Ausgabe 
6.10.1938
 
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abgesonderte ärztliche Dehairdlung gebracht, »ulen in Rodgen, Reiskirchen und Linden-

Siebener Wochen Marktpreise.

sprach zur P°th»g°n°s- der °ng-b°r°n°n tzüstlux-. Ers^^urch^itarnm

---k, Motte Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,15 bis 4 bis 9, Wirsing, 3,45 Mark, Aepfel, kg 25 bis 45 Pf., Birnen 20 Rotkraut 10, gelbe bis 40, Brombeeren 40 bis 50, Preiselbeeren 40 Pf.,

1,52 Mart, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 1 A " H kg 8 bis 10, Weißkraut 8, L

Rüben und Karotten 10 bis 11, rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 25 bis 30, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 15 bis 25, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 45 bis 70, Kürbis 8 bis 9, Pilze 50,

junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Gänse 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Mumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 15, Endivien 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 20, Einmach, gurken 2 bis 6, Oberkohlrabi 5 Hs 12, Lauch 5 bis

igsforschung Bestandauf-

* Gießen, 6. Oft Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg

len Sie als einzige erfahren, warum ich ihm er. laubt habe, sich selbst zu richten." Fiedler berichtete in knappen Worten.An sich selbst hat er nie ge­dacht", schloß er.Das war seine -Große urtö seine Schwäche. Denn als er sah, daß er verspielt hatte, war er sofort bereit, zu zahlen, wenn sem Geheimnis gewahrt blieb. Freilich ich dachte nicht nur an ihn, ich dachte an die Heßlings.< Uno so gab ich ihm mein Wort, zu schweigen.

Dore 'hotte Tränen in den Augen.Ich gebö Ihnen das meine", sagte sie und reichte ihm bid Hand.

Einen Augenblick standen sie schweigend und san­nen den Ereignissen nach, die sie auf so seltsame und doch wieder einfache Weise zusammengeführt hatten. . ,

Dann lächelte Fiedler.Ich mochte mir nnmetf eine so tüchtige Mitarbeiterin wünschen. Gerald ver. dankt Ihnen sehr viel." _

Dore wurde rot.Ich ich möchte fori , sagte sie hastig.Er soll nicht glauben, daß er mir ver­pflichtet ist. Sie dürfen, es ihm niemals sagen , flehte sie wie ein verängstigtes Kind.

Und lassen ihn aufs neue fortgehen und nach Ihnen suchen? Denn suchen will er Sie, sobald diese Angelegenheit hier erledigt ist

darauf. Warum wollen Sie es chm unnutz schwer machen, Sie zu finden? Rein, nein, blechen Sie! .

Und Dore blieb. Dore saß am nächsten Tage m dem kleinen Büro neben dem Arbeitszimmer und schrieb lauter konfuses Zeug, weil ihre unruhigen Hände immer die falschen Tasten der Maschine drückten. Dore hörte rasche energische Schritte den Flur entlangkommen, sprang auf und hielt sich am Tisch fest, weil ihre Beine sie nicht trugen.

Es klopfte, und Fiedler steckte den Kopf herein. Fräulein Theo", sagte er schmunzelnd und behaup­tete später, daß der Beruf eines Schutzengels für Liebende viel netter sei als der eines Kriminalrats. Herr von Heßling möchte sich bei unserer erfolg- reichen Detektivin gern persönlich bedanken." Damtt schob er ihn zur Türe hinein. .

Dore sah fassungsloses Staunen und rubelnde Freude des Erkennens in dem geliebten Gesicht, sie horte die so schmerzlich entbehrte Stimme: ,Ift es möolich, Dore du!" Und erfuhr zum ersten Male an 'sich selbst, daß man tatsächlich zur gleichen Zett lachen und weinen kann.

Der Kriminalrat war draußen vor der Tür stehen geblieben, seinem neuen Beruf getreu. Paul stürzte aufgeregt herbei:

Der funge Herr Baron werden am Telephon verlangt?"

