Donnerstag, 7.3uli 1958
188. Zahrgang
Nr. 156 Erstes Blatt
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zu einer Verlangsamung des Aufrüstungstempos führen.
Die D?a che vor demBuckingham-Pa- l a ft wurde am Mittwoch zum erstenmal in der englischen Geschichte von einer Abteilung der Territorialen Reserve-Armee in Khakiuni- form gestellt.' Diese Auszeichnung steht in Zusammenhang mit dem Werbefeldzug für den Eintritt in die Territoriale Reserve-Armee, die seit einigen Monaten ausschließlich f ü r die Luftabwehr ausgebildet wird. Die Mannschaften, und zum größten Teil auch die Offiziere dieser Armee sind zumeist Arbeiter und Angestellte, die für einige Wochen des Jahres zu Hebungen herangezogen werden. Die e^ste Wache, die von der Territorialen Reserve-Armee gestellt wurde, bestand überwiegend aus Bankangestellten und Börsenmaklern.
französischen Leuchtturms und der (vorerst allerdings nur geplanten) meteorologischen Station begründet worden. Gleichzeitig hatte Frankreich der englischen Regierung jedoch mitgeteilt, daß es die Besetzung der Paracel-Inseln im Hinblick auf seine strategischen Interessen an der Insel Hainan für nötig gehalten habe.
Chinesische Rückfrage in Paris.
Paris, 7. Juli. (DRB.) Außenminister Bon - n e t empfing den chinesischen Botschafter in Paris, Wellington Koo, der die Souveränität seines Landes über die Paracel-Inseln feststellte und sich über die Bedeutung unterrichten wollte, die der Besetzung dieser Inseln durch anamitische Abteilungen zukomme. Der französische Außenminister soll betont haben, daß Frankreich sich darauf beschränkt habe, auf diese Inselgruppe „das notwendige Personal und Material zur Unterhaltung und Einrichtung von Leuchtfeuern, einer meteorologischen Station und eines Senders" zu entsenden, und zwar um das Personal und dieses Material zu schützen sowie um Zerstörungen durch die auf diesen Inseln wohnenden Fischer zu verhindern. Deshalb seien zwei Abteilungen anamitischer Gendarmen entsandt worden. Es handle sich einfach | darum, in einer besonders gefährlichen Gegend eine Sicherheitseinrichtung für die Schiffahrt einzurichten, die berufen fei, den Schiffen aller Nationali- I täten dienlich zu fein.
Oer Führer der Hungaristischen Bewegung zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt.
Budapest, 6. Juli. (Europapreß.) Die Königliche Tafel als Berufungsgericht verkündete das Urteil in dem Prozeß gegen den Führer d e r Hungaristischen Bewegung, Major i. R. Szalasfy, der im Herbst vorigen Jahres vom Budapester Strafgericht roegeji Vergehens der Aufreizung zum Aufruhr unter Zubilligung mildernder Umstände zu zehn Monaten Staatsgefängnis (Festungshaft) verurteilt worden war. Das Berufungsgericht verurteilte Szalasfy wegen des Verbrechens des versuchten Umsturzes der bestehenden staatlichen und gesetzlichen Ordnung zu drei Jahren Zuchthaus. Sza- lassy wurde sofort in Haft genommen. Das strenge Urteil hat in der Öffentlichkeit Ungarns das größte Aufsehen erregt. Die Verteidigung Szalassys hat gegen das Urteil Berufung bei der obersten Instanz, der Königlichen Kurie, eingelegt. Major Szalasfy wurde auch zu Amtsverlust für die Dauer von fünf Jahren verurteilt, was die Aberkennung feiner Pensionsberechtigung und seines Dienftranges
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Deutsche Frontkämpfer ehren Marschall pilsudski.
Warschau, 6. Juli. (DNB.) Die deutsche Frontkämpferabordnung, die nach ihrem Aufenthalt in Warschau in Krakau eintraf, legte an der Grabstätte Marschall Pilsudskis in der „Gruft der silbernen Glocken" auf dem Wawel-Schloß einen Kranz nieder, der die Inschrift trägt: „Dem Marschall Josef Pilsudski — die deutschen Frontkämpfer." Der Ehrung Pilsudskis wohnte außer Vertretern polnischer Frontkämpferorganisationen auch eine militärische Abordnung bei. Nach einer Besichtigung der Kathedrale und des Königsschlosses begab sich Reichskriegsopferführer Oberlindober an der Spitze der deutschen Frontkämpfer nach Sowi- N i e c, wo auf dem dort zur Erinnerung an den großen Führer der polnischen Natton errichteten Hügel ebenfalls ein Kranz niedergelegt wurde. Am Nachmittag besichtigte die deutsche Frontkämpferabordnung das Salzbergwerk in Wie - liczka, wo polnische Schulkinder polnische Volkstänze vorführten. Abends gab die Stadt Krakau für die deutschen Gäste ein Essen.
