„Land jenseits her Olsa." -
Polens Rechnung mit den Tschechen.
Don unserem K H.-Korrespondenien.
Warschau, Juni 1938.
Das „Land jenseits der Olsa", wie der Pole den Raum westlich von Teschen, das Viereck zwischen den Flüßchen Olsa und Osfrawitza, zwischen Beskiden und Oderberg nenut, spielt in den außenpolitischen Beziehungen Polens zur Tschechoslowakei heute eine hervorragende Rolle. Der Berichterstatter im Außenausschuß des Sejms, der Abgeordnete Walewski, hat knapp vor den Gemeindewahlen, die in diesem der Tschechoslowakei gehörenden Ländchen stattfanden, über den Rundfunk die Unterdrückung der polnischen Bevölkerung „jenseits der Olsa" als Haupthindernis für die Herstellung einer Freundschaft zwischen Tschechen und Polen bezeichnet. Er hat auch darauf verwiesen, daß von dort die kommunistische Agitation über die Grenze nach Polen hereinwirkt, so daß kürzlich das Einschreiten Polens in Prag notwendig geworden war. „Solange sich die Lage der polnischen Bevölkerung jenseits der Olsa nicht grundsätzlich ändert", so sagte Walewski, „solange ihre berechtigten Forderungen nicht erfüllt werden und die tschechoslowakische Regierung auf ihrem .Gebiet die polenfeindlichen Vorstöße der Komintern duldet, solange kann unser Verhältnis zur Tschechoslowakei keiner Aenderung unterliegen, weder hinsichtlich der Forderungen des Staates noch der polnischen Oeffentlichkeit." Diese Feststellung eines Sprechers der Regierung läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die polnische Lösung der Nachkriegszeit „Ostrawica granica“ (Die O st r a - witza a l s Grenze!) ist heute im polnischen Vojke wieder Schlachtruf geworden.
Die Leidenschaftlichkeit, mit der beide Völker um das Teschener Ländchen ringen, wird begreiflich, wenn man' seine industrielle und verkehrspolitische Lage untersucht. Es umschließt die Industriezentren von Ostrau, Oderberg und Karwin. Hier flammt nachts der Himmel über den Hochöfen in leuchtendem Rot, hier heulen die Sirenen der Betriebe und rattern die Kohlenzüge nach dem Süden. Hier -ragen die Eisenwerke von Schönbrunn und Wittkowitz hoch auf, dort steht das neue Marienberger Stickstoffwerk, in den Dunst der Landschaft gehüllt, daneben die Kokereien, die Oderfurter und Schlesisch-Ostrauer Hüttenwerke und Förderschächte, die Hruschauer chemischen Fabriken, die Draht- und Walzwerke, lieber dieser Industrielandschaft, in der unter der Erde und in den Hallen das Tempo der Arbeit herrscht, liegt ständig schwerer Rauch der Schlote und schwarzer Kohlenstaub. Auf den Bahnhöfen kann man die Bedeutung dieses Gebietes als Kreuzungspunkt derVer- kehrslinien Mitteleuropas ermessen. Schnellzüge - von Berlin, Danzig, Warschau und Moskau rollen durch Oderberg nach dem Süden und Westen, kommen von Istanbul, von Bukarest und Belgrad, von Triest und Wien, von Prag und Brünn mit dem Ziel nach dem Norden und Osten. Der Teschener Raum ist verkehrspolitisch eine Schlüsselstellung Mitteleuropas.
Von Kriegsende bis zum Juli 1920 stritten sich Polen und Tschechen um dieses Erbe der Donaumonarchie, hatte Ostschlesien von Pielitz bis Friedek keinen Herren. Die Polen erhoben ihren Anspruch vor der Friedenskonferenz unter Hinweis auf die dort ansässige polnische Bevölkerung, während die Tschechen vornehmlich die historischen Rechte der böhmischen Krone geltend machten. Tatsächlich aber schlagen in dieser Dreiländerecke die Wogen dreier Kulturvölker in seit 900 Jahren unentschiedenem Ringen zusammen. Von 1163 bis 1742 gehörte Ostschlesien von Oderberg bis Bielitz zu Gesamtschlesien, seit 1335 als kaiserliches Lehen den deutschgesinnten, reichstreuen P i a st e n in Breslau, unter deren Herrschaft deutsche Ostsiedlungen und deutsche Kultur den Raum gestalteten. Dann kam es zur böhmischen Krone und 1526 zu den 5) a b s b irr g e r n. Erst 1742 wurde Gesamtschlesien geteilt, und das Teschener Ländchen bildete bis 1918 das schmale Verbindungsstück .zwischen Galizien und den historischen Ländern Oesterreichs;
zugleich war es Lieferland für Kohle, die in endlosen Lastzügen in die mächtig aufstrebende Kaiserstadt Wien rollte.
