b./7.August 1958
Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Oberhessen)
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Leyer und Schwert.
Von Wilhelm Schäfer.
Es war ein junger Dichter in Wien, Karl Theodor Körner geheißen, fast noch ein Fant, aber in feiner Kindheit hatte Schiller, der Freund seines Vaters in Dresden, dem Knaben die Locken gestreichelt.
Wie nun die Wolken in Deutschland zu wehen begannen, daraus sich das Ungewitter über Napoleon ballte, ließ Theodor Körner die schöne Braut und den jungen Ruhm in Wien hinter sich, zu den preußischen Waffen zu eilen, obwohl er em sächsischer Untertan war.
Die schwarze Freischar der Lützower Jager und Reiter nahm ihn mit den anderen Junglmgen auf, die nicht zur Armee konnten, und ihre Elgenlust suchten, das Vaterland zu befreien.
Sie führten den kleinen Krieg zwischen den Kanonen der Großen und hätten nut ihren Waffen allein dem Korsen kaum Schaden getan; aber der Ruhm der schwarzen Freifchar umflatterte den Mächtigen, wie die Raben den Bussard.
Und der fast noch ein Fant war und em Full- Horn leichter Gedichte, fang der Schar seine Lieder, darin die Jünglingsluft am reiten, klirren und siegen brauste; Darin sich der Frieden wegwars m den Krieg und der Tand in den Tod; darin das Schwert der Zweck der Hand wurde und die Kugel ihre Tücke verlor.
Bei Kitzen verwundet und, kaum gesund, schon wieder im Feld, sank Theodor Körner bei Gadebusch zu früh in den Tod, mehr als die herrliche Hoffnung des Sieges zu erleben; und die Freunde begruben ihn da unter der Eiche.
Aber die Lieder blieben und wurden nach Frankreich hinein gesungen: Leyer und Schwert hieß das kleine Buch, darin sie gesammelt standen, den Namen des Dichters in alle deutschen Herzen zu tragen. Denn nun war die Wendung geschehen: nicht mehr geworbene Söldner hatten den Krieg geführt; das Volk war aufgestanden, die Landwehr hatte den Sieg über die fremden Bedrücker errungen.
Nach einem Jahrtausend war das Schwertrecht des freien Mannes wieder zur Geltung gekommen, unb Theodor Körner hatte dem alten Schwertrecht die neuen Lieder gesungen.
Hochschulnachrichten.
Ihren 6 0. Geburtstag begehen in diesen Tagen Professor Dr. Ernst Rodenwaldt, Dr* dinarius für Hygiene an der Universität Heidel» berg und Professor Dr. Willy Ruh land, Ordinarius für Botanik an der Universität Leipzig.
voll auswirken.
War schon die dürftige Einrichtung der Stellung für eine Abwehrschlacht denkbar ungeeignet, so war auch ihre Besetzung dafür viel zu schwach. Zehn Divisionen standen in größtenteils übermäßig breiten Frontstreifen in vorderer Linie, nur zwei Divisionen dahinter .als Eingreifdivisionen, eine noch weiter rückwärts als Armeereferoe. Ueberaus gering waren die Grabenstärken der Bataillone; sie gingen bei einigen Regimentern bis auf 150 Gewehre zurück und betrugen im Höchstfälle bei nur einem Regiment 400 Gewehre. Dauernde blutige Verluste bei den nie aufhörenden Kämpfen in den schlecht ausgebauten Gräben, dazu Grippe, Typhus und Ruhr, hatten an der Kraft der fast durchweg feit Wochen, teilweise aber schon feit Monaten, mit nur kurzen Ruhezeiten, im Angriff oder in Stellung befindlichen Divisionen gezehrt. Die 2. Armee bezeichnete in einem Bericht vom 3. August nur zwei Divisionen als voll kampfkräftig, fünf als kampffähig im Stellungskrieg, drei als nur zur Verteidigung an ruhiger Front befähigt, drei als ab- löfungsbedürftig. Demnach waren für einen Großkampf eigentlich nur die beiden erstgenannten Divisionen verwendbar. Bezüglich der Artillerie-Ausstattung war gewiß alles geschehen, was die DHL. angesichts der Ansprüche der anderen Fronten bei den knappeb Mitteln des deutfchen Heeres tun konnte. Zur Abwehr eines Großangriffs reichte sie nicht annähernd aus. Ganz unzureichend war die Tankabwehr, da die Ausstattung der Armeen mit
Wollte die OHL. den deutschen Waffen den Sieg bringen, so konnte sie nur so handeln, wie sie es tat, indem sie die kampfkräftigen Truppen und die größten Mengen an Kampfmitteln zu Angriffen an strategisch aussichtsreichen Frontteilen zusammenzog
