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die Männer werden die wir waren/
Geschichten aus aller Welt
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von Gott ge-
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alles, was die Offiziere des Schiffes aus Erfahrungen mitzuteilen hatten, lassen den
rend es darunter ziemlich klar ist die Auffindung der wenigen für neten Punkte an den Ufern der Bergwände steil abbrechen oder
dahrntreibt, wäh- Das würde schon Flugplätze geeig- Fjorde, wo nicht die Gletscher sich
durch ihren Wert ziem- man
, . . eakaleuten zu leben. Sie
hat dann auch geheiratet, und alle weiblichen Nachkommen ihrer Ehe bekamen den Namen Mboandem.
Noch heute sprechen diese Frauen eine Geheimsprache, die- von den Männern nicht verstanden wird und eine Art Bildersprache zu sein scheint. Sie haben auch sonst besondere' Sitten. Von ihrem neunten oder zehnten Lebensjahre an müssen sie sich an folgende Vorschriften halten: Auf der Straße darf sie keinen Mann ansprechen, und wenn sie angesprochen wird, muß sie die Augen schließen Der Kavalier muß dann Hren Daumen in die Hand nehmen und ungefähr eine Minute lang den Daumennagel mit seinem Finger reiben. Erst dann ist es ihr erlaubt, die Augen aufzuschlagen und zu sprechen. Diese schwarze Elite-Weiblichkeit darf sich vom achten bis zwölften Jahre nie mit Wasser waschen, sondern nur mit dem Saft der Kokosmilch, und vielleicht ist es diesem Umstand zuzuschreiben, daß alle Mboandemfrauen eine prachtvoll samrüetweiche Körperhaut besitzen- Während alle anderen Weiber sich schwer mühen und plagen müssen, brauchen sie keine Feldarbeiten zu verrichten, und man findet bei ihnen wohlgepflegte Hände. Obwohl der Preis dieser Frauen wegen ihrer Vornehmheit dreimal so hoch ist, wie der für andere Frauen, sind sie außerordentlich begehrt.
Erinnerung an Scotts Südpol-Expedition.
C. K. London.
Man erinnert sich eines erschütternden Vorfalls bei der letzten Südpolarexpedition Kapitän Scotts. Als die Vorräte für die vier in der Eishütte ein» geschlossenen Männer knapp wurden, ging der eine von ihnen, Lawrence Dates, unter irgendeinem Vorwand in die Polarnacht und den eisigen Schneesturm hinaus. Nie wieder wurde eine Spur von ihm gefunden, und seine Kameraden begriffen, daß er freiwillig in den >Tod gegangen war, um ihr Leben zu verlängern und ihnen vielleicht eine kleine
gebieterisch darauf — aber dieser Verkehr wird sich als durchgehender Verkehr abspielen, der 3roar das Eismeer überfliegt — vielleicht sogar in Stratosphärenhöhe — aber in diesem keine Stützpunkte sucht, zumindest sich der eventuell vorhandenen nur im äußersten Notfall, bedient. Der Transarktisverkehr ist in erster Linie eine Frage nach dem Aktionsradius der Flugzeuge, wenn nicht eine solche, die nur zusammen mit dem Problem des Stratosphärenfluges sicher gelöst werden tanm
Wie sehr der Krieg in China die Bevölkerung Tokios in Anspruch nimmt, veranschaulicht dieses Bild mit Reklamefiguren eines großenTokioer Kaufhauses. Flieger, Bomben und Tanks sind die Symbole, mit denen das Kaufhaus wirbt.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
Die bevorzugten Frauen.
C. K. Dual a.
von arktischen Flugstützpunkten denn doch als lich zweifelhaft erscheinen. Sicher ist, daß eines Tages einen Luftverkehr durch die Arktis haben wird — der transkontinentale Luftverkehr, bei dem alles auf Schnelligkeit ankommt, drängt
höhere^ Breiten hinauf fliegen muß als Gronau.
Diese Beobachtungen aus einem kurzen Aufenthalt in der Arktis, die bestätigt wurden
500 bis 1000 Meter Höhe eine Decke dicht gereift ter Nebelbänke über dem Lande
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zwischen den Bergen ins Wasser herunterschieben, stark erschweren, und man müßte in diesem Nebel zwischen den Bergen hindurchfliegen — von den häufigen Bodennebeln ganz zu schweigen...
