llr.8I Erstes Blatt
188. Jahrgang
Mittwoch, b. April 1938
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Gießener Anzeiger
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Das Land Tirol umjubelt feinen Befreier.
Orr Führer spricht in Innsbruck. — Ergreifendes Bekenntnis der Tiroler zum Schöpfer des Großdeutschen Reiches. — Freudenfeuer auf allen Bergen.
Segeisterter Empfang in Innsbruck.
Jnnsbuck, "5. April. (DNB.) Die Gipfel der schneebedeckten Berge Tirols leuchteten in der Abendsonne auf die Hauptstadt des Landes Tirol herab, als der Sonderzug des Führers im Innsbrucker Hauptbahnhof eintraf. Als der Führer die Ehrenhalle betritt, bereitet ihm Innsbrucks Jugend einen jubelnden Empfang. Buben und Mädel in feschen Tiroler Trachten überreichen dem Führer Blumensträuße. Im Namen der Jüngsten Tirols sprach das Töchterchen des Innsbrucker Bürgermeisters Begrüßungsworte. Unter nicht endenwollenden Heilrufen schreitet dann der Führer die Front der auf dem Südtiroler Platz aufgestellten Ehrenkompanien der Wehrmacht sowie der Ehrenformationen der Leibstandarte, der ff, der Tiroler SA., des NSKK.,und des NSFK. ab. Dann begrüßt er die in ihren alten malerischen Trachten erschienenen Tiroler Schützenkompanien aus- Patsch, Rinn und Mils. Die Augen dieser Schützen, die alle Bergbauern sind und auf ihren Höfen ein karges Dasein fristen, leuchten vor Freude und Begeisterung dem Führer entgegen. Wissen sie doch, daß Adolf Hitler auch sie in eine bessere Zukunft führen wird. Auf dem ganzen Wege zum Hotel begleiten den Führer die brausenden Heilrufe der glücklichen Tiroler. Die stürmischen Freudenkundgebungen nehmen auch kein Ende, als Adolf Hitler das Hotel „Tirol" längst betreten hat. Immer wieder verlangen die Tausende ihren Führer zu sehen, und ein wahrer Jubelsturm bricht los, als der Führer auf den Balkon hinaustritt, um die begeisterten Massen erneut zu grüßen.
FestlicheVegrüßungimLandhaus
Gegen 19 Uhr tritt der Führer die Fahrt zum Tiroler Landch-aus, dem Sitz der Landesregierung in der Maria-Theresien-Straße, an. Brausender Jubel fteigt erneut auf zu den Bergen Die Menschen, die in dichten Reihen den Weg säumen, begrüßen wieder und wieder mit überströmender Begeisterung den Befreier dieses schönen Landes, den Schöpfer des größeren Reiches. Helle Fanfarenklänge grüßen den Führer vor dem Landhaus. In der Eingangshalle entbietet Tiroler Jungvolk Adolf Hitler ein herzliches Willkommen. Im Stie- aenhaus steht eine Gruppe des BDM. Viele haben Freudentränen in den Augen, als sie den Führer grüßen, für den ihre Väter und Brüder in die Kerker gegangen sind und der nun all das tiefe Leid und die Not vom Volke dieses schönen deutschen Landes weggenommen hat.
Im wundervollen Barock-Festsaal des Landhauses mit den Fresko-Gemälden aus der Meisterhand Knallers grüßen den Führet die ältesten Fahnen der Tiroler Freiheitskämpfer, darunter die in vielen Schlachten blutgetränkte Spingeser-Fahne und die Fahne, die Pater Has- pinger in den Kämpfen am Berg Jsel im Jahre 1809 getragen hat. Hier im Saal, wo die führenden Männer der Bewegung, die Spitzen der Wehrmacht und der Behörden Aufstellung genommen haben, spricht Landeshauptmann Christoph von der tiefen Bewegung und den dankerfüllten Herzen aller Tiroler, von der grenzenlosen Treue Tirols zum Schöpfer des neuen Reiches, zum Schöpfer Großdeutschlands. „Die Erinnerung an Sie war das, was uns bewog, auszuhalten!" Immer und in aller Zukunft würden die Tiroler die besten Mitstreiter des Führers bleiben. Schon einmal vor 17 Jahren wurde in einer Abstimmung von überwältigendem Ausmaß dem Wunsche Ausdruck gegeben, zu Deutschland zu kommen. Zur Erinnerung an diesen Tag, der jetzt nach 17 Jahren seine Erfüllung gefunden habe, wolle Tirol dem Führer eine Sammlung der Dokumente dieser Abstimmung überreichen. In herzlichen Worten dankt der Führer allen Tirolern für den Empfang. Tief bewegt erinnert er daran, daß dieses Land in den Freiheitskämpfen der deutschen Geschichte stets mit an erster Stelle gestanden habe. Tirol werde von jetzt ab ein glanzvoller Teil in der Krone Deutschlands sein. Als der Führer das Landhaus verläßt, schlägt ihm eine neue Welle der Liebe und Begeisterung der wie Mauern stehenden Massen entgegen. Durch die Meraner Straße über den Bozener Platz und durch die Brixener Straße geht die Fahrt.
