Nr. 56 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Dienstag, 8. März 1938
Aus der Stadt Gießen.
Märztag an der Lahn.
Vor einigen Wochen, als wir auf der Lahnbrücke standen, war alles tot, kein Wellchen war zu sehen, nur blankes Eis unter einem grauen Winterhimmel. Heute sieht es anders aus: der Fluß rauscht wieder mit weißem Schaum über das Wehr, sanft gleitet er dann dahin, arünlich-grau und in der Ferne hellblau, Häuser spiegeln sich in ihm und ein mildblauer Vorfrühlingshimmel ist darüber gespannt.
Still und froh wandern wir den schmalen Weg durch die Gärten, immer wieder den Blick auf dem Wasser. Zwei Tauben fliegen darüber, ganz hoch oben überquert gerade ein blitzender Doppeldecker den Fluß. Wie mag er von dort aussehen? Ein schmales Rinnsal! Und für uns doch der breite, tiefe Fluß.
Wundervoll sehen die alten Weiden am Ufer aus, wie Fabelbäume, mit geborstenen Stämmen, deren Rinde borkig und gerillt ist. Wie lange mögen sie schon hier stehen und auf das Wasser starren! Am Uferrand sind große Büsche, deren kahle Zweige ins Wasser tauchen. Unablässig, unablässig fließt das Wasser hindurch. Ob sie es wohl mögen? Aber vielleicht müssen sie es auch nur zulassen, wie wir Menschen unser Schicksal hinnehmen, auf dem Platz, auf den wir gestellt sind.
Die Gärten zur Linken sehen noch sehr winterlich aus, man sucht mit den Augen hungrig nach etwas Frühling. Aber da stehen nur Kohlstrünke in seltsamen Formen, dort sind zwar schon die Erdbeerbeete sauber gemacht, und hier ist sogar schon umgegroben und die schwarze, glänzende Erde liegt in Schollen da. Die kleinen Gartenhütten sehen so traurig und verlassen aus, und auch die Bootshäuser scheinen ihren Zweck vergessen zu haben. Aber halt, da knirscht ein Schritt auf dem Kies, ein junger Mann kommt mit einem Einsitzer. Rach kurzer Zeit ist er auf dem Wasser und rudert davon, braun leuchtet das Holz des Bootes in der Sonne und das Wasser blitzt bei jedem Ruderschlag.
Gerade als wir noch über das Schild lächeln: „Unrat in die Lahn oder an deren Ufer zu werfen ..." faucht das Biebertal-Bähnchen über die Brücke und stößt einen schrillen Pfiff aus, und noch einen, richtig übermütig klingt es. Und auf einmal fällt unser Blick auf einen kleinen Grasabhang: Schneeglöckchen stehen da, weiß und leuchtend und zart, viele, viele! E. L. St.
Dornoiizen.
Tageskalender für Dienstag.
Deutsche Arbeitsfront RSG. „Kraft durch Freude": 20 Uhr in der Volkshalle, Gastspiel des Frankfurter Schumann-Theaters mit der Revue'"„Lachendes Wien". — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Fra Diavolo". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Ich möcht so gern mit dir allein sein". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Mann mit dem Kuckuck". — Bewegung für religiöse Erneuerung: 20.15 Uhr im Studentenheim, Leihgesterner Weg, Vortrag.
Stadtt^ealer Gießen.
Heute abend findet eine erste Wiederholung von „Fra Diavolo", komische Oper in drei Akten von Auber, statt. Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung Wolfgang Kühne. Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 21. Vorstellung der Dienstag^Miete statt. Ende 22.30 Uhr.
RatSherren-Gihunq.
Am kommenden Donnerstag, 10. März, um 17 Uhr findet im Sitzungssaals im Stadthaus Bergstraße eine öffentliche Sitzung der Ratsherren statt. Auf der Tagesordnung stehen ein Nachtragshaushaltsplan für 1937, Rechnungsberichte, eine Vorlage aus dem Betrieb der Viehverteilungsstelle, eine Darlehensaufnahme für Wohnungsbauzwecke, Bau- landerfchließung und Festsetzung von Straßenfluchtlinien.