Er kann jetzt nicht", sagte Dr. Fiedler, ber feine Brille abgenommen hatte und eifrig putzte.Er har augenblicklich eine sehr wichtige Besprechung.

prach über die Möglichkeit und Grenzen der mensch. lichen Erbforschung. Er unterschied zwischen der experimentellen und der menschlichen Erbforschung, bei der kein Experiment im Sinne der Erbforschung durchzuführen sei. Man müsse Mechoden zum Er­satz des Experiments herausarbeiten, da dies die sichersten Beurteilungen zuläßt. Die Methoden seien <>ie Familien- u^n d Z w i l l i n^ - f - - f ch " - ? und die erbbiologische Bestandauf- nähme, die Aufstellung von Generationen allein würde im Sinne der Erbforschung als Selbsttäu­schung für den Untersucher gellen müssen. Die Fa­milienforschung umschließe die Familien, und @rb- statistik und ein umfangreiches und lückenloses Ma­terial, das jeder Kritik standhalten muß. Sehr wich- ttg für die menschliche Erbforschung sei die Zwil­lingsmethode. In ihr habe man ein Instrument in der Hand, das das Experiment weitgehend ersetzt. Prof. Luxemburger meinte, die Aufgabe des Erb- forschers sei heute mehr denn je sehr verant-

jedoch, da die Wirkungsweise dieser Behandlung unverständlich bleibt, die Nachkontrolle dieser Er­gebnisse in anderen Kliniken gefordert.

Leichs, München,

konnte bei vielen orthopädischen Krankheiten den Vttamin-O-Stoffwechsel mit Ausblicken für die Therapie klarlegen.

Im Anschluß an dieses Hauptchema, das eine einheitliche Front der Orthopäden auf dem Gebiet der Vitamine erbrachte, folgten

freie Vorträge.

Schede (Leipzig) sprach über die Ergebnisse ber Skoliosenbekämpfung an der Orthopädisten Klinik Leipzig auf Grund 15jähriger Erfahrung. Da be­kanntermaßen die Sofortbehandlung der Wirbel­säulenverkrümmung häufig den besten Erfolg hat, wird diese aufs neue verlangt. Man dürfe es nicht

Prof. Ullman n (Hamburg) brachte weitere Er- gebnisje der Röntgenstammbaumforschung auf Grund sehr exakter und zahlreicher Untersuchungen am knöchernen Pfannendach des Hüftgelenks.

Die Schlußsitzung am Mittwochvormittag begann mit dem Referat von Dr. I d e l b e r g e r (München) über die Ergebnisse der Zwillingsforschung bei an­geborenen Klumpfußen. An Hand einer großen An­zahl von Untersuchungen an eineiigen Zwillingen tonnte er überzeugend die Erblichkeit des angebore­nen Klumpfußes nachweisen. Er warnt dechalb vor der Auffassung, der Klumpfuß würde durch äußere Umstände, also nicht erblich bedingt sein. Der Klump- fuß sei auf Grund seiner Zwillingsforschung em einfach rezessives Erbleiden. _r

Das eigentliche Hauptthema der Schlußsitzung, Vitamine und Hormone" wurde von Pro- fesior D i r s ch e r l (Frankfurt a. M.) in theoretisch- wissenschaftlicher, von Dr. Sell (Gießens in klinisch- praktischer Art vorgetragen.

prof. Dirscherl, Frankfurt a. M.,

trug in verständlicher Form die wifsenschaftlichen Grundlagen und die Voraussetzungen für dieses sehr umfangreiche und akute Problem vor. Die Wichtig- kett der Produkte der inneren Drüsen und auch tie der Vitamine in der Beurteilung krankhafter Zu­stände wurde beleuchtet. Die Hormone sind vom menschlichen Körper selbst bildbare, durch die Lymph- unb Dlutbahn an ihren Wirkungsort gelangende Stoffe. Der menschliche Körper sei nicht imstande, Lttamine selbst zu bilden. Er ist auf deren Zufuhr durch die Nahrung angewiesen. Daß die Wirkung der Hormone und der Vitamine zum Teil dieselbe ist bzw. diese Wirkstoffe untereinander entgegenge­setzte Wirkungen aufweisen, ist bekannt.

