erträglich, daß ein Deutscher solch unechtsten Einfluß auf diesen blühenden Inseln ausüben sollte. Durch Vermittlung der britischen Regierung machten sie dem König Kalakaua ein Anleihe- angebot, und es gelang ihnen tatsächlich, durch Intrigen die langjährige Freundschaft zwischen Spreckels und dem hawaiischen König zu brechen. Nachdem mehrmals Todesdrohungen in sein Haus gesandt worden waren, entschloß sich Spreckels, bitter enttäuscht, die Inseln zu verlassen und nach Kalifornien zurückzukehren, wo er sich der Verwaltung seiner weiten Besitzungen widmete. Leider haben die in Kalifornien lebenden Söhne nicht die Bedeutung erreicht wie Spreckels senior, sie sind nicht aus demselben Holz geschnitzt wie ihr bedeutender Vater.
Lange hat in Honolulu die zweistöckige weiße Villa mit den luftigen Veranden und dem stolzen Turm leergestanden. Keine rauschenden Feste und wichtige polittsche Besprechungen belebten die eleganten Raume, bis jetzt durch die Dreie r - S t i f t u n g neues Leben in den renovierten luxuriösen Räumen entsteht und sich die Studenten des St. Louis College und ihre Alten Herren zu froher Kameradschaft zu
sammenfinden. Die berühmte Villa des deutschen Multimillionärs Claus Spreckels hat den Namen eines anderen deutschen Pioniers erhalten ..Dreier Manor", und ganz Honolulu ist heute stolz auf seine großen deutschen Söhne. .
Der deutsche Einfluß war von jeher groß m Honolulu. Auf der Hauptinsel Oahu gibt es eine August- Ahrens-Schule, eine Isenbergstraße, ein Hofschlager-Building: der Direktor einer der ältesten und größten Zuckerplantagen ist ein geborener Deutscher namens Bob Fricke, der aus Vienenburg am Harz stammt, und vor dem Kriege gehörte fast die ganze Insel Kauai der Bremer Firma Hackfeld, die 1894 bei der Gründung der Hawaiischen Republik eine große Rolle gespielt haben soll. So vernimmt der weltreisende Deutsche immer wieder, daß weit draußen in fernen Ländern deutsche Pioniere bahnbrechend gewirkt und auf fremder Erde kulturbringend aufbauend gearbeitet haben. Und wenn diese unersetzbare Kulturarbeit, die von unseren Landsleuten geleistet worden ist, dann von den Ausländern anerkannt und gewürdigt wird, wie im Fall August Dreier auf Honolulu, dann erfüllt es auch uns mit berechtigtem Stolz.
schäfte im vorigen Jahre und der geplanten r i e - sigen Ausgaben für wirtschaftliche Wiederaufbauzwecke wird in Kreisen des Schatzamtes mit etwa 3 Milliarden Defizit für das laufende Haushaltsjahr gerechnet. Die Staatsschuld betrug Ende Juni 37,165 Milliarden Dollar und nahm mithin um 740 Millionen Dollar zu. Die gesamten Einnahmen der Regierung im letzten Jahre betrugen 6242 Millionen Dollar, was einer Zunahme um 948 Millionen Dollar gleichkommt. Bei den Gesamtausgaben von 7701 Millionen Dollar ergab sich eine Abnahme von 300 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahre.
Der türkisch-französische Freundschasisvertrag.
Paris, 4. Juli. (DNB.) Havas berichtet aus Ankara, daß vom türkischen Außenminister und dem französischen Botschafter der französisch-türkische Freundschaftsvertrag paraphiert worden ist. Der Paraphierung wohnte auch der diplomatische Vertreter Syriens in Ankara bei. In Artikel 1 ver
pflichten sich Frankreich und die Türkei, keine po- litischen und wirtschaftlichen Verpflichtungen emzu- gehen oder in eine Konvention einzutreten, die gegen den anderen Vertragspartner gerichtet sei. Artikel 2 bestimmt, daß im Falle eines Angriffes aus einen von beiden Partnern durch eine dritte Macht der andere Partner weder Hilfe noch Beistand irgendwelcher Art dem oder den Angreifern leisten werde. In Artikel 3 bekräftigen die beiden Mächte ihre Verbundenheit an der Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens und an der Aufrechter- Haltung der Sicherheit im östlichen M i t t e l m e e r. Sie verpflichten sich, im Falle der Bedrohung dieser Sicherheit sich ins Einvernehmen ,u setzen. Die übrigen Bestimmungen sehen die Bei- behaltung der Schiedsgerichtsbarkeit vor, ferner ruft der Vertrag die Verpflichtungen der beiden Länder aus dem Genfer Pakt in Erinnerung. Die Gültigkeitsdauer des Vertrages ist auf zehn Jahr» festgesetzt worden. Sein Inkrafttreten soll vom Austausch der Ratifizierungsurkunden an gelten. Die französisch-türkische Zusammenarbeit im Sandschak wird am Dienstagvormittag beginnen.
