Ausgabe 
6.7.1938
 
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Mittwoch. b.IllM38

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Nr. 155 Drittes Blatt

Der Pioniersturm 2/116 hatte sich außerdem willig

1 völkerung fähig ist.

Aus der Stadt Gießen

ppe.

gut (sowohl in Tänzen wie an Ensemblestücken) schlummert auch in den übrigen Straußschen Ope-

das Mehl zu dem stich der Austeiler

kam die Antwort. Portland-Zement

Gestern Nacht bot

nicht viel- Hrn-

in den Dienst der Sache gestellt und ebenfalls Dor bildlichen Ueüerwachungsdienst geleistet.

herigen Hebungen kaum erwartet werden durfte. Um so erfreulicher ist es, daß die Bevölkerung in Stadt und Land außerordentliche Disziplin bewies und erkennen ließ, daß sie den Forderungen des zivilen Luftschutzes alles Verständnis entgegen­bringt und kein Opfer scheut, um den Erfolg der Aktion zu sichern.

abend und in der vergangenen ganzen unsere Stadt und die ganze umgebende ein nicht alltägliches Bild. Gießen und

So wie durch die Polizei in der Stadt, so wurde auch auf dem Lande die Verdunkelung von allen zuständigen Stellen beobachtet.

Untadelig auch die Dorfbevölkerung.

Für die Heberprüfung der Hebung im Kreisgebiet waren in Kraftwagen einige Herren des Kreisamtes und der Gendarmerie unterwegs. Heber Watzenborn- Steinberg, Garbenteich, Lich und Hungen führte die Fahrt nach Grünberg und von dort aus dann nach Gießen zurück. Auch im Kreisgebiet war das Ergeb­nis der Hebung vollaufzufriedenstellend. Die dörfliche Bevölkerung bewies alles Verständnis und nur durch irgendein Versehen konnte es ge­schehen, daß vielleicht irgendwo Licht brannte, das nicht abgeschirmt war. Ueberall auf dem Lande hatte sich die SA. zur Verfügung gestellt und sorgte für die Absperrung an den Ortsein- und -ausgängen. Zum Teil war auch die Feuerwehr herangezogen worden. In verschiedenen Orten wurden von den Vertretern des Kreisamtes mit den Bürgermeistern Rundgänge unternommen.

Eine weitere Fahrt in den Kreis unternahmen mehrere Amtsträger der Kreisgruppe des Reichs- luftschutzbundes, die über Klein-Linden, Heuchelheim, Wiefeck, Lollar, Staufenberg, Allendorf, Beuern fuhren und über Großen-Buseck zurückkehrten. Hier hörte man vor allem großes Lob über die Verdunke­lung des Werkes bei Mainzlar, während im Hebri­gen auch der Bevölkerung in den Orten des nörd­lichen und östlichen Kreises das beste Zeugnis aus­gestellt werden konnte.

nähern, um so mehr verwischen sich die Stilgrenzen. Bei Komponisten wie Robert Stolz und Nico D o st a l kann man immerhin noch von einem wienerischen Einschlag reden.

Machwerke schnellfertiger Konjunkturisten haben die klassische Wiener Operette eine Zeitlang in Schatten gestellt. Ist es nicht bezeichnend, daß sie gerade im neuen Deutschland eine Wiederauf­erstehung erlebt, daß Supp6, Millöcker und die anderen wieder mit ihren Meisterwerken in den Spielplänen unserer Theater erscheinen? Hoffen wir, daß das Wiener Beispiel auch -für die Operette der Zukunft maßgebend wird, daß sie sich boden­ständig und aus den musikalischen Kräften des Volkstums entwickele.

Landschaft in Finsternis.

Die Derdunkelungsübung erfaßte diesmal nur den Stadtbezirk und den Kreis Gießen,

> Valenilu-Anekdoien.

Don Dr. H. A. Berger.

