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Fernost — andersherum" gesehen!
Von unserem H. T.-Äerichterstaiier.
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die nachfolgende
Rohstoffe gingen zurück, wie
Statistik zeigt:
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Der Baumwollpreis notierte
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Ende 1936 137.— 117.— 5/11
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Länder würden von einer „Z e n
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Die rumänische Regierung hat dem italienischen Gesandten in Bukarest mitgeteilt, daß der rumänische Gesandte in Rom oei Seiner Majestät dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien beglaubigt wird. In italienischen Kreisen betrachtet man diesen Beschluß als eine Anerkennung de facto des italienischen Imperiums.
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In Salzgitter bei Braunschweig, wo die Reichswerke „Hermann Göring" ent» stehen, werden bereits jetzt Anstalten für den Bau von 5000 Bergarbeiterwohnungen getroffen. Schulen, ein Hotel und ein neues Rathaus werden ebenfalls gebaut. Zum Unterschied von früheren Zeiten entstLht also die 2Lo h n st a d t gleichzeitig und vielleicht teilweise sogar vor dem Werke. Die Anlage erfolgt planmäßig, die private Spekulation ist ausgeschaltet. Die alten Arbeiterkasernen werden überhaupt nicht mehr gebaut. Ganz ähnlich entsteht am Niederrhein bei Walsum eine neue Bergarbeiterstadt, die belegt werden wird, wenn die Doppelschachtanlage bei Walsum fertiggestellt ist. 1800 Wohnungen werden insgesamt gebaut, von denen 360 schon im kommenden Frühjahr verfügbar sein werden. Auch hier stehen Werk- und Wohnungsbau nebeneinander. Die Wohnungen sind mit erheblichen Bequemlichkeiten versehen, wie.Wandschränken, eingebautem Speiseschrank mit Entlüftung, Rundfunksteckdose und Antennenzuleitung. Der Inhaber einer Mietwohnung kann über 250 Quadratmeter Gartenland, der eines Einfamilienhauses über 600 Quadratmeter verfügen. Kinderspielplätze, ein Kinderhort und ein Gemeinschaftshaus mit HJ.-Heim ergänzen die Siedlung? wobei die Mieten noch dem Einkommen völlig angepaßt werden.
Weizen Cents p. bsl. Roggen Cents p. bst Rohzucker shgCwt. Kaffee Cents p. Libre Kautschuk Pence p. 1b. Rohöl Dollars p. Barrel Steinkohle sh. p. to Kupfer Pfd. p. to. Zinn Pfd. p. to. Zink Pfd. p. to. Blei Pfd. p. to.
Stabeisen Pfd. p. to. Silber Pence p. Unze
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flügen nach Honolulu starten. Gleichzeitig plane dis ' (Pa
vorübergehend bei 14,50, er ist seitdem aber ständig zurückgegangen. Die W e l t v o r r ä t e haben, nachdem im Juni und Juli der Tiefpunkt der Vorrats-
Tiefster Kurs 1937 90.— 67.— 5/0
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Die Schwankungen auf den Weltrohstoff- Märkten sind zu einem wesentlichen Teil auf die Anstrengungen der Länder, vor allem Deutschlands, zurückzuführen, den Bedarf möglichst aus Eigenem zu decken. Damit ist trotz der Rüstungskonjunktur die freie Spekulation zusammengebrochen. Für die einzelnen Artikel zeigten sich große Verschiebungen. Die Metallpreise, insbesondere für Kupfer, Zinn, Zink und Blei, sind im Laufe des Jahres fast halbiert worden. Auch die Preise für die übrigen
van Zeeland Chamberlain einen Plan für einen Wirtschaftspakt zwischen England, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Deutschland und Italien vorlegen werde. Der Kernpunkt des van Zeelandschen Vorschlages sei ein Abkommen, auf Grund dessen alle Währungs- und Handelseinschränkungen a b g e s ch a f f t werden sollen. Die einzelnen Währungsausgleichsfonds in den einzelnen Staaten sollen abgeschafft und durch einen allgemeinen Ausgleichsfonds ersetzt werden, der von der BIZ. in Basel verwaltet werden würde.
Kleine politische Nachrichten.