Frankreich besetzt die Paracel-Inseln
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Englands Kreditpolitik aus dem Balkan
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Italien wird nicht hungern
Mussolini eröffnet die Erntearbeiten in Aprilia.
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Paris, 4. Juli. (Europapreß.) Die franzostsche Presse bringt die Nachricht von der Besetzung der Paracel-Inseln durch Frankreich, die der südchinesischen Küste in der Nähe der Insel Heinan vorgelagert sind. Es handelt sich um eine Anzahl Korallenriffe, deren Lagunen sich als Landeplätze für Wasserflug, zeuge eignen. Bisher waren die Inseln nicht dauernd bewohnt. Am Quai d'Orsay wird die Besetzung dieser Inselgruppe bestätigt. Man fügt hinzu, es handle sich nicht um eine Besetzung im
Die „Times" schreibt, daß die Schaffung eines neutralen Hafens in Rotspanien der beste Rat sei, der bisher zum Schutze der Interessen des legitimen Seehandels mit Spanien gegeben worden sei. Aber man müsse sich darüber klar sein, daß Barcelona wahrscheinlich einen anderen Hafen dem vag Almeria kor-ich- und auch eiuM weite sau
jetspanien in Frankreich eintreffenden Nachrichten sprechen davon, daß die Welle der Entmutigung im Lager der spanischen Bolschewisten ein bisher nicht bekanntes Ausmaß erreicht hat. In der Bevölkerung beginne sich immer stärker der Umstand auszuwirken, daß von den Negrin-Leuten ausgegebene Siegesmeldungen durch die bitteren Tatsachen berichtigt werden. Zuletzt sei von der roten Führung erklärt worden, die elektrischen Kraftwerke am Segro, die Barcelona mit Licht und Strom versorgen sollen, würden bald wieder erobert werden, der Fall der Stadt Tremp stehe unmittelbar bevor. Bis heute beherrschten aber tatsächlich die nationalen Trugen das rechts Segrs-Ujar, _
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Franco schlägt Aeutralisierimg Almerias vor
> Noch keine britische Stellungnahme.
gekommen, aber er liege vielleicht in nicht weiter Ferne.
Welle der Entmutigung in Sowjetspanien.
Paris, 4.Juli. (Europapreß.) Alle aus
geleitet, weder den Sieg dieser ober jener Seite zu sichern, sondern die Feindseligkeiten sobald wie möglich zu beenden. Dieser Augenblick fei noch nicht allzu
werde das für fein Leben nötige Brot haben. Aber selbst wenn es an diesem Brot gefehlt hätte, so hätte sich das italienische Volk niemals — er wiederhole: niemals! — dazu hergegeben, bei den sogenannten großen Demo-Pluto- kratien irgendeine Hilfe zu suchen. Die Berechnungen der Antifaschisten seien fehlgeschlagen. Auf diese Feinde Italiens wolle er aber heute das italienische Volk besonders Hinweisen, damit es sich an sie zur gegebenen Zett- und unter allen Umständen im Frieden wie im Kriege erinnere.
In der glühenden Mittagssonne machte sich der Duce dann an die Arbeit. Er legte Rock und Krawatte ab, zog das Hemd aus und arbeitete etwa eine Viertelstunde lang an der Dreschmaschine, während ihm die Bevölkerung begeisterte Kundgebungen bereitete. Von Aprilia begab sich Mussolini zu den anderen Ortschaften in den urbar gemachten Pon- tinischen Sümpfen, wo er ebenfalls die ersten Handgriffe bei der Eröffnung des Getreidedrusches vornahm.