Der Münchner Komiker Karl Valentin ist mit feiner Frau und PartnerinMsl K a r st a d t draußen vor München im Zoologischen und sieht sich gerade die herrlich bunten Schmetterlinge an. Zn der Be­schreibung dieser Schmetterlinge hat er gelesen, daß einer dieser Schmetterlinge nur einen Tag lang lebt, was seine Begleiterin, die^Lisl, sehr bedauert, indem sie bemerkt, da möchte sie doch lieber kein Schmetter­ling fein, trotz all der schönen Farben.

I möcht schon!" meint darauf Valentin,nacha hätt' i mein ganz Leben lang Geburtstag!"

*

Einmal kommt Valentin zu spät ins Atelier zum Filmen.Sei mir net bös", spricht er zum Regisseur, i hab net weg'konnt, der Hgns Moser hat mir am Telephon angerufen, und dös hat a halbe Stund dauert!"

So, der Moser wieder? Was hat er denn ge­wollt?"

Za, geh", meint Valentin.Gered't hat der Moser ganze Zeit, aber was er nacha g'wollt hat, dös hat er net gfagt!"

Vom Regisseur eines sehr mittelmäßigen Spiel­films wurde Valentin eines Tages gefragt, wie ihm der Film gefallen habe.

Na, alsdann, er hätt' schlechter sein können."

Empört setzte sich der Regisseur in Positur:

Wie können Sie so etwas sagen?"

Gut", sagte Valentin und verzog keine Miene. Dann sag i: er hätt nicht schlechter sein können!"

Valentin fühlt sich unpäßlich und sucht einen Arzt auf.

Na, wo fehlt's Zhnen denn?"

Mei Magen tut mir weh, a g'schwollene Leber hab i, die Füaß woll'n a net so recht, Kopf­schmerzen reißen allweil nimmer ab, un wann i nun mir reden soll, Herr Doktor, nacha fihl i mi selbst aa net ganz wohl!"

Valentin hatte in seiner Gutmütigkeit einem be­freundeten Schauspieler eine Summe Geldes ge­liehen, um ihm aus einer Verlegenheit zu helfen. Aber der rührte sich nicht, es zurückzuzablen Nach mehreren Zähren begegnete Valentin zufällig feinem Schuldner, der den freudig Heberraschten spielte: Karl, wie lange haben wir uns eigentlich nicht gesehen?" /

Valentin zog die Stirn kraus:

Mit Zinsen müssen dös akkurat vierhundertund- achtzig Markln fanl"

Die Hebung in ihrer Gesamtheit ließ erkennen, welch einer großartigen und einheit­lichen Leistung der Disziplin unsere Be- N.

Gießen) teilzunehmen haben. Es ist um 8.10 Uhr an der neuen Pestalozzischule (an der Eisbahn) an­zutreten.

Betr.: Organisationsmeldungen: Bis zum 7. Zuli 1938 haben die Führer der Gefolgschaf­ten und Führer der Sondereinheiten Meldung zu erstatten, wieviel Zgg. in den Einheiten Parteimit­glieder, wieviel Parteianwärter und wieviel Nicht­parteigenossen sind.

Betr.: Hessen-Nassau-Fahrt 1 938: Die Vorbereitungen für die Hessen-Nassau-Fahrt 1938 (Sonderzug Kreis Gießen) werden am 5. Zuli 1938 abgeschlossen. Bis dahin müssen für alle Teilnehmer die Teilnehmerbeträge abgerechnet sein.

Keine Gerichtsgebühren bei HZ.-Heimen.

Lpd. Reichsjustizminister Dr. Gürtner hat die Amtsgerichte ermächtigt, die Gerichtsgebühren, die den Gemeinden aus Anlaß des Erwerbs von Grund­stücken zur Errichtung von Heimen für die Hitler- Jugend zur Last fallen, insoweit zu erlassen oder zu erstatten, als sie im Falle der gesetzlichen Ge­bührenfreiheit außer Ansatz bleiben würden. Die Maßnahme ist von der Versicherung der Gemeinde abhängig, daß das Grundstück ausschließlich zur Er­richtung eines HJ.-Heimes verwendet wird,

Dornoiizen

Tageskalender für Mittwoch.

