samkdurchschnitt beträgt, so sind dies Tatsachen, die die Erfolge des Bierjahresplanes längstens beweisen. Und wenn 1937 das Ausfuhrvolumen um 19 o. 5). und das Einfuhrvolumen um 18 v. 5). höher war als im Vorfahre, so ist dies nicht nur ein Ergebnis qualitativ hoher Leistungen, sondern auch ein untrügbares Zeichen darüber, daß der Bierjahresplan nicht außen Handels feindlich ist. Diese erfreuliche, erfolgverheihende Entwicklung weiter vorwärts zu treiben ist unsere Ausgabe. Das Instrument ist vorhanden, die Verantwortungen sind eindeutig festgelegt. Den Ton aber gibt die Führung an. Nach dem Führerprinzip liegt die letzte Verantwortung bei der Spitze. Dabei wird aber niemand die Verantwortung abgenommen. Ich erwarte von Ihnen stärkste Einsatzbereitschaft und letzte Pflichterfüllung.
Ich wende mich mit diesem Appell aber auch an alle Träger der Arbeit im deutschen Volk, an alle schaffenden Volksgenoj- | e n. Die Politik des Vierjahresplanes ist heute die deutsche. Der Vierjahresplan erfordert den geballten Ansatz alter Kräfte in der Hand des vom Führer Beauftragten. Das Deutschland der Gegenwart mit den großen zukunftsweisenden Aufgaben, die der Führer uns gestellt hat, braucht auch im Dirl- schastsleben INänner, die nicht allein hervorragende Fachleute sein, sondern auch die nötigen Initiativkräfte besitzen müssen, um die Dinge vorwärtszutreiben. INänner solchen Schlages haben als Unternehmer eine besonders wichtige Funktion. Es ist nicht damit getan, daß Unternehmer sich damit begnügen, für ihr Werk fich eine bestimmte Vesä)äftigung zu sichern, besonders wenn es sich dabei um öffentliche Aufträge handelt. Wir muffen von jedem verlangen, daß er tatfächlich nach neuen Arbeitsmöglichkeiten Ausschau hält, daß er- die Produktion steigert, wo er nur kann und nach neuen Aufträgen Umschau hält. Niemals hat es in den letzten zehn Jahren eine bessere Gelegenheit zur Entfaltung echten Unternehmertums gegeben, als heute in der Epoche des Vierjahresplanes. Nur dort, wo große Aufgaben liegen, können große Unternehmer heran- wachfen. Und im heutigen Deutschland gibt es
Kompaniechef hn 6. Pionierbataillon In Minden. Am 1. Mai 1933 wurde er als Major in den Generalstab versetzt und war von April 1934 bis März 1936 Chef des Beschaffungswesens im Reichsluft- ahrtministerium, wo besonders der Aufbau der deutschen Luftfahrtindustrie zu seinen Arbeitsgebieten gehörte. Am 30. Januar 1938 wurde Löb zum Generalmajor befördert.
Ministerialdirektor Schmeer.
Rudolf Schmeer wurde 1905 in Saarbrücken geboren. Er besuchte die Volksschule, machte eine vier
jährige Lehre durch und bestand später die staatliche Werkmeisterprüfung.Seit 1922 gehört er der NSDAP, an. Wegen offnen Widerstands gegen die Besatzungsarmee wurde er von einem belgischen Kriegsgericht zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Seit 1926 führte er die NSDAP, im Regierungsbezirk Aachen und ist seit 1930 Mitglied des Reichstages. 1933 ernannte Dr. Ley ihn zu seinem Stellvertreter bei der Neuordnung der Gewerkschaften. Nach der Organisation der Deutschen Arbeitsfront blieb Schmeer auch hier Stellvertreter von Dr. Ley.
Die Güter der Erde müssen gerecht verteillwerde«
Sven Hedin fordert die nordischen Mächte auf, ihre Neutralität zu schützen.
Keine Sanktionen, keine Abenteuer!
Ein Appell des großen Forschers an die schwedische Jugend.
