naten sprach ich die zuversichtliche Hoffnung aus, daß es uns gelingen wird, in drei bis vier Jahren auch in diesem Gebiet des Reiches die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Heute schon kann ich diese Erwartung genauer umgrenzen: schon am Ende des nächsten Jahres wird die Krise der Arbeitslosigkeit auch in der Ostmark des Reiches vollständig überwunden sein.
Augenblicklich leiden wir überhaupt nur unter zwei wirklichen Wirtschaftssorgen:
a) der Sorge um Arbeitskräfte und insbesondere um gelernte für die Industrie und
b) der Sorge um Arbeitskräfte auf dem Lande.
Wenn man in anderen Staaten darin nun das ersehnte Zeichen einer damit eben doch noch vorhandenen wirtschaftlichen Schwäche des Dritten Reiches erblicken will, so können wir gerne bei uns diese Schwäche des Fehlens von Arbeitskräften ertragen und den Demokratien die Stärke der Arbeitslosigkeit überlassen. Wenn ich im Mangel an Arbeitskräften die einzige Wirtschaftsschwierigkeit in Deutschland sehe, dann verdanken wir dies zwei Tatsachen:
1. Es ist uns durch die Gnade des Herrgotts in diesem Jahre endlich eine überreiche Ernte gegeben worden. Durch die energischen Maßnahmen unseres Pg. Göring wurde es ermöglicht. trotz der Mißernten in den vergangenen Jahren dennoch mit einer großen Reserve in das neue Jahr einzutreten.
Mit diesen Vorräten und durch den reichen Segen der heurigen Ernte werden wir a u f 2ahre jeder Nahrungsforge enthoben sein. Trotzdem wollen wir sparsam bleiben. Es ist unser Dille, eine Reserve von Brotgetreide anzusammeln, die uns unter allen Umständen vor jeder Rot bewahrt.
2. Der Vierjahresplan beginnt allmählich in seinen Auswirkungen immer mehr in Erscheinung zu treten. Das ich einst annahm, ist eingetroffen: Nachdem der deutschen Wirtschaft und vor allem den deutschen Erfindern die notwendigen nationalwirtschaftlichen Ziele ausgezeichnet worden find, haben es die Fähigkeit und Genialität unserer Ehemiker. Physiker. Maschinenbauer und Techniker, unserer Ve- triebsführer und Organisatoren fertiggebracht, ungeahnte, ja, ich darf es aussprechen, staunenswerte Erfolge zu erzielen.
Wenn es am Beginn unseres Kampfes 1933 notwendig war, möglichst viele Deutsche in Arbeit, ganz gleich welcher Art, zu bringen, dann ist es heute notwendig, möglichst viel an primitiver Arbeit durch die Maschine zu ersehen. Unsere qualitativ so hochstehenden Arbeiter find dadurch allmählich immer mehr von der einfacheren Beschäftigung weg zu einer für sie geeigneteren höheren geführt worden.
Die Sicherheit der Ration geht altem voran!