Gloria-Palast, Seltersweg:Ballade. Die Prin­zessin kehrt heim".

er Westfront. Die urückgezogen mar« !ssen wurde aus­ding. Erwartungs- ifenholer vor dem onte. Der Küchen- h Gabel ans Der- 5 sich absäbeln.

Kanonenkugel ge- ! gefangenen Tom­en mürben irnntei;

Sommerfenen!

Nun beginnen bald die großen Ferien. Nun kön­nen Kinder und Lehrer für einige Wochen aus­spannen. Jeder Dienst ist vorbei. Schulmappen und Ranzen wandern in die Ecke.

Das Wort Ferien wird groß geschrieben, es ist ein Wort mit Inhalt für unsere Jugend, aber auch für die Erwachsenen. Die große Pause des Jahres liegt nun vor unfern Kindern, die Tage der Erho­lung fangen an. Frei und ungebunden dürfen sie ihre Zeit genießen.Erst einmal richtig ausschlafen!" denken viele. Aber diesen Wunsch hört man mehr von Erwachsenen. Kinder sind immer Frühauf­steher. Hnd das ist auch gut so. Der Sommermorgen ist ja am schönsten. Ihn können sie jetzt voll ge­nießen. Wie oft haben sie in den letzten Wochen mit Sehnsucht nach den weißen Wölkchen am Himmel geschaut und geseufzt! Ach, wer doch da mitreifen könnte! Nun liegt der herrliche Sommermorgen vor ihnen. Sie sind Herr über ihre Zeit. Sie können all das genießen, was ihnen der Alltag nur teilweise gab. Der eine kann Sport treiben, so viel er will, ein andrer wieder, die Leseratte, kann sich mit einem Buch in den Schatten des Waldes setzen, ein dritter kann wandern, ein vierter reist an die See, und wieder andere ersteigen die Berge. Jeder muß sei­nem inneren Drange und seinem Geldbeutel folgen.

Die meisten werden wohl hinauswandern wollen in die weite Welt. Da gibt es besonders bei ängstlichen Müttern gar oft bekümmerte Gesich­ter, und manche Befürchtung wird laut. Wenn man 1 bei allem, was man unternimmt, fragen wollte:

Komponisten begannen, mit der Oper zu liebäugeln oder ergaben sich einem Revuestil, und statt des Wiener Gemüts machte sich kitschige Sentimen­talität breit. Trotzdem hielten einige Musiker die Wiener Hefrerlieferung aufrecht, und sei es auch nur in Einzelheiten. Zu ihnen zählt vor allem Franz Lehar, der zwar dem Tanz guf der Bühne Tür und Tor öffnete und andererseits tragische" Stoffe bevorzugte, aber an Werken wie Die lustige Witwe" (1905) undDer Graf von Luxemburg" ein reiches Können offenbarte. Zeigt seine Musik gelegentlich slawische Einschläge, so schenkte uns der vorübergehend in Wien wirkende Böhme Oskar Nedbal auch er sonst einernster" Komponist wie Heuberger mit feinemPol en blut" (1913) eines der besten neueren Werke. Je mehr wir uns der Gegenwart

mehr in weitem Raum und in einem großen kreis die ganze Landschaft. So kam es also, daß man von erhöhten Standpunkten aus und selbst

Landschaft .... ,

feine Umgebung lagen auf weite Entfernungen in tiefer und fast vollkommener Dunkelheit. Die Ver­dunkelungsübung, die für den gestrigen Abend an­gefetzt war, gestaltete sich zu einem vollen Erfolg, her in diesem Ausmaß und nach den wenigen bis-

ltn Gefecht".

62, WM M, 86, H5 (12).

!Mo folgt 2. M Wg6+! (6in l,r? für die weiße ;r 2.....Kg7-f8.

t) 3. DfH6+;

Sportamt der NSG.Kraft durch Freude".

Omnibusfahrt zum RennenRund um Schotten".

Zu der obenftehenden Fahrt, die wir am Sonntag, dem 10. Juli 1938, durchführen, sind noch einige Karten frei.

Der Teilnehmerpreis einschließlich Eintritt zum Rennen beträgt 3,20 RM.