Triumphfahtt durch Innsbruck.
Freudenfeuer
grützeu von den Bergen den Führer.
Die jubelnden Beweise der Treue der Tiroler Bevölkerung zu Führer, Reich und Volk wiederholen sich immer aufs neue auf der langen Fahrt zur Ausstellungshalle. Unbeschreiblich ist der Jubel der Volksgenossen in Tirol. Dazu kommt der Zauber dieser nächtlichen Stunde, in der Menschen und Berge sich förmlich vereinigt haben zu einer gewaltigen symbolischen Einheit. Im Glanz vieler tausend Lichter erstrahlt die Mana-Theresien- Straße, wohl eine der schönsten Straßen der Welt. Die mächtigen Hakenkreuzfahnen leuchten, das Tan-
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nengrün und die Goldbänder des Häuserschmucks verstärken den Eindruck dieser nächtlichen Farbensymphonie. Und darüber tut sich das Wunder der Bergwelt auf. Zahlreiche riesige Bergfeuer in Hakenkreuzform flammen herab. In mehr als 2000 Meter Höhe sind sie entzündet worden. Die im Laufe des Tages unterhalb des Brandjochs mit Kohle in den Schnee geschriebenen Worte: „Ein Volk — ein Reich — ein Führe r" tragen glühend dieses Bekenntnis in alle Welt. Die Schriftzeichen haben eine Länge von 1,5 Kilometer. Jeder einzelne Buchstabe ist fast 100 Meter hoch. Weiter geht die Fahrt des Führers durch das jubelnde Innsbruck, vorbei am Burg- qraben und an der Hofburg, über den herrlichen Adolf-Hitler-Platz, auf den der Zauber dieser einzigartigen Bergnacht herableuchtet.
In der Ausstellungshalle.
Die größte Halle Innsbrucks, die Ausstellungshalle, die 8000 Menschen faßt, prangt im Festschmuck. Das tiefe Grün der herrlichen Tiroler Bergwälder umhüllt die Eisenträger. Es hebt sich würdig ab von den weißen Wänden, die mit den Fahnen des Reiches bespannt sind. Von der Stirnseite der Halle grüßt über einer Empore ein riesiges Hoheitszei
chen. Die Volksgenossen, die so glücklich waren, Karten für diese größte und schönste Kundgebung in der Landeshauptstadt Tirols zu bekommen, sind schon Stunden vor Beginn zur Stelle. Jubel bricht los, als die Fahnen einmarschieren, voran die älteste Sturmfahne Die Fahnen der Tiroler Schützenkompanien, die Feldzeichen der Standschützen, die Jüngsten und Aeltesten, die mit der Waffe in der Hand ihre Heimat verteidigten. Frohen Herzens sind sie heute angetreten in ihren bunten Trachten mit farbigem Wams, mit Lederhose, weißen Strümpfen und den breitkrempigen, spitzen Hüten. Selbst die entferntesten Hochgebirgstäler sind mit Abordnungen vertreten. Freudig begrüßt treffen Reichsminister Dr. Frank und der Tiroler Gauwahlleiter E h r i st o p h in der Halle ein. Kaum ist der Beifall für die Eröffnungsworte des Reichsministers Dr. Frank in der Ausstellungshalle verklungen, als dumpfes Brausen von draußen, das sich immer mehr verstärkt, das Kommen des Führers ankündigt. Langsam geht er nach vorn und begrüßt hier die Angehörigen der in Tirol für die Bewegung Gefallenen. Der Führer betritt das Podium. Wieder springt die Menge auf, wieder recken sich die Arme dem Führer entgegen. Die Halle dröhnt in tosendem Beifall. Der Führer dankt. Endlich kann er sprechen.
