Ausgabe 
8.3.1938
 
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Bucharin soll gestehen

geheuerlicher wirken, als der Botschafter K a r a ch a n schon

t ä r e

ganz man

mal in bulgarischer Sprache machten, sind lediglich fünf getarnte Marxisten in die Sobranje gewählt worden.

In Venedig traf eine Kommission von deutschen Forstsachverständigen unter Führung des Staatssekretärs Generalforstmeister Alpers ein, die den Besuch einer italienischen Kom­mission erwidert; sie wird die von der italienischen Forstmiliz in den letzten Jahren durchgeführten Ar­beiten, vor allem in der Lombardei, besichtigen.

Wahlsieg des autoritären Regimes in Bulgarien.

Kleine politische Nachrichten.

Der Deutschlandsender überträgt am 11. März von 20 bis 20.15 Uhr die Rede des Jugend- ührers des Deutschen Reiches zur Er­öffnung der Propagandaaktion für die HJ.-Heim- beschaffting, die am 2. März in der Krolloper Berlin gehalten wurde.

Von Lissabon traf Stabsführer Lauterbacher in Burgos ein. In Begleitung des Botschafters von Stohrer suchte er den spanischen Staatschef General Franco auf. Am Dienstag wird er den Generalfekrär der spanischen Nationalpartei und den Landwirtschaftsminister besuchen und Einrichtungen der spanischen Parteiorganisation besichtigen.

werde bald an seinem Ende angelangt sein. Bald würde das sowjetrussische Volk erwachen und zu einer politischen Gesundung zurückkehren. Die rücksichtslose Tyrannei Stalins werde dann wahrscheinlich als eine grausame Le­gende der Weltgeschichte vor Augen stehen, wie z. B. die Geschichte von der Herrschaft des Mino­taurus auf Kreta.

FalscheGeständnisse"

Chinesischer General in Schanghai ermordet.

Schanghai, 7.März. (DNB.) Drei chinesische Freischärler töteten mit 13 Revoloerschüssen den Ge-1 neral Tschufengtschi, als er nach einem Be­such bei General Tschuhungtsi die Straße be­trat und das Auto besteigen wollte. Tschuhungtsi war oft genannt worden als Kriegsminister einer von japanischer Seite geplanten Zentralregierung für China. Die Täter entkamen. Der Lenker des Kraftwagens verständigte die Polizei. General Tschufengtschi war früher Gouverneur der Provinz Tschekiang und Anhänger des früheren Gouver­neurs von Schantung, Suntschuanfang. Man ver­mutet, daß die Attentäter durch den Mord die Bil­dung einer japanfreundlich eingestell- ten Regierung verhindern wollten.

Aus aller Welt.

Schweres Eisenbahnunglück in Sowjetspanien.

Paris, 8. mär;. (DJIB. Funkspruch.) Nach einer havasmeldung aus Barcelona ereignete sich in der Nacht vom Samstag zum Sonntag wie erst jetzt bekannt wird auf der Strecke zwischen Lerittei und Tarragona ein schweres Eisen- bahnunglück. Ein Schnellzug stieß mit einem Güterzug zusammen, wobei 19 Personen getötet und 168 mehr oder weniger schwer verletzt wurden.

Amerikas Anspruch auf die Südsee-Znseln.

Neuyork, 8. März. (DNB.) Das Küstenwach­schiffT a n e y" ist von Honolulu aus in See ge­gangen, umdieInselnCantlrnundEnder-

Chamberlain kündigt beträchtliche Erhöhung des britischen Rüstungshaushalts an.

