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der durch seine Elektrizitätswerke bekannt ift. Nörd­lich von Lerida wurde^ die an den Ufern des Segre-Flusies gelegene Stadt B a l a g u e r er­obert. An der Castellon-Front besetzte die Kolonne, die über M o r e l l a z u in Meere strebt, den 25 Kilometer östlich von Morella liegenden Ort L a l l i b o n a. Auch der westlich von Morella be­findliche Ort F o r c a l l wurde eingenommen.

Französische Grenzbeamte wurden am Mittwoch­abend davon unterrichtet, daß sich 5 bis 6000 sow­jetspanische Flüchtlinge im T a l von Ar an an­gesammelt hätten, um die französisch-spanische Grenze zu überschreiten. Die Behörden haben alle Maßnahmen getroffen, um die Flüchtlinge ins In­nere des Landes abzuschieben. Sämtliche sowjet- spanischen Ortsausschüsse in der Provinz Lerida sind nach Lez geflüchtet, von wo sie ebenfalls d i e Grenze überschreiten wollen. Bei der Ver­folgung von Flüchtlingen ließen sich die rot­spanischen Milizen in der Nähe von Puig- cerda von der Grenze keinesfalls aufhalten. Etwa 30 bewaffnete Bolschewisten überquerten den Fluß, der hier die Grenze bildet und durchsuchten die ganze Gegend, bis sie vor dem französischen Bahnhof Ur von der mobilen Garde aufgehalten wurden. Sie erklärten, auf der Suche nach spanischen Flüchtlingen zu sein und dabei die Grenze überschritten zu haben,ohne es zu merken". Nachdem sie sich für die Grenzver­letzung entschuldigt hatten, konnten sie nach Spanien zurückkehren.

Paris erwartet den Sturz Blums.

Nur eine Mehrheit von 20 Stimmen in der Kammer.

Paris, 6. April. (DNB.) Die Kammer nahm am Mittwochnachmittag mit 311 gegen 2 5 0 Stimmen bei 42 Enthaltungen die bei­den Artikel des Ermächtigungsgesetzes an, nachdem zuvor die ehemaligen Minister P i e t r i und Paul R e y n a u d den Finanzplan Blums scharf kritisiert hatten.

Nach der Abstimmung in der Kammer, die zum erstenmal eine Splitterung in den Reihen der V o l k s f r o n t heroorgerufen hat, denn nur etwa die Hälfte der R a d i k a l s o z i a l e n stimmte für die Vorlage, spricht man in parlamen­tarischen Kreisen ebenso wie in der Pariser Presse nur noch von dem bevorstehenden Rücktritt bzw. vom Sturz des Kabinetts Blum im Senat, der in Kürze erwartet wird. Die Pariser Presse nimmt die Regierungskrise schon als eine vollendete Tatsache hin, und die Blätter beschäftigen sich zum Teil bereits damit, neue Ministerlisten zu- sammenzustellen. In der Oppositionspresse begrüßt man es selbstverständlich, daß nun endlich die Stunde für die Bildung einesKabinetts d-es

öffentlichen Wohles" gekommen fei. Frank­reich, so schreibt derJour", werde wahrscheinlich morgen vom Kabinett Blum befreit sein. Die Kammer habe das Todesurteil gesprochen, des­sen Durchführung sie dem Senat überlasse. Für die Zukunft brauche Frankreich ein Kabinett des öffent­lichen Wohles, das auf alle Fälle unabhängig von der Volksfront fei. DieEpoque" for­dert ein Kabinett a u f breitester außer­parlamentarischer Grundlage. DerPo- pulaire", das Organ Leon Blums, ist natürlich wü­tend auf die Radikalsozialen, die bei der Abstim­mung aus der Reihe getreten sind und gegen die Vorlage gestimmt haben, bzw. sich der Stimme enthielten.

Kunst und Wissenschaft.

Kunstversteigerung in Frankfurt.

Die zweitägige Kunstversteigerung im Frankfurter Kunstauktionshaus Hahn begann mit dem Ausgebot von Gemälden alter und neuer Meister. Das wertvollste Stück der Versteigerung, Die Beweinung Christi", von V a n D y ck, die mit 25 000 Mark geschätzt war, fand keinen Käufer. Eine alte Kopie derVerspottung Christi", von Matthias Grünewald, ging für 1700 Mark in den Besitz des Spessart-Museums in Aschaffenburg über. Ein Werk von Pieter Brueghel d. I. brachte 200 Mark, ein Teniers 500 Mark, eine Landschaft des Frankfurter Malers Christian Schütz 520 Mark. Von den Handzeichnungen und graphi­schen Blättern sind vor allem Blätter von ^Lhoma und Trübner zu erwähnen. In der Plastiksamm- kung brachten vier Figuren aus karrarischem Mar­mor aus der Werkstatt Danneckers 1350 Mark. Für ein kostbares venezianisches Fadenglas wurden 100 Mark und für 44 alte Apothekengläser mit Emaille­malerei 335 Mark bezahlt. Die Ueberraschung der Auktion brachten die Porzellane aus Höchst: hier wurden für Gruppen bis zu 430 Mark bezahlt. Von den übrigen Porzellanen ist ein 62teiliges Wiener Service zu nennen, das 1120 Mark brachte. Sehr gut geboten wurde auch auf Möbel, Teppiche und Textilien.

Deutsche Aerzte besuchen die Elena-Klinik in Rom.

Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Pro­fessor Reiter, der Chefarzt der Königin-Elena- Klinik, Dr. Völler, die Vorstandsmitglieder der Medizinischen Gesellschaft Berlin, Professor von Eicken (früher in G i e ß e n) und Professor Adam sowie Professor Pette (Hamburg), weilten als Gäste in Rom, um dort das großartig angelegte Institut für die Encephalitis-Bekämpfung, die Elena-Klinik, zu besuchen. Bei einer ein­gehenden Besichtigung der Patienten konnte auch hier festgestellt werden, daß es sich bei der italieni­schen Heilmethode um eine erfolgreiche Behand­lungsart handelt. Die Gäste wurden zusammen mit einer Reihe italienischer Wissenschaftler und politisch

führender Persönlichkeiten von S.M., dem König und Kaiser sowie J.M., der Königin und Kaiserin, zum Tee geladen, wobei die weitere Zusammen­arbeit eingehend besprochen wurde.

Aus aller Wett.

Acht Todesopfer eines holelbrandes in Ehikago.

In Chikago brach, als ein heftiger Schnee- sturm über die Stadt fegte, im Zenter-Hotel aus unbekannter Ursache ein Großfeuer aus. Die Flammen griffen auf zwei benachbarte Hotels über. In den drei Gebäuden wohnten insgesamt 375 Gäste. Sie konnten sich zum großen Teil selbst ins Freie flüchten; 30 wurden von der Feuerwehr über Rettungsleitern in Sicherheit gebracht. Acht Per­sonen sind in den Flammen umgekommen. Vier Gäste und ein Feuerwehrmann wurden schwer verletzt. Die Hotelgäste flüchteten teil­weise nur notdürftig bekleidet durch die Notaus­gänge auf die Straße, wo sich Schreckensszenen ab­spielten. Ein unbeschreiblicher Wirrwarr entstand, da die ungewöhnliche Kälte und das Schneetreiben die Löschversuche behinderten.

Schneeslürme und Wolkenbrüche in Amerika.

Nach mehrwöchigem Frühlingswetter wurden mehrere Landesteile der USA. im mittleren Westen und Teile der Oststaaten von schweren Schnee- stürmen heimgesucht. Vielfach ist in diesen Ge­bieten jeder Verkehr stillgelegt. In den Südstaaten verursachten Wirbel st ürme und Wolken­brüche großen Schaden. Zahlreiche Ortschaften in Louisiana und Alabama sind überflutet. Die Wohn­häuser und Farmen sind größtenteils zerstört. Viele Personen wurden verletzt. Hinzukommender Frost vergrößerte noch den Schaden.

Der Tod in den Bergen.

Am Jungfraujoch ist der deutsche Tourist Eckart Klein aus Berlin, der mit zwei Begleitern von Bern aus eine Bergtour unternommen hatte, am Kleinen Eiger vermutlich tödlich abgestürzt. Seine beiden Begleiter konnten zum Jungfraujoch zurück- kehren. Eine Rettungskolonne hat sich auf die Suche nach Klein begeben.

Ausscheidungsturnier des Großdeulschen Schachbundes.

Das erste der drei Zonenturniere des Großdeut­schen Schachbundes findet vom 15. bis 24. April in Heilbronn statt. Hier werden sich zwölf Spieler messen, von denen die drei ersten zur Meisterschaft von Deutschland in Bad Oeynhausen zugelassen wer­den. Das Heilbronner Ausscheidungsturnier bestrei­ten aus Bayern Kohler, Tröger, Zöllner und Dr. Meyer, aus Baden E i f i n g e r und Pelzer, aus Schwaben Ludwig, vom Mittel­rhein Bleutgen, Jäger und Stein kohl, ferner Ernst (Gelsenkirchen) und Großer (Auer­bach i. Vogtl.).

Internationales Olympisches Institut in Berlin.

Der Reichsminister des Inneren Dr. Frick hat, einer Anregung des vor kurzem verstorbenen Er­neuerers der Olympischen Spiele Baron de Cou­bertin folgend, dasInternationale Olym­pische I n st i t u t" mit dem Sitz in Berlin in Form einer Stiftung errichtet. Das Institut hat die Aufgabe, die olympischen Grundfragen im Ge­dankenaustausch mit den Trägern der olympischen Idee in der Welt wissenschaftlich darzustellen, ein olympisches Archiv als internationale Auskunfts­stelle der olympischen Bewegung und der olympi­schen Kunst einzurichten und eine Vierteljahreszeit­schriftOlympische Rundschau" als Fortsetzung der von Baron de Coubertin gegründetenOlympischen Revue" herauszugeben. Vorstand des Instituts ist der Reichssportführer. Zum geschäftsführenden Direktor ist der ehemalige Generalsekretär der XI. Olymp. Spiele, Dr. h. c. Karl Diem, bestellt. Die Räume des. Instituts befinden sich auf dem Reichssportfeld.

Wetterbericht

Eine gestern an der Westküste Norwegens ge­legene Tiefdruckstörung ist unter weiterer Verstär­kung nach Südosten gezogen und liegt heute über der Ostsee. Im wesentlichen wird nur Ostdeutschland dadurch stärkere Niederschläge bekommen, jedoch dürfte die von Norden nachsträmende Kaltluft auch unserem Bezirk wieder merkliche Abkühlung brin­gen. Die Niederschlagsneigung bleibt weiterhin gering.

Aussichten für Freitag: Wolkig, zeit­weise nur vereinzelte schauerartige Niederschläge, bei westlichen bis nordwestlichen Winden wieder Abkühlung.

Aussichten für Samstag: Heiter bis wolkig und leicht unbeständig.

Lufttemperaturen am 6. April: mittags 11,6 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 7. April: morgens 9,3 Grad. Maximum 12 Grad, Minimum heute nacht 8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. April: aKends 8,2 Grad; am 7. April: mor­gens 7,5 Grad Celsius.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: HaNs Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

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