SJ.Jpori
Fußball der Gauliga Hessen.
Die Kämpfe des Sonntags.
Kewa Wachenbuchen — FC. Hanau 93 Kurhessen Kassel — VW. Groß-Auheim. Sport Kassel — Hessen Bad Hersfeld VfB Friedberg — SC. 03 Kassel.
Auffallend war bei den hessischen Gauligakämpfen bisher das schwache Abschneiden der Kasseler Mannschaften und die gute Form der Hanauer Vereine. Am Sonntag sind die drei punktegleichen Spitzenreiter auswärts und da könnte schon der eine oder andere Punkt hängen bleiben. Hanau 93 ist bei der nach rote vor kampfkräftigen Keroa Wachenbuchen zu Gast, Groß-Auheim tritt bei den Kasseler Kurhessen an und Hersfeld muß zum BC. Sport Kassel Hersfeld lchemt die schwerste Aufgabe zu haben, aber auch der Meister Hanau 93 und Auheim müssen gut spielen, wenn sie erfolgreich bestehen wollen. Altmeister Kassel 03 ist noch ohne Punktgewinn, das gleiche ist von Friedberg zu sagen. So darf man einen erbitterten Kampf erwarten, dessen Ausgang als offen erscheint.
Enka Zunghanns springt 6,07 Meter?
Mit einer ganz hervorragenden Leistung wartete die Naumburgerin Erika Junghanns auf der Naumburger Friesenkampfbahn auf. Sie sprang 6,07 Meter weit und überbot damit den Weltrekord der Japanerin Hitomi mit 5,98 Meter und auch die noch nicht anerkannten Weiten der Polin Walasie- wicz von 6,05 Meter, und 6,04 Meter. Der Sprung von Erika Junghanns, die mit 5,68 Meter bisher an achter Stelle der deutschen Rangliste steht, war zwar völlig einwandfrei, doch war kein vollständiges Kampfgericht zur Stelle. Die Naumburgerin sprang am Dienstag nacheinander 5,69 Meter, 5,90 Meter und 6,07 Meter.
Münchener Schützen in Front.
Deutsche Meisterschaften mit Wehrmanngewehr und Stutzen.
Auf dell Ständen des Münchener Oktoberfestes wurden die Deutschen Schießmeisterschaften mit Wehrmanngewehr und Zimmerstutzen entschieden. Die äußeren Bedingungen waren nicht die besten, herrschte doch trübes und regnerisches Wetter. In der Einzelmeisterschaft mit Wehrmanngewehr belegte Kainz (Kempten) mit 329 Ringen den ersten Platz vor Schölderle (München) und Oberhäuser (München). Sieger im Mannschaftskampf, bei dem jeder Schutze 30 Schuß, je 10 in den einzelnen Anschlagsarten, abzugeben hatte, wurde die Schützengesellschaft Heimat München mit 1286 Ringen vor der Schützengesellfchaft Kottern (Allg.) mit 1204 und der Schützengesellschaft Altenstadt (Württemberg) mit 1187 Ringen. Bei den Jungschützen holte sich Diana Zella-Mehlis mit 1190 Ringen den Titel.
Mit Zimmerstutzen war gleichfalls die Schützengesellschaft Heimat mit der Mannschaft Sigl, Thaller, Oberhäuser und Schölderle und 444 Ringen erfolgreich. Die nächsten Plätze belegten die Schützengesellschaft Geislingen - Altstadt mit 378, Schützengesellschaft Gronsdorf München mit 377 und Schützengesellschaft Mannheim-Neuostheim mit 375 Ringen. Im Einzelkampf war Meister Steigel- m a n n (Nürnberg) nicht zu schlagen. Er sicherte sich den Titel erneut mit 119 Ringen vor Sigl
(München) mit 116 und Thaller (München) 111 Ringen.
Maiti Zärvinen in Hochform.
In ausgezeichneter und beständiger Form befindet sich Finnlands Europameister im Speerwerfen, Matti I ä r o i n e n. Bei einem Sportfest in Viborg siegte er mit der großartigen Weite von 75,84 Meter vor Nikkanen mit 74,27 Meter und Daino mit 70,40 Meter. Der Olympiasieger Ilmari S a l m i n e n gewann ein Zehnmeilen-Rennen (16,09 km) in 51:18,0 vor Pentti in 51:20 und Tamila in 51:24. Kurki siegte über 1500 Meter in 3:56,2 Minuten.
