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Leipzig, 7. März 1938.
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Tiefc1- und TröpenschnjistelletV
Berlin W SO, Prager Straße 16
Guter Verkauf am zweiten Messetag. Besonders großes Interesse ausländischer Einkäufer.
MIT UND OHNE MUNDSTOCK
Reich an Aroma — Arm an Nikotin
Ich bfn Pall 1031
Berlin, den 2. Februar 1988
Auf meinen Reisen In fernen ErdteRen war für mich die Cigarettenfrage ifhrher ein lehr tschwieriges Kapitel. Das Kraut, das man dort rauchte, war mir stets tu stark. Wie froh bin ich jetzt, in Deutschland die nikotinarme ~AstraM gefunden zu haben. Die schmeckt mir so gut und ist dabei doch so bekömmlich, wie ich es mir stets von einer Cigarette wünschte. Ich bleibe der nikotinormen .^jsrra** bestimmt treu - und werde sie sehr vermissen, wenn ich sie einmal auf Reisen nicht mehr bekommen kann.
... und welcher Fall sind Sie? Auch Ihnen wird die „Astra" helfen! Sie schmeckt so gut, daß man kaum glauben will, sie sei nikotinarm. Und doch ist ein Nikotingehalt von weniger als 1% beglaubigt. — Die „Astra" ist eine echte Kyriazi, vollmundig im Aroma und von hoher Bekömmlichkeit. Ihre Nikotinarmut ist eine gewachsene Eigenschaft der Tabakblätter, die zur Herstellung der „Astra" Verwendung finden. Kein künstlicher Nikotinentzug, keine chemische Behandlung. Darum: Für alle Fälle — Astral
7>rkstoffreich in vollem Aufruhr.
Einem neuen Zeitalter der Technik entgegen. - Blick auf die Leipziger Messe.
Von unserem I. B.-Sonderberichterstaiter.
Falschmünzerbande unschädlich gemacht.
Der Polizei in Boppard am Rhein ist es gelungen, Hersteller und Verbreiter von Falschgeld zu ermitteln. Dort wurden falsche Zwel- und Fünf' mark-Stücke hergestellt und in den Verkehr gebracht. Insgesamt waren fünf Personen an der Herstellung und Verbreitung des Falschgeldes beteiligt die sanglich in Haft genommen und dem Amtsgericht Koblenz vorgeführt wurden. Nach längeren Bemühungen gelang es, den Haupttater Zu em em Geständnis zu veranlassen. Daraufhin konnte die Falschmünzerwerkstatt ausfindig gemacht werden. Die Werkzeuge, die zur Herstellung des Falschgeldes dienten, wurden sichergestellt.
Der Tod in den Bergen.
Beim Abstieg vom Sorgschroffen (Allgäu) kam der Schriftsetzer Hans Sommer aus Bad Woerishofen mit seinen Schiern an einem Stell- Hang zu Fall und stürlle 300 Meter tief ab. Der Verunglückte, der bei dem Sttirz einen Schädel- bruch davongetragen hatte, ist im Krankenhaus Kempten seinen Verletzungen erlegen.
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Der 16jährige Bäcker Albert Breindl aus München verunglückte im Hochnesgebiet tödlich Bei der Abfahrt vom Abereck geriet er an den senkrechten Absturz des Berges der durch eine überhängende Wachte verdeckt ist. Die Wachte gab plötzlich nach, und der Skiläufer stürzte mit den Schnee- und Eismaffen in die Tiefe. Er fiel auf einen Felsen und starb nach einigen Stunden, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Fast an der gleichen Stelle verunglückte ein weiterer
Münchner Skifahrer durch Sturz über die Wand. Mit einem schweren Schädelbruch wurde er durch den Gebirgsunfalldienst des deutschen Roten Kreuzes ins Tal gebracht.
