Ausgabe 
7.6.1938
 
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Deutschland-Schweiz 1:1 (1:1) trotz Verlängerung.

Dramatische Ouvertüre zur Kußbatt-Wettmeisterschast.

Wiederbolungsspiel am 9.3utii.

Der packende Kampf zwischen den beiden großen Fußball-Nationen wird am 9. Juni im Pariser Prinzenpark-Stadion wiederholt werden.

Deutsche Elf hat Paris verlassen.

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Unser linkös Bild zeigt eine prächtige Abwehr des deutschen Tormannes Raftl (im Bild rechts)./Rechts: Gefährliche Situation für den schweizerischen Torwart Huber (im Bild rechts.) (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der erste große Kampf der Fußballweltmeister- schast ist geschlagen. Mit Hoffen und Bangen haben die deutschen Fußballfreunde auf den großen Kampf zwischen den beiden alten Fußballnationen Deutschland und Schweiz im Pariser Prin­zenpark-Stadion, mit dem am Samstag die F u ß - ballweltmei st erschaft eröffnet wurde, ge­wartet. Nach den großen Erfolgen der letzten Zeit 2:2 gegen Italien, 4:1 gegen die Tschechoslowa­kei, 2:1 gegen England waren die Eidgenossen zu einem überaus gefährlichen Gegner geworden, ja, sie galten als Favoriten.

Mock und Minelli wählen...

Der Platz macht einen gut gepflegten Eindruck. Ueber der Tribüne wehen das Hakenkreuzbanner, die Schweizer Nationalflagge, die Trikolore und die Fahne der FIFA, des internationalen Fußball- Berbandes.

Kurz vor 17 Uhr laufen die beiden Mannschaften aus dem Tunnel gleichzeitig auf den Platz. Deutsch­landlied und Horst-Wessel-Lied rauschen über den Platz. Der belgische Schiedsrichter John Lan- aenus, dem die Linienrichter van Morset (Holland) und M a r e n g o (Frankreich) zur Seite stehen, läßt zwischen dem Wiener Mittelläufer M o ck und dem Schweizer Verteidiger Minelli wählen. Der Schweizer gewinnt und entscheidet sich gegen die Sonne und den seitlich wehenden Wind. Dann nehmen die 22 Kämpfer wie folgt Auf­stellung:

Deutschland: Raftl

(Wien)

Janes Schmaus

(Düsseldorf) (Wien)

Kupfer Mock Kitzinger (Schweinfurt) (Wien) (Schweinfurt)

Lehner Gellesch Gauchel Hahnemann Pesser (Augsburg) (Schalke) (Neuendorf) (beide Wien) Aebi Tr. Abegglen Bickel Walacek Amado (beide Servette) (Graßhoppers) (Servette) (Lugano) Springer Vernati Lörtscher (beide Graßhoppers) (Servette)

Lehmann Minelli (beide Graßhoppers) Schweiz: Huber

(Graßhoppers)

Schweizer starten schnell.

Nach dem Verlauf der ersten Viertelstunde sind die Hoffnungen der deutschen Kolonie bedenklich ge- ftinken. Würden nicht Janes in der Verteidigung und Kupfer in der Läuferreihe immer wieder die schwungvollen Angriffe der Schweizer auffangen, dann hätten die Eidgenossen schon hier mit einem Tor Vorsprung geführt. Eine gefährliche Situation spielt sich in der achten Minute vor dem deutschen Tor ab. Trello Abegglen gibt von links eine Flanke in den deutschen Strafraum, die Bickel verpaßt. Auf­atmen in der deutschen Kolonie! Schon aber ist Walacek bereit, das Leder aufzunehmen, in letzter Sekunde aber wirft sich Raftl dem Sweizer in den Schuß und rettet. Nach fünfzehn Minuten kommt auch Zusammenhang in den deutschen Angriff. Be­sonders Kitzinger und Kupfer bauen aus der Defen- Sae heraus zweckdienlich auf und bieten so dem ngriff eine wertvolle Unterstützung. Doch in der 20. Minute muß Raftl wieder einmal als letzter Mann retten. Bickel schießt aus 20 Meter Entfer­nung, Abegglen springt dazwischen, aber Raftl nimmt ihm im Sprung den Ball weg. Zwei Minu­ten später muß Abegglen, der von Kitzinger an- aesprungen wurde, den Platz verlassen. Es zeigt sich immer deutlicher, daß unser Mittelläufer Mock dem Schweizer Bickel allzu viel Spielraum läßt. So schießt der gegnerische Mittelstürmer freistehend in der 26. Minute mit Bombenschuß aufs Tor. Raftl wehrt den Ball ab, schlägt ihn aber, von Amado bedrängt, zur ersten Ecke ab. Groß ist der Jubel, als Abegglen in der 27. Minute wieder auf dem Spielfeld erscheint.

