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Schulungsaktion will das Handwerk über die von einer Anzahl von Handwerkszweigen durchgeführten Umftellungs- und Schulungsmaßnahmen hinaus, in, seiner Gesamtheit mit den neuen Werkstoffen und ihrer Verarbeitung planmäßig vertraut sehen. Die neue Schulungswelle wird Anfangs 1938 einsetzen und sich zunächst auf 16 Handwerkszweige, die vordringlich von den Arbeiten des Vierjahresplanes erfaßt werden, erstrecken. Sie umfassen Derarbei- tungskurse, Vorführungen, Vorträge unter Verwen
dung von Filmen, Lichtbildern u. a. Auch eine Broschüre über die Rohstoffumstellung ist vorgesehen.
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Zum erstenmal ist jetzt der für die Lebenshaltungskosten so wichtige Mietzins zentralen Grundsätzen von allgemeiner Geltung unterstellt worden, wobei drei Aufgabenbereiche durch den neuen Runderlah.»des Preisbildungskommissars vom 12. Dezember 1937 in den Vordergrund riufen: ein*
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Freitag, 7. Zanuar 1958
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Chautemps bemüht sich _ um bie Wiederherstellung des sozialen Friedens.
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DerMinisterpräsident rust zuneuen Generalverhandlungen, derenErgebnisGefetzwerdenfoll.
Wie sieht es in derWirtschafiaus?
Die neue Reichsanleihe über eine Milliarde ist die größte aller Emissionen, die das Reich bisher zur Konsolidierung seiner kurzfristigen Schuldenlast ausgenommen hat. Mit der Heraufsetzung der Anleihesumme trägt das Reich ebenso der fortschreitenden Kapitalbildung Rechnung wie auch den Erfahrungen aus den letzten Anleihen, bei denen jedesmal der ursprünglich vorgesehene Emissionsbetrag erweitert werden mußte, um alle Zeichnungswünsche zu befriedigen. An den Anleihebedingungen hat sich nichts geändert, nur die Laufzeit ist von 12 auf 15 Jahre erhöht worden. Damit ist der Abstand zwischen kurz- und langfristiger Anlage wesentlich erweitert und somit ein bedeutsamer Schritt in der Richtung auf jenen Typ langfristiger Anleihen getan, wie sie uns aus der Vorkriegszeit mit einer 20- bis 30jährigen Laufzeit bekgnnt sind. Die Unterbringung der Anleihe wird ohne Frage noch glatter vonstätten gehen als die der September-Anleihe, denn nach dem Fest ist mit einem starken Rückfluß am Geldmarkt zu rechnen, und außerdem setzt der Kupontermin zum Jahreswechsel beträchtliche Gelder frei, die annähernd 400 * Millionen Reichsmark ausmachen dürften. Unter Einrechnung der neuen Anleihe erhöht sich der Gesamtbetrag der seit 1935 aufgenommenen Konsolidierungsanleihen auf rund acht DUlliarden.
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Für den guten Konjunkturverlauf des vergangenen Jahres zeugt es, daß die I nd ustr i eb e- schäftigung im November trotz der vorgerückten Jahreszeit im Ganzen noch zugenommen hat. Nach den'Berichten des Statistischen Reichsamts ist die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden von 115,5 (1936 — 100) im Oktober auf 116'9 im November gestiegen. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter betrug im November etwa 7,2 Millionen. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit hat sich von 7,77 Stunden im Oktober auf 7,87 Stunden erhöht. Im November stand die Industrie im Zeichen einer anhaltenden jahreszeitlichen Belebung der Verbrauchsgüterindustrien und einer gesteigerten Tätigkeit der Jnoestitionsgüterindustrien. Am stärken war bei den Verbrauchsgüterindustrien die Beschäftigungszunahme in den Industrien, die Hausrat und Gegenstände für den Wohnungsbedarf Herstellen. In den Produktionsgüterindustrien ohne ausgeprägte Saisonbewegung hat die Beschäftigung ebenfalls zugenommen. In den Jnvestitions- güterindustrien konnte sie sich noch stärker als im Oktober ausdehnen, so in der Großeisenindustrie, in der Metallhalbzeugindustrie, in den Leichtmetallgießereien, im Waggonbau, im Schiffbau