Nr. 285 Erstes Blatt
188. Jahrgang
Dienstag, 6. Dezember 1938
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Was geht in Rumänien vor?
Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.
AnüilaSienische Demonstrationen in Tunis und auf Korsika
Leben dieser in der zielbe-
wäre, eine große Rolle in dem politischen Rumäniens spielen würde. Der Unwille Menge fand ein schlagkräftiges Instrument entschloffenen, zu allem bereiten und sehr wußten Gruppe der Eisernen Garde.
Rom, 6.Dez. (DRV.) Die Agentur Stefan i meldet empörende antlitalieuische Kundgebungen in Tunis und in einigen Städten auf der Insel Korsika, die — in einigen $ allen unter Beteiligung städtischer Behörden — durch den von jüdisch-marxistischen Blättern aufgehehten Mob veranstaltet wurden. Die roten Radaubrüder zogen vor italienische Büros und Niederlassungen und sogar vor die Konsulate und warfen hier die Scheiben ein. Italiener, die dem randalierenden Haufen begegneten, wurden angegriffen und verletzt. Die französische Polizei aber befleißigte sich dabei einer bemerkenswerten Zurückhaltung. Sogar ein französischer Minister hat sich in einem Telegramm offen auf die Seite des bolschewistischen Janhagels gestellt.
Neber die Zwischenfälle in Tunis am Sonntag berichtet das italienische Büro im einzelnen: Zahlreiche Zwischenfälle begannen mit einer Kundgebung französischer Kreise, die von den Behörden als illegal erklärt worden war. Gewalttätigkeiten und Angriffe des umstürzlerischen Mobs, der vou einer preffekam- pagne aufgereizt wurde, ließ man ungestraft geschehen. Vormittags haben kleine Gruppen von Demonstranten, vorwiegend Juden, das Zentrum von Tunis unter italienfeindlichen Rufen durchzogen und dabei mit einem Steinhagel die Schaufenster der italienischen Buchhandlung, des italienischen Reisebüros, der Schiffahrtsgesellschaft Tirrenia, des Anzeigenbüros der italienischen Zeitung Union und der Zeitung selbst zertrümmert. ohne daß der im voraus aufgeslellte umfassende Ordnungsdienst wirksam eingegriffen hätte. Zu Tätlichkeiten kam es gegen einzelne Italiener und Persönlichkeiten der Kolonie, die verwundet worden sind. Die muselmanische Bevölkerung hat sich den antiitalienischen Kundgebungen vollkommen ferngehalten. Die Italiener, lebhaft empört über die feigen Provokationen und Gewalttätigkeiten, sind in lebhafter Erregung, beobachten ober beispielhafte Disziplin. Die italienischen Konsularbehörden haben bei der Gene- ralrefidenz Frankreichs energifchprotestiert. Polizeistreifen durchziehen die Straßen und besonders das italienische viertel.
Ueber gleichartige empörende Zwischenfälle in Korsika verbreitet Stefani folgende Meldung aus Paris: In Ajaccio hat gestern eine Kundgebung stattgefunden, an.der die städtischen Behörden teilgenommen haben. Die Demonstranten durchzogen die Stadt. Im Anschluß wurde eine
Dazu schreibt der Deutsche Dien st:
Als in Paris ein Judenlümmel den deutschen Diplomaten vom Rach in der deutschen Botschaft niederschoß, ergriff berechtigte Empörung und Erbitterung das ganze deutsche Volk, dem in diesem Augenblick klar wurde, daß hier das Werkzeug Alljudas den tödlichen Schluß gelöst hatte. Klirrend gingen die Scheiben einiger jüdischer Läden in Trümmer als beredte Warnung an alle, die er anging. Keinem einzigen Juden in Deutschland wurde aber auch nur ein Haar gekrümmt. Ob dieser unblutigen Kundgebung setzte ein E n t r ü - stungssturm im demokratischen Blätterwald ein, wie wir ihn lange nicht mehr erlebt hatten. Die Befehlshaber der jüdischen 'Zeitungskonzerne in London und Reuyork kommandierten ihre Schreiberlinge zur äußersten Entfaltung und hektoliterweise wurde Unrat verspritzt. An die „heiligsten Gefühle der Menschheit" appellierten diese Heuchler, obwohl doch keinem Juden ein Leid angetan ward, Demokratie und Liberalismus wurden mobilisiert und all die alten verlogenen Schlagwörte, die Juda als Maske gebraucht.