Die Grundsteinlegung für 10 Adolf- Hitler-Schulen findet nicht, wie das Deutsche Nachrichtenbüro gemeldet hatte, am 16., sondern am Samstag, dem 15. Januar, statt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! si Tientsin, im Dezember 1937.
Nehmen wir einmal an, die „Vereinigten Staaten von Europa" seien Wirklichkeit geworden und die bisher autonomen Staaten aber
Athen.6.^ len am Sonnei Athen die A braut Frie on. Zahlreiche Kilometer lang die hochzeitsgä mußten. Vor bt lichen, öffentlid gedenke, I
Flotte eine Verstärkung der in Cocosole narna-Kanalzone) stationierten Streitkräfte mehrere Geschwader.
Hunger in Neveland.
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feste Entschluß der kaiserlichen Regierung.
Verstärkung der amerikanischen Luststreitkräste aus Hawai.
Neuyork, 6. Jan. (DNB.) Offiziere des Marineflughafens San Diego (Kalifornien) teilten mit, daß Hawai, abgesehen von dem rüstig fortschrei- tenden Ausbau seiner Befestigungen und einer Verstärkung der dort stationierten Flotteneinheiten in diesem Jahr auch eine ft örtere Luftwaffe erhalten solle. Vorgesehen sei ein Zusatz um 42 viermotorige Patrouillen- und Bombenflugzeuge für Langstrecken. Von diesen Flugzeugen werden 18 im Januar, 12 weitere Ende Juli und der Rest im November in Massen-
mal die genaue Durchführung des Preissteigerungs- verbots für Mieten, zum anderen die Senkung solcher Mieten, die bereits bei dem Inkrafttreten des Erlasses überhöht waren, und schließlich die Heraufsetzung derjenigen Mieten, deren Aufrechterhaltung dem Vermieter auch vom Standpunkt der Allgemeinheit nicht zugemutet werden kann. -Möglichkeiten für eine Mietsenkung bei Neuwahnungen sind nach dem neuen Erlaß namentlich da gegeben, wo dem Mieter unter Ausnutzung der Wohnungsnot von Anfang an ein übermäßiger Preis abverlangt wurde. Auf der anderen Seite verschließt sich der Preiskommissar nicht der Tatsache,, daß in manchen Fällen eine Anpassung der Mieten nach oben notwendig ist, wo etwa eine veränderte Benutzungsart oder Einbauten ober sonstige bauliche Veränderun- gen den Gebrauchswert erhöht haben. Für bis Praxis ist entscheidend, daß im Gegensatz zu bisher künftig auch bei den in der Verordnung aufgezählten Fällen keine generelle Ermächtigung für eine Mietspreisänderung erteilt, sondern jeder Einzelfall in 'einem besonderen Antragsverfahren behandelt wird.
London, 6. Jan. (DNB.) Der ehemalige gische Ministerpräsident van Zeel^and traf in London ein. „Evening Standard" kündigt an, daß
Das Ende eines Wirischastsparasiten.
Der jüdische Schieber Julius Barmat im Brüsseler Gefängnis gestorben
wirtschaft erreicht war, wieder anzuschwellen begonnen. Gegenüber 1936 ist in Baumwolle eine Veränderung von plus 54 v. H. zu verzeichnen, und zwar waren es Ende 1936 -- 5 500 000 Ballen, Ende 1937 aber 8 500 000 Ballen. Weizenvarräte waren Ende 1937 um 3,2 v. H. gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres vorhanden; Kupfervorräte betrugen mehr als ein Fünftel, dagegen haben sich die Zucker-, Tee-, Kaffee- und Rohseide Vorräte vermindert, während der Vorrat an K a u t s ch u k um 15 v. H. höher lag als Ende 1936.