Und wenn man auch diese Schwierigkeiten mit Hilfe der Funkpeilung überwinden könnte, wie steht es in den häufigen Fällen, in denen dis Schnee- stürme über das Land rasen und mit Vereisung der Maschinen drohen? Dazu kommt die lange Polarnacht von vier Monaten, die die Brauchbarkeit der Flugstützpunkte, die natürlich das ganze Jahr über funktionieren sollen, weiter beeinträchtigt. „Während der Winterszeit ergeben sich durch Nebel und Stürme so ungünstige Wetterlagen, daß bei dem heutigen Stande der Luftfahrttechnik an eine Durchführung des Verkehrs nicht zu denken ist", urteilte W. v. Gronau vor erst fünf Jahren gelegentlich seines Fluges um die Welt über die Route Europa—Nordamerika über Island und Grönland, während er diesen Verkehr iiy Sommer allerdings für möglich hält, insbesondere angesichts der Tatsache, daß die eine Seite der Inseln nebelfrei zu fein pflegt, wenn die andere vernebelt ist. Für Flüge von Europa nach Ostasien und der Westküste Amerikas gilt das allerdings insofern nur beschränkt, als man bei dresen bis in noch
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Transarktische Flugprobleme
Bon Or. Erich X Keilpflug.
Westafrika gibt es im Ceakalande in der Gegend des Benue unter den Negerfrauen eine merkwürdige bevorzugte Kaste, die „Mboandem". Schon ihr Ursprung, wie die Sage ihn kennt, hebt sie aus der Menge heraus. Vor Urzeiten soll ein Weib an einer Art Strickleiter, die aus Lianen zusammengeflochten war, vom Himmel herabgestiegen sein. Zunächst fürchteten sich die Menschen und wollten in den Wald laufen. Die Frau aber rief die Leute zu sich und sagte, daß sie sandt sei, um unter den Ceakaleuten
Möglichkeit der Rettung zu geben. Die später aufgefundenen Tagebücher von Kapitän Scott haben dieses Stück wortlosen Heldentums der Nachwelt überliefert. „Sollte dies gefunden werden", schrieb der Sterbende in fein Tagebuch, „so wünsche ich, daß diese Tatsachen in der Erinnerung bleiben — Dates letzte Gedanken galten seiner Mutter."
Währenddessen wartete im fernen England, in ihrem alten Landhaus in Essex, die grauhaarige Mutter auf ihren ältesten Sohn. 25 Jahre hat sie ihn überlebt, fast 25 Jahre lang das Wissen um seinen Heldentod getragen. In diesen Tagen ist auch sie im Alter von 83 Jahren gestorben. Jedes Jahr am 15. März, dem Tage seines Todes, hielt Dates’ altes Regiment, die 5. Jnniskilling Dragoner, in der alten Marienkirche von Gestingthorpe eine Parade zu seinen Ehren ab. Aber niemals hat Caroline Dates, die Gutsherrin von Gestingthorpe, diesen Paraden beigewohnt. Außer zu ihrem zweiten Sohn und zu ihrer Tochter sprach sie selten von ihrem Aeltesten. Doch bis in die letzten Jahre hinein ging die zarte alte Frau im weißen Haar und unter ihren tiefen Trauerschleiern oft den Pfad in die Kirche, wo an der Nordwand des Schiffes die Regimentskameraden ihres Sohnes eine Gedächtnistafel für ihn angebracht hatten. Diese Tafel schmückte sie mit Blumen, kniete im Gebet davor, in Gedanken bei dem primitiv aufgeschichteten Felsenhügel, der sich über der unendlichen weißen Einsamkeit des Pols erhebt, und dem kleinen Kreuz darauf. Und dann stimmte sie erhobenen Hauptes in den Chor der kleinen Dorfgemeinde ein, die die Lieblingshymne ihres Sohnes sangen: „Onward, Christian Soldiers“.