sowie in der Herstellung von elektrischen Maschinen und Motoren. Vön den Produktionsgüterindustrien mit ausgeprägter Saisonbewegung hat die Bauindustrie im November weniger Arbeitskräfte enklasjen als zur gleichen Zeit des Vorjahres. — Dr. Stothfang, Regierungsrat in der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung erklärt, daß sich die deutsche Wirtschaft den absoluten Grenzen des Arbeitseinsatzes nähert. Auf Frauenarbeit oder ausländische Arbeitskräfte kann zum Teil aus praktischen Bedenken, zum Teil auch mit Rücksicht auf die De- visenlage nicht zurückgegriffen werden. Vom Nachwuchs her erfolgt keine Entlastung, denn infolge des Geburtenrückganges hat Deutschland in den nächsten zehn Jahren eine Verminderung der Zahl der Schulabgänger um rund IV2 Million zu erwarten. Das Zentralproblem des Arbeitseinsatzes zwingt, minderwichtige Aufgaben zeitlich oder ihrem Umfange nach einzuschränken, damit die staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsamen V 0 r h a b e n keine Grenze zu finden brauchen. Wichtig ist selbstverständlich die Ausbildung des Facharbeiters einschließlich des hochwertigen Ingenieurs. Ferner: Ende September 1937 war die Zahl der bis zur Arbeitsunfähigkeit Erkrankten mit 520 000 größer als die Zahl der noch, vorhandenen Arbeitslosen, die 470 000 betrüg. Bei 22 Millionen beschäftigten Arbeitern ist es nicht gleichgültig, ob 3 oder 2,5 oder nur 2 v. H. bis zur Arbeitsunfähigkeit erkrankt sind. Weiter ist für eine räumlich und zeitlich ausgeglichene Beschäftigung zu sorgen; schließlich ist zu prüfen, ob Heimarbeiter und Wandergewerbescheininhaber nicht besser an anderer Stelle einzusetzen sind.
Im Zuge der der ständigen Steigerung der Fasergüte schrittweise folgenden Ausweitung der deutschen Zellwolleleistungsfähigkeit wurde aus Veranlassung des Beauftragten für den Dierjahresplan bie Kurmürkische Zellwolle-uni, Z-llu- lose-AG., mit dem vorläufigen Sitz in Berlin, gegründet. Dem von der Gesellschaft zu errichtenden, in kombiniertem Verfahren arbeitenden Zellwolle- Zellulofewerk, dessen genauer Standort noch mcyl feststeht, wird im Gegensatz zu den bisher auf diesem Gebiet im Rahmen des Vierjahresplans erfolgten Neugründungen das in genügenden Mengen in Deutschland vorhandene Roggen- und Weizen- stroh als Rohstoffgrundlage dienen. Die Gründung stellt daher gleichzeitig einen entschiedenen Schritt zu der vom Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe notwendig gehaltenen und stark Ze forderten Entlastung des Rohstoffes Holz dar. Das Werk ftt im wesentlichen eine Gemeinschaftsgründung der Schlesischen Zellwolle-AG. in Hirschberg und der Vereinigten Strohstoffabriken in Dresden-Coswig, Die in langer Zusammenarbeit auf Veranlassung oes genannten Amtes ein Verfahren zur Herstellung von Zellwolle aus Stroh entwickelt haben. Vas Aktienkapital der Gesellschaft belauft sich vorerst auf 1,8 Millionen Mark, eine spatere Erhöhung sowie die Inanspruchnahme langfristiger Darlehen
Paris, 6. Jan. (DJIB.) Wimslerpräsidenl Lhaulemps Hal der Presse folgende Erklärung abgegeben: »
„3m verlaufe der fehlen Wochen haben die Arbeilskonflikle wieder an Heftigkeit zugenommen, wie sie feit langem nichl bekannlgewefen sind. Die besondere Lage, die dadurch geschaffen wird, ist aber für den Wohlstand und die Sicherheil Frankreichs gefährlich. Es ist unmöglich, daß diese Konflikte weiter anhalten. Die Regierung wird dies daher auch nicht zulasten^ Die B e - rufsverbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer werfen sich gegenseitig die Verantwortung hierfür vor. Auf der einen Seite erklärt man, es handele sich um eine Weigerung, die Schiedssprüche und die Freiheit der Berufsverbände anzuerkennen, auf der anderen Seite behauptet man, daß es sich um eine systematische Beunruhigung und eine Verletzung der bestehenden Gesetze handele. Notwendig aber ist in erster Linie die absolute Wiederher st ellung des sozialen Friedens.