S t o ck h o l rn, 7. Febr. (DJIB.) Der Asienforscher Sven hedin hielt vor der Studentenschaft der Universität Lund einen Vortrag über das Thema „Die gegenwärtige Lage und die Jugend". Finnland und Schweden mühten durch ein lleber- einkommen unverzüglich die Befestigung der Aalands-Jnfeln regeln. So wünschenswert auch eine gemeinsame Zusammenarbeit zwischen den Nordländern fei, so abwegig sei ein Verteidigungsbund unter ihnen. Die Genfer Liga sei eine traurige degenerierte Einrichtung, die ein Werkzeug des Versailler Diktats geworden fei. Schweden wolle nicht an Sanktionen teilnehmen und sich zu keinem Abenteuer durch die Großmächte, die ganz andere Ziele und Absichten hätten, verleiten lassen, „wir wollen in Frieden leben", so sagte hedin, „und im Stande fein, unsere Neutralität gegen
jeden, wer es auch sei, zu verteidigen. Dir wünschen, unsere bottnifchen Küsten durch ein lleberein- fommen mit Finnland zu sichern. Wenn der sogenannte Friede in Versailles mit besonderer Absicht diktiert wurde, in die Welt den Keim zu kommenden Kriegen zu legen, so hätten die Hunderte von Paragraphen auf keine geschicktere, raffiniertere und infernalischere Weise formuliert werden können, als es geschehen ist."
Wenn die Frage der Verteilung der Lrd- fläche und Rohstoffe nicht auf eine vernünftige und gerechte Weife geregelt werde, werde dies unfehlbar zu einem Kriege führen. Nach dem Versailler Frieden besähen Englands 45 Millionen Menschen ein Viertel der gesamten Erdoberfläche, während 63 Millionen Deutsche nicht einen einzigen Quadratmeter außerhalb ihrer Grenzen hätten. Die Deutschen wüchsen an Zahl, Stärke und Nationalstolz. Doch seien sie e 1 n g e s ch l o s s e n wie hinter einer chinesischen Mauer, die eines Tages wie von einer Naturkraft zersprengt werden könne. Pflicht der Jugend fei es, diese schicksalsschwere Umbruchzeit mit Ernst aufzufassen: nach bestem Vermögen müsse sie ihre Zeichen zu deuten versuchen.
Der nationalspanische Durchbruch bei Alsambra.
solche Aufgaben.
Oeffentliche und private Wirtschaft dürfen keine Gegensätze sein, sondern müssen sich ergänzen. Dabei muß die staatliche Wirtschaftsführung dem Unternehmer helfen, damit er seine Initiative unbehindert ,burd) überflüssige behördliche und bürokratische Schikanen entfalten kann. Die schlimmsten Feinde der Wirtschaft sind die Ignoranten, die Denunzianten und — es erscheint vielleicht frevelhaft oder paradox, dies in einem Ministerium aus- zusprechen — d i e Bürokraten. Im Kampf gegen diese Feinde müssen wir der Wirtschaft beistehen. Unter den Wirtschaftlern muß der Wirtschaftsminister der erste sein. Er muß den Geist in der Wirtschaft und die Ordnung des Wirtschaftslebens so gestalten, daß beide den nationalsozialistischen Grundsätzen und den durch diese bedingten Forderungen der Partei entsprechen. Don dieser Seite aus darf die Wirtschaft in der Zukunft keine Angriffsflächen bieten. Dafür hat der nationalsozia» listische Wirtschafttzminister zu sorgen, hierfür muh er die letzte Verantwortung tragen.
Wer die Wirtschaft angreift, greift den Wirtschaftsmini st er an. Dieser Grundsatz muß nach Durchführung der notwendigen Gesinnungs- und Strukturwandlung unbedingt Geltung haben. Dabei müfsen w i r t- fchaft und Arbeit als eine Einheit im Sinne der nationalfozialistifchen Weltanschauung aufgefaßt werden. Ich komme aus einem Ministerium, das wie kaum ein anderes in engster Verbindung mit der Partei und mit allen Volksschichten steht und ein feines Ohr für die Sorgen und Nöte des Volkes haben muß. Ich bringe daher auch für die foziale Seite der Arbeit ein besonderes Verständnis mit und werde darauf achten, daß Vetriebs- führer und Gefolgschaft, Wirtschaftsorganisation und Arbeitsfront nicht gegeneinander, sondern zueinander stehen und zu der uns alle verpflichtenden Idee der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und Schickfalsverbundenheit. Dieser neue Geist der vertrauensvollen Zusammenarbeit fin- det sichtbaren Ausdruck durch die Anwesenheit des Führers der DAF., Pg. Dr. Ley, bei der heutigen Feier.