Anknüpfend an diese Worte des Duce schreibt das „Giornale d'Jtalia", die französisch-englischen Spekulationen auf den Hunger des italienischen Volkes seien z u s a m m e n g e b r o- ch e n. Aber das italienische Volk werde dies niemals vergessen können. Es werde dies vielmehr zum Anlaß einer neuen Steigerung feines Stolzes, seiner Unnachgiebigkeit in der internationalen Politik und seiner bewaffneten Bereitschaft nehmen, in einer mit Kriegsgefahren geladenen Atmosphäre, wie sie die falschen Friedenshüter haßerfüllt geschaffen hätten.
Rom, 4.Juli. (Europapreß) Wie alljährlich in den Tagen der Getreideernte, begab sich auch in diesem Jahr Mussolini in das Gebiet der urbar gemachten Pontinischen Sümpfe, um dort das erste Getreide zu dreschen. In Begleitung der Minister Starace und Alfieri, sowie zahlreicher Verbandssekretäre der Faschistischen Partei, die in Rom an den sportlichen Wettbewerben teil genommen hatten, erschien Mussolini am Montagmittag in einem Bauernhaus der neugegründeten Gemeinde Aprilia. Unter dem stürmischen Jubel der Landarbeiter stieg er sofort auf die Dreschmaschine und hielt vor deren Ingangsetzung eine kurze Ansprache.
Mit der Abwicklung ter Ernte ge sch äste breche die Spekulation jener Front zusammen, die aus dem Abschaum aller Völker gebildet werde. Man wollte auf den Hunger des italienischen Volkes und aufeineMißerntespekulieren. Er könne aber heute von der Dreschmaschine herunter, wo er sich anschicke, das Getreide der jahrhundertelang verwahrlosten und nur durch den Heldenmut und den Willen des Faschismus für die Landwirtschaft erschlossenen pontinischen Gebiete auszudreschen, vor aller Welt erklären, daß die diesjährige Ernte qualitativ besser sei als die vorjährige und quantitativ nur wenig hinter ihr zurückstehe. Dabei sei das letzte Wort noch nicht gespro- chen. Italien könne ruhig ter Zukunft entgegen- sehen. Der knappe Boden Italiens, der von den durch und durch faschistischen Bauern Italiens mit soviel Glaube und Sorgfalt bearbeitet werde, habe ihnen die schönste, aber auch die wohlverdiente lieber- raschung bereitet: Das italienische Volk
eigentlichen Sinne des Wortes. Inseln unterstünden, wie behauptet wird, der französischen Souveränität, obwohl diese ftüher von China bestritten worden fei. Die Entsendung einer französischen Flottlle nach den Inseln wird mit der Aufrechterhaltung der „Sicherheit der Fischer" begründet. Die Blätter Heden hervor, die Paracel- Inseln seien zu Beginn des 19. Jahrhunderts für das Kaiserreich Annam in Besitz genommen worden. Die japanischen Hinweise, Frankreich habe chinesisches Gebiet besetzt, seien also unbegründet. Die französische Presse hält an der amtlichen Verlautbarung fest, wonach die Besetzung der Inseln zum Schutze der Wetterstation und der Leuchtfeuer erfolgt sei.
Die englische Regierung ist von. der französischen Regierung über die Besetzung der Inselgruppe verständigt worden. Wie in der französischen Note betont wird, hätten die Inseln einen großen strategischen Wert und stellten in den Händen einer anderen Macht eine Bedrohung Hainans und der französischen Interessen aus Hainan dar.
Nach einer Meldung aus Tokio ist die Besetzung der Inseln von einer Abteilung anamitt s ch e r Polizeisoldaten durchgeführt worden. Etwa zwanzig Japane r, die sich auf den Inseln befanden, wurten unbehelligt gelassen. In japanischen Regierungskreisen wird jedoch betont, daß die Inseln China gehörten und Frankreich kein Recht darauf habe. Die durch die Besetzung entstandene Lage wird, wie betont wird, von der japanischen Regierung mit Besorgnis betrachtet. Nach Angaben der japanischen Presse soll Frankreich seine Kolonialtruppen in Jn- dochina in letzter Zeit bedeutend verstärkt haben; sie werden jetzt auf etwa 45 000 Mann geschätzt. Im übrigen wurde in Tokio angebeutet, von Japan sei zur Zeit nicht beabsichtigt, die Insel Hainan zu besetzen. Dieser Plan könnte aber nach einer möglichen japanischen Kriegserklärung an China geändert werden. Man könne dann auf „französische Einflußsphären" auf der Insel Hainan keine Rücksicht nehmen.