4:0 durch Gauchel.

5n die deutschen Angriffe kommt immer mehr Zug, und in der 27. Minute fällt der deutsche Füh­rungstreffer nach einer wunderschönen Kombination. Kitzinger gibt eine lange Vorlage in den freien Raum zwischen Springer und Minelli, geistesgegen­wärtig schaltet sich Pesser ein, flankt geschickt zu dem freistehenden Gauchel. Der überlegt nicht lange und feuert einen 16-Meter-Schuß unhaltbar zum 1:0 für Deutschland ins Netz.

Trello" schiebt Ausgleich.

Mehr und mehr wird Deutschland überlegen, vor allem, weil es die Läuferreihe versteht, Fühlung mit dem Angriff zu halten. Sie hat erkannt, daß die Eidgenossen durch das deutsche Tor etwas an Schwung verloren haben, und widmet sich immer mehr dem Aufbau. Ja, unsere Verteidiger stehen sogar oft auf der Mittellinie. Nur hin und wieder dringen die schnellen Schweizer (Stürmer mit gefährlichen Durchbrüchen in den deutschen Straf­raum ein. So erreichen sie in der 35. Minute eine

zweite Ecke, die aber von der deutschen Verteidi­gung gebannt wird. In der 37. Minute nimmt Raftl wagemutig Aebi den Ball vom Fuß. Bei den deutschen Angriffen hat Hahnemann zweimal mit schönen Schüssen Pech.

Dann fällt mitten in der deutschen Ueberlegen- heitsperiode in der 44. Minute der Ausgleich. Der Ball prallt von Mock ab, kommt zu Walacek, der genau zur Mitte flankt. Abegglen ist zur Stelle, völlig frei und unbehindert jagt er den Ball aus sechs Meter ins Netz. Bis zum Wechsel ereignet sich nichts mehr von Belang.

Nach der Pause hochdramatisch.

Während der ersten zehn Minuten der zweiten Spielzeit erzwingt die deutsche Elf noch eine leichte Feldüberlegenheit, der ganze Rest der zweiten Halb­zeit gehört aber den Schweizern, die sich dem Spiel der Deutschen ausgezeichnet anzupassen wissen. Mehr und mehr wird die eidgenössische Elf über­legen, mehr und mehr spielt sie sich in die Form, in der ihr der sensationelle 2:1-Sieg über England gelang. Dabei bedient sich die Schweizer Mann­schaft ganz einfacher Mittel: sie deckt vorbildlich, ist technisch ausgezeichnet, spielt schnell und steil ab und setzt sich vor dem deutschen Tor restlos ein. Der deutsche Angriff dagegen arbeitet zu breit und um­ständlich. Wäre Raftl nicht in so glänzender Form, dann hätten die Deutschen ihre Hoffnungen längst begraben können. In det 62. Minute zeigt Gauchel eine technisch feine Leistung. Der Koblenzer win­det sich elegant an Vernati vorbei und flankt zu Hahnemann, der aber von Springer im Strafraum regelwidrig gelegt wird. Der Belgier Langenus pfeift nicht ab. In der 69. Minute tauschen Walacek und Trello Abegglen die Plätze. Immer noch sind die Eidgenossen stark überlegen. Ihre Angriffe fol­gen fast Schlag auf Schlag, immer sind sie gefähr­lich, und die deutsche Verteidigung kommt kaum zu Atem. Lehner hat einen schwarzen Tag, ihm ge­lingt aber auch gar nichts. Auch Gellesch, der eine halbe Stunde recht gut gefallen konnte, fällt in der letzten Viertelstunde der regulären Spielzeit mehr und mehr ab. 14 Minuten vor Schluß umfpielt' Aebi Janes und gibt zu Amado, der aber von Raftl vom Ball gedrängt wird. Wenig später faustet der Wiener zu kurz, Amado nimmt den Ball auf und leitet weiter zu Aebi, doch wirft sich Kupfer dazwischen und klärt. Beängstigend ist der Druck der Schweizer. In jeder Minute können sie zum Führungstreffer kommen. Da begeht Minelli

