Bürgersteige stellen, häufig auch den Bürgersteig selbst durch mehrfaches Nebeneinanderstellen der Fahrräder über Gebühr belasten, so daß die Ver- kehrsmöglichkeit für Fußgänger sehr stark beeinträchtigt ist. Besonders übel lst dieser Zustand auf dem schmalen Bürgersteig vor der Stadtpost, der dort auch um deswillen keinerlei Notwendigkeit hat, weil die Post auf der freien Fläche zwischen Neuen- bäue und Neuenweg in ausreichendem Maße Parkmöglichkeiten für Fahrräder bietet. Kraftwagenbe- sitzer, die beim Halten ihrer Fahrzeuge vor der Stadtpost nach den Bestimmungen der neuen Straßenverkehrsordnung handeln möchten, führen über den jetzigen unleidlichen Zustand ebenfalls Klage. Es wäre zu wünschen, daß die Radfahrer 'künftighin ihre Räder an den vorgesehenen Plätzen und in anderen Straßen so abstellen, daß der Fußgänger- und der Kraftwagenverkehr keine Behinderung erfahren. Wer es nach dieser Richtung hin an der erforderlichen Einsicht fehlen läßt, darf sich nickst wundern, wenn die Polizei mit entsprechenden Maßnahmen vorgeht.
Gießener Dochenmarktpreije.
* Gießen, 6. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Aepfel 10 bis 20, Suppenhühner 90 bis 110, Endivien, Stück 10 bis 15, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30.
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* * Eine Achtzigjährige. Am morgigen Freitag, 7. Januar, kann die Witwe Frau Maria Wurm, Kirchenplatz 9, ihren 80. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen! •
EPNH. Das religiöse Bekennntnis im Familienbuch. Am 3. November 1937 ist ein neues Personenstandsgesetz erlassen worden. Es bringt verschiedene Aenderungen. Im Familienbuch sind künftig bei einer Heirat auch die Angaben über das religiöse Bekenntnis wieder, einzutragen. Diese Hinweise sind wichtig, nicht zuletzt für die Familien- und Rassenforschung.
Fwd. Auch bei Hausschlachtungen werden die Bor st en gesammelt. Für die Schlachthofverwaltungen ist bereits vor einem Jahr der nachdrückliche Einsatz zur restlosen Erfassung und Verwertung der Schweinehaare und -borsten angeordnet worden. Bei den sonstigen Schlachtungen werden die Schweineborsten noch nicht ausreichend erfaßt. Nach einem Erlaß des Reichs- und Preußischen Innenministers sollen die Fleischbeschautierärzte und Fleischbeschauer künftig bei der Fleischbeschau die Schlächter und die Besitzer der Schlachttiere auf die dringende Notwendigkeit des Sammelns und der Verwertung der Schweineborsten nachdrücklich Hinweisen. Besonders gilt dies für die Hausschlachtungen.
*♦ D e n Verletzungen erlegen. Frau Witwe B l ö d n e r aus der Plockftraße, die in der vergangenen Woche an der Ecke Löberstraße und Gartenstraße von einem Motorradler angefahren wurde und dabei einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, ist nunmehr den Folgen des Unfalles erlegen. Die hedauernswerte Frau stand im Alter .von 80 Jahren.
*♦ Unfälle. Die durch den Schneefall und die Kälte in den Straßen auftretende Glätte hat gestern einige Opfer gefordert. Eine 26jährige Frau aus dem Hitler-Wall, eine 57jähriqe Witwe aus dem Asterweg und ein 12jähriger Schüler aus der Schlageter-Allee erlitten Untersechnkelbrüche und mußten in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Ein 30jähriger Mann aus der Kirchstraße zog sich, ebenfalls beim Sturz auf eisglatter Straße, eine schwere Handverletzung zu.
(Nachdruck verboten.)
23. Fortsetzung.
Ein Schwan im Eis festgefroren.