Der Knabe auf dem Webstuhl.
Erzählung von Georg von der Dring.
Als ich zwölf Jahre alt war, zog bei uns im Dorf ein neuer Lehrer ein. Er brachte seine Frau und zwei erwachsene Töchter mit. Da wir neben dem Schulhause wohnten, konnte ich den Einzug beobachten. Die jüngere von den Töchtern war laut und spottlustig, ein lang gewachsenes Mädchen. Aber die ältere gefiel mir. Sie stand still im Regen neben dem Möbelwagen auf dem Schulhofe und wartete darauf, daß auch das Letzte noch ausgeladen wurde. Dies Letzte war ein alter friesischer Webstuhl, und er gehörte ihr. Das Fräulein war also eine Weberin.
An den beiden ersten Tagen aß die Lehrerfamilie bei uns. Uebrigens war nicht nur die jüngere Tochter laut, auch die Eltern waren sehr lebhaft und das ältere Fräulein ebenfalls. Sie sprachen alle mehr, als es bei uns üblich ist, denn sie kamen aus dem Süden. Bevor wir die Augen aufreißen können und ein Wort hervorbringen, haben jene bereits eine ganze Geschichte erzählt und belacht.
Als der Webstuhl aufgestellt wurde, half ich dabei. Das Fräulein war sehr froh darüber und lobte mich. Sie war ungefähr zwanzig Jahre alt. Alle Menschen im Dorf sahen sie gern an. Sie war schlank und ging immer sehr rasch, und die Haare standen in braunen Büscheln um ihren Kopf und schwankten. Ihr Gang war stolz.
Alsbald fing das Fräulein an zu weben. Wieder durfte ich ihr helfen. Der Webstuhl hatte im Bodenzimmer seinen Platz gefunden. Es gab in dem langen Oberstock des Schulgebäudes nur dies eine Kopfzimmer. Man gelangte dorthin über den Bodenraum, wo Kisten voll Aepfel standen, Bohnen und Zwiebeln hingen und Bücher und Zeitschriften ausgestapelt lagen. Heber diesen Bodenraum bin ich damals oft gegangen. In seiner Mitte ragte ein vierkantiger, weiß gekalkter Schornstein zum Pfannendach empor.
Ich lernte in jener Zeit mehr, als andre Menschen wahrhaben wollten oder begriffen. Im Gymnasium, drüben in der Stadt, stand ich zwar ziemlich schlecht. Zeitweilig schien es sogar, daß ich in der Quarta sitzenbleiben würde. Aber es- geschah nicht.
Kam ich nachmittags auf dem Rade vom Gymnasium, so ging's sofort zum Webstuhl. Hier lernte ich, wie man spult, wie man eine Kette einzieht, alles, was zum Handwerk gehört. Nur fürs Weben selbst waren meine Beine damals noch etwas zu kurz. Hatte man alle Vorbereitungen richtig getrosten, so begann' das Weben. Das Fräulein, das
Elternabend der GießenerHitler-Zugend
Oer Gebietsführer wird sprechen.
Am Samstag, 12. März, 20.30 Uhr, veranstaltet die Gießener Hitler-Jugend im Cas6 Leib einen Elternabend. Im Rahmen dieser Feierstunde wird Gebietsführer Brandt sprechen.
