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Sitz hatte, fängt einem deutlich zu werden an, Unterlauf die Randgebirgsschwelle von Nieder­guinea durchbrechen muß.

Bis M a t a d i reicht die Schiffahrt. Kurz vorher

und strudelnde Wirbel über der gewaltigen Tiefe, etwas aufregend thrilling, sagen die Engländer. Unsre schwarze Mannschaft wußte aber das Boot zu handhaben. Drohend aussehenden Stellen wurde geschickt ausgewichen; bald wurde aus dem offenen Strom in das vergleichsweise ruhigere Wasser an einem oder dem anderen Ufer hinübergesteuert, bald einer der kreiselnd strudelnden Wirbel, in dem das Wasser wie ein Hammer gegen das Boot chlug, glatt durchfahren.

k a t noch einige Stunden nach dem Waffenstillstand am 9. 9kmember 1918 bei Trafalgar das englische LinienschiffBritannia". Als letztes Kriegsschiff wurde der englische MinensucherAscot" vonU-B. 67", Kommandant Oberleutnant z. S. v. Dom. m i n g , noch am Tage nach dem Waffenstillstand, dem 10. November 1918, in der Nordsee versenkt.

Kaum bekannt ist es, daß, als nach dem Eintritt der Bereinigten Staaten von Nordamerika in den Krieg alle Wettermeldungen von westlichen-Statia. nen ausfielen, unsere Heeres- und Flottenleitung die für ihre Operationen überaus wichtigen Wettermel. düngen hauptsächlich nur auf F.-T.-Wettermeldun- 'gen operierender U-Boote aufbauen konnten.

$.=$. auf der Flotte von heute?

Die gewaltige Entn^jcklung von F.-T. und Radio lassen den noch während des Weltkrieges nür für einen Traum gehaltenen Gedanken telephonischer Derständigungsmöglichkeit des Chefs einer Flotte auf See mit seinen Unterführern keineswegs mehr als einen Traum erscheinen.

F.-T. im Rettungsdienst auf See.

Groß ist die Zahl der Menschen, die im Krieg und Frieden von havarierten und verunglückten Schiffen und Flugzeugen nach Abgabe von808-Signalen" ihre Rettung der F'.-T. verdanken.

Durch die F.-T.-Richtungs-Sendung und F.-T.- Peilung können heute Schiffe von Land-F.-T.-Sta- tionen ihren genauen Standort erfahren, und so hauptsächlich bei Nebel noch rechtzeitig vor Untiefen gewarnt werden. Neuerdings spielen in diesem Warm dienst der Schiffahrt auch die Unterwasfer-Schall- signale eine wichtige Rolle.

Ach was wär ein Schiff auf See

Und in Not, wenn nicht ,F. 1/

Für die Rettung fern im Meer Dann an Bord vorhanden wär!"

Seschästsschließung wegen Koppelungsgeschasten.

Spb. Frankfurt a. M., 5. Aug. Der Polizei Präsident teilt mit: Den Großhändlern in der Groq- Markthalle Bertha Sille rwitz, geb. Bussiu-. Frankfurt a. M., Hochwaldstraße 8, und Barbar Beck, geb. Köhler, Fraivkfurt a. M., Ener^ Hand 19, sind auf Anordnung des Regierungspn-' sidenten in Wiesbaden die Geschäftsräume geschw!' sen worden, rckeil sie die Abgabe knapper Obst- unj Gemüsewaren von der gleichzeitigen Abnahme an­derer, nicht gewünschter Waren abhängig haben. Solche Koppelungsgeschäfte hat der Reia)-' kommissar für die Preisbildung in Berlin wegei ihrer wirtschaftsschädlichen Auswirkung v e r b 1 t e n und die Preisüberwachungsstellen anaewieie^ rücksichtslos hiergegen einzuschrei- t e n. Gewerbetreibende, welche den Betroffenen zu Umgehung der Geschäftsschließung Beihilfe lelste» sollten, haben mit derselben Maßnahme zu rechnest.

Jahre 1906 erhielten zunächst versuchsweise die Führerboote unserer Torpedoboots-Flottillen F. T. Ich war F.-T.-Osfizier auf dem auf dem alten Hälbflottillen-FührerbootS 101". Ungünstige Raum­verhältnisse, niedrige Antennenhöhen und starke Vibrationen der leichten Bootskörper erschwerten den F.-T.-Verkehr auf Torpedobooten ungemein. Beschei-

XIII. Kongo-Erlebnis.

Matadi, 5. Juli 1938.