Jetzt wurden wieder Fensterscheiben zertrümmert. Und viel mehr! Roter Mob, von jüdischen und „antifaschistischen" Gazetten aufgereizt, zog in Tunis und einigen Städten Korsikas vor italienische Konsulate und Reisebüros, zerschlug die Scheiben, demolierte die Einrichtungen, randalierte in der unflätigsten Weise ließ ungezügelt seine niedrigen Leidenschaften austoben. Italiener, die dem wüsten Haufen in den Weg kamen, wurden angefallen, be- schimpft, verletzt und verfolgt. Die französische Polizei ließ das alles geschehen ohne ernfthaften Versuch, dem Pöbel entgegenzutreten — als wäre eine Verbesserung der Beziehungen zu der Achsenmacht Italien das Letzte,
„prolestenlschließung" verlesen. Rach deren Verlesung sollte sich der Zug auflösen. Stattdessen begaben sich die Demonstranten, ohne daß polizei- sperren energisch eingegriffen hätten, vor das italienische Konsulat und veranstalteten dort eine lärmende Kundgebung. Ls wurden auch Steine gegen die Fassade des Konsulatsgebäudes geschleudert. Zahlreiche Fensterscheiden sind zertrümmert worden. Auch in Bastia hatten sich am Sonntag zahlreiche Demonstranten auf dem Theaterplah versammelt, wo heftige Reden gehalten wurden. Es wurde ein Telegramm des Marlnemlni- fters Lampinchi verlesen, der sich mit den Demonstranten solidarisch erklärte. Anschließend zogen die Demonstranten durch die Straßen der Stadt. Die Geschäfte sind geschlossen worden.
nun darauf, diese Zentrale ausfindig zu machen. Auf den Vorsitzenden des Czernowitzer Militärgerichts Oberslleutnant C r i st e s c u wurde Mon- tagngchmittag ein Anschlag verübt. Als der Oberstleutnant das Gerichtsgebäude verließ, traten ihm zwei Männer im Hausflur entgegen und gaben vier Schüsse auf ihn ab. Er wurde durch einen Schuß an der Schulter leicht verletzt. Während ein Attentäter entkam, wurde der andere festgenommen. Ein Gymnasialschüler namens Leonid Lu tut o- v i c i soll bei seiner Festnahme versucht haben, eine Pistole und ein Bajonett wegzuwerfen, die er bei sich trua. Bei der Vernehmung gab er an, daß der zweite Attentäter ein gewisser Eugen R a h i n t r i u sei, der im September 1938 wegen Betätigung f ü r d i e Eiserne Garde von allen Schulen des Landes ausgeschlossen worden war. Die beiden hätten, so soll der Verhaftete erklärt haben, erst am Montagfrüh vom „Todesba- taillon" den Befehl erhalten, Oberstleutnant Cristescu zu erschießen. Sie seien jedoch schon seit einiger Zeit im Pistolenschießen unterrichtet worden. Bei zahlreichen Schülern des Gymnasiums, bei dem der Verhaftete die oberste Klasse besuchte, wurden Haussuchungen vorgenommen. Eine Anzahl Schüler wurde verhaftet. Das Czernowitzer Militärgericht hat in letzter Zeit viele Mitglieder der Eisernen Garde abgeurteilt. Oberstleutnant Cristescu hatte vor drei Wochen bereits einen Brief erhalten, der vom „Todesbataillon" stammte und mit den Worten „Terror gegen Terror" unterzeichnet war. „Das nationale Gericht", hieß es in dem Brief, „hat seine (Cristescus) Vergehen untersucht und ihn zum Tode verurteilt! Das Land leidet unter der Peitsche. Die Elite der Nation kommt. Wir gehen zum Angriff über."