Gebietsführer Brandt ist der Begründer und Organisator der vorjährigen Hessen-Nassau-Fahrten der Hitler-Jugend, denen ein so großer Erfolg be- schieden war. 10 000 Hitler-Jungen und Pimpfe waren im vorigen Sommer auf Hessen-Nassau- Fahrt. Alle diese Jgg. und Führer werden diesen Sommer unser Gaugebiet verlassen und in der Nordmark auf Fahrt gehen. In zwölf Sonderzügen werden die Jungen in die Gegend um Flensburg in Nord-Schleswig fahren und 'von dort aus durch das Grenzgebiet und entlang der Nordseeküste wandern, um den Kampf des Grenzoolkes für das Deutschtum und die Schönheiten dieser Gegenden kennenzulernen. Doch nicht nur dies. Neu ge
stärkt werden die Jungen zurückkommen und erzählen und immer wieder erzählen von dem, was sie alles gesehen, gehört und erlebt haben. Sie werden begeistert sein und mit noch viel größerer Freude wieder an ihre Arbeit gehen. Aber sie werden auch im Falle der Gefahr für dieses schöne Deutschland eintreten und mit der gleichen Liebe dafür kämpfen. Erst wenn jeder junge Deutsche sein Vaterland genau kennt, dann roiro er mit innerer Befriedigung dafür eintreten.
Darum geben auch Sie Ihrem Jungen die Möglichkeit, an den Fahrten der Hessen-Nassauischen Hitler-Jugend teilzunehmen. Kommen Sie zu der Feierstunde der HI. am Samstag, 12. März, 20.30 Uhr, im Caf6 Leib, um aus dem Munde des Gebietsführers über die Vorbereitungen der Fahrten und die Sommerarbeit zu hören.. Die Hitler-Jugend erwartet Sie! Ed.
Gläubig und vertrauensvoll mit Adolf Hitler!
Große Kundgebung der Partei in Gießen.
Im überfüllten Saale des Caf6 Leib sprach am gestrigen Montagabend Oberbürgermeister Bartholomäus aus Worms, der früher in Gießen lebte und durch seine politische Tätigkeit während der Kampfzeit, wie auch nach der Machtübernahme durch sein Wirken als Beigeordneter der Stadt Gießen weit über den Kreis unserer Stadt hinaus bekannt wurde.
Kreispropagandaleiter Heymann wies in seinen kurzen Einführungsworten besonders auf das Wirken des Redners in der Kampfzeit hin und betonte weiter, mit dem Rufe zu dieser Versammlung solle dem alten Kämpfer Bartholomäus ein Teil des Dankes abaestattet werden, der ihm für feinen Einsatz in der Kampfzeit gebühre. >
Oberbürgermeister Bartholomäus stellte an den Beginn seiner etwa eineinviertelstündigen Rede einen Rückblick auf die Jahre des Kampfes und des Ringens um den Sieg des Führers. Er betonte dabei, daß in den Jahren vor der Machtübernahme nur der unüberwindliche Glaube und das vorbehaltlose Vertrauen der Mitkämpfer Adolf Hitlers die Triebfeder alles Einsatzes und alles Handelns gewesen seien. In diesem Glauben an die große Sendung des Führers und ausgerüstet mit dem unbegrenzten Vertrauen in die Richtigkeit aller feiner Entscheidungen sei es möglich gewesen, jene schwere Kampfzeit durchzuhalten. Jener Glaube und jenes Vertrauen ohne alle Grenzen seien heute ebenso dringend notwendig, wie in den Kampfjahren, denn nur auf dieser guten Grundlage könne jeder an den großen Aufgaben unserer Zeit Mitarbeiten.
Im Rahmen einer großangelegten Betrachtung über die Entwicklungen in den Jahren seit der Machtübernahme betonte der Redner dann vor allem, daß nichts schwerer sei als stets und in allen Lebenslagen ein wahrer Nationalsozialist zu sein, weil dazu nämlich für jedermann der Sieg über sich selbst die unbedingte Voraussetzung sei'. Ebensowenig, wie man einen wahren Christen lediglich am Kirchengehen und an äußerer Frömmigkeit erkenne, ebensowenig sei allein das Tragen von Abzeichen oder der Uniform der sichere Maßstab dafür, daß man ein wahrer Nationalsozialist sei. Einzig und allein ausschlaggebend seien nur die Taten, und die Werke, die der einzelne vollbringe. Wer seine Handlungen immer und zu jeder Zeit vollkommen und im Geiste des Führers vollbringe, der allein könne vor Adolf Hitler bestehen und genüge durch fein Beispiel den Anforderungen des Führers und den Erwartungen der Volksgemeinschaft.