Sämtliche Städte, Friedek, Freistadt Hoschütz, Oderberg, Karwin und Teschen sind alte deutsche Gründungen, noch im 15.Jahrhundert betrug der deutsche Volksanteil im Herzogtum Teschen 40 v. H. Seither branden die Wogen des Slawentums gegen diese Grenzmark, jene des Tschechentums vom Westen und die des Polentums vom Osten her. Im Raum von Teschen prallen sie nun aufeinander, vom Jablunkapaß her aber meldet ein Dritter, Ungarn, seine wirtschaftlichen Interessen an, jedoch ohne Erfolg. Schon 1915 forderte der spätere Präsident Masaryk in London die historischen Grenzen, also ganz Ostschlesien bis Bielitz. Den gleichen Raum, den tschechischen Bezirk Friedek ausgenommen, beanspruchten die Polen.
Verwirrt stand das kleine Bergvolk der G o - raten auf dem Beskidenkamm und von Jablunkau nach Südosten der ungehemmten Propaganda gegenüber. Die ©oralen sprechen eine polnisch-slowakische Uebergangsmundart, so wie das ganze Land deutlich die Brückenstellung verrät. Die „Polen", die vorwiegend östlich der Olsa siedeln, nennen sich Slonzaken und sprechen heute noch eine Mischung von Polnisch und Tschechisch, das Lach i s ch e, das stark mit deutschen Wortstämmen durchmischt ist. Während die Goralen aber passiv blieben, wandten sich diese „Polen" gegen beide an- dringenden Teile und organisierten sich in einer „Slonzakenpartei", in der Schlesischen Volkspartei und im Bund der Schlesier. Sie lehnten sich eng an die bodenständigen Deutschen an, die in der Sprachinsel Bielitz-Biala und in den Städten westlich der Olsa, also im heute tschechoslowakischen Teile, wohnen.
Hier in diesem Hexenkessel nationaler, kultureller und wirtschaftlicher Ueberschneidungen, organisierten die Polen 1918 bewaffnete Bürgerwehren und übergaben die Verwaltung an die Warschauer Regierung. Von der anderen Seite, vom Westen her, traten die tschechischen Nationalräte in Aktion. Am Oderberger Bahnhof prallten beide ein erstes Mal aneinander, bis sich Tschechen und Polen im „1. polnisch-tschechischen Provisorium" darauf einigten, daß bis zur endgültigen Entscheidung die Tschechen die Bezirke Friedek und Orlau, die Polen aber den gesamten übrigen Teil verwalten sollten.
Nun tat Prag einen Schritt, den Warschau nie vergessen hat. Als in Polen schwere Unruhen entstanden, die Ukrainer Przemysl besetzten, die Weißrussen einen Aufstand machten und rote Agitatoren das Land aufwühlten, marschierte die tschechische Armee in Ostschlesien ein und erzwang so im „2. Provisorium" vom 3. Februar 1919. die Uebergabe der Verwaltung der Kaschau— Oderberger Bahn bis Teschen. Die Polen erhoben in Paris Protest und verlangten eine Volksabstimmung. Die d^utschösterreichische Nationalversammlung und eine Abordnung der deutschen ostschlesischen Parteien trat dort für ein neutrales, ungeteiltes Land ein. Paris entschied f ü r d ie Volks- a b ft i m m un g. Dieser Entschluß leitete einen Zeitabschnitt des wüstesten Durcheinanders und schlimmsten Terrors von allen Seiten im Teschener Ländchen ein, demgegenüber die internationalen Abstimmungstruppen machtlos waren. Die Abstimmung wurde dadurch unmöglich gemacht. Wieder .spielte Prag eine neue Karte aus. Anfang Juli 1920 marschierten die Bolschewiken gegen Warschau. Der damalige tschechoslowakische Außenminister B e n e s ch stellte in einem Telegramm an den sowjetrussischen Außenkommissar Tschitscherin die „Einmütigkeit der Interessen zwischen der tschechoslowakischen Republik und der Sowjetunion" fest. Warschau beugte sich daraufhin dem Spruch der Botschafterkonferenz nom 28. Juli 1920: Das Teschener Land wurde geteilt. Die Tscheche slowakei erhielt 1270 qkm oder 56 v. H. mit 300 000
Tetuan, die weiße Stadt in Afrika.