E. P. Budapest.
Ein klares Bild über die Lage in Rumänien zu erhalten, ist schon rein technisch schwierig. Die außerordentlich strenge Zensur läßt weder die Nachrichten über die dem Regime unliebsamen Ereignisse noch Berichte über die Stimmung in den verschiedenen Kreisen Rumäniens durchschlüpfen. Dennoch ist der Verkehr zwischen Ungarn und seinem östlichen Nachbarn rege genug, um einen einigermaßen zuverlässigen Üeberblick über die Lage und die zu erwartende Entwicklung in Rumänien erhalten zu können. Erleichtert wird dies zu einem gewissen Grade durch eine neue Weisung der Regierung an die Zensur, der Presse Veröffentlichungen über die erfolgte Ahndung von Terrorakten zu gestatten. Dadurch erhält man zuverlässige Kenntnis von der unterirdischen Tätigkeit der so oft tot gewähnten, aber immer wieder auflebenden Eisernen Garde. Das Bild, das man sich in Budapest von dem inneren Kampf der letzten Wochen in Rumänien macht, ist folgendes:
Es stehen sich zwei Fronten gegenüber: Auf der einen Seite die Regierung mit dem militärischen und verwaltungstechnischen Apparat, auf der anderen Seite die ungeheure Menge der Unzufriedenen und eine der größten Parteien des Landes, die Agrarpartei Manius, die auch heute, wenn sie nicht mit Gewalt unterdrückt
Das Volk hat gesprochen!
Am 3. und 4. Dezember hat das deutsche Volk zwei Schlachten geschlagen, die beide mit einem überwältigenden Siege geendet haben. Der Tag der Nationalen Solidarität, die große freiwillige Straßensammlung, die von den führenden Männern der Partei und des Staates alljährlich übernommen wird, ergab über 15 Millionen Mark, beinahe doppelt soviel wie im Vorjahre. Damit hat das deutsche Volk durch eine Art „sozialer Volksabstimmung" in einer unvergleichlichen Weise seine Gefolgschaft zum Nationalsozialismus und zum Aufbauwerk des Dritten Reiches bekundet. Die Reichstagsergänzungswahl im Sude- t e n l a n d e ist zu einem Siegesfest ohnegleichen geworden, bei dem sich 98,9 v. H. aller Stimmberechtigten zum Führer Adolf Hiller und zum Groß- deutschen Reiche bekannt haben. Die „Geburtsurkunde Großdeutschland", von der der Führer in seiner Reichenberger Rede sprach, konnte fürwahr nicht glanzvoller und überzeugender geschrieben werden.
Sonderbar ist das Verhalten der ausländischen Presse. Das großartige Ergebnis des Tages der Nationalen Solidarität wird von ihr bisher nur Nebenbei erwähnt, wenn nicht gar totgeschwiegen. An der Reichstagsergänzungswahl kann man im Auslande nicht gut vorbeigehen, man gibt sich aber den Anschein, als hätte man nichts anderes erwartet als diesen Erfolg. So liegen die Dinge aber durchaus nicht. Man muß sich einmal gegenwärtig halten, welche Flut von Lügen und Verdächtigungen hn deutschfeindlichen und im jüdischen Teil der Auslandspresse über die innerdeutschen Verhältnisse ausgegossen wurde. Dort hat man der Welt jahrelang klarmachen wollen, daß das deutsche Volk unter einer brutalen Diktatur seufzen müsse und daß es sich danach sehne, die „Segnungen" der westlichen Demokratien so bald wie möglich wieder zu erfahren. Nach den Behauptungen dieser Lügenblätter soll in Deutschland die Hungersnot entweder bevorstehen oder schon hereingebrochen sein, mindestens sei die allge- me-ine Verarmung in vollem Gange. Als Oesterreich seine Rückkehr ins Reich artgetreten hatte, wurden die tollsten Lügen über die angebliche Mißstimmung der Bevölkerung in Umlauf gestesetzt. Nicht viel
Codreanu in Verbindung bringt, wobei es gleichgültig ist, ob gesagt wird, daß er vorher von dem Plan gewußt ober ihn erst nachträglich gebilligt habe.
„Terror gegen Terror."
Attentat auf den Vorsitzenden eines Militärgerichts.
