Ausgabe 
6.1.1938
 
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distanziert und mit den Führern der Unionisten- Partei im Punjab und der Proja-Partei in Ben­galen vereinigt Die Mohammedaner fürchten, un­ter der Kongreßherrschaft, die sie als eine reine Hinduangelegenheit ansehen, ihr politisches Eigen­leben zu verlieren, sie wollen sich nicht mit dem Kongreß verschmelzen und ihn somit politisch noch weiter stärken. Auch diese Uneinigkeit kommt na- türlich den Briten allein zugute. Solange sich Mo­hammedaner und Hindus immer noch aus religiö­sen Motiven die Köpfe einschlagen, können die Bri­ten in Indien unbesorgt um ihre Herrschaft sein.

Trotz dieser Gegensätzlichkeiten und Widersprüche innerhalb der politischen Entwicklungen in Indien, trotz der Fesseln, die die neue Verfassung der Ent­wicklung zur Selbständigkeit dem indischen Volke auferlegt, und trotz der probritischen Einstellung der meisten indischen Fürsten und der sonstigen Einflüsse, 1 die eine Begünstigung der britischen Herrschaft in Indien darstellen, hat das britische Prestige aber doch durch die nationalistische Kamp- feswelle, die der Kongreß in Bewegung setzte, er­heblich gelitten. Das kann man schon an der äußerst scharfen und freien öffentlichen Kritik be­obachten, denen die Briten und die britische Herr­schaft in letzter Zeit ausgesetzt sind. Man fühlt sich bereits als Herr im eigenen Hause. Viele Inder verlangen die lange versprochene Domi­nion- Stellung. Indien würde in diesem Falle ein loyales Mitglied im Britischen ComMon Wealth werden. Der Kongreß aber fordert die absolute politische Unabhängigkeit, ebenso die All Indische Muslim Liga. Man verlangt die Na­tionalisierung der indischen Armee. Bereits in den Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Handelsvertrags, der das Ottawa- Abkommen ersetzen soll, merkte London, daß die indische Delegation ziemlich einmütig gegen die Forderungen Dundees und Lancashires stand, daß man nicht gesonnen ist, dem Britischen Weltreich noch weitere Konzessionen einzuräumen. Ferner hat die Entsendung von ein paar indischen Truppen nach China hier die stärkste Kritik heroorgerufen. Politische Führer des Kongresses erklärten, daß die Zeit vorbei sei, wo indische Truppen für Empire- zwecke ausgenutzt werden könnten. Es dürfte da­her trotz der immer noch vorhandenen Machtstellung Englands in Indien heute nicht mehr möglich sein, größere indische Truppenmassen, wie seinerzeit im Weltkrieg, bei einem kriegerischen Konflikt Eng­lands mit einem anderen Lande einzusetzen. Indien will seine Soldaten nur für den Schutz und die Selbständigkeit des eigenen Vaterlandes ein­setzen. Diese Frage ist die gefährlichste Frage für die Briten in Indien, man spricht deshalb nicht gern darüber.

Die rote Hand hinter der Llnruhe der Welt."

Ein Engländer

über die kommunistische Gefahr.

London, 6. Ian. (DNB. Funkspruch.) Unter der UeberschriftDie rote Hand hinter der Unruhe der Welt" befaßt sich Jan Colvin imDaily Tele­graph" mit der kommunistischen Gefahr für die Welt. Der Kommunismus habe sich vor Ausbruch des Bürgerkrieges in der spanischenRe­gierung" getarnt und von hier aus seine Politik der Zerstörung durchgeführt. Colvin zitiert den amerikanischen Journalisten Knoblaugh, der schätzt, daß im Madrider Gebiet 60 000, in dem von Valencia 30 000 und in dem Gebiet von Barcelona 50000 Menschen hinter der bolschewisti- schen Front ihr Leben lassen mußten. Diese Zahlen deuteten die furchtbare Grausamkeit an.