Es ist bald drei Monate her, daß wir den Kongo bei Stanleyville, eben beruhigt vom Schäumen der nach seinem Entdecker Stanley ge­nannten Katarakte, majestätisch vorüberziehen sahen. Gestern früh sind wir mit unsrerCarnia", die zum Westküstendienst des Triestiner Lloyd gehört, in die 2000 Kilometer abwärts gelegene Mündung des Stromes eingefahren. Dazwischen liegen für uns Ostafrika, Rhodesien, die Südafrikanische Union, Südwest, Angola: der halbe Kontinent zwischen dem Aequator und dem Kap der Guten Hoffnung! Schon lange bevor das Land an der Kongomündung in Sicht kommt, pflügt der Bug des Dampfers nicht mehr durch ozeanisches Salzwasser, sondern durch die braune Süßwasserflut, die der Kongo ins Meer chüttet. Sie ist leichter als das salzige Meerwasser, ind noch über 100 Seemeilen von der Küste ent- ernt zeigt die Oberfläche des Ozeans eine trübe

kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil

Briefe von einer Afrika-Reise.

Don Dr. Paul Rohrbach.

Funken-Telegraphie aus See seit 1900

Von Korveiten-Kapitan a. O. G G Irhr. v. Iorstner.

Attaches aus London dem Flottenchef beim Pas­sieren von Dover die Meldung, daß unser Besuch den Engländer nicht genehm sei. Die englische Flotte hätte daher Befehl erhalten, kurz vor unserem Ein­treffen den Hafen zu verlassen. Die Reichweite unse­rer F. T. gestattete damals noch keine Einholung neuer Befehle des Kaisers von dem Englischen Kanal aus. So war unser'Flottenchef gezwungen, den er­haltenen Befehl auszuführen. Tatsächlich fanden wir den Hafen von Southampton von der englischen Flotte geräumt vor.

Die hohe Verantwortung unseres Flottenchefs, Großadmiral v. K o e st e r , lag darin, mit der gan­zen deutschen Flotte in den Hafen einlaufen zu müs­sen, während vielleicht inzwischen, oder während un­seres Hafen-Aufenthaltes uns von England der Krieg erklärt werden konnte. Dann faß unsere Flotte in der Falle. Englische Uebermacht konnte uns, noch zu Anker liegend, oder beim Auslaufen vor der Entwick­lung zum Gefecht, leicht niederkämpfen.

Wie überaus wichtig die jetzt ständige F. T. - Ver­bindung jedes Kriegsschiffes auf den entferntesten Meeren mit seiner Staatsleitung ist, wird aus diesen Beispielen klar.

1900 F.-T.-Drrsuche auf Torpedobooten.

Tanks in bisher noch nicht erlebter Menge, auf. Sie überrannten die überraschten Verteidiger des Vor­feldes fast ohne Gegenwehr und drangen kurz darauf auch an zahlreichen Stellen in die Haupt­widerstandslinie ein. Wo brave Truppenteile unter Führung tüchtiger Offiziere ihre Stellung anfänglich hielten, erschienen bald in ihren Flanken und im Rücken seitlich durchgebrochene feindliche Schützen uni> Tanks und erstickten weiteren Widerstand. So fiel in kürzester Zeit fast auf der ganzen Front die Hauptwiderstandslinie in die Hand des Fein­des, dem fttzt auch der Weg in die Batteriestellungen offen stand. Che die Batterien in dem Nebel ahnten, was vorne geschehen war, wurden sie, ohne einen Schuß abgeben zu können, überrumpelt und vom Feinde genommen.