Wie der einzelne Volksgenosse durch seine Lebenshaltung und -führung dem Geiste und den Anforderungen des Führers gerecht wird und wie er anderseits durch mancherlei Kleinlichkeiten und Engherzigkeiten im täglichen Leben den Maßstäben des Nationalsozialismus nicht entspricht, das führte der Redner feiner großen Zuhörergemeinde an Hand von zahlreichen Beispielen aus den Lebenserscheinungen in Stadt und Land eindringlich vor Augen. In den Mittelpunkt dieser Gegenüberstellung rückte er immer wieder den großen Gesichtspunkt, das feste und alles tragende Fundament: den • vorbehaltlosen Glauben an den Führer und das unbegrenzte Vertrauen zu ihm!
Im weiteren Verlaufe seiner Rede wandte er sich einer Reihe von wirtschaftlichen Fragen zu, die teilweise dem zweiten Vierjahresplan voraufgingen, zum andern durch diesen Plan in den Vordergrund unserer Aufgaben gerückt wurden und nunmehr Mittelpunkt des Einsatzes und Schaffens der gesamten Volksgemeinschaft darstellen. In diesem Zusammenhänge erinnerte er in großen Zügen an den vom Vernichtungswillen gegen uns diktierten Wirtschaftskrieg, der unter Führung des Judentums in den Rohstoffländern gegen das Deutschland Adolf Hitlers in Gang gebracht wurde, und er machte an Hand von eindrucksvollen Beispielen deutlich, daß auch gegenüber diesen Bestrebungen der unbedingte Glaube an den Führer und das Vertrauen in die Richtigkeit aller seiner Entscheidungen unsere wirksamste Abwehr sind. In großen Strichen skizzierte er dann den Einsatz der deutschen Wissenschaft und Technik im Dienste des zweiten Vierjahresplanes, durch dessen bisherige Erfolge wir uns auf den meisten Gebieten unserer Versorgungswirtschaft unabhängig und frei gemacht haben vom Ausland, ja heutq schon in unseren neuen Werkstoffen zum Teil Material besitzen, das den Produkten der Rohstoffländer weit überlegen ift. In einer Reihe von Einzelschilderungen g^b der Vortragende dann einen Heberblick über die erfreuliche und gedeihliche Entwicklung unserer Der- sorgungswirtschaft im Rahmen des zweiten Dier- jahresplanes.
Am Schluffe feiner Rede machte Pg. Bartholomäus die dringende Notwendigkeit des Haushaltsjahres für Mädchen und einer guten haus- wirtschaftlichen Ausbildung der fün-ftigen Frauen und Mütter eindringlich klar. Ferner ermahnte er erneut, das Judentum und vor allem auch den Kauf in jüdischen Geschäften zu meiden. Schließlich betonte er noch mit NachdMck, daß der wahre Nationalsozialist den Glauben habe und bewahre
schon lange auf diesen Augenblick brannte und oft heiße Backen bekommen hatte, stieg eines Tages mit seinen langen schlanken Beinen in den Stuhl, ergriff das Tau der Schnellade, und jetzt ging es wie die wilde Jagd mit knall — knall — links — rechts — knall — knall —
Es entstand eine Kissenplatte in farbigen Streifen, ein Schal, eine Decke. Die Farben wurden gegeneinander abgestimmt. Um sie besser überblicken zu können, stieg ich hoch auf den .schweren eichenen Webstuhl und saß dort manche Stunde wie ein Horchposten. Geriet irgend etwas in Unordnung, so kletterte ich herunter und half. Es schien, daß ich unentbehrlich wäre und daß ich einst selber ein Weber werden müßte. Aber ich bin keiner geworden. Alles kam dann anders.