Colvin fragt bann, ob der japanische.Im­perialismus" nicht doch recht habe, wenn er behaupte, daß in China tatsächlich eine k o m - munistische Provokation zutage trete. Der Verfasser verweist auf zwei Bücher, auf das des amerikanischen Journalisten Edgar Show und des neuseeländischen Journalisten James Bertram, die übereinstimmend feststellen, daß Tschiangkai- s ch e k im Dezember 1936 während seiner Gefangen­nahme durch Tschansueliang gezwungen worden sei, einen Waffen still st and mit den Kommu­nisten zu schließen und eine Politik der Zusam­menarbeit mit Japan aufzugeben. Auf jeden Fall habe in China ebenfalls der Kommunis­mus seinen Finger im Brei. Der Verfasser schließt mit der Warnung, daß es daher nicht übertrieben sei, Wachsamkeit, Einigkeit, Klugheit und Patriotis­mus zur Verteidigung gegen derartige Gefahren zu fordern.

Woroschilow

fährt nach Wladiwostok.

Sowjetrussische Befürchtungen im Fernen Osten.

Paris, 5. Jan. (DNB.) Wie derMatin" mel- det, wird sich der sowjetrussische Kriegskommissar Woroschilow in Kürze nach W l a d i w o st o k begeben. Der japanische Vormarsch in N o r d ch i n a habe eine starke japanische Armee an die Grenze der Aeußeren Mongolei geführt und Sowjetrußland dadurch teilweise von China abge­schnitten sowie Japan die Schaffung eines Puffer­staates, nämlich der Inneren Mongolei, er­laubt. Dieses politische Gebilde mit seinen vier Mil­lionen Einwohnern werde unfehlbar eine starke An­ziehungskraft auf die 600 000 bis 800 000 der Sow­jetherrschaft unterworfenen Mongolen ausüben. Würde die Aeußere Mongolei trotz der GPU. ins Schwimmen geraten", dann bedeute dies die Zersetzung dieses für die Sowjets wichtigen Mark­tes und habe gleichzeitig die F e st s e tz u n g Ja­pans an der sibirischen Grenze Trans­baikaliens zur Folge. Mit anderen Worten: Ganz Ostsibirien mit Blücher und seiner Armee, mit Cha­barowsk und Wladiwostok sei vom Rücken her bedroht. Das würde für die Einwohner Sibi­riens die unverhoffte Gelegenheit sein, sich von dem Terror des Kreml zu befreien, es würde Sow­jetrußlands Hoffnung, jema.ls die Großmacht Asiens zu werden, vernichten. Gleichzeitig würde dies, schreibt derMatin" schließlich, der Anfang eines gewissermaßen indischen Weltreiches Japans in Nordchina fein; Japan würde aufhören, Jnsel- macht zu sein.

Oie Zivilbevölkerung muß Madrid räumen.

Paris 5. Jan. (DNB.) Eine Verfügung des spanischen Bolschewistenausschusses gibt bekannt, daß die Zivilbevölkerung Madrid in späte st ens einem Monat zu räumen habe. Nur solche Personen dürfen in Zukunft in Madrid bleiben, de-

Bestandsaufnahme des deutschen Volkes

Oie große Volks-, Berufs- und Betriebszählung am 17. 1938.

Nach fünfjähriger Pause wird am 17. Mai 1938 wieder eine große Volks-, Berufs- und Betriebszählung stattfinden, deren Durch­führung das Gesetz vom 4. Oktober 1937 geregelt hat. In mehr als einem Punkt wird sich die be­vorstehende Volkszählung von den bisherigen un­terscheiden. Da die letzte Volkszählung 1933, kurz nach der Machtübernahme durchgeführt wurde, kommt der Volkszählung 1938 die Bedeutung einer glücklichen Bilanz des Dritten Reiches zu. Haben sich doch Volk und Wirtschaft, Arbeits- und Vermögens- Verhältnisse so grundlegend im günstigen Sinne ge­ändert, daß wir mit einem Ergebnis rechnen dür­fen, das eine neue bessere Basis ergibt.