Dr. Sell, Gießen,

hat seit längerer Zett über die Wirksamkeit der Vi­tamine bei bestimmten orthopädischen Krankheiten gearbeitet. Er konnte dabei fesfftellen, daß eine Reihe von Vitaminen (Vitamin A und B 1) keinen Erfolg, auch bei zum Teil über Jahre hinausgehen­der Darreichung hatte. Dies betrifft insonderheit Krankheiten des Wachstumsallers. Dem Vitamin B 1 hatte man große Bedeutung für die Behand­lung mannigfaltiger orthopädischer Krankhetten bei- gemessen. An einem umfangreichen Untersuchungs- Material konnte diese Wirkung nur in sehr seltenen Ausnahmefällen bestättgt werden. Für das Vitamin C und D sind die ausgezeichneten Wirkungen nach­gewiesen worden. Das Vitamin C, das in der Zi­ttone enthalten ist, sprach in außerordentlich gün­stigem Sinne bei chronischen Infektionskrankheiten, besonders der Knochen und Gelenke, an. Für dieses Vitamin ist weiterhin die günsttge Wirkung auf die Stimmungslage, den Appetit, auf den allgemeinen seelischen und körperlichen Zustand ber Kranken nach- gewiesen worden. Das andere rachitische Vitamm D ist seit Jahren als ausgezeichnetes Heilmittel be­kannt. Der Vortragende zog die negative Konse­quenz für Klinik und Praxis, mit Ausnahme für die Vitamine C und D. Die Beibehaltung der atibe» währten Behandlungsmethoden und nicht ihr Ersatz bzw. Unterstützung durch die kostspieligen Vitamine wird gefordert.

von Sovel, Babelsberg,

Kannst du Wml,S»re?

Roman von Hedda Lindner.

Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.

(Schluß.)

Ich habe sie sehr geliebt immer seit ich denken kann sie und den Jungen."

So hat auch Baron Gerald seine Frau geliebt, die Ihr Verrat getrennt hat", entgegnete Fiedler streng.

Evers hob den Kopf und sah chn an.Ach, die, die war doch nichts wert", antwortete er verächtlich. Dafür kann mir Baron Gerald höchstens dankbar fein. Einmal wären chm die Augen ja doch auf« gegangen. Und jetzt will sie sich an den Jungen heranmachen aber da hätte ich schon aufgepaßt/ Unwillkürlich ballte er tie Faust, und den Kriminal- rat überlief es ein wenig, als er daran dachte, daß er unfreiwillig wohl auch der Retter der schönen Carola war.Aber Dera, Vera war anders", fuhr Evers fort mit einer seltsam monotonen Stimme, als ob er irgendwo aus den vergilbten Blättern einer alten Chronik vorlesen würde. Und doch sckien es gleichzeittg eine Erleichterung für ihn zu fein, nun, da alles verloren mar, einmal, ein einziges Mal sprechen zu dürfen.Vera war' nicht exzen- irisch, wie die Leute sagen, sie h<ttte nur immer diese furchtbare Unruhe, die trieb sie umher. Es war alles sehr schwer für sie für uns beide aber wir hatten doch immer wieder Stunden, da ver­gaßen wir die ganze Well. Nur nachher, als sie tot war, ich hatte den Jungen, aber niemand durfte es wisien. Niemals durfte ich für ihn sor­gen, wie alle Väter für ihre Kinder sorgen dürfen, und da wollle ich auch einmal etwas für ihn tun, etwas ganz Großes, wenn er es auch nie erfuhr. Und nun habe ich ihm gemordet ich "

Das ist ja Unsinn, Evers", sagte Fiedler mit betonter Sachlichkeit. ,^)err von Petry hat doch mit Ihrer Xat nichts zu tun."

So meinte ich es nicht." Evers hob das Gesicht es war das Gesicht eines Greises.Günther ist so stolz. Wenn er erfährt, daß er mein Sohn ist, schießt er sich eine Kugel durch den Kopf."