Di-e Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft geht vor allem in der Urproduktion schnell aufwärts. Schon vor dem Kriege hatte Deutschland in der Erzeugung von Roheisen England überflügelt, in der Kohlenförderung war es ihm bedenklich nahe gekommen. Im Jahre 1937 haben wir in der Herstellung von Rohstahl und von Roheisen England weit überholt. Wir stehen an der Spitze aller europäischen Nationen. Die Kurve läuft für Deutschland schnell aufwärts. Im Jahre 1890 erzeugten wir 4 658 000 Tonnen, im Jahre 1900 = 8 521 000 Tonnen, im Jahre 1910 = 14 794 000 Tonnen Roheisen, 1936 aber bereits 15 303 000 Tonnen und 1937 = 15 900 000 Tonnen. England produzierte an Roheisen noch 1900 mehr als Deutschland, nämlich 9 103 000 Tonnen, 1910 war Deutschland über England hinausgewachsen, das 10 547 000 Tonnen Roheisen herstellte. 1936 aber wurden in England nur 7 845 000 Tonnen und 1937 = 7 600 000 Tonnen hergestellt. Die deutsche Erzeugung beträgt fast das Doppelte der englischen. Aehnlich in R o y- st a h l. Im Jahre 1936 fabrizierte England 12 209 000 Tonnen, im Jahre 1937 = 13 400 000 Tonnen gegenüber Deutschland, das 19 208 000 Tonnen bzw. 19 800 000 Tonnen herstellte. Das gleiche Bild ergibt sich bei der Kohlenförderung. Die englische Kohlenförderung wird für 1937 auf 245 Millionen Tonnen geschätzt, für die deutsche Förderung an Steinkohlen und Braunkohlen liegt eine Statistik für die ersten 11 Monate 1937 vor, die eine Gesamtförderung von 335 904 Millionen Tonnen ergibt. Dieses schnelle Aufkommen der deutschen Schwerindustrie ist um so bemerkenswerter, als Deutschland durch den Versailler Vertrag in Elsaß- Lothringen und Oberschlesien wertvolle Förderungsund Erzeugungsstätten verlor. Aber auch auf den Gebieten neuer Werkstoffe ist Deutschland führend. Im vergangenen Jahr hat die Weltproduktion an Aluminium mit 500000 Tonnen gegenüber 366 000 Tonnen eine neue Rekordhöhe erreicht, und als neuer Werkstoff hat das bis, dahin fast unbekannte Magnesium in Legierungen gerade für Deutschland eine wichtige Bedeutung erlangt. Es werden fast 30 000 Tonnen dieses Metalls aus deutschen Rohstoffen erzeugt. Schließlich ist das Vordringen der Z e ll w o l l e bemerkenswert. IM Jahre 1937 hat Deutschland reichlich die Hälfte der Textil- rotzstoffe aus den neuen Werkstoftea hergestellt.
die Führung oder zum mindesten die Mehrheit im ,Aufsichtsrat* der geplanten fernwestlichen .Firma*."
Nehmen wir nun weiterhin an, der Streit um diese grundsätzlichen Fragen habe sich jahrelang hin- gezogen und die „Engländer" wären schließlich zu der Ueberzeugung gekommen: diese „Europäer" wollen ja bloß Zeit gewinnen, um das „Geschäft" alleine machen zu können ... eines Tages jagen sie die „Hottentotten" ohne unsere Hilfe aus dem Lande und werden sich frei machen von allen alten, überlebten Bindungen. Denn sie sind heute bereits so stark, daß sie in ein paar Jahren — wenn die Reorganisation dieses „Europa" im gleichen Tempo wie bisher fortschreitet — auf Vorschläge überhaupt nicht mehr hören werden und auf unsere Mitarbeit bei der Erschließung ihrer Reichtümer überhaupt nicht mehr angewiesen sind. Die Gefahr, daß wir auf unseren Inseln ersticken, wächst also von Stunde zu Stunde und irgend etwas muß daher geschehen ..." — ist es unter diesen Umständen verwunderlich, wenn dieses „England" dann eines schonen TageN unter dem Druck seiner wachsenden inneren Schwierigkeiten den fruchtlosen, ewigen Verhandlungen ein Ende bereitet und den Versuch unternimmt, die „Europäer" mit Waffengewalt xur „Vernunft" und zur Annahme der „englischen^ Vorschläge zu zwingen? Wenn diese „Engländer" plötzlich aus heiterem Himmel heraus Hamburg, den Hauptstützpunkt der „Hottentotten" angreifen, ihn nach schweren Kämpfen erobern und dann auf die Hauptstadt der „europäischen Zentralregierung" losmarschieren?