Tennismeister und Hockeyspieler.
t
0
Der deutsche Tennismeister Heinrich Henkel ist auch ein guter Hockeyspieler. Hier sehen wir ihn (rechts) als Mitglied der Rot-Weiß-Elf im Punktspiel während eines Ansturms auf das „Wespennest" in Berlin. — (Schirner-M.)
Nie Zugendabteilung der Epielvereinigung 1900 Gießen.
Jugend wird von Jugend geführt.
Diesen Grundsatz hat sich die Vereinsführung der Blau-Weißen wohl als eine der ersten zum Prinzip gemacht und in die Tat umgesetzt Zum Jugendleiter ernannte der Vereinsführer der Spvgg. 1900, Reining, den früheren Jugendspieler O. Theis, der aus der Hitlerjugend hervorgegangen ist.
Der Jugendleiter gab dieser Tage in einer Versammlung einen kurzen Bericht über das vergangene Spieljahr. Noch während der letzten Verbandsspiele hatten die Blau-Weißen ihre Last, daß sie die 1. Jugend Zusammenhalten konnten. — Dann kamen die Bestimmungen, daß jeder Jugendspieler der Hitler-Jugend angehören muß. Es blieb nur noch ein Weg übrig: Eine vollständig neue Jugendabteilung aufzubauen. Es gelang! Schon Ostern 1938 hatten die Blau-Weißen wieder zwei Jugendmannschaften stehen. Düsseldorfs Meisterjugend kam nach Gießen und mußte eine ^-Niederlage hinnehmen. Die 2. Jugend der Blau-Weißen verlor 4:1. Das letzte Spiel vor der großen Sommerspere brachte noch einen großen Erfolg. VFL. Lauterbachs 1. Jugend mußte mit acht Toren
„Pimvf-Achter" zeigt GWnM-tlebungen.
* ;
Im Rahmen der 2. Reichs-Jugendregatta, die in Berlin-Grünau ausgetragen wurde, kamen zum erstenmal die Meistertitel im Achter, Vierer und Doppelzweier zur Verteilung. Die wohl- aelungene Veranstaltung brachte aber auch noch verschiedene andere Vorführungen, wie diese Gymnastikübung, die von den zahlreichen Zuschauern mit großem Beifall aufgenommen wurden. — (Schirner-M.)
Deutschlands Motorsportler beim Dreifaltigkeits-Vergrennen.
Der scharfe Aufstieg des Albrandes bei Spaichingen reizte schon immer die süddeutschen Motorsportler, ihre Krafträder und Wagen am Berg bis „auf Herz und Nieren" auszuprobieren. So nimmt es nicht wunder, daß für das 5 Dreifaltigkeitsbergrennen am kommenden Sonntag sich über hundert Lizenz- und Ausweisfahrer aus dem Bereich der süddeutschen Motorgruppen anmeldeten. Die Strecke führt in einer Länge von 4,2 Kilometer in mehreren Spitzkehren von dem Stadtrand Spaichingens zu der berühmten Wallfahrtskirche'auf den Ostrand der Schwäbischen Alb hinauf, die zwar schmale, aber gut ausgebaute Straße gestattet es, die neuzeitlichen Rennmaschinen weitgehend auszufahren. Den Straßenrekord hält seit dem letzten Jahr der Westfale Walter Bäumer mit 70,7 km/st auf einem kleinen Austin, man darf gewiß sein, daß er nicht länger Bestand hat.
Wie sehr das Rennen beliebt ist, beweist die große Anzahl der Nennungen auch in diesem Jahr. Mit Ausnahme von Bäumer und Hamelehle, die ja für die Rennställe von Daimler-Benz bzw. DKW verpflichtet wurden, sind die guten süddeutschen Privatfahrer vollzählig zur Stelle. Bei den Motorrad- sportlern haben sich neben rund 50 Ausweisfahrern 44 Lizenzinhaber angemeldet. In der Klaffe bis 2 5 0 ccm ist mit dem Karlsruher Gadlenz, der auch im Vorjahre siegte, der große Favorit unter insgesamt 12 Bewerbern gegeben. Mit seiner schnellen
DKW. müßte er Häußler (Kottbus), Kohfink (Bietigheim), Amann (Jsny) und die Münchener Fai- stenhammer und Ander! auf die Plätze verweisen können.