Der Gegner, die 4. englische Armee, und, dem Südteil der 2. Armee gegenüber, Teile der französischen 1. Armee, hatte zu dem Angriff 15 Infanterie-Divisionen und ein Kavallerie-Korps zu drei Kavallerie-Divisionen zusammengezogen; die Divisionen waren alfa der Zahl nach nur zu etwa 50 v. H. den deutschen überlegen. Weit größer aber war die Ueberlegenheit jeder einzelnen Division an Kämpfern und Kampfmitteln. Man kann wohl danach die Ueberlegenheit des Gegners an Kampfkraft auf etwa das Doppelte schätzen, und zwar an bestens ausgeruhten, verpflegten und ausgerüsteten Kämpfern. Dazu kam eine mehrfache Ueberlegenheit an Artillerie und, wie schon erwähnt, an Luftstreitkräften. Die gefährlichste Angriffswaffe des Feindes, der wir nichts gegenüberstellen konnten, waren aber
deren Stellungen nicht benötigten Angriffswellen der Infanterie und bespannte Batterien folgen, dem tiefen Einbruch der Kampfwagen den erforderlichen Nachdruck geben und bas gewonnene Gelände be=> etzen. Für den Durchbruch wurden drei Angriffsziele feftgelegt, die im großen und gan- zen folgendes bezweckten: *
1. Ziel: Wegnahme der deutschen Vorfeld- tellung, der Hauptkampfstellung und der nächft- gelegenen Batterien;
2. Ziel: Wegnahme der gesamten tm Hintergelände stehenden Artillerie; .
3. Ziel: Inbesitznahme des für Eingreisdioi- fionen und sonstige Reserven in Frage kommenden Geländes. v
Das weiteste Ziel lag in der Mitte und auf dem rechten Flügel der Angriffsfront, etwa 9 Kilometer hinter den vordersten deutschen Linien; dem linken Flügel nördlich der Somme waren kürzere Ziele gesteckt. Nach Erreichen des 1. und 2. Zieles sollten kurze Halte zum Ordnen der Verbände, Nachziehen der bespannten Batterien und für die ergänzende Befehlserteilung zur Fortsetzung des Angriffs eingelegt werden, lieber das 3. Ziel hinaus hatte nur das Kavallerie-Korps gegen die deutschen rückwärtigen Verbindungen vorzugehen. Zu einer Ausnutzung des erwarteten Erfolges durch die Angriffstruppen in operativem Sinne, wozu erheblich weitere Ziele hätten gesteckt werden müssen, die Die Anariffstruppen durch Aufrollen nach der Seite m die Flanken und den Rücken der Anschlußfronten geführt hätten, hatte sich die englisch-französische Führung nicht entschlossen. Hätte sie es getan, so wäre zweifellos das Unheil auf deutscher Seite weit größer gewesen. Die Herstellung einer widerstandsfähigen Front zwischen Arras und der Oise wäre in Frage gestellt worden.
In geradezu verhängnisvoller Weise hatte sich auch der Wettergott am Angrisjstage auf die Seite der Alliierten gestellt. Es herrschte am frühen Morgen des 8. August auf der ganzen Angriffsfront cm jo dichter Nebel, daß dem Verteidiger Sicht nur auf wenige Meter gestattet war. Dadurch fiel nicht nur jedes beobachtete Artilleriefeuer, besonders gegen Kampfwagen, aus, sondern auch die Nahverteidigung durch Gewehr- und MG.-Feuer und Handgranatenwurf war fast völlig ausgeschaltet. Als am 8. August, um 5.20 Uhr, schlagartig em gewaltiger Feuerüberfall der feindlichen Artillerie losbrach, hatten die deutschen Truppen kaum die Zeit, sich fertig zu machen und die Gräben zu besetzen. Da tauchten schon im Nebel auf wenige Schritte Entfernung Massen feindlicher Infanterie, begleitet von
„Englische und ftanzöfische Angriffe zwischen < Ancre- und Aore-Bach. Der Feind ist in unsere । Stellungen eingedrungen." So lautete der deutsche i Heeresbericht vom 8. August 1918. Für jeden, der die deutschen Heeresberichte zu lesen verstand, bedeutete dieser Wortlaut in seiner schonungslosen Offenheit, daß es sich dieses^ Mal nicht um einen einfachen Einbruch des Gegners in die vorderen deutschen Stellungen handelte, wie wir ihn in den ersten Tagen der Abwehrschlacht an der Somme 1916, bei Arras und in Flandern 1917, als fast selbstverständliches Ergebnis eines auf mehrtägiges Trommelfeuer folgenden Großangriffs erlebt hatten. Es war vielmehr klar, daß es sich um eine schwere, ja d i e schwer sie Niederlage deutscher Truppen an der Westfront handelte.