18 Milliarden Reichsmark werden überschritten. - Genf bietet heute keine Sicherheit. - Vertrauensvotum des Unterhauses

Hinterbliebenenversorgung erörtert. Reichsminister Dr. Frank unterstrich die Notwen­digkeit der Erhaltung und Sicherung der dem No­tar eigentümlichen Berufsstellung und Aufgaben­kreise und kennzeichnete dabei den Notar als beru- enen Mittler zwischen dem Staatsapparat und dem einzelnen Volksgenossen.

nach den Weisungen von Reichsminister Funk und Reichsleiter Dr. Ley die Richtlinien für die Ein. heit von Wirtschaft und Arbeit im deut- chen Handwerk fest. Zu diesem Zwecke wird eine weitgehende Personalunion in den Gau- und Kreisdienststellen des Handwerks durchgeführt. Zur Sicherung der einheitlichen Behandlung aller Fragen des Handwerks wurde entsprechend einem Uebereinfommen zwischen Reichswirtschaftsminister Funk und Reichsleiter Dr. Ley derB e i r a t des deutschen Handwerks" eingesetzt. Dieser wird neben seiner Arbeit in den handwerklichen Spitzenorganisationen das beratende Organ des Reichswirtschaftsministers fein. Zum Vorsitzenden wurde Pg. M a g u n i a (Königs- ; berg) ernannt. Dem Beirat gehören weiter an: Pg. Rehm (Augsburg), die Pgn. Sehnert (Halle), K a tz m a n n (Weimar), Lemke (Osnabrück) und Cramer (Frankfurt a. M.).

Ein Ausschuß wird die Durchführung der Internationalen Handwerksausstel- l u n g vom 22. Mai bis 10. Juli in Berlin und desTages des deutschen Handwerks" vom 6. bis 8. Mai unter Leitung von Pg. Kropp, ' Stabsleiter der Organisationsleitung des Reichs­parteitages vorbereiten. Staatsrat Schmeer gab sei­ner Freude Ausdruck, daß die Ältersversor- g u n g des Handwerks, die alle beteiligten Kreise seit langem besonders bewegt, in kurzer Zeit ver­wirklicht wird.

Tagung der Reichsgruppe Notare.

Der ReichsgruppenwalterNotare" des NS.» Rechtswahrerbundes hatte in das Haus der Deut- schen Rechtsfront seine im Reichsgruppenrat zusammengefaßten Mitarbeiter aus ganz Deutsch­land zu einer Arbeitstagung zusammengerufen, an der auch der Reichsrechtsführer, Reichsminister Dr. Frank, der Reichsgeschäftsführer des NSRB., Dr. Heuber, und der Reichswalter des NSRB., Prof. Dr. Noack, teilnahmen. Eingehend wurden die Möglichkeiten der beruflichen Fortbil­dung der Notare und Notariatshilfskräfte durch Schulungs- und Fachkurse überprüft und deren Aus­bau beschlossen. Ferner wurde die Alters- und

die sie begünstigt, wirft sie mir vor, daß ich eine Vorliebe für dieDiktatoren" habe. Ich hübe mit einer Welt zu tun, in derDiktatoren" vorhanden sind. Ich habe aber kein Interesse an anderen Re- gierunqssystemen, es sei denn, daß diese aus andere Länder zurückwirken sollten." Der Premierminister schloß mit der Feststellung, daß die "Wurzel seines politischen Glaubens" dieFrecheit des Individu­ums" sei. f.

Ein Wortduell zwischen Churchill und dem Labourabgeordneten Lansbury war recht bezeichnend fite die Anschauungen, die sich m Eng­land gegenüberstehen. Churchill brachte es tatsäch­lich fertig, die Genfer Liga alsein wichtiges Ele­ment in der praktischen militärischen Sicherheit Eng­lands" zu bezeichnen (!!) und des Langen und Brei­ten darzulegen, wie er sich Englands Beschutzung durch den Genfer Verein vorstelle. Das war aber selbst den Engländern zu viel, deren Philosophie von Genf bestimmt wird. Lansbury hielt chm ent­gegen, daß England und Frankreich selb st v e r - antwortlich seien für eine Politik, die Europa an den Rand des Zusammenbruchs gebracht habe. Er warnte die Juden Englands, falschen Propheten zu folgen und bekannte sich zu den Verstandi- gungsbestrebüngen Chamberlains.Ich mich in Zukunft nicht darum, auswelche Werfe man zum Frieden gelangt, wenn er nur überhaupt kommt."