Mit 18 Fahrern ist die Klasse bis 350 ccm am stärksten beschickt. In dem ausgeglichen erscheinenden Feld ist vor allem mit Pokora (Freiburg), Schaible (Stuttgart), Ziegler (Hanau), Schnell (Karlsruhe) und Kohfink (Bietigheim) zu rechnen.
Nitschky (Karlsruhe) fuhr im vergangenen Jahr in der 500er-Klasse die beste Zeit der Motorräder mit 68,6 km/st heraus. Er ist auch diesmal wieder dabei und wird sich insbesondere der beiden Mannheimer Nortonfahrer Meier und Boder Stuttgarter Schmid, Scheunig und Jörger, des Ulmers Münz und des Breslauers Lommel zu erwehren haben. 14 Nennungen wurden abgegeben.
In den verschiedenen Klassen der Sportwagen starten 25 Fahrer, unter denen Dr. Werneck (Garmisch-Partenkirchen), Reichenwallner (München), Glöckler (Frankfurt a. M.), Assenheimer (Heilbronn) und Hummel (Freiburg) als die aussichtsreichsten Bewerber anzusprechen sind.
Im Rennwagen versuchen sich Roth (München), Joa (Pirmasens), Brütsch und Dipper (Stuttgart). Der Pfälzer scheint mit seinem Bugatti in erster Linie fähig, dem Rekord Bäumers das Lebenslicht auszublasen.
i ----
Unterschied den Heimweg antreten. Während der Sommersperre wurde ein regelmäßiges Training durchgeführt und die Jugendabteilung wurde weiter ausgebaut. So kam es, daß die Blau-Weißen nach der Sperre wieder mit drei Jugendmannschaften auf den Plan treten konnten. Leider verlor die Jugendabteilung manchen guten Spieler.
Nach der Sperre war es besonders die 1. Jugend, die einen Sieg nach dem anderen erfechten konnte. Auch die 2. Jugend zeigte sich von der besten Seite. Bei der 3. Jugend war immer wieder der Kampfgeist zu bewundern, denn trotz meist hoher Niederlagen warfen sie nie die Flinte ins Korn. Nun steht man vor den kommenden Verbandsspielen. Wird es der 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 diesmal gelingen, den Titel des Bannmeisters zu erringen? Auch die 2. Jugend wird in ihrer Klasse Punkte und Siege nicht so leicht verschenken Die 3. Jugend wird wohl in eine Nachwuchsklasse eingeteilt werden.
Rune Eportnotizen.
D i e Wienerin Rosl Kraus schlug in Brighton die Engländerin M. Harris 8t6, 6:0 und wurde damit Siegerin des Tennisturniers. Das Männereinzel fiel an den Chinesen Kho Sin Kie.
*
Frankreichs Radsport will eine Neuerung einführen, die auch rn Deutschland schon oft zur Debatte gestanden hat: das Ersetzen von festen'
Tagesgagen der Fahrer bei Steherrennen durch Preise. Darunter würden natürlich die schwächeren Fahrer leiden und vor allem die Frage der Nach. wuchs-Förderung erheblich erschwert.
♦
Das Münchener Prinzregenten-Sta. d i o n führt vom 2. bis 4. November die ersten Eis. fport-Veranstaltungen des Winters 1938/39 durch.
*
Zehn Nationen haben bisher ihre Meldungen zu den Weltmeisterschaften im Gewichtheben, die vom 21. bis 23. Oktober in Wien stattfinden, abgegeben, und zwar: Deutschland, Estland, Holland, Italien, Lettland, Luxemburg, Schweden, die Schweiz, Ungarn und USA. Man rechnet außerdem noch mit den Zusagen von Frankreich und Aegypten.