B u k a r e ft, 5. Dez. (Europapreß.) „Curentul" berichtet interessante Einzelheiten über die Erschießung der drei weiteren Mitglieder der Eisernen Garde. Man habe in der Wohnung des Rechtsanwalts Fagadaru Waffen und Munition gefunden. Man habe den Rechtsanwatt der Absicht bezichtigt, öftenlliche Anlagen in Klausenburg in die Luft zu sprengen. Fagadaru fei denunziert worden, aber geflohen. In Czernowitz sei er dann verhaftet worden und habe ein Geständnis abgelegt. Dabei habe er eilte Reihe von Mitverschworenen angegeben. Darunter hätten sich auch die mit ihm zusammen auf der Flucht erschossenen Petru Andrei und Bicu Anania befunden. Auf dem Wege nach Buza, wo ein Lokaltermin ftattfinben sollte, seien die drei Gefangenen bei einem angeblichen Befreiungsversuch erschossen worden. Zwischen den Angreifern und den Sicherheitsbeamten, die den Gefangenen- transport begleiteten, sei ein Feuergefecht entstanden, in dessen Verlauf mehrere Angreifer verwundet, die drei Häftlinge aber erschossen worden seien.
Wie „Curentul" weiter meldet, sei man durch die Untersuchung zu der Ueberzeugung gelangt, daß im Lande immer noch eine Terroristenzentrale tätig sei. Die Bemühungen der Behörden richteten sich
was Frankreich, gebrauchen könnte. Sogar ein aktiver französischer Minister macht diese Ausschreitungen zu seiner Sache, erklärt sich mit den Inspiratoren dieses Rummels solidarisch!
Aber kein Wort der Entrüstung ist diesmal zu vernehmen in der „internationalen Presse"! Man schweigt, denn es sind ja nur italienische Fensterscheiben! Wo bleibt Gerechtigkeitssinn und Objektivität dieser demokratischen Apostel? Wo bleibt das so oft beschworene „Wettgewissen"? Sellist über den Ozean, wo man so schnell bei der Hand war, die „öffentliche Meinung" zu alarmieren und mit heuchlerischem Augenauftchlag über die „gewalttätigen Deutschen" zeterte, ist alles still geblieben. Gewiß! 6 Jahre haben uns zur Genüge gezeigt, was es mit diesen Phrasen auf sich hat. Für Gewatttaten gegen „Faschisten" und „Nazis" besteht kein Interesse! Entrüstet ist man nur, wenn Juda auf den Fuß getreten wird! Aber die Herren in Frankreich, die diese neuen Ausschreitungen inspiriert haben, und ihre Gesinnungsgenossen in den übrigen Demokratien sollen sich merken: Die Achse steht unerschütterlich fest gegen alle Intrigen und Manöver! Man würde eine beträchtliche Enttäuschung erleben, wollte man das nicht immer in Rechnung stellen!
Oaladier fährt nach Korsika und Tunis.
Paris, 5. Dez. (Europapreß.) Ministerpräsident D a l a d i e r hat am Montagnachmittag amtlich mitteilen lassen, daß er während der parlamentsferien im Januar nächsten Jahres eine Reise nach Korsika und Tunis unternehmen werde.
Matrosen der Kriegsmarine auf französischen Passagierdampfern.
P a r i s , 6. Dez. (Europapreß.) In der Nacht zum Dienstag wurden von Cherbourg aus 259 für Spezialzwecke ausgebildete Matrosen der französischen Kriegsmarine nach Le Havre gebracht. Sie sollen die Bedienung der Maschinenanlage des Personendampfers „Paris" Übernehmen, dessen Personal sich noch immer im Ausstand befindet. Der Dampfer wird am Dienstagvormittag in See gehen und zunächst Cherbourg anlaufen, wo die Passagiere erst an Bord genommen werden, statt, wie ursprünglich vorgesehen, in Le Havre. Ein Teil des unter'Militärgesetz gestellten Personals des Dampfers war am Montagabend an Bord gebracht worden, um die allgemeinen Dienste zu versehen. Der Stteik der Dorfarbeiter von B o u l o g n e ist zu Ende gegangen. Der vom staatlichen Schlichter Cot gefällte Schiedsspruch ist von den Arbeitern angenommen worden.
Der Kampf zwischen Regierung und Eiserner Garde geht weiter Billigte der König den Mord an Codreanu?