Abfahrt: 7.20 Uhr in Gießen am Haus der Deut­schen Arbeitsfront. 4548D

Bootstaufe und Sommerfest bei der GRG.

Arn vergangenen Sonntag veranstaltete die Gieße­ner Ruder-Gesellschaft 1877 im unteren Bootshaus ein Sommerfest. Verbunden war damit die Taufe zweier Boote. Pünktlich gingen unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Fahnen an den Ma­sten hoch. Es hatten sich zahlreiche Mitglieder und Gäste eingefunden. Ruderer und Ruderinnen in schmuckem Dreß waren bei den Booten angetreten. Der Vereinsführer Artur Scharmann hielt die Taufrede und führte u. a. folgendes aus:Die Der- einsleitung hat Sie heute zu einer feierlichen Hand­lung hierher gerufen. Gilt es doch, dem Bootspark der Gesellschaft zwei neue Boote zuzuführen. Boots­taufe! Ein in den letzten Jahren seltenes Wort. Vier Jahre sind es her, daß der Oberbürgermeister unserer Stadt an dieser Stelle drei schnittige Renn­boote taufte. Kampferprobte, sehnige Ruderer um­säumten die Boote. Waren wir doch damals Ver­bandszelle und damit in der engeren Vorbereitung für die olympischen Spiele 1936. Heute bietet sich aber ein ganz anderes Bild: nur wenige erfahrene Ruderer stehen den Vereinen zur Verfügung, teils genügen sie ihrer Dienstpflicht, teils ihrer Arbeits­dienstpflicht. Der deutsche Rudersport steht vor einer dankbaren Aufgabe. Diese Aufgabe besteht darin, sich der Jugend anzunehmen und sie dem schönen Rudersport zuzuführen. Aus diesem Grunde hat die Vereinsführung ein Schulboot in den Dienst gestellt, damit die Jugend Freude am Rudersport gewinnt und andererseits ihren Körper stählt, damit er den

baro n" nähert sich, ungarisch gekleidet, mit Glück I Gesicht wunde international. Tänze und Weisen dem Bereich der komischen Oper. Kostbarstes Musik- fremder Länder verdrängten die Wiener Art. Die ___£ Zit -Lf rrx .. rc t, r JU-,-; 1 ßnwnnmfUn hon/innsn mit hör Plnnr 111 Ti(111 nein

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retten. Seine Meisteroperetten sind nie wieder er­reichte Beispiele adeliger Unterhaltungsmusik, die, ohne sentimental zu werden, Kunst und Volkstum, österreichisches Vaterland, und große Welt zugleich in sich begreift. Es mag unseren Dirigenten aus der Seele gesprochen sein, was Generalmusikdirektor Karl Böhm gesagt hat:Für mich bedeutet die Fledermaus" eine Einmaligkeit und ein Heiligtum wie derFigaro" und derTristan"."

Ein waschechter Wiener wie Johann Srauß, wenngleich musikalisch aus. etwas gröberem Holze geschnitzt als dieser, war auch Millöcker, der gleich Suppe als Op.erettenkapellmeister wirkte. SeinB e t t e l st u d e n t" (1882) ist neben Suppes Boccaccio" und StraußensFledermaus" ein Spitzenwerk der Gattung. Zum Textbuch dieses Werkes kam sein Schöpfer durch eine List. Es war nämlich zusammen mitEine Nacht in Venedig" zunächst Strauß unterbreitet worden, der sich für das zweite Werk entschied. Millöcker aber sah, daß der Text desBettelstudenten" wert­voller war. Er wußte aber auch, daß Strauß das Buch ihm vor der Nase wegschnappen würde, wenn er, der Rivale, sich dafür erklärte. Sv bekannte er, daß seine Wahl aufEine Nacht in Venedig" ge­fallen sei, worauf Strauß natürlich seinen ursprüng­lichen Vorsatz aufgab und sich nun seinerseits für dieses Werk erklärte. DerBettelstudent" errang, wie man weiß, einen Welterfolg. Polnische Gran­dezza, sächsischer Humor, ein wenig Liebe, ein wenig Schurkerei und hohe Politik finden sich in der Charakteroperette zusammen und geben der Musik Gelegenheit, sich frei zu entfalten: einer Musik, in deren Walzern, Märschen und Ensemblesätzen, melo­disch wie rhythmisch, echtes Oesterreichertum schwingt.