,Ichhademitgelil!en,wasmemeSeimaterduldete'
Der Führer spricht.
Schon bei den ersten Sätzen des Führers empfindet man, wie die Tiroler Bauern, ein schwerer und besinnlicher Schlag, ihm folgen. Er gibt ihnen ein Bild von dem tiefen Sinn seiner Arbeit. Als er ihnen zeigt, wie jedes Jahr nach dem Umbruch immer ein neues großes Ereignis für Deutschland gebracht hat, und wie es in diesem Jahr die Schaffung des neuen größeren Deutschlands ist, da bricht aus den Tausenden* die lange verhaltene Begeisterung aus übervollem Herzen. Für sie ist es das große Erlebnis der Befreiung nach Not und Elend. Und weiter erklärt der Führer ihnen, wie in der Geschichte aus den Geschlechtern und Sippen Stämme und Völker wurden und wie sich diese Völker nach schweren inneren Kämpfen zusammengeschlossen haben. Jetzt aber ist das deutsche Volk als letztes endlich zu diesem Zusammenschluß gekommen. Es mußte schon sehr viel Unglück über die deutschen Menschen hereinbrechen, ehe sie zu der rechten Einsicht kamen. Nicht nach Ständen oder Stämmen dürfen die Menschen sich scheiden, und erst recht mußten die Parteien hinweggefegt werden, bis endlich ein Volk zusammengefügt war.
Ein solches Derk aber konnte nur Idealisten gelingen. Die Bewegung hat die nationale und soziale Idee zufammengefaht, und daraus ist diese große Partei entstanden, die heute das ganze Volk von 75 Millionen zusammenschließt. Und als der Führer dann feststellt, daß nunmehr die Wucht dieses gewaltigen Blockes an Stelle von sechs Millionen eingesetzt wird, um die Hof dieses Landes zu beheben, da bricht erneut ein Beifallssturm aus,
schon in den wenigen Wochen gespürt, welche wirtschaftliche Kraft der deutsche Vationalsozia- denn diese österreichischen Menschen haben ja lismus hat, haben gesehen, daß in dieser kurzen Zeit schon überall neues Leben eingezogen ist. Als der Führer dann daraus hinweist, daß es niemals eine besondere Mission für Oesterreich gegeben habe, ebenso wenig wie etwa für irgendein anderes deutsches Land, daß im Gegenteil nur die eine Mission anerkannt werden Tonne, nämlich die, ein Volk zu sein und i n einem Reich zu leben, da antworten ihm minutenlange spontane Sprechchöre: Ein Reich, ein Volk, ein Führer!
In mitreißenden Worten erzählt jetzt der Führer, wie sehr er das ganze große deutsche Vaterland in den langen Jahren seines Kampfes kennen und vor allem unermeßlich lieben gelernt habe. Und tiefe Bewegung geht durch die Massen, als der Führer ausruft: „Was aber ist natürlicher, als daß ein Mann, der fein großes Vaterland so über alles in der Welt liebt, doch nicht das Land vergessen kann, aus dem er s e l b st g e - kommen ist. Nur wer selbst keinen Charakter besitzt, kann von einem anderen solche Charakterlosigkeit annehmen, daß er dem Schicksal seiner eigenen Heimat gegenüber eidbrüchig sein würde. Ich würde nicht die Liebe, das Vertrauen und die Treue von so vielen Deutschen aus unserem alten Peich verdienen, wenn ich nicht selbst die Treue und Liebe zu meiner Heimat kennen würde. Ich habe das alles mitgelitlen, was meine Heimat erduldete!" Satz für Satz der Worte des Führers wird von den tiefbewegten Massen mit Beifall begleitet. — Und dann dankt der Führer
Oer Baumeister des Deutschen Volkes.