Als acht Monate nach der Katastrophe die Leichen der drei anderen Schicksalsgefährten, Scott, Wilson und Bowers, gefunden wurden, fand man auch Abschiedsbotschaften für ihre Lieben. Für Mrs. Dates gab es keinen letzten Gruß, nichts außer der Gewißheit, daß ihr Sohn im Tode ihrer gedacht hatte. Niemals ist seine Leiche gefunden worden. Die Rettungsexpedition brachte von ihm nichts heim als feinen Schlafsack und seine Polarmedaille. Das war alles, was man der Mutter übergeben konnte, als Erinnerung an einen heldenmütigen Sohn.
Internationaler Cocktail-Wettbewerb.
C. K. 21 b e r b« e n.
Zum ersten Male wurde in England ein internationaler Wettbewerb zur Ermittlung des besten und kräftigsten Cocktails veranstaltet Der Wettbewerb war von der Gilde der englischen Barhalter ausgeschrieben und wurde in einem Restaurant ab-
Seit etlichen Jahren tauchen immer wieder Aeußerungen der verschiedenen, an der Luftfahrt führend beteiligten Staaten auf, die die Absicht funögeben, Fluglinien über die Arktis, das Nordpolgebiet, einzurichten. Und feit derselben Zeit zeigen diese und andere Staaten ein immer größeres Interesse an den lange herrenlos gewesenen arktischen Ländern und Inseln. So hat Sowjetrußland die vor feiner sibirischen Küste gelegenen Inseln allmählich fest in Besitz genommen, Stationen dort errichtet usw., Däne» mark erschließt Grönland in Richtung Norden weiter, und Norwegen hat sich rm Jahre 1920 schon, offenbar in Voraussicht kommender Ereignisse, Spitzbergen und die Bäreninsel zusprechen lassen. Spitzbergen ist die nördlichste Insel in der Arktis, die im Sommer eisfreie Zugänge hat. Außerdem hört man immer wieder von Versuchen der Forscher, weitere Inselgruppen im arktischen Meer zu entdecken. Dieselbe Erscheinung können wir übrigens auch in der Antarktis, dem großen sechsten Kontinent, auf dem der Süd - p o l liegt, beobachten. Auch hier sind verschiedene Staaten, darunter England undy Frankreich, bestrebt gewesen, sich vorerst einmal Teile der gegen die Dzeane grenzenden Randgebiete zu sichern.
Wenn wir von den verschiedenen Unternehmen absehen, die Arktis vom Flugzeug oder Luftschiff aus zu erforschen, an denen sich auch Deutschland rühmlich beteiligt hat, so kann bis heute von einer Fliegerei in der Arktis nicht gesprochen werden. Auch mit den vorbereitenden Versuchsflügen, die für die Einrichtung so schwieriger Strecken noch wichtiger sind als anderswo, hapert es bis jetzt durchaus. In diesem Sommer gelang zwar ein solcher Probeflug von Europa über den Pol nach der Westküste von Nordamerika und wirbelte viel Staub in der Weltpresse auf, der zweite Versuch dieser Art scheint aber bereits ein unglückliches Ende gefunden zu haben. Die Ursache, warum die Entwicklung so lange dauert, ist natürlich in den langen Distanzen zu suchen, die ohneBo - densicherung durchflogen werden müssen, wobei die Möglichkeit einer Notlandung auf dem oft völlig unebenen Packeis, die selbst auf offenem Dzean in vielen Fällen besteht, nur selten gegeben ist. Der Wettbewerb der Völker um den Landbesitz in der Arktis scheint also seine Erklärung in dem Wunsche zu finden, sich die künftigen Flugstützpunkte zu sichern, die die Ueberwindung der Entfernungen zwischen den Kontinenten erleichtern sollen.