Mit unerschütterlichem Glauben und heißem Herzen gehen wir ans Werk, das wir im Sinne und Geiste des Mannes vollführen wollen, der das nationalsozialistische Deutschland geschaffen hat, unseres Führers Adolf Hitler. Da seine Politik nur ein Ziel kennt, Ehre, Größe und Freiheit des deutschen Volkes für alle Zukunft, muß auch die Wirtschaft und die Wirtschaftsführung diesem Ziel verschworen sein." Mit den besten Wünschen für die Gesundheit und die Arbeitskraft des Generalfeldmarschalls Göring und einem Sieg-Heil auf den Führer schloß Reichswirtschaftsminister Funk seine Ansprache.
Heue Männer im Reichswiftschaflsministerium.
Generalmajor Löb.
Im April 1936 wurde Ministerpräsident Göring vom Führer und Reichskanzler damit beauftragt, alle Maßnahmen anzuordnen, die zur Sicherung des Zusammenwirkens zahlreicher Stellen von Staat und Partei in Fragen der Rohstoft- und Devisenwirtschaft erforderlich wurden. Zum Che seines Rohstoff, und Devisen st abes er nannte der Ministerpräsident den damaligen Oberstleutnant im Generalstab Fritz Löb. Als dann im Oktober 1936 die Organisation für den Vier- jahresplan gebildet wurde, berief Ministerpräsident Göring Oberstleutnant Löb zum Amtschef der für die Erzeugung deutscher Roh- und Werkstoffe zu- ständigen Abteilung. Löb wurde 1895 in Berlin geboren. Im Februar 1913 trat er als Fahnen- junker in das Pionierbataillon 9 in Harburg ein und wurde im Juli 1914 Leutnant. Im Januar 1918 wurde er Oberleutnant. Nach dem Kriege war er zunächst im 6. Reiterregiment in Pasewalk, dann Rittmeister im Reiterregiment 9 in Fürstenwalde. Vorübergehend war Löb im Truppenamt des Reichswehrmimsternrms tätig und wurde dann
Salamanca, 8. Feb^. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationale Heeresbericht meldet, wurde der Vormarsch im Abschnitt Alsambra ortgesetzt, wobei der feindliche Widerstand überall schnell und energisch gebro
>la Puebla
chen und der fliehende Gegner ohne Unter- brechung verfolgt wurde. Die nationalen Truppen besetzten Perales de Alsambra sowie die Paraleios beherrschenden Höhen und die Drücken von Villalba, Basa und Alsambra. Zwei rote Bataillone, die in Sierra Palomera eingeschlossen waren, wurden voll st än big ausaerieben, andere feindliche Streitkräfte in Stärke von rund 2000 Mann ergaben sich in Borge Torre la Carcel.
Durch die Operationen der letzten beiden Tage wurde das gesamte im Straßendreieck Teruel— Caminreal—Portalrubiv eingeschlossene, etwa 600
Quadratkilometer große Gebirge von Roten gesäubert. In dem eroberten Gebirgsland beenden sich mehrere Befestigungsanlagen, die den Roten zur Verteidigung des Hinterlandes dienen sollten. Die Straße Teruel—-Saragossa ist nun vor roten Ueberfällen gesichert. Die Straße Teruel—Alsambra—Portal rukno wurde von den Nationalen bereits an vielen Stellen in östlicher Richtung überschritten. Im Norden dieses Kampfgebietes besetzten die Nationalen bereits bolschewistische Stellungen in den Ausläufern des San- Just-Gebirges und sind nur noch 17 Kilometer von der Stadt M o n t a l b a n entfernt, die im Norden dieses Gebirges liegt.