Lpd. Frankfurt a. M., 5. Jan. Am Mittwochabend war im Main an der Alten Brücke ein Schwan im Eis fest gefroren. Feuerwehrleute und einige Fischer bahnten sich mit einem Nachen einen Weg zu dem Tier, um es zu befreien. Aber auch der Schwan machte von sich aus Befreiungsversuche und es gelang ihm, als die Retter noch einige Meter von ihm entfernt waren, vom Eis loszukommen und in das freie Wasser zu schwimmen.
„Die Frage ist nur: Was tun wir jetzt?
Ich muß die Mine von dem Raub der Steine m Kenntnis setzen", murmelte der alte Herr und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
„Unsinn!" fuhr Humphrey ihn rücksichtslos an. „Dazu haben Sie nachher noch genug Z^tt. Jetzt sind andere Dinge wichtiger. Versuchen Sie die beiden Leute auf die Beine zu bringen, Onkel Paul! Das wäre das Nächstliegende. Unterdessen will ich den Arzt und die beiden Offiziere zusammentrommeln."
„Tun Sie das, mein Junge! Ja — hm tote das, mein lieber Junge!" bat der alte Herr hilflos.
tzumphray druckte ihm di- Wasterkaraffe in die Hand und drehte den kalten Hahn auf. „Gießen Sie ihnen feste Wasser auf die Kopfel °rdnet°_ er an. „Ob's was nützt, weiß ich nicht, aber schaden kann's auf keinen Fall."
Er drückte sorglich di- Tür hinter sich zu, um eine Entdeckung des Geheimnisses durch zufällig vorbeikommende Fahrgäste zu vermeiden und e i e -ur Brücke, wo er den wachthabenden Er ten Osfi- zier Tweedle zu Zanten beorderte. O -ff-m, den Zweiten, muhte er vom Bridge wegholen. Dr Wilkens fand er an der Bar, wo er mit der Lenox und deren Anhang mit bemerkenswertem Gluck um Cocktails knobelte.
Es waren noch keine fünf Minuten vergangen, als Humphrey mit Olefson und dem Arzt fast gleichzeitig mit Tweedle wieder der Zanten eintraf.
Am Zustand der beiden Detektive hatte sich in der Zwischenzeit nichts geändert. Obwohl Zanten, nach den Wasserlachen am Boden zu schließen, nicht faul gewesen war.
Dennoch wurde Humphrey enttäuscht. Er hatte gehofft, die Leituna des Falles .übernehmen zu können: und es behagte ihm wenig, daß Zanten beim Erscheinen der Offiziere ferne alte Haltung
Slamanlen-Komödie
JRomon von Horst Biernaih.
;en Arbeits-
Aus der engeren Heimat
nicht gibt. Selbstverständlich kann jederzeit, wenn im Laufe des Jahres eine Versicherung neu abgeschlossen wird, beim Finanzamt der Antrag auf
verheiratet ist, auf 1100 Mark bei einem Kind, 1500 Mark bei zwei Kindern, 2100 Mark bei drei Kindern und 2900 Mark bei vier Kindern. Der Betrag von 2900 Mark erhöht sich um je 1000 Mark für jedes weitere Kind, so daß also beispielsweise bei fünf Kindern die Grenze der Abzugsfähigkeit auf 3900 Mark und bei zehn Kindern auf 8900 Mark festgesetzt ist.
Weiter muß beachtet werden, daß nicht jeder Versicherungsbeitrag, der sich, innerhalb der genannten Grenzen hält, zu einer Herabsetzung des steuerpflichtigen Einkommens führt. Diese Sonderausgaben werden erst dann in Abzug gebracht, wenn sie den schon in der Lohnsteuertabelle berücksichtigten Pauschalbetrag von 40 Mark übersteigen. Denn der Staat hat von vornherein von dem steuerpflichtigen . Einkommen jedes Lohnsteuerpslich- tigen den Betrag von 40 Mark für Werbungskosten und Sonderausgaben in Abzug gebracht ohne Rücksicht darauf, ob der Lohnsteuerpflichtige überhaupt irgendwelche Sonderausgaben oder Werbungskosten hat. Wenn mithin der Abzug eines höheren Betrages als des Pauschalbetrages von 40 Mark vom steuerpflichtigen Einkommen beantragt wird, dann müssen zunächst einmal Sonderausgaben und Werbungskosten in Höhe von 40 Mark nachgewiesen werden.