Das Argment, mit dem alle Pläne von arktischen Fluverbindungen arbeiten, ist das einer erheblichen Beschleunigung des Verkehrs. Die 360 Längengrade nämlich, in die man den Erdäquator eingeteilt hat, laufen am Nordpol in einem Punkte zusammen, nähern sich also einander vom Aequator nach Norden immer mehr. Am Aequator muß man beispielsweise zu einer Erdumwanderung in Dst- oder Westrichtung die Strecke von 40 000 Kilometer zurücklegen: auf dem Breitengrad von Berlin, 52 Grad Nord, beträgt der Erdumfang patalell dem Aequator aber nur noch 24 700 Kilometer, auf 66 Grad Nord, der Breite des Polarkreises, nur noch 15 300 Kilometer, auf 80 Grad Nord, der Breite, bis zu der Spitzbergen reicht, aber nur noch 6880 Kilometer. Daraus folgt, daß ost-westliche Und west-östliche Wege kürzer werden, wenn man i n höherer Breite über die Längengrade geht, und zwar trotz des scheinbaren Umwegs, den man macht, indem man nach Norden ausweicht. Diese Verkürzung tritt überall ein, wo Ausgangs- und Zielpunkt in größerer Entfernung von wenigstens ein paa rtausend Kilometer voneinander liegen. Die kürzeste Verbindung Europa—Westküste Amerikas führt z. B. durch die Arktis, ebenso wie die kürzesten Routen Australien—Südamerika—Südafrika über die Antarktis führen.
gehalten. Die Teilnahme war auf berufsmäßige Barhalter und Mixer beschränkt, und es lagen Meldungen nicht nur aus allen Teilen des englischen Weltreiches, vor, sondern auch aus Amerika, Deutschland, Frankreich, Holland, Italien und Spanien. Die Teilnehmer waren Mixer aus großen Hotels, Sportklubs, Militärkasinos, Vergnügungslokalen und einfachen Gasthäusern. Acht Tage lang war ein guserwähltes Richterkollegiurn damit beschäftigt, an die 1500 verschiedene Cocktails zu kosten, während am Schlußtage Hunderte von Zuschauern, die meisten von ihnen erfahrene Barhalter und Mixer aus allen Teilen Londons, vor der Bar saßen und beobachteten, roie die Mixer an diesem Tage ihre Mischungen aus. 263 verschiedenen Ingredienzen zusammenbrauten. Durch em Mikrophon wurde der Name jedes Bestandteils angekündigt, die Richter jedoch, die mit dem Rücken gegen die Bar saßen, kannten weder den Erfinder noch die Bestandteile der betreffenden Mischung, die sie schlürften Der erste Preis wurde einem Cocktail zugesprochen, der den Namen „Our Smiling Duchess“ führt und dessen Erfinder ein gewisser George Mackie aus Aberdeen ist. Der schottische Weltsieaer war selber nicht anwesend, sondern hatte seine Mischung durch einen Stellvertreter zusammenstellen lassen. Die als „der beste Cocktail der Welt" öffentlich anerkannte Mischung wurde auch durch Verleihung eines silbernen Ehrenpokals, den die „Daily Mail" gestiftet hatte, ausgezeichnet.
Da staunte König Gustav.
C. K. Stockholm.
In Stockholm ist der Gouverneur Carle mit einer Anzahl feiner Landsleute aus Pennfylvanien zum Besuch eingetroffen, und er wurde von König Gustav in das Schloß zur Tafel eingeladen. Hier sprach er dem König seine Absicht aus, ihm die wertvqllste Familienreliquie in seinem Hause in Harrisburg zu schenken, den größten Elchkopf in der Welt. Das Tier wurde von dem Urgroßvater Earles in Alaska vor hundert Jahren geschossen, und schon seit langem haben sich die Museen der Vereinigten Staaten um die Kostbarkeit beworben. „Sie Spanne zwischen den beiden Spitzen", sagte der Gouverneur, „beträgt 1,90 Meter." „5)abe ich richtig gehört — 1,90 Meter?" „Genau", lautete die Antwort, „genau so groß wie Ew. Majestät." Carle sandte sofort ein Kabel nach Hause, daß der Kopf schnellstens an den König abgesandt roerbe.
Merkwürdiges Abenteuer eines Fliegers.