Eines Tages, als das Fräulein einen kleinen Gobelin knüpfte, sagte sie zu mir:
„Ich müßte jetzt ein paar Zeichenstunden nehmen. Du hast mir von deinem Zeichenlehrer erzählt. Frage ihn, ob er mir die Stunden geben will."
Ich erschrak. Ich versprach ihr, es auszurichten, tat es aber nicht. Ich kam gar nicht auf den Gedanken, meinen Lehrer zu fragen. Ich stand zwar ganz gut mit ihm. Er war ein Mann vor über dreißig Jahren, der sehr schön Geschichten erzählen konnte und den wir deshalb gern hatten. Aber ich wollte nicht, daß er das Fräulein kennenlernte. Als sie sich am nächsten Tag erkundigte, sagte ich ihr, daß der Zeichenlehrer es abgelehnt hätte, Stunden zu geben.
Ich vergaß die Sache, und wir webten den ganzen Winter über sehr gute Arbeiten. Das Fräulein verkaufte manches Stück an Bekannte, die sie besuchten und sich den Webstuhl erklären ließen. Von Zeichenunterricht war nicht mehr die Rede. Aber eines Tages im April, als sie mit ihren langen Beinen auf den Sitz kletterte, sagte sie:
„Dein Lehrer kommt heute zu mir. Ich habe ihn gestern besucht, und heute wird er meinen Besuch erwidern. Es wird also doch etwas aus den Zeichenstunden."
Ihr Mund lächelte, und ich schämte mich sehr, weil meine Lüge an den Tag gekommen war. Ich merkte aber, daß sie gar nicht über mich lächelte, sondern aus Freude über den Besuch. Ich sagte ihr dann, ich müßte lernen, und ging bald darauf fort. Sie versuchte nicht einmal, mich zu halten, obgleich grabe ziemlich viel zu spulen war.
Später stand ich in unserem Garten und wartete. Mein Lehrer besaß ein Motorrad, bestimmt würde er darauf gefahren kommen. Nach einiger Zeit setzte ich mich hinter die Hecke, die ganz mit Knospen erfüllt war. Ein warmer Frühlingstag lag über uns. Die Wolken tarnen ganz schwarz
von fruchtbarem Regenwasser übers Hausdach gezogen. Hnd eben, als der Regen losrauschen wollte, hörte ich ein Motorrad durchs Dorf heranknattern. Schon bog es auf den Schulplatz und zwischen den Turngeräten hin. Wie ein Raubvogel kam er gebraust. Ich aber lag und ließ mich von dem wildesten Regen der Welt durchregnen, ohne mich zu rühren.
Aus dem Zeichenunterricht wurde dann nicht viel. Es wurde daraus die Liebe, von der ich damals noch nicht viel wußte. Nie saß ich mehr oben auf dem alten friesischen Webstuhl, und niemand vermißte mich dort, wie ich denke.
Eines Sommertags sah ich, wie er auf einen Wagen geladen und weggefahren wurde, der Stadt zu. Bald darauf fand die Hochzeit statt. Ich war mit meinen Eltern eingeladen. Da sah ich, daß mein Zeichenlehrer zwei kleine Buben mitgebracht hatte, feine eigenen, die keine Mutter mehr besaßen. Das Fräulein sollte nun deren Mutter werden. Jetzt begriff ich alles viel besser.
Es war eine schöne Hochzeit. Leider legte man die kleinen Buben früh schlafen. Ich wurde fröhlich vom Wein.
Gloria-Palast:
„Ich rnöcht* so gern mit Dir allein sein."