auf einem Fahrrad unterwegs, der andere in einer Rikscha — wurden durch Pistolenschüsse ermordet. — Ein Bombenanschlag gegen japanische Posten in der Jeßfield-Strahe schlug fehl, jedoch gelang es den angegriffenen Soldaten, zwei Chinesen zu erschießen. Weitere Bombenanschläge ereigneten sich vor der Sokohama Specie-Bgnk, vor der Taiwan-Bank und am Warenhaus Whiteaway in der Nankingstraße sowie auf einer Brücke, die über den Sutschaubach führt. Die internationale Garnison befindet sich in A l a r m z u st a n d. Starke Patrouillen durchziehen die Straßen. Sämtliche bisher erfolgten Bombenanschläge ereigneten sich innerhalb der Internationalen Niederlassung.
Die Paracel-Inseln.
Hongkong, 6. Juli. (Europapreß.) Nach Meldungen van Exchange Telegraph aus Hoikow (Hainan) hat die Besetzung der Paracel-Inseln, hundert Seemeilen südöstlich von Hainan, zu j a p a n i s ch e n Gegenmaßnahmen geführt. Ein japanischer Kreuzer ist vor den Inseln eingetroffen, und soll bereits Truppen gelandet haben zum Schutz der auf den Paracel-Inseln lebenden japanischen Fischer. Weiter wird aus Hoikow gemeldet, daß 15 japanische Kriegsschiffe, darunter mehrere Kreuzer, in der Hainan-Straße auf der Höhe von Hoikow ankern.
Die französischen Maßnahmen waren amtlich mit dem Schutz des auf den Paracel-Inseln befindlich en
Tokio, 6. Juli., (DNB.) Ministerpräsident Für st Konoye gab der japanischen Presse Erklärungen zur Lage, in denen er zunächst betonte: „Jetzt wird unsere einmal beschlossene Haltung nicht mehr geändert werden, bis wir unsere Ziele erreicht haben. Welche Lage sich auch immer ergeben wird, wir werden unermüdlich vorwärts gehen!" Vermittlungsversuche dritter Mächte könnten grundsätzlich nichts an dem japanischen Entschluß ändern, nur direkt mit China zu verhandeln. Japan könne in Tschiangkaischek und seiner Regierung deshalb keinen Verhandlungspartner sehen, weil die bereits vielen Schwankungen unterworfene Politik Tschiangkaischeks kein Vertrauen verdiene. Tschiangkaischek, der früher kommunistisch, dann nationalistisch eingestellt war, habe sich jetzt wieder an Moskau um Hilfe gewandt. Die „Nationalregierung" könne auch dann nicht als „Zentrale" Regierung Chinas betrachtet werden, wenn Tschiangkaischek durch einen japanfreundlichen Staatsmann ersetzt werde. Das schließe nicht aus, daß eine neue vereinte Zentralregierung P e ki n g —N a n k r n g mit einer reorganisierten Hankau-Re- g i e r u n g verhandele.
Auf eine Frage nach der Entwicklung der inneren Lage antwortete der Ministerpräsident: „Selbst wenn der Konflikt jetzt plötzlich beendet wird, so wird die Nation den Druck im nächsten Jahr noch härter fühlen." Japan bemühe sich mit diplomatischen und wirtschaftlichen Mitteln, die dritten Mächte zu überreden, ihre Unterstützung Tschiankaischeks aufzugeben. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Lage könne man mit einem besseren Verständnis der japanischen Politik rechnen, wodurch sich die Haltung Eng - lands, Frankreichs und Amerikas Japan gegenüber ändern werde. Fürst Konoye äußerte seine Ueberzeugung, daß es nicht zu einer Einmischung dritter Mächte komme. Japans Natio- nalkrast könne nicht mit der nach früheren Kriegen verglichen werden, und deshalb würden diese Mächte keine unüberlegten Handlungen begehen. Die Entwicklung der inneren Lage werde durch die zentral geregelte kontrollierte K r i e g s w i r t sch a f t mit einer durchgreifenden Umstellung der gesamten ' Wirtschaft und die Regelung der Arbeitsfragen beherrscht. Die hierdurch bedingten schweren Lasten müsse die Nation tragen in dem festen Entschluß jedes einzelnen Japaners, den Feind Japans, Tschiangkaischek, zu beseitigen.