Was war geschehen, und wie kam es dazu? Zwischen Albert an der Ancre und etwa 2 Kilometer nordwestlich Contoire an der Avre verlief die Front der deutschen 2. Armee, der am weitesten nach Westen vorspringende Bogen der Westfront. Die Stellungen waren nach dem Auslauf der „Großen Schlacht in Frankreich" im Frühjahr 1918 und nach vielen mit wechselndem Erfolg daran anschließenden Örtlichen Kampfhandlungen da entstanden, wo sich die deutschen Angriffe festgelaufen hatten ober Einbrüche des Feindes erfolgt waren. Keineswegs also handelte es sich um ein nach günstigen Verteidigungsverhältnissen ausgesuchtes Stellungssystem, noch weniger um gut ausgebaute, mit allen Mitteln der Abwehr ausgerüstete Stellungen. Weder gab es starke Hindernisse noch schußsichere Unterstände. Don leidlich ausgebauten rückwärtigen Stellungen konnte keine Rede sein, sie standen nur auf dem Papier. Es sollte sich ja um keine Dauerstellung handeln, sondern um eine solche, aus der, wenn es die Lage gestattete, erneut zum Angriff vorzübrechen war. Für einen gründlichen Ausbau hatte es überdies an Zeit, Mitteln und Arbeitskräften gefehlt. Am wenigsten konnte man von einer „tanksicheren" Stellung sprechen, für die breite und tiefe Wasserläufe, Sümpfe oder dichte Waldungen als Hinder- n'iffe erforderlich gewesen wären. Gerade das Fehlen solcher natürlichen Hindernisse sollte sich Verhängnis-
Lieber das Heiraten x > und das Glück. ]
Don Peter Lamm.
Nachdruck verboten! 1
Es läßt sich nicht leugnen, daß die so wünschenswerte Begeisterung für das Heiraten bei den Frauen verbreiteter ist als bei den Männern. Dies ist eine wahrhaft weife Einrichtung der Natur. Wenn nämlich die Männer ebenso für das Heiraten eingenommen wären wie die Frauen, bedürfte die Vorsehung keines besonderen Mittels, die Männer zum Heiraten.zu bewegen. Aber gerade das Mittel, mit dem der Widerstand der Männer überwunden wird, ist eines der Elemente des Daseins, die uns die Plackerei hienieden schmackhafter zu machen geeignet sind. Loben wir daher den Widerstand der Manner gegen das Heiraten, der die Liebe erforderlich macht, mit der dieser Widerstand am leichtesten überwunden wird.
Männer denken gern über das Prahlern der Ehe nach. Es ist eine hübsche Beschäftigung, deren wahrhaft philosophischer Wert daraus erhellt, daß Die Frauen diese Zeit dazu benutzen, die Monogramme in die Aussteuer zu sticken. Gleichwohl ginge man fehl, wenn man das Nachdenken über das Problem der Ehe für eine nutzlose Beschäftigung hielte. Freilich gehört ein wenig Mut dazu. Die brillanten Anmerkungen, die Schopenhauer in seinem Xranai über die Weiber zu dieser Sache gemacht hat tun einem jeden wohl. Aber es ist der bare Bluff, am Biertisch mit dergleichen um sich zu t$rnc’Pe(n-9?5 muß gefordert werden, daß einer, der sich oieje Anmerkungen zu eigen machen will, sie zuerst einmal seiner Praut vorliest. Dann wird sich schnell Herausstellen, daß diese Anmerkungen nur für wenige Leser bestimmt sind. Und übrigens ist das Ergebnis, zu dem Schopenhauer kommt, nachdem er Die europäische Ehe in Vrund und Boden verdammt hat, hauptsächlich das, daß er uns die chinesische Ehe empsiehlt. Mit diesem Ratschlag waren wir gar nicht schlecht dran, wenn wir nur Chinesen wären. Aber so schnell läßt sich das dreizehnte Jahrhundert nicht vergessen.