C; K. Kopenhagen»
Den Propeller des Flugzeuges in 8000 Meter Höhe zu verlieren und 6s nicht einmal zu bemerken, das scheint doch das abenteuerlichste Erlebnis zu sein, von dem ein Flieger erzählen kann Diese Erfahrung hat ein dänischer Militärflieger gemacht.
war, um einen Höhenrekordflug zu versuchen, aufgestiegen und hatte ohne große Mühe 8000 Meter erreicht, als er plötzlich Störungen im Motor bemerkte und zu gleicher Zeit spürte, daß feine Sauerstoffmaske nicht gut arbeitete. Da er schlimme Folgen befürchtete, entschied er sich, im Gleitflug niederzugehen, und es gelang ihm auch, ohne jeden Schaden auf einem Felde zu landen. Die Beobachter des Flugplatzes eilten herbei, aber sie blieben überrascht stehen, als sie sahen, daß das Flugzeug keinen Propeller mehr hatte. Die Techniker erklärten, daß die Störungen des Motors, die der Flieger in der Höhe bemerkt hatte, durch den Verlust des Propellers verursacht waren und daß das Versagen der Sauerstoffmaske, die den Flieger veranlaßt hatte, niederzugehen, ihn unbewußt das einzige Manöver hatte tun lassen, durch das er sich noch hatte retten können. \
Das Schicksal der Wiener Tauben.
C. K. Wien.
Charles Dilke (bedeutender politischer Schriftsteller), hat später berichtet, daß ihm Bismarck gesagt hat: „Ein netter Kerl, der junge Chamberlain. Schade, daß er so ein schlechter Trinker ist."
Fast 40 Jahre später sollte Bismarcks Enkel bei mir in London essen. Eingedenk des Geschlechtes, dem er entsprang, fürchtete ich, mein kleiner Keller könne seine Wünsche nicht befriedigen. Sorgenvoll beriet ich mit meinem Butler und sagte schließlich in Verzweiflung: „Ach, ich denke. Sie bringen am besten eine Flasche von jeder Sorte herauf,, die wir haben." Zu meiner Verblüffung aber bat der Fürst nach einem einzigen Glas Wein um Wasser. „Fürst", rief ich, „Sie, ein Bismarck, bitten um Wasser! Was würden Ihr 23atef und Großvater gesagt haben?" Er antwortete in des Kanzlers eigenen Worten: „Ach! Wir werden nie Männer werden wie die waren!" So erhielt ich meine Genugtuung.
Aber um auf den Abend beim Kanzler zurück- zukommen: Als wir vom Tisch aufstanden und wieder in den Salon gingen, machte er es sich auf einer Chaiselongue bequem und bat mich, daneben Platz zu nehmen. Dabei entschuldigte er sich, als ob ich jemand wäre, dem man eine Erklärung schuldig sei. ,Hch bin wie die Boa constrictor; ich habe nur eine Mahlzeit am Tag, und danach läßt er mich (dabei deutete er auf den Arzt) ruhen." Ein Gestell mit langen deutschen Pfeifen stand neben ihm, und der Dichter reichte ihm eine, die bereits gestopft war, und zündete sie an. Ich erinnere mich einer Anspielung auf seine Pfeife, die er lachend machte, und dann unterhiell er sich freundlich mit mir; aber ich fürchtete zu lange zu bleiben und nahm bald Abschied. Kurz danach schrieb ich meiner Schwester:
„Alle Attaches usw von der Botschaft sind verrückt eifersüchtig darauf, daß ich bei Bismarck aß. Sv etwas ist noch nicht oorgefommen, keiner von ihnen hat je soviel wie Guten Tag mit ihm gewechselt, und selbst die Botschafter essen bei ihm nur einmal im Jahr, an Kaisers Geburtstag, und sehen ihn kaum je, wenn überhaupt, zu Besprechungen. Du siehst also, wie begünstigt ich wat, und kannst Dir vorstellen, wie stolz es mich macht." Nach beinahe einem halben Jahrhundert bleibt dieser Besuch noch immer eine der schönsten Erinnerungen meines Lebens, und was daraus, wenn ich zurück- blicke, am meisten hervorragt, ist die vornehme und doch so liebreiche Höflichkeit dieser größten Erscheinung Europas selbst dem jungen Mann gegenüber, der fein Gast war.