So hatte der Gegner fast auf der Gesamtfront sein erstes Angriffsziel im Handumdrehen erreicht und konnte sich nach kurzer Pause dem zweiten Ziele zuwenden. Wenn sich nun auch in den Vor­mittagsstunden der Nebel hob und der Artillerie im Hintergelände die Feueraufnahme gestattete, so waren doch die meisten Beobachtungsstellen in Fein­des Hand und damit eine planmäßige Bekämpfung des Angriffes ausgeschaltet. Auch waren im Zwi­schengelände nur einzelne Bereitschafts- und Ruhe­bataillone vorhanden, die zwar hier und da örtlichen Widerstand, z. T. bis zur völligen Vernichtung lei­steten. Aber sie sielen, wenn sie nicht rechtzeitig aus­wichen, der Umfassung der in den breiten unbesetzten Lücken vorgegangenen feindlichen Massen zum Opfer. So gelang es dem Gegner in den Vor­mittagsstunden, auf dem größten Teil der Kampf­front auch sein zweites Ziel zu erreichen und damit die Masse der deutschen Artillerie zu überrennen. Nur am rechten Flügel nördlich der Somme war es durch rechtzeitiges Eingreifen von Reserven möglich gewesen, einen Teil der Artillerie zu retten und ein weiteres Vordringen des Gegners einzu­dämmen.

Bis die Eingreifdivisionen alarmiert, versammelt und in Marsch gesetzt werden konnten, vergingen bei der für die höheren Stäbe völlig ungeklärten Lage kostbare Stunden. Sie konnten auch bei ihrer geringen Zahl die Lage nicht durch Gegenangriff wiederherstellen, sondern bestenfalls einem gänz­lichen Durchbruch kurzen Aufenthalt bereiten. Es gelang ihnen, in den Nachmittags- und Abend­stunden eine ganz dünne, sehr lückenhafte Wider­standslinie herzustellen und dem englischen Kaval­lerie-Korps den Durchbruch gegen die rückwärtigen Verkündungen zu verwehren. An großen Stellen der Angriffsfront konnte aber der Gegner sein drit­tes Angriffsziel erreichen. Nur auf beiden Flügeln blieb der Angriff vor dem äußerst schwachen, aber von tatkräftigen Führern fest organisierten Wider­stand tapferer Truppen liegen.

Als der Abend des 8. August hereinbrach, war die schwerste Niederlage des deutschen Heeres seit Kriegsbeginn zur Tatsache geworden. Die Verluste der 2. Armee an diesem Unglückstage waren auf etwa 700 Offiziere und 27 000 Mann zu' schätzen. An 400 Geschütze und ungeheure Mengen von Maschinengewehren, Minenwerfern und sonstigem Kriegsmaterial waren in Feindeshand gefallen. Wenn es auch in den nächsten Tagen gelang, durch Heranführung frischer Kräfte einen Durchbruch des Feindes und ein Auftollen der Anschlußftonten zu

Gerade, als wir vor uns die weißen Kämme einer nicht mehr zu überwindenden Schnelle quer über den Strom laufen sahen genau wie an- gesagt, drei Viertelstunden nach Abfahrt arbeitete ich unser Steuermann vom rechten auf das linke Ifer hinüber und legte am Fuß zerbrochenen, teilen Feldgetrümmers in einer Art von Natur­hafen an dicht unter einer Spitze, um die das in steilem, schäumenden Schwall mit lautem Brau­en herumschoß. Nun ging es an eine etwas fchwie- ige Kletterei. Die Felsen waren vom Hochwasser glatt geschliffen, daß man nur barfuß oder aus

den biteben die Reichweiten.

Bei einer Nachtübung innerhalb der Helgoländer- Bucht erhielt ich den Befehl, dem Flottillen-Führer- boot8 125", das nur wenige Seemeilen von uns entfernt stehen konnte, Meldung von dem Zusammen­stoß zweier Nachbarboote zu erstatten. Trotz allen Fluchens unseres Halbslottillen-Chefs gelang es dem in seiner engen und heißen F.-T.-Bude furchtbar schwitzenden F.-T.-Heizer erst Verbindung zu bekom­men, nachdem wir bei Helligkeit schon längst neben 8 125" festgemacht hatten, um mündlich zu berich­ten. Ich hatte vergessen, die Abgabe des Funkspruches rückgängig zu machen.

Glückstrahlend kam nach einiger Zeit der F.-T- Heizer auf die Brücke geeilt, ohne in seiner freudi­gen Erregung das längsseit liegende Flottillenboot zu bemerken:Herr Oberleutnant, jetzt werde ich ,8125' gleich kriegen, weit kann'er nicht mehr ab sein, gehört hab ich ihn schon!" In dieser urkomischen Situation konnte ich es mir nicht versagen, von dem Brücken­kleid des nebenan liegenden Bootes eine Rettungs­boje mit der leuchtenden Aufschrift:S. M Tpdbt. 8 125" abzunehmen, und diese ihm mit den Worten um den Hals zu hängen:Da hast du ihn, nun halt ihn aber gut fest!"