Phantasie?--Ob nein! Denn so etwa würde
ein Japaner in feiner blumenreichen Bildersprache einem „richtigen" Europäer Sinn und Zweck des derzeitigen chinesisch-japanischen Krieges zu erklären versuchen und man braucht tatsächlich die Begriffe „England", „Europa", Hottentotten" und „Hamburg" durch die Worte ,Lapan", „China", Fernost-Europäer und „Schanghai" zu ersetzen, um vom Stndpunkt des unbeteiligten, neutralen Europäers die wirklichen Vorgänge im Fernen Osten begreifen und erkennen zu können. Bisher war das nämlich nicht ganz leicht und einfach, weil diese einfachen Tatsachen durch einen Wust von Schlagworten vernebelt waren und es ist das besondere Verdienst des Herrn Posuke Mat - fuoka gewesen, jetzt unter Vermeidung jeglicher Schlagworte und „muffiger Redensarten" d i e wirklichen Absichten Japans endlich einmal klar und eindeutig herausgestellt zu haben.
Wer ist Herr Matsuoka? Herr Matsuoka ist zurzeit der Generaldirektor der Süd- mandschurischen Eisenbahn, die ihren Verwaltungssitz in Dairen hat, und der in der japanischen Wirtschafts- und Außenpolitik der letzten Jahre eine außerordentlich wichtige Rolle gespielt hat. Er war Führer der japanischen Delegation in G e n f, und auf sein Betreiben ist Japan seinerzeit aus der Genfer Liga ausgetreten. Matsuoka verwaltet das Milliardenkapital der Südmandschurischen Bahn, er ist auch der Mann, der sich vorgenommen hat, das eroberte Nordchina einer neuen Wirtschaftsblüte entgegenzuführen. Und dieser Matsuoka war es, der soeben mit erfrischender Deutlichkeit erklärt hat, worum es bei diesem Krieg wirklich geht:
„Japan — so sagt er — ist endlich in die Schlußrunde gekommen und es geht jetzt in Fernost um die Entscheidung durch knock-out, weil ein für allemal die Unordnung beseitigt werden müsse, die seit ewigen Zeiten den Osten belastet habe." Denn — fährt Matsuoka fort — „ohne Japan gibt es fein China, hätte Japan 1904 nicht die Russen geschlagen, danü wäre China heute nichts weiter als ein verrückter, buntgesprenkelter Teppich europäischer Kolonien. Japan kämpft, um Asien davor zu bewahren, ein zweites Afrika zu werden, aber die japanfeindliche Propaganda schreit über die ganze Welt, Japan fechte für Beute und Gewinn! Dabei weiß jeder Esel, der über die Landstraßen Asiens läuft, daß nur eine chinesisch-japanische Zusammenarbeit Asien vor diesem Schicksal bewahren kann! Milliarden von Pen und Tausende von Soldaten hat. Javan bereits auf dem Altar feiner Ueberzeugung und seines Hoffens geopfert, und es bezahlt bereits heute die Rechnung, die die Führerschaft der asiatisches Rassen kostet. Japans Ausdehnung ist so natürlich wie das Wachstum eines Kindes, es gibt nur eins, was ein Kind am Wachsen hindern kann: Dex TM" Genf — und auch Brussel — haben ver-
bei Berlin, bis sie im Dezember 1924 verhaftet wurden, weil selbst die Protektoren der Barmats den Skandal nicht mehr vertuschen konnten. Die Anklageschrift in Länge von 648 Seiten Folioformat befaßte sich mit zahlreichen Fällen von Kreditbetrug und Beamtenbestechung. Das Ergebnis des Prozesses, der 198 Tage gedauert hatte, blieb mit seinen Gefängnisstrafen von 11 Monaten für Julius und gar nur 6 Monaten für Herschel Barmat weit hinter den Erwartungen der Oeffentlichkeit und den tatsächlichen Straftaten zurück, zumal fünf Monate Untersuchungshaft angerechnet wurden.