Die Verluste der Nationalen sind gering. Die Zahl der Gefangenen steigt fortgesetzt. So wurden Montag wiederum über3000Bolschewisten, darunter ein Brigadechef, 26 Offiziere und 30 Unteroffiziere gefangen genommen. Die Materialbeute ist außerordentlich umfangreich, u. a. wurden 13 Munitions- und Lebensmitteldepots sowie zwei Benzintanks mit 27 000 Liter Inhalt erbeutet Die nationalen Flieger vernichteten ganze Lastwagenzüge und verursachten große Menschenverluste. Sieben bolschewistische Martin-Bomber und eine Curtis-Ma- schine wurden abgeschossen. Die Bolschewisten versuchten, vom Ostuser des Alfambraflusses durch heftiges Artillerie- und Kampfgeschützfeuer ihren noch am Westufer befindlichen Leuten den Rückzug zu decken. Die nationalen Flieger und die Artillerie brachten aber die roten Geschützstellungen sofort $um Schweigen. Franco ließ zur Vermeidung eines größeren Blutbades über den feindlichen Truppen Flugblätter abwerfen mit der Aufforderung, sich zu ergeben. Hunderte von Milizen erboten sich, in den nationalen Reihen zu kämpfen.
Eden droht Franko.
Oer britische Außenminister kündigt^DergeltungSmaßnahmen" an bei weiteren Angriffen aus britische Handelsschiffe im Mittelmeer.
London, 7. Febr. (DNB.) Außenminister Eden gab im Unterhaus die Erklärung zum Untergang der englischen Schiffe „E n d y m i o n" und „A l c i r a" ab. Die Schiffe seien, so sagte er, rechtmäßig ihrem Handel auf hoher See nachgegangen. Angesichts der kürzlich wieder erfolgten Angriffe auf Kauffahrteischiffe im westlichen Mittelmeer sei allen Interessierten mitgeteilt worden, daß die auf Grund des Abkommens von Nyon gegenwärtig angewandten Maßnahmen nicht ausreichten, um die Schiffahrt gegen ungerechtfertigte Angriffe zu schützen. Unter Liefen Umständen sei die britische Regierung gezwungen, zur Sicherung eines angemessenen Schutzes für die britische Schiffahrt und im Interesse der Sicherheit der Schiffahrt anderer Nationen, zu zusätzlichen Maßnahmen zu schreiten. Sie wolle daher Valencia und Salamanca davon unterrichten, daß von jetzt ab von jedem in der westlichen Mittelmeerzone getauchten U-Boot angenommen werde, daß es einen Angriff auf Kauffahrteischiffe vorhabe. Daher hätten die britischen Kriegsschiffe Be- fehl erhalten, jedes U-Boot das untergetaucht fahre, in Zukunft a n z u g r e i f e n. Die französische und die italienische Regierung hätten zugestimmt, eine ähnliche Aktion in diesem Gebiet zu ergreifen. Auch die anderen Beteiligten des Abkommens von Nyon feien unterrichtet worden, sowie auch die Vereinigten Staaten, Deutschland und Portugal.
Hinsichtlich der Versenkung der „A l c i r a" sei jeder Grund für die Annahme vorhanden, daß es sich bei dem Angriff um Flugzeuge gehandelt habe, die im Dien st e General Francos standen. Der britische Agent in Salamanca habe darauf hingewiesen, wie ernst die britische Regierung diesen Zwischenfall ansehe. Die britische Regierung habe beschlossen, es ein für allemal wissen zu lassen, daß sie auf diese Angriffe nicht mehr ausschließlich durch Proteste und Entschädigungsforderungen antworten werde. Sie habe daher General Franco wissen lassen, daß sie sich das Recht vorbehalte, in Zukunft ohne jede weitere Ankündigung im Falle einer Wiederholung dieser Angriffe Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen. Die Schritte der britischen Regierung würden ausrei*
chen, um allen Piratenangriffen ein Ende zu setzen. Marineminister Duff Cooper erklärte, daß drei Ueberlebende der „Endymion" in Gibraltar erklärt hätten, es sei weder eine Min e, noch eine Torpedospur gesehen worden. Die Tiefe des Wassers, wo das Schiff gesunken fei, lasse es ausgeschlossen erscheinen, daß es auf eine Mine gelaufen fe(.
Es wäre zu begrüßen, wenn Eden auch gegenüber Rotspanien solch eine energische Sprache führen würde. Im übrigen ist es ja bisher noch gar nicht erwiesen, daß nationalspanische Flieger die „Alcira" versenkt haben, da nach den vom „Alcira"-Fall vorliegenden Meldungen, auch solchen von sowjetspanischer Seite, Dunkelheit herrschte, die Erkennungszeichen der Flugzeuge also auch nicht genau gesehen werden konnten.
