Ausgabe 
8.3.1938
 
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Nr. 56 Erstes Blatt

188. Jahrgang

Dienstag, 8. März 1938

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Oer letzte Versuch?

Ein Diplomat hat uns kürzlich aus die Frage nach dem Unterschied zwischen der Politik Edens und der Chamberlains folgende Antwort ge­geben: Eden war der Auffassung, daß die Uhr der europäischen Politik schon nach zwölf ist, während Herr Chamberlain die Ansicht vertrete, es sei fünf Minuten vor zwölf. Diese Formel erschöpft sich wenn man die jüngsten Entwicklungen der englischen Politik betrachtet nicht in einem Wortspiel, sondern berührt offen­sichtlich den Kern der Dinge. Auch die erneuerte britische Regierung unterstreicht zwar aus im ein­zelnen noch nicht recht ersichtlichen Erwägungen, wie ernst ihr die gegenwärtige Lage erscheine, aber sie reagiert darauf jedenfalls ganz anders als Herr Eden.

Um dies zu erkennen, braucht man nur die letzte Rede Sir Samuel Hoares nachzulesen, in der er sich für Chamberlainsmutigen Versuch einer Politik der Versöhnung, ehe es zu spät ist", einsetzte. Dieses Bekenntnis ist, so sehr es auch von der nämlichen ernsten Grundstimmung getragen war, zweifellos ein Verdienst. Denn nichts konnte entmutigender, aber auch gefährlicher erscheinen, als der in den letzten Wochen so verbreitete Hang eines wichtigen Sektors der ausländischen öffent­lichen Meinung, von der Unvermeidlichkeit eines offenen Aufeinanderprallens der Interessen und Bestrebungen der Mächte zu sprechen und die Unabwendbarkeit höchst kritischer Entwick­lungen an die Wand zu malen. Es ist nicht un­wichtig, daß sich gegen diese unsinnige fatalistische Stimmung, als deren Exponent Herr Eden nach­träglich immer mehr in Erscheinung tritt, die Kräfte der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes durchgesetzt haben. Was not tut, ist in der Tat das Anpacken der brennenden Probleme, mit dem Willen zur Heilung und Meisterung, nicht aber eine Art Abdankung der Staatsmannskunst und der Verzicht auf jede Initiative,weil es schon zu spät sei". *

Die gegenwärtige britische Regierung stellt ihre aktivistische Politik ganz betont unter die Losung: ehe es zu spät ist". Aber ist nicht auch diese Formel, der gewissermaßenletzte Versuch", so vor­teilhaft sie sich auch von dem lähmenden Pessimis­mus des ehemaligen englischen Außenministers ab­hebt, allzu schwarzseherisch? Wir halten eine Klä­rung und Bereinigung der europäischen Gegen­sätze und Spannungen, sowohl in psychologischer wie in materieller Hinsicht, nicht nur für notwendig, sondern auch für durchaus möglich. Ueber- blickt man alle aktuellen Fragen und Schwierig­keiten, so ist wirklich nicht ersichtlich, wo und war­um nicht mit friedlichen Mitteln ein vernünftiger Ausgleich im Schnittpunkt der wohlverstandenen Interessen und naturgegebenen Forderungen mög­lich sein sollte. Denn fast alle Spannungszustände sind nicht so sehr in den tatsächlichen Verhältnissen begründet, als in dem allzu langen Aus­weichen vor ihrer zweckdienlichen Behandlung einerseits und in dem Beharren im Irrtum so mancher Staaten andererseits.

Sir Samuel Hoare sprach von denRisiken und den Möglichkeiten des Fehlschlages". Es ist not­wendig, den englischen Minister dahin zu ergän­zen, daß solche Risiken allein von jenen drohen, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen und längst überfällige oder notwendige Korrekturen entweder nicht vornehmen oder nicht zulassen wol­len. In den Ansprüchen und Forderungen der soge­nanntendynamischen Mächte" ist jedenfalls, wenn man ehrlich und unvoreingenommen ist, nichts zu entdecken, was zwangsläufig zum Fehlschlag wirk­licher europäischer Befriedungsbemühungen fuhren müßte. ..