Ein Reisebericht aus Spanisch-Marokko.
Pon Or. Irih Ieffel, Malaga.
Spanisch-Marokko ist das Gebiet, welches der Pyrenäen-Halbinsel in Nordafrika gegenüberliegt. Im Jahre 1913, als die Spanier dieses Land durch Waffengewalt eroberten, wurde es spanisches Protektorat. Schweren Herzens mußte der Kalif von Tetuan seine Selbständigkeit aufgeben. Viele Europäer strömten ins Land und schlugen hier ihren Wohnsitz auf. Spanisches Militär wurde in verschiedenen Orten stationiert. Trotz alledem behselt Marokko noch eine Reihe von Hoheitsrechten. Das marokkanische Heer hat eigene Offiziere. Es besteht eine selbständige Post mit eigenen Briefmarken. Ausgenommen sind nur Ceuta und Melilla an der Küste, die schon länger zu Spanien gehören. Abgesehen von dem Einspruchsrecht des spanischen Generalresidenten hat der Kalif wenigstens scheinbar seine volle Handlungsfreiheit.
Seine Hauptstadt Tetuan ist die kostbare Perle ganz Marokkos. Sie ist ein Ort reiner arabischer Kunst, ja man kann sagen: ein lebendes Museum. Ausgebreitet am Fuße, des Jebel-Dersa-Gebirges, umgaben von zahlreichen Gärten, die der Fluß Guad el.Jeli bewässert, liegt sie nur 10 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Der natürliche Hafen ist Ceuta. Nähert man sich der Stadt, so sieht man ein Meer von weißen Häusern am Bergesabhang. Und unter diesen Dächern hält sich eine orientalische Welt auf, die in jeder Weise von den europäischen Lebensformen absticht. Bezaubernd ist d c Stadt durch ihre Lage, reich durch die Produkte und gesund durch ihr Klima.
Tetuan zählt ungefähr 35 000 Einwohner. In verschiedenen Stadtvierteln wohnen Marokkaner, Juden und Europäer zusammen. Der europäische Teil, von dem hier nicht die Rede sein soll, liegt abseits, mit seinen geraden Straßen und hohen Häusern, die bereits mit allen modernen Einrichtungen versehen sind. Die ursprüngliche Stadt ist noch von ihren alten Mauern und Wachttürmen umgeben. Das Ganze wird beherrscht von der alca.zaba (Festung). Sieben Tore mit arabischen Bögen gewähren den Ausgang in die Ebene zwischen den Bergen. Die Straßen sind eng und gewunden. In ihrem Labyrinth kann sich der Fremdling nur schwer zurechtfinden. Kopfsteine bedecken die Gassen. In der Mitte läuft eine Rinne, jür die
Abwässer entlang. Ein kleiner Karren kann nur durch die breitesten Gassen fahren. Da die Stadt am Bergabhang liegt, haben viele Straßen Stufen, die zu Üdn hoch gelegenen Häusern emporführen. Der Eingang der Häuser ist meistens unauffällig. Mit einem einfachen Eisenklopfer macht man sich bemerkbar, wenn man eintreten will. In den Hauptstraßen liegt ein Geschäft neben dem anderen. Im allgemeinen haben die Häuser nur zwei Stockwerke. Versteckt in den Straßenzügen liegen die zahlreichen Kirchen und Heiligenstätten. Mit ihren Türmen und Minaretts geben sie dem Ganzen ein sehr malerisches Gepräge. Doch den Ungläubigen ist der Eintritt in diese Kirchen (mezquita) verwehrt. Als ich einer Eingangstür etwas zu nahe kam, um, von außen einen flüchtigen Blick ins Innere zu werfen, eilte ein alter Marokkaner ganz aufgelegt herbei und schloß alle Pforten. Inmitten der Stadt gibt es mehrere Marktplätze, auf denen ein buntes Leben und Treiben herrscht.