Die Einsparung von Arbeitskräften hilft neben anderen Maßnahmen auch mit, die Arbeiternot auf dem Lande zu beheben. Endlich tritt dadurch eine weitere Steigerung unserer Produktion überhaupt ein. Und dies ist, ich wiederhole es stets aufs neue, das Entscheidende. Wenn im Deutschen Reich nunmehr einschl. der Ostmark über 7,5 Millionen Menschen in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden konnten, dann mußte entsprechend dem zusätzlichen Lohn dieser 7,5 Millionen auch eine greifbare zusätzliche Produktion garantiert sein. Denn das Problem der Beseitigung der Arbeitslosigkeit ist nicht ein Problem der Auszahlung von Löhnen, sondern ein Auftrag zur Sicherstellung der dementsprechenden kaufbaren Produkte. Das deutsche Volk hat keine Goldwährung, d. h., es ist — Dank dem Wirken unserer Feinde —, wenn auch auf eine schmerzvolle Weise, von dem Wahnwitz einer sogenannten Goldwährung und damit Golddeckung erlöst worden. Um so wichtiger aber ist es gerade deshalb, der deutschen Währung jene einzig reale Deckung zu geben, die als Voraussetzung für ihre Stabilität die immer gleiche Kaufkraft sicherstellt. Nämlich: die ansteigende Produktion. Für jede Mark, die in Deutschland mehr gezahlt wird, muß um eine Mark mehr produziert werden. Im anderen Falle ist diese ausgegebene Mark ein wertloses Papier, weil für sie mangels der produktiven Gegenleistung nichts ge- kauft werden kann. Diese primitive nationalsozialistische Wirtschafts- und Währungspolitik hat es uns gestattet, in einer Zeit allgemeiner Währungsschwindeleien den Wert, d. h. die Kaufkraft der deutschen Mark stabil zu halten. Dies nützt jedem einzelnen, dem Städter so viel als dem Bauer. Denn für den Städter hat Lohn und Gehalt nur dann einen Sinn, wenn er dafür die vom Bauern geschaffenen Lebensgüter kaufen kann, und für den Bauern nur, wenn er für seinen Erlös die von der Industrie und vom Handwerk geschaffenen Produkte erhält. Es ist daher nationalsozialistische Wirtschaftserkenntnis, daß die einzig wahrhaftige Lohnerhöhung die Produktionserhö- h un g ist. Das heißt: Die damit ermöglichte erhöhte Zuweisung von Lebensgütern und nicht die Aushändigung von wertlosen Papier- wischen, und es ist vielleicht mit das höchste Verdienst der nationalsozialistischen Bewegung, daß sie diese ebenso einfachen wie natürlichen, aber leider schr oft unpopulären Grundsätze immer mehr zum Gemeingut des ganzen Volkes gemacht hat. Während zur selben Zeit m den Demokratien Löhne und Preise einander in wilder Hast emporjagen, die Gesamtproduktionen aber dauernd sinken, bietet die nationalsozialistische Wirtschaftsführung das Bild einer stetig steigenden Produktion und damit das Bist) einer andauernden Hebung des Konsums und einer stabilen Währung.
Gewiß: Mehr als gearbeitet kann nicht werden. Wenn in einem so großen Volk aber die ganze Nation produziert, so fließen die gewaltigen Gebrauchsgüter wieder dem Konsum des ganzen Volkes zu. Denn man kann auf die Dauer wohl Geld auftpeichern oder Gold horten, aber keine Produktionsgüter, mögen diese nun Lebensmittel oder Waren fein. Sie schreien nach den Konsumenten. Indem wir also das deutsche Volk zu einer immer höher steigenden Produktion aufrufen, ergibt sich von selbst die Notwendigkeit, diese Gebrauchsgüter im Kreislauf wieder dem Polke zuzuführen. Das Ziel der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik ist aber nun einmal nicht, ein Volk zur Faulheit mit geringem Lebensstandard zu erziehen, sondern es zu einem fleißigen mit einem möglichst hohen zu machen. Das heißt: Wir wollen durch unseren Fleiß so viel Güter produzieren, daß jeder einz^ne Deutsche daran einen immer steigenden Anteil haben kann und wird.
Dieser Prozeß setzt aber viel politische Vernunft voraus.-Er kann nur gelingen, wenn ein ganzes Volk in seiner Gesamtheit in enger Der- bundenheit die Interessen aller im Auge behält, um damit auch wieder allen zu dienen.
