mehr von sich selbst verlangen, als andere von ihnen verlangen dürfen.
Es erfolgte Dann die Ausnahme und Verpflichtung der Mädchen durch sehr eindringlich gesprochene Worte der Gaujugendgruppenführerin. Sie bat die Mädchen, Den guten Geist und die straffe Erziehung des BDM. auch in die Jugendgruppe zu übertragen und nie zu vergessen, daß sie als zukünftige Mütter verantwortungsvollste Trägerinnen des na- Früchte. Dann kam der Weltkrieg und raffte alles dahin, lieber Deutsch-Südwestafrika weht wieder eine fremde Flagge. Angra Pequena jedoch erhielt zum ewigen Gedenken dieses deutschen Kolonialpioniers den Namen Lüderitz-Bucht.
Von einem Bierlastauto angefahren und gestorben.
Ein schwerer Derkehrsunfall ereignete sich am gestrigen Montag gegen 18 Uhr an der Ecke Rod- Heimer Straße-Krofdorfer Straße. Dort kam der etwa 60 Jahre alte Fuhrunternehmer Heinrich Schreiner, Kirchenplatz 3 wohnhaft, auf einem Fahrrad aus der Krosdorfer Straße gefahren, um in die Rodheimer Straße einzubiegen. Im gleichen Augenblick passierte ein großes Bierlastauto, das in Richtung Heuchelheim fuhr, diese Stelle. Schreiner wurde von dem Bierlastauto angefahren und trug dabei so schwere innere Verletzungen davon, > daß er bereits auf dem Transport nach der Chirur- ■ der 40 000 Quadratkilometer sei. Zwar habe Frederics Onkel früher einmal mit Mister Spence einen Vertrag geschlossen. Es handelte sich darin aber nur um Schürfrechte! Das war der große Unterschied. Glücklich und zufrieden fuhr der Bremer Kaufmann wieder zur Küste zurück.
Inzwischen war auch das englische Kabinett zusammengetreten. Man wußte nicht recht, wie man sich 3um Fall Lüderitz stellen sollte. Vielleicht mußten sogar die Regimenter der Kapkolonie marschieren! Aber auch Lüderitz fand an Der Küste Unterstützung vor. Neben seiner Brigg ankerte Das deutsche Kanonenboot „Nautilus". Da kam Die englische Regierung mit einer neuen lieber- raschung: sie erklärte durch ihren Gouverneur, daß sie die Kaufverträge des Deutschen nicht anerkenne! Das fragliche Gebiet sei Niemandsland gewesen und könne von jeder zivilisierten Macht annektiert werden. Und das habe England bereits getan. Damit sei also der Besitz des Bremer Kaufmanns englisches Kroneigentum. Ader — gerne fügte man als Geste hinzu — man wolle Herrn Lüderitz nichts in Den Weg' legen. Wenn er sich ruhig verhalte, unD die britischen Gesetze achte, könne er als Privatmann weiter in Angra Pequena bleiben.
Lüderitz dachte jedoch nicht daran, auf diesen Vorschlag einzugehen. Er erstattete feiner Regierung Bericht, und acht Wochen später kam Das eindeutige Telegramm nach Kapstadt: „Sie wollen amtlich erklären, daß Herr Lüderitz und seine Niederlassungen unter dem Schutz des Reiches
sEule als Sinnbild des Hauses, sondern auch Brezel des Bäckers, den Bierkrug und das Weinglas, schließlich auch noch das Schild nut der notwendigen Aufschrift.
stehen." , _ ,
Zwei Jahre später ging Lüderitz auf neue Ent
deckungen aus. Diesmal reizten ihn die gewaltigen Erzlager, Kupferminen und Diamantenfelder, die sich oberhalb des Oranje-River befinden sollten. Mit einigen Fachmännern machte er sich 1886 auf den Weg. Nach außen hin verkündete er, daß er die Schiffbarkeit dieses Flusses erkunden wollte. Er kam bis Aries Drift. Dort machten sich Die Ingenieure an die Arbeit und Lüderitz fuhr mit seinem Steuermann, dem Essener 2. Stein- g r ö v e r, wieder heimwärts.
Man sah die Beiden noch einmal. Am 22. Oktober 1886 kreuzten sie mit ihrem Boot in Der Alexandra-Bai. Nach lleberguerung des offenen Meeres sollten sie dann am 24. Oktober in Angra Pequena eintreffen. Dort sind sie nie angekommen. Im Nordweststurm sind sie sicher bei hohem Wellengang gekentert und ertrunken. Alle Rettungsexpeditionen tarnen ergebnislos zurück. ,------■-«>, ■ * t
Die von Lüderitz so wagemutig begonnene Ko- zum Ehrenmitglied Der International Academy ot lonialarbeit schlug kräftige Wurzeln und brachtelIndian Culture in Lahore ernannt worden.
nachdenklich.
Er gab sich aber nicht geschlagen. Am gleichen Tage reiste er persönlich zum Häuptling Frederics. Jetzt mußten zwölf Schachteln Bleisoldaten beweisen, daß sie einst viel Freude brachten. Der schwarze Würdenträger rief den großen Rat des uull- lusgegen. ute inseit erlerne uen o . h yldolf Lüderitz ging als
Wettlauf der Großmächte um Afrika. Lüderitz, be- ^mna-Landes^ iI)mS ntiDd) ein-
trachtete sich sehr interessiert die Leute, die diesen Sieg x norfirhert daß er alleiniger Besitzer soliden Schiffen entstiegen und dann die User Des!mal feierlich versichert, daß er au.miger lö