Der strenge H.-Chef, der diese Szene leider be­obachtet hatte, warf uns nun einen bösen Blick zu, wobei er in seinen Bart brummte:Ihr beiden könnt euch mit eurer ganzen F.-T.-Bude begraben lassen!"

F.-T. auf der Flotte bis 1914.

Mit Riesenschritten vollzog sich die weitere Ent­wicklung der F.-T. auf unserer Flotte. Im Jahre 1908 fanden die ersten Reichweiten-Versuche mit der Reichspost statt. Selbst im Atlantischen Ozean (tun*

verhüten, so zeigten doch die niederschmetternden Er­fahrungen dieses Tages, daß die Kraft des deutschen Heeres in bedenklicher Weise erschöpft und an größere Angriffe, die allein eine günstige Wendung der Gesamtlage hätten bringen können, nicht mehr zu denken war. Das deutsche Heer auf der Westfront mußte auf Abwehr g e st e l l t werden, und die Initiative ging auf den Gegner über. Damit war aber die Möglichkeit ded Endsieges ent­schwunden, und es konnte sich nur noch darum han­deln, durch hinhaltenden Widerstand und allmäh­liches Ausweichen in die als besonders stark und an den meisten Stellen tanksicher erachtete Ant- w e r p e n - M a a s - L i n i e den Feind zu ermüden und zu einem leidlichen Frieden zu kommen. Hätte die Heimatfront in den nächsten Wochen und Monatey nicht versagt, so wäre wohl dieses be­scheidene Ziel angesichts der zunehmenden Kriegs­müdigkeit der Franzosen und Engländer zu er­reichen gewesen.

Fragen wir uns zum Schluß, ob der schwarze 8. August auf ein Versagen der Führung oder der Truppe zurückzuführen war, so ist es nicht leicht, hierüber ein gerechtes Urteil abzugeben. Die Füh­rung traf der Angriff nicht ganz unerwartet, viel­mehr lagen wiederholte Meldungen der Stellungs­divisionen über Tankgeräusche hinter der feindlichen Front vor, auch hatte ein Flieger die Ansammlung von etwa 100 Tanks gegenüber einem Teil der Stellung berichtet. Anderseits hatten Gefangene nichts über einen bevorstehenden Angriff ausgesagt. Jedenfalls konnte die 2. Armee nichts Bestimmtes über die Ausdehnung, noch weniger über den Zeit­punkt eines etwa zu erwartenden Angriffs wissen. Es ist müßig, darüber zu urteilen, vb sie durch näheres Heranschieben der Eingreifdivisionen und der Armeereserve den Einbruch früher hätte ab- riegeln und wenigstens den größeren Teil der Artil­lerie retten können. Das durch den Nebel begün­stigte Ueberrennen der vorderen Stellung hätte sie sicher nicht verhindern können. Ob die Truppe so versagt hat, daß man ihr die Hauptschuld an dem Unglück zuschieben darf, ist zum mindesten zweifelhaft. Daß die übermäßig schwache Besatzung der vorderen Stellungen und das Fehlen genügender Bereitschaften dahinter dem Feinde das Vorkommen erleichtert hat, ist unbestreitbar. Das deutsche Heer von 1918 hatte nur noch einen mehr milizartigen Charakter, das feste Gefüge eines Frontheeres war durch den Ausfall der besten kriegserfahrenen Unter­führer und Frontkämpfer verloren gegangen. Ge­wiß haben auch einzelne Truppenteile, insbesondere der junge Ersatz, der in der Heimat moralisch ver­seucht war, weniger Widerstand geleistet, als von ihnen trotz der Ungunst der Verhältnisse erwartet werden konnte. Es ist auch leider erwiesen, daß Drückeberger, die sich hinter der Front unerlaubt herumtrieben, die anrückenden Reserven mit dem RufStreikbrecher" empfingen. Solche traurigen Vorfälle können aber nicht verallgemeinert werden. Es hat sich in den nächsten Wochen bei den schweren und entsagungsvollen Rückzugskämpfen gezeigt, was die hungrigen, entkräfteten und abgerissenen deut­schen Truppen gegen eine erdrückende Ueberlegenheit an Menschen und Material noch leisten konnten. Das Gesamtbild des deutschen Heeres von 1914 bis 1918 als des besten aller Zeiten und Völker wird auch durch den schwarzen 8. August nicht verdunkelt.

den unsere Schiffe von jetzt ob mit der Heimat in sicherer F.-T.-Verbindung.