Das Unterhaus schloß die Aussprache Uber die ufrüftung ab mit Annahme des von der Re­

vier Tote

beim Absturz eines deutschen Flugzeugs in Ecuador.

In Ecuador ist in der Nähe des Chimboraffo un­weit Guaranda ein deutsches Flugzeug auf einem Ueberführunasflug nach Quito abgestürzt. Hier­bei kam die Besatzung, Flugzeugführer Hammer, zweiter Führer B u t s ch e r, Mechaniker Weiß und der ecuadorianische Hauptmann A g u i r r e, ums Leben. Fritz W. Hammer war 1919 an der Gründung der kolumbianischen Luftverkehrs­gesellschaft Scadta ebenso wie 1927 an der des brasilianischen Condor-Syndikats maßgebend betei­ligt und gerade jetzt wieder dabei, ein neues erfolg­verheißendes Arbeitsfeld für die Handelsluftfahrt in Südamerika zu erschließen.

DasGespenst von Skierniewice".

Auf der Suche nach demGespenst von Skiernie- roice", wie der Mörder der Familie des polnischen Generals Skozicki und seiner beiden Angestellten genannt wird, hat die Polizei mehrere Verwandte des Verbrechers verhaftet, da sie im Verdacht stehen, von den Mordplänen Kennt­nis gehabt zu haben. Bei einer Freundin des Mör­ders fand man einige aus der Wohnung des Gene­rals gestohlene Kleidungsstücke. Ueber die Gründe, die zu dem furchtbaren Verbrechen führten, besteht noch keine Klarheit. Der Verbrecher hat zwar die gesamte Wohnung durchsucht, aber nur einige Kleidungsstücke mitgenommen, während er das Bargeld und verschiedene Schmuckstücke un­berührt lie^

London, 7. März. (DNB.) Im Unterhaus er­klärte Premierminister Chamberlain, als man mit der Aufrüstung begonnen habe, habe man an­genommen, daß die Rosten für die Aufrüstung sich in fünf Jahren auf eine Milliarde fünfhundert Millionen Pfund (18 Milliarden RM.) beliefen. Er befürchte, das Haus müsse sich auf eine be­trächtliche Ueberschreitung dieser Summe

Der Führer und Reichskanzler hat den Ministerialrat I l g n e r, der bisher im Reichsfinanz. minifterium tätig war, zum Ministerialdirektor er­nannt Er ist mit der Leitung der Hauvtabteilung Z des Reichswirtschaftsministeriums beauftragt worden. Jlgner ist 1887 in Thorn geboren, war in der Justiz- Verwaltung tätig und trat vor 15 Jahren in bie-

London, 8. März. (DNB. Funkspruch.) Unter der ÜberschriftDas größte Geheimnis des Jahr­hunderts" befaßt sich Ward Price in derDaily Mail" mit den Moskauer Schauprozeffen. Nach einem einleitenden Hinweis auf die blutige franzö­sische Revolution unter Robespierre schreibt er, daß sich noch niemals etwas in der Geschichte er­eignet habe, was mit dem grausamen Drama und! der Unwahrscheinlichkeit dieser Prozesse in Moskau verglichen werden könne. Lange noch, wenn viele andere Tagesereignisse längst vergangen seien, werde besonders der jetzige Schauprozeß als ein unheimliches Rätsel für die Nachwelt haf­ten geblieben sein. Die Welt würde diese Anklagen als unglaubhaft zurückweisen, die die Angeklagten für ihre eigene Verdammung machten. Nur durch die Anwendun g v o n R a u s ch - giften könne man sich solche Geständnisse erklären. Aber der verrückte Traum des Bolschewismus