Von den verschiedenen jüngsten Willensäußerun­gen der französischen Politik z. B. wird man das gleiche nicht ohne weiteres sagen können. Wenn man in Paris auf der Ansicht beharrt, daß die Unabhängigkeit Oesterreichs am besten durch die Einmischung Frankreichs gewährleistet sei, wenn man Prag den Rat gibt, auf die Unterdrückung fremden Volkstums, im Vertrauen auf die Rück­versicherung der Bündnisse, zu beharren, dann ist das ein Bekenntnis zu jenem Geist der Herrsucht und der Unverträglichkeit, der in all den Nachkriegs­jahren so unheilvoll sich auswirkte,, weil er nicht Unrecht beseitigen, sondern es ganz im Gegenteil mit all seinen zwangsläufigen Spannungserschei­nungen verewigen möchte. Schon vor einem Jahr, so erklärte dieser Tage der ungarische Mi­nisterpräsident D a r a n y i, habe Ungarn seine Be­reitschaft ausgesprochen, seine Beziehungen mit allen Staaten auf der Grundlage der gegenseitigen An­erkennung der natürlichen Bedürfnisse und Forde­rungen zu klären. Auch hier ist der angebotene Wille ungenützt geblieben, und wenn Ungarn letzt schließlich aus eigenem AntriebDie innere und äußere Sicherheit des Landes auf feste Grundlagen stellt" und wenn damit entgegen den Kräften der Verneinung eine ebensolche Ünnatürlichkeit Euro­pas in Fortfall kommt, wie sie einst das wehrlose Deutschland der demokratischen Republik darstellte, so verrät das nicht nur die erfreuliche Erstarkung der befreundeten ungarischen Nation, sondern be­leuchtet auch die ohnmächtig gewordenen Kräfte des schlechten Willens in Europa.

Noch krasser liegt der Fall Tschechoslowa­kei. Warum ist sie ein europäisches Problem ge­worden und warum ist Prag in den Brennpunkt der internationalen Aufmerksamkeit geruckt? Weil man in Prag sich noch immer nicht von der Wahn­vorstellung lösen will, daß die europäische Kon- stellation am Ausgang des Weltkrieges, der die Tschechen ihre Staatwerdung verdankten, c-ich heute noch und in alle Ewigkeit gegeben sei. Man muß einmal yne DeMchMen Nachlesen, mit denen

Oie presse im Dienst der Völkerverständigung.

Reichspreffechef Or. Dietrich fordert internationale Zusammenarbeit der presse.

Berlin, 7. März. (DNB.) Reichspressechef Dr. Dietrich sprach auf einem Empfangsabend für die ausländische Diplomatie und Presse auf Einladung des Reichsleiters Rosen­berg im Hotel Adlon überDie nationalsozialistische Pressepolitik". Die politischen und diplomatischen Kreise der Reichshauptstadt waren der Einladung in Überaus großer Zahl gefolgt. Reichsleiter Rosenberg gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß das Thema des Vortrages sowohl aktuell als auch ernst genug sei, daß sich die Verantwortlichen mit diesem alle berührenden Problem beschäftigen müßten. Darauf nahm der Reichspressechef Dr. Dietrich das Wort zu seinem Vortrag.

Die Presse im nationalsozialistischen Staat hat nicht die Aufgabe, die individuelle Mei­nung des einzelnen gegenüber dem Ganzen zum Ausdruck zu bringen und etwas alsöffentliche Meinung" vorzutäuschen, was keine ist. Sondern sie hat umgekehrt die Pflicht, die gemeinsa­men Schicksalsfragen unaufhörlich dem ein- zelnen gegenüber zu vertreten und sie ihm begreif­lich zu machen, wenn er sich ihrer nicht bewußt ist. Hier wird die Zeitung zum täglichen Mahner der Nation, zur Schule des politischen Denkens, die jedem Volksgenossen das Bewußt­sein vermittelt, Glied einer Gemeinschaft zu sein, der er auf Gedeih und Verderb verbunden ist. Die öffentliche Meinung, das ist bei uns der wirk­liche Volkswille, den der Nationalsozialis­mus durch feine lebendige Verbundenheit mit dem Volke an feiner Quelle unmittelbar erfaßt. Oeffent- liche Meinung wird bei uns nicht gemacht, sondern erforscht! Die deutsche Presse verfügt in den selbst­verständlichen Grenzen, die ihr das Lebensinteresse der Nation setzt, über ein höheres Maß von Frei­heit, als die liberale Presse sie je besessen hat. Sie nimmt sich sogar die Freiheit, diePressefreiheit" zu kritisieren, die uns mit aller Leidenschaft als eines der heiligsten Güter der Menschheit gepriesen wird. An diese sogenanntePressefreiheit" wagt selbst die freieste Feder des Liberalismus nicht zu rühren. Unsere Kollegen in den Redaktionen der freiesten Demokratien der Erde" dürfen es nur nicht sagen, weil es eine so peinliche Offenheit mit ihrem höchst unfreiwilligen Berufswechsel oerbun- den wäre. Die Presse ist immer abhängig und immer irgend jemand verpflichtet. Es fragt sich nur, wem? Ob unverantwortlicher Geschafts- unb Parteipolitik, ob den anonymen Möchten des Geldes und der Zerstörung aller menschlichen Ord­nung und Moral, oder den für das Leben der Völ­ker verantwortlichen Staatsmännern und politischen Instanzen der Nation.