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Alle großen Bauprojekte arbeitet der Führer selbst durch. In gewaltigen Bauten schuf er einen sichtbaren Ausdruck für die Größe der Zeit und gab damit dem deutschen Volk einen wahrhaft großen und edlen Baustil. Darum am 10. April Dein Ja dem Führer!
zum Schluß den Tirolern für ihre Treue. Der 10. April, so ruft er ihnen zu, soll zum ersten Male das ganze große Deutschland vereint sehen, und mit einem begeisterten „Ja" antworten ihm die Sendboten Tirols, die hier im Saal versammelt sind. Unter tosendem Jubel schließt der Führer mit den Worten: „Wenn der 10. April zur Neige geht, dann wird es die ganze Welt wissen: Am 13. März hat ein Mann ein Volk geeint — einen Monat später hat das Volk den Mann bestätig t."
In tiefer Ergriffenheit fingen die Menschen, die sich von ihren Sitzen erhoben haben, die Lieder der Nation. Jubelstürme erfüllen die Haste, während
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In dem Ueberschwang der Freude, die die Bevölkerung von Kärnten beim Eintreffen des Führers i n Klagenfurt erfaßt hatte, war dieses kleine Mädchen, das dicht bis vor den Führer gekommen war, vor innerer Bewegung in Tränen ausgebrochen. Mit gütiger Hand beruhigte Adolf Hitler das kleine Mädchen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
der Führer durch das Spalier der begeisterten Massen den Kundgebungsraum verläßt. Die Rückfahrt wurde neuerdings zu einer herrlichen Siegesfahrt durch Mauern von Menschen. Bis zum Hotel um- branöeten die Wogen des Jubels und der Begeisterung den Führer. Und immer noch leuchtete in dieser späten Stunde die riesige Flammenschrift von den Bergen herab ins Tal und über das ganze Land: „Ein Volk — ein Reich — ein Füh - rer!" So klang dieser wundervolle Abend in Innsbruck wieder in eines jener gewaltigen Bekenntnisse aus, die den ganzen Weg des Führers auf feiner Wahlreise durch Großdeutschland begleiten und die heute schon erkenen lassen, daß überall, in den Bergen Tirols genau so wie in den Ebenen am Niederrhein oder an den Küsten der Ostsee, das deutsche Volk am 10. April dem Führer jene Treue halten wird, an die er bei seinem Appell an die Nation so leidenschaftlich erinnert hatte.
Oankopfer-Eiedlungen der SA. in Wien.
Wien, 5. April. (DNB.) Bereits drei Tage nach dem Umbruch hat der Stabschef der SA. 1500000 Mark für SA.- Dankopfer-Siedlungen zur Verfügung gestellt.
Am 5. April hat die SA. in Wien mit den Erdarbeiten für die ersten Siedlungen begonnen. In drei Monaten wird der erste Bauabschnitt mit 49 Häusern beendet sein. Bei der Errichtung der SA.-Dankopferstätten finden 2 0 0 Arbeiter auf der Baustelle und in ihren Werkstätten für die Materialerzeugung für drei Monate Beschäftigung. Außerdem hat die Wiener Siedlungsgesellschaft m den ihr angeschlossenen Betrieben bereits weitere 300 Mann eingestellt. Jedes Haus der Dankopfersiedlung wird mit einem Garten von 800 bis 1000 Quadratmeter umgeben sein. Die Häuser bestehen aus drei Zimmern,'Küche, Waschküche und Bad. Je nach Kinderzahl kommen noch ein bis zwei Räume im Dachgeschoß hinzu. Weiter werden Garteng^räte und Stallungen für Kleintierzucht be- reitgestellt. '
Ausgesteuerte
erhalten in Wien wieder Unterstützung.
Wien, 5. April. (DNB.) Dienstagnachmittag wurde zum ersten Male in den Arbeitslosenzahlstellen an bisherige Ausgesteuerte Arbeits - losenunter st ützung ausgezahlt. Diese Ausgesteuerten haben sich Jahre hindurch in schwerster Not befunden. Sie standen nach Ablauf der Unterftützungsfrist buchstäblich vor dem Nichts. Die heutigen Auszahlungen erfolgten bereits in Reichsmark. Durch sie haben Tausende von Familien zum ersten Male seit Jahren wieder die notwendigsten Mittel für das tägliche Leben erhalten.