Japanischer Vormarsch am Jangtse.
Die Stadt Hukau besetzt.
Schanghai, 5. Juli. (DNB. Funkspruch. Oft- afiendienst.) Arn Montag um 17 Uhr besetzten tne japanischen Truppen in Zusammenarbeit mit dec Marine die Stadt Hukau am Jangtse, 250 Kilometer unterhalb von Hankau am Eingang zum Poyang-See, der damit in den japanischen Machtbereich gefallen ist. Man erwartet, daß gleichlaufend mit dem Dorrücken auf dem Jangtse Operationen zur Besetzung der Stadt Nantchang und der westwärts führenden Bahn mit dem Ziel T s ch a n g» t s ch a ein geleitet werden. Die Operationen, die zur Besetzung Hukaus führten, begannen nach japanischen Mitteilungen anschließend an die Eroberung Ankings am 14. Juni mit dem Vorstoß der japanischen Marine jangtfeaufroärts, wodurch die Landung japanischer Truppen auf dem Südufer des Flusses am 22. Juni in der Nähe von Siangkau ermöglicht wurde. Der Besetzung dieser Stadt am 24. Juni folgte zwei Tage später die Einnahme von M a t a n g s h i e n. M
Am 29.Juni wurde Pengtsch genommen. Regenwetter, aufgeweichte Straßen und erbitterter chinesischer Widerstand verzögerten den weiteren Vormarsch, so daß die Einnahme der strategisch wichtigsten Stadt Hukau erst am 4. Juli möglich wurde. Gleichzeitig mit dem Vorgehen der Truppen durchbrachen japanische Minen-Räum-Verbände chinesische Flußsperren, wobei 256 Minen fortgeräumt wurden. Am 29. Juni wurde die Matang- S ch i f f f p e r r e erreicht, die in der Zeit von IV, Stunden durchbrochen wurde. Dadurch war größeren Schiffseinheiten der Weg den Jangtse aufwärts geöffnet, die darauf mit ihren Geschützen chinesische Landbatterien Niederkämpfen konnten.
Ehinesische Flugplätze hei Nantschang bombardiert.
Schanghai, 5. Juli. (Europapreß.) Mehr als fünfzig japanische Bombenflugzeuge unterzogen die in der Kiangsi-Provinz gelegene Stadt Nautsch a n g am Montag einem heftigen Bombardement, das sich in erster Linie gegen bie chinesischen Militär f lugplätz e außerhalb der Stabt richtete. Nach dem japanischen Heeresbericht sollen dabei 51 Flugzeuge zum Teil in ber Lust, zum Teil auf bem Boden zerstört worden sein. Es habe sich um englische, amerikanische und sowjet- russische Flugzeugtypen gehandelt. Die Verluste ter Japaner werden mit nur einem abgeschossenen japanischen Flugzeug angegeben. Von chinesischer Seite ist noch kein Bericht ausgegeben worden, doch scheinen sich die großen Verluste ber chinesischen Luftwaffe zu bewahrheiten.
Mord in der Internationalen Niederlassung von Schanghai.
Schanghai, 4.Juli. (Europapreß.) Im Speisesaal eines chinesischen Hotels im Gebiet ber Internationalen Niederlassung würbe ein Chinese, als er gerate sein Essen einnehmen wollte, erschossen. Der Mörder konnte unerkannt 'entkommen, nachdem er bie Pistole weggeworfen hatte. Die Persönlichkeit bes erwarteten Chinesen konnte noch nicht mit Sicherheit festgestellt werben. Das Attentat dürfte ein Glied in ber Kette ber Ueberfälle barstellen, die sich gerabe in ben letzten Tagen gehäuft haben und gegen japanfreundlich etnge- stellte Chinesen verübt würben. Man nimmt an, daß bie Anschläge von einer chinesischen Geheimorganisation in bie Wege geleitet worben sinb.