Von den in § 9 des Einkommensteuergesetzes angeführten sechs verschiedenen Arten von Werbungskosten dürften für Personen in einem wirtschaftlich abhängigen Verhältnis nur folgende Aufwendungen in Frage kommen: Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist; notwendige Aufwendungen des Steuerpflichtigen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: Aufwendungen für Arbeitsmittel (Werkzeuge und Berufskleidung).
Weiter zu berücksichtigende Sonderausgaben sind: Schuldzinsen und auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhende Renten und dauernde Lasten, die weder Werbungskosten sind, noch mit Einkünften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, die bei
ausmachen, können ebenfalls voll in Abzug gebracht werden, da sie zusammen mit den Beiträgen für die Angestelltenversicherung und Arbeitslosenversicherung im Jahr erst 850,68 RM. ausmachen, aber der Verheiratete mit zwei Kindern 1500 RM. für alle Versicherungsbeiträge in Abzug bringen kann.
Durch den Gesamtbetrag von 51 Mark für die privaten Versicherungen sinkt das lohnsteuerpflichtige Einkommen weiter von 493,87 Mark auf 442,87 Mark. Hierfür ist eine Lohnsteuer von 19,76 Mark und eine Kirchensteuer von 1,19 Mark zu zahlen. Mithin ist allein durch Beiträge für private Versicherungen eine Steuerersparnis von 4,69 Mark erzielt worden. Der Staat übernimmt also in Anerkennung der hohen ethischen Bedeutung der Versicherung einen Teil der hierfür aul- gewandten Beiträge, in unserem Beispiel mehr als 9 v. H. Außerdem wirkt sich die Einkommensteuer- ermäßigung entsprechend auch bei der Bürgersteuer aus. Eine solche Steuerermäßigung kann natürlich nur gewährt werden, wenn tatsächlich die Aufwendungen für die Versicherungen nachgewiefen werden. Deshalb sollte jeder Lohnsteuerpflichtige, der Versicherungsbeiträge aufbringt, die zusammen mit anderen Werbungskosten und Sonderausgaben mehr als 40 Mark ausmachen, dem Finanzamt umgehend die letzten Versicherungsbeitragsquittungen überreichen, damit die Erhöhung des steuerfreien Betrages auf der Steuerkarte eingetragen werden kann.
Sollte die Steuerkarte dem Betriebsführer schon eingereicht sein, so müßte sie nochmals zurückgefordert werden. Es muß aber schnell gehandelt werden, da es eine rückwirkende Lohnsteuerermäßigung
Die neue Lohnsteuerkarte.
Wann sind Versicherungsbeiträge steuerfrei?-Was kann angerechnet werden?
einer Veranlagung außer Betracht bleiben, und Kirchensteuern. Unabhängig von diesen Sonderausgaben ist der ebenfalls als Sonderausgabe anerkannte Betrag von 50 Mark für jede Hausgehilfin. Dieser Betrag wird also bei entsprechendem Nachweis in jedem Fall, gleichgültig ob das Pauschale von 40 RM. schon ausgefüllt ist, vom steuerpflichtigen Einkommen in Abzug gebracht.
Nehmen wir einmal an, daß ein verheirateter Angestellter mit zwei Kindern ein monatliches Bruttoeinkommen von 500 RM. bezieht: er hat für die genannten Werbungskosten einen monatlichen Aufwand von 25 RM. Sein Anteil für die Angestelltenversicherung beträgt 10 RM. Ferner werden ihm für die Arbeitslosenversicherung 9,89 RM. in Abzug gebracht. Er zahlt eine monatliche Kirchensteuer von 1,24 RM. Der Angestellte wendet also für diese Sonderausgaben und Werbungskosten insgesamt 46,13 RM. auf. Mithin werden von dem in der Lohnsteuertabelle abzulesenden Einkommen von 500 RM. (von dem also schon das Pauschale von 40 RM. in Abzug gebracht ist) weitere 6,13 Reichsmark abgezogen, so daß jetzt das lohnsteuer- pflichtige Einkommen 493,87 RM. beträgt. Damit ist die Lohnsteuer von 26 RM. auf 24,18 RM. und die Kirchensteuer von 1,56 RM. auf 1,46 RM. gesunken.