Die Kirchenväter haben ebenso gründlich über bie Ehe nachgedacht wie der Philosoph vom Schaumainkai. Sie find zu dem Ergebnis gekommen, sie eines Gelübdes für wert zu erachten. Man mutz eine Weisheit bewundern, die es verstanden hat, einer Sache, die die Alltäglichkeit selber ist, jene
dem Glück abzugeben, dann hätten sie sich nicht darauf zu beschränken brauchen, un^ zu versichern, daß es Glück nicht gebe, und daß es also keinen Sinn habe, darnach zu streben. Dann hätten sie uns versichern können, daß es glückliche Augenblicke gibt, und dann hätten sie sich bemühen'müssen, uns anzuweisen, nach welchen glücklichen Augenblicken zu streben wir uns zur Aufgabe machen sollen.
Die von Schopenhauer so geschätztes Chinesen haben viele Philosophien hervorgebracht, die sich mit diesen Banalitäten eingehend beschäftigt haben. Lin Putang in seinem neuen Buch berichtet uns von den dreiunddreißig glücklichen Augenblicken im Leben des Chin Shengt'au, eines berühmten chinesischen Schriftstellers aus dem 17. Jahrhundert. Er zeichnete diese dreiunddreißig glücklichen Augenblicke auf, als er durch einen Regen zehn Tage lang mit einem Freund zusammen in einem Tempel aufgehalten wurde. Es finden sich darunter folgende drei Fragen, von Denen jede beweist, daß Die Würbe einer Sache niemals von Der Sache abhängt, sondern allein von Dem Menschen, Der sie tut oder betrachtet. „ _
„Mit einem scharfen Messer an einem Sommer- na'chmittag auf einem großen dunkelroten Teller in eine hellgrüne Wassermelone schneiden — ist das vielleicht nicht Glück?"
„Ganz zufällig in einer Kiste einen handschriftlichen Brief von einem alten Freund finden — ist das vielleicht nicht Glück?"
Ein Fenster öffnen und eine Wespe aus dem Zimmer lassen — ist das vielleicht nicht Gluck?" Sollten die Mädchen, während sie die Monogramme sticken, naiv genug sein. Daß sie gar nicht „ach Dem Glück Der Ehe streben, sondern nach dem glücklichen Augenblick des Heiratens? Lola jedenfalls schien uns das zu beweisen. Als sie am Sonntag aus der Kirche trat, war sie Die strahlenbe Königin eines glücklichen Augenblicks, ein wahrhaft bezaubernder Anblick. Genußvoll schluchzten die alte Magd, die Köchin, Die alte Kinderfrau in ihre Freudentränentüchlein, und auch Der Chronist gesteht, Daß er nicht umhin konnte, gerührt zu sein, währenD er Den Sachverhalt auf Der Manschette notierte.
Sofern Der geneigte Leser mit Dem Chronisten hinsichtlich seiner Anschauung über Das Glück übereinstimmt, sei er hiermit submissest gebeten, seinen ’ Glückwunsch mit Dem Des Chronisten zu vereinigen. ■ Der strahlenDen Königin eines glücklichen Augenblicks Glück wünschen zu Dürfen — ist Das vielleicht nicht Glück?
einem einigermaßen brauchbaren 13 - mm -Tank- abwehr-MG. in Den ersten Anfängen steckte, eigem- liche Tankabwehrgeschütze überhaupt noch nicht konstruiert waren, die Tankabwehr durch Arttllerie vielmehr einzelnen hierfür besonders eingebauten Feldkanonen übertragen werden mußte. Ebenso dürftig war die Ausstattung der 2. Armee mit Luft- ftreitträften und Flak-Artillerie. Jedenfalls beherrschte der Feind die Luft vollkommen.
Ich habe diese Ausführungen für notwendig gehalten, da sie wesentlich zur Erklärung der Kata- trdphe dienen. Keineswegs sollen sie einen Vorwurf gegen die OHL. bedeuten. Diese hatte alles getan, was in ihren Kräften stand, um auch die nicht im augenblicklichen Brennpunkt der Kampfhandlungen stehenden Armeen so kampfkräftig wie möglich zu erhalten. Aber das mit Dem Eintreffen Der Amerikaner von Woche zu Woche steigende Mißverhältnis Der Deutschen Kräfte zu Den.feindlichen an Menschen und besonders auch an Material konnte sie nicht ausgleichen; das ging über unsere Kraft.
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Dauer zu geben, aus Der allein sie ihre WürDe i beziehen kann. 1
Natürlich ist noch niemals einer Durch Liebe glyck- < lief) geworden. Aber mancher, Der aus Liebe ge- 1 heiratet hat, ist durch Die Ehe glücklich geroorDen. 1 Die meisten Leute freilich, die geheiratet haben, werden, wenn man sie fragt, behaupten, daß sie , durch die Ehe nicht glücklicher geworden sind. Die Soziologen Des menschlichen Geschlechtes hören gewöhnlich an dieser Stelle zu fragen auf und sagen, je nachdem: „Aha!" oder „Na also!"