Vor dem Krieg fanden regelmäßig alle 5 Jahre Volkszählungen, und in unregelmäßigen Abständen Berufs- und Betriebszählungen statt. So war es bis 1910, der letzten Volkszählung der Vorkriegs­zeit. Der Krieg und die Wirrnisse der Nachkriegs­und Systemzeit machten eine geordnete Bestands­aufnahme unmöglich. Erst 1919 wurde eine Zwi­schenzählung durchgeführt, die ein trauriges Bild ergab. Eine große Volkszählung konnte erst sechs Jahre später gemacht werben. Wenn auch diele Zählung kein sonderlich günstiges Bild ergab, so doch die erfreuliche Feststellung, daß die Bevöl­kerungszahl wieder auf 63 Millionen Deutsche an» gestiegen war, nachdem die Zwischenzählung 1919 einen Rückgang auf 59 Millionen gebracht hatte. Die 1930 fällig geworbene Volkszählung mußte unterbleiben, da man in jener traurigen Zeit kein Geld für eine so notwendige Aktion ausgab. Es blieb der Staatsführung des Dritten Reiches vor­behalten, unmittelbar nach der Machtübernahme 1933 nach achtjähriger Pause wieder eine Volks­zählung durchzuführen, die ein Ansteigen der Be­völkerung auf 66 Millionen ergab. Sowohl 1925 wie auch 1933 wurden die Volkszählungen mit der Berufs- und Betriebszählung verbunden. Die Volks­zählung 1938 wird eine Boden benutzungs- zähluna mit sich bringen. Im Gegensatz zu den früheren Zählungen wird sie nicht im Juni, sondern Mitte Mai stattfinden, um genauere Angaben über die Bodenbenutzung erhalten zu können.

Die Zählung 1938 wird in vier Teile zerfallen, 1. Volkszählung, 2. Berufszählung, 3. Zählung der gewerblichen Betriebe, 4. Zählung der landwirt­schaftlichen Betriebe. Die gewerblichen und land­wirtschaftlichen Betriebe sind in der Zählung von­einander getrennt, weil sie grundverschieden sind. Sie erhalten auch getrennte Zählungsformulare. Die Volkszählung umfaßt alle Angaben über die Person, Familienzugehörigkeit, Alter, Religion usw. Bei der Frage nach der Religion ist die rechtliche Zugehörigkeit maßgebend. Wichtig ist ge­rade in der heutigen Zeit die Frage nach der Muttersprache. Hier ist eine möglichst genaue Bestimmung vorgenommen worden. Unter Mutter­sprache ist die Sprache zu verstehen, die der Be­treffende am liebsten in der Familie gebraucht und in der er denkt. Es kann dabei Vorkommen, daß zwei Sprachen gleichrangig nebeneinanderstehen. In diesem Fall sind beide als Muttersvrache einzu­tragen. Neu ift>bie Frage nach der blutmäßi- gen Abstammung. Sie wird einen genauen Ueberblick über die rassische Zusammensetzung des deutschen Volkes ermöglichen. Auch die Frage nach dem Alter hat besondere Bedeutung, da sie ge­stattet, den Altersaufbau des deutschen Volketz kennenzulernen und nicht zuletzt die Wehrfähigkeit danach einzuschätzen. Gerade weil der Altersaufbau des deutschen Volkes durch Kriegs- und Nachkriegs­zeit erheblich gestört wurde, ist es erforderlich, ihn genau zu verfolgen. Wenn auch mit einem erfreu­lichen Anwachsen der Bevölkerungsziffer zu rechnen ist (die augenblickliche Zahl dürfte mit 67,6 Millio­

nen anzugeben fein, die Volkszählung 1938 wird reichlich 68 Millionen ergeben), o muß die Ge­burtenzahl doch noch erheblich steigen, wenn in den kommenden Jahren die Sterbeziffer die Zahl der Geburten nicht übersteigen soll.