Das Schriflleitergefeh hat aus echt nalionalsozialiflischem Geiste heraus die persön­liche Verantwortung für den redaktionellen Teil, d. h. für den geistigen und politischen Inhalt der Zeitung weithin sichtbar herausgestellt. Es entspricht dem Grundsatz der absoluten Verant­wortlichkeit des einzelnen gegenüber dem Volksganzen, daß d e r.j e n l g e, d e r in der Zeitung schreibt, auch dem Staat und der Oeffenttichkeit für feine Tätigkeit ver­antwortlich ist. Ls ist ein großer Irrtum, zu glauben, wir wollten in Deutschland eine mechanisierte Staatspresse, die den Schriftleiter zum bloßen handlanger und Tinlenkuli der Staatsorgane macht! keineswegs! wir wollen die lebendige Volkspreffe, die die Persönlichkeit des Schriftleiters frei entwickelt und fein journalistisches Pflichtgefühl zur schöpferischen Entfaltung für das wohl seines Volkes bringt. 2Hif der radikalen Trennung von Geschäft und Po­litik, die das deutsche Schriftleitergeseh voll­zog, ist die Voraussetzung geschaffen worden für die Gesundung unserer Presse. Denn dieses staatliche Gesetz hat in der Bruff jedes deutschen Iournalisten das innere Gesetz jener höheren Pressefreiheit le­bendig werden lassen, die den journalistischen Beruf als einen durch nationale Verantwor­tung geadelten Beruf vor vielen auszeichnet. Die Presse ist eine Macht im Leben der Völker, die größer ist, als sich die bürgerliche Weisheit man­cher Zeitgenossen träumen läßt. Die Presse gilt als die öffentliche Meinung, weil sie die öffentliche

Masaryk und Benesch während des Weltkrieges den Kampf für die tschechische Eigenstaatlichkeit geführt haben. Aus den eigenen Erfahrungen hat man da­mals sehr richtige und. wichtige Erkenntnisse für Die Behandlung der Nationalitätenprobleme geschöpft, hat man Die Schweiz als V 0 r bi Id prokla­miert und die Gleichberechtigung und Selbstverwal­tung der Nationalitäten als Voraussetzung des Be­standes zu gründenden Vielvölkerstaates bezeichnet. Aber dann kam der Rausch von Versailles, in dem alle Erkenntnisse und guten Vorsätze untergingen. Unter Verkennung aller Realitäten zielte man nun auf einenN a t i 0 n a l st a a t" ab, in dem die fremden Völker bestenfalls schlecht und recht gedul­det werden sollten. Und dann schloß sich der ver­hängnisvolle Zirkel, in dem man bis auf den heu­tigen Tag befangen ist. Um eine unmögliche, ge- chichtswidrige und gefährliche Rolle spielen zu kön­nen. die jedes Gleichgewicht des Staates verhindert.

Meinung auf das stärkste beeinflußt. Und deshalb kann man sie als das Barometer derWelt- Politik bezeichnen, dessen Ausschlag und Zeiger- stand sicherlich die Entschlüsse vieler Kabinette in den letzten Jahrzehnten stärker und unmittelbarer beeinflußt hat, als mancher zu ahnen vermag.

Wie oft hat die Vergiftung der öffent­lichen Meinung durch die bewußte Presse lüge und durch verantwortungslose Sen- sationsberichterstattung die schwersten Gefahren für den Frieden der Völker heraufbeschworen. Der Führer hat in seiner letzten Reichstagsrede den Finger an diese offene Wunde im Zusammenleben der Völker gelegt. Er hat Den Regierungen zuge­rufen, daß es ein verdienstvolles Werk fein würde, wenn es gelingen könnte, nicht nur den Abwurf von Gift-, Brand- und Sprengbomben auf die Be­völkerung international zu verhindern, sondern vor allem Den Vertrieb von Zeitungen zu beseitigen, die auf die Beziehungen von Staaten schlimmer

suchte man Ersatz in den Bündnissen, und die Berufung auf dienstbereite fremde Bajonette sollte das ersetzen, was allein die innere Befriedung und Harmonie verschaffen kann.