Eine lebhafte Erörterung hat sich in Wien über die Absicht der Stadtbehörden erhoben, die Tauben, die in großer Zahl die Plätze der Hauptstadt bevölkern, zu einem erheblichen Teil zu beseitigen. Die graziösen Vögel sind so zahlreich, daß sie' zu einer Gefahr für Die Bauwerke werden. Sie nisten in dem Mauerwerk der Kirchen und her Paläste und rufen hier erhebliche Beschädigungen hervor, lieber die besten Mittel, ihre Zahl in Wien zu verringern, gehen aber die Meinungen auseinander. Es gibt genug Leute, die der Ansicht sind, daß man sie am besten schmerzlos töten sollte; sie weisen darauf hin, daß dies für sie besser wäre, als wenn sie während des harten Winters Leiden und Entbehrungen aushalten müssen, da das, was ihnen die Menschen auf der Straße und die Behörden an Nahrung bieten, nicht hinreicht, alle zu sättigen. Andere wieder treten eifrig dafür ein, einige tausend Tauben im Flugzeug nach Venedig zu schaffen, wie man es im vorigen Jahr mit den Schwalben gemacht hat, die bei einem, plötzlichen Kälteeinbruch betäubt zu Boden fielen. In Venedig könnten sie sich ruhig zu den berühmten Tauben, des Markus- platzes gesellen. Dagegen wird wieder eingewendet, daß man ja auch in Venedig sich von Zeit zu.Zeit genötigt fühlt, eine bestimmte Anzahl von Tauben zu beseitigen. Für das Wahrscheinlichste gilt, daß die Wiener Behörden beschließen werden, die Tauben aus der Hauptstadt in die Provinz zu befördern, sie aber nicht über die Grenzen zu schicken.
Brillanten als „Muster ohne Wert".
(cs) Belgrad.
Ein merkwürdiger Fall ereignete sich dieser Tage in Belgrad, der Fall nqmlich, daß ein Vergehen durch ein zweites aufgedeckt wurde. In einem Belgrader Postamt fand der Postbeamte Bokun in einem Postsack, der bereits geleert war, ein kleines Päckchen, das die Aufschrift „Muster ohne Wert" trug. Bokun, der anfangs gar keine böse Absicht hatten öffnete neugierig das Päckchen und fand darin zu seiner Ueberraschung eine Menge glitzernder Steine — richtige Brillanten, und zwar 75 Stück Nun war Bokuns Habgier geweckt. Er überlegte sich, daß xöiefe Brillanten offensichtlich geschmuggelt waren und daß daher, wenn er sie sich aneignen würde, der Eigentümer sich aus Furcht vor Strafe nicht melden würde. So nahm er das Päckchen mit nach Hause, gab seiner Frau drei der Steine, damit sie sie von einem Juwelier prüfen lasse. Die Frau wollte sie aber dem Juwelier verkaufen und bot sie ihm für 500 Dinar, etwa 30 Mark, an. Der Juwelier schöpfte Verdacht, Der» kündigte die Polizei, die die Frau verhaftete und Haussuchung bei ihr veranstaltete, bei der die Brillanten gefunden- wurden. So kam die Polizei durch die Unredlichkeit des Postbeamten einem Brillantenschmuggel auf die Spur, denn die brillanten stammten aus Holland, von wo früher ähnliche Sendungen nach Jugoslawien geschmuggelt worden waren. Den Postbeamten freilich kann auch diese Tatsache nicht vor der Strafe für feine Unredlichkeit retten.
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schrieb: „Fast ein Familienabend — Bismarck, Graf Herbert. Bismarcks Tochter und ihr Mann, feine Sekretäre und fein Arzt, Der ihn anscheinend genau Überwacht. 'Kleine Tischdame war Bismarcks Tochter, und so saß ich zwischen ihr und dem großen Mann ober genauer und einem Der HunDe Des großen Mannes, Die er zu feiner Seite hatte unD mit allem reichlich fütterte. Bismarck war aufgeräumt, sprach nicht von Politik, weder deutscher noch ausländischer, sondern erzählte Geschichten aus seinen Studententagen und bedauerte den Abstieg unserer heutigen Zeit Vor allem der Gedanke, daß unsere Studenten xaffee tränken, war ihm ein Schlag, aber er bedauerte, sagen zu müssen, hier seien sie genau so entartet und so weiter. Nichts Ernsthaftes, aber unterhaltsam genug. Hamann ist im siebenten Himmel; Daß ich bei Bismarck aß, wirst einen Abglanz^ auf fein Haus."