Die Abreise
der deutschenMiiitärberater aus China.
Santau, 6. Juli. (DNB.) Die Abreise der deutschen Militärberater nach Hongkong erfolgte in einem mit Hakenkreuzflaggen gekennzeichneten Zuge. Am Bahnhof waren außer Vertretern der deutschen Botschaft und des Generalkonsulats viele Deutschenfreunde, General Houyaotsu als persönlicher Vertreter des Marschalls Tschiangkaischek Kriegsminister General H o y i n g s chi n sowie über 20 chinesische Generale zum Abschied erschienen. Der Dank der chinesischen Regierung und des chinesischen Volkes für die Arbeit der Berater kam in einer größeren Anzahl offizieller Einladungen in der letzten Woche zum Ausdruck, deren Höhepunkt ein Abschieds - Empfang bei Marschall Tschiangkaischek und seiner Gattin bildete. Marschall Tschiangkaischek richtete dabei herzliche Dank- und Abschiedsworte an die Berater, wahrend 8rau Tschiangkaischek ihnen Geschenke überreichte. Die Hankauer Blätter sprechen ihr Bedauern über den Abschied der Berater aus, deren Leistungen hohe Anerkennung verdienten. Sie schließen mit besten Wünschen für eine glückliche Heimkehr.
Die Menschenverluste im China-Konflikt
Tokio, 6. Juli. (DNB.) Eine japanische Zusammenstellung gibt die chinesischen Verluste seit Ausbruch des China-Konfliktes mit 1300 000 an, wobei die Zahl der Toten auf über 500 000 geschätzt wird. Nach der gleichen Quelle hätte Japan nur rund 37 000 Tote zu verzeichnen. Die besetzte Zone in China umfaßte 1 249 000 Quadratkilometer, also die dreifache Ausdehnung ganz Japans. Die besetzten Gebiete haben rund 130 000 000 Einwohner.
Chinesische Terroraktionen in Schanghai.
Am Jahrestag des chinesisch-japanischen
Konflikts.
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Englands Landwirtschaft.
Chamberlain erläutert seine Agrarpolitik. — Revolte der Bauern."
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Schanghai, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Arn Jahrestag der chinesisch-japanischen Feindseligkeiten betätigten sich in der internationalen N l e° derlassungSchanghai chinesische Terroristen gegen japanfreundliche Chinesen so - wie japanische Zivilisten und Militar- poften. Schon bis 10 Uhr ereigneten sich etwa fünfzehn Attentate. Die ersten beiden Bomben wurden ßegen fünf Uhr am Bund, der großen Geschäftsstraße Schanghais, geworfen. Kurz daraus zogen japanische Soldaten in d i e I n t e r n a t i o - n a l e Niederlassung ein und sperrten sie ab. Gegenüber den japanischen Absperrungen bezogen schottis-che Hochländer Stellungen. Zwei
Zu gleicher Zeit melden die englischen Blätter aber auch, daß sich die M e t a 11 a r b e i t e r ge = werkschaften noch immer nicht über ihre Mitarbeit an der Durchführung der englischen Auf- rüftungspläne einig sind. Diese Mitarbeit soll in erster Linie darin bestehen, daß die Gewerkschaften ihre Zustimmung zur Einstellung von ungelernten bzw. halbgelernten Arbeitern und weiblichen Arbeitskräften geben. Ein Flügel der Gewerkschaften ist dafür, während der andere sich gegen alle Zugeständnisse in dieser Richtung sträubt und damit eine Verständigung über diese Frage unmöglich macht. Wie die Blätter betonen, muß diese Un-
London , 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Chamberlain sprach in einer Versammlung von Unterhausmitgliedern aus den Landbezirken über die Stelle seiner Rede in Kettering, in der er gesagt hatte, daß die volle Selb st Versorgung mitNah- r u n g sm i 11 e l für ein Land in der Lage Englands eine Unmöglichkeit sei. Er erklärte, diese Stelle der Rede sei in einigen Kreisen fälschlich so dargestellt worden, als habe er ankündigen wölken, daß das Interesse der Regierung an der Landwirtschaft Nachlasse. Er habe jedoch nur sagen wollen, dast für eine künstliche Ausweitung ier landwirtschaftlichen Erzeugung in England keine Notwendigkeit bestehe. Auf lange Sicht würde nichts schwieriger für die englische Landwirtschaft sein als eine künstliche Inflation.