Diesen drei Klassikern der Operette wären als kleinere Wiener Talente etwa noch Karl Zeller und Richard Heuberger anzureihen. Zeller, der eigentlich kein künftiger" war, sondern es bis zum Hofrat im k. u. k. Unterrichtsministerium brachte, schrieb in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts u. a. denVogelhändler" und den D b e r ft e i g e r ", zwei Operetten, die durch ihre kernige, schlicht-volkstümliche Musik einnehmen. Heuberger, ein vielseitig gebildeterernster" Musiker, schenkte uns 1898 den O p e r n b a 11", ein Werk, das Straußens.Fledermaus" nicht ohne Glück nacheifert und durch seine feingeformte, einfalls­reiche und beschwingte Musik nach heute Kenner wie Laien entzückt.

Um die Jahrhundertwende begann die Wiener Operette an Bodenständigkeit zu verlieren. Ihr

Die Verdunkelungsübung ein voller Erfolg

Vollkommene Disziplin in Stadt und Land.

Wiener Operette.

Von Dr. Erwin Kroll.

Oesterreichs Anteil an dem Bestand der deutschen Musik ist gewaltig groß. In Wien reiften Oper und Sinfonie. Gluck, Haydn, Mozart und Beethoven waren die Meister, die ihnen die gültige Form geben. Brahms und Bruckner mehrten, jener an Beethoven, dieser an Wagner an knüpfend, das sinfonische Erbe. Schubert schuf das deutsche Kunst­lied, Hugo Wolf erweiterte dessen Ausdrucksbereich. Die Musikerfamilie Strauß verhalf dem Wiener Walzer zur Weltherrschaft, und dieser Walzer ist es gewesen, der die Wiener Operette un­sterblich gemacht hat.

Im musikalischen Wien hatten Singspiel und Posse von jeher eine wichtige Rolle gespielt. Dafür zeugen Raimund und N e st r o y. Der Letzte war es, der 1858 als Theaterleiter die aus dem Vaudeville entstandene, sattrische Pariser Operette in die Donaustadt verpflanzte. Hier machte sie eine so gründliche Wandlung ins Gemütvolle, heiter Beschwingte durch, daß ein völlig Neues entstand: jene Wiener Operette, die den ganzen Zauber der österreichischen Landschaft und ihrer Menschen atmet und deren Hauptmeister Suppe, Johann Strauß und Millöcker sind.

Franz von Suppe, dem Sohn einer Wienerin und Kapellmeister an kleineren Wiener Theatern, gebührt das Verdienst, die französische Operette wienerisch umgefärbt zu haben. Seine Marschlieder und Walzer, seine kunstvoll gebauten Ensemblesätze zeigen einen Vollblutmusiker, bei dem wienerische Anmut mit romantischem Feuer zusammentrifft. Er weiß nicht nur durch feine schwingten Melodien zu fesseln, er überrascht auch durch harmonische Feinheiten und durch eine gewählte, abwechslungs­reiche Instrumentation, und mehr als das: er hat den sicheren Bühnenblick des Prakttkers. Werke wie Die schöne Galathee" undBoccaccio" (1879) be- ftätigen das noch heute.