Das scheint — leiDer! — Die einzige Aufzeichnung zu fein, Die ich über diesen denkwürdigen Abend gemacht habe; aber der Brief ruft mir doch etwas von der Unterhaltung bei jenem Essen ins Gedächtnis zurück Das Essen war erst zur Hälfte vorbei, und ich wurde etwas ängstlich, da man mich genötigt hatte, erst einen Wein, dann anderen zu trinken, bis eine mächtige Reihe Gläser vor mir stand Ich war in jenen Tagen wenig an Wein gewöhnt und befürchtete, daß diese Bismarckschen Mengen sich als zu groß für mich erweisen würden Plötzlich rief Herbert Bismarck vom anderen Ende des Tisches herüber: „Aber Sie trinken doch sicher trockenen Champagner gern, Herr Chamberlain." Ich erwiderte hastig, daß ich alles hätte, was ich mir nur wünschen könnte, aber der Fürst wandte sich dagegen: „Schlagen Sie trockenen Champagner nicht ab, wenn Herbert ihn anbietet", sagte er, „ober Sie werben sich Herbert zum lebenslänglichen Feinb machen. Er sucht immer nach einer Entschulbigung, Champagner heraufzubekommen." llnb bann fragte Schweninger (Bismarcks Arzt): „Was trinken die Studenten in Cambridge?" — Schweninger hatte herausgefunden, wie Bismarcks Leiden behandelt werden mußte, und war, sehr zur Entrüstung der Fakultät, mit einem mediziniscyen Lehrstuhl an der Berliner Universität belohnt worden. Ich gestand voll Scham, daß wir ein schwaches Geschlecht seien; Weingesellschaften wären selten, wir lüden unsere Freunde meist zu. Kastee ein. „Genau so ist es hier", rief der Fürst, „die jungen Leute wissen nicht mehr, was Trinken heißt." Und Dann fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu: „lieber Herbert und seine Freunde kann ich mich nicht beklagen, aber die Jugend von heute kann nicht trinken Als ich ein junger Mann war, pflegten wir zu fechten und zu trinken — oh, wir waren alles in allem wochenlang betrunken. Aber die jungen Männer von heute — ach, sie werden nie
Scheint so das Streben nach dem Besitz der arktischen Inseln berechtigt, um dort Benzindepots, Radiostationen und Flugplätze für Zwischenlandungen anlegen zu können, so soll an dieser Stelle doch einmal die Frage aufgeworfen werden, ob das, was in der Theorie so schön und nützlich erscheint, in der Praxis die Hoffnungen erfüllen kann, die man sich macht. Männer, die die Arktis rundum kennen, mögen diese Frage endgültig beantworten — für Die Verbindung Europa—Amerika via Grönland lieferte der Flug W. von Gronaus 1932 wertvolles Material — aber schon der Laie, der in Die Arktis kommt, mirD schnell stutzig; Die Schwierigkeiten roerDen auch Dem Ahnungslosesten alsbalD auffällig. An sich wäre Spitzbergen ja, wegen Der erwähnten Eisfreiheit seiner Küste unD Der hohen nördlichen Lage, höchst geeignet für Die Anlage von Flugstützpunkten, wenn nicht Die einfach verblüffende. Schnelligkeit wäre, mit der das Wetter in diesen Breiten, knapp 1100 Kilometer vom Pol entfernt, sich zu ändern pflegt und zwar meist vom schlechteren zum ganz miserablen. Der Verfasser selbst war Zeuge, wie die immerhin 68 Quadratkilometer große Bäreninsel, halbwegs zwischen Nordkap und Spitzbergen, sich in weniger als eine halbe Stunde einnebelte. Der normale Wetterstand für Spitzbergen — die Photos beweisen das — scheint der zu sein, daß in
Tokio im Zeichen des Dieses.