Die Berufszählung wird einen Ueberblick über die wirtschaftliche Struktur des Landes geben. Sie wird zeigen, wie die wirtschaftlichen Maß­nahmen des Dritten Reiches sich ausgewirkt haben, wie die Berufe sich verschoben haben, wie der Nach­wuchs der Wirtschaft herangewachsen ist, wie stark die Besetzung einzelner Berufe ist, wo eine zu ge­ringe und zu starke Besetzung vorliegt. Aus allen diesen Zahlen wird der Staat seine Erkenntnisse schöpfen und auf Grund dieser Erkenntnisse neue Maßnahmen treffen. Nur ein Staat, der sich selbst prüft und die Wirkung seiner Maßnahmen verfolgt, kann auf dem rechten Wge bleiben und für Volk und Land das Richttge tun.

Die gewerbliche Betriebszählung umfaßt das gesamte Gewerbe, Industrie und Hand­werk, Bergbau, Handel, Versicherungen, Bank­wesen, Verkehr. Dabei wird nicht allein die Anzahl der Betriebe gezählt, sondern auch die Betriebs­form, die Zahl der beschäftigten Personen, und die Verwendung motorischer Kräfte. Bei der kommen­den Volkszählung wird das Handwerk in ganz besonderer Weise berücksichttgt und herausgestellt. Das Handwerk ist früher mit der Industrie zu­sammengefaßt worden. Deshalb war es bis 1929 nicht möglich, die genaue Zahl der Handwerks­betriebe in Deutschland zu ermitteln, geschweige denn die Zahl der Gesellen, Lehrlinge und Kraft­maschinen tm Handwerk. Die erste Arbeit in dieser Richtung ist durch den 1926 eingesetzten Enquete- Ausschuß geleistet worden. Das Handwerk hat schon seit 30 Jahren die Forderung nach einer Son­derzählung erhoben, die nun endlich Erfüllung fin­det . Im Jahre 1929 ist die Handwerksrolle eingeführt worden, durch die zum erstenmal klar umgrenzt wurde, welche Betriebe zum Handwerk gerechnet werden. Schon damals ist durch den Reicbswirtschaftsminister bestimmt worden, daß die Hanowerksrolle auch als Grundlage für statistische Erhebungen über das Handwerk dienen solle. In­zwischen ist durch die nationalsozialistische Gesetz­gebung, also durch die Schaffung der Pstichtorga- nisation und die Einführung des großen Befähi­gungsnachweises, eine weitere Grundlage für stati­stische Erfassung des Handwerks gegeben.

Bei der kommenden Berufs- und Betriebszäh­lung wird festgestellt, ob ein Betrieb zum Handwerk gehört. Es sind deshalb Fragen über die Organi­sationszugehörigkeit, über den Besitz der Hand­werkskarte und über die Eintragung in die Hand­werksrolle, aufgeführt. Man wird erfahren, wieviel Gesellen und Lehrlinge im Betriebe tätig sind, wie­viel Kraftmaschinen und Kraftfahrzeuge gehalten werden, ob es Zweigniederlassungen im Handwerk gibt und welche Rechtsform die Handwerksbetriebe haben. Außerdem sind noch 14 Sonderfragen aufgeführt, die nur von Handwerksbetrieben aus­gefüllt werden müssen. Der Reichsstand des deut­schen Handwerks hat diese Fragen vorgeschlagen. Dadurch sollen persönliche, berufliche und betrieb­liche Verhältnisse des Handwerksmeisters geklärt werden. Es wird gefragt nach dem Alter, dem Fa­milienstand und der Kinderzahl des Betriebs­inhabers. Ferner will man den Ausbildunqsgang (Gesellen- und Meisterprüfung) und den Zeitpunkt der Selbständigmachung ermitteln. Schließlich soll die Verflechtung des Handwerks mit anderen Wirt-, schaftszweigen, wie z. B. mit der Landwirtschaft, dem Handel und dem Gastgewerbe erforscht wer­den. Durch eine weitere Frage wird festgestellt, ob

der Handwerksmeister Hausbesitzer ist. Im gan­zen wird also durch die kommende Berufs, und Betriebszählung ein umfassendes Material über das deutsche Handwerk zusammengetragen. Daraus wird auch die Handwerkswirtschaft selbst Nutzen ziehen.