1931 verlegte Julius Barmat sein Betätigungsfeld nach Belgien. Seine Betrügereien in den Affären Goldzieher und Pensa sowie Norderbank, in die auch die Belgische Nationalbank verwickelt wurde, hatten bei ihrer Aufdeckung größtes Aufsehen erregt. Die Belgische Nationalbank wurde durch Barmat um rund 34 Millionen belgische Franken geschädigt. Die Angriffe, die im Zusammenhang mit diesen Affären gegen die Direktion der Belgischen Nationalbank und gegen einzelne belgische Regierungsmitglieder gerichtet wurden, hatten im Oktober den Rücktritt der Regierung van Zeeland zur Folge. Der Prozeß gegen Barmat und Genossen wurde im Herbst 1937 in Abwesenheit der beiden Barmats (Julius Barmat war 1935 aus Belgien ausgewiesen worden und hatte sich nach Holland begeben) durchgeführt und erwies in allen wesentlichen Punkten — Bilanzfälschung, betrügerischen Bankerott, Verteilung ungedeckter Dividenden usw. — die Schuld der Angeklagten. Das Urteil wird am 13. Januar von der Brüsseler Strafkammer ausgesprochen werden. Die Auslieferung Barmats durch Holland erfolgte auf Grund einer neu aufgedeckten Riesen- b e trägere i des jüdischen Schwindlers im Zusammenhang mit der Kohlenzeche Flora. Hierbei handelte es sich um Aktien- und Devisenschiebungen in größtem Umfange.
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Brüssel, 6. Januar. (DNB.) Der berüdjtigte jüdische Schieber Julius B a r m a t ist am Donnerstagvormittag im Brüsseler Gefängnis g e - st o r b e n. Die Nachricht hat in Brüssel großes Aufsehen erregt, da der P r o z e ß gegen den Millionenbetrüger nach feiner kürzlichen Auslieferung von Holland erneut vor der Brüsseler Strafkammer aufgerollt werden sollte. Er war der Bilanzfälschung und des betrügerischen Bankerotts angeklagt, in seine Millionenschwindeleien war auch die Belgische Nationalbank hineingezogen worden. Der belgische Staatsanwalt hat eine gerichtliche Untersuchung der Leiche von Julius Barmat angeordnet, der allerdings an der Auszehrung, an der er schon seit längerer Zeit gelitten haben soll, gestorben sein soll.
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Julius Barmat, ein Jude aus dem rumänisch- ukrainischen Grenzgebiet, kann als einer der größten internationalen Schwindler, Fälscher und Be- trüger aller Zeiten bezeichnet werden, der nicht nur Tausende von kleinen Sparern, sondern auch große Finanzunternehmungen und Staatsinstitutionen schwer geschädigt hat. Im Weltkriege betätigte er sich als Schieber und Kriegsgewinnler großen Formats in Holland, wo er hauptsächlich im Lebensmittelhandel „Geschäfte" machte. Nach dem Kriege' war Deutschland das Feld seiner Riesenschwindeleien, bei denen er den Staat und Tausende' von kleinen Leuten um Millionenbeträge prellte. Seine Beziehungen zum Marxismus und Kommunismus, die er schon während des Krieges angeknüpft hatte, baute er damals auf dem Wege über die deutsche Sozialdemokratie weiter aus. In Erinnerung sind u. a. noch die Affären des früheren Reichskanzlers Bauer und des früheren Reichspostministers H ö f I e. Schon 1919 hatte sich das saubere Konsortium der Brüder Barmat im Besitz eines Empfehlungsschreibens aus der Reichskanzlei befunden. Die Herrschaften residierten in dex schlohartigen Villa Schwanenwerder am Wannsee
Neuyork, 7. Jan. (DNB. Funkspruch.) Infolge von Schwierigkeiten der Finanzierung der Unterstützung Hilfsbedürftiger befinden sich etwa 65 000 Einwohner Clevelands, der sechsgrößten S t ad t Amerikas, in größter Not. Zahlreiche hungernde Familien sitzen mit ihren kleinen Kindern in den städtischen Unterstützungsbüros und betteln um Nahrungsmittel. In manchen Büros werden Kaffee und Brot verabreicht, und die Polizei versorgt viele Familien auf eigene Kosten. Die Stadt hat die Versorgung der Armen im Mai v. I. übernommen. Seitdem haben mehrer Krisen die Stadt heimgesucht, die den Kaufleuten jetzt über eine Million Dollar für Lebensmittellieferung schuldet. Nunmehr sollen auf dem Wege der staatlichen Gesetzgebung neue Hilfsmaßnahmen für Cleveland beschleunigt werden.