Hand in Hand damit läuft die vor allem m Lon­don von dem Sohn Masaryks betriebene tschechische Propaganda. Sie arbeitet mit Dem auf Publikums- Wirkung ab gestellten Argument, daß Diekleine" Tschechoslowakei durch den Druck der Großmacht Deutschlandbedroht" sei, wobei zunächst ganz ver­gessen wird, daß auch Polen und Ungarn genau d i e gleichen Beschwerden wie Deutschland vorbringen. Die grundsätzliche Brüchig­keit dieser Argumentation, Das wird heute erfreu­licherweise in London nicht mehr geleugnet, liegt aber in der Tatsache, daß es weder den Deutschen, noch Den Ungarn und Polen in der Tschechoslowakei gut gebt. Das ist der Kernpunkt Des Problems Tschechoslowakei: anstatt Den Ursachen Der Beschwer­

wirken, als es Gift- oder Brandbomben je zu tun vermöchten.

Wie sehr man auch in den parlamenta­rischen Demokratien die Bedeutung dieses Problems erkannt hat, zeigen die zwar vorsichtigen, aber eindeutigen Aeußerungen vieler ihrer verant­wortlichen Staatsmänner. So richtete der Präsident Der französischen Republik Den ersten Warnruf an die französischen Schriftleiter, die sogenannte Presse­freiheit nicht zu mißbrauchen. Noch vor wenigen Tagen sprach sich der französische Außenminister D e I b 0 s gegen die Gewohnheit falscher oder ten­denziöser Nachrichten aus. Die Presse müsse mehr für Die Aussöhnung und Einigung Der Völker als für die Trennung eintreten. Und niemand anders als Herriot fordert ein Gesetz gegen Die Derleumdungs presse mit folgenden Wor­ten:Es ist unerträglich, daß in einem anständi­gen Lande wie Dem unseren Lügen unge­straft verbreitet werden Dürfen."

Den nachzugehen und unerträglich gewordenes Un« recht aus Der Welt zu schaffen, pocht man auf Die Waffenhilfe.

Daraus ergibt sich die Verantwortung der fran­zösischen und der englischen Politik. Gerade Dem Aktivismus, Der sich jetzt in London abzeichnet und auf europäische Klärungen drängt, öffnet sich hier ein wichtiges, wenn nicht entscheidendes Feld der Betätigung. Aktuell ist nicht die Beteuerung Der Hilfeim Falle Der Gefahr", aktuell und notwen­dig ist vielmehr eine entsprechende Einwirkung auf die, die es angeht, die Ursachen aus der Welt zu schaffen, Die einen Gefahrenzustand heraufbeschwören. Nur in dieser Richtung kann eine wahrhaft europäische Friedenspolitik verlaufen. Ob man aber mit der Formel vomletzten Versuch, ehe es zu spät ist", auf dem richtigen Wege ist, Das allerdings erscheint sehr fraglich.

Dr. H. von Maloitkk

Entgiftung der politischen Atmosphäre.

Stellen Sie sich vor, wie friedlich die Welt fein würde, wenn nicht nur über den Frieden geschrieben, sondern in den Zeitungen selbst Frieden gehalten würde! Seit 20 Iahren bemüht sich ein Völkerbund um die internatio­nalen Beziehungen. Wieviele Konferenzen sind aufgewandt worden. Das Ergebnis ist kläglich. And ist nicht gerade die Enttäuschung Über die Fruchtlosigkeit der Bemühungen der Hauptgrund für den politifchen Defaitismus, der so viele europäische Län­der ergriffen hat? Wie anders könnten die Völ­ker zueinander stehen, wenn fie die Bedeutung der Presse und ihre Wirkungsmöglichkeit für eine verständnisvolle Zusammenarbeit erkennen und die positive Wacht der Presse für dieses hohe Ziel voll einsehen würde! Es ist keine Utopie, wenn ich sage, daß sie in einer durch die Presse geschaffenen Atmosphäre der gegen­seitigen Achtung und des gegenseitigen Ver­stehens in wenigen Wonaten das er­reichen würden, was sie auf anderem Wege in Jahrzehnten nicht erreichen konnten.

In Deutschland und in Italien sind durch eine moderne Pressegesetzgebung zum ersten Male überhaupt die praktischen Voraus­setzungen zu internationaler Pressezusammen­arbeit geschaffen worden. Die deutsche Presse­politik versucht, durch zweiseitige Pressever - einbarungen von Land z u Land schritt­weise Den Weg zur Vernunft und zur Verständigung auf dem Gebiet Des internationalen Pressewesens anzubahnen. Aber es gibt hier Grenzen, nicht unse­res guten Willens, sondern Der Verhandlungs­möglichkeiten überhaupt, Grenzen der Presse­moral, Die in anderen Ländern liegen. Es hat sich im Ausland Die seltsame Gewohnheit eingebürgert, Die deutsche Regierung für jedes Wort, das in deut­schen Zeitungen steht, verantwortlich zu machen, von der deutschen Presse aber bis zur Selbstentäußerung jene Zurückhaltung zu verlangen, zu der man s i ch selbst im Zeichen einer falschverstandenen Presse­freiheit nicht i m gering ft en verpflichtet fühlt. Das ist eine wenig faire Spekulation auf unsere Anständigkeit, mit der man Dem Ziel eines Presse­friedens um keinen Schritt näherkommt.