♦
B e i einem B a s se t b a ll - T u r n i e r in Wiesbaden, das als Abschluß eines Lehn ganges in der Kurstadt durchgeführt wurde, erwies sich die SA.-Kampfspielgemeinschaft Frankfurt als stärkste Mannschaft, die alle Spiele klar gewann
*
A u s der Züricher Radrennbahn finden am kommenden Sonntag, 9. Oktober, die letzten Rennen der diesjährigen Wettkampfzeit statt. Weltmeister Metze, Lohmann, Severgnini, Wals und Heimann werden die Steherkämpfe bestreiten.
Wirtschaft.
Auü dem Gießener Handelsregister.
In das Handelsregister des Amtsgerichts Gießen erfolgten die nachstehenden Eintragungen: In der Firma Willy Letsch-Gießen ist der Frau Katharina Letsch Einzelprokura erteilt worden. — Die Firma Julius Wellhöfer in Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1938 in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Zur Vertretung ist Julius Wellhöfer sen. allein, die Gesellschafter Karl und Julius Wellhöfer jun. bei Geschäften bis zu 5000 Mark allein, im übrigen nur zusammen mit einem weiteren Gesellschafter ermächtigt. — Für die Firma Hessische Lack- und Farbenfabrik S. H. Sondheim- Gießen hat Rechtsanwalt Dr. Karl Kinzenbach- Gießen sein Amt als Liquidator am 29. Juni 1938 niedergelegt. Rechtsanwalt Dr.Karl Kinzenbach wurde nunmehr mit Wirkung vom 2. August von Amts wegen zum Liquidator bestellt. — Die Firma Gemeinnützige Wohnungsdau-G. m. b. H. hat das Stammkapital auf 120 000 Mark erhöht. — Die Firma Flugbetrieb-Oberhessen-Lahngau G. m. b. H. Gießen ist erloschen. Ferner ist die Firma Karl Walther, Gießen, erloschen. — Die Firma Karl Horst, Bettenhausen, erhält den Zusatz „Tabak- waren-Großhandlung". — Bei der Firma Christian Faber, Leihgestern, sind in die ab 1. Januar 1937 errichtete offene Handelsgesellschaft als neue Gesellschafter eingetreten: Sophie Liebermann, geb. Faber, und Therese Stumpf, geb. Faber, beide aus Leihgestern. Ziegeleibesitzer Christian Faber ist gleichzeitig aus der Firma ausgeschieden. — Bei der Firma Ludwig Rühl, Kommanditgesellschaft, Gießen, ist an Stelle des persönlich haftenden Gesellschafters Ludwig Rühl, Bäckermeister, Karl Katz in Gießen getreten. — Bei der Firma Fritz Leonhard! AG., Heuchelheim, ist die Satzung unter III geändert und die ganze Satzung neu gefaßt worden. Besteht der Vorstand aus mehreren Personen, so wird die Gesellschaft durch die Unterschrift zweier Vorstandsmitglieder oder eines Vorstandsmitgliedes in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. — Eine gleiche Satzungsänderung und Neufassung ist für die Firma Rinn & Cloos AG. in Heuchelheim eingetragen worden. Die derzeitigen Vorstandsmitglieder sind berechtigt, die Gesellschaft allein zu vertreten. — Bei der Firma Wilhelm Gailsche Tonwerke AG. in Gießen ist die Satzung ebenfalls geändert und neu gefaßt worden: Der Vorstand besteht aus einer oder mehreren Personen, die durch den Aufsichtsrat bestellt werden. Besteht der Vorstand aus mehreren Personen, so wird die Gesellschaft wie folgt vertreten: Wenn ein Vorsitzender bestimmt ist, durch diesen allein, oder durch zwei andere Mitglieder des Vorstandes gemeinsam; oder, wenn auch Prokuristen bestellt sind, dann durch ein Vorstandsmitglied zusammen mit einem Prokuristen, oder durch zwei Prokuristen gemeinsam. Dr. jur. Georg Gail ist als Vorsitzender auch zur Alleinvertretung berechtigt.
Gießener Echlachtviehmarkt.
Am gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 5 Ochsen, 4 Bullen, 20 Kühe, 37 Färsen, 137 Kälber, 77 Schweine und 13 Schafe aufgetrieben.