Typisch sind die vielen Brunnen, die sich nicht etwa in der Mitte eines Platzes befinden, sondern der Wand eines Hauses angeklebt sind, wo das Wasser aus einem Hahn kommt. Es ist ein sonderbares Bild, wenn man dort die Sklavinnen in ihrer fast männlich anmutenden Kleidung sieht, wie sie Wasser schöpfen und dabei untereinander die neuesten Tagesereignisse austauschen. Dann schnallen sie die gefüllten Tonnen auf den Rücken und tragen die schwere Last nach Hause. Die Quellen dienen immer der öffentlichen Benutzung. Wie ein heiliger Ort werden sie vor jedem Schmutz bewahrt, denn der Koran schreibt größte Sauberkeit vor. Wenn abends alles ruhig ist — die Marokkaner gehen im Gegensatz zu den Spaniern früh -schlafen — dann ist das Plätschern des Wassers das einzige Geräusch, welches die nächtliche Stille unterbricht. Hat man das Glück, bei Mondschein durch die engen Gassen zu schlendern, und hört das leise Murmeln der Quellen, so glaubt man zu träumen wie einst im Zauberreiche von 1001 Nacht.
Unmittelbar vor den Toren der Stadt liegt der Friedhof. Man chat ihn nicht weit entfernt angelegt, um im Geiste mit den Toten in möglichst enger Berührung weiterleben' zu können. Dort findet man naturgemäß keine Grabkreuze. Es haben
Bewohnern, darunter 30 000 Deutschen und 100 000 Polen. Den Polen verblieben 1013 qkm oder 44 v. H. mit 137 000 Einwohnern, darunter 40 000 Deutschen.
Polen hat auch dieses Spiel Beneschs nie verwunden. Es richtete nunmehr seine Aufmerksamkeit auf die Betreuung- der im tschechoslowakischen Teil des Landes verbliebenen Polen, eine Tätigkeit, die in Prag mit größtem Mißtrauen verfolgt worden ist und mehrfach zu diplomatischen Verwicklungen Anlaß gegeben bat; insbesondere, als der polnische Generalkonsul Malhomme 1934 in Mährisch- Ostrau seinen Einzug hielt, das Blatt „Dziennik Polski" gründete und sich führend in der polnischen Minderheit betätigte. Im Herbst 1934 hielt Polen an der Grenze seine Herbstmanöver ab, Prag anroortete mit der Veranstaltung eines .Tages d er Wehrhaftigkeit" am anderen Ufer der Olsa. Die Sender von Ostrau und Kattowitz agitierten in den schärften Tönen gegeneinander.
Schließlich mußte Malhomme seinen Posten verlassen.
Die Zusammenstöße im Grenzgebiet haben trotzdem nie aufgehört. Der Pakt zwischenPrag und Moskau ließ die Freundschaftsgefühle zwischen Tschechen und Polen, bis zum Gefrierpunkt erkalten. In dem Buche des Polen Studnicki über das neue System Europas ist die Tschechoslowakei von der Landkarte bereits verschwunden. Am 28. Juli 1920, als das Land geteilt wurde, schrieb das tschechische „Pravo Lidu" oorahnend: „Trotz der getroffenen Entscheidung wird in Teschen nie mehr Ruhe und Frieden einkehren." Und auf polnischer Seite, in der „Gazetta Ludowa" von Kattowitz, fiel am gleichen Tag das Wort: „Früher oder später werden wir urts diese Länder zuruckholen." Wie überall, so haben auch hier die „Friedens"- Macher von Versailles keine glückliche Hand bewiesen. Der Hexenkessel von Teschen^ brodelt und zischt gefährlich wie noch nie!
Heerschau des Krastsahrgeländesporis.