in der 84. Minute an Hahnemann ein offensicht­liches Foul; Lehner verschießt aber den 16-Meter- Freistoß. Kurz vor Schluß der regulären Spielzeit hat Lehner die größte Chance des Spiels: er er­wischt einen von Huber schlecht abgewehrten Ball und schießt unbehindert aufs Tor. Aber hier steht der Schweizer Verteidiger Lehmann als letztes Bollwerk. Dann pfeift Langenus.

Kämpferischer Einsatz bis zum letzten.

Man nimmt die 30 Minuten der Verlängerung in Angriff. Zur größten Ueberraschung der kleinen deutschen Kolonie beginnt unsere Mannschaft sofort mit schönen Angriffen. Zahlreiche Vorstöße kommen vor das Schweizer Tor, aber immer wieder er­weisen sich die Verteidiger Minelli und Lehmann als unüberwindliches Bollwerk, oder die deutschen Stürmer schießen zu schwach. In der 25. Minute wird Kitzinger bei einem Zusammenprall verletzt. Der Schweinfurter wechselt nach Rechtsaußen, Leh­ner spielt halbrechts, während Gellesch Kitzingers Läuferposten übernimmt. Lehner findet sich jetzt besser zurecht als vorher am Flügel. Er zeigt schöne Weitschüsse und drängt stark zum Tor. Eine große Chance haben die Eidgenossen in der 104. Minute, als Bickel über den herausgelaufenen Raftl hinweg aufs Tor köpft. Zum Glück ist aber Kupfer zur Stelle und befördert den Ball ins Aus. Das hätte das Schweizer Siegestor sein können!

Mit letztem Einsatz kämpfen Deutsche und Schweizer um den siegbringenden Treffer. Riesen­pech haben wir, als in der 111. Minute ein präch­tiger 30-Meter-Schuß von Janes über Gauchel zu Lehner kommt. Der Augsburger schießt, aber auch sein Schuß bleibt an dem am Boden liegenden Gauchel hängen. Verzweiflung packt die deutschen Schlachtenbummler über so viel Unglück. Denn Huber hätte den Ball keineswegs mehr erreichen können. Dann kommt es zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Minelli hat bereits abgewehrt und ist nicht mehr im Besitz des Balles, als Pesser nach­tritt und an dem Schweizer ein schweres Foul be­geht. Langenus kann nicht anders: er muß den Wiener, der von den Zuschauern gehörig ausge­pfiffen wird, vom Platz stellen. Das ist ärgerlich. Seit Jahren hat es keinen Platzverweis eines deut­schen Nationalspielers in einem Länderkampf ge­geben. Schade, daß es gerade in Paris sein mußte. Der Zwischenfall hat beide Mannschaften nervös gemacht. Es kommt kaum noch zu zusammen­hängenden Kombinationen, es bleibt beim 1:1.

Kritische Vetrachilmg.

Kupfer und Nastl die besten Deutschen.