Preise: Ochsen 40 bis 44 Pf., Bullen 39 bis 42, Kühe 17 bis 42, Färsen 39 bis 43, Kälber 34 bis 65, Schafe 26 bis 43 Pf. je 7» kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) und i (Altschneider) 1,05, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 RM.
Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe rege.
Rhein-Moimsche Börse.
TNiltagsbörse: Aktien still, Renten eher gefragt.
Frankfurt a. M., 4. Oft. An den Aktienmärkten blieb das Geschäft auch heute eng begrenzt. Das Anlageinteresse der Kundschaft wendet sich.naturgemäß hauptsächlich der neuen Reichsanleihe zu, und auch sonst sind Renten eher gefragt, als Aktien. Bei den Dividendenwerten war die Kursentwicklung zwar nicht ganz einheitlich, vorwiegend entwickelten sich die Kurse aber leicht nach unten, und zwar betrugen die durchschnittlichen Abweichungen 0,50 bis 1 v. H. Schwach lagen jedoch bei nur kleinem Angebot Reichsbank zum ersten Kurs mit 180,25 (186), während man später eine Erholung um etwa 2 v. H. vermerken konnte. Ferner gingen Scheideanstalt um 3 v. H. auf 217 und Deutsche Linoleum um 3,50 v. H. auf 153,50 sowie Siemens nach Pause um 2,75 v. H auf 198.75 zurück. Am Montanmarkt gaben Verein. Stahl auf 100,75 (101,75), Hoesch auf 110 (110,75) und Mannesmann auf 108 (108,25) nach. Maschinenaktien schwankten bis 0,75 v. H. nach beiden Seiten und ebensoviel wichen Elektrowerte ab, Lahmeyer allerdings 1,40 v. H. schwächer mit 127,13. Von Chemiemarkt gaben IG.-Farben und Metallgesellschaft je 1 v. H. nach auf 152,25 bzw. 127. An den übrigen Marktgebieten lagen Erstkurfe zunächst nicht vor..
Von Renten lagen die variablen Papiere, wie Reichsaltbesitz mit 130,65 (131) und Reichsbahn
VA. mit 125,25 (125,50), nicht ganz behauptet, hingegen wurden Goldpfandbriefe und auch Liquida- tionspfandbriefe weiter gefragt, ferner fanben im Freiverkehr 4,50- und 5prozentige Industrie-Obligationen bei etwa 0,25 bis 0,50 o H. höheren dürfen Interesse. Die amtlich notierten Industrie-Anleihen lagen allerdings uneinheitlich und überwiegend 0,25 leichter. Stadtanleihen zogen vielfach 0,25 v. H. an, Mainzer nach Pause 98 (97,25). Li- quidationspfandbriefe lagen schließlich meist 0,25 vom Hundert höher und halten zumeist bei 101,25. Staatspapiere wiesen nur kleine Abweichungen auf.
3m Verlaufe herrschte am Aktienmarkt fast völlige Geschäftsstille. Weitere Notierungen erfolgten nur vereinzelt, wobei Rückgänge vorherrschten, die jedoch nur Bruchteile eines Prozentes betrugen. Daimler allerdings 1,25 v. H. niedriger mit 132,75. Reichsbank waren dagegen auf 182 nach 180,25 erholt. Bei den später notierten Papieren gingen die Veränderungen vielfach über den Durchschnitt von 0.50 bis 1 v H. hinaus. Harpener 148 (150,75), Deutsche Eisenhandel 142 (144), Goldschmidt 132 (134), Bekula 158 (159,50), Südd. Zucker 210 (212), anderseits Conti Gummi 208 (206,25).
Im Freiverkehr nannte man etwas höhere Kurse. Dingler 90 bis 92 (89 bis 91), Verein. Fränk. Schuh 74 bis 76 (73 bis 75), Katz & Klumpp 94 bis 96 (93 bis 95), Ufa abbröckelnd auf 73,75 (74,25). Kommunal-Umschuldung lagen mit 94,05 unverändert. Tagesgeld unv. 2,25 v. H.
Abendbörfe wenig verändert.