Rach der finanziellen Gesundung ist die Regierung bestrebt, auch an der Gesundung der Wirtschaftslage und der sozialen Ordnung zu arbeiten. Sie richtet an die Vertreter der Arbeitgeber ebenso wie an die Vertreter der Arbeitnehmer den Appell, sich unter ihrem Schuh noch einmal zusammenzufinden und neue Abkommen zu schließen, die von nun ab in jeder Weise geachlel werden sollen.
Die Regierung wird diesen sozialen Friedensvertrag durch das Gesetz bekräftigen und ihn dem Parlament zur Billigung vorlegen. Ls wird dann aber Pflicht eines jeden Staatsbürgers fein, welcher Ideologie oder welcher sozialen Schicht er auch angehören mag, sich vor der Souveränität dieses Gesetzes zu beugen. Um dieses notwendige Ergebnis zu erzielen, wird die Regierung nicht zögern, ihre ganze Verantwortlichkeit einzusehen."
Das erste Echo.
Paris, 7. Jan. (DNB.-Funkspruch). Der Aufruf des Ministerpräsidenten an die Gewerkschaften und Arbeitgeber-Organisationen hat in der Oeffent- lichkeit großen Nachhall gefunden.. Der Arbeitgeberverband erklärt, die französischen Arbeitgeber hätten sich stets bemüht, den sozialen Frieden zu sichern, sie lehnten es ab, verantwortlich gemacht zu werden für die augenblicklichen sozialen Streitigkeiten, die das Werk von Agitatoren wären. Unter den augenblicklichen Umständen und angesichts der dauernden Besetzung von Fabriken und Verletzung der Arbeitsfreiheit gelte es zunächst, für eine unbedingte Achtung der bestehenden Gesetze und der Arbeits frech eit zu sorgen. Der Verband der Gewerkschaften von Paris und Umgebung hat die Gewerkschaftssekretäre zu einer Sitzung nach Paris berufen, in der Maßnahmen beschlossen werden sollen, um die „Erhaltung der erzielten Vorteile zu sichern und den Widerstand gegen die Angriffe der Arbeitgeber zu stärken".
Die „Journäe Industrielle", das Blatt des Arbeitgeberverbandes, schreibt, man verstehe recht wohl, daß der Ministerpräsident betroffen sei über die Häufigkeit der sozialen Konflikte und über die wachsenden Schwierigkeiten ihrer Lösung. Er sei sicherlich auch über die wirklichen Gründe unterrichtet, die in der von der Regierung Blum verursachten Schwäche des Regimes läge. Das Blatt ist nicht recht überzeugt von der Wirksamkeit neuer allgemeiner Verhandlungen zwischen Gewerkschaftsvertretern und Unternehmern. Die sozialen Streitigkeiten bekundeten nicht die Schwäche der Gesetzgebung, sondern das Fehlen der Regierungsautorität. Auch der „Excelsior" meint, man könne die Anhänger des revolutionären Syndikalismus nicht mit Worten überzeugen. Denn ihnen liege nichts an einer Wiederherstellung der Ordnung.
Der „Jour", der ebenfalls der Ansicht ist, daß ein neues Gesetzwerk des sozialen Friedens wenig nützen werde, glaubt, daß Ministerpräsident Chau- temps vielleicht Zeit gewinnen möchte. Aber die Zeit arbeite gegen i h n. Das Blatt weist auf steigenv'e Spannungen im Lebensmittelgewerbe und in der Metallindustrie hin und befürchtet einen Generalstreik tn der Handelsmarine. Die radikalsoziale „Republique" hofft auf eine ruhige Aussprache,
werden die Finanzierung des Werkes sicherstellen. Mit dem Bau der Anlagen wird bereits Anfang dieses Jahres begonnen. Eine im Rahmen des Bierjahresplanes notwendige und von uns an dieser Stelle oft geforderte Maßnahme ist fernerhin die Rohstoff Umschulung des Hand- werks, die vom Reichsstand des deutschen Handwerks auf Veranlassung und in engster Zusammenarbeit mit dem Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe jetzt durchgeführt wird. Die neue große
stellt aber dann fest, daß die Lage vielleicht noch nie so verwirrt gewesen sei, wie im Augenblick.