Dieser Angestellte wandte aber außerdem für eine private Familienkrankenversicherung 10 RM., für eine Lebensversicherung 30 RM., für eine Sterbe-
Gemeinsames Eintopf-Effenin Londorf
Die Reiter-SA. der Reiterstandarte 147, Standort Londorf, veranstaltet am kommenden Sonntag in der Volkshalle zu Londorf für alle Volksgenossen von Londorf und Umgebung ein g e - meinsames Eintopf-Essen, bei dem der „Schlag" nur 25 Pfennig kosten wird. Wer sich vor dem Essen noch etwas stärkeren Appetit machen will, kann dazu das Vergnügen des Reitens haben, denn die SA.-Reiter stellen jung und alt ihre Pferde zum Reitvergnügen auf dem Sportplatz in Londorf zur Verfügung. Der Spaß dieses Reitens kostet für die vorgesehene Zeitdauer nur zehn Pfennig, die sicherlich von jedermann, insbesondere von jungen Leuten und von Kindern, gerne ausgegeben werden dürften. Bei dem gemeinsamen Eintopf- Essen wird gute Unterhaltungsmusik die Besucher noch besonders erfreuen. Der Erlös aus allen Veranstaltungen ist für das Winterhilfs- werk bestimmt. Im Hinblick auf die tatfrohen Vorbereitungen der Londorfer Reiter-SA. und angesichts des guten Zweckes, dem der Ertrag dienen soll, ist 'die starke Beteiligung der Volksgenossen von Londorf und Umgegend an diesem gemeinnützigen Werk dringend zu wünschen und sehr zu empfehlen. Es wird nicht häufig der Fall sein, daß man für einen so geringen Betrag ein gutes, schmackhaftes Mittagessen haben kann und nur für wenige Pfennige die Freude des Reitsports genießen darf.
Unfälle auf dem Laude.
Der beim Kulturbeauamt Alsfeld beschäftigte 38 Jahre alte Arbeiter Georg Bauer aus Dahlheim bei Worms zog sich bei der Arbeit eine Gehirnerschütterung und Wunden am Kopfe zu. — Eine schwere Blutvergiftung am linken Knie und am Oberschenkel erlitt der 27 Jahre alte Schreiner Willi H e i l m a n n aus Nidda. — Beim Einbringen feiner Herde wurde der 47 Jahre alte Schäfer Johannes Röhrig aus Hochelheim von einem Schafbock umgestoßen und erlitt bei dem Sturz einen Unterschenkelbruch. Sämtliche Verunglückten mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.
ein Kind tödlich verbrüht.
* Wetzlar, 5. Jan. Das etwa drei Jahre alte Töchterchen des Kraftwagenführers Becker fiel in der Wohnung einer Nachbarfamilie, bei der
3n diesen Tagen dürfte allen lohnsteuerpflichtigen Personen, die also als Beamte, Angestellte oder Arbeiter in einem wirtschaftlich abhängig! .....
Verhältnis stehen, die Steuerkarte für 19; sein. ....... - . - .
----------- iJ38 zugestellt
Die St euer karte ist dem Betriebsführer so rechtzeitig weiterzugeben, daß dieser die etwaigen vom Finanzamt eingetragenen steuerfreien Beträge noch bei der Gehalts- oder Lohnzahlung für Ja- nuar berücksichtigen kann. Andernfalls muß der Be- tnebsführer die erhöhte Lohnsteuer einbehalten.
Jeder Lohnsteuerpflichttge sollte also gerade jetzt genau prüfen, ob schon alle Aufwendungen, deren Steuerfreiheit gesetzlich anerkannt ist, berücksichtigt worden sind. Zu den steuerfreien Aufwendungen gehören auch verschiedene Versicherungsbeiträge, und zwar nicht nur der Sozialversicherung, sondern in gleicher Weise der Privatversicherung.
Nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 des Einkommensteuerge- fetzes gelten als Sonderausgaben, die vom Gesamtbetrag der steuerpflichtigen .Einkünfte abgezogen werden können, neben Beiträgen für die verschiedenen Sozialversicherungszweige einschl. der Arbeitslosenversicherung auch Beiträge oder Prämien für private Lebens-, Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen. Lebensversicherung ist im weitesten Sinne des Wortes zu verstehen, was auch daraus hervorgeht, daß das Gesetz noch besonders Witwen-, Waisen-, Versorgungs- und Sterbekassen nennt. Nicht nur die Beiträge, die der Steuerpflichtige für sich selbst aufwendet, sondern auch Versicherungbeiträge für die Ehefrau und die Kinder, für die dem Steuerpflichtigen Kinderermäßigung gewährt wird, werden berücksichtigt. Auch die vom Gefolgsmann gezahlten Beiträge zu einer für ihn abgeschlossenen Gefolgschaftsversicherung und die Arbeitgeberbeiträge für die zusätzliche Zukunftssicherung des Gefolgsmannes, soweit sie zum Arbeitslohn gehören, sind abzugsfähig. Nicht als Arbeitslohn gelten die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und zu Ersatzkassen, soweit sie an Stelle der Sozialversicherung treten.
Die Höhe der Abzugsfähigkeit aller Beiträge für private und gesetzliche Versicherungen ist aber begrenzt. Sie dürsten zusammen mit etwaigen Bausparkassenbeiträgen 500 Mark im Jahr für den Ledigen nicht überfteigen. Diese Summe erhöht sich auf 800 Mark, wenn der Steuerpflichttge kinderlos
das Kind sich häufig aufhielt, in einem unbewachten Augenblick in ein größeres Gefäß mit heißem Wasser. Die Kleine erlitt dabei so schwere Verbrühungen, daß sie im Krankenhaus verstarb.
Landkreis Gießen.
* Großen-Buseck, 5. Jan. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Rebholz wurde mit der Geschäftsführung der Kreisleitung in Darmstadt be- auftragt. Am 1. Februar scheidet er aus dem Bürgermeisteramte. In einer Sitzung des Gemeinderats wurde Bürgermeister Rebholz zum Ehrenbürger der Gemeinde Großen-Buseck ernannt und ihm eine künstlerisch ausgeführte Urkunde überreicht. Außerdem wurde ihm von seinen Mitarbeitern ein Bild des Führers übermittelt.
* Lollar, 5. Jan. Nachdem die älleste Gastwirtschaft von Lollar „Zum Schwanen" mit Wirkung vom 1. Januar 1938 eingegangen ist, hat die Kriegerkameradschaft Lollar, die annähernd 100 Jahre in diesem alten.Wirtshaus ihr Kameradschaftslokal hatte, das Gasthaus „Zur Traube" als solches gewählt.
00 Eberstadt, 5. Jan. In dem Arbeits- b e s ch a f f u n g s p r o g r a m m unserer Gemeinde sind folgende Projekte vorgesehen: Zunächst die Errichtung eines modernen Schwimmbades, eines Sportplatzes und eines HJ.-Heimes. Für diese Arbeiten sind im Voranschlag bereits Rücklagen gemacht worden. Ferner sollen in den nächsten Jahren die Kanalisatton des Dorfes und die Erbauung einer neuen Ortsstraße in Angriff genommen werden. In den letzten zwei Jahren mußte die Gemeinde ihre Arbeiten wegen Mangels an Arbeitskräften auf die Instandsetzung des Feldwegenetzes beschränken.
05 Weickartshain, 5. Jan. Der Männer- gefangnerein Weickartshain hielt dieser Tage einen Unterhaltungsabend ab. Vereinsführer Weimar hieß die Gäste willkommen und forderte zu treuer Pflege des deutschen Liedes auf. Im weiteren Verlaufe des Abends gelangten einige Theaterstücke zur Aufführung. Die Pausen füllte der Chor des Vereins mit Lieddarbietungen aus.
Kreis Wehlar.