Daily Expreß schreibt dazu, diese Erklärung Chamberlains scheine die unmittelbare Gefahr einer Krise unter den Abgeordneten der RegierUngskreise behoben zu haben. Die Opposition beabsichtige aber, den Premierminister im Parlament zu einem Widerruf seiner E r 11 ä r u n g in Kettering zu zwingen. News Chronicle will wissen, daß am Mittwoch auf Forderung der Oppositionsliberalen eine Aussprache über die Landwirtschaftspolitik statt- finden werde. Als Barometer für die Stimmung auf dem Lande findet die Stellungnahme zweier Bauernverbände in der Presse Beachtung. > So wurde der Vollzugsausschuß des Bauernverbandes für East-Yorkshire von einem Bezirksverband ersucht, die beiden Oppositionsparteien zu befragen, welche Agrarpolitik sie befürworteten. Von der Antwort der Opposition solle es dann abhängen, welcher Partei die Landwirtschaft bei der näch- fte n Wahl ihre Stimme geben würde. Der Exekutivausschuß des Bauernverbandes von War- wickfhire hat an den Premierminister ein Telegramm gesandt, in dem her Enttäuschung und Entrüstung der Bauern über die Rede in Kettering Ausdruck gegeben wird. Der Daily Expreß bringt diese Artikel unter der Ueberschrift: „Die Revolte der Bauern beginnt."
Oie englische Aufrüstung.
Die Metallarbeitergewerkschaften, machen weiter Schwierigkeiten.
London, 6. Juli. (Europapreß.) Der Stand der englischen Rüstungen wurde von Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p in einer Londoner Rede als außerordentlich befriedigend bezeichnet. Der Minister machte auch geheimnisvolle Andeutungen über „gewisse Dinge, die Eng- land hat, und die andere nicht haben". Es gebe heute in dem englischen Verteidigungssystem viele geheim zu haltende Vorrichtungen, auf die England mit Recht stolz sein dürfe. Weder auf d^c See, noch unter dem Wasser, noch in her Luft sei England heute wehrlos.
Japans Chinapoliiik bleibt dieselbe.
Ministerpräsident Fürst Konoye lehnt Bermittlungsaktionen dritter Mächte ab
Zum Tag der Deuls-en Konst
Von Professor Adolf Ziegler, München, Präsidentderl^eichskammerderblldendenKül sie
Die deutsche bildende Kunst hat eine jahrtausendealte Tradition bis weit über die romanische Kirchenbaukunst hinaus. Je tiefer und unvoreingenommener die moderne Forschung in die Geschichte der germanischen Frühzeit einbringt, um so klarer leuchtet der Tatbestand auf, daß nicht nur die epische Dichtkunst in Sage und Lied, sondern auch die Gabe künstlerischer Gestaltung in Symbol und Bild- «nis ein ursprüngliches Geschenk der Natur an jede Rasse ist, aus der sich auch heute noch im Kern das deutsche Volk zusammensetzt. Aus der künstlerischen Gestaltungskraft dieses Bluterbes haben auch die deutschen Meister des Mittelalters ihre unsterblichen. Werke geschaffen. Aus dem gleichen unvergänglichen Erbe schöpft auch das deutsche Volk von heute die sichere Gewißheit, daß auch der Künstler unserer Zeit ebenbürtige Werke schaffen kann.
Das oft mißverstandene Geheimnis der deutschen Kulturpflege, die in wenigen Jahren schon so viel Erstaunliches schaffen konnte, wurzelt in dieser Erkenntnis, daß die schöpferische Substanz eines Volkes im Blute liegt und jederzeit zu wirken beginnt, sofern sie nur richtig angesprochen wird. Dieser Aufruf ist erfolgt und beginnt zu wirken. So wird es verständlich, daß es unter der Macht eines neuen elementaren ßebensftromes in Deutschland weder sogenannte Kunstrichtungen noch irgendwelche intellektuelle Ismen mehr gibt und geben kann. Es wäre verfehlt, wenn man die neue deutsche Kunst mit diesen überalterten Maßstäben messen wollte. Denn weder der Inhalt- noch die Form gilt in Deutschland als alleiniger und letzter Maßstab und kann er auch nicht sein, wenn wir nicht die ganze künstlerische Entwicklung eines Jahrtausends verleugnen wollen. Entscheidend scheint uns vielmehr die Kraft der Gestaltung, der tiefe Blick in Natur und Welt, die klare Schlichtheit der Haltung und die zweckgebundene Echtheit im Material.