neutralen Hafen in Katalonien forbem werbe. Ebenso würben sich Meinungsverschieben- beiten über bie Warenkategorien ergeben, bie man in biefe neutralen Häsen einführen bürste. Die Po- littk ber britischen Regierung fei von bem Wunsche
London, 4. Juli. (DNB.) Im Unterhaus I würbe über bie Antwort GeneralFrancosj in ber Bombenabwurffrage von Schatzkanzler Sir John Simon erklärt, bie Prüfung ber Note Francos sei noch nicht beenbet. Franco bleibe babei, daß Häfep rechtmäßig als militärische Ziele anzusehen seien, und stellte entschieben in Abrede, baß absichtlich britische Schiffe als Angriffsziele gewählt worben seien. Die Antwort enthalte Vorschläge, einen bestimmtenHafen festzulegen, unb zwar Almeria, ber künftig von Luftangriffen verschont bliebe. Franco verlange allerdings angemessene Garan - t i en hinsichtlich ber Waren, bie in biefen Hasen verbracht werden. Er sei weiter bereit, über Vor- schlüge zu verhandeln, bie für bie Zukunft neue Regeln ber Kriegführung einsühren. Die britische Regierung habe ben in Frage kommenben Schiffahrtsgesellschaften von diesen Vorschlägen Kenntnis gegeben. Sie werbe bie Ansicht ber Schifffahrt berücksichtigen.
London, 4. Juli. (Europapreß.) Mit ter Mog-I lichtest von englischen Krebsten an verschiedene süb- osteuropäische Staaten beschäftigt sich ein Teil der englischen Presse, nachdem „Sunbay Times" einen solchen Plan bereits umrissen hatte. Dabei wird bie Einsetzung eines Regierungs-Ausschusses zur Untersuchung ber Möglichkeiten solcher Finanzbeihilfen betätigt. „News Chronicle" gibt zu, baß (Englanb sich von Abmachungen dieser Art keine wirtschaftlichen Vorteile verspricht unb solche Krebste einer Unterstützung dieser Läuter durch Englaub gleichkommen. Der Vorschlag roerbe auch in Fin anzkrei sen keine Billigung erfahren, wenn nicht die englische Regierung bie volle Garantie dieser Anleihe übernehmen werbe, benn die Gewährung finanzieller Beihilfen würde nicht etwa einer wirtschaftlichen, sondern ausschließlich einer politischen Unterstützung gleichkommen. Abschließend wendet sich das Blatt in scharfen Worten gegen ben Plan und verweist auf bie Geschichte ber letzten bimtert Jahre, bie nur zu beutlich gezeigt habe, baß die für „polittsche Anleihen" bereitgeftellten Gelber -fast alle aift das V e r l u st k o n t o Englands gebucht werden müßten.
Der englische Rüstungskredit für die Türkei.
London, 4. Juli. (Europapreß.) Das englisch- türkische Abkommen über einen Rüstuugskredit von 6 Millionen Pfund (rund 75 Millionen RM.) wurde vom Unterhaus in zweiter Lesung angenommen. Der Rüstungskredit stellt einen Teil bes englisch- türkischen Kreditabkommens über 16 Millionen Pfund (rund 200 Millionen RM.) dar, von denen 10 Millionen Pfund von dem Kreditausschuß für den Überseehandel garantiert worden sind und deren Rückzahlung bis 1950 zu erfolgen hat. Der Rüstungskredit von sechs Millionen Pfund, zusätzlich der Zinsen, ist nach zwanzig Halb fahre sraten rückzahlbar, von denen die erste 1951 fällig wirb.
Zur Begründung der Vorlage führte Schatz- fanglet Stt Jdhn Simon aus, die Devisenlage der Türkei sei zur Zeit nicht günstig, und bie türkische Regierung wäre daher nicht imstande, chre Ankäufe in England aus eigenen Devisenbeständen zu finanzieren. Nichtstestoweniger sei die türkische Finanzlage gesund. Sobald die Durchführung des türkischen WirtschastsProgramms größere Fortschritte gemacht haben werde, dürfe man hoffen, daß die Türkei in der Lage sein werde, ihre Verpflichtungen an England abzutragen. Es sei nicht zu befurchten, daß die Versorgung ber Türkei mit Kriegsmaterial die englische Aufrüstung in irgendeiner Weise beeinträchtigen könnte, zumal auch bie Wehrministerien ihre Zustimmung zu den Avmachunaen mit der Türkei gegeben hätten. Die Freundschaft zwischen England unb der Türkei beruhe auf einer festen unb gesunden Grundlage. Beide Länder hätten nur ein Ziel: die Erhaltung des Friedens. Ihre Freundschaft sei gegen keine dritte Macht gerichtet. — Der Arbetterabgeordnete Dalton er- klärte, seine Fraktion begrüße das Abkommen, da England damit zur Bewaffnung der Türkei beitrage.