Lange Jahre wurde die F.-T. in der Hochseeflotte nur für den inneren Dienst und zur Ausbildung des Personals verwandt. Befehle für Formatwnsande- rungen und Gefechtssignale wurden noch nicht mit F.-T. gegeben, da man durch leicht mögliche Irr­tümer hierbei Gefahrquellen vermutete. In der letz­ten Zeit vor dem Krieg war die F.-T. aber auch für diese Zwecke voll frontreif.

In glänzendster Weise bestand sie ihre Feuerprobe in der Skagerrak-Schlacht, als Admiral Scheer im schwersten feindlichen Feuer die ganze Schlachtlinie schneller, als durch optische Signale möglich, dreimal durch F.-T. in wenigen Minuten herumwarf.

F.-T. auf U-Booten im Weltkrieg.

Bei Kriegsausbruch langte die F.-T.-Reichweite auf U-Booten knapp von Helgoland bis Wilhelms­haven. Häufig fiel sie bürd) Zerschlagen der Anten­nen bei Schlechtwetter, oder nach Tauchfahrten auf großen Tiefen ganz aus. Im Herbst 1914 standen die vor der flandrischen Küste operierenden U-Boote, noch in keiner Verbindung mit der Flotte, oder einer F.-T.-Station der Westfront.

In der ersten Hälfte des Jahres 1915 blieben un­sere U-Boote im Atlantischen Ozean noch außer F.-T.-Verbindung mit der Heimat oft wochenlang auf Station So war es immerhin möglich, daß langst Waffenstillstand abgeschlossen fein konnte, ohne daß die U-Boote dieses erfuhren und deshalb ruhig weiter Krieg führten. Bald waren aber auch die Reichweiten der U-Bote wesentlich erhöht. Von 1916 ab standen alle U-Boote bereits im Mittelmeer und im nördlichen Eismeer, sowie sogar an der Ost­küste Amerikas in Verbindung mit deutschen F.-T.- Stationen.

.Getauchte U-Boote konnten natürlich keine F.-T.- Nachrichten empfangen. Auch mußte mit gelegent­lichen Störungen immer noch gerechnet werden. So versenkte11=23.50" unter Oberleutnant z. S. K u -

Wir können uns heute kaum noch vorstellen, daß l ein großes, seegehendes Schiff, besonders ein Kriegs- \ schiff ohne Funken-Telegraphie (F.-T.) auf dem Meer ' fährt. 1

Die Zeit liegt aber noch gar nicht allzu lange zu- i rück, in der jedes Schiff, sobald es aus Sicht von i Land kam, von allen Nachrichten über die Gescheh- i nisse in der Welt abgeschnitten wurde. Unsere Aus- landskreuzer blieben oft wochenlang ohne Postoer- i bindung oder sonstigen Nachrichtenempfang. So war cs immerhin möglich, daß sich inzwischen die poli­tische Lage mit anderen Staaten nicht nur zugespitzt hatte, sondern bei Anlaufen eines Hafens bereite Kriegszustand herrschte.

Unsere Kriegsschiffskommandanten hatten daher damals Befehl, jeden Abend vor Anbruch der Dunkel­heit für alle Fälle Vorbereitungen fürKlar-Schiff zum Gefecht!" zu treffen. DerDienst an Bord", unsereMarine-Bibel", besagte:Wenn ein aus­wärts befindliches Schiff lange ohne Nachricht über politische Zustande ge vesen ist, hat der Kommandant bei Annäherung an t in fremdes Fort, ein fremdes Kriegs- ober ein sonst verdächtiges Schiff sein Schiff gefechtsbereit zu machen, habet aber jedes äußere Zeichen dieser Bereitschaft aus bas Sorgfältigste zu verbergen."