Die landwirtschaftliche Betriebs­zählung wird wesentlich ausführlicher sein als bei den bisherigen Volkszählungen. Da wird fest- zustellen fein, wieviel Personen im landwirtschaft­lichen Betrieb beschäftigt sind, wieviel Familienan­gehörige und wieviel Fremde. Die Besitzver­hältnisse des Bodens, ob Eigentum oder Pacht, werden genau ermittelt. Auch die Viehhaltung wird gründlicher gezählt, wobei das Vieh nach Art und Stückzahl aufzuführen ist. Schließlich wird auch die Maschinenverwendung im landwirt­schaftlichen Betrieb nach Art der Maschinen festge­stellt. Besondere Bedeutung kommt der Ermittlung der Bodenbenutzung zu. Die Benutzung des Bodens als Acker, Wiese usw. muß genau nach Größe und Art angegeben werden. Aus all diesen Ermittlungen wird die Reichsregierung ersehen können, wie die agrarpolitischen Maßnahmen sich ausgewirkt haben. In der landwirtschaftlichen Be­triebszählung werden auch die Gartenbau-, Wein­bau- und forstwirtschaftlichen Betriebe gezählt.

Die Leitung der Volkszählung 1938 hat wie bisher das Statistische Reichsamt in Berlin. Die Durchführung der Volkszählung liegt in den Hän­den der Gemeinden, die ihr Gebiet in Zählbezirke einzuteilen haben. Die Zählbezirke, die etwa je 40 Haushaltungen umfassen, werden pon je einem ehrenamtlichen Zähler betreut. Die Statistik ist eine Wissenschaft des 20. Jahrhunderts. Don Jahr zu Jahr gehen immer mehr Behörden und Betriebe dazu über, auf Grund von statistischen Erhebungen die Wirtschaftlichkeit von Unternehmungen zu er- arünben und die Wirtschaftsplanung zu fördern. Statistisches Material wird herangeschafst, damit in Zukunft planvoller gearbeitet werden kann und Kalkulationen zuverlässiger gestaltet werden können. Die Zahl der wissenschaftlich geschulten Per­sonen bei Behörden und Verbänden, die sich mit statistischen Arbeiten zu befassen haben, erhöht sich deshalb von Jahr zu Jahr. Eine geregelte Betriebs­wirtschaft kann heute auf die Hilfe des Statistikers nicht mehr verzichten, wenn eine produktive Wirt­schaftsgestaltung erreicht werden soll. Die Männer der Praxis schätzen häufig die Statisttk weniger, weil sie in ununterbrochener Folge die zahllosen Fragebogen ausfüllen müssen; aber auch unter ihnen gibt es viele, die heute schon den Wert einer guten Statistik erkannt haben. Auf einen Nenner gebracht, kann man wohl sagen, daß Statisttk heute unentbehrlich geworden ist, um Klarheit über wirt» schaftliche Verhältnisse zu schaffen. Man kann aber auch erwarten und verlangen, oaß lediglich b e r e ch-' tigte Rundfragen gestellt werden, d. h. solche, durch die volkswirtschaftliche Ziele un­terstützt und bewiesen werden. Eine gute Statistik muß vor allen Dingen wahr sein. Das Streben nach Wahrheit, das wir in der deutschen statistischen Wissenschaft überall beobachten können, hat viel mit dazu beigetragen, daß das deutsche Ansehen im Auslande, besonders auf wirtschaftlichem Gebiet, wieder im Ansteigen begriffen ist. Immerhin wird zwischen dem Bild, das die Statistik vermittelt, und dem praktischen Leben eine Kluft bleiben, weil es unmöglich ist, durch starre Zahlen bis an das Wesen der Dinge selbst vorzustoßen. In der Natur der Sache liegt es, daß die Statistik bereits zurück­liegende Verhältnisse zu deuten versucht und deshalb nicht mit dem Wandel der Dinge Schritt zu halten vermag. Aber trotz alledem steht der Wert der stattsttschen Erhebungen für die volkswirtschaftliche Planung fest. D. S.

reu Anwesenheit militärisch erforderlich ist. Nach Ablauf von 20 Tagen werden in Madrid die L e - bensmittelkarten überprüft und allen denjenigen entzogen werden, die der Verfügung nicht Folge geleistet haben. Auchpolizeiliche Maß­nahmen" würden getroffen, um die Räumung der Stadt sicherzustellen.