Das alte Märchen vom großen Glück hat dem Hnterhaltungsfilm (mit und ohne Musik) von Anbeginn unerschöpflichen Stoff geliefert: auch zu dieser Komödie von Hans Saßmann und Karl Buda, Vertonung von Robert Stolz. Das Ganze ist allerdings syhr viel weniger Komödie als eine Mischung aus Schwank und Operette: die merkwürdige Geschichte vom ungleichen Liebespaar, dem armen jungen Mann und dem reichen Mädchen. Später sind die Rollen vertauscht, das Mädchen ist arm und der junge Mann Millionär, denn seine Familie hat das große Los gewonnen: man muß sich wundern, daß trotzdem ganz zu allerletzt doch noch alles gut geht, nachdem sich nämlich herausgestellt hat, daß der Haupttreffer mit der Million leider nur „beinahe" gezogen wurde. Hier lagen die Ansätze zur echten Komödie, auf die es den Verfassern aber offenbar nicht in erster Linie an kam. Unter der Führung von Karl Heinz Mar- t i n spielen in einem sehr wienerisch klingenden Dialog Wolf A l b a ch - R e 11 y und Friedl C z e p a das ungleiche Liebespaar, während Rudolf Carl, Fritz Imhoff und Annie Rosar eine volkstümlich-drastische Komik entfalten. Hans T h i - m i g, das jüngste Mitglied der eben von der Papageienkrankheit heimgesuchten, bekannten Wiener Schauspielerfamilie, spielt mit einer markanten
an den allmächtigen Gott, der das deutsche Volk durch die Sendung Adolf Hitlers gerettet und ihm einen neuen Lebensinhalt gegeben habe. An diesen Gott glaube der Nationalsozialist und ihm danke er aus tiefstem Herzen. Die Dankbarkeit an diesen allmächtigen Gott statte der Nationalsozialist ab durch den Glauben an Adolf Hitler und an sein Werk und damit an unser Deutschland!
Stürmischer Beifall wurde dem Redner im Verlaufe seiner Darlegungen und am Schlüsse seines Vortrages dargebracht. Mit dem Gruß an den Führer fand die Kundgebung ihren Abschluß.
Staatsminister Schmitthenner in Hessen-Nassau.
NSG. Auf Einladung des Deutschen Dolksbil- dungswerkes der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" spricht der badische Staatsminister Professor De. Paul Schmitthenner in Heppen* heim, Viernheim, Worms, Frankfurt a. M., Gießen, Wiesbaden und Wetzlar. Schmitthenner, Gauverbandsleiter der NS.-Studentenkampfhilfe in Baden, ^-Standartenführer im OA. Rhein und Direktor des Wehrgeschichtlichen Seminars der Uni* versität Heidelberg, ist bekannt durch seine wehr- polittschen und wehrgeschichtlichen Bücher und gilt als einer der besten Kenner der wehrpolstischen Lage Deutschlands.
Meldet Kinderpflegestellen und Freiplähe!
NSG. Die NS.-Volkswohlfahrt als Hüterin der Volksgesundheit schützt mit ihren Einrichtungen die Gesundheit der jüngeren und älteren Generation. In diesem Jahre sollen im Rahmen der Sommerarbeit Tausende von erholungsbedürftigen Kindern
tHerrlich erfrischend
gründlich reinigend und dabeB den Zahnschmelz schonend.
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und Erwachsenen in Kinderpflege- und Gaststellett kostenlos untergebracht werden. An alle Volksgenossen ergeht daher der Ruf: Hnterstützt die Som* merarbeit der NS.-Dolkswohlfahrt durch Bereitwilligkeit zur Aufnahme von Ferienkindern und Urlaubern. Wenn jeder, der es ermöglichen kann, der NS.-Volkswohlfahrt eine Kinderpflegestelle oder einen Freiplatz meldet, dann wird es ihr gelingen, die Aufgabe wie in den vergangenen Jahren restlos zu lösen. Der Gau Hessen-Nassau muß auch'in diesem Jahre wieder mit in vorderster Front im Reiche marschieren.
Revue „Lachendes Wien''.
Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat sich mit der Verpflichtung des Gastspiels des Frankfurter Schumann-Theaters, der Revue Machendes Wie n", ein großes Verdienst erworben. Die Revue bereitete den zahlreichen Besuchern, die sich gestern abend in der Volkshalle einfanöen, drei unterhaltsame Stunden, die es leicht werden ließen, zu vergessen, was sonst im Alltag zu bedrücken vermag. Es gab gleichermaßen viel für Auge und Ohr. Ein buntes Programm von 25 Nummern ging fast pausenlos über die Bretter.
Die Revue brachte eine Fülle der guten Ideen. Da gab es zunächst gesungene Grüße aus der Wienerstadt und dann, nach den Späßen und Wortspielen des Ansagers, eine originelle Fernsehsendung, die in viele Länder führte. Und alle, die für diese Fernsehsendung auftraten, zeigten in farbenprächtigen Kostümen die Tänze ihrer Nation? Die Vorführung der „Wiener Küche" wuchs sich über- I raschend zu einer Tanzakrobatik einer Köchin und
Treffsicherheit ein ähnliches Patentekel wie kürzlich Ernst Waldow im „Petermann". Auch der vor kurzem verstorbene Alfred Abel ist in ein paar kurzen Szenen zu sehen; ein Eindruck, der die Zauberkunst des Films auf eine merkwürdige, fast unheimliche Weise empfinden läßt. — (Märkische-Pa- norama-Schneider.) — Aus dem Beiprogramm sei die Ufa-Wochenschau ynb ein Vorspann zu dem Marine-Film „Kameraden auf See" erwähnt.
Hans Thyriot
Zeitschriften.
— Ein neues Europa durch Führerpersönlichkeiten schildert Hans H. Bielstein in der Februar- solge von „W e st e r m a n n s Monatsheften". Einen Kampf um neues Denken, um einen neuen Sinn des Lebens beobachten wir, und jedesmal wurde die Idee schneller verwirklicht, wenn ein Führer an der Spitze stand. — Alexander v. An- dreevsky spricht über die unbekannte russische Zaren- und Revolutionsgeschichte. — Ein Aufsatz von Dr. Hans Lebede behandelt „Das Lautdenkmal , das dem Führer vom Reichsbund der Deutschen Beamten geschenkt wurde und das auf 300 Schallplatten alle charakteristischen Merkmale unserer Mundarten festhält. — Der Faschingszeit entsprechend enthält das Februarheft vergnügliche Beiträge mit vielen mehrfarbigen Abbildungen. — Aus dem unterhaltenden Teil feien erwähnt die Erzählung von Kurt Ziesel, „Die Prima greift ein", die Autobiographie von Benjamin Gigli und ein bebilderter Beitrag „Das Wintererlebnis in den deutschen Bergen".
— Es liegt in der Natur der Sache, daß das beste Trinkwasser praktisch nicht bakterienfrei ist. Da es sich aber bei den Keimen in überwiegender Weise um mehr oder weniger harmlose Bakterien handelt, schaden sie dem Menschen nicht weiter. Gutes Trinkwasser enthält nur wenige Bakterien, die als Höchstgrenze 100 in einem Kubikzentimeter nicht überschreiten dürfen. Heber diese Fragen schreibt Dr. Fr. Hoder im Märzheft der volkstümlich-naturkundlichen Monatsschrift „Der Naturforscher" (Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde). Das Heft bringt weitere wichtige Aufsätze, wie z. B. „Wuchsstoff und Keimftimmung" von v. Veh, „Der Einfluß einer Pflanze auf eine andere" von Dr. E. Pauschal, „Lupen-Aufnahmen" von G. Olberg, „Voraussage und Bekämpfung von Forstschädlingen" von Forstmeister Dr. F. Schwerdt- feger. Kleine Beiträge aus allen Gebieten der Naturwissenschaften, Forschungsberichte in kurzer Form, Anregungen zur Naturbeobachtung, Bücherschau und Preisfrage beschließen das wertvolle und anregende Heft.