Er braucht es nicht zu erfahren."

Die zusammengesunkene Gestalt richtete sich auf. In die trüben, glanzlosen Augen kam Leben. Braucht es nicht zu erfahren?" wiederholte er stam­melnd.

Fiedler räusperte sich kräfttg. Verfluchte Weich- beit, dachte er wütend, man erlebt so viele Tragö-

Vembungs- «nd Mamine-Fragen vor den Orthopäden Oie Gchlußvorirage auf der deutschen Orthopäden -Tagung.

sein, eine andere Erklärung habe ich nicht, sagte der alte Mann erschüttert, als er Evers' Gestand- ms las. Wenn er erst die ganze Wahrheit wüßte, wie furchtbar würde ihn das Mitnehmen, dachte Fiedler und faltete sorgsam das wichttge Schriftstück zusammen: er hatte richtig gehandelt. .

Nicht nur in Rehwaldau, sondern auch in der gan­zen Umgebung von Küvpingen erregte es großes Aufsehen, als Evers' Selbstmord m Verbindung mit den damaligen Vorgängen bekannt wurde. Nun hatte natürlich niemand ernsthaft an eine Schuld Geralds geglaubt, und man war gern bereit, es ihm nachdrücklich zu beweisen, als man hörte, daß er zurückkam. _

Im Morgengrauen des nächsten Tages wurde ein Sarg rasch und heimlich aus einer Seitenpforte des Schlosses hinausgeschafft, während man den Haupt­eingang bereits mit Blumen und Girlanden^zur Begrüßung des heimkehrenden Herrn zu schmucken

,Zch weiß wohl, daß Gerald nicht für einen festlichen Empfang gestimmt sein wird hatte ber alle Baron, der überall unruhig umherging und seine Rührung kaum verbergen konnte, gesagt, als er die eifrigen Vorbereitungen gesehen.Aber ich darf den Leuten die Freude nicht nehmen. Er war sehr beliebt."

Und das war Gerald. Es ging Zwar alles drunter und drüber an diesem Vormittag, aber es war ein Durcheinander, das ehrlicher, freudiger Aufregung entsprang.

Und noch eins muß erwähnt werden: Gunther von Petty hielt sich tatellos bei dieser doch für ihn sehr einschneidenden Veränderung.Weißt du, Onkel Clemens", sagte er, als er die Nachricht er­fuhr,ich werde schon kaum mit Weiga fertig, aber dieser Betrieb hier wäre mir bestimmt über den Kopf gewachsen. Hier paßt Gerald viel besser her", schloß er überzeugt und wunderte sich nur etwas, daß dieser Dr. Fiedler, auf den sein Onkel so viel zu halten schien, plötzlich auf ihn zutrat und ihm schweigend, aber energisch die Hand schüttelte.

Und die Detektivin? Dore hatte sich taktvoll im Hintergrund gehallen, als der Kriminalrat per­sönlich in den Gang der Dinge eingriff. Sofort nach Evers' Tod suchte er sie auf.Es ist die beste Lo­sung", sagte er und überreichte ihr sein Geständnis. Sie las und gab es zurück.Und das Medail­lon?" fragte sie leise. .

Er nimmt es mit ins Grab. Das war ber Preis hierfür." Er hob leicht das Schriftstück.Und darum komme ich zu Ihnen. Ich bin überzeugt daß Sie die Zusammenhänge erfüllt haben, die ein halbes Men­schenalter tiefstes Geheimnis waren."

Dore nickte.

Das wußte ich", fuhr er fort,und darum fol-

mit Schwertern ausgezeichnet.