Suppes Erfolge und das Zureden feiner Freunde mögen Johann Strauß, den größeren Sohn des großen Vaters, auf den Weg der Operette gebracht haben. Er, nach einem Ausspruch Wagners, der musikalischste Schädel seines Jahrhunderts", er­rang dem Wiener Walzer Weltgeltung. Er führte ihn vom Biedermeier zur Hochromanttk, er formte ihn in den melodischen Bögen, den Abgrenzungen und Gegensätzen der einzelnen Nummern sozusagen sinfoniscy. Er verschwendete auch für die Operette fein ganzes Musikgenie. So ist dieFleder­maus" (1874) ein einziges hohes Lied schäumender, österreichischer Lebensfreude, und derZ i g e u n e r-

Wird auch nichts passieren?", dann käme man nicht weiter. Man darf den Wandertrieb der Kinder nicht unterdrücken. Sie sollen hinaus, sie sollen ihr Vater­land kennenlernen. Ob sie nun in Gesellschaft reifen wie es ja meistens der Fall ist oder ob sie einzeln oder zu zweien mit dem Rad losfahren, das ist ganz nebensächlich. Die Jugend will nicht immer geführt werden, sie will einmal selbständig handeln. Keine Zeit ist dafür geeigneter als die der Som­merferien. Nun können sie zeigen, was sie seither in Kartenlesen, in Sport und Spiel geübt, haben. Gar manches kommt anders, als sie sichs vorgestellt haben. Aber das ist kein Schaden.Wenn jemand eine Reise tut, kann er was erzählen."

Wer einmal die Poesie des Wanderns genossen hat, wer einmal in froher Gesellschaft mitwandern und mitsingen durfte, der wird niemals fragen: Kann da auch nichts passieren?", sondern der wird mit frohem Herzen seinen Kindern zureden, daß sie hinausziehen in die Welt.

Hnd sie werden zurückkehren mit braungebrann­ten Wangen und leuchtenden Augen. Sie werden Erholung finden und mit neuen Kräften und neuem Mut an ihre Schulaufgaben Herangehen. H.

Hitler-Jugend Bann 116

Betr.: Führertagung am Mittwoch, dem 6. Juli 1938. Am kommenden Mittwoch, dem 6. Juli 1938, findet im Anschluß an die Besichtigung der bannbesten Gefolgschaft durch den Gebietsführer eine Führertagung mit dem Gebietsführer statt, an der alle Stammführer, Gefolgschaftsführer und Füh­rer der Sondereinheiten des Bgnnes 116 (Kreis

Kiplings Oschungelbuch im Hilm.

Alexander Korda, der im vorigen Jahre die Geschichte vonToomai of the Elephants" aus Rudyard Kiplings berühmtem Dschungelbuch verfilmt hat, hat jetzt die Filmrechte derMowgli- Geschichten erworben. Sabu, der junge Hindu schau­spieler, der in einem Elefantenstall in Mysore ent­deckt und für die Rolle des Toomai ausersehen wurde, wird auch der Mowgli des nächsten Kipling- Films sein. Die Tiere, hie eine so große Rolle im Dschungel spielen, sollen so sprechen, wie sie es im Buche tun, und es macht nun einige Schwierigkeiten, passende Stimmen für den schwarzen Panther, den Tiger, die Riesenschlange und das Affenvolk zu finden, die alle ihre charakteristischen Eigenschaften und ihre besonderen Ansichten haben. Aber man will die Welt Kiplings so getreu wie möglich wiedergeben.

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bei aller Anstrengung der Augen, kaum ein Licht­lein sah und von einigen wenigen Ausnahmen ab­gesehen, kaum eine Helligkeit als die des letzten Widerscheines der Sonne am abendlichen Westhim- mel und dann später den milden Glanz des Mon­des, der aber auch teilweise Verdunkelung durchge­führt hatte. Erstens hatte der Mond wenn auch nicht gerade aus Anlaß der Verdunkelungsübung nur die halbe Fläche hell, zweitens versteckte er sich von Zeit zu Zeit hinter Wolken und trug so auch sein Teil zum Gelingen der Hebung bei. Was an spärlichen Spuren Lichtes in der Landschaft zu sehen war, das ging von den Strecken der Reichsbahn aus, die aus Gründen der Betriebs­sicherheit die völlige Verdunkelung auf den Strecken nicht durchführen konnte, oder von den Kraftwagen, die stark abgeblendet auf den Landstraßen dahin­fuhren, deren schwacher Scheinwerferschimmer aber infolge der klaren Lust in der vergangenen Nacht doch manchmal zu sehen war. Schließlich blinkten noch die Richtungsweiser für die Perkehrsfliegerei. Das war aber auch alles, was an Lichtspuren zu bemerken war. Die Landschaft lag wie in urwelt­licher Dunkelheit. Am Himmel blinkten die Sterne. Der Regen hatte aufgehört, und die Luft war so klar, daß man trotz der Dunkelheit sehr weit sehen konnte. Aber nicht nur Dunkelheit, sondern auch tiefe Stille lag über dem Land.