Aber an dieser Stelle sollten sie zu fragen am fangen, und wenn sie die solchermaßen unglücklich Verheirateten fragten, was sie Derrn unter Gluck sich eigentlich vorstellten, würden sie bald herausfinden, daß diese Leute vom Glück entweder eine vollständig schwachsinnige ober gar keine Vorstellung haben. .. .
Das ist allerdings nicht allein die Schuld oiejer bedauernswerten Leute. Die ganze abendländische Philosophie leidet an einer gewissen Arroganz, Die sie verhindert, sich mit banalen Dingen zu beschäftigen, während es doch gerade ihre Aufgabe ist, Den banalen Dingen WürDe zu geben.
Der Chronist hat sich oft über Die liebenswurDi- gen Herren gefreut. Die bei Der Besprechung feiner Bücher Darauf hinzuweisen beliebten, Daß Das, was derselbe Sonntags in Die Zeitungen schreibe, auch Philosophie sei, obgleich er sich nur mit kleinen Dingen beschäftige. Aber bei Dem Chronisten ist dieses „obgleich" Die reinste Arroganz insofern, als er Der Meinung ist, Daß ein sehr viel feineres Ohr dazu gehört, bie Stimme der Schöpfung im Gezwitscher eines Spatzen als im Gedonner Des Niagarafalls zu hören. •
Ein dreibändiges Werk über die Wahrheit zu schreiben, verschafft hohe Ehre, selbst wenn es nur die halbe Wahrheit ist. Drei kleine Wahrheiten herauszufinden, gilt schier gar nichts,. Dabei ist der Unterschied derselbe wie der zwischen einem, Der eine großartige Theorie entwickelt, wie allen Seuten geholfen werden könne, unD einem, Der hmgeht und einem braven Manne, Der Hunger hat, eine warme Mahlzeit v-rschasst. Daß es Wahrheiten gebt .st sicher. Ob es aber sv etwas wie Die Wahrheit gibL ist {ebenfalls höchst zweifelhaft. Daß es bas G uck nicht gibt, ist sicher. Daß es... Parbleu! Das Gluck hat keinen Plural! Welche Überraschung! Darüber : allein ließe sich ein breibänbiges Werk schreiben, : das zu schreiben Der Chronist freilich sich hüten wnb. - Wir können also nur soviel sagen, Daß es sicher , ist baß es glückliche Augenblicke gibt.
Wenn bie Philosophen menschenfreundlich genug ' gewesen wären, sich mit so etwas Banalem wie
die Tanks, von Denen in der Schlucht fast 500 eingesetzt wurden. .
Für den Angriff hatte Der Gegner ein schon bei dem Einbruch am 18. Juli zwischen der Aisne und Marne erprobtes neuartiges Verfahren angeorbnet. Keine Artillerie-Vorbereitung, sondern schlagartiger Artillerie-Feuerüberfall, mit leichten Kalibern auf die vorberen Linien, mit schweren unb schwersten auf rückwärtige Stellungen, Batterien, Befehlsstellen, Anmarschwege unb Unterkünfte. Nach wenigen Minuten Trommelfeuer, bei bem auch von Nebelgeschossen reichlich Gebrauch zu machen war, Einsetzen b er Feuerwalze unb gleichzeitig Beginn b e s S tu r m e s ber von zahlreichen Tanks begleiteten Infanterie. Nach Erlebi- gung ber Besatzung Der vorberen Stellungen sollten bie Tanks tief in bas Hintergelänbe vorftoßen, Batterien unb Stäbe vernichten, Reserven bas Vorkommen erschweren. Möglichst bichtauf hinter Den Kampfwagen sollten Die zum Aufräumen ber vor-
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Von Erhard Wegeli, Oberstleutnant a. O.
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Deutsche Kampflinie am 8. 8. früh
Angrifferichtung der Engländer und Franzosen am 8. 8
Deutsche Kampflinie am 9. 8. früh
Franz. Angriff am 9. 8.
Deutsche Kampflinie am 10. 8. früh
Angriffsrichtung der Franzosen am 10. 8.
Deutsche Kampflinie am 18. 8.
Rückwärtige Stellung (im Bau befindlich)
Corbie y*x-
Villers- g?
Bretonneux
Conwles
Noyo,
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MontdidierÄ____
MoreuiK WM Hangesi