Die deutsche Elf hat mit Ausnahme der zweiten Halbzeit, wo sie verschiedentlich arg in Not geriet, ein sehr gutes Spiel geliefert. Größte Anerkennung verdienen vor allem der körperliche Einsatz und die hervorraaende Kondition, die es gerade nach der Pause allein ermöglichten, den zahlreichen Schweizer Angriffen standzuhalten und bis zur letzten Minute der Verlängerung den Kampf ausgeglichen zu ge­stalten, wenngleich Pesser nach einem bitteren Ver­gehen nicht mehr mittun konnte.

Die unstreitig besten deutschen Spieler waren der Schweinfurter Kupfer und Raftl im Tor. Gerade in kritischen Situationen zeichneten sich die beiden immer wieder durch Ruhe, Entschlossenheit, erfolg­reichen Einsatz und Schnelligkeit im Handeln und Denken aus. In der Verteidigung hatten Janes und Schmaus ein ungeheures Arbeitspensum. Janes spielte dis zur Pause und nach der zweiten Halbzeit meisterlich, abgeklärt, ruhig und sicher. Schmaus zeigte famose Zweikämpfe mit dem kleinen Amado, fiel aber gegen Schluß eine Kleinigkeit ab. Mock liefe seinem Mittelstürmer, der sich allerdings als überaus wendig erwies, manchmal etwas viel'Spiel- raum. Sein Aufbauspiel aber war ohne Tadel. Kit­zinger fiel keineswegs ab, arbeitete energisch, zer?

störte mit Erfolg und unterstützte auch den Sturm. Im Angriff sah man viele schöne Einzelleistungen; hin und wieder gab es auch zügige Kombinationen den Eindruck eines geschlossenen, schußgewaltigen Quintetts gewann man aber nicht.

Großartige Schweizer Elf.

Es ist erstaunlich, wie wundervoll einfach und zweckmäßig die Schweizer Elf auch diesmal wieder spielte. Die Eidgenossen deckten ausgezeichnet, kämpf­ten mit hundertprozentigem Einsatz, dabei aber mit dem Körper und dem Kopf. Ihre besten Spieler waren ohne Zweifel Minelli, Lehmann und der Mittelläufer Vernati, der überaus beweglich war und sich ganz der jeweiligen Situation anpaßte. Die Außenläufer kamen nicht ganz an ihre Lei­stungen von Köln heran. Im Sturm gingen die meisten Angriffe von Walacek und Trello aus, am gefährlichsten aber war der spurtschnelle Bickel. Von den Außen gefiel Amado besser als Aebi. Als Mannschaft hinterließen die Eidgenossen einen ver­blüffend einheitlichen Eindruck. Sie haben das 1:1 ebenso verdient, wie die Deutschen.

Kämpfe von großem Iormal.

Sechs weitere Vorrundenspiele zur 111. Iußball-Weltmeisterschast.

Zu welch gewaltigen kämpferischen Leistungen Fußball-Nationalmannschaften fähig sein können, wenn es um hohen und höchsten Einsatz geht, das bewiesen am Pfinastsonntag die restlichen sechs Vor­rundenspiele zur III. Fußball-Weltmeisterschaft auf französischem Boden.Kampf bis zur letzten Se­kunde", das war schon das Leitwort des großen Ringens zwischen Deutschland und der Schweiz am Samstag und die gleiche Losung beherrschte auch am Pfingstsonntag die Weltmeisterschafts-Vor­runde.

Der Weltmeister Italien schlug Norwegen erst in der Verlängerung mit 2:1 (1:0, 1:1). Bra­silien zwang die tapferen Polen erst in der verlängerten Spielzeit zur 6:5-Niederlage (3:1,4:4). Die Tschechoslowakei erreichte erst nach der regulären Spielzeit den Sieg, der dann allerdings

mit 3:0 (0:0) klar gegen die Holländer er­rungen wurde. Ohne Entscheidung blieb das Treffen zwischen Rumänien und Kuba, die sich trotz Verlängerung 3:3 (1:1, 2:2) trennten und ihren Kampf, ebenso wie Deutschland und die Schweiz, nunmehr am kommenden Donnerstag wiederholen müssen. Einen leichten Gegner hatten die Ungarn in Niederländisch-Jndien; die Magyaren siegten mühelos mit 6:0 (4:0). Frankreich schaltete Belgien mit 3:1 (2:1) aus.