Reichsireffen her Motor-HI. — NSKK.-Wehrsportübung. — 10. Oreifage« Mittelgebirgsfahrt.
Die Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfährt teilt mit:
Kraftfahrgeländesport als hohe Schule wehrhaften Geistes, technischer Erkenntnisse und männlichen Mutes ist erst aus dem Geist des neuen Deutschland in seiner jetzigen Form entstanden. Das NSKK. hat dem Krastfahrgeländesport, dem dankenswerte Ansätze vorausgingen, sein eigentliches Gesicht gegeben und zum Kernstück unseres Kraftfahrsports 'gemacht.
Die Motorsportwoche im Harz vom 18. bis 25. Juni stellte einen Spitzenwettbewerb des Kraftfahrgeländesports dar, wie wir ihn in solcher Kräftezusammenfassung und solchem Umfang noch nie erlebten. In einer achttägigen Heerschau des Kraftfahrsports wird der Nachwuchs fein Können beweisen, wird das NSKK. in einer großen Wehrsportübung eingesetzt, und bei der Drei-Tage- Mittelgebirgsfahrt werden die - besten Spezialisten des Geländes ihre Kräfte messen. Ein besonders hervorstechendes Merkmal ist die Teilnahme von je drei Mannschaften der italienischen Straßenmiliz und der freiwilligen Miliz, die Schulter an Schulter mit dreihundert deutschen Männern aus den Reihen des NSKK., der Wehrmacht und ff kämpfen.
Als geländesportliche Spitzenveranstaltung des Jahres ist es' selbstverständlich, daß die Drei- Tage-Mittelgebirgsfahrt bei ihrer zehnten Austragung sehr schwer sein wird. Die Strecke bietet bei nicht zu hohen Durchschnitten alle nur erdenklichen Schwierigkeiten, denn nur härteste
Neues für -ei
— In der Neubearbeitung von Köhlers Ta- schen-Liederbuch für das deutsche V o l k (Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W. — 74)' wird man kaum ein Lied aus dem reichen Liederschatz unserer Tage vergeblich suchen, das durch Wehrmat und Bewegung volkstümlich geworden ist. Ebenso findet man alles, was an älterem Liedgut heute noch lebt, unfebe beliebten Volkslieder, Soldaten-, Wander-, Studenten- und andere schöne Lieder. Köhlers Taschenliederbuch ist ein leichtes, handliches Buch, bequem in der Tasche zu tragen. Es kostet. 90 Pf., in biegsamem sZanzleinenband 1,30 RM. 2 090 000 Exemplare, sind bisher gedruckt worden.
— Dr. W. Büddemann: Welcher Stil ist das? 152 Seiten. Oktav. Mit über 500 Abbildungen Zur Baukunst, Bildhauerei, Malerei und zum Kunsthandwerk aller Zeiten und Völker. Kart. RM. 3,20, Leinen RM. 4,50. Franckh'sche Verlags- Handlung, Stuttgart. — (133) — Der Verfasser wendet sich gegen die Ansicht, Stilkunde sei Ornamentkunde, und der fei ein Kunstkenner, der Stilarten zu benennen vermag. Er sieht,in der Kenntnis der äußeren Stllmerkmale nur die allerdings wichtige Vorarbeit für eine Vertiefung der Kunstbetrachtung,' wobei ein Kunstwerk erst dem zum eigentlichen Erlebnis wird, der die darin erfolgte
Prüfung kann dem Fortschritt dienen. Diese Jubi- läumsDeranftaltung gibt dem Korpsführer Veranlassung, den besten Motorradfahrer und den besten Wagenfahrer oer vergangenen zehn Jahre sowie weitere Fahrer durch besondere Ehrenpreise aus« zuzeichnen.
Den Auftakt der Motorsportwoche bildet das 5. Reichstreffen der Motor-HI. im Harz, für das Korpsführer Hühnlein als Ehrenführer der Motor-HI. die Schutzherrschaft übernommen hat. Nicht' zu schwere Ausgaben werden den Jungen gestellt, die aber dennoch Mut, Kraft, Geschicklichkeit und Fixigkeit verlangen. Fahrdisziplin ist Hauptaufgabe der Zielfahrt vom Standort der Gebiets nach Goslar, im Sportwettkampf wird die Motor- HI. ihre körperliche Ertüchtigung beweisen, und bei der Geländefahrt im Harz wird das fahrerische Können geprüft.