Der Mangel an Aufträgen ließ auch die Abend- börfe in ruhiger Haltung verkehren. Im allgemei- nen ergaben sich nur geringe Veränderungen. In den meisten'Fällen war die Kursbildung nominell und weiterhin etwas uneinheitlich, wobei sich- die Abweichungen bei etwa 0,25 bis 0,50 v. H. bewegten. Schwächer lagen jedoch weiterhin Scheideanstalt mit 215,50 (217), ferner gaben Demag 1,25 v. ft nach auf 141,50 und Moenus gingen um 1 o H. zurück auf 123. Von Bergwerkswerten zogen V"r- einigte Stahl bei einigem Geschäft auf 101 (100 75) an, Hoesch erholten sich um 0,75 v. H. auf 110.75, । Buderus unv. 110, ebenso Mannesmann mit 107 75 ! und Deutsche Erdöl mit 127,50. dagegen Rheinstadl 10,50 v. H. leichter mit 139",25. JG.-Farben lagen mit 152,50 (152,65) behauptet und nominell, nur zum Cinheitskurs ging eine Kleinigkeit um. Sonst notierten u. a.: Reichsbank 182.50 (182), Gesfürel 136 50, Metallgesellschaft 126.50 (127k Rheinmetall 127,50, RWE. 120,50, Schuckert 177, Westdeutsche Kaufhos 96,50 (96,13), AG. für Verkehr 123 (122.50), Hopag 69, Daimler 132,50 (132,75), Adlerwerke 109, Bem- berg 132,75, Schöfferhof 186,25 (187), Wayß S Freytag 155. Am Rentenmarkt hatten Industrie- Obligationen weiter etwas Interesse, 4,5proz. 2)t Eisenwerke 97,25 (96,75), 4,5proz. Hüttenwerk Sie- gerland 97,25 (96,75), 4,5pro,z. Voigt & Häffner 97,65 (97,25), andererseits 6proz. Hartmann & Braun 105(105,50), 6proz. IG Farben uno. 123,25. Von Stadtanleihen zogen Baden-Baden 0,25 v. h. an auf 98,25, 4,5proz. Mainz uno. 98. Kommunal- Umschuldung stellten sich wie mittags auf 94,05.
Sranffurte’- Sdjladnoiebmarft.
Frankfurt a. M„ 4. Okt. Auftrieb: Kälber 390 (gegen 318 am 27. Sept.) Hämmel und Schafe 711 (347), Schweine 1142 (3200). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (56 bis 59), c) 46 bis 50 (46 bis 50), d) 35 bis 40 (36 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (47 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 46), c) 32 bis 38 (32 bis 38); Schafe a) 40 bis 42 (39 bis 42), b) 33 bis 38 (33 bis 38), c) 20 bis 32 (22 bis 31); Schweine a) 57 (59), bl) 56 (58), b2) 55 (57), c) 53 (55), d) 50 (52); Sauen gl) 54 (56). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe und Hämmel flott.
Bekämpfung des Hroflspanners in Hessen.
Anordnung der Hexischen Landesregierung.
Lpd. Durch eine Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — zur Bekämpfung des Frostspanners an Obstbäumen sind die Eigentümer oder Nutzbungsberechtigten von Obstbäumen verpflichtet, an allen Kern- und Steinobst- bä turnen, mit Ausnahme von Pfirsichen, bis zum 10. Oktober jedes Jahres Klebegürtel (Raupenleim- gürtel) sachgemäß anzubringen und sie wenigstens für drei Monate lang klebfähig zu halten, bann die Klebgürtel spätestens bis zum 15. März jeden Jahres zu entfernen und zu verbrennen, sowie die Baumstämme unterhalb der Stellen, an denen die Klebegürtel angebracht waren, mit lOprozevtiger Dbftbaumfarbolineumlöfung zu bestreichen. Bei der Durchführung sind die vorn Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft erlassenen Richtlinien zu beachten.
Die Ueberwachung der angeordneten Maßnahmen obliegt der Ortsvolizeibehörde, dem Pflanzenschutz- aimt und dessen Beauftragten, ihren Weisunoen über die Art der Durchführung ist Folge zu leisten, andernfalls können diese die Bekämpsungsmaßnabme auf Kosten der Verpflichteten selbst vornehmen ober vornehmen lassen. Wer den Vorschriften dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird noch 8 13 des Gesetzes zum Schutze der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen beftraft