Würde der nationalsozialistische Staat die deutsche Wirtschaft so laufen lassen, wie sie einst lief, dann hätten wir auch hier fortgesetzte Kämpfe, Streiks und Aussperrungen und damit eine andauernde Schädigung der Produktion und als Entgelt eine scheinbare Steigerung der Löhne mit dem Ergebnis der Entwertung der Währung und damit der zwangsläufig folgenden Senkung des Lebensniveaus. Es ist daher auch nur ein Zeichen für die Intelligenz und Einsicht unseres Volkes, daß es diese nationalsozialistische Wirtschaftsführung begreift und sich freudig in den Dienst dieser Erkenntnis stellt. Im übrigen bitte ich Sie, meine Volksgenossen, folgendes zu bedenken: was immer auch die Zukunft bringen mag, eines ist sicher:
Welcher Art die weltwirtschaftlichen Beziehungen untereinander sein mögen, kann man nicht voraussagen. Denn, wenn es anderen Völkern einfällt, statt ihre Produktion zu heben, diese zu vernichten, dann muß mangels an Austauschgütern dieser sogenannte Welthandel früher oder später zugrunde gehen. Um so wichtiger ist es daher, seine eigene Wirtschaft in Ordnung zu hal- t e n und damit zugleich auch den besten Beitrag für eine mögliche Verbesserung der Weltwirtschaft zu liefern. Denn diese wird nicht aufgerichtet durch scheinbar belehrende, in Wirklichkeit aber nichtssagende Redensarten demokratischer Staatsmänner, sondern sie könnte höchstens befruchtet werden durch die Inordnungbringung der in den Demokratien langsam absterbenden eigenen Volkswirtschaften. Solange aber diese Staatsmänner, statt um ihre eigenen Produktionen bekümmert zu sein und ihre eigenen Volkswirtschaften in Ordnung zu bringen, in allgemeinen Phrasen, teils belehrenden, teils tadelnden Inhalts, sich mit den autoritären Staa- ten auseinanderzusetzen belieben, tun sie nicht nur nichts für die Wiederherstellung der sogenannten „Weltwirtschaft" und insonderheit des Welthandels, ondern sie schädigen ihn. Deutschland kann jeden- alls von sich sagen, daß es dank seiner fortgesetzt teiaenden inneren Produktion nicht nur ein steigender Verkäufer eigener, sondern auch Abnehmer fremder Produkte geworden ist. Allerdings mit einer Einschränkung.
Im gesamten wird die deutsche Volkswirtschaft so aufgebaut, daß sie jederzeit auch gänzlich unabhängig von anderen Ländern auf eigenen Füßen stehen kann. Und dies ist gelungen. Den Gedanken an eine Blockade Deutschlands kann man schon jetzt als eine gänzlich unwirksame Waffe begraben. Der nationalsozialistische Staat hat mit der ihm eigenen Energie die Konsequenz aus den Erfahrungen des Weltkrieges gezogen. Und nach wie vor werden wir an dem Grundsatz festhalten, daß wir uns selbst lieber auf dem einen oder anderen Gebiet, wenn es notwendig sein sollte, elnschränken wollen, als uns in eine Abhängigkeit vom Ausland zu begeben, vor allem wird an die Spitze unseres wirtschaftlichen handelns immer der Entschluß treten: die Sicherheit der Nation geht allem anderen voran! Ihr wirtschast- liches Dasein ist deshalb auch auf unserer eigenen Lebensbasis und unserem eigenen Lebensraum materiell in vollem Umfange sicherzustet- len. Denn nur dann wird auch die deutsche Wehrmacht jederzeit in der Lage sein, die Freiheit und die Interessen des Reiches unter ihren starken Schuh zu nehmen. Und dann wird Deutschland auch als Freund und Bundesgenosse für jeden von höchstem Werte fein. Wenn ich dies aus Anlaß des 10. Reichsparteitages ausspreche, dann tue ich es in dem zufriedenen Bewußtsein, daß auch politisch genau so wie wirtschaftlich die Zeit der Isolierung Deutschlands beendet ist. Das Reich hat große und starke Weltmächte als Freunde erhalten.
Das Reich der Deumen wird stets nur noch Großdeutschland sein.