<£ Wißmar, 5. Jan. Die kirchliche Statistik 1937 weist folgende Zahlen auf: getauft wurden 48 Kinder (darunter 9 in der Klinik zu Gießen), getraut wurden 20 Paare, konfirmiert wurden 17 Knaben und 14 Mädchen, beerdigt rour«
geldversicherung 3 RM. und für private Unfall- und .
Haftpflichtversicherungen insgesamt 8 RM. im entsprechende Richtigstellung der Steuerkarte ge Monat auf. Diese Beiträge, die insgesamt 51 RM. stellt werden.
wiederfand und den allzu wißbegierigen und vielleicht auch schon unter Alkohol stehenden Doktor etwas unsanft anfuhr, er solle das verdammte .Fragen bleiben lassen und sich um seine Pattenten kümmern.
Die beiden Offiziere waren nicht weniger erstaunt als der Arzt, aber sie hatten sich besser in der Gewalt und verbargen ihre Gefühle hinter Gesichtern, die wie aus Paraffin gegossen erschienen.
Der Doktor machte sich ans Werk. Er öffnete den Bewußtlosen die Kragen und die Westen, behorchte Herz und Puls und bettete sie mit Humphreys Beistand so, daß ihre Atmung möglichst wenig behindert würde.
Zanten schaute ihm zu und nahm schließlich vor dem erbrochenen Panzerschrank Aufstellung. „Wie steht's, Doktor?" fragte er kurz.
„Es wird eine Weile dauern, ehe die Herren wieder zu sich kommen", antwortete Wilkens. „Ein ausgewachsener Aetherrausch ..." Sein Blick glitt zögernd über den geleerten Geldschrank: „Falls es nicht eine von dritter Hand mit verbrecherischer Absicht herbeigeführte Betäubung ist."
Zanten drückte die schwere Panzertür sorgsättig zu. „Es ist eine von dritter Hand mit verbrecherischer Absicht herbeigeführte Betäubung", sagte er leise, „und außerdem hat der gleiche Mann, der diese beiden Leute erledigt hat, den Panzerschrank hier um Diamanten im Werte einer halben Million beraubt."
„Donnerwetter!" seufzte Wilkens. „Eine halbe Million!" Es klang fast ehrfürchttg.
Olefson griff sich zwischen Hals und Kragen, als schnüre ihn die Uniform.
Der Erste stand unbeweglich: nur seine Lippen spitzten sich zu einem unhörbaren Pfiff. Er musterte mit höflichem Bedauern den Kapttan. Das bricht dir den Hals, alter Herr! dachte er Du bist natur- lief) ein erstklassiger Kapitän und erträglicher Vor- n.fehter — aber wenn man schließlich sechsund- dreißig Jahre alt ist wie ich, sind einem drei Streifen angenehmer als zweil
Zanten bemerkte diesen Blick und verstand ihn vielleicht auch richtig. Für einen Sekundenbrnchteil M er oenaqt aus. „Zur Erläuterung der Sach- lag« ein paar Worte!" sagte er übertrieben laut
und fcharf, als müsse er sich selber Mut machen. „Die Minerva-Mine, Ihnen dem Namen nach wahrscheinlich bekannt, erhielt von einer holländischen Firma den Auftrag zu einer bedeutenden Lieferung. Um sich gegen Verlust der Steine zu schützen, hat man gestern abend von Kimberley aus zwei Transporte auf den Weg geschickt. Einen Scheintransport, der mit allem täuschenden Aufgebot in Szene gefetzt und, wie Sie wissen, heute früh kurz vor Kapstadt überfallen wurde, und einen heimlichen, sehr klug aufgezogenen Transport mit den echten Steinen, eben denen, die in diesem Stahlschrank aufbewahrt wurden. Ihre Bewachung lag den Detektiven Ferguson und Hooten ob. Der Mann nun, der den Schrank beraubt hat, muß auf irgendeine mir rätselhafte Weise Kenntnis davon erhalten haben, daß der heute früh beraubte Wagen der Mine nur ein Ablenkungsmanöver darstellte und daß die ebenfalls von zwei Beamten begleiteten Koffer nur wertlose Kiesel enthielten. Er muß ferner erfahren oder beobachtet haben, daß die echten Steine auf die ,Catharina< gebracht worden sind ..."