3n der zweiten Runde am kommenden Sonn- tag 12. Juni, treffen sich nunmehr:

in Lille: Deutschland oder Schweiz Ungarn, in Antibes: Schweden Rumänien oder Kuba, in Paris: Frankreich Italien,

in Bordeaux: Tschechoslowakei Brasilien.

Nach ihrem Unentschieden gegen die Schweiz haben die deutschen Fußballer Paris wieder ver­lassen. Sie werden bis zum Wiederholungskampf gegen die Eidgenossen am kommenden Donnerstag in Aachen ihr Quartier aufschlagen, um fern von allem Meisterschaftstrubel zu fein.

Da Pesser nach seinem Platzverweis nicht mehr spielen darf, und Kitzinger verletzt ist, wird die deutsche Mannschaft das Rückspiel mit einer anderen Aufstellung bestreiten, als am Samstag. Es ist damit zu rechnen, daß S t r e i 11 e in der Verteidi­gung eingesetzt wird, Wagner oder S k o u m a l (beide Wien) für den Schweinfurter Kitzinger und im Angriff Hahnemann, Stroh, Gau­chel, Szepan, Neumer aufgestellt werden. Voraussetzung ist natürlich, daß der Wiener Stroh gesundheitlich wieder hergestellt ist. Im anderen Falle wird Szepan und Lehner den rechten Flügel bilden und Hahnemann und Neumer werden auf der linken Seite spielen.

Pesser bestraft.

Die Reichssportführung hat durch Reichsfachamts­leiter Linnemann den Spieler Johann Pes- s e r wegen seines unsportlichen Verhaltens im Pa­riser Spiel gegen die Schweiz von den weiteren Kämpfen um die Fußballweltmeisterschaft ausge­schlossen. Außerdem ist Pesser für die Dauer von zwei Monaten für jeden Sportverkehr gesperrt.

1 185 000 Franken wurden eingenommen.

Von allen sieben Spielen der Vorrunde zur Fuß­ball-Weltmeisterschaft hatte der Kampf zwischen Deutschland und der Schweiz am Samstag im Pa­riser Prinzenpark den größten Publikums-Erfolg. Wie schon berichtet, betrug die Einnahme über 500 000 Franks. Erst an zweiter Stelle folgt das Spiel Frankreich Belgien, bei dem im Colömbes- Stadion rund 490 000 Franks umgefetzt wurden. Italien Norwegen in Marseille brachte 280 600, Brasilien Polen in Straßburg 200 000, Holland Tschechoslowakei in Le Havre 145 000, Ungarn Niederl.-Jndien in Reims 140 000 und Rumänien Kuba in Toulouse 110 000 Franks. Der Gesamt­betrag der Brutto-Einnahmen aller sieben Spiels stellte sich auf 1 185 000 Franks. Dazu kommen noch die Beträge der beiden Wiederholungsspiels am kommenden Donnerstag zwischen Deutschland und der Schweiz auf der einen und Rumänien und Kuba auf der anderen Seite.

Großer deutscher Hockeysiea!

Großbritannien in München mit 2:1 (2:0) geschlagen.

Nach den wenig befriedigenden Ergebnissen der letzten Spiele errang die deutsche Hockey-National­mannschaft am Pfingstsonntag in München gegen die Auswahl Großbritanniens einen glanzvollen 2:1 (2:0)-Sieg. Die 1500 Zuschauer erlebten einen mitreißenden Kampf, in dem besonders die deut­sche Elf durch ihre vorzügliche Zusammenarbeit gefiel. Der Erfolg unserer Nationalspieler war durchaus verdient, wenn sie auch in der zweiten Hälfte weniger energisch spielten und so den Bri­ten einen Gegentreffer ermöglichten.

Der zweite Tag.