Neue jüdische Terrorwette in Palästina.
Jerusalem, 4.Juli. (Europapreß.) Eine neue jüdische Terrorwelle forderte am Montagvormsttag in Jerusalem, Jaffa unb Haifa neun Totesopfer; 13 Personen mürben schwer verletzt. Sämtliche Opfer ber Terrorwelle waren Araber. In Jerusalem würbe von jüdischer Sette M Bombe auf sine arabische
Autobus-Haltestelle geworfen; hierbei würben brei Araber getötet unb sieben verwunbet. In ber Nähe bes amerikanischen Konsulats in Jerusalem würbe ein Araber erschossen unb ein zweiter verwundet. Zwei weitere Araber würben in einem jüdischen Viertel überfallen unb ermorbet. Jrn Zentrum von Jaffa würben sechs Araber angeschossen; von biefen mürben zwei schmer nerrounbet An ber Grenze zmischen Jaffa unb Tel Aviv mürben zmei Araber, bie in einer Eisengießerei beschäftigt mären, ermorbet unb ein testier oermunbet. Auch über bas Grenzgebiet zmischen ber arabischen Stabt Jaffa unb ber Mischen Stabt Tel Aviv würbe ber kleine Belage- rungszustanb verhängt.
Kritik an Chamberlains Agrarpolitik.
Die Arbeitslosigkeit wächst wieder.
Lonbon, 5. Mi. (DNB. Funkspruch.) Der geheime Ausschuß konservativer Untechausmitglieder befaßte sich mit dem Teil ber Rede Chamberlains, in bem sich ber Premier gegen die Politik gewandt hatte, in England schon in Friedenszeiten Vorsorge für den Anbau von Getreide zu treffen, um bie Insel im Falle eines Krieges in feiner Nahrungsmittelversorgung nicht von ben Dominien und Kolonien sowie ,Dom ausländischen Getreidemarkt ab- hängia zu machen. Der Ministerpräsident hatte bie Auffassung vertreten, daß die Kriegs- unb Handelsflotte in ber sicheren Herstellung ber Verbindungen zwischen den außerenglischen Märkten genügend Sicherheit für die Nahrungsmittelversorgung Dar- stelle.
Nach einer lebhaften Debatte forderte eine Reihe von Abgeordneten, daß das Kabinett alles nur denkbare tun wollte, um bie englische Lanbwirtschaft zu förbern. Chamberlain soll bereits morgen konservative Abgeorbnete aus ausgesprochen lanbwirtschaftlichen Gebieten empfangen. Der „Daily Expreß", der sich immer für eine Unterstützung ber englischen Lanbwirtschaft einsetzt, chreibt, in politischen Fragen vertrete Chamberlain die Mehrheit ber Nation; aber er verliere sowohl im innerenglischen wie in Wirtschaftsfragen erheblich an Anhang. Ein Jahr sei er erst im Amt, unb roieber erhebe bas Ungeheuer der A r - beitslosigkete sein Haupt. In diesen zwölf Monaten sei bie Arbeitslosenziffer um 382 000 gestiegen unb belaufe sich heute roieber auf 1 778 000. Chamberlain habe keinen Plan zur Bevölkerung bes leeren Empire zur Entvölkerung ber überlabenen Stäbte unb zur Hebung der Kolonialgebiete gehabt. Den Agrarkritikern Chamberlains hält die „Times" entgegen, baß es unklug sein würde, die englische Lanbwirtschaft heute schon auf Kriegs- b a s i s zu stellen. „Daily Herald" stellt fest, baß bie Erwerbslosigkeit im Juli 1,83 Millionen erreicht habe unb baß man in biefem Winter trotz ber Aufrüstung roieber mit 2 Millionen Arbeitslosen roerbe rechnen müssen.
Oas Milliarden-Dcfizit der Vereinigten Staaten.
Washington, 4. Juli. (DNB.) Die Regierung ber Vereinigten Staaten hat am 30. Juni das abgelaufene Rechnungsjahr mit einem Defizit von 1459 gegen 2707 Millionen Dollar im Vorjahre abgeschlossen. Das diesjährige Defiztt ist bas kleinste seit a ch t Jahren, übersteigt jeboch bie Schätzung des Präsidenten Roosevelt in seiner Budget- botschast im letzten Januar um 370 Millionen Dollar. Angesichts des Rückganges da« Gs*
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