„Petit Parisien" weist darauf hin, daß die Streikenden der Goodrich-Werke den Schiedsspruch des Ministerpräsidenten abgelehnt hätten und beschlossen hätten, 200 Mann als ständige Streik- wache vor den Werken aufziehen zu lassen. Außerdem habe der Streikausschuß alle Streikenden aufgefordert, heute früh vor den (Eingänge^ zu erscheinen, um Arbeitswillige z u vertreiben. Die Streikenden hätten von Innenminister
Dormoy die Zusage erhalten, daß keine Polizei kräfte nach Colombes Kschickt würden. Das radikale Volksfrontblatt „O e u v r e" sagt: Erreiche man durch ein Gesetz die friedliche Beilegung der Streitigkeiten, so sei es gut, wenn nicht, gelange man zur sozialen Anarchie, zu Konflikten, die nur mit Gewalt gelöst werden könnten, zu endlosen Streiks, zu systematischen Schließungen der Unternehmungen und zur Arbeitslosigkeit. Der marxistische ,Wopulaire" beschränkte sich auf einen unauffälligen Abdruck des Appells Chautemps.
Die Verständigung der jungen Generation.
OieZugend schafft die Grundlagen für ein glücklicheres und friedlicheres Europa^
München, 6. Jan. (DNB.) Zehn Tage froher Kameradschaft hat je eine Abordnung der französischen und der belgischen Jugend zusammen mit deutschen Hitlerjungen im HI. - Lager Alpe Eck bei Sonthofen bzw. auf dem Bodenschneid-Haus verbracht. Zum Abschluß hatte der Jugendführer des Deutschen Reiches die Teilnehmer in das Hotel „Vier Jahreszeiten" in München geladen. Die Kameraden hätten wohl alle, so führte Baldur von Schirach aus, den Eindruck gewonnen, daß die deutsche Jugend ihren Verständigungswillen weniger durch Erklärungen, Artikel und Reden zum Ausdruck bringen wollen als vielmehr durch praktische Demonstrationen. So, wie hier in diesem kleinen Kreise, würden sich im Laufe des Jahres 1938 Taufende und Ab erkaufende Jugendlicher der europäischen Nationen zusammenfinden auf-dem Boden des Deutschen Reiches, um gemeinsam mit der Hitler-Jugend die Grundlage zu schassen für ein glücklicheres und friedlicheres Eurvpa. In Deutschland freue man sich, im kommenden Sommer tausend französische Jugendliche begrüßen zu können. Dieser großen Abordnung des französischen Volkes wolle man zeigen, mit welcher Freude und Begeisterung die Jugend des Deutschen Reiches die Verständigung der jungen Generation Frankreichs und Deutschlands begrüße. Der
Reichsjugendführer sprach den Wunsch aus, im kommenden Sommer auch eine Abordnung der belgischen Jugend in Deutschland begrüßen zu können.
Vertreter der französischen und der belgischen Jugend dankten herzlich und stellten mit besonderer Befriedigung fest, daß sich schon nach kurzes Zeit in den Lagern eine innige Freundschaft herausgebildet habe. Gemeinschaftlich gesungene Lieder, die man im Lager voneinander gelernt hatte, waren ein schöner Beweis für das kameradschaftliche Zusammenleben der Jugend verschiedener Nationen in den HJ.-GemeinscHaftslagern.
Rudolf Heß
im deutsch-englischen Iugendlager.
München, 6. Jan. (DNB.) Zur großen Freude der englischen und deutschen Teilnehmer des deutschenglischen Jugendlagers stattete der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, unerwartet der Roßfeldhütte bei Berchtesgaden einen Besuch ab. Nach kurzer Begrüßung erklangen englische und deutsche Lieder von den Teilnehmern, die sich der Stellvertreter des Führers von dem Lagerführer Benemann von der Reichsjugenüfüh- rung vorstellen ließ, lieber eine Stunde weilte- Rudolf Heß in lebhafter Aussprache im Kreise der deutsch-englischen Kameradschaft.
Oie Deutsche Reichspost im Jahre 1931.
Erhebliche Steigerung des Verkehrs in allen Zweigen. — Fortschritte der Bildtelegraphie und Fernsehtechnik.