Sofia, 7. März. (DNB.) Die in den Kreisen Sthumen und Stara Sagora durchgeführten Teil- wählen für die Sobranje, in denen 47 Kandidaten von insgesamt 162 gewählt wurden, stellen einen starken Erfolg für die Regierung bar. 30 Abgeordnete haben sich für das autori- . _.. ..egime erklärt, das mithin 62 v. H. der abgegebenen Stimmen für sich verbuchen kann. Die 17 Abgeordneten der Opposition sind fast durchweg getarnte Anhänger der verbotenen Parteien. Unter diesen befinden sich auch Angehörige der ehemali­gen nationalistischen Gruppen, von denen die mei­sten die Erneuerungspolitik der Regierung zwestel- los unterstützen werden. Trotz der unerhörten Wühl­arbeit der Äommuniften und Dolksfrontkreise und trotz der Propaganda, die im letzten Monat d i e Kominternsender in Moskau und Kiew drei-

bury der Phönixinselgruppe für die Vereinigten Staaten in Besitz zu nehmen. DieTaney" wird voraussichtlich Ende dieser Woche die Inseln er­reichen. An Bord befinden sich mehrere USA.-Bür- ger, die auf den Inseln ihren dauernden Wohnsitz aufschlagen wollen, sowie zahlreiches B a u m a t e r i a l für die Errichtung von Häusern.

M o s tau, 7. März. (DNB.) Die Montagssitzung des Moskauer Schauprozesses sicht weiter im Zei­chen des ,^Hauptangeklagten" B u ch a r i n, der zwar feinekonspirative Tätigkeit zum Sturze der Sow- jetregierung" zugibt, sich jedoch hartnäckig weigert, auch dieVerbrechen des Landesverrats und der Spionage" auf sein Schuldkonto zu nehmen. Wy- schinski hat es nicht leicht mit diesem, ihm geistig weit überlegenen AngeÜagten, der es oft genug fertig bringt, das letzte Wort zu behalten. Bucharin führt tm einzelnen aus, daß feine Gruppe, nachdem sie aus allen Machtstellungen verdrängt worden war, zuerst versucht habe, mittels einerP a - lastrevolution" ihren Einfluß wieder zu er­obern. Es fei beabsichtigt gewesen, vor allem durch , Rykow und Jenukidse, die damals noch ihre hohen Aemter bekleideten, Stalin und seine Au­ch än ger zu isolieren. Aber schon vom Jahre 1930 an fei die Opposition zu gewaltsamen Methoden übergegangen. In der Periode der Kollektivierung der Landwirtschaft habe sie z. -ö. große Hoffnungen auf einen Erfolg der Bauern­aufstände in den verschiedensten Gebieten ge­setzt. Weiter muß Bucharin auf ein Stichwort des Staatsanwalts hinbestätigen", daß feine Gruppe schon im Jahre 1932 mit militärischen Krei- e n in Verbindung getreten sei, wobei er die Na­men einiger der inzwischen erschossenen Generale (Tuchatschewski, Kork, Primovow und Putna) nennt. Mit Hilfe der Moskauer Garnison habe der da­malige Kreml-Kommandant Petersen auf Betrei­ben Jenukidses einen Gewaltstreich gegen Die Re- I qierung vorbereitet. Es fei beabsichtigt gewesen, die ganze (aus ungefähr 2000 Personen bestehende) 17 Part ei Versammlung, die damals im Kreml tagte, fest zu setzen!