Nach dem Kriege widmete er sich wiederum sei­nem landwirtschaftlichen Beruf in Münzenberg, wo feine Frau währeno des ganzen Krieges unter Ueberwindung vielfacher Schwierigketten den Hof­betrieb aufrechterhallen hatte. Außerdem förderte er mtt aller Tatkraft die Gründung und den Betrieb von Reitervereinen in Oberhessen. Im Jahre 1933 stellte er sich sofort bei der Machtübernahme der SA. zur Verfügung, zugleich führte er Du: ober- hessischen Reitervereine in die Reihen der SA. und baute dann auf der Grundlage dieser Vereine nach den Weisungen der vorgesetzten SA.-Führung die Reiterstandarte 147 Gießen auf, als deren Führer er bis zu seinem Tode unermüdlich und vorbildlich im Dienste des Obersten SA.-Führers wirkte. Alle­zeit war er als SA.-Kamerad und SA.-Führer em Mann von vorbildlichster Art, dem seine SA.-Ka- meraden gerne Gefolgschaft leisteten.

Nachdem Friedrich Leipold im Jahre 1932 feine Lebensgefährtin durch den Tod verloren hatte, zog er sich im Jahre 1933 von dem landwirtschaft­lichen Beruf zurück und übergab seinem Sohne die Leitung des Hofbetriebs in Münzenberg. Er ver- legte feinen Wohnsitz nach Gießen. Seinem Wunsche entsprechend wird seine Beisetzung, die auf den nächsten Samstag nachmittag angesetzt ist, in Mün- zenberg an der Seite seiner Gattin und seiner Mutter erfolgen. .

Das Andenken an Friedrich Leipold wird nicht nur in den Kreisen seiner SA.-Reiter und der gesamten oberhessischen SA., sondern darüber hin­aus auch in weiteren Bevölkerungskreisen.in Stadt und Land in hohen Ehren fortleben.

Umbau der Wieseck-Brücke.

3m Zuge des Sttahenumbaues von ber Garten- straße/Ecke Hindenburgwall über den Ludwigsplatz und die untere Kaiserallee bis zur Kreuzung Moltke- sttaße/Licher Straße war von vornherein die Frage noch unbestimmt, ob bzw. wie die Brücke über bie Wieseck beim Gaswerk verbreitert werden solle oder nicht. Inzwischen hat sich ergeben, daß die Verbreite- rung der Wieseck-Brücke im Rahmen des Umbau­programms zweckmäßig ist, so daß auch dieser. Teil der Straßen-Neugestaltung in Angriff genommen wurde. Die Verbreiterung der Brücke erstreckt sich (vom Gaswerk aus gesehen) nur auf die I int e Seite, und zwar wird die Brette des bisherigen Bür­gersteigs in die neue Fahrbahn einbezogen, während der Bürgersteig in Fortsetzung dieses Baustückes vom Gaswerk her neu geschaffen wird. Die Verbreiterung der Brücke, die voraussichtlich bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein dürste, wird in Eisenbeton ausgeführt. Der Bürgersteig wird Plattenbelag er- halten. .

Der Umbau der unteren Kaiserallee zwischen Lud- wigsplatz und Licher Straße wird auf ber r e d) t e n Straßenseite bis Enbe tiefer Woche die Fertigstel­lung bes Bürgersteigs bringen, ber ebenfalls Platten - belag aufweist. Dann wird mit aller Kraft an bie Fertigstellung bes Umbaues auf ber linken Stra­ßenseite herangegangen, bamit auch hier bie Neuge­staltung ber Straße schnell vorankommt. Falls kerne anbauembe und erhebliche Verschlechterung des Wet­ters eintrüt, hofft man bis Ende dieses Monats auch diesen Teil ber Umbauarbeit beenden zu können, so daß also bis dahin bie gesamte Neugestaltung bes Straßenbildes von ber allen Bürgermeisterei her bis zur Licher Sttaße abgeschlossen sein wirb.

Die spinale Kinderlähmung.

Nachdem in Rödgen und in Lind enstruth wie wir vorgestern berichteten je ein Fall von spinaler Kinderlähmung vorgekommen ist, wurde gestern ein weiterer Fall aus Reiskirchen ge­meldet. Sämtliche Erkrankten wurden sofort unter

In der Nachmtttagssitzung der 3 3. Tagung der Deutschen Orthopädischen Gesell- ch a s t am Dienstag lautete das Hauptthema Vererbungsfragen".