Auch wir können unseren Beitrag zum Presse- frieden nur ZugumZug leisten. Wan kann von uns nicht erwarten, daß wir die Pseile unserer Presse im Köcher lassen, wenn von allen Seilen gegen uns die Dreckschleudern in Bewegung gesetzt werden. Der Abbau der hetz- und Verleumdungsschranken zwischen den Völ­kern, der den Interessen aller Rationen und dem Wohle aller Völker dient, wird um so schneller kommen, je eher die verantwortlichen Staatsmänner in allkn Ländern den Wil­len ihrer Völker in dieser Frage begrif­fen haben und den Wut aufbringen, diesem Wollen Geltung zu verschaffen. Die angeb­lichePressefreiheit", die sie glauben dabei ver­

teidigen zu müssen, ist ein Phantom,Das nicht mehr Wacht hat als der Schrecken, den es ein­jagt". Der Iournalisi, der im praktischen Beruf steht, hat das wahre Gesicht dieser seltsamen Pressefreiheit, die für ihn keine ist, längst er­kannt. Er weiß, um mit den Dorten eines Amerikaners zu sprechen: In der Theorie ist die Presse frei, in der Praxis ist jedoch diese Freiheit durch die Wacht des Geldes beseitigt.

Journalistische Fairneß und nationale Verpflichtung lassen sich in Der Pressearbeit Der AuslanDsjourna- listen gut miteinander vereinbaren. Wir verlangen lediglich, Daß Der Ausländskorrespondent der Wahrheit dient, seiner journalistischen Anstands­pflicht nachkommt, und, ebenso wie Der Diplomckt im Ausland, seine Mission von der verantwort­lichen Warte der Pflege der Beziehungen von Volk zu Volk, sieht. Gewiß, ganz ohne Sensation ist eine Zeitung nicht zu machen. Aber bieten Die Leistungen Des nationalso­zialistischen Deutschlands auf so vielen Gebieten nicht übergenug Stoff zu sensatio­neller Berichterstattung? Man sollte nicht mit Fleiß nur das Negative suchen, wo so viel Positives vor­handen ist. In der Uebertreibung um der Sensa­tion willen liegt Die Gefahr, Dem Gerücht und da­durch Der Unwahrheit zu verfallen. Bismarcks Wort:Ich kann aus einem tüchtigen Redakteur eher einen Staatssekretär des Aeußeren oder Inne­ren machen, als aus einem Dutzend Geheimräten einen gewandten und brauchbaren Journalisten", dieses Wort gilt so fuhr Dr. Dietrich fort auch heute noch. Und es gilt sicherlich auch für Sie, meine Herren von der Auslandspresse in Deutschland. Ich sehe in Ihrer Arbeit nicht ein destruktives, sondern ein aufbauenDes Element zur Verwirk­lichung jener pressepolitischen Notwendigkeiten, die zu einem der Drängendsten Probleme der interna­tionalen Politik geworden sind. Ich werde mich glücklich schätzen, wenn ich Sie stets und ausnahms­los zu denen zählen darf, die wissen, daß sie ihrem Volke am besten dienen, wenn sieDerWahrheit den Weg zu ihm bereiten.

Untergang des Kreuzers Baleares".

Salamanca, 7. März. (DNB.) Von zustän­diger Seite wird gemeldet. Daß Der nationalfpanifdjc KreuzerBaleares" am Sontagfrüh im Morgen­grauen auf überlegene r 0 tspanische Kräfte gest 0 ßen fei, Die aus einem sowjetspa­nischen Kreuzer und vier Torpedobooten bestanden. Es entwickelte sich ein Seegefecht, bei dem Die rot- spanischen Schiffe schwere Treffer erhielten. Die Baleares" erhielt nur einen einzigen Torpedo- treffer. Der aber unglücklicherweise in Die Munitionskammer ging. Auf Dem Schiff ent­stand ein Brand, Den Die Besatzung vergeblich zu löschen versuchte. Einige Stunden später, als sich Die rotspanischen Schiffe schon längst zurückgezogen hat­ten, sank dieValeare s". 300 Mann Der Be-