„Wie konnte er denn das nur erfahren ober beobachten?" warf Tweedle ein.
„Mit einer gehörigen Portton Verstand und einem reichlichen Maß an Kombinattons gäbe war es vielleicht möglich..." Der alte Herr warf Humphrey einen trüben Blick zu. „Das Unglaubliche dabei aber ist, daß der Täter sich bereits den ersten Tag seines Aufenthalts an Bord für feinen Ban- ditenstreich ausgesucht hat!"
Humphrey biß sich auf die Lippen: Das war sein einziger Rechenfehler... „Ja, verdammt!" knurrte er ärgerlich. „Ich hätte mir eigentlich denken können, daß der Kerl schon zu einer Zeit losschlagen würde, in der wir uns noch sicher fühlten und am wenigsten aufmerksam wären. Ein Blödsinn, an- zunehmeii, er würde erst kurz vor dem Ziel zu- greisen!"
„Sie können meinen Herren Ähre interessanten Mitteilungen später aufttschen, Humphrey!" wehrte Zanten frosttg ab.
Humphrey zuckte beleidigt mit den Schultern. Er gewahrte im Augenblick gar nicht, daß sein Einwurf Zanten bloßstellte. Erst als Tweedle den Alten sehr höflich und eiskalt um Entschuldigung bat, daß er die Erklärungen des Herrn Kapitäns nochmals
zu unterbrechen sich erdreiste, und die Frage stellte, ob Zanten denn vermutet hätte, der Transport könne einem Anschlag ausgesetzt fein, merkte Humphrey, daß er sich mit seiner Bemerkung zum mindesten eine Taktlosigkeit Zanten gegenüber hatte zuschulden kommen lassen.
„Vermutet —?" schnaubte der Kapitän gereizt. „Eine halbe Million in Diamanten findet natürlich immer ihre Liebhaber!"
„Sogar, wenn eine Frau als unangenehme Zugabe dabei mitgenommen werden muß!" konnte der Doktor sich nicht verkneifen dazwischenzuwitzeln.
„Und zum Spaß hat die Mine sich natürlich nicht die Ausgabe.gemacht, vier Leuten Fahrkarten nach Europa zu kaufen!"
„Vier Leuten?"
„Ja: Die Detektive des überfallenen Transports sollten nämlich ursprünglich ihre Rolle auf dem ,General Smuts< bis nach Amsterdam durchspielen"/, erklärte Zanten.
Tweedle räusperte sich: „Es war ein verhängnisvoller Fehler, die Möglichkeit eines überraschend frühzeitigen Anschlags auf die Steine nicht in Erwägung zu ziehen und durch geeignete Gegenmaßnahmen zu verhindern."
Zanten lief rot an. „Sparen Sie sich, bitte, die Kritik an meinen Maßnahmen für die Zeiten auf, in denen ick als Tweedle und Sie als Kapitän fahren!" pfiff er den Ersten an. „Im übrigen geht mich persönlich dieser ganze Transport nur so viel an, daß, erstens, für möglichst sichere Unterbringung der beiden Leute zu sorgen war; daß, zweitens, nachdem die Schweinerei einmal geschehen ist, die Fahrgäste nicht beunruhigt werden; und daß, drittens, der Ruf der Linie nicht unter dieser Geschichte leidet!"
Zanten stteß einen Stuhl, der ihm im Wegs stand, mit einem Fußtritt zur Seite und pflanzte sich mitten im Zimmer breitbeinig und befehls- haberisch auf: „Ich mache Sie darauf aufmerksam, meine Herren — auch Sie, Doktor —, daß die ganze Angelegenheit streng geheim zu bleiben hat! Auf keinen Fall dürfen die Mitreisenden kopfscheu gemacht werden! Jeder unters Bett gerutschte Hemdenknopf würde sonst zu einem Heiden* spektakel führen."
(Fortsetzung folgt.)