Meine Parteigenossen und Parteigenossinnen k drohender denn je erhebt sich über dieser Welt die bolschewistische Gefahr der Völker- Zerstörung. Tausendfach sehen wir das Wirken des jüdischen Erregers dieser Weltpest. Ich darf es hier, glaube ich, in meinem und in ihrer aller Name bekunden, wie tief innerlich glücklich wir sind angesichts der Tatsache, daß eine weitere große europäische Weltmacht aus eigenen Erfahrungen, aus eigenem Entschluß und auf eigenen Wegen die gleiche Auffassung vertritt und mit bewunderungswürdiger Entschlossenheit die weitgehendsten Konsequenzen gezogen hat. Wie immer auch Weg und Entwicklung der faschistischen und natio- nalsozialisttschen Revolutionen aus eigenen deutlichen Bedürfnissen bedingt erscheinen
und wie unabhängig auch beide geschichtliche Umwälzungen voneinander entstanden sind und sich entwickelt haben, so glückhaft ist es doch für uns alle, in allen großen Lebensfragen der Zeit jene geistige gemeinsame Einstellung und Haltung zu finden, die uns in dieser Welt der Unvernunft und der Zerstörung auch menschlich immer mehr zusammenführen. Dieser neue Geist aber richtet zugleich die beiden Völker nach innen aus. Wie erleben wir hier wieder unsere glückliche strahlende Jugend! Wie , werden wir wieder alle die Hunderttausende junger deutscher Männer sehen, braungebrannt und kerngesund, und wie wird es uns doch erst wieder recht bewußt, daß dies viel- leicht die größte Leistung auch unserer Revolution ist. Ein neues, gesundes Volk w i r d h i e x.
2000 Histerjlmgen vor dem Mrer.
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Am Dienstagvormittag marschierten vor dem Führer 2000 Hitlerjungen mit 500 Fahnen vorüber, die den Adolf-Hitler-Marsch aus allen Gauen des Reiches durchgeführt hatten. Zum erstenmal sah man unter ihnen auch die Träger der Fahnen der Hitler-Jugend aus der deutschen Ostmark. — Unser Bild zeigt den Führer auf seinem Balkon während des Vorbeimarsches. Neben ihm Reichsminister Rudolf Heß und Reichsjugendführer Baldur von Schirach. — (Scherl-Bilderdienft-M.)
erzogen, nicht durch Phrasen und in Theorien, sondern durch eine belebende Wirklichkeit. Millionen deutscher Frauen ist wieder die Lust und Liebe erwachsen zum Kind, zu jener wunderbaren Jugend, die wir in stürmischem und rauschendem Jubel in diesen Tagen an uns vorbeiziehen sehen.
Wer dies alles in sich aufnimmt, der muß wohl zugeben, daß es für einen Deutschen nun doch wieder lebenswert ist, auf der Welt zu fein. Ein gesundes Volk, eine politisch vernünftige Leitung, eine starke Wehrmacht, eine emporstrebende Wirtschaft und über allem ein blühendes kulturelles Leben.
Darin liegt der Dank an alle jene Kämpfer, die sich in diesen Tagen hier versammelt haben, und die aus Vergangenheit und Gegenwart uns im Geiste hier begleiten, der Dank an die Männer und Frauen unserer Bewegung und der Dank an die Soldaten der Wehrmacht des nationalsozialistischen Staates.
Den höchsten Dank aber wollen wir selbst dem Allmächtigen sagen für das Gelingen der Vereinigung der alten O st mark mit dem neuen Reich.
Er hat es gestattet, der deutschen Nation dadurch ein Glück, dem neuen Reich aber einen großen Erfolg zu schenken, ohne daß es notwendig war, das Blut und Leben unserer Volksgenossen einzusehen. Wögen die Deutschen nie vergessen, daß dies ohne die im Nationalsozialismus geeinte Kraft der ganzen Nation nicht möglich gewesen wäre. Denn als am Worgen des 12. Wär, die Fahne des neuen Reiches über die Grenzen hinausgetragen wurde, war sie nicht mehr wie früher das Zeichen eines Eroberers, sondern das Symbol einer schon längst alte Deutschen umschließenden Einheit.