Um jeden Preis möchte der Staatsanwalt Wy­schinski dabei auch dasGeständnis" der Spio­nage von Bucharin hören. Er fordert dabei den 1 Angeklagten Scharangowitsch zuerst auf, feine Aus­sagen zu wiederholen, wonach die weißrus­sische Gruppe direkte Anweisungen zu Spionage zugunsten einer auswärtigen Macht von Bucharin und Rykow erhalten habe. Aber Bucharin äußert hierzu nur verächtlich:Scharangowitsch kann sagen, oviel er will. Das ändert nichts daran, daß ich alles b e ft r e i t e. Ich habe niemals mit irgend­einem Nachrichtendienst in Verbindung gestanden! Bucharin, von Wyschinski weiter bedrängt, hält es für richtiger, einige nebelhafte Erklärungen abzu- geben, die um so unr - - ---

Kronzeuge dafür, der L .

vor Monaten vorsorglich hingenchtet worden ist. Im Jahre 1935 will Bucharin eine Zusammen­kunft mit Karachan gehabt haben, wobei chm dieser die Ergebnisse seiner G e h e i m v e rha nd l u n- gen mit den Deutschen" (!) mitgeteilt habe. Der Staatsanwalt interessiert sich auffallenderweise nicht dafür, mit wem, wo und mann Karachan diese angeblichen Verhandlungen geführt hat!

Neues Verbrechen der Gptl

Polnischer Pelzhändler in Leningrad verschleppt.

Warschau, 7. März. (DNB.) In Warschauer Kaufmannskreisen hat die Nachricht von der Ver­haftung des größten Pelzhandlers der polnischen Hauptstadt, Pmchas Go- strzynski, vermutlich d u r ch A g en t e n d e r G P U., großes Aufsehen hervorgerufen. Gostrzynski, der sich zum Ankauf von Pelzen nach Leningrad begeben hatte, verständigte sich am 23. Februar von seinem Moskauer Hotel aus mit einer Warschauer Firma, um dann kein Lebenszeichen meh r von sich zu geben. Ein Telegramm, das an das Syndikat der Pelzhändler in Leningrad gesandt wurde, wurde mit der Mitteilung beantwortet, daß Gostrzynski überhaupt nicht in Leningrad erschie­nen sei. Aber amerikanische Kaufleute, die ebenfalls in Leningrad gewesen waren, erklär­ten, gesehen zu haben, wie Gostrzynski beim Verlassen des Hotels von mehreren Männern f e ft genommen und in einem Panzerauto fortge* schafft worden sei. Eine diplomatische Interven­tion bei den Sowjetbehörden ist in die Wege ge­leitet worden.

Das unheimliche Rätsel."

Ward Price über den Moskauer Prozeß.

Nun ließ der Sowjetanwalt weitereZeugen aufmarschieren. Alle sind sich darin einig, daß Bu­charin im Jahre 1918 eine Verschwö­rung gegen Lenin und Stalin angezettelt hat mit dem Ziel, diese zu ermorden. Der ehemalige Tschekahäuptling Manzew erweist sich dabei als ein besonders ^brauchbarer" Zeuge. Auf Bucharin aber machen die Aussagen dieserZeugen" gar keinen Eindruck; er bestreitet ihre Behauptungen, daß er Lenin damals nach dem Leben getrachtet habe, kategorisch. Auf der Dienstagsitzung erwartet das Verhör Jagodas.

Relchsfinanzverwaltung über. Den Krieg hat Jlgner als Reserveoffizier mitgemacht. Der NSDAP, gehört er feit 1. März 1932 an. Er ist ---Sturmbannführer im Stabe des ---Hauptamtes.

*

Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten Herbert Hoover ist, von Karlsbad kommend, in Berlin eingetroffen. Er wird als Gast der Carl» Schurz-Gesellschaft Gelegenheit haben, sich über die Verhältnisse im neuen Deutschland aus eigener An- chauung zu unterrichten. *

Den 51jährigen Dr. Kurt Wannow, der den K. von Ossietzky um den größten Teil seines Nobelpreises gebracht hatte, verurteilte das Berliner Schöffengericht wegen fortgesetzter Er­schleichung einer Devisengenehmigung, fortgesetzter Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung sowie fort­gesetzter Untreue in einem weiteren Falle zu zwei Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und Geldstrafen von 1000, 2000 und 5000 Reichs­mark. Die Schutzhaft wird voll auf die Freiheits­strafen angerechnet.