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Bei einer Schitour am Hochkalter wurden zwei Berchtesgadener von einer Lawine erfaßt. Einer von ihnen war nach mehr als 24 Stunden noch unter den Schneemassen begraben, so daß mit seinem Tode zu rechnen ist. Es handelt sich um den Finanzbeamten Bruckmair. Der Förster Bruckmaier, sein Bruder, wurde dadurch gerettet, daß er sich beim Sturz an einem Felsen festhalten konnte und so an das Ende der Lawine geriet. Bavaria Filmkunst verleih G.m.b.h. neu gegründet.
Die Bavaria Filmkunst Verleih G.m. b. H. wurde neu gegründet. Als Geschäftsführer wurde Direktor Gustav B erlog er eingesetzt.
Urgeschichtliches IRufeum im veandertal.
Reichsamtsleiter Professor R e i n e r t h vom Amt Rosenberg eröffnete in Düsseldorf die bereits in Berlin gezeigte Vorgeschichtsausstellung „Lebendige Vorzeit" und in Gegenwart von Gauleiter Florian das Uraeschichtliche Museum im Reandertal. Professor Re in er th betonte, daß mit der Auffindung des Neandertalers sich unsere Geschichtsfchau um hunderttausend Jahre zurück erweitert habe. Deshalb sei auch dieses Urgeschichtliche Museum von größter Bedeutung nicht nur für die Dorgeschichtsforschung, sondern auch für deren lebendige Auswertung. Als Beauftragter für deutsche Vorgeschichte könne er das Werk, das hier entstanden sei, vollauf begrüßen.
Wie schnell Fortschritte auf neuen Gebieten erreicht werden können, beweist die Verwendung von P o r z e 11 a n in der Rohr- und Leitungstechnik. Noch vor wenigen Jahren schüttelten Fachleute bei dem« Gedanken an Wasserleitungen aus Hartporzellan den Kopf, heute sind alle handelsüblichen Profile von Rohren aus Porzellan auf den Messeständen zu finden. Auch die Frage der Verbindung von Rohrenden, des Einbaues von Krümmern und des Anschlusses an Rohre aus metallischen Werkstoffen sind gelöst. Das gleiche gilt für biegsame Schläuche aus Kunststoffen wie Mipolam ober Guttasyn, die zu den Spitzenleistungen der deutschen Chemie gehören. Desgleichen die Fertigung von Glaswolle aus dem schwer schmelzenden Quarzglas oder die Herstellung vonKunst- Harzschaum, der nicht nur als Jsoliermittel, I sondern auch für die Herstellung von Lino-I l e um Bedeutung zu gewinnen beginnt. Das große Werkstoffgebiet ist in vollem Aufruhr. Ueberall werden Fortschritte errungen, die den Meinungen von gestern voller Trotz entgegentreten. Ihnen beugt sich auch der Konstrukteur, dessen Aufgabe heute nicht nur mehr darin besteht, an Hand eines erprobten Rezeptes die Bauweise eines Gegenstandes zu bestimmen, sondern die Frage der Werk- toffwahl an die Spitze alles Schaffens zu setzen, wenn er zum wirklichen ©eftalter und Schöpfer > neuen technischen Zeit werden will.
Wir haben uns daran gewöhnt, unser Zeitalter ] als das des Stahls und des Eisens zu bezeichnen, das vor mehr als hundert Jahren unserer Umwelt 1 ihren eigenen Stempel aufdrückte. Die Leipziger Frühjahrsmesse mit ihren Werkstoff- 1 ausfteuungen läßt uns ahnen, daß die Vorherrschaft von Stahl und Eisen insofern eine Schwächung zu erwarten hat, als nun andere Werkstoffe in den Vordergrund treten, deren Eignung für bestimmte Zwecke dem klassischen Werkstoff überlegen ist. Aeußerlich kommt diese künftige Entwicklung darin zum Ausdruck, daß den Werkstoffen in Leip- zig zum ersten Male eine besondere Halle gewidmet wurde, die als Mittelpunkt der Messe betrachtet werden kann.