Die Kriegsflagge. die unsere junge Wehrmacht damals in die neuen Gaue trug, war im schweren Kampf der Ostmark zum Gtaubens- 3 ei d) en des Sieges für unsere Brüder geworden.
So hat dieses Wat zuerst eine Idee ein Volk erobert und geeint? Für uns und für alle nach uns Kommenden wird das Reich der Deutschen nunmehr aber stets nur noch G r o tz- deutsch tand fein!
Der Eindruck in Paris.
P a r i s , 7. Sept. (DNB. Funkspruch.) In den Pariser Presjebetrachtungen zur Führerproklamation glaubt man aus gewissen Hinweisen die Folgerung ziehen zu können, baß Deutschland nicht daran denke, sich durch die Haltung der westeuropäischen Demokratien beeindrucken zu lassen. Es berufe sich auf sein gutes Recht und werde ungeachtet aller Wider st ände feinen Weg fortsetzen. Natürlich fehlt es auch nicht an Versuchen, aus der Proklamation alle möglichen geheimen Ansichten Deutschlands herauszulesen und in diesem Zusammenhang Vermutungen aujzustellen. „Journal" stellt fest, daß der Führer nichts erklärt habe, was die augenblickliche Lage noch verschärfen könnte. Vielmehr habe er sich eine bemerkenswerte Zurückhaltung auferlegt. — Die „E p o q u e" beschäftigt sich vor allem mit den Erklärungen des Führers über die Wirtschaftslage in Deutschland und knüpft daran in der üblichen Weise einige gehässige Bemerkungen. — Der Sonderberichterstatter des rechtsstehenden „Petit Journal^ erklärt u. a., daß der Führer seinem Volke ein eindrucksvolles Bild von der militärischen und wirtschaftlichen Macht Deutschlands gegeben habe. — Der Sonderberichterstatter des rechtsstehenden „3 o u r" behauptet, daß die Proklamation Ungewißheit heroorgerufen habe. (!) Gewisse Optimisten wollten in ihr einen Grund für neue Hoffnungen erblicken, während andere der Auffassung seien, daß sie „kein Element der Ermutigung oder Entspannung" enthalte.
Starke Beachtung in England.
London, 7. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das starke Interesse, das England an dem Nürnberger Parteitag nimmt, zeigt am deutlichsten die Tatsache, daß die „Times" ganze Spalten dem Bericht aus Nürnberg widmet. Ebenso berichten auch sämtliche anderen Londoner Morgenzeitungen, während einige in ihren Ueberschriften die Feststellung des Führers erwähnen, daß Deutschland keine Blockade mehr zu fürchten brauche, stellen andere die Stelle der Proklamation zur Wirtschaftslage in Deutschland in den Vordergrund oder aber die Stellen, die auf die Demokratien Bezug nehmen. Die „Time s" schreibt, daß die Proklamation nicht die Zusammenarbeit mit anderen Nationen auf
wirtschaftlichem Gebiet ausschließe. Gewiß würde es für alle am Besten sein, anzuerkennen, daß das totalitäre Wirtschaftssystem fest begründet sei und daß man sich vorbereiten müsse, den eigenen Wirtschaftsaustausch zu verbessern, ohne auf Dinge zu warten, die vielleicht niemals eintreten würden — Der „Daily Expreß" erklärt, daß er selbst bereitwillig den großen Wert der deutschen Arbeit anerkenne und daß er auf die Fortschritte der Deutschen nicht eifersüchtig sei. — „News Chro- nicle" bezeichnet die Feststellung, daß Deutschland keine Blockade mehr zu fürchten brauche, als eine „Warnung", die an die englische Adresse gerichtet sei.