Auf Vorschlag des Duce ist der Präsident des Senats, Luigi Ferderzoni, an Stelle von d'An- nunzio zum Präsidenten der Königlich Italienischen Akademie ernannt worden.

x Einheitsfront

im deutschen Handwerk.

Berlin, 7. März. (DNB.) Der Leiter der Hauptabteilung III des Reichswirtschastsministeri- ums, Ministerialrat Schmeer, hatte eine Tagung von Handwerksführern nach Frankfurt a. M. ein­berufen. An der Tagung nahmen der kommissarische Reichshandwerksmeister Schramm und der Leiter des deutschen Handwerks, Paul Walter, sowie eine Reihe von Landeshandwerksmeistern und Gau- handwerkswaltem teil. Staatsrat Schmeer legte

latzung wurden von den englischerr Kriegs-, schiffen ,Lempenfelt" undBoreas gerettet, wobei bolschewistische Flugzeuge, allen Gesetzen der Menschlichkeit hohnsprechend, in ver­brecherischer Weise Bomben ad w a r s e n und drei Besatzungsmitglieder derBoreas verletzten I und einen Matrosen töteten.

Llm deutsche Lebensrechte in Polen.

Warschau, 8. März. (DNB.) Im polnischen Senat erklärte Senator H a s b a ch, daß die deutsche Volksgruppe eine starke Regierung im Lande be­jahe, ganz besonders auch angesichts der bedroh-1 lidien Gewitterzeichen, die auch in Polen aufziehen. Der kommunistische Mord an dem katholischen Geist­lichen in Lubon bei Posen fei ein Mahnmal, das deutlich zeige, wo der Feind steht. Es könne hier nur eine Front der st a at s - u n d ord­nungsliebenden Elemente ohne Rücksicht auf ihre nationale Zugehörigkeit geben. (Senator Hasbach richtete die dringende Ditte an d« Regie­rung, dafür Sorge zu tragen, daß der Wille der Zentralregierung im Sinne der Minderheiten- erflärung sich bis in die letzte Amtöftube hinein durchsetzt. Um die positive Einstellung der deutschen Volksgruppe zum Ausdruck zu brmgen, werde er für den Haushalt stimmen.

Senator Wiesner erklärte, die Deutschen m Polen seien von dem wirtschaftlichen^ Aufschwung ausgeschlossen worden. Die; Arbeiterentlassungen in der ostober- schlesifchen Industrie gingen we i ter von ft at- ten Deutschen würden die für die Ausübung ihres Berufes notwendigen Konzessionen ohne irgend­welche Begründung entzogen. Polnische Der- bände riefen zum Boykott gegend i e D e u t* schen auf und deutschen Handwerkern und Kauf­leuten werde die Ausübung ihres Berufes stän­dig erschwert. Die neue Agrarreform­risten enthielten in den Westgebieten wehr als 6 0 v.H. deutsche Besitzer mit einem Gesamt­ausmaß von 40 000 Hektar Land. Das deutsche Schulwesen sei auf ein Niveau herabgedruckt worden, das in keiner Werse den kulturellen Be­dürfnissen der Deutschen entspreche. Der Senator erhob die Forderung, die deutsche Volksgruppe nicht ^gewaltsam von dem Aufbauwerk auszuschlietzen und ihr das Recht zu leben nicht strittig zu machen. Die deutsche Volksgruppe stehe grundsätzlich auf der Seite derjenigen, die die Zerstörung der Ge­sellschaftsordnung auf das schärfste bekämpfen. Was im großen durch das Verständigungswerk des Mar­schalls Pilsudski und des Führers möglich war, müsse auch im kleinen gelingen.

D.S. Berlin, 8. März.