Im Mittelpunkt des zweiten Feiertages beim Münchener Pfingsthockeyturnier standen die Be­gegnungen Wiener Frauen gegen Bayern und Münchener Stadtelf All British Wanderers.

Den Kampf der beiden Frauen-Auswahlmann- fchaften gewannen die bayerischen Vertreterinnen mit 1:0 (1:0). Die Bayerinnen waren wesentlich schneller und siegten verdient. Das einzige Tor schoß in der 6. Minute Frl. Beiküfer (Nürnberg).

Der Kampf der Männer stand kaum den Leistun­gen des Vortages zwischen den Nationalmannschaf­ten nach. Die All British Wanderers, die mit einer Ausnahme aus Leuten der Nationalmannschaft des Vortages bestanden, gewannen nur knapp und glücklich mit 2:1 (1:1) über die Münchener Stadt- Vertretung.

Rittmeister K. Haffe siegt.

Abschluß des Warschauer Reitturniers.

Das Internationale Reitturnier in Warschau wurde am Pfingstsonntag bei herrlichem Wetter abgeschlossen. Im Abschiedsspringen über 16 Hin­dernisse siegte Rittmeister K. H a s s e auf Cascade als Zweitschnellster in 137,4 Sekunden vor dem französischen Lt. de Chassay mit Rei de Coussan in 139,4 Sek. Einen französischen Sieg gab es zum Schluß im Wettbewerb der Sieger, der über 18 Sprünge von 1,40 Meter Höhe und 5 Meter Breite führte. Lt. Chevalier verwies im Stechen auf Gros Jean in 108 Sek. wiederum fehlerfrei den polni­schen Rittmeister Nowak auf Toreador mit 110,3 auf den zweiten Platz. Oblt. Brinkmann schied im Stichkampf aus

Ergebnisse.

Abschiedsspringen: 1. Cascade (Rittmei- fter K. Hasse, Deutschland) 0 F. 137,4 Sek.; 2. Rei de Coussan (Lt. de Chassay, Frankreich) 0 F. 139,4; 3. Florek-Silacz (Rittmeister Bilinski, Polen) 0 F.

We11dewerb der Sieger: 1. Gros Jean (Lt. Chevalier, Frankreich) 0 F., 108 Sek.; 2. To- reabor (Rittmeister Nowak, Polen) 0 F., 110,3; 3. Acrobate (Lt. Poswick, Belgien) 0 F., 118 Sek., im Stechen entschieden.

Den Preis der Nationen gewann Polen mit 223/< Punkten vor Deutschland mit 32, der Türkei mit 54, Belgien mit 58, Frankreich mit 59 und Rumänien mit 603/4 Punkten. Als einziger Teilnehmer blieb der polnische Leutnant Skulicz in beiden Umläufen ohne Fehlerpunkt.

Kneisel gewinnt dasGlockner-Nennen.

Der vierte Groß-Glockner-Abfahrtslaus von der Adlersruhe über den Hofmannsgletscher zur Pa­sterze gestaltete sich bei prachtvollem Wetter zu emem großartigen sportlichen Kampf, dem auch Reichsstatthalter Seyß-Jnquart, Reichssportführer von Tschammer und Osten und Korpsführer Hühn- lein beiwohnten. Sieger wurde Eberhard Knei- sel. Der führende deutsche Meister Lantschner stürzte und brach das rechte Bein. Nach langer Zett sah man wieder Leo Gasperl im Kampf. In'der Klasse d-r Säufer mit dem Thirringmantel war er mit 3:49,3 Minuten der Beste.

Ergebnisse: 1. Kneisek (Söldens 3-45 2- 2 ©ftrein (®urg() 3:47,2; 3.' Staffier (Innsbruck)

Flausmg (Partenkirchen) 4:01,2; 5.56. ler (Bad Tolz) 4:02,4; 6. Christian (Kabenberg) ^4?lD5'^aJMCr9) ie 4:04; 8- Rudi Matt Beete (Sehfeld) ^"tenkirchen) 4:05,4; 10. Toni