Mit her Polizei unterwegs.

Wir hatten gemäß unserer chronistischen Pflicht Gelegenheit genommen, auf einer Rund­fahrt im Wagen der Polizei, uns im einzelnen von den getroffenen Maßnahmen der Verdunkelung zu Überzeugen.

Auf einer Fahrt durch viele Straßen der Stadt bot sich Überall das gleiche Bild der vollkommenen Verdunkelung, die, wenn auch nichts Unheimliches, so doch fast etwas Mystisches an sich hatte. Die Häuserblöcke standen schwarz und drohend vor dem hellen Himmel. Die Straßen waren zum weitaus größten Teil völlig menschenleer, denn der anhal­tende Retzen bei Einbruch der Dunkelheit ließ den Aufenthalt nicht geraten erscheinen, andererseits ge­hört es ja auch zur Verdunkelungsübung, daß nie­mand ohne Notwendigkeit auf der Straße war. So wurden auch von dieser Seite her die Anweisungen, die gegeben worden waren, befolgt. Lediglich einige junge Leute glaubten, daß im Seltersweg Betrieb sein müßte.

Die wenigen Kraftfahrzeuge, die sich auf der Straße zeigten, hatten überaus sorgfältig abgeblen­det und fuhren vorsichtig. Außerdem sah man noch einige Radfahrer unterwegs zweifellos Volks­genossen, die von der Arbeitsstätte heimkehrten.

Gaststätten, Industrie und Kliniken vorbildlich.

Während der Fahrt wurde von der Polizei selbst­verständlich auch eine Ueberprüfung der Verdanke- lungseinrichtungen oorgenommen, wie sie in den größeren Gaststätten getroffen worden sind. Auch hier war das Ergebnis: vorbildlich Verdunkelung! Obwohl in den Jnnenräumen sämtliche Lampen brannten, fiel kein Lichtstrahl ins Freie. Sehr ein­drucksvoll gestaltete sich die Besichtigung des Bahn­hofes. Während auf den Strecken einige Lampen brennen mußten, um den Verkehr nicht zu gefähr­den, war im Bahnhof selbst und auf den Bahnstei­gen die Verdunkelung in sehr befriedigender Weise durchgeführt. Vor den Schaltern herrschte spärliches Licht, in der Halle selbst ein eigenartiges Halbdunkel, das durch die blauen oder die dunkelblau verhüllten Lampen fast etwas Gespenstisches an sich hatte. Die Menschen gingen im Licht wie Schemen ab und zu.

Auch einige Jndustriewerke, die auch während der Nacht im Betrieb sind, wurden besichtigt, und auch dort konnte die Feststellung gemacht werden, daß man sich aller Verantwortungen bewußt ist. In den Wohngebieten sah man überall die Luftschutz-Haus­warte und die Blockwarte vor ihren Häusern, in den Türen und Toreingängen, die ein wachsames Auge darauf hatten, daß nicht geradeihr" Haus irgendwie unangenehm auffiel. Im Kliniksviertel waren die langen Fensterfluchten ebenfalls vollstän­dig verdunkelt, so daß auch hier nicht der geringste Grund für eine Erinnerung gewesen wäre.

Für die Absperrung der Zufahrtsstraßen und Ueberprüfung der Fahrzeuge auf ihre Abblendungen hielt die Polizei die Hauptausfallsstraßen besetzt.

rttchmte Erfinder, betmten Börsen- igelaten. Bei dieser die Lage kommen, ch im gewöhnlichen erste Gang vorbei Frau seines Gast« i:Ach, Herr Sie« r Elektriker, wollen op^ drücken?"__

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