Im Moskauer Prozeß hat bisher so ziemlich eder Angeklagtegestanden", mit irgendeinem Aus­länder eine Verschwärung angezettelt zu haben. Alle diese Ausländer sind mit Namen genannt worden. Das mußte stutzig machen. Denn jeder sagte sich, daß schon etwas Wahres an dem Anklagematerial sein müsse, wenn man lebende Ausländer mit in die Debatte hinrinziche und so sozusagen als Belastungszeugen gebrauche. Aber liefe Ausländer, Männer und Frauen aller Natto- nen, vielfach sogar betont sowjetfreundlich ringe- stellte Personen, haben nicht gezögert, sich zu Wort zu melden und denGeständnissen" g a n z p r a » zis e Erklärungen entgegenzufetzen. Aus der langen Reihe der ausländischen Dementts seien nur einige heraus gegriffen: Der französische Soziali' Dan soll 1928 von dem angeklagten Tschernow bemüht worden fein, sich an einer Aktton gegen Stalin zu beteiligen. Dan erklärt, Tschernow gar nichtzukennen. Rykow soll mit zwei russischen Emigrantenblättern zusammengearbeitet haben. Beide wurden namentlich genannt. Das eine Blatt stellt diese Behauptungen als Lüge hin, das andere Blatt existiert überhaupt nicht! Die fran­

zösische Sozialistin Paz k e n n t K r e st i n s k i n i ch t, obwohl er mit ihr zusammengetroffen sein soll. Trotzki befand sich gerade zu der Zeit unter strenger französische»- Polizeiaufsicht, als er im Ausland mit Krestinski verhandelt haben soll. Aehnlich sind alle anderen AusländerfeststellMgen, die zwar dem Sowjetstaatsanwalt auch zu Gesicht gekommen fein dürften denn in Moskau wird alles, was sich in der Auslandspresse zum Moskauer Prozeß als Beitrag findet, sehr genau zur Kenntnis genommen , aber der rote Anklagevertreter geht über diese Wahrheiten glatt hinweg, weil sie in das Trauer­spiel Stalins nicht hineinpassen. Gerade dieses Hin­weggleiten über die ausländischen Feststellungen ist mehr als bezeichnend. Man müßte, und gerade das will der Bolschewismus nicht, die eigene Blut­gier bekämpfen, würde man die Dementts aus London und Paris berücksichtigen. Die Köpfe sollen rollen. Also: Wahrheit hin Wahrheit her, es mußgestanden" werden.

gefaßt machen. . ,. ...

Chamberlain erklärte weiter:Obwohl wir nicht aufhören werden, eine Besserung der Lage zu erreichen, soll man doch wissen, daß unser Wunsch nach Frieden nicht die Bereitschaft bedeute, den Frieden von heute auf Kosten des Friedens von morgen zu erkaufen. Es ist weder mein Wunsch, noch meine Absicht, mich auf gefchäftelhuberlfche Einmischung in Angelegenheiten anderer Volker ein- zulafsen. Wir werden jedoch von Zeit zu Zeit, wenn das unsere Pflicht ist, unsere Stimme zu Gun­sten einer friedlichen Erörterung und zu Gunsten friMicher Verhandlungen an Stelle der Anwendung von Gewalt oder Drohung mit Gewalt erheben.

Chamberlain wandte sich dann gegen die Politik der Labour-Party. Die Genfer Liga sei heute verstümmelt und lahm. Diejenigen, die ihr Bestes täten, um einen wirklichen Bund der Vol­ker aufzubauen, dienten ihr besser als diejenigen, die ihr in ihrem gegenwärtigen Zustand Aufgaben zumuteten, die offensichtlich ihre Kraft überstiegen.

Ä Aufrüstung °b mit Snnuhm- °?"uml mtt Sen liege. Chamberlain fuhr fort:Weil ich gierung geforderten Vertrau ensvotums mit nicht die Ansichten der Opposition teile, die wünscht, 3 4 7 gegen 133 Stimmen.

daß wir in Spanien die Partei derjenigen ergreifen,!