Van Seelands plan eines Weltwirtschastspakts.
r u y g" ober einer Zentralstelle" aus als „Provinzen" regiert und verwaltet. Dann würde dieses neue Staatsgebilde mit feinen vielen Schwächen und Vorzügen etwa dem chinesischen Reiche vor Ausbruch des japanisch-chinesischen Krieges entsprechen ... Nehmen wir nun weiterhin an, i n den großen Seehäfen dieses Landes „Europa" hätten sich — angefangen von Hamburg über Antwerpen, Marseille, Triest bis hinab nach Athen und Konstantinopel — die Angehörigen eines anderen Erdteils — sagen wir einmal ganz kraß: die Hottentotten", als Herren häuslich eingerichtet, die von hier aus ihren maßgebenden Einfluß in wirtschaftlicher, politischer und militärischer Hinsicht auf dieses große, aber an sich schwache Gebilde „Europa" ausübten und es auf Grund allerlei Sondervorrechte, die sie sich vor vielen, vielen Jahren mit Gewalt genommen haben, beherrschen.
Nehmen wir nun weiterhin an, „E nglan d" sei ein Land ohne Kolonien, aber ein junges, aufstrebendes Volk, das auf feinen, vor den Toren dieses „Europa" gelegenen Inseln zusammengepfercht sitzt; das sich jährlich um eine Million Menschen vermehrt, das aber eine unbändige und ungebändigte Kraft besitzt und das fest davon überzeugt ist, noch zu Großem bestimmt zu sein. Dieses Volk ühlt sich den auf dem Festlande lebenden „Euro- )äern" geistes-- und rasseverwandt und sieht mit Leigender Erbitterung, wie die rassefremden „Hottentotten" als satte Nutznießer der wirtschaftlichen, politischen und militärischen Schwäche der „Europäer", dieses „Europa" nach allen Regeln der Kolonialkunst ausbeuten.
Wäre es unter diesen Umständen verwunderlich, wenn eines Tages diese „Engländer" mit der „europäischen Zentralregierung" Verhandlungen und Besprechungen beginnen würden, deren Inhalt sich — ganz allgemein gesprochen — etwa in den folgenden Vorschlägen zusammenfassen ließen: „Wir — »Engländer* und .Europäer* — sind auf einem Holze gewachsen und gehören in dieser ober jener Form zusammen. Wir haben das gute Heer, die gute Flotte, eine hochentwickelte Industrie und besitzen alle anderen Fähigkeiten, um euch ,Europäern* zu helfen. Wir sind 70 Millionen Menschen — ihr 400 oder gar 500, von denen neun Zehntel in unvorstellbarer Armut leben. Wir bringen euch unsere Maschinen, unsere Technik, unser Geld uno unsere Erfahrungen, ihr stellt den Raum und die Arbeitskräfte zur Verfügung... auf diese Weise läßt sich eine .Firma* ober ein »Konzern* gründen, vor dem jede Konkurrenz die Segel streichen muß, außerdem werden die .Dividenden* so hoch sein, daß wir beide unser bequemes und reichliches Auskommen haben werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß chr den bisherigen »Aufsichtsrat* entlaßt und euch frei macht von der Vorherrschaft der »Hottentotten*, die euch nun schon seit fast einem Jahrhundert als Nutznießer eurer ‘ Schwäche zu unserer beider Nachteil melken."