Oer Kampf um Teruel.

Sevilla, 6. Ian. (DNB. Funkspruch.) General Queipo de Llano stellt fest, daß ein Teil der Stadt Teruel den Nationalen gehöre, während im andern Teil der Stadt sich noch einige bolschewistische Wider st ands- gruppen befänden. Wegen der geographischen Lage und wegen der Enge der Straßen seien die Kämpfe im Innern der Stadt äußerst schwierig. Im übrigen entscheide sich das Schicksal nicht im Stadtkern, sondern auf den Teruel umgebenden Schlachtfeldern. Hier gewönnen die nationalen Truppen ständig an Booen. Die Lage der Bolsche­wisten in der Stadt werde durch die Einkreisungs­bewegung der nationalen Truppen täglich kritischer.

Im Heeresbericht heißt es, daß die natto- nalen Truppen an der Teruelfront ihre Operationen erfolgreich fortgesetzt und den feindlichen Wider­stand gebrochen hätten. Unter hohen Verlusten des Gegners feien mehrere wichtige Stellun - gen besetzt worden. Nationale Jagdflugzeuge hätten fünf bolschewistische Beobachtungsflieger und drei Jagdflugzeuge abscyießen können. Nach einer Meldung des Frontberichterstatters des Haupt­quartiers haben bolschewistische Gefangene erneut bestätigt, daß auf der bolschewistischen Seite d i e Ausländer in der Mehrzahl seien und daß der bolschewisttscheGeneralstab" in der Hauptsache aus Franzosen bestände.

Amerikas Staatsschuld wächst

Roosevelt rechnet mit

956 Millionen Fehlbetrag im Haushalt.

Washington, 5. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt sandte dem Bundeskonareß Mit­teilungen über den Voranschlag für das Haushaltsjahr 1938/3 9. Der Voranschlag sieht Ausgaben von 6869 Millionen Dollar und Einnahmen von 5 919 Millionen vor. Gegenüber dem laufenden Haushalt wurden die Ausgaben um 539 Millionen gedrosselt. Trotz­dem rechnet Roosevelt wegen des wirtschaftlichen Rückganges seit dem Herbst 1937 und dem damit verbundenen Rückgang an Steuern und Zöllen mit einem Fehlbetrag von 950 Millionen. Dadurch wird die öffentliche Schuld der Vereinigten Staaten auf 34 467 Millionen Dollar gesteigert.

(Eigenartig für die bisher äußerst korrekte Finanz- gebarung Amerikas ist es, daß Roosevelt ver­schiedene Treuhänderfonds der Regierung (Altersrenten, Arbeitslosenversicherung usw.) zur Tilgung des Fehlbetrages heran­ziehen will, während in die Fondskassen Regie­rungsobligattonen, also ungedeckte Schuld­scheine, gelegt werden sollen, die spätere Generationen einlösen müssen. Schließlich be­hält sich Roosevelt ausdrücklich eine Erhöhung der Ausgaben infolge unvorhergesehener Er­eignisse auf weltpolitischem und wirtschaftlichem Gebiet vor. Die Militärausgaben betragen im Voranschlag 991 Millionen Dollar.

Zusammenbruch derjudischenBeschuldigungen gegen den Amer ka-Oeutschen Volksbund.

Washington, 5. San. (DJtB.) Die amtliche Untersuchung der besonders von jüdischer Seite gegen den Amerika-Deutschen Volksbund immer wieder erhobenen Beschuldigung einer ungesetz­lichen Betätigung ist nach fünfmonatiger Dauer nunmehr abgeschlossen worden. Justizminister Cummings teilte Pressevertretern mit, daß der Chef der Vundessicherheitsbehörde Edgar Hoover in seinem elf Bände umfassenden Bericht keine gerichtlichen Maßnahmen gegen den Volksbund empfehle. Die Untersuchung wurde auf Ersuchen des demokratischen Abgeordneten Z i t r 0 n durchgeführt und erstreckte sich auf alle Landesteile. Aitron hatte behauptet, daß 17 der vom Volksbund errichteten und der Areizeiterholung seiner Mitglieder dienende Lagerin gesetzwidriger Weise für nationalsozialistische Ausbil­dungszwecke benutzt" würden.