Unter diesem Ideal einer kraftvollen, gesunden Schönheit von Mensch und Kunstwerk geht die bildende Kunst in Deutschland in die Erfüllung der großartigen Aufgaben, die das deutsche ^Volk in steigendem Maße seinen Künstlern stellt. Die moderne bildende Kunst im Reich hat das große Glück, in AdolfHitler, dem Führer' und Reichskanzler des deutschen Volkes, einen verständnisvollen Freund und genialen Förderer zu besitzen. In der eminent künstlerisch empfindenden Persönlichkeit des Führers selbst liegt daher in Deutschland d i e tiefe Einheit von schöpferischer Friedenspolitik und friedlicher Kulturpflege beschlossen, die einen Gegensatz zwischen Kulturleben und Staatsleben nicht kennt. Denn um* den Führer selbst und,seine nächsten Mitarbeiter versammeln sich die bedeutendsten deutschen Künstler unserer Zeit, und unermeßlich sind die Ströme lebendiger Kraft und künstlerischer Anregung, die von diesem Kern aus auch auf die bildende Kunst aussttahlen. Zugleich hat der Künstler in Deutschland in dieser engen Verbindung mit der staatstragenden politischen Bewegung des Volkes auch wieder jenen inneren und äußeren Halt gefunden, den der Künstler zu allen Zeiten benötigte, um seinem eigenen Schaffen einen Sinn im Leben seines ganzen Volkes zu geben.
So ist es leicht erklärlich, daß einem aufmerksamen Blick überall in Deutschland und in allen Zweigen der bildenden Kunst, in der Baukunst, der Bildhauerei, der Malerei, im Kunsthandwerk und - in der Werbegraphik bis weit hinein in den Sektor ; industrieller Formgebung e in neuer Schaf» > fenswille und ein rnutiger Beginn sichtbar wird. Die Reichskammer der bildenden Künste, die alle bildenden Künstler zu Mitgliedern hat, ist tatkräftig bestrebt, diesen Neubeginn in immer breitere Kreise zu tragen. Immer weitere Volkskreise beginnen dem Schaffen des bildenden Künstlers Der- : ständnis und Achtung' entgegenzubringen.
Ohne Zwang und Willkür' politischer Art, viel- : mehr durch den reinen Appell an die besten Kräfte der Nation,' durch vorbildliche Werke, selbstlose Forderung und die Weckung des Idealismus der Künst-
• lerschaft schreitet die Gesundung und das Wachstum ; der bildenden Kunst in Deutschland unaufhörlich fort. , Dieses naturhafte Wachstum unter der Treuhänder- schaft von Reichsminister Dr. Goebbels, als dem Präsidenten der Reichskulturkammer, wird im Lauf von Jahrzehnten jene Einheit des künstlerischen Willens und des Formempfindens entstehen lassen, die trotz unendlicher Mannigfaltigkeit der Künstlerpersönlichkeiten ihre Werke einstmals als Ausdruck des Stils der deutschen Wiedergeburt erscheinen lassen . wird.
Oer Zwischenfall in Memel.
Zwangsarbeit und Gefängnis für die Begrüßung des Motorschiffes „Preußen".
> Memel, 6. Juli. (DNB.) Der Kriegskomman- । dant des Memelgebietes hat die Memeldeutschen । Richard Wiechert, Walter Flach mit je einem Jahr, • Berthold Beyer, Walter Behr, Heinz Janusches nut : je sechs Monaten, Paul PreßlG, Erwin Meckelbssrg i mit je drei Monaten Zwangsarbeitslager i bestraft. Ferner erhielten Hans Laudzim und Al- i fred May je drei Monate Gefängnis. Sechs : weitere Memeldeutsche werden dem Kriegs--^ : geriet zur Aburteilung übergeben. Diese : Bestrafung und die noch ausstehenden Verfahren [ gegen Memeldeutsche hängen mit den Zwischen» »fällen vom 21. Juni anläßlich des Eintreffens des Motorschiffes „Preußen" im Me-
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General-Anzeiger für Oberhessen
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