Dieses Instrument konnte durch den Zugriff der Regierung im Frühjahr und die in diesem Zusammenhang erfolgte Einkerkerung des Kapitäns Codreanu nur vorübergehend gelähmt, nicht aber ausgelöfcht werden.
Nachdem die Eiserne Garde die ersten neun Monate des Jahres zu stiller, aber unermüdlicher Vorbereitung für einen neuen Vorstoß verwendet hatte, schlug sie gerade währenddes Aufenthaltes des Königs im Aus lande los. Das Regime dürfte des Zweikampfes mit Codreanu überdrüssig geworden sein. Dieser Zweikampf, der die tiefen sozialen und nationalen Gegensätze aufgewühlt hatte,war es, dem die Gewehrschüsse auf der Straße zwischen Bukarest und Jillava ein Ziel gesetzt hatten. Die Eiserne Garde war aber ein Instrument der Millionen von unzufrieidenen Rumänen und nicht nur einer einzelnen Fuhrerpersön- lichkeit oder Gruppe. Es ist somit klar, daß die Be- feitigung des Führers und seines Stabes, mag sie noch so radikal erfolgt sein, die wirklichen Kraftquellen der Bewegung nicht treffen konnte.
Wenn man bedenkt, daß schließlich auch das Heer und die Bearntenschaft irn Volke wurzeln, dieses Volk aber höchst unzufrieden ist, will es dem unvoreingenommenen Beobachter erscheinen, daß der Kampf, der der Regierung und ihrem Anhang noch bevorsteht, ein ungleicher sein wird. Nach dem Erblassen des unmittelbaren ersten Eindrucks bildet sich um das Andenken des erschaffenen Volksfübrers die Märtyrer-Legende, und manchmal ist ein Märtyrer ein stärkerer Führer als ein lebender es zu fein vermag.
Der Mord an Codreanu wird von der A u s - lanbspr ef f e noch immer höchst unterschiedlich behandelt. Jene Blätter, die das „Weltgewisfen" repräsentieren, stellen sich taub und stumm. Sie glauben, ihre Arbeit mit der Veröffentlich der amtlichen Bukarester Meldung über den Tod Codrea- nus getan zu haben. Es bleibt bann jene Presse, die es verstanden hat, sich von dem Einfluß Alljudas freizuhalten und die noch Wert auf ein selbständiges Urteil legt. In ihr finden wir auch Telegramme aus Bukarest, die erkennen lassen, daß dort absolut keine Ruhe, Zufriedenheit, Sicherheit und Ordnung herrscht. Schmucklos wird feftgeftellt, daß man in Bukarest in höchstem Maße nervös geworden ist, well die Anhänger Codreanus gar nicht daran denken, die Waffen zu strecken. Daß dem so ist, hat sogar das Bukarester Judenblatt „Le Moment" bestätigt, das von der Beschlagnahme erheblicher Mengen Flugblätter und Munition berichtete. Auch andere als antifaschistisch bekannte Blätter geben zu, daß man er ft am Anfang einer Entwicklung stehe, deren Ende sich noch nicht erkennen lasse. Die freie Auslandspresse erhebt nun unausgesetzt die Frage nach den Drahtziehern des Mordes an Codreanu. Abgesehen von äußerst kriti- schen Bemerkungen über die „unübertreffliche Schießkunst" der rumänischen Polizei taucht auch die Frage auf, wer den Mordbefehl unterzeichnet hat. Die einen zeigen auf den Innenminister, die anderen, die etwas besser hinter die Kulissen blicken und die auch die Macht des Judentums in Rumänien richtig einzuschätzen wissen, lassen den Namen der Madame Lupescu fallen. Diese „Dame" ist Judin und Favoritin des Königs. Ihr Haß auf Codreanu war sprichwörtlich. Das „Nationale Dagdlad" in Amsterdam schreibt, es scheine, daß König Carol unter dem Einfluß her jüdischen Madame Lupescu die Maßnahmen gegen die rumänischen Freiheitskämpfer billigte, «ine Feststellung, die den König mit dem Tode von
Französische Behörden dulden empörende Ausschreitungen gegen italienische Konsulate und Reisebüros.