Wenn in dieser Leistungsschau der deutschen Werkstoffindustrie der Stahl nicht fehlt, sondern sogar in einer bisher nicht bekannten Veredelung und Fülle gezeigt wird, so ist das kein Widerspruch. Denn der Ltahl ist dabei, sich neue Anwendungsgebiete zu erschließen, die ihm andere Werkstoffe nicht streitig machen können. Hierzu verhilft ihm die Einführung neuer Legierungen, die unter Weglassung von Sparmetallen wie Nickel durch Zusätze von Chrom und Molybdän für hvchbelastete Maschinenteile hervorragend geeignet sind. Verschleißfeste Gußeisen haben sich durch den Zusatz von Mangan und anderen Metallen zu Feinerzeugmssen verarbeiten lassen, die der Werkstättentechnik alle Ehre macht. Ein lehrreiches Beispiel für die sichtbaren Fortschritte ist weiter die Aufbringung dünner rostbeständiger Stahlhäute auf eine dicke gußeiserne Unterlage von Maschinenteilen aller Art, die in der chemischen Industrie unentbehrlich sind. Auch Bleche lassen sich auf diese Wesse plattieren und tragen zur Einsparung der hochwertigen Stahllegierungen bei, indem nicht mehr der ganze Maschinenteil aus Edelstahl gefertigt zu werden braucht, sondern schon eine dünne Edelhaut den gewünschten Verwendungszweck sichert. Ebenso wurden im Zuge der Maßnahmen zur Ersparnis van Wolftam neue Schnelldrehstähle durch Zusatz von Dana- dium und Molybdän erreicht. Allgemein wird das aus Stahl gefertigte Werkzeug durch Wahl eines besonderen Werkstoffs immer mehr dem eigentlichen Zweck angepaht. m
Ein großer Einbruch in das Gebiet des Stahls ist dem Leichtmetall gelungen. Erzeugnisse aus Aluminium- und Magnesiumlegie- runaen geben ein umfassendes Bild von dem Einsatz der Leichtmetalle im Derkehrsmittelbau, m der Maschinen- und Bautechnik. Hatte man früher Stahlblech zum Schutze gegen Rost und chemische Angriffe mit Metallen wie Nickel oder Kupfer plattiert, so finden wir heute Stahlbleche, die mit Aluminiumlegierungen ,behäutet" sind. Auch in der Herstellung von reinem Aluminium ist man ungefähr an der Grenze des Erreichbaren angelangt, wenn man sich vergegenwärtigt, daß der Reinheitsgrad auf 99,998 angelangt ist. Neben dem Alumi- nium befindet sich das Magnesiummetall m schneller Entwicklung. Die Anwendungsmoglichkeiten und die Bearbeitung dieses eigentümlichen Leichtmetalls sind noch keineswegs restlos bekannt. Man wird in den nächsten Jahren gerade auf diesem Gebiete noch manche Überraschungen erwarten dürfen, wenn man den Leichtbau noch umfassender anzuwenden weiß als heute. Wie sich durch die Wahl bestimmter Zusätze die Eigenschaften der Grund- metalle ändern können, lehrt auch das Kupfer: ihm kann man durch Zusatz von Beryllium solche Härte verleihen, daß man Kneifzangen ober Meißel daraus fertigen kann.