Dieser Fall kam für uns noch im Jahre 1900 einmal praktisch in Frage. Bei politischer Spannung mit England während des Burenkrieges erhielten nür, mit S. M. S.Charlotte" vor Korfu liegend, am 17. Dezember 1900 vom Admiralstab das Tele­gramm:Sofort zur Hilfeleistung nach Malaga gehen!" Da kein Grund angegeben war, glaubten mir, in Malaga weitere Befehle empfangen zu sollen. Als wir am 22. Dezember die Hafeneinfahrt von Malaga gefechtsbereit ansteuerten, entdeckten wir im Scheinwerferlicht ein englisches Linienschiff. War etwa schon Krieg mit England ausgebrochen? Bald teilten uns die Engländer von einem zu uns ge­sandten Boot den Grund ihrer Anwesenheit und unserer Entsendung mit. Das SchulschiffGneisenau" war am 12. Dezember auf den Felsen der Außen­mole von Malaga gescheitert. Als erste waren eng­lische Kriegsschiffe zur Hilfeleistung von Gibraltar entsandt worden, die mir nun ablösten. In. dem Landtelegramm an uns hatte man Worte sparen wollen, da man in Berlin glaubte, daß wir im Mittelmeer schon von dem Untergang derGnei­senau" gehört haben müßten. Hätten wir damals schon F. T. an Bord gehabt, so wäre die ganze Auf­regung, aus der heraus bei etwa gesteigerter Nervo­sität leicht schwere Komplikationen entstehen konnten, vermeidbar gewesen.

Unsere Flotte 1900 noch ohne F.-T.

Im Jahre 1900 waren erst einige Versuchsschiffe mit F. T. ausgerüstet. Als der Kaiser nach der am 20. Juni 1900 erfolgten Ermordung unseres Ge­sandten in Peking, Frhr. v. Ketteler, die Mobil­machung der vier Linienschiffe derBrandenburg- Klasse: und des Kleinen KreuzersHeia" zur Fahrt nach Öftesten anordnete, konnte den in der westlichen Ostsee übenden Schiffen dieser.Befehl erst nach tage* teäigem Suchen von nachgesandten Torpedobooten übermittelt werden.

1905 noch zu geringe Reichweiten.

Als unsere gesamteaktive Schlachtflotte" im Som­mer 1905 zum Besuch der englischen Flotte nach Souchampton entsaydt war, überbrachte der Marine-

Sttümpfen Halt gewinnen konnte, aber wir kamen alle glücklich in ine Höhe, an der Inschrift vorbei, deren Züge, offenbar vor kurzem, weiß nachgezogen worden sind, um sie leichter erkennbar zu machen. Unter chr find bas Wappen von Portugal unb die Namen von Diego Cao und zwölf seiner Gefährten eingegraben, daneben drei Kreuze, wahrscheinlich zum Gedächtnis dreier Verstorbener. Moderne Be- ucher haben sich in der Rinde einiger Baobabs verewigt, die zwischen den Felsen wachsen. Hat man ich erst nach oben gearbeitet, so findet man auf einigen natürlichen Felsstufen einen ganz behag­lichen Sitz. Alle fteuten wir uns des wirklich inter- effanten, nicht alltäglichen Erlebnisses. Natürlich wurde auch eifrig photographiert.

Mir scheint schwer begreiflich wie die brei Karavellen Diego Cao's, die doch nur mit Segeln, bewegt wurden, die Gewalt des Stromes, die uw erem starken Motor schwer zu schaffen machte iberwunden haben und bis an diese Stelle gelangt: ein sollten. Die Inschrift sagt aber ausdrücklich- Hierher kamen die Schiffe. Einmal hinter der Felsspitze, hätten sie in ruhigem Wasser oertaut werden können, aber wie sie heraufbringen? Trei­deln vom Ufer aus ist durch das zerklüftete Fels- gelände ausgeschlossen. Vielleicht führte der Kongo» ausnahmsweise niedriges Wasser und die Strömung war etwas gemäßigter, vielleicht legte ein starker stromaufwärtswehender Wind doppelten Druck >" die Segel... aber wozu so viel nachdenken, es steh! da: Aqui cheyarem! und die alten Pol" tuaiesen waren Seefahrer, die schon etwas konnten- Auch die rückwärtige Felskletterei ging glücklich) vonftatten. Unser Boot wurde wieder in den wir­belnden Strom hinausgesteuert, und in einer Vier­telstunde schossen wir zum Pier von Matadi hin­unter. Am Bahnhof grüßten wir noch einmal nach deutlich bas Bilb Stanleys. Seine harten Züg< mochten benen des alten Diego Cao ähneln!