Prof. Luxemburger, München

wörtlich.

Prof. Kreuz, Prof. Ostertag und Dr. Bohlederer, Berlin

trugen über das derzeitige Wissen vom Wesen des angeborenen Klumpfußes und der angeborenen Hüftgelenkverrenkung (Kritik und Ausblick) vor.

Prof. Kreuz behandelte das Thema von der klinischen und morphologischen Seite her. Der äußere Anlaß dafür war der Streit in der Erb- beroertung ber angeborenen, schweren Mißbildung. Er forderte die Erbforscher auf, bie vorliegende an­geborene Mißbildung nicht allein an Ort und Stelle erbbiologisch zu betrachten, sondern die Ganzheit zu beurteilen. Für die Untersuchungsmethoben gab er Verbesserungsvorschläge an. Letzthin forberte Prof. Kreuz einen Zeitraum von mindestens 5 bis 10 Jahren, um wahrend dieser Zeit die notroen- tigen größeren Erfahrungen zu sammeln. Erst dann könne man sich über die Vererbung bestimmter an­geborener Mißbildungen mit größerer Sicherheit aussprechen.

Prüf. Ostertag (Berlin) bemonftrterte an einer Anzahl von Bildern, baß der angeborene Klump­fuß und die angeborene Hüftgelenkverrenkung ge­meinsam mit anderen schweren organischen Miß- unb Fehlbildungen des Körpers Zusammentreffen können. ,, _ .

Dr. Rvhlederer (Berlin) vermochte an Hand von Schmalfilmen die Entwicklung des Beckens und der Hüftgelenkpfannen eindrucksvoll zu demon­strieren. Er wies nach, daß das Becken mit einer angeborenen Hüftgelenkverrenkung auf einer früh- embryonalen Entwicklungsstufe stehen geblieben sei.

Die sehr rege Aussprache ließ wieder einmal mehr die Grenzen der menschlichen Erbforschung vor den Zuhörern erkennen.

Die Deutsche Orthopädische Gesellschaft hat selbst einen Ausschuß, der die Fragen der Erbforschung weiter aufklärt.

prof. (Stork, Berlin

erst zur stärkeren Verkrümmung kommen lasten, bla dann vielleicht noch zu einem nur geringeren Teil gebessert werden könnte. Bei schweren Mißbildun­gen dieser Art könne man häufig trotz sorafältigster orthopädischer Behandlung keine Verbesserung, höchstens die Vermeidung einer Verschlechterung erreichen.

lieber dieses Gebiet referierten weiter Linde« mann (Hannover) und Pacher (Graz).

Brandes ^Dortmund) wies an Hand vott< Röntgenbildern die Erscheinungsform, den Ablauf und oie Erfolgsaussichten der Behandlung der Beckentuberkulvse auf.

Hackend roch (Köln) sprach zur Klinik und Be- Handlung des idiopathischen Hohlfußes.

Marquardt und Leichs, beide aus Mün­chen, brachten an Hand von Bildern neuartige Auf­fassungen über das Wesen und die Entstehung von Kniegelenksleiden (Knorpelzwischenscheibe). Ein neu­artiges Röntgenverfahren zur Klärung dieses Krank­heitsbildes wurde empfohlen.

Schluß der Tagung.

Mit dem Sieg-Hell auf den Führer des Groß- deutschen Reiches wurde die Tagung geschloffen. Der Schriftführer der Deutschen Orthopädischen Ge­sellschaft, Prof. Brandes (Dortmund), dankte dem Präsidenten der diesjährigen Tagung, Pros. Pitzen (Gießen), für seine mühevolle Arbeit. Sel­ten habe eine Tagung so aktuelle und die Wissen­schaft fördernde Fragen und Probleme aufgeworfen und behandelt, wie diese Tagung in Gießen.

Am Nachmittag des gestrigen Tages wurde ab­schließend eine Besichtigung der Orthopädischen Kli­nik, wie auch des Kurzwelleninstituts von Professor S ch l i e p h a k e bei zahlreicher Teilnahme durchge- führt. _, .