Wie gesagt... wenn die „Engländer" so zu den Festlands-„Europäern" gesprochen hätten, dann hätten sich in diesem „Europa" voraussichtlich zwei Ansichten oder Richtungen herauskristallisiert: die gemäßigte und nur aufs Geschäft bedachte Richtung würde den „englischen" Vorschlag vielleicht durchaus annehmbar gefunden und für Fortsetzung der eingeleiteten Verhandlungen und Besprechungen ge- sttmmt haben. Die andere, nationalistische Richtung hätte aus eingefleischtem Mißtrauen heraus und aus einer ihr angeborenen Abneigung gegen alles „Englische" den Vorschlag der .Insulaner" oder der „Zwerge des Westens" rundweg mit der Begründung abgelehnt: „Mit den .Hottentotten* werden wir eines Tages auch alleine fertig, wir wollen unser Haus nach eigenem Geschmack einrichten und dem Teufel nicht den kleinen Finger geben. Die .Insulaner* sollen uns in Ruhe lassen, wir bauen uns eine eigene Armee, eine eigene Flotte, eine eigene Industrie auf, wir wollen aus eigenem ein moderner und starker Staat werden, und da wir 500 Millionen Menschen sind und ein Gebiet besitzen, das —zigmal so groß ist wie .England*, hat sich .England* uns anzuschließen und nicht umgekehrt, denn auf Grund unserer viel älteren Kultur und Gesthichte beanspruchen wir
sucht, dieses Todesurteil über Japan zu fällen, aber Japan will um des süßen Friedens willen, der sich „Marke Völkerbund" nennt, nicht sterben —* von Japans Leben hängt auch das Leben aller feiner Nachbarn ab, und die alles überschattende Frage ist jetzt die: „Kann Japan das Kreuz, das es auf sich genommen hat, tragen? ? ..."
Mit dieser großen Frage beschließt Herr Matsuoka seine temperamentvollen, im Auszug wiedergegebenen Ausführungen, die nur die Zukunft beantworten kann, Ausführungen, die aber der Welt einmal klar und deutlich gezeigt haben, worum es im Fernen Osten geht.
Japanischer Vormarsch auf Tsungtsu.
Die stärkste chinesische Verteidigungslinie bedroht.
Peking, 7. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die japanischen Operationen der letzten Tage lassen eine ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den beiden Heeresgruppen erkennen, die am 13. Dezember den Jangtse in der Nähe von Nanking bzw. den H o a n g h o in der Nähe von Sincmsu südwärts am 23. Dezember überschritten haben. Die beiden Heeresgruppen stehen nur noch 150 Kilometer südlich und nördlich von Tsungtsu am Treffpunkt der Tientsin-Pukau-Lunghei-Eisenbahn, die zum Stützpunkt der letzten und stärksten chinesischen Verteidigungslinie bestimmt ist. Diese Linie folgt der Lunghei-Eisenbahnlinie am» Südufer des Hoangho bis Kaifengfu und Chengchvu, wo die Linie Peking—Hankau überschritten wird, und weiter bis Loyang und Sinanfu. Die Verteidigungslinie, welche als beinahe unüberwindlich bezeichnet wird, ist jetzt in unmittelbarer Gefahr« Nach zuverlässigen Berichten ist das japanische Zentrum zwischen der Tientsin-Pukau-Eisenbahn und Peking-Hankau-Eisenbahn sowie der rechte Flügel in der Provinz Schausi in letzter Zeit außerordent- lid) verstärkt worden. Die japanische Stellung hat sich erheblich verbessert, nachdem die Truppen, die ursprünglich in der Provinz Schansi standen, seit "21 nfang Dezember durch andere Einheiten ersetzt worden sind, und die Vereinheitlichung des Oberbefehls über alle japanischen Truppen in Nord- china durch General T e r a u ch i nunmehr verwirklicht worden ist.
Japan erwartet von China eine aufrichtige Friedensbekundvng.
Tokio, 6. Jan. (DNB.) Ein Communiquö, das nach Konferenzen zwischen dem Ministerpräsidenten Fürst K o n o y e, dem Kriegs-, dem Marine- und dem Außenminister ausgegeben wurde, besagt, daß Japan von der chinesischen Regierung eine aufrichtige und entschlossene Bekundung zum Frieden erwarte. Die zögernde und bedingte Friedensbereitschaft reiche für die Einleitung zu Verhandlungen nicht aus. Japan werde, falls China einen Beweis feines aufrichtigen Friedenswillens nicht geben werde, die militärischen Operationen so lange fortsetzen, bis die Voraussetzung für einen dauernden und endgültigen Frieden im Fernen Osten gegeben sei. Dies sei der