In Uebereinftimmung mit der jahreszeitlichen Belebung der Wirtschaft in den ersten Monaten des ab gelaufenen Kalenderjahres waren auch die Leistungen im Post- und Fernmeldewesen von "Anfang an gesteigert, wenn auch die Entwicklung zunächst etwas zögernd und nicht immer einheitlich war. Um die Mitte des Jahres setzte dann durchweg eine wachsende Beanspruchung der einzelnen Dienstzweige ein. Diese günstige Entwicklung hat erfreulicherweise 'bis zum Jahresschluß angehalten. Bei der Briefpost ist die Zahl der übermittelten Briefsendungen von 6300 Millionen Stück im Kalenderjahr 1936 auf 6600 Millionen gestiegen, die der Einschreibsendungen von 84 auf 100 Millionen Stück. Die Zahl der gewöhnlichen Pakete hat sich von 292 auf 303 Millionen Stück erhöht.
Der Luftpost dien st wurde durch vermehrten Einsatz schneller Großflugzeuge und Verdichtung der Tagesflüge weiter 'beschleunigt. Das deutsche Luftpostnetz zählte im Sommer 108, im Winter 74 Linien mit einer Gesamtlänge von 62 500 Kilometer. Die Nychbringe- Und Abholflüge zur besseren Postoerbindung mit den deutschen Uebersee-Schnell- dampsern haben sich bestens bewährt. Neu ist die wichtige Fluglinie Berlin — Athen — Bagdad. Die Luftpostgebühren nach einer Anzahl von Ländern wurden ermäßigt.
Der K r a f t f a h r - Wagenpark zählte Ende 1937 über 17 000 Kraftfahrzeuge, darunter rund 4200 Kraftomnibusse. Der Reiseverkehr nahm gegen das Vorjahr erheblich zu. Es wurden 94 (89) Millionen Kilometer gefahren. 83 (71) Millionen Reisende benutzten die'Kraftposten. Dem Bedürfnis entsprechend wurden erstmalig über die Grenzen hinweg regelmäßige Kraftpostlinien eingerichtet, diese Linien verkehrten zwischen München und Venedig sowie München und Lugano. Die Gebühren für Kraftpostreise-
gepäck wurden gesenkt. Die Postscheckkonten haben sich um 24 500 (26 900) auf 1 119 000 erhöht, insgesamt wurden rund 900 (859) Millionen Buchungen inF Betrage von 160 (145) Milliarden Reichsmark ausgeführt.
Im Telegraphendienst wurden 20,4 Millionen Telegramme übermittelt. Der Bildtele - graphendienst ist bedeutend erweitert worden. Neue Bildtelegraphenstellen wurden in Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg und Königsberg (Pr.) eingerichtet. Im Fernsprech dien st wurden 2670 (2538) Millionen Gespräche vermittelt. Die Zahl der Sprechstellen hat sich um 180 000 auf 3 570 000 erhöht, lieber 300 Fernsprechvermittlungsstellen wurden auf denWählbetrieb um» g e ft e 111 und mehr als 200 Erweitert.
Beim Rundfunk stieg die Teilnehmerzahl um rund 900 000 (975 000) auf rund 9 (8,1) Millionen. Am Jahresende waren 13,3 (12,2) v. H. der Bevölkerung am Rundfunk beteiligt. Ein neuer Rundfunksender wurde in Reichenbach (Oberlausitz) errichtet. Die Fernsehtechnik wurde weiter entwickelt. Hervorzuheben ist die Verlegung eines Fernsehkabels Berlin—München, der die Eröffnung einer neuen Fernsehverbindung Berlin—Nürnberg folgte. Ein Fernsehsprechversuch gelang über 1500 Kilometer Entfernung und 42 Verstärkerfelder zufriedenstellend. Insgesamt stehen über 1800 Kilometer Fernsehkabel zur Verfügung. Für die besonderen technischen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten ist die „F 0 r s ch u n g s a n st a l t der Deutschen Reichspost" gegründet worden. Der günsttgen Gesamtentwicklung folgend konnte auch der Personalbestand der Reichspost um rund 10 000 Kräfte vermehrt werden. Am 21. Ium 1937 wurde das Schulungslager der Deutschen Reichspost in Zeesen bei Königswusterhausen eröffnet.