Für die Wandlungen auf dem Gebiet der Werk- ftoffe sprechen am überzeugendsten die K u n st - stofse. Ob man aus Hartgeweben Zahn- röter herstellt ober die schweren Lager einer Walzenstraße aus Preß st offen macht, ob ein barer plastischer Kunststoffbelag den Fußboden deckt oder Kunststoff für die Herstellung durchsichtiger Schutzscheiben für Verkehrsmittel benutzt wird, immer wieder drängt sich dem Beschauer die Frage auf, wohin sich denn dieses neueste Gebiet der Werkstoffe noch entwickeln wird. Auch die unbelehrbaren Pessimisten haben sich davon überzeugt, daß der Kunststoff in Hunderten von Fällen den metallischen Stoffen weit überlegen ist. Edelkunsth rrz und Kun st Horn finden in großem Umfang in der Schmuckindustrie als Schnitzstoff Anwendung und haben einem alten Handwerk nicht nur neue Arbeit gegeben, sondern haben es auch zu neuer Kunstentfaltung veranlaßt. Das muß trotz des noch nicht ausgeftorbenen Kitsches gerade auf diesem Gebiet anerkannt werden. Wenn man sich die großen Preßteile, die für den Zusammenbau einer Auto- karosserie bestimmt sind, betrachtet, stellen sich gewiß noch verschiedene Fragen nach der Haltbarkeit, Wiederinstandsetzung ober Bearbeitbarkeit dieses neuen Werkstoffes ein, aber ein neuer Weg bahnt sich hier dennoch an, tastend betreten ihn deutsche Pioniere,
Leipzig, 7. März. (DNB.) Auch der zweite Messetag ter Leipziger Frühjahrsmesse stand im Zeichen eines guten Besuches, ter sich besonders lebhaft auf der Technischen Messe gestaltete. Unter den Messegästen befinden sich viele Ausländer, die sich nicht nur auf eine Orientierung beschränken ober auf Versuche, deutsche Vertretungen zu erhalten, sondern ein kaufen. Die Zichl der ausländischen Einkäufer wird vom Messeamt mit 34 000 angegeben. Die Kauflust ist im allgemeinen rege und erfaßt, was den Binnenmarkt anbelangt, vorwiegend Waren, wie sie ter Richtungslenkung des Verbrauchs entsprechen. Großes Interesse finden auf der Technischen Messe namentlich bei den ausländischen Besuchern Textilmaschinen, ferner Werkzeugmaschinen, und auf der Baumesse Jsolierplatten, Oefen, Herde usw.
Auf der Textilmesse sind die neuen Aussteller der deutschen Bekleidungsindustrie von dem bisherigen Erfolg überrascht. Guten Verkauf fatten Kleider und Blusen, ferner Strümpfe, Teppiche, Gardinen, Spitzen und Dekorationsstoffe. In Kleiderstoffen sind die Erwartungen ebenfalls erfüllt. Die Automatenmesse verbindet mit einem Rekordbesuch gute Auftragseingänge. Auch andere Artikel, wie Möbel, Sportwaren, Eisen- und Metallartikel, Spielzeuge und Schmuckwaren wur-
den sehr lebhaft beachtet.
Wetterbericht
Mit der Verflachung des festländischen Hochdruckgebietes greift die nordeuropäische Wirbeltatigkeit immer weiter nach Deutschland über. Während :m Norden des Reiches dabei auch mit leichter Unbeständigkeit und dem Auftreten vereinzelter Niederschläge gerechnet werden kann, wird im Süd westen und Süden noch Hochdruckeinfluß vorherrschen. Die Zufuhr feuchter Meeresluft begünstigt hier iedoch Nebelbildung. , m .
AussichtenfürMittwoch: Besonders morgens vielfach neblig, sonst heiter bis bewölkt trocken, nachts frisch, mittags mild, Winde aus Sud bis West.
Lufttemperaturen am 7. März: mittags 10,3 Grad Celsius, abends 7,8 Grad; am 8. Marz: morgens — 13 Grad — Maximum 10,6 Grad, Minimum heute nacht —'1,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. März: abends 6,2 Grad; am 8. März: morgens 2,8 Grad. — Sonnenschemdauer 0,7 Stunden.
j)auptfrf)riftUiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lang- Si-llv-rtr-ier de- Hauptfchnsttoters: Emst B um. schein. B-rantwortlich für Politik und für die Bilder Dr. Fr. W. Langei für Feuilletoni Or. Hans Thynot; für den Übrigen Teil: Ernst Blumfchem Anzeigen, toter: Han- Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. IL 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlfche Unwersitatsdruckerei R. Lang-, K-G., sämtlich in Gießen. M°na1sb-zugs. preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Emzeloer aufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der
Illustrierten 5 Pf. mehr.
Allk tzjit iü Preisliste Jir.^ vom 1. September 1937