In der W e h r s p o r t ü b u n g des NSKK. wird auf breitester Grundlage ein Leistungsbeweis abgelegt. Am 18. .Juni treten Mannschaften jeder Motorgruppe und jeder Motorsportschule des NSKK. in Stärke von 40 Mann eirten Marsch über 600 Kilometer von ihren Standorten aus nach Gandersheim an, wobei die Streckenführung nur abschnittsweise bekanntgegeben wird. Dann wird das Aufgabengebiet auf Orientierung im Gelände, Uebermittlung von Befehlen und Durchqueren von fliegergefährdeten Geländeabschnitten erweitert. Den Abschluß bildet, die Nachtorientierungsfahrt.
i Büchertisch.
geistige Entscheidung erkennt. Text und Bilder sind in diesem Sinne ausgewählt. So ist ein Buch entstanden, das in erster Linie dem kunstgeschichtlich interessierten Laien einen Ueberblick über die künstlerischen Leistungen aller Völker und aller Zeiten gibt, die ihn darüber hinaus zu eigener Beschäftigung mit dem Thema anregt, indem es ihm die Kenntnis der dafür notwendigen Grundtatsachen und Zusammenhänge vermittelt. Auch dem Kenner wird das Buch willkommen sein, da er in ihm zur Fülle der Abbildungen jeweils, im Tdxt die wichtigsten Daten und zugleich die geschichtlichen und geistigen Hintergründe der Stilarten und der einzelnen Kunstwerke genannt und erläutert findet.
— Ernst Bacmeister: Erlebnisse der Stille. („Die Kleine Bücherei", Nr. 88.) Albert Langen/Georg Müller, München. — (109) — Diese Begegnungen mit Menschen, Blumen und Tieren sind dem Dichter ein immer neuer Anlaß zu besinnlicher Einkehr und Bewunderung.
— Max Baxthel: Danksagung. Gedichte. Geb. 2. RM. Im Propyläen Verlag, Berlin. — (105) — In diesen Gedichten schwingt der reine Klang eines männlichen Herzens, das sich mit der Welt, mit Menschen und Dingen innig verbunden weiß. Stille einfache Verse, Hymnen und Lieder verbinden sich zum großen Dank an das Leben.
überhaupt bei weitem nicht alle Gräber einen Gedenkstein. Darauf legt der Mohammedaner weniger Wert als wir. Er verachtet weder den Tod, noch fürchtet er ihn. Die Kleidung der Menschen, die in der „weißen Stadt" wohnen, hat flicht den eintönigen Charakter des europäischen Anzuges. Es herrscht eine große Farbenfreudigkeit vor. Aus den rockartigen Gewändern, die am Hals ausgeschnitten sind und weite Aermel haben, schauen interessante Gesichter hervor. Die Männer tragen meistens einen Bart, was ihnen eine respektheischende Würde verleiht. Die Kopfbekleidung ist immer der Turban oder der Fez. Während des Winters ziehen sie noch eine Kapuze darüber, die am Obergewand angeschnitten jst. An den Füßen tragen sie pantoffel- artiges Schuhzeug, in das sie meist ohne Strümpfe hineinschlüpfen. Die Frauen sind weiß gekleidet und in der Regel verschleiert. Der Mann beherrscht die Straße, während die Frau, wenn sie allein das Haus verläßt, an den Wänden entlang geht, um mit niemand anzustoßen. Auffällig ist, daß sie ihre Kinder nicht im Arm, sondern auf dem Rücken in Tücher angebunden tragep.
Fünfmal am Tage ruft die Religion mit ihren strengen Vorschriften die Männer zum Gebet. Die Frauen gehen fast niemals in die Kirche, zum mindesten nicht in diejenigen, die von den Männern besucht werden. Der Islam kennt nur einen Gott Allah, dessen großer Prophet Mohammed war. Dementsprechend fassen die Mohammedaner auch Christus als einen großen Propheten auf. Die Kirchen haben nicht den geringsten Schmuck, keine Bilder hängen an den Wänden. Der Islam ist der Inbegriff der Sauberkeit. Die Waschungen von Kopf, Händen und Füßen, die der Koran aus hygienischen Gründen vorschreibt, werden von allen Gläubigen mit großer Genauigkeit eingehaltem Man tritt barfuß in die Kirchen ein, wo Binsenmatten auf dem Boden liegen. Mit dem Antlitz -nach Osten, nach Mekka, gewandt, verrichtet der Mohammedaner seine Gebetsübungen.