Die Teilnehmer der Tagung werden sich tnt nächsten Jahre in Berlin zu ber gemeinsam statt­findenden internationalen und deutschen Tagung für Orthopädie wieder einfinden.

dien, aber man ist immer noch nicht abgehärtet ge­nug.

Meine Aufgabe ist lediglich festzustellen, wer den Scheck gefälscht und den Schuß auf den alten Baron abgegeben hat, damit Baron Gerald nach Rehwaldau zurückkehren kann, ohne das Gemunkel der Leute befürchten zu müsten. Alles übrige küm­mert mich nur, soweit es mit dieser Aufgabe zu­sammenhängt."

Das heißt also, daß ...

Sie sind bekannt als herrschsuchttg, Evers , fuhr Fiedler fort.Es wäre durchaus denkbar, daß Sie sich unter Baron Geralds Herrschaft Ihres Einflusses nicht so sicher fühlten, als wenn Herr von Petty hier das Erbe antreten würde, Petry, aufden Sie von Weiga her viel mehr Einfluß haben."

Und das das würde Ihnen genügen?

Wichtig ist mir, die Wahrheit über jene furcht­bare Tat, über das Motiv dieser Tat zu erfahren.

Evers sah ihn mit einem merkwürdigen Blick an.Sie tun es nicht meinetwegen, und doch ich könnte Ihnen fast verzeihen, daß Sie mich zur Sttecke bringen." r

Danke, Evers! Ich weiß, daß Sie kein Ver­brecher ttn gewöhnlichen Sinne find."

Evers stand langsam auf. Seine Gestalt straffte sich. Auch seine Züge formten sich wieder zu dem ruhig kalten Gesicht, das jeder kannte.

Wenn ich also ein umfassendes Geständnis ab- lege in diesem Sinne, dann

Dann bleibt alles übrige Geheimnis.

.Herr Kriminalrat, geben Sie mir darauf Ihr

Wort?" .

Ja, Evers, darauf gebe ich Ihnen mein 3Bortl

Evers nickte ein paarmal vor sich hin.Dars ich in mein Zimmer geben?" fragte er.

Wenn Sie es nicht verlassen, bis ich Sie hole

Darauf gebe ich nun wieder mein Wort, ssost war es, als huschte ein Lächeln über sein Gesicht. An der Tür blieb er nochmals stehen.Jetzt erst verstehe ich Ihren Trinkspruch: Große Ziele ver­langen großen Einsatz. Ich habe verloren Aber mein Ziel war doch größer als der Preis, den ich zahle"

Er grüßte zu dem Doktor hinüber mit der lieber- : legenheit eines Menschen, der seine letzte Rechnung - abgeschlossen hat.

Dann ging er. .

Fiedler setzte sich nachdenklich und erschüttert m feine Sofaecke. Wie wunderlich und aratifam ju- , gleich war das Leben! ,^chr laßt den Armen schul- . big werden", dachte er. Hatte er das Recht, einen auf solche Weise schuldig gewordenen Mann einfach gehen zu lassen?

. Als der Baron aus Küppmgen zuvuckkam, war . alles vorbei.Er muh geistig nicht normal gewesen

zier wieder in den militärischen Dienst einberufen, Anwendung der erforderlichen Sicherhettsrnaßn^- unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberleutnant, men in f^-**-*- APbrnrht.

Zunächst machte er als Leiter einer Pferde-Aus- Die Schulen in Rodgen,----- ,

Hebungskommission in der Pfalz Dienst, bann war struth wurden geschlossen.

er Adjutant eines Landsturm-Infanterie-Bataillons - ---------

in Ludwigshafen, hierauf diente er dem Vctterlande in verschiedenen militärischen Dienststellen in ßoti)- ringen und in Belgien. Im Jahre 1917 erfolgte seine Beförderung zum Rittmeister. Für seine Ver­dienste im Heere wurde er mit dem Eisernen Kreuz und mit dem Bayerischen Militär-Derdienst-Orden

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