Salamanca weist ' unberechtigte Vorwürfe zurück.
Bilbao, 8. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die na- tionalspanischen Behörden haben zu der Drohung Edens, daß England angesichts der letzten Angriffe gegen seine Handelsschiffe im Wiederholungsfälle Repressalien anwenden würde, betont, es sei keinesfalls erwiesen, daß die Angriffe von nationalspanischer Seite verübt worden seien, sondern sehr wahrscheinlich seien die Provokateure im bolschewistischen Lager zu suchen, wo man den Krieg verloren sehe und in letzter Minute einen internationalen Konflikt her- aufbeschwören möchte. Es sei unverständlich, daß England Nationalspanien noch nicht a l s kriegführende Partei anerkannt habe, obwohl dieses jetzt von einer verantwortlichen Regierung geführt werde. Das nationale Spanien achte Englands Seemachtstellung durchaus Es fei aber zu berücksichtigen, daß es sich in Spanien nicht um einen Kolonialkrieg handele, wie ihn die Bolschewisten hinstellen möchten, sondern um eine rein spanische Angelegenheit.
Mische Znveniiiraiifnchme.
Von unserem tbg.-Berichierstaiier.
London, Februar 1938.
Mit dem Beginn der neuen Parlamentssession sind alle Fragen der britischen Innen- und Außenpolitik aus dem Schatten der üblichen Weihnachtsferien wieder in das Helle Licht des Parteienstreits gerückt. Nicht, daß sie seitdem in der Oeffentlichkeit nicht erörtert worden wären. Einzelne Parlamentarier, aber auch Mitglieder der Regierung und vor allem die Presse haben die parlamentarische Atempause dazu benutzt, um für ihre Forderungen Stimmung zu machen. Der erste Tag im Parlament hat denn auch bewiesen, wie die Kräfte im Unterhaus gelagert und welches die einzelnen Fragen sind, die die Opposition zu Ausgangspunkten ihrer Angriffe auf die Regierung zu machen gedenkt: Spanien, der latente Konflikt mit Italien und der Ferne O st e n. Ueber den Außenminister brach sogleich eine Flut von Anfragen herein, deren er sich größtenteils durch ausweichende Antworten zu entziehen versuchte. Bemerkenswert waren lediglich zwei Erklärungen. Einmal kündigte Herr Eden, wenn auch in vorsichtiger Form, eine neue Initiative in der Frage des Bombenabwurfs auf die Zivilbevölkerung an. Zum zweiten stellte er fest, daß an eine Wiederaufnahme von Be spre chungen mit Rom nicht zu denken sei, und zwar mit der alten Begründung, daß die antibritische Propaganda Italiens noch nicht aufgehört habe.
Was die letztere Frage an betrifft, so liegen die Dinge wohl so, daß die Prüfung der durch den Besuch von Lord Halifax in Deutschland erneut aufgeworfenen Fragen, zu denen — wenn auch in zweiter Linie — die Verwirklichung des im Januar vergangenen Jahres abgeschlossenen Gentleman-Abkommens mit Rom gehört, noch im Gange ist und durch Rücksprache mit der französischen Regierung und den Regierungen der Dominien ergänzt wird. Vor Ende Februar rft wohl kaum mit dem Abschluß dieser Prüfung zu rechnen. Ob die britische Regierung dann, wie bereits einmal anaekündigt wurde, erneut die Initiative ergreifen wird, dürfte wohl nicht nur von ihr allein, sondern von der weiteren Entwicklung der Gesamtlage überhaupt abhängen. Welche Rolle der Van-Zeelanb-Be- r i d) t über die Aussichten einer Weltwirtschaftskonferenz hierbei svielen wird, läßt sich schwer sagen. Seine Aufnahme in der Presse war freundlich-kühl, wenn man so sagen darf. Biele seiner Anregungen können einer Klärung und Lösung der bei 6er Aussprache mit Deutschland entstehenden Fragen zweifellos dienlich sein; aber im ganzen gesehen ist in englischen Augen der Bericht des ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten nur Rohmaterial, ganz davon abgesehen, daß weite Kreise der englischen Wirtschaft befürchten, daß die Vorteile der von Chamberlain eingeführten Schutzzollpolitik durch die Vorschläge van Zeelands in Frage gestellt werden.