An jedem Freitag reifet auch der Kalif mit großem Prunk nach der Kirche. Eine große Menschenmenge eilt immer herbei, um sich dieses feierliche Schauspiel änzusehen. Zunächst erscheint die Leibwache, die zum größten Teil aus Negern besteht, um Spalier zu bilden. Dann folgen der Großwesir (Reichskanzler), die Minister und andere hohe Persönlichkeiten, die vor dem Eingang auf seine Kaisek- liche Hoheit den Kalifen warten. Während die marokkanische Nationalhymne gespielt wird, bricht das Volk in lauten Jubel aus.
Das Leben auf den Straßen erreicht nachmittags seinen Höhepunkt. Die vielen Läden im Geschäfts
viertel sind unendlich klein. Der Händler steigt von der Straße hinter seinen Ladentisch. Der kleine Raum ist so mit Waren angefüllt, daß kein Platz zum Bewegen bleibt. Darum sitzt der Verkäufer häufig auf dem Ladentisch. Vielfach findet man auch die Waren auf der Straße ausgebreitet. Wie im deutschen Mittelalter wohnen die Vertreter eines Handwerks in der gleichen Straße zusammen. Da die Türen ihrer Werkstatt stets geöffnet sind, kann man ihrer Tätigkeit von der Straße aus. zusehen. Oft wird man von den Eingeborenen auf Deutsch angerebet. Die Marokkaner hegen schon seit der Vorkriegszeit eine große Sympathie für unser Vaterland.
Ebenso wie die Juden haben die Marokkaner ihre eigenen Schulen, wo die Kinder meistens auf dem Erdboden sitzen und im Koran unterrichtet werden. Die höheren Schulen haben auch alle anderen Unterrichtsfächer. Tetuan besitzt außerdem eine Universität. Trotzdem gibt es viele Menschen, die des Lesens untr' Schreibens unkundig sind. Wenn einer von ihnen einen Brief geschrieben haben möchte, so wendet er sich an einen der Schriftgelehrten, die in den Ecken der Straßenbögen sitzen und gegen eine geringe Entschädigung ihren Beruf ausüben.
Einen besonderen Reiz hat der Besuch eines reichen arabischen Hauses. Es läßt sich von außen höchstens an den schöneren Portalen erkennen. Man gelangt zunächst in den oben geschlossenen Hof, der sich in der Mitte befindet. Dort ist immer wie eine heilige Stätte das sprudelnde Wasser. An den Seiten sind die (Empfangsräume, im ersten Stock die Wohnräume. Die Frauen des Hauses bekommt man nicht zu sehen. In den aräbischen Wohnungen gibt es weder Tische noch Stühle. Nur Polster liegen am Boden. Auf ihnen sitzen die Araber mit ge- kreuzten Beinen, ohne ihre Kopfbedeckung abzunehmen. Der charakteristische Tee wird auf einen] kunstvoll gearbeiteten Messingtäblett aereicht. Weihrauch und Parfüm schwängern die Luft. Alkoholgenuß, ist laut Koran verboten. Dagegen rauchen die Eingeborenen viel aus ihren langen geschnitzten Pfeifen. Die meisten von ihnen sind des Spanischen mächtig. Ein Nachmittag im Kreise von gebildeten Arabern gehört mit zu den eindrucksvollsten Erleb- nissen.
Diese ganze mohammedanische Welt wird von der spanischen Nationalregierung sehr geachtet und gefördert. Man weiß, welches Schmuckkästchen man an Marokko besitzt. Nun so ist es zu verstehe^ daß so viele Marokkaner unter den Fahnen Francos, den sie begeistert verehren, für die Befreiung Spa-i ttiens ößffi Kommunismus kämpjev« , .