Das Echo in Prag.
Prag, 7. Sept. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Morgenvlätter stellen erleichtert fest, daß in Nürnberg zunächst über die aktuellen Probleme und über die Außenpolitik nicht gesprochen wurde. Die halbamtliche „Prager Presse" schreibt, noch niemals konnte man auf einem nationalsozialistischen Kongreß, vielleicht niemals auf einem Parteitag, den Gang der Geschichte so fühlbar wahrnehmen wie auf diesem. Diesmal stand fest, daß Hitler die Vereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich feiern werde. Die Proklamation ist eine Ruhmrede tiuf das deutsche Volk, seine Tüchtigkeit und sein Heldentum, im Gegensatz zum Versagen der alten Führung des Volkes. Es könne auffallen, wieviel.Raum die wirtschaftlichen Fragen in der Proklamation einnähmen. Dies spräche wohl dafür, daß sie die Reichsführung stark beschäftigten. Als das bemerkenswerteste hebt das Blatt hervor, daß der Führer glaubt, die Zeit der Isolierung Deutschlands sei politisch und wirtschaftlich beendet und eine Blockade des Reiches, wie sie noch im Weltkrieg durchgeführt wurde, nicht mehr möglich.
Weitere Besprechungen in Prag.
Benesch kündigt Ueberreichung des Regierungsvorschlages an.
P r a g , 6. Sept. (DNB.) Präsident Dr. Benesch empfing am Dienstag um 18.30 Uhr nach einer Besprechung mit Lord Runciman den sudetendeutschen Abgeordneten Kundt und Dr. Sede- k o w s k i. Die Unterredung dauerte eine halbe Stunde. Der Präsident kündigte den beiden Vertretern der Sudetendeutschen Partei an, daß der Ministerpräsident der Sudetendeutschen Partei den offiziellen Vorschlag der Regierung Überreichen werde. Nachmittags hatten die Abgeordneten Kundt und Dr. Rosche eine zweistündige Unterredung mit Ashton-Gwatkin, Stopferd und Henderson. Später wohnte auch Lord Runciman der Aussprqche persönlich bei.
Ner Kampf um Hankau.
Schanghai, 6. Sept. (Europapreß.) Chinesische Meldungen aus Hankau sprechen von einer erfolgreichen Gegenoffensive südlich des Jangtse. Die Chinesen wollen durch einen plötzlichen Vorstoß die bei Mahuiling stehenden japanischen Truppen abgeschnitten und ein zum Entsatz der abgeschnittenen Garnison eingesetztes japanisches Regiment zu- rückgeworfen haben. Japanische Meldungen sprechen lediglich von einer großen Schlacht um den Besitz der von Kiukiang nach Nantschang führenden Eisenbahnlinie, von deren Ausgang das Schicksal Nantschanas abhängen würde. Der Besitz Nantschangs würde der japanischen Heeresleitung die Möglichkeit geben, den gesamten rechten Flügel der chinesischen Stellungen um Hankau aufzurollen. Nördlich des Jangtse soll die japanische Offensive bei K w a n g t s i zum Stehen gekommen fein.
Der ehemalige Kronprinz von Spanien löblich verunglückt.
N e u t) o r f, 6. Sept. (Europapreß.) Der ehemalige Kronprinz von Spanien, Graf Gova- bonga, ist am- Dienstagnachmittag in der Nähe von Miami auf Florida das Opfer eines Autounfalls geworden. Der Verunglückte ist als Jnfant Alfonso, Fürst von Asturien 1907 als erster Sohn des ehemaligen Königs Alfons XIII. und der Königin Viktoria Eugenia, geb. Prinzessin von Battenberg, geboren. 1933 hatte er auf die Thronfolge verzichtet und eine Kubanerin geheiratet, von der er 1937 sich scheiden ließ, um die Amerikanerin Märta Rocofort zu heiraten. Er lebte in Neuyork.