Fragt man sich nun, welche Stellung die britische Regierung zu den einzelnen außen- nen Problemen einnimmt, so kommt man zu tstellung, daß sich an dieser feit Weihnachten kaum etwas geändert hat. Beginnen wir mit Spanien! Das Angebot der guten Dienste an die beiden spanischen Parteien, den Abwurf von Bomben auf unbefestigte und nichtmilitärische Stellungen bei der Kriegführung auszuschalten, liegt auf der Linie der Vermittlung, die England von jeher angestrebt hat. Wenn auch die Argumente der Linken, daß ein Sieg General Francos Groh- britaniens Stellung im Mittelmeer bedrohen würde, heute längst nicht mehr in dem Maße verfangen wie noch vor'einem halben Jahr, so scheint es trotzdem noch immer das unausgesprochene Ziel Londons zu sein, sich beide Parteien in entscheidungslosen Kämpfen totrennen zu lassen. Die Begünstigung eines Enderfolges Francos ist natürlich eng verknüpft mit einer Klärung der Mittelmeer» frage überhaupt. Wir wiesen ja bereits darauf hin, daß Außenminister Eden bei einer Anfrage im Unterhaus erklärte, daß sich angesichts des Fortganges der antibritischen Propaganda Italiens die Lage nicht geändert habe. Es ist nun nichts Neues, daß die arabischen Sendungen des italienischen Rundfunksenders Bari seit längerem dazu herhalten müssen, um die Aussprache zwischen Rom und London auf die lange Bank zu schieben. Was also von englischer Seite als Grund angegeben wird, ist in Wirklichkeit nicht viel mehr als ein Vorwand. Auf die Frage nach dem wirklichen Grund finbet man indessen keine einleuchtende und überzeugende Antwort. Gewiß, auf beiden Seiten herrscht ein tiefes Gefühl des Mißtrauens, das durch das Abreißen des Gesprächs zwischen London und Rom überhaupt sich täglich noch vertieft. Man weiß in London nicht, wie weit Mussolini zu gehen beabsichtigt und ist zu phantasielos, um zwischen der alten faschistischen Forderung nach dem Imperium Romanum und mare clausum wie den Erfordernissen einer unbedingten Sicherstellung des Weltreichsweges durch das Mittelmeer die Möglichkeit eines beide Seiten befriedigenden Kompromisses zu gehen. Hinzu tritt das Bestreben, die Achse Rom—Berlin durch ein Gegeneinanderausspielen ihrer beiden Pole zu schwächen.
Es ist wohl auch in London mitunter die These vertreten worden, daß eine europäische Befriedung, wenn auch unter Opfern (z. B. Konzessionen in der Kolonialfrage) durch ein stärkeres Auftreten in Dftafien kompensiert werden könnte. Wir glauben indessen nicht, daß diese Ansicht die Auffassung der Regierung roiebergibt. Ein stärkeres Auftreten in Ostasien setzt den Einsatz von Machtfaktoren voraus, über bie Großbritannien heute einfach nicht verfügt. Die jetzt in Singapur burchgeführten Manöver sind der erste Versuch einer auf militärischer Grundlage beruhenden Machtpolitik, der noch mehr Versuche gleicher Art folgen müssen, bevor bie entscheidenbe Probe aufs Exempel gemacht werden kann. Bis dahin wirb man in London versuchen, das „Spiel mit den zwei Bällen" weiterzuüben, das heißt, die Lage zwischen Mittelmeer und Fernosten in der Schwebe zu lassen. Um den Preis des Wartenkönnens wird England noch manchen Rückschlag hinnehmen, auch dann, wenn das nationale Prestige berührt werden sollte, eingedenk des Wortes, daß England wohl schon viele Schlachten, aber noch nie einen Krieg verloren hat.
Oie italienisch-englische Aussprache.
London, 7. Febr. (DNB.) Die Blätter berichten über eine bevorstehende englisch-italienische Aussprache. An zuständiger Stelle wirb jedoch erklärt, baß fein neues Moment in den Beziehungen eingetreten sei. Jedoch könne bestätigt werden, daß der italienische Botschafter am Freitag und Samstag Unterredungen mitEden gehabt hat. Es. fei durchaus möglich, daß die engüfch«