wird derChaudron" (Kessel) durchfahren, in dem der um eine Biegung hereinschießende, in unheim­lichen Wirbeln umhergetriebene Strom fast 200 Meter tief ist. Gleich nach der Biegung erblickt man am linken, nördlichen Ufer, auf stell anstei­gendem felsigen Gelände, die Häuser von Matadi. Hier ist der Kongo schon auf 500 Meter Breite zusammengepreßt und 90 Meter tief. Weiter können die Schiffe wegen der reißend zunehmenden Strom­geschwindigkeit nicht hinaufgehen.

Zwischen Matadi und Leopoldville zwängt sich der Kongo, in engen Schluchten don­nernd und stürzend, durch die Gebirgsschwelle hin­durch. Diese vollkommen unbefahrbare Strecke wird durch eine 400 Kilometer lange Eisenbahn um­gangen. Don Leopoldville bis Stanleyville ist er dann wieder 1500 Kilometer weit bequem schiffbar, und große Flotten von Fracht- und Pyssagierdarnp- fern verkehren auf ihm. Gegenüber dem Bahnhof von Matadi sieht man in eine Quadermauer eine Reihe von bronzenen Reliefs eingelassen: in der Mitte die Gestalt Stanleys, rechts und links Szenen aus seiner zweijährigen Durchquerung Afrikas, auf der er den Lauf des Kongo entdeckte. Darüber steht die Inschrift: 18. August 1877 das Datum, an dem Stanley mit dem Rest feiner er­schöpften Mannschaft nach unendlichen Mühsalen Matadi erreichte und von den wenigen Weißen, die sich wegen des Handels mit den Eingeborenen dort niedergelassen . yatten, staunend begrüßt wurde. Oberhalb von Matadi war damals alles eine terra incognita. Stanley? aus dem Innern kommend, erschien wie vom Himmel gefallen; man begriff nicht, wie er sich an den Katarakten er nannte sie die Livingstonefälle hatte herunterarbeiten können. Sie hatten auch Opfer genug verlangt!

Hier in Matadi hörten wir, es gebe auf einem Felsen noch etwas weiter aufwärts am linken Ufer eine erst 1890 aufgefunbene Inschrift, bie Diego Cao, der 1482 die Mündung des Kongo ent­deckte, wahrscheinlich auf einer zweiten Fahrt einige Jahre später hatte einmeißeln lassen:Aqui cheyarem os nacres de esclarando Rey Don Joambo de Portugal"hierher kamen die Schiffe des erlauchten Königs Don Johanns II. von Portu­gal". Durch die Liebenswürdigkeit des französischen Konsuls in Matadi, Mr. Clementz, erhielten wir heute früh ein Stahlboot mit starkem Motor, um bis zur Felsinschrift vorzustoßen. Unser Kapitän unb ein Mitpassagier, ein junger Franzose, Mr. Prevost, waren mit non der Partie. Bald wurde bie Fahrt auf der reißenden Stromstrecke oberhalb Matadi, immerfort durch vorwärtsstürzenbe^ kurze Wellen

Färbung.

Die Strömung ist so stark, baß unser Schiff von Bananapoint an ber Münbung, wo ber Lotse an Bord kommt, für die 72 Seemeilen bis Matadi einen ganzen Tag brauchte. Anfaqas sind die von Mangroven und Sumpfpalmen gesäumten Ufer lach und liegen so weit auseinander, baß man in einen Meerbusen einzufahren glaubt, nicht in einen Fluß. Allmählich zeigt sich in ber Ferne, noch im Morgendunst verschwimmend, hohes Land. Dann ieht man grasbedeckte Berghänge sich zum Strom herabsenken unb bas Bett ber immer rascher ein- herströmenden Wassermasse begrenzen, und mit der Annäherung an den ersten Flußhafen, Borna, wo vor der Erhebung Leopoldvilles zur Hauptstadt die Verwaltung des ganzen Kongogebietes ihren ...... bie g ^graphische Tatsache baß ber Kongo in seinem

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