Polizeiaktion gegen Sudetendeutsche.

Unerwünschte Liebesgaben aus dem Reich.

Prag., 5.Jan. (DNB.) Wie das sudetendeutsche Tageblatt,Die Zeit", berichtet, wurden in den Bezirken Neudeck, Bärringen und Platten in West- böhmen bei über 200 Amtsträgern der Sudetendeutschen Partei sowie in den Bezirkskanzleien der SdP. Haussuchungen durch die Staatspolizei oorgnommen. Ohne sich mit einem gerichtlichen Ausweis zu legitimieren, schlepp­ten die Beamten der Staatspolizei alle Schriftstücke aus den Kanzleien der SdP. fort. Dieses beschlag­nahmte Material ist höchstwahrscheinlich im Amts-! roege verschwunden. Die Amtsträger wurden!

erst auf Vorsprache von Parlamentariern frei- gelassen. lieber den Grund zu diesen Polizeimaß- nahmen berichtetDie Zeit", daß die ärmsten und bedürftigsten Familien im (Erzgebirge zu Weihnach­ten Lebensmittelpakete aus Sachsen zugestellt erhielten. Die Behörden behaupten, die Pakete seien durch Radfahrer- und Motorradfahrer- kolonnen der SdP. über hie Grenze g e schmuggelt worden! Der SdP.-Bezirksvertteter von Neudeck erhielt, weil er angeblich ohne Grenz­ausweis die Grenze überschritten hatte, um aus Sachsen Graupen für d i e Arbeitslosen mi holen, zehn Tage Polizeiarrest. Unter den Arbeitslosen des Erzgebirges herrscht wegen dieses Vorgehens der Polizei begreifliche (Erregung. Die Angelegenheit erinnert an die Vorgänge in Georgswalde, wo man armen sudetendeutschen Kindern die Liebesgaben wegnahm und als unverzollt im Kessel einer tschechischen Loko­motive verbrannte.

Keine wilde Arbeiterwerbung für die AeichSwerke »Hermann Göring".

Berlin, 6. Jan. (Priv.-Tel.) Wilde Arbeiter­werbung für ReichswerkeHermann Göring" ist praktisch dadurch verboten, daß dem Arbeitsamt Braunschweig die ausschließliche Ver­mittlung neuer Arbeitskräfte zugewiesen wurde. Wer im neuen Braunschweigischen Industriegebiet ohne eine ordnungsmäßig ausgestellte Zuweisungs­karte Arbeit sucht, wird an sein Heimatsarbeitsamt zurückverwiesen. Diese Maßnahmen sind auch im Interesse der Arbeiterschaft ergriffen worden, weil die Baufirmen bei ihren Anträgen an das Ar­beitsamt Braunschweig um Zuweisung von Ar­beitskräften den Nachweis erbringen müssen, daß angeforderte Arbeiter zu annehmbaren Preisen und unter verständigen Voraussetzungen unterge­bracht werden. Ferner regelt das Arbeitsamt mit den Baufirmen die rechtzeitige Zahlung der Anreise­kosten und Zehrgelder, sowie die Urlaubsbedingun­gen und Voraussetzungen für Heimfahrten zum Wochenende.

Ehrenamtliche Mitglieder des Volksgerichtshofes.

Berlin, 5.Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat zu ehrenamtlichen Mit­gliedern des Volksgerichtshofes auf die Dauer von fünf Jahren ernannt. Gruppenführer im NSKK. Adolf Jäger in München, Brigadeführer im NSKK. Hans Klug in München, Gruppenführer im NSKK. Karl Offcrmann in Berlin, Grup- "mführer im NSKK. Heinrich Sauer in Stettin, Gruppenführer im NSKK. Schade in Leipzig, Brigadeführer im NSKK. Paul Nieder-We«